| Krea | Ein Satz, den Jürgen Domian (seit 18 Jahren Moderator einer Nacht - Show beim WDR) in einer Talkshow äußerte, hat mich nachdenklich gemacht: 'Er häbe sich nie vorstellen können, zu welchen Taten der Mensch fähig sei, aber er sei dennoch kein Nihilist geworden.' Menschen gehen, je nach Erziehung und Erfahrungen mit unterschiedlichen Einstellungen in das Leben. Die einen glauben, trotz mancher negativer Erafhrungen, immer noch an das "Gute" im Menschen, andere trauen jedem nur das "Schlechteste" zu. Wieder andere pochen auf das "gesunde Mißtrauen", wohl eine Mischung aus beidem. Was meint ihr? Welche Grundhaltung ist die Richtige im Leben? Kann man diese Grundhaltung möglicherweise auch nachhaltig ändern, oder ist und bleibt man eben, wie man ist? |
| Ronin76 | Darüber hatte ich unter Anderem vorgestern Nacht mit meinem Nachbarn diskutiert. Er war der Ansicht, daß sich Menschen nach dem Prinzip von NLP selbst programmieren und sich die Programmierung auch ändern lässt. Menschen machen Erfahrungen und die prägen dann das Weltbild und das Verhalten. Jedoch wurden diese Erfahrungen alle in der Vergangenheit gemacht und lassen sich nicht zwangsläufig auf Gegenwart und Zukunft anwenden. Erfahrungen machen Menschen also voreingenommen und begünstigen selbsterfüllende Prophezeiungen. Negative Erfahrungen machen pessimistisch und positive Erfahrungen optimistisch. Das ist ein Teil der Programmierung und jeder Mensch kann direkt Einfluß auf Diese nehmen. Das zu meistern kann jedoch sehr schwierig sein und es scheint so, daß dies mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird. |
| Davy Crockett | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Darüber hatte ich unter Anderem vorgestern Nacht mit meinem Nachbarn diskutiert. Er war der Ansicht, daß sich Menschen nach dem Prinzip von NLP selbst programmieren und sich die Programmierung auch ändern lässt. Menschen machen Erfahrungen und die prägen dann das Weltbild und das Verhalten. Jedoch wurden diese Erfahrungen alle in der Vergangenheit gemacht und lassen sich nicht zwangsläufig auf Gegenwart und Zukunft anwenden. Erfahrungen machen Menschen also voreingenommen und begünstigen selbsterfüllende Prophezeiungen. Negative Erfahrungen machen pessimistisch und positive Erfahrungen optimistisch. Das ist ein Teil der Programmierung und jeder Mensch kann direkt Einfluß auf Diese nehmen. Das zu meistern kann jedoch sehr schwierig sein und es scheint so, daß dies mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird. [/B][/QUOTE] Menschen lernen nach dem Trial-and-Error Verfahren...was wiederholt zum Erfolg geführt hat, wird zur Standartmethode erhoben...bis sich etwas anderes als brauchbarer erweist...der Gutmensch ist nur so lange "gut", wie seinem Ego dadurch gebauchpinselt wird...kriegt er hingegen mehrmals richtig eins auf die Nuss, ist ganz fix Schluss mit Lustig - und mit seiner "Gutheit" allemal...es sei denn, man heisst Gandhi und hat wirklich felsenfeste Prinzipen, die man auch im Angesicht des Scheiterns niemals preisgibt...doch das ist der Weg der Wenigen...die Masse besteht aus Herdentieren, Mitläufern und Opportunisten, die ihr Fähnchen bei Gegenwind ganz schnell nach diesem drehen... |
