| ~RAINBOW~ | Ich stelle folgende Behauptungen auf: Eifersucht in Beziehungen ist reine Erziehungssache bzw Konditionierung, und gezielt vom System initiiert ------------------------------------------------------------------------------- 1) Was in unseren Kreisen überwiegt ist Egoismus und nicht Liebe: In unserer Gesellschaft wird seit eh und jeh, in allen Medien, Filmen usw gezeigt, dass wahre Liebe absolut Eifersucht beinhaltet. (Eifersucht wenn der Partner mal mit jemand anderem ... was auch immer) Kein Wunder dass wir überzeugt sind das das wirklich so ist. Kein Wunder das wir glauben: Liebe = Eifersucht. Kein Wunder, dass wir uns nur geliebt fühlen wenn der Partner eifersüchtig ist. Wir haben somit ein vollkommen falsches Verständniss von Liebe. Echte/Wahre Liebe will das beste für den Partner und schenkt Freiheit und es ist ihr egal was der Partner wann wo mit wem noch tut. 2) Was in unseren Kreisen überwiegt ist Besitzenwollen und nicht Liebe: Das liegt daran das wir es gewohnt sind alles zu besitzen, vom Handy bis zum Auto. Mein Haus, mein Auto, mein Ebay, alles meins! Kein Wunder, dass wir den Partner also auch besitzen und nicht teilen wollen. ------------------------------------------------------------------------------ Diese beiden, vom System gezielt gesteuerten "Scheinwahrheiten" lassen uns nie wirklich glücklich sein in unseren Beziehungen. |
| Scheol | Ich stelle folgende Behauptungen auf: [QUOTE]Eifersucht in Beziehungen ist reine Erziehungssache bzw Konditionierung, und gezielt vom System initiiert[/QUOTE] ...ist totaler Unsinn. Eifersucht entsteht in erster Linie aus irrationalen und/oder rationalen Ängsten, einem schlechten Selbstwertgefühl und absoluter Abhängigkeit. Das Besitzergreifende ist ein Symptom, mehr auch nicht. Konditionierung: Möglicherweise Teil des Systems: lol |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von ~RAINBOW~ [/i] [B]Ich stelle folgende Behauptungen auf: Eifersucht in Beziehungen ist reine Erziehungssache bzw Konditionierung, und gezielt vom System initiiert ------------------------------------------------------------------------------- 1) Was in unseren Kreisen überwiegt ist Egoismus und nicht Liebe: [/B][/QUOTE] Das hat nichts mit unseren Kreisen zu tun. Der Mensch ist von Natur aus ein egoistisches Wesen. Und nichts ist alberner als einen Gegensatz Egoismus <-> Liebe aufzumachen. In Wirklichkeit ist Liebe ein besonders gutes Beispiel für Egoismus. Wäre es nicht so, dann wären wir ja nicht bestrebt, uns einen möglichst tollen, schönen, großartigen Partner zu suchen, sondern dann würden wir irgendeinen hässlichen, einsamen Penner nehmen, der unsere Liebe besonders nötig hat. In Wirklichkeit hat Liebe eben nichts mit Mutter Theresa-Affekten zu tun. Liebe ist kein selbstloses Geben, sondern ein selbstisches Nehmen. Liebe ist ein Gebräu egoistischer Emotionen, und in diesem Gebräu findet sich auch Besitz- und Statusdenken. Wäre es anders... ja, dann gäbe es tatäschlich keine Eifersucht, und vermutlich auch kein Beharren auf Monogamie. Aber selbst bei Affen findet man eifersüchtiges Verhalten. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Liebe ist Geben und Nehmen, und wenn das Geben genauso erfüllt oder gar noch erfüllter und glücklicher macht als das Nehmen, ist es die für mich wahre reine Liebe. So definiere ich es, so definieren es, lese ich allein hier auf NW so manche Geschichte, in seit Jahrzehnten glücklich bestehenden Beziehungen lebende Menschen, und ja, dafür lasse ich mich gerne und was sicher erfolgen wird, bepöbeln, beschimpfen oder als für geistig minderbemittelt erklären :D [/QUOTE]Besser hätte ich es nicht sagen können, was ich als "wahre reine Liebe" verstehe! |
| Kampfsau | Ja, wenn man es aus einem rein logischen Blickwinkel betrachtet, dann ist Eifersucht ein hochgradig egoistisches Gefühl, das mag schon sein. Und das Ideal eines wahrhaft guten, althruistischen Menschens beruht auf der Eigenschaft, Opfer zu bringen ohne Belohnung und Anerkennung zu erwarten. Nur im Nachhinein frage ich mich ehrlich gesagt schon, ob das überhaupt auf diese Art und Weise funktionieren kann. Wenn man nicht Bestätigung durch andere erfährt, kann es dann nicht auch vor einem selbst eine Bestätigung sein? Folgen nicht viele ihrer persönlichen Idee von Liebe? Verlieben sich manche nicht gar in ihre eigene Idee von Liebe? Wird der Schmerz nicht zum Selbstzweck, um sich der Reinheit der eigenen Liebe zu vergewissern? Man kann das so handhaben wie man das will, wer krankhaft eifersüchtig ist, der kann das Leben eines anderen Menschens in der Tat vereinnahmen. Die Frage ist nur, wollen wir manchmal nicht auch etwas vereinnahmt werden? Facht ein bischen Eifersucht hier und da eine Beziehung nicht auch ein wenig an? Ich meine ich kann die Logik die hinter dem Eingangsgedanken steckt durchaus verstehen. Schließlich kann ich wenn ich ehrlich bin, nicht sagen dass mich immer nur eine Frau sexuell interessiert. Es gibt soviele charmante, wunderschöne Damen auf der Welt. Es kostet schon Überwindung zu verzichten. Das was mich abhält ist, dass ich für ein kurzes Vergnügen, etwas viel Wertvolleres verlieren würde. Die Vorstellung man könnte beliebig mit jedem Menschen schlafen der einem gefällt, ohne Angst haben müssen seinen Partner zu verletzen ist schon angenehm. Weniger Gewissenskonflikte, sexuelle Bedürfnisse hängen dann nicht nur von der Situation des einen Partners ab und trotzdem hat man die Sicherheit und Geborgenheit einer festen Beziehung. Mit anderen Worten man hätte nur Vorteile und keinerlei Nachteile. Aber ich sehe Eifersucht nicht nur als Fehler, Eifersucht ist für mich in gewisser Weise auch eine Art Zugeständnis der Bindung. Man darf es ja nicht nur auf Sex beziehen. Für manche kann es genauso verletzend sein, wenn der Partner viel Zeit und Nähe mit jemand anderen verlebt. Natürlich ist es auch "Besitzdenken", wenn man an etwas festhält aber hält man nicht an allem "fest" was einem wichtig ist? An seinem Leben, an seiner Freiheit, seiner Heimat, seinen geliebten Menschen? Was ändert es, wenn das Hirn verstanden hat, dass es oberflächlich und egoistisch ist aber das Herz eben trotzdem noch blutet? |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B] Ich meine ich kann die Logik die hinter dem Eingangsgedanken steckt durchaus verstehen. Schließlich kann ich wenn ich ehrlich bin, nicht sagen dass mich immer nur eine Frau sexuell interessiert. Es gibt soviele charmante, wunderschöne Damen auf der Welt. Es kostet schon Überwindung zu verzichten. [/B][/QUOTE] Vor allem kostet es den Mann viel mehr Überwindung als die Frau. Denn der männliche Geschlechtstrieb ist, wie jeder weiß, heftiger als der weibliche und stärker auf Polygamie ausgerichtet, wovon schon die Tatsache zeugt, dass Prostitution und Pornographie sich zu 95% an Männer richten. Eigentlich unfair. Die Frau, die ja aus evolutionär leicht verständlichen Gründen eher darauf programmiert ist, den bleibenden Beschützer und Familienvater zu finden, ist für eine monogame Bindung inklusive Treuepflicht viel besser geeignet als der Mann, der aus biologischen Gründen mehrere hundert Kinder zeugen kann und daher mit einem entsprechend starken und "pluralistischen" Geschlechtstrieb leben muss. Vielleicht sollten wir uns hier ausnahmsweise den arabische Kulturkreis zum Vorbild nehmen? |
| hagzissa13 | Zudem zeigen die Studien, dass Frauen nicht wirklich weniger fremdgehen. Während die Männer ihr Erbgut möglichst breit streuen wollen, sucht sich die Frau zwar einen festen Partner, der ihr das Nest baut und als langfristiger Versorger geeignet erscheint, sucht sich aber für den Nachwuchs immer das aktuell attraktivste/ lukrativste Männchen. Sie will ja ihr Erbgut auch nur mit dem möglichst besten auf dem Markt zu erstehende kombinieren. Nix da mit "Frauen haben es ja vieeel einfacher"! Das hättet ihr wohl gerne! Blöde Ausrede als Legitimation zum fremdpoppen! :D |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i] [B]Zudem zeigen die Studien, dass Frauen nicht wirklich weniger fremdgehen. Während die Männer ihr Erbgut möglichst breit streuen wollen, sucht sich die Frau zwar einen festen Partner, der ihr das Nest baut und als langfristiger Versorger geeignet erscheint, sucht sich aber für den Nachwuchs immer das aktuell attraktivste/ lukrativste Männchen. Sie will ja ihr Erbgut auch nur mit dem möglichst besten auf dem Markt zu erstehende kombinieren. Nix da mit "Frauen haben es ja vieeel einfacher"! Das hättet ihr wohl gerne! Blöde Ausrede als Legitimation zum fremdpoppen! :D [/B][/QUOTE]Womit ja dann auch alle Legitimation für Eifersucht gegeben, umd Herkunft selbiger erklärt wäre. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i] [B]Zudem zeigen die Studien, dass Frauen nicht wirklich weniger fremdgehen. Während die Männer ihr Erbgut möglichst breit streuen wollen, sucht sich die Frau zwar einen festen Partner, der ihr das Nest baut und als langfristiger Versorger geeignet erscheint, sucht sich aber für den Nachwuchs immer das aktuell attraktivste/ lukrativste Männchen. Sie will ja ihr Erbgut auch nur mit dem möglichst besten auf dem Markt zu erstehende kombinieren. Nix da mit "Frauen haben es ja vieeel einfacher"! Das hättet ihr wohl gerne! Blöde Ausrede als Legitimation zum fremdpoppen! :D [/B][/QUOTE] Das glaube ich nicht. Warum werden Pornographie und Prostitution denn fast nur von Männern in Anspruch genommen? Rein kulturelle Gründe? Haha, wohl kaum. Ich finde, man kann schwer leugnen, dass Männer mit einem stärkeren Geschlechtstrieb geschlagen sind. Ich sage "geschlagen", denn damit jeden Tag zu leben ist gar nicht so einfach. @nix: [quote]Auch im arabischen Kulturkreis leben die Menschen nicht von Luft und Liebe. Wer mehrere Frauen ehelicht, hat sie gleich zu behandeln. Das dürfte die Erwirtschaftung des Unterhalts während der Ehe schwieriger gestalten.[/quote] Wieso? Wir leben im Zeitalter der Gleichberechtigung. Das heißt, meine drei Ehefrauen würden alle Geld verdienen :) |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i] [B]@nix: Wieso? Wir leben im Zeitalter der Gleichberechtigung. Das heißt, meine drei Ehefrauen würden alle Geld verdienen :) [/B][/QUOTE] Ja klar, und die zwölf Kinder auch, willkommen in Afghanistan. Abwarten und Tee trinken. |
