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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Depressivität als Genuß
True ZombieWer den Zustand der Leidenschaftslosigkeit mag, hat es oft schwer damit, wenn er von Gedanken und Gefühlen übermannt wird und ebenso wenn es zur Reizüberflutung kommt. Ich hab ne Methode für mich rausgefunden, um meine gedankliche und gefühlsmäßige Aktivität enorm runterzuschrauben und meine Sinne abzustumpfen: Einfach still auf'm Sofa sitzen und vor sich auf den Boden starren. Das wirkt so ähnlich als würde man Shikantaza (Form der Zen-Meditation) praktizieren. Der einzige Unterschied besteht wohl nur darin, daß man keine spezielle Meditationshaltung einnimmt. Jedenfalls fühlt man sich nach ner Weile ziemlich gedanken- und gefühlsleer und lässt sich durch nichts mehr groß anheben. Das was manche Leute nun als lethargisch, faul und stumpfsinnig abwerten könnten, bedeutet für mich hingegen Genügsamkeit, Läuterung, Zähigkeit und Geduld. Jene Form dieses von außen als Depressivität wahrgenommenen Zustands schenkt einem eine enorme innere Widerstandsfähigkeit. Man wird sozusagen der Fels in der Brandung, an dem die Wellen der Umwelteinflüsse abprallen und zerschellen. Es mag zwar ziemlich karg und trist sein, aber dafür auch um so ruhiger und friedlicher. In Zeiten der Hetzerei jedenfalls eine wahre Zuflucht.
MephistoXWahre Worte.
Der Titel ist vielleicht etwas unpassend, aber der Inhalt trifft genau ins Schwarze.
Die Art der inneren Leere die du hier treffend beschreibst ist eine Art innere Schutzhülle gegen jedwede Einflüsse. Sie kann einem helfen sich zurückzuziehen, wenn man Zuflucht braucht, und auch, wenn man klare Gedanken fassen will, aber man sollte nicht darin versinken. Es ist weniger Depression als Klarheit. Bei mir wird dieser Zustand zb. durch bestimmte Musik erzeugt, solange sie nur hoffnungslos genug klingt. Es lässt sich nur so wirklich effizient eine objektive Perspektive erhalten. Die Isolation von sämtlichen subjektiven inneren und äußeren Einflüssen kann einen manchmal auch wieder auf die Beine bringen.
Depression ist eine Krankheit. Ich denke, dass dieser Zustand eher als meditative Isolation zu bezeichnen ist, da sie einen nicht kaputt macht, sondern eher, wie du schon sagtest, erholsam ist.
MeloWie MephistoX schon sagt ist der Titel leicht unpassend gewählt worden,
diesen Zustand den du beschreibst kenne Ich, jedoch ist dieser mit Depressionen nicht zu vergleichen.
Schade ist nur, das viele diesen Zustand nicht begreifen und einen dann dort nicht verweilen lassen,
denn eins kann man denk ich schon sagen: er wirkt ziemlich entspannend; zumindest für mich.
Thyrjadiesen zustand, den du hier beschreibst kenne ich sehr gut. ich musste ihn selbst erst wieder lernen, bin ich doch ein mensch, der tatsächlich auch an depressionen leidet. der unterschied zur depression ist aber, dass man in depressiven schüben u.U. auch da sitzt und nichts tut, die gedanken aber wie irre kreisen um negative gefühle und empfindungen.

kriegt man es aber hin, dies zu tun was du beschreibst kann man mal gänzlich loslassen und die welt welt sein lassen. mach ich mittlerweile des öfteren automatisch, einfach ruhige kraft tanken^^

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