| Krea | Ich bin der Meinung, seine Grundhaltung zu ändern geht, ist aber eine schwierige Angelegenheit - zumal man leicht wieder in sein altes Schema zurück fallen kann. Meine Mutter zB ist eine von den Menschen, die wirklich hinter allem und jedem nur das Negative, Schlechte sieht, dementsprechend durchweg misstrauisch handelt und denkt. Ich habe davon zum Glück nicht alles, aber dennoch leider was abbekommen, das mir schon als Kind ein Stück ... Unbeschwertheit?... genommen hat, und es fällt mir mitunter nicht leicht, mich dem entgegen zu stellen. So kann ich zB nicht so gut auf Menschen zugehen (ich hoffe, das Beispiel hinkt nun nicht). Wenn ich jemanden kennen lerne, klappe ich sehr oft zu, wie ein Auster, und oft genug bleibe ich auch zugeklappt, wenn es demjenigen nicht gelingt, mein Misstrauen zu zerstreuen. Ich muß mich schon dazu zwingen, demjenigen wenigsten einigermassen unvoreingenommen entgegen zu treten. Wenn das dann funktioniert, freut es mich natürlich. ;) [QUOTE]Menschen lernen nach dem Trial-and-Error Verfahren...was wiederholt zum Erfolg geführt hat, wird zur Standartmethode erhoben..bis sich etwas anderes als brauchbarer erweist...der Gutmensch ist nur so lange "gut", wie seinem Ego dadurch gebauchpinselt wird...kriegt er hingegen mehrmals richtig eins auf die Nuss, ist ganz fix Schluss mit Lustig - und mit seiner "Gutheit" allemal[/QUOTE] Ist das nicht eine normale Reaktion? Derjenige, der zB mit einer Methode Erfolg hat, wird, diese einfach zu ändern. Andererseits: Wer mehrmals damit auf die Nase fällt, wird doch überdenken, warum er gefallen ist... |
| bItbreaker | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krea [/i] [B]Derjenige, der zB mit einer Methode Erfolg hat, wird, diese einfach zu ändern. Andererseits: Wer mehrmals damit auf die Nase fällt, wird doch überdenken, warum er gefallen ist... [/B][/QUOTE] Dazu fällt mir der Spruch never Change a winning team (bzw. in diesem Fall winning method) |
| Anti87 | Die Grundhaltung ergibt sich natürlich aus Erziehung und Umwelteinflüssen. Ich versuche persönlich, auf das "gesunde Misstrauen" hinzuarbeiten, da ich aber ein Mensch von Extremen bin, schwanke ich immer mal zwischen der Einstellung "Ich will doch nur meine Ruhe vor euch allen haben, bin aber trotzdem hilfsbereit und nett, obwohl ich alle Menschen hasse, eben weil sie all das NICHT sind" und "Ich geb dir nicht mal meinen kleinen Finger, Freundchen, schon gar ned meinen echten Namen". Was die richtige Einstellung ist, lässt sich wohl nicht gut festlegen...was meiner Meinung nach die vernünftigste wäre, die auch das zwischenmenschliche am meisten erleichtert, ist das Leben nach einfachsten Regeln und Leitsätzen wie: - Was du nicht willst, das man dir tu... - Hilfsbereitschaft - Ehrlichkeit - Respekt und Verständnis - Höflichkeit - Toleranz Ich klinge vielleicht nach dem Rektor einer Waldorfschule, halte solche aber dennoch für die sinnvollsten Umgangsformen. Natürlich bringe ich persönlich sie aber nur jenen entgegen, die sie aus meiner Sicht verdient haben. Auch als Misanthrop bin ich grundsätzlich freundlich und höflich, solange, bis jemand ausfallend oder grob mir gegenüber wird. Dann versuche ich zu besänftigen, aber wenns mir richtig auf die Nerven geht, verhalte ich mich entsprechend fies oder gehe einfach. Ich denke, man kann sich immer nur so "gut" verhalten, wie die Umwelt einen agieren lässt. Wer mit Arschlöchern aufwächst, wird auch in der lustigsten Hippiekommune das Böse vermuten und sich zu schützen versuchen...andersherum produziert eine zu sorglose Kindheit oft naive Gutmenschen, die in der Welt später nie klarkommen können. Insgesamt verankere ich passiv aber das Schlechte in jedem Menschen, genau so wie das Beste. Wir sind zu allem fähig. Völkermorde, Massentötung, Rassenhass und Kriege aus Geldgier sind keine Erfindung dunkler Mächte oder eines "nicht fassbaren, spirituellen Bösen" auf der Welt. Das sind die Werke von Menschen. Genau so wie friedliche Revolutionen, schützende Hände auf dem Körper eines Kindes, der immer nette Verkäufer im Lieblingsbuchladen oder der dankbare Blick nach einem Gespräch. |