| Odessa | Boah Eli, also das ist ja mal sowas von macho... von wegen der männliche Trieb ist stärker ;-). Wie kommts dann, daß ich bisher nur Männer kennenlernte und im Umfeld habe, die absolut monogam und äußerst glücklich mit ihrer einen Frau leben, auch sexuell, und so gar kein Interesse an anderen Frauen zeigen weil die "eine" sie schon "mehr als ausreichend" befriedigt in jeder Hinsicht.... während es oftmals die Frauen dieser Männer sind, die sich dann immer noch leise beschweren "also ich könnte ja schon noch mal/jeden Tag vier mal/hätte nichts dagegen wenn Du Dich klonen lassen würdest fürs Schlafzimmer"? Und ich erinnere nur an das Sprichwort, sinngemäß: "Eine Frau kann eine ganze Kompanie Soldaten befriedigen. Aber eine ganze Kompanie Soldaten nicht eine Frau..." ;) ------ Wird der Schmerz nicht zum Selbstzweck, um sich der Reinheit der eigenen Liebe zu vergewissern? ------- Hmm... wenn man Liebe mit bzw. als Schmerz erlebt, ist es dann überhaupt Liebe? Und wieso ist sie "rein" durch den Schmerz? Ich kann z. B. gerade Liebe nicht mit Schmerz oder einer selbstgewählten "Opferhaltung", zu der btw. erschreckend viele Frauen meiner Erfahrung nach neigen, in Verbindung bringen; das ist für mich Masochismus und für den habe ich persönlich genauso wenig übrig wie für Sadismus. Liebe ist nichts, für mein Empfinden, wofür ein Mensch "leiden" möchte/sollte. ----- Man kann das so handhaben wie man das will, wer krankhaft eifersüchtig ist, der kann das Leben eines anderen Menschens in der Tat vereinnahmen. ------ Zustimmung. Wirklich grundlose, also auch schon krankhafte Eifersucht empfände ich als etwas sehr Belastendes. Verlustängste, Komplexe, Unsicherheiten, miese Erfahrungen mit betrügenden und lügenden Vor-Partnern sind häufig die Ursache; Scheol nannte es ja schon in einigen threads zu diesem Thema. ------ Aber ich sehe Eifersucht nicht nur als Fehler, Eifersucht ist für mich in gewisser Weise auch eine Art Zugeständnis der Bindung. Man darf es ja nicht nur auf Sex beziehen. Für manche kann es genauso verletzend sein, wenn der Partner viel Zeit und Nähe mit jemand anderen verlebt. ------- Genau meine Meinung, sh. oben. |
| Odessa | Ich finde, man kann schwer leugnen, dass Männer mit einem stärkeren Geschlechtstrieb geschlagen sind. Ich sage "geschlagen", denn damit jeden Tag zu leben ist gar nicht so einfach. ----- Ja aber ein Mann in einer auch erotisch glücklich/erfüllten Beziehung HAT doch jeden Tag Sex, wenn beide Partner es wollen. Und kann seinen Trieb dann doch in aller Stärke ausleben :D (und Frau dann ja auch, mit ihm). |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] Ja, wenn man es aus einem rein logischen Blickwinkel betrachtet, dann ist Eifersucht ein hochgradig egoistisches Gefühl, das mag schon sein.[/QUOTE]Ich betrachte Eifersucht nicht als ein Gefühl, sondern - wie der Name schon sagt - als eine Sucht: die Sucht, zu (Wett-)Eifern, sich zu vergleichen, zu konkurrieren. [QUOTE]Und das Ideal eines wahrhaft guten, althruistischen Menschens beruht auf der Eigenschaft, Opfer zu bringen ohne Belohnung und Anerkennung zu erwarten.[/QUOTE]Wenn unter Altruismus Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit verstanden wird, und unter "Opfer bringen" die Hinname von Verlusten verstanden wird, ist das nicht mein Ideal eines wahrhaft guten Menschen. Und die Frage ist berechtigt, ob das überhaupt auf diese Art und Weise funktionieren kann, und ich glaube nicht daran, dass es funktioniert. Der Versuch, so zu handeln, ist meines Erachtens sogar eine der Ursachen von Eifersucht. [QUOTE]Folgen nicht viele ihrer persönlichen Idee von Liebe? Verlieben sich manche nicht gar in ihre eigene Idee von Liebe?[/QUOTE]Ja! Meine eigene Idee von Liebe geht davon aus, dass mein Geben nicht einen Verlust bei mir bewirkt, sondern dass ich etwas gebe das ich im Überfluss habe, und dass der Andere gibt was er im Überfluss hat. Das ist nicht uneigennützig und selbstlos, sondern es vermehrt auch den eigenen Reichtum. (So funktioniert übrigens auch meine Idealvorstellung von Kommunismus.) [QUOTE]Wird der Schmerz nicht zum Selbstzweck, um sich der Reinheit der eigenen Liebe zu vergewissern?[/QUOTE]Für mich hat die Reinheit der Liebe nichts mit Schmerz zu tun. Für mich ist Liebe rein, wenn sie auf Schenken beruht, statt auf Kaufen und Verkaufen. [QUOTE]wer krankhaft eifersüchtig ist, der kann das Leben eines anderen Menschens in der Tat vereinnahmen.[/QUOTE]Eifersucht kann das Leben von Menschen zur Hölle machen. [QUOTE]Facht ein bischen Eifersucht hier und da eine Beziehung nicht auch ein wenig an?[/QUOTE]Ich sag's mal so : Angebote an den Lebenspartner von anderen Seiten können die Lust am Schenken beflügeln. Wenn sie dazu führen, dass man Zuneigung vom Partner erkaufen will, kann das aber schnell ins Gegenteil umschlagen. [QUOTE]Natürlich ist es auch "Besitzdenken", wenn man an etwas festhält aber hält man nicht an allem "fest" was einem wichtig ist? An seinem Leben, an seiner Freiheit, seiner Heimat, seinen geliebten Menschen? Was ändert es, wenn das Hirn verstanden hat, dass es oberflächlich und egoistisch ist aber das Herz eben trotzdem noch blutet?[/QUOTE]Das Besitzdenken entsteht durch den Glauben, Verfügungsgewalt (Besitz) erkauft zu haben. Wenn man sich von der Vorstellung löst, ständig Opfer zu bringen und gebracht zu haben, dann fällt das Loslassen leichter. [QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i] Zudem zeigen die Studien, dass Frauen nicht wirklich weniger fremdgehen. Während die Männer ihr Erbgut möglichst breit streuen wollen, sucht sich die Frau zwar einen festen Partner, der ihr das Nest baut und als langfristiger Versorger geeignet erscheint, sucht sich aber für den Nachwuchs immer das aktuell attraktivste/ lukrativste Männchen. Sie will ja ihr Erbgut auch nur mit dem möglichst besten auf dem Markt zu erstehende kombinieren.[/QUOTE]Studien werden in der Regel mit einem bestimmten Ziel vorgenommen. Und mich beschleicht der Verdacht, dass die genannten Studien die momentan vorherrschende Wirtschaftsweise sozialdarwinistisch begründen sollen. Dabei sind es meist einfach nur zwei Augenpaare, die sich begegnen ... |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Ja aber ein Mann in einer auch erotisch glücklich/erfüllten Beziehung HAT doch jeden Tag Sex, wenn beide Partner es wollen. Und kann seinen Trieb dann doch in aller Stärke ausleben :D (und Frau dann ja auch, mit ihm). [/B][/QUOTE]Mach alle drei Woche draus und wir nähern uns langsam der Realität. Speziell berufstätige Frauen mit hohen Stressfaktor wollen sehr häufig schlicht nicht und es soll noch ein paar Männer geben die das respektieren. verstärkt wird das durch moderne "Doppelsingle" WE Beziehungen die nur Samstag bis Sonntag stattfinden. Das mit dem "Jeden Tag" kannte ich nur nur als Schüler in Teeniebeziehungen und noch eine Weile als Studentenpärchen...aber nur in den frühen Semestern bevor der Dauerstress aus Jobben und Prüfungen losging. Alltagsstress killt jede Spur von Erotik. Ich möchte dabei noch mal anmerken das speziell Leute aus dem EInzelhandel oder der gastronomie hir ihr lidchen singen können, denn das Wochende wurde in dieses Branchen praktisch abgeschafft. Frauen die fremdgehen sidn dann meist gelangweile Teilzietjobberinnen die ihren Arbeitsesel eben kaum noch sehen und deshab mit Afghan-Lover T. heir bei mir nachts ihre Zimmer buchen. Fremdgeharrangements sind für mich mitlerweile Alltagsgeschäft, ich hab regelrechte Karteien voll, denn viele kommen regelmäßig, übrigens oft über Jahre mit der gleichen Affäre. Den Rekord hält derzeit ein junges türkischen Pärchen anfang 20 das seit 2 Jahren einmal im Monat kommt, ich schätze mal die dürfen "zuhause" schlicht nicht. |
