| poison | leider aus aktuellem anlass ... der firmenstandort wird geschlossen ... ca. 100 leute verlieren deshalb in vier monaten ihren arbeitsplatz ... die kündigungen sind zugestellt, die arbeitszeugnisse geschrieben ... gerüchte machen die runde, dass die firma sämtliche hilfsangebote der stadt ausschlug, um das gelände gewinnbringend zu verkaufen - obwohl der standort hätte gerettet werden können ... soweit - so schlimm ... nur, was machen die arbeiter/angestellten bis zum endgültigen aus ... die motivation aufbringen (woher ?) sich jeden morgen um 4.30 uhr aus dem bett zu quälen, um bei regen, schnee, wind und wetter die arbeit anzutreten (merkwürdigerweise läuft die maschinerie wie eh und je) ? - oder sagt man sich einfach "das war es doch ohnehin, ich hole mir den zettel vom doc., zu verlieren gibt es sowieso nichts mehr" ... ? versteht mich nicht falsch : ich bin ein verfechter von "solange ich halbwegs auf den füssen stehe, gehe ich zur arbeit und ackere" ... aber unter den geschilderten umständen, käme ich auch ins schlingern .... |
| Demon17 | Also falls Du selbst davon betroffen bist, ist es Zeit zu gehen. Allerdings sollte man die möglichen Abfindungen im Auge behalten. Psychologisch ist es die Hölle, dieses Sterben auf Raten. Einfach im Bett bleiben ist aber auch keine Lösung. |
| hagzissa13 | ich kann mich Demons statement nur anschließen. Agieren statt reagieren ist angesagt. Toi! Toi! Toi! *Daumen-drück* |
| Zalgo | Für eine Firma die sich offensichtlich nicht um ihre Arbeiter kümmert würde ich nicht mehr arbeiten als nötig. Solange es noch Geld gibt würd ich sagen hol dir den Zettel vom Arzt und schröpf die Firma noch etwas, sie scheinen ja nicht auf euch angewiesen zu sein wenn sie euch so hintergehen. |
| poison | danke ... auch wenn diese miese situation nicht mich selber betrifft, sondern einen sehr lieben freund ... erwischen kann es doch leider heutzutage jeden ... momentan geht er auch immer noch tapfer zur arbeit, nur diese frage, wozu, wieso, weshalb, steht eben ständig im raum - genauso, wie geht es anschliesend halt weiter ... |
| Demon17 | Nicht aufgeben, blau machen würde ich nur zu Bewerbungszwecken. Alles andere zersetzt die eigene Arbeitsmoral und man fühlt sich noch schlechter, einfach weil man zuviel Zeit zum Trübsalblasen hat. So kann man wenigstens sagen, dass man sich selbst nichts vorzuwerfen hat. |
| Katzenschatten | Und wenn man mal Gefallen am Nichtzurarbeitgehen gefunden hat wird es schwer sich für einen neuen Arbeitsplatz zu motivieren. |
| Elementarsatz | Wenn die Situation wirklich der Beschreibung entspricht, hätte ich keine Skrupel, mir ein wenig bezahlten Extraurlaub zu spendieren. Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber ist angesichts der Umstände jedenfalls nicht angebracht. Das Leben ist kurz und Lebenszeit die kostbarste Ressource. |
| bradóg | @ poison Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen - es war zwar keine komplette Standortschliessung, jedoch eine Entlassungswelle mit diversen Machtspielereien - daß es eine zunächst unangenehme Situation ist, die man jedoch selbst in eine angenehmere verwandeln kann. Ich hatte damals auch überlegt - bis zu meiner Entlassung war es über 1/2 Jahr hin - ob ich bis zum bitteren Ende, Tag für Tag dort malochen und mir das antun soll. Da nicht alle Mitarbeiter entlassen wurden, war das zudem eine merkwürdige und spannungsgeladene Sache. Blau machen war noch nie mein Ding und ich wollte meine Kollegen, die meine Unlust hätten ausbaden müssen, nicht in Schwierigkeiten bringen und hängen lassen. Außerdem war ich irgendwie neugierig, wie sich das Ganze entwickeln und was in der verbleibenden Zeit alles passieren wird. Man kann sich verkriechen, Trübsal blasen, sich als Looser sehen und ungerecht behandelt fühlen oder aber die Zeit bis zum Ausscheiden aus dem Laden wirklich nutzen, um sich z. B. mal eine paar existenziell wichtige Fragen zu stellen, z. B. ob Arbeit und das Leistungssystem, das sich die Menschen erschaffen haben und das wir so selbstverständlich leben, letztendlich eh ein kompletter Griff ins Klo sein und Arbeit als solche völlig überbewertet wird. Es bieten sich noch mehr Möglichkeiten/Chancen: Man kann dazulernen, z. B. sich selbst meistern (Mut und innere Stärke entwickeln). Das eigene Leben entrümpeln. Man kann dahingehend aktiv sein, als daß man sich dort bewirbt, wo es einem zusagt. Später ... sollte man arbeitslos werden, kriegt man Druck vom Arbeitsamt und wird vielleicht zu einer sinnlosen Maßnahme verdonnert oder man muß irgendeinen Job annehmen. Meiner Erfahrung nach ist es ein guter Weg, sich der Sache ganz und gar zu stellen. Was die Motivation angeht, kann man sich die Frage stellen ... mach' ich das für mich oder für den Arbeitgeber? Mit den Gerüchten ist es so eine Sache, denn die sind schnell in die Welt gesetzt. Warum nicht die Firmenleitung persönlich fragen, ob es Hilfsangebote gab und warum sie ggf. ausgeschlagen wurden. Kann verschiedene und durchaus auch plausible Gründe haben, warum die Firmenleitung mögliche Hilfsangebote nicht angenommen hat. |
| poison | vielleicht bietet sich dadurch sogar die chance, auf verwirklichung alter träume ... zum glück ist der herr auch niemand, der sich unter kriegen lässt ... [url]http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article111630476/Euryza-schliesst-seine-Reismuehle.html[/url] ... "in hamburg wird keine firma älter als 100 jahre" ... scheint leider der wahrheit zu entsprechen ... auslagerungen greifen immer mehr um sich ... die opel-werke in bochum scheint es ebenfalls zu erwischen ... wirtschaftlich gesehen, lässt sich vielleicht sogar vieles begründen, aber dennoch ... eine mehr als traurige entwicklung ... |