| GodComplexID | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krea [/i] Welche Grundhaltung ist die Richtige im Leben?[/QUOTE] DIE Grundhaltung im Leben gibt es wohl nicht, ich glaube aber, dass ein gerüttelt Maß an Optimismus nicht schaden kann, solange man sich nicht zu fest an seine eigenen Hoffnungen bindet, sondern das möglicherweise negative Ergebnis einfach akzeptiert. Das mir selbst einzuschärfen und auch halbwegs umzusetzen zu können, hat mich viele Jahre gekostet (nicht zuletzt, da ich lange Zeit unter Depressionen litt), aber ich bin so zufriedener denn je geworden. Ich habe die wichtige Lektion gelernt, dass Ausgeglichenheit nicht emotionslos-stoisches Verhalten erfordert, sondern eine Sache der inneren Betrachtung ist; sprich, man kann sich auch ruhig mal aufregen, sich verletzt fühlen usw., aber man sollte stets den Punkt erreichen, wo man sich besinnt. Ich will es mal in einem spontanen Gleichnis verdeutlichen: Ausgeglichenheit ist keineswegs ein Pendel, das unbewegt herunterhängt - das widerspricht seiner Natur als Pendel. Nein, ein Pendel schwingt und das Geheimnis der Ausgeglichenheit liegt darin, das Pendel immer wieder in die Mitte finden zu lassen und gegebenenfalls zu einer Bewegung die passende Gegenbewegung zu erzeugen, um genau das zu erreichen. [QUOTE]Kann man diese Grundhaltung möglicherweise auch nachhaltig ändern, oder ist und bleibt man eben, wie man ist?[/QUOTE] Wir sind nur zu kleinen Teilen tatsächlich determiniert (z.B. durch unsere Gene, die aber v.a. eine Schablone für einen funktionierenden Körper darstellen, in welchem wir gar nicht alles bewusst lenken könnten) und können, wenn auch meist nur mit einem hohen Maß an Aufmerksamkeit, Bewusstsein und Aufwand, bestimmten Dispositionen bewusst zuwiderhandeln. Wir können willentlich unser Umfeld gestalten und sind dadurch etwas weniger determiniert als andere Tiere. Ich bin davon überzeugt, dass wir einige unserer Prägungen überwinden können (nicht zuletzt weil ich das an mir selbst vorgenommen habe) bzw. zumindest Verhaltensstrategien entwickeln, diesen zu begegnen, sei es, um sie zu ändern oder zumindest unwirksam zu machen. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krea [/i] [B]Ein Satz, den Jürgen Domian (seit 18 Jahren Moderator einer Nacht - Show beim WDR) in einer Talkshow äußerte, hat mich nachdenklich gemacht: 'Er häbe sich nie vorstellen können, zu welchen Taten der Mensch fähig sei, aber er sei dennoch kein Nihilist geworden.' Menschen gehen, je nach Erziehung und Erfahrungen mit unterschiedlichen Einstellungen in das Leben. Die einen glauben, trotz mancher negativer Erafhrungen, immer noch an das "Gute" im Menschen, andere trauen jedem nur das "Schlechteste" zu. Wieder andere pochen auf das "gesunde Mißtrauen", wohl eine Mischung aus beidem. Was meint ihr? Welche Grundhaltung ist die Richtige im Leben? [/B][/QUOTE] Gesundes Misstrauen ist die richtige Einstellung. Die meisten Menschen sind weder sonderlich gut noch auf spektakuläre Weise böse, sondern eher auf triviale Weise egoistisch und opportunistisch. Generell besteht die Lösung im Umgang mit den Menschen darin, dass man nur mit einigen Exemplaren ernsthafte Beziehungen eingeht, und an dem Rest der Menschheit sozusagen gar nicht Anteil nimmt. Für den Umgang mit dem Gros der Menschheit gilt die Maxime: Weder lieben noch hassen. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krea [/i] [B]Ein Satz, den Jürgen Domian (seit 18 Jahren Moderator einer Nacht - Show beim WDR) in einer Talkshow äußerte, hat mich nachdenklich gemacht: ...[/B][/QUOTE] Muharhar, ja klar. Domian. Pfffff............... |