| Scheol | Ohne zu sehr in die Auswege abzudriten: Eifersucht ist natürlich ein Beweis für Liebe. Es gibt schließlich nicht nur eine Definition davon. Es mag Menschen geben, die sind nicht eifersüchtig und lieben einfach vor sich hin. Das nenne ich krank. Es gibt Menschen, die haben tiefes Vertrauen und sind dennoch eifersüchtig. Das nenne ich das kleinere Übel. Es gibt Menschen, die sind derart von einem Menschen besessen, sodass sie ihre gesamte Realität um diesen Menschen herumbauen. Sich abhängig von ihnen machen und der Verlust dieses Menschen nicht nur ideel zum eigenen Tod, sondern auch ganz praktisch und realistisch zum (Seelen)Tod führt. Diese Menschen sind auch krank. Sie haben bloß die Chance, zu einem sehr, sehr geringen Prozentsatz, dass sie auf einen Menschen treffen der gleichsam fühlt. Dann ist es der Himmel auf Erden. Bevor Phantasie und Irrationalitäten sie immer tiefer in den Wahnsinn treiben und von dort an gegen die bestehende Realität gekämpft wird. Eifersucht ist oft berechtigt. Wir nehmen doch immer und unaufhörlich kleinste Regungen, Mimiken und Gesten des anderen wahr. Wir lesen unterbewusst was dieser Mensch für eine Einstellung hat und interpretieren diese. Daraus entsteht ein Gefühl. Entweder der Sicherheit oder der Unsicherheit. Wenn man Unsicher ist, und die andere Person fragt ob sie einen wirklich liebt, diese dies bejaht, dann lügt sie. Aber auch ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn beide haben eine andere Definition dieses Gefühls. Wir haben dann eine berechtigte Eifersucht ohne Beweismittel. Immer hin und her gerissen zwischen böser Vorahnung und Zweifel an selbiger. Diese Probleme wird es immer geben und sie sind schon immer da gewesen. Von wegen Manipulation des Systems. Wir Menschen haben ein großes Problem. Wir können nicht wissen was der andere weiß, fühlen was er fühlt. Wenn wir ein Gerät hätten, welches Gefühle und Gedankengänge aufzeichnet, reproduziert und sie auf einen anderen übertragen könnte, wäre eine Brücke geschlagen. Das wäre die absolute Gewissheit. Und wir wären einsamer denn je. Keiner könnte verstehen, dass jedes Gefühl nur in der Basis gleich ist, aber jeder seine individuelle Note dazu gibt. Niemals würden wir jemanden finden, der unsere hohen Erwartungen genügt. Ein Menschheitsdilemma, welches wir niemals loswerden. Damit müssen wir klarkommen. Und ja, Liebe tut immer weh. Entweder im negativen Sinne, oder wie es bei einem NW-Member so schön in einer Signatur steht: Not every pain hurts. Und auch das ist nur meine individuelle Version davon. Wer könnte sie ehrlich aus sich heraus produzieren außer mir? Wir müssen uns entscheiden. Mit oder ohne. Eifersucht wird immer begleitend sein. Eine Liebe ohne sie ist keine Liebe. Denn wer liebt kann verlieren. Und davor hat jeder Angst. Jeder. |
| Odessa | Servus Seneca:-). Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte war: es liegt für mich immer am Mann/der Frau selbst, wie er/sie mit seinem/ihrem Trieb umgeht. Es steht in dieser Gesellschaft und in diesem Jahrhundert jedem Menschen glücklicherweise frei, sich nicht monogam zu binden und jeden Tag, so er will, mit 10 Frauen oder Männern ins Bett zu steigen, die er sich ganz ohne eine Steinigung oder Auspeitschung befürchten zu müssen in Kneipen, chatrooms oder sonstwo aufgabeln kann. Also wenn ein Kerl es jeden Tag "braucht", da bezog ich mich witzelnd auf Elis humorigen Einwurf mit dem "Trieb", dann kann er sich ja eine Partnerin suchen oder einen Partner, dem es genauso geht und mit dem er das leben kann. Oder darf eine Mehrzahl an Beziehungen haben oder jeden Tag one night stands. Es war speziell an Eli gerichtet, weil ich ihn - so sehr ich ihn für manche Meinungen ungespitzt in den Boden rammen könnte und was ihm mit mir sicher nicht anders geht - als klugen, scharfsinnigen Mann erlebe, der einen anständigen und in gewissen Dingen angenehm konservativen Charakter hat (was manche Werte angeht), und als Zuckerl obendrauf auch noch verboten gut aussieht. Dieser Mann muß imho alles Andere als sich mit seinem "Trieb herumschlagen", denn ihm müßten eigentlich Verehrerinnen zuhauf die Tür einrennen (gleiches kann ich btw. auch für Scheol sagen). Mein letzter Beitrag sollte Eli eigentlich nur Mut machen und war zudem als unterschwelliges Kompliment gemeint a la "DU hast ja nun echt nicht das Problem, jeden Tag Sex haben zu können wenn Du willst, denn DU solltest doch Auswahl genug haben" ;) ---------- Mach alle drei Woche draus und wir nähern uns langsam der Realität. ----------- Das mag vielfach zutreffen, will ich Dir absolut nicht widersprechen... aber ich finde trotzdem, das sollte nicht verallgemeinert werden für einige Millionen Frauen und ihre Beziehungen. Ich kann, wie immer bei diesen persönlichen Themen, nur für mich selbst sprechen und ACHTUNG, es folgt eine ot-Tagesplanaufzählung, daran Nichtinteressierte mögen bitte scrollen: ich bin zwei Monate nach der Geburt meiner Tochter sofort wieder zurück in den insgesamt über 28 Jahre lang ausgeübten Vollzeitjob und die zeitgleich über einige Jahre ausgeübten zwei Nebenjobs. Habe daneben Ehrenämter ausgeübt, war in der Lokalpolitik tätig und habe meinen pflegebedürftigen Großeltern am anderen Ende der Stadt (1,5 Std. Fahrzeit) den Haushalt versorgt. - Marinus nun, "Jetztzeit", ist von Mo bis Frei, dieses Semester mit Ausnahme des Donnerstags, von 5.15/6.30 bis 19.00 unterwegs im 45 km entfernten M. wegen Vorlesungen, hat danach meist noch Hausübungen zu erledigen. Es gibt keinen Tag (auch nicht den Donnerstag, der immer für diverse Termine von Arzt bis Zaunreparatur am Hof draufgeht) wo Marinus mal vor 21 Uhr frei hätte. In den Semesterferien jobbt er, neben dem abendlichen Klausurenbüffeln, für Zeitarbeitsfirmen u. a. auf Baustellen. Und am Sa, So und Feiertags (Weihnachten/Silvester durchgehend) ist er sowohl während des Semesters als auch in den Ferien im Hotel am Arbeiten von morgens fünf bis nachmittags, mit nur stehen, laufen, Buffets auf/abbauen, kochen, Geschirr spülen und keine Minute sitzen dabei. Zusätzlich macht er 15 Monatsstunden SEO am Rechner und jeden Montag abend Mathe-Nachhilfe für Hotelcheffes Kinder. Ich bin dagegen fast schon eine faule Sau, denn mit meinen bald 48 Jahren und 35% Behindertenprozente gönne ich mir nach erwähnten fast 3 Jahrzehnten Dauermaloche und Kindererziehung nur noch [i]einen[/i] bezahlten - freiberuflichen - Heimarbeitsjob. Bin dabei trotzdem von morgens, nach dem ersten Versorgen der Tiere, bis abends vorm Rechner abrufbereit für meine AGs am Tippseln (und zwischen den Aufträgen und Wartezeiten auf NW am Klugscheißen *g*). Zudem habe ich noch das Tierheim-Ehrenamt, unseren Kaninchen-Gnadenhof und die von April bis Oktober dauernde Milchwirtschaft/10 bis 25 Kälber vom Pächterbauern am Hof, für die ich tagsüber zuständig bin. Kein WE, kein Feiertag, kein Urlaub, naja Bauernleben halt;-). Trotzdem haben Marinus und ich immer noch Zeit, Lust und Energie, zumindest jedes 2. WE nachmittags oder abends nach all unserer Arbeit für kurze Stunden Ausflüge zu unternehmen, zu wandern, zum Schwimmen/Saunen zu gehen, uns mit Freunden zu treffen, ab und an Bass zu spielen, eine DVD zu gucken - und miteinander zu schlafen, nicht nur alle drei Wochen;-).Ich denke also, daß man kein unterbeschäftigter Twen sein muß, um in seiner Ehe auch nach Jahren und mit stressigem Berufsleben - das fast Alle von uns haben - noch Zeit zu finden für Zärtlichkeit. Es ist wie bei so vielem im Leben immer auch eine Frage der persönlichen Belastbarkeit, der Priorität, die man der Beziehung einräumt und der Organisationsfähigkeit. ---------- Speziell berufstätige Frauen mit hohen Stressfaktor wollen sehr häufig schlicht nicht und es soll noch ein paar Mäner geben die das respektieren. ---------- Ja, volle Zustimmung - es wäre mehr als übel, würde ein Mann seine Frau mit "ich betrüg Dich sonst" unter Druck setzen. Ich kenne es halt von mir so, daß auch meine größte Erschöpfung nach einem 17-Stunden-Tag es meist (nicht immer!) noch zuläßt, vor dem Einschlafen die dann halt nur fünfzehn oder auch mal nur drei Minuten Zeit für einen Quickie zu haben - nicht weil ich "Angst" haben müßte daß er mich sonst betrügt, sondern weil es mir selbst ein Bedürfnis ist; ich liebe und begehre ihn ja genauso. ------ Frauen die fremdgehen sidn dann meist gelangweile Teilzietjobberinnen die ihren Arbeitsesel eben kaum noch sehen und deshab mit Afghan-Lover T. heir bei mir nachts ihre Zimmer buchen. ------- Du schriebst "meist" als Einschränkung, gut ;-). Denn auch die rund um die Uhr beschäftigte Mutter von fünf Kindern geht fremd, wenn sie es möchte, und die in drei Schichten arbeitende Krankenschwester und die von 7.30 - 17.15 werkelnde Chefsekretärin. Und warum betrügen so viele Männer ihre Frauen? Fremdgehen macht frau wie mann, glaube ich, daher eher nicht aus Langeweile, sondern weil die Beziehung eh schon im Argen liegt. Weil man den Partner nicht mehr 100%ig liebt oder sich von ihm sexuell nicht mehr angezogen fühlt. Oder aber, bei vielen Männern scheint das so zu sein, aus dem Motto heraus "Ist ja nur bedeutungsloser Sex und nimmt der Liebe zu meiner Frau nichts weg". Gelebt häufig von dem Männertyp, bei dem die eigene Ehefrau aber schon die treue Madonna zu sein hat, der ein Fremdgehen sofort als "Hurenverhalten" ausgelegt werden würde. Eine imho sexistische Doppelmoral, die man auch findet im unterschiedlichen Bewerten von sexueller Freizügigkeit: so mancher Mann brüstet sich stolz damit, zigzig Frauen flachgelegt zu haben. Im selben Atemzug aber nennen die meist gleichen Männer Frauen, die so leben, "Schlampen". Ich würde so generell für mich als Fazit sagen: fürs Fremdgehen scheint Männern wie Frauen doch irgendwie immer die Zeit zu bleiben, ganz egal ob es die Frau Hotelleiterin ist oder der Hausmann - wer es machen will, findet immer Zeit und Gelegenheit, und "Ausrede" dafür. Wer es auch trotz Beruf und Alltagsstreß nach wie vor gerne mit seinem einzigst geliebten Partner oder seinen mehreren Partnern oder Teilzeitaffären machen will, allerdings auch ;-) |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] edit/Nix: davon mal wieder ganz abgesehen, daß ich nicht einen Araber kenne in meinem Umfeld, der mehr als nur eine Frau und das für gewöhnlich ein monogames Leben lang hätte[/QUOTE] Die sind eben von der westlichen Dekadenz angekränkelt.:D |
| Kampfsau | [QUOTE]Hmm... wenn man Liebe mit bzw. als Schmerz erlebt, ist es dann überhaupt Liebe? Und wieso ist sie "rein" durch den Schmerz? Ich kann z. B. gerade Liebe nicht mit Schmerz oder einer selbstgewählten "Opferhaltung", zu der btw. erschreckend viele Frauen meiner Erfahrung nach neigen, in Verbindung bringen; das ist für mich Masochismus und für den habe ich persönlich genauso wenig übrig wie für Sadismus. Liebe ist nichts, für mein Empfinden, wofür ein Mensch "leiden" möchte/sollte. [/QUOTE] Ich seh das doch selber gar nicht so. Ich weiß natürlich gar nicht was Liebe wirklich ist oder ob ich z.B. selber nach bestimmten Definitionen zur Liebe fähig wäre. Ist Schmerz nicht immer dabei? Hattest du nicht im letzten Jahr noch fast jedes WE das Gefühl, man würde dir das Wichtigste entreissen, bei jedem Abschied? Hat es nicht geschmerzt, auch wenn man wusste, man sieht sich wieder? Wurden von euch in den letzten Jahren nicht permanent Hindernisse und Qualen überwunden? Und ist es nicht auch das, was euch zusammengeschweißt hat? Natürlich hätte man auch wunderbar darauf verzichten können und gerne ein angenehmes, leichtes Leben geführt aber ist das nicht doch irgendwie eine Bestätigung, wenn man erlebt, wie man für das Miteinander kämpft? Vielleicht empfindet man wenn man wirklich liebt, den Schmerz gar nicht mehr als richtigen Schmerz, sondern nimmt ihn problemlos in Kauf. [QUOTE]Vor allem kostet es den Mann viel mehr Überwindung als die Frau. Denn der männliche Geschlechtstrieb ist, wie jeder weiß, heftiger als der weibliche und stärker auf Polygamie ausgerichtet, wovon schon die Tatsache zeugt, dass Prostitution und Pornographie sich zu 95% an Männer richten. [/QUOTE] Es kommt auf den Menschen an. Je älter ich wurde, desto mehr muss ich zugeben, dass diese Klischeebilder immer weniger der Realität entsprechen. Wann gilt denn ein Mann schon als triebgesteuert? Wenn er 2-3 mal Sex am Tag möchte? Ich kenne genug Frauen, die könnten problemlos den ganzen Tag Sex haben, bis sie anfangen wund zu werden mit dem richtigen Mann vorausgesetzt. Und ob bei all der erotischen Mode und den tausenden Vibrator und Dildomodellen Frauen wirklich so dermaßen kurz kommen? Und Pornos und Huren zeigen eigentlich auch nur, dass Männer eher bereit sind, Geld auszugeben oder das Frauen sich schlecht durch die meisten Pornos stimulieren lassen. Vermutlich würden viele Frauen auch ungehemmter und häufiger in der Gegend rumvögeln, wenn es nicht so ein gewaltiges soziales Stigma wäre, wenn Frauen eine freie Sexualität ausleben. Es geht ganz schnell und dann wird man als Frau schon als Dorfschlampe oder die Schlampe des Viertels bezeichnet. Als Mann ist das auch nicht überall gerne gesehen aber diese Anfeindungen erfährt man nicht, eher noch Bewunderung dafür, wenn man viele Frauen rumkriegt. Wie sonst können Leute wie Charlie Sheen oder Hugh Heffner noch Bewunderung ernten? [QUOTE]Wenn unter Altruismus Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit verstanden wird, und unter "Opfer bringen" die Hinname von Verlusten verstanden wird, ist das nicht mein Ideal eines wahrhaft guten Menschen.[/QUOTE] Wann wäre jemand denn wahrhaft gut? [QUOTE]Und die Frage ist berechtigt, ob das überhaupt auf diese Art und Weise funktionieren kann, und ich glaube nicht daran, dass es funktioniert. Der Versuch, so zu handeln, ist meines Erachtens sogar eine der Ursachen von Eifersucht.[/QUOTE] Wenn man jemanden findet, der das ähnlich sieht, kann das wahrscheinlich sogar ganz gut klappen. [QUOTE]a! Meine eigene Idee von Liebe geht davon aus, dass mein Geben nicht einen Verlust bei mir bewirkt, sondern dass ich etwas gebe das ich im Überfluss habe, und dass der Andere gibt was er im Überfluss hat. Das ist nicht uneigennützig und selbstlos, sondern es vermehrt auch den eigenen Reichtum.[/QUOTE] Du darfst nicht davon ausgehen, dass das was ich schreibe unbedingt alles meine persönliche Sichtweise ist. Ich meinte nur, dass es Menschen gibt, die das so sehen. Außerdem sind Mangel und Überfluss hochgradig subjektive Empfindungen und dieser Maßstab ändert sich sowieso, wenn die Gefühle einen übermannen. Und das Liebe nichts mit "Opfer bringen" zu tun haben soll, glaube ich auch nicht so wirklich. Welcher Mensch würde dann noch Kinder erziehen? Mal abgesehen davon, dass man sie liebt und sie emotionale Wärme zurückgeben können, sind sie doch erstmal nur eine Belastung. [QUOTE]Das Besitzdenken entsteht durch den Glauben, Verfügungsgewalt (Besitz) erkauft zu haben. Wenn man sich von der Vorstellung löst, ständig Opfer zu bringen und gebracht zu haben, dann fällt das Loslassen leichter.[/QUOTE] Mag ja sein, dass es rein logisch gedacht, Sinn macht,wie du das hier ausdrückst. Was viele Menschen im Alltag fühlen ist aber etwas ziemlich anderes. Die Dinge die einem Schweiß, Blut und Tränen gekostet haben, die sind einem am wichtigsten. Und bei menschlichen Bindungen ist es auch oft so, dass man wahres Vertrauen eben nur dadurch entwickeln konnte, dass man gemeinsam schlechte Erfahrungen geteilt hat. Und wenn man "Opfer" gebracht hat, dann entwickelt sich oft das Gefühl, man habe einen besonderen "Anspruch" auf etwas. Nun, dieses Gefühl zu verleugnen ,wäre vermutlich noch masochistischer. Natürlich wollen wir auch etwas zurückbekommen, auch wenn das nirgendwo so festgeschrieben steht. Das ist ein ursprüngliches Gefühl. Warum gibt es den ganzen Gefühlskram denn überhaupt? Den gibt es doch auch nur, weil wir uns fortpflanzen wollen und verlässliche Bindungen wollen und wenn wir dann ein schlechtes Gefühl bekommen, wenn jemand mit dem eigenen Partner verkehrt, dann ist das ein vollkommen natürliches Gefühl. Warum sollte man sich unbedingt so schlecht dafür fühlen? Warum ist das automatisch die verkorkste Kapitalistenerziehung, die uns die Sinne vernebelt? [QUOTE]Ich betrachte Eifersucht nicht als ein Gefühl, sondern - wie der Name schon sagt - als eine Sucht: die Sucht, zu (Wett-)Eifern, sich zu vergleichen, zu konkurrieren.[/QUOTE] Eine sehr menschliche Sucht. Wenn meine Vorfahren nicht irgendwie diese Eigenschaften in sich vereint hätten, gebe es mich vermutlich nicht. Warum also verleugnen und beseitige wollen, was uns als Menschen definiert? Ich würde mir auch nicht den Hass , die Wut und den Egoismus verbieten lassen. [QUOTE]Man muß kein also kein unterbeschäftigter Mensch mit zu viel Freizeit und zu wenig geistiger und körperlicher Auslastung sein - deswegen diese Aufzählung, weil es für mich so anklang - , um ein erfülltes Liebesleben zu haben. [/QUOTE] Ich glaub Seneca weiß schon, worüber er da redet. Und sicherlich kann man auch ein gutes Sexleben haben, wenn man viel Stress und Arbeit hat. Aber irgendwie fühl ich mich auch nicht mehr so aktiv, wenn ich nach einem 13 Stundentag heimkomme, noch Haushalt,Nachbearbeitung usw machen muss und nur 5-6 Stunden gepennt habe. [QUOTE]Es ist wie bei so vielem im Leben immer auch, denke ich, eine Frage der persönlichen Konstitution, der Belastbarkeit, der Priorität und Wertigkeit die man der eigenen Paarbeziehung und Sexualität einräumt und auch der Organisationsfähigkeit. Denn auch zu anderen Zeiten und in anderen Nationen mußten und müssen noch die Menschen hart und viel arbeiten, aber trotzdem wurde und wird around the globe fleißig gepoppt, gezeugt und auch fremdgegangen.[/QUOTE] Ich glaube es ist schon einfacher fremdzugehen, wenn man ein entsprechendes Zeitfenster zur Verfügung hat oder will man die Affaire immer in die 20 Minuten reinschieben, die man hat wenn man von der Arbeit zu Hause ist und bevor die Kinder von der Schule heimkommen? Kann man sich überhaupt wirklich entspannen, wenn man darauf achten muss, dass einen die Nachbarn nicht sehen, die Familie nichtmal etwas früher zu Hause ist und man schnell genug fertig wird? Ich kann mir nicht vorstellen dass das allzu reizvoll ist auf die Dauer. Vermutlich kann man so ein Sexleben dann auch mit dem Ehemann haben, der täglich 14 Stunden arbeitet. Und selbst die hart arbeitenden Männer, die blähen ihre Überstunden und Arbeitsbelastungen oft extrem auf. Dann erzählen sie ihren Frauen, sie mussten 2 Stunden länger im Büro bleiben und statt dessen waren sie bei einer anderen Frau. Oft ist das ja nicht nur der fehlende Sex oder dass dieser zu schlecht ist. Viele Frauen und Männer die fremdgehen sagen auch, dass der Sex mit ihrer Affäre nicht unbedingt besser ist. Für sie hat das dann auch ganz andere Funktionen, vielleicht ist es eine Realitätsflucht. Nun, genau kann ich mich da nicht reinversetzen, weil ich noch nie jemanden so betrogen habe aber das wären meine Versuche, das nachzuvollziehen. |