| Nóirín | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wüstenblume [/i] [B]Wenn jemand mich abfällig behandelt müsste ich denjenigen auch so behandeln aber das gelingt mir irgendwie nicht gut.:confused: [/B][/QUOTE] Es zeugt von mehr Größe denjenigen trotzdem mit höflichem Respekt zu behandeln. Was nicht heißt, dass man demjenigen nicht seine Grenzen zeigen oder ihm vermitteln kann was man von ihm und seinem Verhalten hält. Die Rolle des in der Kindheit entwickelten Urvertrauens sollt nicht unterschätz werden, bei der Frage, wer warum wie viel Vertrauen oder Mißtrauen hat. Darüberhinaus ist es sicher auch nicht unwesentlich, was die Eltern einem Vorleben oder man allgemein aus seinemUmfeld mitbekommt und natürlich welche Erfahrungen man macht. Allerdings, es ist ja nicht so, dass man sich nicht aus erlernten Strukturen befreien kann, wenn auch nur schwerlich, oder diesen völlig ausgeliefert ist. Dass ein angebrachtes Maß an Misstrauen richtig ist, der Meinung bin ich auch. Dabei kommt es immer darauf an mit wem man es zu tun hat und welche Erfahrungen man mit demjenigen gemacht hat. Erfahrungsgemäß nehmen einige Menschen gleich die schlimmsten Sachen an, obwohl es einen ganz profanen Grund gibt, oder es sich schlicht um ein Missverständniss aus Grund mangelnder Kommunikation oder unterschiedlicher Auffassung handelt. Oft genug gibt es auch keinen Grund zum Misstrauen und dieses rührt nicht selten aus eigener Unsicherheit. Sich vorsichtig an jemand heranzutasten und nicht gleich alles preiszugeben kann nur von Vorteil sein. Sich öffnen kann man immernoch. Jeder verdient zumindest eine Chance. In Endeffekt läuft es in allen Situationen darauf hinaus sich selbst möglichst gut schützen zu können, entpuppt sich der Gegenüber doch als nicht vertrauenswürdig oder gar gefährlich. |
| *_ÄiGe_KitTy_* | also ich bin auch der meinung, dass eine gesunde portion misstrauen gut ist... wobei ich da trotzdem eher anders eingestellt bin...ich bin immer naiv und denke immer das beste von meinem gegenüber, wobei ich mir schon oft gewünscht hätte, nicht so offenherzig mit ihm geredet zu haben...ich wäre oft misstrauischer gewesen... die menschheit ist einfach nicht so nett und freundlich wie man es gerne hätte... das sollte man immer berücksichtigen... und seine grundhaltung zu ändern ist denke ich trotz dem "Trial-and-Error Verfahren" schwer..irgendwo is das doch trotzdem noch fest verankert...denke ich.. |
| SplittedSoul | Ich denke mal, man sollte Leuten zwar vertrauen, aber dies nicht zu schnell und auch nicht ohne Grund. Leider kann ich mich selbst damit nicht beschreiben, ich bin sehr naiv, was mir auch oft schon Probleme bereitet hat. Also ein gesundes Misstrauen ist angebracht. Aber seinen Freunden sollte man schon 100%-iges Vertrauen entgegenbringen. |
| curupira | Erziehung und Erfahrung ist nicht das einzige was uns prägt. Ich denke das jeder Mensch von Geburt an eine ganz eigene Persönlichkeit hat, die bestimmt wie wir mit den Erfahrungen in unserem Leben umgehen können. Das ist schon sehr eindrucksvoll an bereits sehr kleinen Kindern zu beobachten wie unterschiedlich verschiedene Kinder auf die selben Situationen reagieren. Ich denke nicht das diese Persönlichkeit festgeschrieben ist, aber sie wird von vielen Faktoren mitbestimmt. So übernimmt ein Kind viel von der Persönlichkeit der Eltern, da in den frühen Lebensjahren das Nachahmungslerrnen dominiert. Das hat jedoch nichts mit Erziehung in dem Sinne zu tun, da auch Probleme