| Odessa | ------ Ich seh das doch selber gar nicht so. ------- Weiß ich doch, Basti. Aber ich wollte es nur nachfragen und, so Lust dazu besteht, erklärt haben, wie auch bei Scheol - weil ich den Zusammenhang nicht sah, von wegen "Liebe ist IMMER Schmerz". ---------- Ist Schmerz nicht immer dabei? Hattest du nicht im letzten Jahr noch fast jedes WE das Gefühl, man würde dir das Wichtigste entreissen, bei jedem Abschied? Hat es nicht geschmerzt, auch wenn man wusste, man sieht sich wieder? ---------- Siehste, jetzt versteh ich es und wir sind "beinander". Ja klar war die Fernbeziehung - übrigens vor schon über zwei Jahren mittlerweile - über diese unendlich langen 700 km die Hölle. Klar war es furchtbar, sich nur alle zwei Wochenenden am Anfang sehen zu können, immer unter Zeitdruck, und dabei immer durch ganz Deutschland fahrend, sich auf halber Strecke irgendwo in Hotels treffend... möchte ich nie mehr wieder haben, echt nicht. --------- Wurden von euch in den letzten Jahren nicht permanent Hindernisse und Qualen überwunden? Und ist es nicht auch das, was euch zusammengeschweißt hat? Natürlich hätte man auch wunderbar darauf verzichten können und gerne ein angenehmes, leichtes Leben geführt aber ist das nicht doch irgendwie eine Bestätigung, wenn man erlebt, wie man für das Miteinander kämpft? ---------- Absolut richtig. Vielen "fade" gewordenen Beziehungen würde das was wir und Millionen Andere durchmachen, vielleicht gar nicht schaden, wenigstens nur 20% davon und ohne daß ich das tatsächlich real jemand wünschen würde. Dann wüßten die Beteiligten vermutlich recht schnell (wieder), welch kostbares Geschenk, welche Nicht-Selbstverständlichkeit es ist, jeden Tag mit dem geliebten Menschen zusammensein zu dürfen. Genug Geld zu haben, sich wenigstens jeden Tag die Butter aufs Brot, die Miete fürs Dach über dem Kopf und dann noch das Fahrtgeld für die Ausflüge zum "Staunen und Natur bewundern" leisten zu können. Den Luxus, mal keine Schmerzen zu haben an vielleicht jedem 3. Tag der Woche. Schmerzen, die für den einen Partner Qual sind, weil er hilflos-ohnmächtig dem Schmerz des geliebten Menschen zusehen muß, und für den anderen Partner Qual, weil er sie hat und zudem seine Schmerzen dem Partner nicht zeigen will, eben damit dieser sich selbst nicht schlecht fühlt. Auch keine Angst haben müssen, daß der Partner bald sterben muß/könnte (Krankheiten, Kriege) - das sind Dinge, die manche Leute erst dann zu schätzen lernen, wenn es schon zu spät und die Liebe gestorben ist. ------ Vielleicht empfindet man wenn man wirklich liebt, den Schmerz gar nicht mehr als richtigen Schmerz, sondern nimmt ihn problemlos in Kauf. ------- Du liebst doch auch, seit... Und ich habe das Gefühl, "sie" hat Dich unglaublich reifen lassen, in dieser kurzen Zeit. Ich find das schön, so wie Du jetzt bist und fühlst, und wünsche Dir, daß es noch lange, sehr lange, so bleibt (und wobei mir einfällt: willst Du am 24.4. nächstes Jahr unser Trauzeuge sein?) Was Deine Ausführungen mit dem Zeitfenster für Fremdgehen angeht: auch da Zustimmung, auch für mein Empfinden in Sachen Erotik wäre das nicht vorstellbar. Daher auch mein "was wäre wenn"-Szenario und der "Kreis, der temporär zum Dreieck" werden würde. |
| Scheol | Wie soll ich mit Worten erklären, dass die "Schmerz=Unglücklich=Nicht gut"-Assoziationskette nur eine der vielen Möglichkeiten ist? Die negative Konnotation von "Schmerz" werde ich mit Worten nicht wegverbalisieren können. Also bleibt nur zu sagen, dass es noch etwas anderes gibt. Also, eine andere Assoziationsmöglichkeit. |
| Kampfsau | [QUOTE]Du liebst doch auch, seit... Und ich habe das Gefühl, "sie" hat Dich unglaublich reifen lassen, in dieser kurzen Zeit.[/QUOTE] Ich bin sehr glücklich , auch wenn ich gerne mehr Zeit für sie hätte. Aber bisher haben wir noch keine wirklich schmerzhaften Zerreissproben hinter uns, darum kann ich da auch nicht aus Erfahrung sprechen. [QUOTE]und wobei mir einfällt: willst Du am 24.4. nächstes Jahr unser Trauzeuge sein?[/QUOTE] Wollen auf jeden Fall. Wäre wieder mal eine Gelegenheit den Anzug anzuziehen aber an einem Dienstag der nicht in die Ferien fällt, kann ich leider nicht. Es tut mir leid. |
| Elementarsatz | Wenn man erst leiden und sich plagen muss, um dann ein bisschen Glück zu empfinden - dann bleibt es ja unterm Strich ein Nullsummenspiel. Da hätte man ja gar nicht erst anfangen müssen mit dem Leben. Aber ist es wirklich so? |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] Eifersucht ist natürlich ein Beweis für Liebe. Es gibt schließlich nicht nur eine Definition davon.[/QUOTE]Das mag sein. Eifersucht nach der von mir genannten Definition ist jedenfalls kein Beweis für Liebe. Sie führt - nach meinen schmerzlichen Erfahrungen - dazu, dass Liebe stirbt und vielleicht sogar in Hass umschlägt. [QUOTE]Es mag Menschen geben, die sind nicht eifersüchtig und lieben einfach vor sich hin. Das nenne ich krank.[/QUOTE]Ich verstehe nicht ganz, was du mit "einfach vor sich hin lieben" meinst. Jemanden zu lieben schließt für mich ein, dass ich auf die Reaktionen des geliebten Menschen bezüglich meines Verhaltens achte, und dieses gegebenenfalls ändere. Das heißt aber nicht, dass ich bestimmte Reaktionen erwarte. [QUOTE]Es gibt Menschen, die haben tiefes Vertrauen und sind dennoch eifersüchtig. Das nenne ich das kleinere Übel.[/QUOTE]Ich weiß nicht, ob das schon als Eifersucht gilt, wenn "Angebote von anderen Seiten die Lust am Schenken beflügeln". Das ist in meinen Augen kein "kleineres Übel", sondern etwas sehr Schönes. [QUOTE]Es gibt Menschen, die sind derart von einem Menschen besessen, sodass sie ihre gesamte Realität um diesen Menschen herumbauen. Sich abhängig von ihnen machen und der Verlust dieses Menschen nicht nur ideel zum eigenen Tod, sondern auch ganz praktisch und realistisch zum (Seelen)Tod führt.[/QUOTE]Aber hat das noch etwas mit Liebe zu tun? [QUOTE]Eifersucht ist oft berechtigt. Wir nehmen doch immer und unaufhörlich kleinste Regungen, Mimiken und Gesten des anderen wahr. Wir lesen unterbewusst was dieser Mensch für eine Einstellung hat und interpretieren diese. Daraus entsteht ein Gefühl. Entweder der Sicherheit oder der Unsicherheit. Wenn man Unsicher ist, und die andere Person fragt ob sie einen wirklich liebt, diese dies bejaht, dann lügt sie. Aber auch ohne sich dessen bewusst zu sein.[/QUOTE]Wenn man selbst unsicher ist, muss der Andere doch nicht genauso unsicher sein. Die eigene Unsicherheit ist ein Signal, die Regungen, Mimiken und Gesten des Anderen bewusster wahrzunehmen. Was soll er denn auf eine inquisitorische Frage antworten? Eifersucht tötet auch in solchen Fällen die Liebe. [QUOTE]Diese Probleme wird es immer geben und sie sind schon immer da gewesen. Von wegen Manipulation des Systems.[/QUOTE]Aber abhängig von der Konditionierung und den Randbedingungen, sind diese Probleme mehr oder weniger stark ausgeprägt. [QUOTE]Wir Menschen haben ein großes Problem. Wir können nicht wissen was der andere weiß, fühlen was er fühlt ... Keiner könnte verstehen, dass jedes Gefühl nur in der Basis gleich ist, aber jeder seine individuelle Note dazu gibt. Niemals würden wir jemanden finden, der unsere hohen Erwartungen genügt.[/QUOTE]Im offenen, unvoreingenommenen Austausch miteinander erfahren wir im Laufe der Zeit, was der Andere weiß, denkt und fühlt. Wenn wir Menschen ein großes Problem haben, liegt es darin, dass wir [b]zu wenig miteinander reden,[/b] und zu viel über einander, und dass wir zu viele Erwartungen haben, und zu wenig Neugier. [URL="http://www.amazon.de/Terra-Aquarius-Era-Nicholas-Lens/dp/B000031X6P"]"Molitur memoria ..."[/URL] [QUOTE]Und ja, Liebe tut immer weh. Entweder im negativen Sinne, oder wie es bei einem NW-Member so schön in einer Signatur steht: Not every pain hurts.[/QUOTE]Dabei tut aber nicht die Liebe weh, sondern die Konfrontation mit dem was der Liebe im Wege steht, zum Beispiel Eifersucht. Und es gibt Folgen von Liebe, die wehtun können, zum Beispiel die Geburt eines Kindes. Liebe hilft, Schmerzen zu ertragen. [QUOTE]Wir müssen uns entscheiden. Mit oder ohne. Eifersucht wird immer begleitend sein. Eine Liebe ohne sie ist keine Liebe. Denn wer liebt kann verlieren. Und davor hat jeder Angst. Jeder.[/QUOTE]Ich habe mich für Liebe ohne Eifersucht entschieden. Es gibt auch ohne Eifersucht noch genug [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=259302#post259302"]Verlust.[/URL] [QUOTE]Wie soll ich mit Worten erklären, dass die "Schmerz=Unglücklich=Nicht gut"-Assoziationskette nur eine der vielen Möglichkeiten ist? Die negative Konnotation von "Schmerz" werde ich mit Worten nicht wegverbalisieren können. Also bleibt nur zu sagen, dass es noch etwas anderes gibt. Also, eine andere Assoziationsmöglichkeit.[/QUOTE]Schmerz ist ganz nüchtern betrachtet die Erfahrung von sehr starken Sinneseindrücken: zu heiß, zu kalt, Überdruck, Unterdruck usw. Ob diese Erfahrung gut oder schlecht ist, lässt sich nicht ohne Kenntnis der näheren Umstände sagen. Eine dauerhafte Wirkung von zu starken Sinnesreizen kann aber dazu führen, dass Sinne abstumpfen oder sogar Sinnesorgane zerstört werden, und das ist in meinen Augen nicht gut. Wahrscheinlich rührt daher die Aversion gegen den Satz "Liebe tut [b]immer[/b] weh". Andererseits kann die Erfahrung von Schmerz, die keine bleibenden Schäden hinterlässt, Ängste überwinden und zu Glücksgefühlen führen. |
| Scheol | [QUOTE]Das mag sein. Eifersucht nach der von mir genannten Definition ist jedenfalls kein Beweis für Liebe. Sie führt - nach meinen schmerzlichen Erfahrungen - dazu, dass Liebe stirbt und vielleicht sogar in Hass umschlägt.[/QUOTE] Ich rede nur von der Definition, dass die Angst jemanden zu verlieren aufzeigt, wie wichtig er einem geworden ist. Besitzdenken ist leider teil der Liebe, wie ich sie definiere. Es gibt jedoch andere Definitionen mit denen ich mich nicht anfreunden kann... [QUOTE]Ich verstehe nicht ganz, was du mit "einfach vor sich hin lieben" meinst.[/QUOTE] Ich wage zu behaupten, dass viele Beziehungen auf einem dumpfen Gefühl von lieber Sympathie beruhen, aber nicht auf Liebe. Beziehungen Marke: "Wenn du bleibst, gut. Wenn du gehst, auch gut. Es gibt auch ein Leben nach dir." Ich glaube an Liebe in Absolutheit. Es gibt nie einfach ein "Leben nach dir". Es gibt ein anderes Leben, aber man versucht es doch zu vermeiden... [QUOTE]Ich weiß nicht, ob das schon als Eifersucht gilt, wenn "Angebote von anderen Seiten die Lust am Schenken beflügeln". Das ist in meinen Augen kein "kleineres Übel", sondern etwas sehr Schönes.[/QUOTE] "Kleineres Übel" in meiner Definition. Sie ist nicht zwingend. Eifersucht ist ein schreckliches Gefühl. [QUOTE]Aber hat das noch etwas mit Liebe zu tun?[/QUOTE] Kommt drauf an. Es kann Liebe sein, es kann auch Kompensation sein. Aber Liebe ist doch Kompensation. Ich würde diese Frage mit einem "ja" beantworten. Auch wenn diese Form nicht jedem zusagt, oder sie auch nicht jeder empfinden kann. Eine qualitative Bewertung möchte ich jedoch hier nicht aufschlagen. [QUOTE]Wenn man selbst unsicher ist, muss der Andere doch nicht genauso unsicher sein. Die eigene Unsicherheit ist ein Signal, die Regungen, Mimiken und Gesten des Anderen bewusster wahrzunehmen. Was soll er denn auf eine inquisitorische Frage antworten? Eifersucht tötet auch in solchen Fällen die Liebe.[/QUOTE] Man kann dennoch ablesen, ob ein Mensch synchron zu den eigenen Zielen steht. Falls es da ein Defizit gibt, ist Verlustangst niemals unbegründet. [QUOTE]Im offenen, unvoreingenommenen Austausch miteinander erfahren wir im Laufe der Zeit, was der Andere weiß, denkt und fühlt. Wenn wir Menschen ein großes Problem haben, liegt es darin, dass wir zu wenig miteinander reden, und zu viel über einander, und dass wir zu viele Erwartungen haben, und zu wenig Neugier. "Molitur memoria ..."[/QUOTE] Ja, wir reden wirklich selten miteinander. Wir halten tatsächlich mehr Monologe übereinander. [QUOTE]Dabei tut aber nicht die Liebe weh, sondern die Konfrontation mit dem was der Liebe im Wege steht, zum Beispiel Eifersucht. Und es gibt Folgen von Liebe, die wehtun können, zum Beispiel die Geburt eines Kindes. Liebe hilft, Schmerzen zu ertragen.[/QUOTE] Wie du weiter unten aufführst, ist Schmerz in erster Linie eine Überreizung der Sinneswahrnehmung. Liebe kann verdammt weh tun und im selben Augenblick unglaublich glücklich machen. Nein, es stirbt deswegen nicht ab. Auch stumpft es nicht ab. Im Gegenteil. Es bewahrt sich. Das Blicken auf einen Sonnenaufgang verbunden mit Melancholie ist auch schmerzhaft, aber wunderschön dabei. Manche empfinden eine tiefe Sehnsucht, welche so stark ist, dass sie dabei eine eigene Form der Traurigkeit empfinden, die wiederum sehr schön ist und sehr genossen werden kann. Schmerz und "Traurigkeit" kann sehr glücklich machen ohne eine Neurose zu besitzen. Ich würde dies gerne anders nennen, leider sind mir nur keine passenden Wörter dafür begegnet. Wenn man ihr beim Schlafen zusieht und förmlich in jeder einzelnen Sekunde explodiert, dieses unglaubliche Gefühl nicht länger deferenzieren kann, als würde man ständig ein helles, weißes Licht zerspringen, dann ist das schmerzhaft weil man es nicht regulieren kann wie andere Gefühle die man kennt. Man das Bedürfnis hat, den anderen in sich hineinzudrücken, ihm nicht nahe genug sein kann, man nicht mehr in Worte fassen kann was man empfindet und am liebsten nur noch schreien möchte. Es ist eine Form von Schmerz und Sehnsucht welche unglaublich glücklich macht. Manchmal ist eine kaum zu verarbeitende Reizüberflutung da. Paradoxerweise wird man parallel dazu sehr ruhig und findet seinen Frieden, seine Heimat. Zumindest weiß ich, dass Menschen zu so etwas fähig sind. Und seitdem weiß ich, dass sie nicht böse aus der Natur heraus sind. Wie auch immer...es ist unmöglich so in Worte zu fassen, dass sie nicht von irgendjemand der dies nicht kennt in irgendwas anderes umgedreht werden könnte. Es gibt zu viele Labels für "Unnormales" was hier nicht gemeint ist, dem aber ähnelt. Deswegen...beschreiben hilft nicht. [QUOTE]Ich habe mich für Liebe ohne Eifersucht entschieden. Es gibt auch ohne Eifersucht noch genug Verlust.[/QUOTE] Und hier ist die Schattenseite. Wenn man lichterloh brennt, ist der Grad zum Wahnsinn sehr schmal. Eifersucht zerstört alles. Wenn man sein Maß nicht finden kann, es nicht kontrollieren kann und sich gänzlich dem Irrationalen hingibt, dann macht Eifersucht alles kaputt, wofür man eigentlich dankbar sein könnte. Es ist schon seltsam. Kaum hat man etwas, was man sich wirklich wünscht, muss man es mit diesem unerträglichen Gefühl, welches zugleich meistens noch eine Beleidigung für den Gegenüber ist, zerstören. Eifersucht ist eben ein Gefühl, was aus dem Gefühl der Minderwertigkeit, dem gestörten Urvertrauen, dem schlechten Menschenbild und Verlustängsten entspringt. In geringen Maßen mag es spielerisch und "beflügelnd" sein. Aber man hat selten in der Hand, wie stark man eifersüchtig ist. Ich kann mir nicht vorstellen dass man darüber rational entscheiden kann. Man fühlt es doch einfach nur und ist sich selbst dabei schutzlos ausgeliefert. |
| Odessa | Ich wage zu behaupten, dass viele Beziehungen auf einem dumpfen Gefühl von lieber Sympathie beruhen, aber nicht auf Liebe -------------- Soweit d'accord. Aber hier: ----------- Marke: "Wenn du bleibst, gut. Wenn du gehst, auch gut. Es gibt auch ein Leben nach dir." ------------ bekomme ich grade mental die Kurve nicht;-). Denn Du monierst dort, daß mansche Menschen so tief lieben, daß sie ohne den Partner nicht mehr weiter existieren möchten/würden. Es ihnen also nicht egal ist, ob der Partner "geht", sie verläßt, sondern sie ihn - wieder Deine Worte, denen ich zustimme - so sehr lieben, daß es ------ Absolutheit. ------- ist. Also auf der einen Seite sagst Du, daß die Weise wie Du Liebe, absolut ist und unbedingt. Das trifft sich mit dem, was Marinus und ich ja auch so sehen und leben, volle Zustimmung von mir. Auf der anderen Seite siehst Du es, hab ich Dich richtig verstanden (?), als negativ WENN jemand so absolut liebt, daß er ohne diesen einen - absolut - geliebten Partner nicht mehr so weiterleben kann wie vorher. Ich hatte weiter oben geschrieben, daß ich mir - würde mich Marinus jemals verlassen - die Augen ausweinen würde und es mir das Herz bräche. Ich wäre völlig am Boden, denn ich hätte ja nicht nur meinen geliebten Mann, meine Symbiose und meinen großartigsten Erotikpartner verloren damit, sondern auch meinen besten Freund, meinen Vater, meinen Bruder, meinen Gefährten, alles was er mir halt ist. Trotzdem würde ich weiterleben ohne Gram oder Hass oder Verbitterung auf ihn, denn wahre Liebe ist auch in meinen Augen genau das, was TTP und Du selbst schon so gut beschrieben - sie ist selbstlos und unabhängig vom "erwünschten/erhofften" Verhalten des Partners. Sollte also ich irgendwann nicht mehr das Beste sein, was Marinus sich in Sachen "Liebe" vorstellt und er sein Glück mit jemand Anderen oder alleine finden, dann wäre ich doch ein ziemlich armseliger, egoistischer und niederträchtiger Charakter, würde ich ihm nicht sein absolutes Glück (auch wenn ich das nicht mehr bin) gönnen oder ihm gar Schlechtes wünschen. Das ist für mich einfach wirklich unvorstellbar - denn meine Liebe zu ihm als (auch unabhängig von "mir" an seiner Seite) einmalig wunderbarem klugem fantastischem Menschen hängt, wie geschildert, ja nicht davon ab, ob sie von ihm erwidert wird. Ich würde also weiterleben, würde mich vielleicht auch, nach langer Zeit, wieder in jemand Anderen verlieben können, weil ich denke und es selbst erlebt habe, daß man im Leben mehrere Male lieben kann, jedesmal tief und "einzigartig" aber halt "anders". Eine Mutter kann ja auch ihre fünf Kinder alle gleich lieben, aber jedes auf eine eigene Art, dem jeweiligen "Mensch"-sein dieses Kindes und seinem Charakter geschuldet. Aber es wären eine unglaublich große Lücke in meinem Leben trotzdem, der Verlust dieses geliebten Menschen, und ich würde ihn nie vergessen können und wollen, denn er hat mich und mein Leben bestimmend geprägt, bereichert und erfüllt, und dafür wäre ich auch immer dankbar. ------ Es gibt nie einfach ein "Leben nach dir". Es gibt ein anderes Leben, aber man versucht es doch zu vermeiden... ------- Genau das :-). Und dazu gehört für mich, also zum Vermeiden einer Trennung, daß der Partner, seine Bedürfnisse und die Beziehung unbedingte Priorität haben in meinem Leben. Das ist eine bewußt und freiwillig entschiedene "Wertigkeit", die ich in meinem Leben festsetze. Ich würde mein Lebensglück z. B. nie aus einem anderen Menschen, auch nicht dem Partner, beziehen - ich beziehe es primär aus mir selbst, aus meiner Art das Leben anzunehmen, es zu genießen in jeder Minute. Ich kann und will mich an schönen Dingen (meinen Hobbies, der Natur, guten Freunden, Tieren, guten Gesprächen, Kultur etc.) erfreuen und habe mir selbst mit damals 14 und als ich die Hölle meines Elternhauses überstanden hatte, geschworen, das auch nie aufzugeben. Nie mein "ich", mein alleinig für mich und mein Leben verantwortlich sein zu verlieren. Aber eingebunden darin, als Sahnehäubchen obendrauf, ist bei mir der Partner und die Beziehung mit ihm. In der ich all das, was mein Leben ohnehin schon bereichert, teilen kann mit jemand, der es genauso genießt und seine eigenen