und Psychosen der engen Bezugspersonen übernommen werden können, was vollkommen unbewusst geschieht und von den betroffenen nur schwer zurückverfolgt werden kann. Daher finde ich auch die "Try and Error" Theorie nur bedingt richtig. In dieser Theorie fehlt nämlich noch der Mensch an sich, welcher über das nachdenkt, was ihn in dieser Situation zum Scheitern oder zum Erfolg führte und aufgrund dieser Gedanken sein Verhalten verändert. Jeder Mensch ist Herr seiner selbst und seines Lebens. Und nur der Mensch selbst kann bestimmen, was er mit den Erfahrungen anstellt die er erhält. Nicht jeder Mensch ist im Lauf seines Lebens in der Lage so viel Reflektion zu erarbeiten, aber vom Grunde her können es fast alle. Ich finde dieses Misstrauen was einem von klein auf eingeredet wird gefährlicher, als die wirklich bösen Menschen die es auf der Welt gibt. Ich denke das dieses "gesunde" Misstrauen eigentlich unsere Gesellschaft erst zu dieser gefährlichen Welt macht. Dieses Misstrauen macht uns gleichgültig gegenüber dem Schicksal anderer Personen, denn so erkläre ich mir, weshalb so viele bei Verbrechen zuschauen ohne einzugreifen. Dieses Misstrauen macht uns gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen und Wünschen anderer Personen. Vor allem finde ich wird ein komplett zwiespältiges Misstrauen vermittelt. Auf der einen Seite fordert man die Kinder auf jedes Bonbon oder jeden Luftballon zu nehmen, das angeboten wird, und im nächsten Augenblick erzählt man dem Kind, es soll nichts von Fremden nehmen. Ich denke nicht dass so ein gesundes Misstrauen erlernt werden kann, wenn man gleichzeitig in jedem Fremden Freund und Feind sehen muss. Ich halte es für am besten jedem Menschen unvoreingenommen und neutral zu begegnen und diesen auch so zu behandeln. Dazu gehört nur, dass man die eigenen Grenzen kennt und diese auch durchsetzt. |
| Kinch | [quote][i]Zitat von curupira [/i] Auf der einen Seite fordert man die Kinder auf jedes Bonbon oder jeden Luftballon zu nehmen, das angeboten wird, und im nächsten Augenblick erzählt man dem Kind, es soll nichts von Fremden nehmen. [/quote] Erziehungsziel ist ja auch nicht, dass man den Kinder einredet, dass jeder Fremde ein gefährlicher Mensch ist, sondern, dass sie nicht beurteilen können, wer gefährlich ist und wer nicht und was gefährlich ist und was nicht. Kinder haben nur eine unzureichende Fähigkeit die Gefahren der Welt angemessen beurteilen zu können und deswegen müssen die Eltern diese Fähigkeit durch ihre Fürsorge ersetzen. Für Situationen, in denen die Eltern nicht da sind, ist es deshalb auch völlig vernünftig den Kindern Strategien zu vermitteln, die dazu geeignet sind Gefahrensituationen generell zu vermeiden. Mit zunehmender Mündigkeit der Kinder, werden diese auch zur Selbstfürsorge befähigt. Bis dahin hat man sie hoffentlich zu Selbstbewussten und freundlichen Menschen erzogen, die ihre eigene Grenzen setzen und wahren können und Situationen richtig beurteilen. Ob so ein Misstrauen im Erwachsenen-Alter noch angebracht ist, hängt sehr stark von der Qualität dieses Misstrauens ab. Ist das Misstrauen einfach nur ein Fehlen von Vertrauen, dann ist es meiner Meinung nach geboten. Es ist unvernünftig, jedem Fremden ohne Notwendigkeit zu vertrauen. Ist das Misstrauen, eine Erwartung bzgl. der Schlechtigkeit des Menschen, ist es meiner Meinung nach, meistens nur ein Zeichen eines Charakters der auch im Erwachsenen-Alter nur schlecht zur Selbstfürsorge fähig ist. [quote][i]Zitat von curupira [/i] Dieses Misstrauen macht uns gleichgültig gegenüber dem Schicksal anderer Personen, denn so erkläre ich mir, weshalb so viele bei Verbrechen zuschauen ohne einzugreifen. [/quote] Viele wissen einfach nicht, wie sie reagieren sollen oder haben schlicht Angst. Ich finde, dass sie eine Reaktionsweise, die man nicht vorwerfen kann. Ausnahme Situationen, die total allen Erlebnissen widerspricht, die man bis dahin gemacht hat, machen schon mal schnell perplex. Dass man deswegen gleich gleichgültig ist, sehe ich nicht so. |