Lebenssichtweisen und Hobbies mit in die Beziehung bringt. Wenn zwei "ichs" zum harmonischen "wir" werden und beide ichs dieses WIR als Priorität in ihrem Leben bestimmen, dann ist es die für mich sich als perfekt erwiesen habende Liebes- und Lebensform. Und der Bogen zur Eifersucht: wenn all das im "wir" so harmonisch ist, gibt es keinen Grund zur Eifersucht. Ich habe ANGST, das allerdings, daß das Schicksal uns trennen könnte. Durch was auch immer. Diese Angst ist natürlich da, die ist bei jedem Menschen da, der jemand liebt, ob Kind, Eltern oder Ehepartner. Aber Angst ist nicht Eifersucht, und Eifersucht könnte - und würde! - ich wie gesagt nur dann empfinden, wenn ich einen Grund für sie hätte. ----- Und hier ist die Schattenseite. Wenn man lichterloh brennt, ist der Grad zum Wahnsinn sehr schmal. Eifersucht zerstört alles. Wenn man sein Maß nicht finden kann, es nicht kontrollieren kann und sich gänzlich dem Irrationalen hingibt, dann macht Eifersucht alles kaputt, wofür man eigentlich dankbar sein könnte. ------- Das ist ein Problem, das aber eigentlich nur wenige Menschen haben - die, die krankhaft eifersüchtig sind. Sowas ist aber immer auch eine Sache des an sich selbst Arbeitens... glaub mir, ich weiß wovon ich spreche, denn ich war mal jemand mit krankhafter Eifersucht. So krankhaft, daß ich meinem damaligen Mann eine Szene machte, im Büro vor allen Kollegen, und das nur weil er mit einer Kollegin in noch nicht mal Körpernähe stehend ein Glas Sekt getrunken hat und ich es sah. Ich flippte aus, beschimpfte die Frau mit Worten, die ich nicht wiedergeben will, und warf anschließend Ralf Sachen aus unserer Wohnung. Ich war SICHER, er würde mich mit dieser Frau betrügen. Es gab dafür nicht den geringsten Anhaltspunkt, nada nichts, ich habe nur gesehen daß diese Frau neben ihm stand, ihm "zuprostete" und er es - nur höflich lächelnd - erwidert hatte. Und weißt Du warum ich so drauf war? Ich war völlig fertig. Monate davor hatte ich um Ralfs Liebe gekämpft wie eine Löwin. Es war ein bitterer tränenreicher Kampf um ihn, und ich mußte mir viele, viele Demütigungen in der Zeit reinziehen. Mein Selbstwertgefühl war, das erste Mal in meinem Leben, absolut am Boden. Ein Stück Dreck hatte mehr Selbstbewußtsein als ich zu der Zeit, und Ralf war in meinen Augen der strahlende, wunderschöne, superkluge Held, der mich wie er sagte liebte. Völlig klar, daß er nur log, und sich über mich lustig machte. So ein Stück Scheiße wie mich konnte doch soo ein Supermann wie er gar nicht lieben, er, der aussah wie Peter Steele und einen Charakter hatte wie Mutter Theresa. "Ich hab den gar nicht verdient" - einer der übelsten und dümmsten Sätze, den sich ein Mensch nur sagen kann, denn natürlich muß man sich Liebe nicht verdienen, ich wußte es auch, ich hatte vorher ja schon geliebt und sehr glücklich geliebt. Aber bei Ralf setzte bei mir alles "aus", für Monate - und da war ich dann so absolut krankhaft eifersüchtig. Sprang schon mal bei einer roten Ampel vom Beifahrersitz, zum Auto nebenan, und giftete die Fahrerin an wieso sie meinen Mann so "sabbernd" angeschaut hätte. Die gute Frau hatte nichts getan außer 3 Sekunden lang zu Ralf geschaut, weil er neben ihr an der Ampel stand und sie sich vor ihm einreihen wollte, sie hatte zu spät gesehen daß sie nach "links" gemußt hätte. Bevor es zu "auswegig" wird *G* - diese Zeit ging vorbei. Als ich merkte: auch Ralf war mir absolut treu. Auch er hat mich geliebt, tut es heute noch. Auch er gab mir nie einen Grund, an ihm zu zweifeln. ICH war es, die krank war, einige Monate lang. Und nur ich konnte mich selbst heilen, von dieser Krankheit. Und ich tat es, und es gelang mir, darf ich stolz sagen, auch ganz wunderbar. Denn nach gut 10 Monaten war "es" weg, dieser Wahn. Der MEIN Wahn war, meine "Sucht" - die Sucht, mich selbst zu erniedrigen, mich selbst nicht als liebenswert und -"würdig" im Wortsinne zu sehen. Als ich es - wieder - konnte, war die krankhafte Eifersucht weg. Wie weggeblasen. Was ich Dir nun wünsche, lieber "Mensch"... das weißt Du. Auch das hatten wir damals in diesem Cafe schon beredet. Basti: schade, wir hatten gehofft daß Du da schon Ferien hast, wir blicken den "Plan" noch nicht so wirklich mit Prüfungen und so. Vielleicht entscheiden wir uns doch noch für den 24.3., das wäre der "Jahrestag"... aber halt ein Samstag, und da trauen nur einige Standesämter in unserem Landkreis, und es kostet gleich nochmal 50 Euro mehr dann. - Das bereden wir dann noch an anderer Stelle :) |
| rainraven | "Eifersucht", Rivalität, Konkurrenzdenken, Buhlen um den besten Partner, die beste Partnerin, größtmögliche Wachstums-oder Vermehrungschancen und "Fremdgehen" sind keine menschlichen Erfindungen, das hat uns alles die Tierwelt bereits lange voraus. Insofern sehe ich es nicht so, daß es bloße "Erziehungssache" ist, wohl aber mit einer Einschätzung des eigenen "Wertes" oder Vorteiles einhergeht. Auch wenn sich dieser manchmal tatsächlich hinter echten Liebesgefühlen versteckt. Denn die Natur hat die Liebe als Gefühl eingerichtet, das eine (vorteilhafte) Bindung zu einem Partner sichert. Ich kann sachlich nicht die Gefühle von Tieren interpretieren und sie mit menschlichen gleichsetzen, aber es ist anzunehmen, daß sie sich ähnlich anfühlen, wenn sie auf denselben neuronalen Prozessen beruhen. Und @ Odessa: Nein, für mich ist "Liebe" nicht gleich "Libido", soll heißen, bloß, weil man jemanden liebt, muß man dennoch nicht jeden Tag scharf auf diese Person sein, erst recht nicht in einer langjährigen Beziehung. Streß her oder hin, wenn man eine Umfrage starten würde, wer nach soundsovielen Jahren noch täglich Sex hat, würden sich schätzungsweise die wenigsten melden, ohne deswegen etwas zu vermissen oder unglücklich zu sein... Wohingegen ich mit Dir in diesem Punkt aus eigener Erfahrung absolut konform gehe: [quote] "Ich würde also weiterleben, würde mich vielleicht auch, nach langer Zeit, wieder in jemand Anderen verlieben können, weil ich denke und es selbst erlebt habe, daß man im Leben mehrere Male lieben kann, jedesmal tief und "einzigartig" aber halt "anders". Eine Mutter kann ja auch ihre fünf Kinder alle gleich lieben, aber jedes auf eine eigene Art, dem jeweiligen "Mensch"-sein dieses Kindes und seinem Charakter geschuldet. Aber es wären eine unglaublich große Lücke in meinem Leben trotzdem, der Verlust dieses geliebten Menschen, und ich würde ihn nie vergessen können und wollen, denn er hat mich und mein Leben bestimmend geprägt, bereichert und erfüllt, und dafür wäre ich auch immer dankbar. " [/quote] |
| Odessa | Servus rain:-) Ich habe auch nicht gesagt, daß "Liebe" gleich Libido ist. Ich schrieb, daß ich immer noch gerne mit meinem Mann schlafe, aber auch nicht, daß das täglich der Fall sein muß/ist, oder daß es nur dann Liebe ist, WENN man täglich miteinander schläft. Wäre ja auch ziemlich anmaßender Blödsinn;-). Im Gegenteil differenziere ich sehr klar zwischen Liebe und "Sex", denn ich kann jemand auch lieben, ohne sexuelle Gefühle für diesen Menschen zu haben :). |
| rainraven | ...oder andersrum. :) Nein, auch da müssen -zumindest bei mir-freundschaftlich-liebvevolle Gefühle im Spiel sein. Aber um das anzuführen, gabs glaube ich einen anderen Thread... :) |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] Ich wage zu behaupten, dass viele Beziehungen auf einem dumpfen Gefühl von lieber Sympathie beruhen, aber nicht auf Liebe. Beziehungen Marke: "Wenn du bleibst, gut. Wenn du gehst, auch gut. Es gibt auch ein Leben nach dir." [/QUOTE]Die "liebe Sympathie" mag von außen als Dumpfheit und Gleichgültigkeit erscheinen. Aber nicht selten sind es gerade solche Beziehungen, die ein Leben lang halten. Dieses "Abstand halten und immer wieder neu entdecken" bewahrt davor, zu klammern und den Geliebten in einen "goldenen Käfig" zu sperren. [QUOTE]Ich glaube an Liebe in Absolutheit. Es gibt nie einfach ein "Leben nach dir". Es gibt ein anderes Leben, aber man versucht es doch zu vermeiden...[/QUOTE]Liebe in Absolutheit schließt Vergleichen (und damit Eifersucht) aus. Aber Liebe in Absolutheit schließt das "Leben danach" mit ein, schon darum, weil Leben vergänglich ist. Und auch der geliebte Mensch bleibt nicht ewig gleich, sondern verändert sich. Liebe in Absolutheit ist da "in guten wie in schlechten Zeiten", ist noch da, wenn sie besonders gebraucht wird, wenn der geliebte Mensch krank ist, wenn du ihn fütterst weil er selbst nicht allein essen kann, wenn du ihn wäschst und neu einkleidest weil er sich eingekotet hat ... [QUOTE]Man kann dennoch ablesen, ob ein Mensch synchron zu den eigenen Zielen steht. Falls es da ein Defizit gibt, ist Verlustangst niemals unbegründet.[/QUOTE]Dazu fällt mir der viel zitierte Spruch "der Weg ist das Ziel" ein. Liebe findet einen Weg, auf dem beide Partner ihren Zielen näherkommen, und manchmal ist dieser Weg das Ende einer "Beziehung". [QUOTE]Schmerz und "Traurigkeit" kann sehr glücklich machen ohne eine Neurose zu besitzen. Ich würde dies gerne anders nennen, leider sind mir nur keine passenden Wörter dafür begegnet.[/QUOTE]Ich glaube ich verstehe, was du meinst. Diese Traurigkeit ist vielleicht das Bewusstwerden der Vergänglichkeit, die in krassem Gegensatz zur gewünschten Ewigkeit steht. [QUOTE]Manchmal ist eine kaum zu verarbeitende Reizüberflutung da. Paradoxerweise wird man parallel dazu sehr ruhig und findet seinen Frieden, seine Heimat.