| solipsismus | [quote][i]Original geschrieben von Kinch[/i] Erziehungsziel ist ja auch nicht, dass man den Kinder einredet, dass jeder Fremde ein gefährlicher Mensch ist, sondern, dass sie nicht beurteilen können, wer gefährlich ist und wer nicht und was gefährlich ist und was nicht. Kinder haben nur eine unzureichende Fähigkeit die Gefahren der Welt angemessen beurteilen zu können und deswegen müssen die Eltern diese Fähigkeit durch ihre Fürsorge ersetzen. Für Situationen, in denen die Eltern nicht da sind, ist es deshalb auch völlig vernünftig den Kindern Strategien zu vermitteln, die dazu geeignet sind Gefahrensituationen generell zu vermeiden. [/quote] Ich sehe in dem von curupira beschriebenen Erziehungsmuster durchaus ein Problem. Ich bin nämlich der Meinung, dass Kinder recht gut einschätzen können, welche Situationen ihnen unangenehm sind (das kann und sollte natürlich durch Warnung vor Fremden, aber auch sich sonderbar verhaltenden Verwandten unterstützt werden!), man aber durch "Gib der Tante doch 'nen Kuss", "Setz' dich mal zu Onkel Peter" die Grenzen eines Kindes untergräbt und ihm nicht konsistent vermittelt, wann es das Recht hat, auf seine Grenzen zu beharren (Fremde mit Süßigkeiten) und wann nicht (nicht erlaubt bei Bekannten mit Süßigkeiten). Ob das Kind sich bei Bekannten unwohl fühlt, weil es nur schüchtern ist oder weil die Bekannten tatsächlich Dinge getan haben, die problematisch sind, ist für mich zweitrangig. Ich bin der Meinung, wenn man einem Kind nicht erlaubt zu entscheiden, wie es mit Erwachsenen über eine Grenze (Höflichkeit) hinaus umgeht, ist es weniger wahrscheinlich, dass es in der Lage ist, in Gefahrensituationen auf seine eigene Einschätzung zu vertrauen. Was ich hier ausklammere ist halt Höflichkeit; natürlich kann man Kindern beibringen, dass sie guten Tag sagen und vielleicht die Hand schütteln sollen, aber alle Handlungen, zu denen ein Kind aufgefordert wird, ohne offensichtlich damit einverstanden zu sein, vermitteln ein unlogisches Bild von Forderungen, die es ablehnen darf und welchen, die es erfüllen muss und verschlechtern infolgedessen die Wahrscheinlichkeit, dass es sich durchsetzen und selbst schützen kann, wenn es muss. |
| Kinch | [quote][i]Zitat von solipsismus [/i] Ich sehe in dem von curupira beschriebenen Erziehungsmuster durchaus ein Problem. Ich bin nämlich der Meinung, dass Kinder recht gut einschätzen können, welche Situationen ihnen unangenehm sind [/quote] D'accord. Aber das wollte ich auch nicht in Zweifel ziehen. Kinder können, vermutlich spätestens ab circa dem zweiten Lebensjahr, unterscheiden, ob Situationen ihnen unangenehm sind oder nicht. Aber sie können nur unzureichend einschätzen, welche Situationen zu Situationen führen können, die ihnen unangenehm sind. Angenommen ein Kind ist auf dem Weg nach Hause und ein flüchtiger Bekannter oder auch ein Fremder, bietet dem Kind an, es nach Hause zu fahren. Und angenommen, das psychische und physische Wohlergehen des Kindes, wäre dir ein Wert. Welche Verhaltensweisen des Kindes würdest du dann präferieren? Dass es in solchen Situationen einsteigt oder nicht? [quote][i]Zitat von solipsismus [/i] man aber durch "Gib der Tante doch 'nen