[/QUOTE]Wahrscheinlich konzentriert sich der Körper ganz auf diese Reizflut und fährt die anderen Prozesse auf ein Minimum herunter. :) [QUOTE]Wenn man lichterloh brennt, ist der Grad zum Wahnsinn sehr schmal. Eifersucht zerstört alles. Wenn man sein Maß nicht finden kann, es nicht kontrollieren kann und sich gänzlich dem Irrationalen hingibt, dann macht Eifersucht alles kaputt, wofür man eigentlich dankbar sein könnte.[/QUOTE]Wieso soll man für das Kaputtmachen dankbar sein? Wenn du das nächste Mal lichterloh brennst, dann versuche dir vorzustellen wie die Angebetete mit grauen Haaren und runzliger Haut aussehen wird. Wenn du dann noch brennst, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass du den Menschen liebst und nicht nur sein Äußeres. [QUOTE][b]Eifersucht ist eben ein Gefühl, was aus dem Gefühl der Minderwertigkeit, dem gestörten Urvertrauen, dem schlechten Menschenbild und Verlustängsten entspringt.[/B][/QUOTE]Das bringt die Sache auf den Punkt! Und darum bin ich der Meinung, dass Eifersucht Erziehungssache ist. Das Gefühl der Minderwertigkeit, gestörtes Urvertrauen, schlechtes Menschenbild, Verlustängste - das sind alles Dinge, die uns tagtäglich eingetrichtert werden. [QUOTE]Aber man hat selten in der Hand, wie stark man eifersüchtig ist. Ich kann mir nicht vorstellen dass man darüber rational entscheiden kann. Man fühlt es doch einfach nur und ist sich selbst dabei schutzlos ausgeliefert.[/QUOTE]Immerhin hat man einen bestimmten Spielraum, zu entscheiden, welche Medien man wie oft konsumiert. Es gibt auch Leute, die [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1791275#post1791275"]den Wert eines Menschen zu schätzen wissen: [/URL] "There's something strange about you, But that's [URL="http://www.monicarichards.com/infrawarrior.htm#Good"]A Good Thing.[/URL] What they don't know about you Is their loss. And when they laugh at you, Make you feel worthless in your own skin, They don't know you're going to do some amazing things." Einen großen Einfluss hat das Verhalten des "Objekts" der Eifersucht. Ich bin meiner Mutter heute noch sehr dankbar, dass sie damals so klug und weitsichtig handelte, als ich als Dreijähriger eine unbändige Eifersucht auf meine neu geborene Schwester hatte, weil nun eben nicht mehr ICH im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit stand. Und ich bin einem Mädchen, das einst Objekt meiner Eifersucht war, zutiefst dankbar, dass sie mir mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen zu der Erkenntnis verhalf: "Wer sich Anderen zu Füßen wirft, darf sich nicht wundern wenn er wie ein Fußabtreter behandelt wird." |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Eine Mutter kann ja auch ihre fünf Kinder alle gleich lieben, aber jedes auf eine eigene Art, dem jeweiligen "Mensch"-sein dieses Kindes und seinem Charakter geschuldet. Aber es wären eine unglaublich große Lücke in meinem Leben trotzdem, der Verlust dieses geliebten Menschen, und ich würde ihn nie vergessen können und wollen, denn er hat mich und mein Leben bestimmend geprägt, bereichert und erfüllt, und dafür wäre ich auch immer dankbar.[/QUOTE]Ich glaube wir haben eine sehr ähnliche Ansicht zu Liebe. Ich finde keine besseren Worte. [QUOTE][i]Original geschrieben von JET [/i] Wenn ich es recht mitbekommen habe, gibt es kein nichtegoistisches Verhalten. Damit hat sich das Thema "Liebe" wohl erledigt.[/QUOTE]Vielleicht hast du es doch nicht recht mitbekommen? :) [QUOTE]Es gibt so viel Leid in der Welt ... während wir über die wahre/echte Liebe plaudern.[/QUOTE]Ohne Liebe und den Gedankenaustausch darüber gäbe es wahrscheinlich noch mehr Leid in der Welt. [QUOTE]Und während wir unsere Idylle aufbauen, leiden Milliarden Menschen und Tiere.[/QUOTE]Leiden sie, weil wir unsere Idylle aufbauen? Oder leiden sie, weil wir unsere Idylle nicht schnell und konsequent genug aufbauen? Oder hat beides nichts mit einander zu tun? |
| Scheol | [QUOTE]Aber nicht selten sind es gerade solche Beziehungen, die ein Leben lang halten. Dieses "Abstand halten und immer wieder neu entdecken" bewahrt davor, zu klammern und den Geliebten in einen "goldenen Käfig" zu sperren.[/QUOTE] Ich sagte ja, dass dies nicht [B]meine[/B] Definition davon ist. Deswegen wäre mir dies eben zu dumpf und unbefriedigend. [QUOTE]Liebe in Absolutheit schließt Vergleichen (und damit Eifersucht) aus. Aber Liebe in Absolutheit schließt das "Leben danach" mit ein, schon darum, weil Leben vergänglich ist. Und auch der geliebte Mensch bleibt nicht ewig gleich, sondern verändert sich. Liebe in Absolutheit ist da "in guten wie in schlechten Zeiten", ist noch da, wenn sie besonders gebraucht wird, wenn der geliebte Mensch krank ist, wenn du ihn fütterst weil er selbst nicht allein essen kann, wenn du ihn wäschst und neu einkleidest weil er sich eingekotet hat ...[/QUOTE] Ich meinte mit Absolutheit etwas...extremes. Ist alles richtig was du schreibst. Für mich gehört aber auch die Symbiose dazu. Und diese führt letztendlich zum Wahnsinn. [QUOTE]Dazu fällt mir der viel zitierte Spruch "der Weg ist das Ziel" ein. Liebe findet einen Weg, auf dem beide Partner ihren Zielen näherkommen, und manchmal ist dieser Weg das Ende einer "Beziehung".[/QUOTE] Richtig. Und wenn man irgendwann feststellt, dass dies selbst nach Jahren nicht passiert bekommt man Angst. (Zumal man nie weiß, ob man sich die Dinge nur einbildet.) [QUOTE]Ich glaube ich verstehe, was du meinst. Diese Traurigkeit ist vielleicht das Bewusstwerden der Vergänglichkeit, die in krassem Gegensatz zur gewünschten Ewigkeit steht.[/QUOTE] Ja, vielleicht. [QUOTE]Wahrscheinlich konzentriert sich der Körper ganz auf diese Reizflut und fährt die anderen Prozesse auf ein Minimum herunter.[/QUOTE] Das könnte man so beschreiben. Es ist jedenfalls ein sehr schönes Gefühl. [QUOTE]Wieso soll man für das Kaputtmachen dankbar sein?[/QUOTE] Ich habe mich da falsch ausgedrückt. Wollte sagen; man kann dankbar für dieses Gefühl sein und zerstört es dennoch. [QUOTE]Wenn du das nächste Mal lichterloh brennst, dann versuche dir vorzustellen wie die Angebetete mit grauen Haaren und runzliger Haut aussehen wird. Wenn du dann noch brennst, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass du den Menschen liebst und nicht nur sein Äußeres.[/QUOTE] Genau so ist es. Exakt. [QUOTE]Und darum bin ich der Meinung, dass Eifersucht Erziehungssache ist. Das Gefühl der Minderwertigkeit, gestörtes Urvertrauen, schlechtes Menschenbild, Verlustängste - das sind alles Dinge, die uns tagtäglich eingetrichtert werden.[/QUOTE] Nun ja. Die Welt, besonders die Werbewelt ist sehr affektiv. Sie reagiert nur auf das, was Menschen bewegt. Zuerst war die Promiskuität, dann die Agenturen die einem ein Alibi dafür beschaffen. Zuerst war das Negative, später das passende Produkt. Man lernt höchstens aus Erfahrungen, die man als negativ beurteilt. Daraus bastelt man sich dann sein Weltbild. Oft wechselt es zu realistisch um dann schlußendlich in fanatisch abzudriften. [QUOTE]Einen großen Einfluss hat das Verhalten des "Objekts" der Eifersucht.[/QUOTE] Ja. Ob man sich innerlich beruhigt liegt auch oft an dem Verhalten der Person, die man halten will. Es ist Balsam, wenn diese Person "richtig" reagiert und ein Zerrissenwerden, wenn sie es nicht tut oder mit dem Verhalten noch die Ängste bestätigt. Eifersucht in geringem Maße ist etwas wunderschönes, was meiner Meinung nach dazugehört. Krankhafte Eifersucht etwas sehr leidliches, was meistens den Eifersüchtigen mehr zerstört als die Person, die das Ziel ist. |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Ich glaube es ist schon einfacher fremdzugehen, wenn man ein entsprechendes Zeitfenster zur Verfügung hat oder will man die Affaire immer in die 20 Minuten reinschieben, die man hat wenn man von der Arbeit zu Hause ist und bevor die Kinder von der Schule heimkommen? Kann man sich überhaupt wirklich entspannen, wenn man darauf achten muss, dass einen die Nachbarn nicht sehen, die Familie nichtmal etwas früher zu Hause ist und man schnell genug fertig wird?[/B][/QUOTE] Bei hartgesottenen Workaholics schätze ich passiert das Fremdgehen weniger in den 20 Freiminuten zuhause, da ist eher Sex im Büro, auf Dienstreisen oder weiß der Kuckuck wo angesagt. |
| Kampfsau | widerspricht ja nicht der Behauptung von mir, dass man größere Zeitfenster zum Fremdgehen braucht. Man verbringt die Zeit nur nicht so oft zuhause. |
| dreaming4living | Vielleicht ein interessanter und passender Text zu diesem Threat: [URL=http://taz.de/Gedanken-zur-Liebe-zum-Fest-der-Liebe/!84248/]http://taz.de/Gedanken-zur-Liebe-zum-Fest-der-Liebe/!84248/[/URL] |
| Scheol | Der Artikel ist meines Erachtens eine subjektive Meinung, welche die "Liebe" als Beziehungsbasis leugnet und den gesellschaftlichen Rudelbums propagiert. Nichts für mich. |
| Wüstenblume | Hallo , ich hoffe doch das hier noch jemand liest außer mir. Ich wollte euch mal um eure Meinung fragen ,was denkt ihr ,stimmt es ,dass einer immer mehr liebt in einer Liebesbeziehung? (Weil ich finde ich habe schon zu oft manch überflüsigen thread gestartet ,frage ich es hier). in dem Lied "der Andere "von Ich und Ich geht es ja genau darum. Aber ich denke wenn zwei wirklch gut zusammen passen,gleich stark sind ,ist keiner der Schwache. Bei mir war es immer leider eher so wie in dem lied ,mal war ich die jenige die anscheinend mehr geliebt hat mal mein Partner. |