Kuss", "Setz' dich mal zu Onkel Peter" die Grenzen eines Kindes untergräbt und ihm nicht konsistent vermittelt, wann es das Recht hat, auf seine Grenzen zu beharren (Fremde mit Süßigkeiten) und wann nicht (nicht erlaubt bei Bekannten mit Süßigkeiten). [/quote] Das man Kindern oftmals beibringt, dass es für es unangenehme Situationen ertragen soll und dass das Kind dadurch nicht lernt, seine Interessen gegenüber anderen zu vertreten, sehe ich auch so. War aber nicht curupira Punkt. Curupira moniert, dass man Kindern beibringt, dass Menschen eine potentielle Gefahrenquelle sind und dass das Kind, fremden Menschen deswegen misstrauen sollte. Curupira meint, dadurch würden Kinder in dem Glauben erzogen, das fremde Menschen schlechte Menschen seien, was sie dann noch bis ins Erwachsenenalter hin glauben würden. Und ich finde es unvernünftig, Kinder dahingehen zu erziehen, dass sie Fremden vertrauen sollten, weil sie Gefahrensituationen nicht vollständig einschätzen können und weil sie grundsätzlich wehrloser sind und deshalb auch per se einer größeren Gefahr ausgesetzt sind. |
| solipsismus | Okay, zur Klarstellung: ich bezog mich nur auf folgende Aussage [quote]Vor allem finde ich wird ein komplett zwiespältiges Misstrauen vermittelt. Auf der einen Seite fordert man die Kinder auf jedes Bonbon oder jeden Luftballon zu nehmen, das angeboten wird, und im nächsten Augenblick erzählt man dem Kind, es soll nichts von Fremden nehmen. Ich denke nicht dass so ein gesundes Misstrauen erlernt werden kann, wenn man gleichzeitig in jedem Fremden Freund und Feind sehen muss.[/quote] Mit dem Rest von curupiras Post gehe ich weniger konform/sehe mich gerade nicht in der Lage, lange genug darüber nachzudenken, um mir eine Meinung zu bilden. Natürlich würde ich dem Kind sagen, es muss bzw. sollte nicht mitfahren. Aber das schloss ich ja schon in meinem ersten Post nicht aus. Ich will eben, dass man dem Kind bei Bekannten und Verwandten erlaubt, seine Grenzen durchzusetzen (und dabei hilft) und bei Fremden im gleichen Sinne, wenn nicht sogar vorsichtiger vorzugehen. Und das bedeutet, dass ich auf jeden Fall einen Schubs in die Richtung "bei Fremden sind wir erst einmal vorsichtig" gut heiße. |
| Kinch | [quote]Okay, zur Klarstellung: ich bezog mich nur auf folgende Aussage [/quote] Das Problem hier ist die Aufforderung an das Kind das Bonbon zu nehmen. Man kann das so verstehen, dass man das Kind dazu zwingt, den Willen des Fremden sein eigenen Wunsch unter zu ordnen. Aber ich denke nicht, dass curupira Punkt an der Geschichte war. Das Zwiespältige daran ist nicht, dass man das Kind zu etwas auffordert, sondern dass man das Kind einmal dazu auffordert nichts von Fremden anzunehmen (wenn die Eltern nicht da sind) und manchmal schon (wenn die Eltern da sind). Curupira denkt, dass dadurch dem Kind beibringt in einem Fremden sowohl „Freund als auch Feind” zu sehen. Und ich denke, dass man Kindern sehr wohl beibringen kann, das Fremde weder das eine noch das andere sind, sondern das Kind begreift, dass es unter Aufsicht der Eltern etwas darf, was es alleine nicht darf. |
| solipsismus | Immer vorausgesetzt, das Kind hätte in jedem Falle Lust das Bonbon zu nehmen (mit anderen Worten: die Eltern bringen es nicht dazu, gegen seinen Willen zu handeln, wenn sie anwesend sind), bin ich mit dir diesbezüglich einer Meinung. |
| curupira | [QUOTE]Und ich denke, dass man Kindern sehr wohl beibringen kann, das Fremde weder das eine noch das andere sind, sondern das Kind begreift, dass es unter Aufsicht der Eltern etwas darf, was es alleine nicht darf.[/QUOTE] Und genau da sehe ich das Problem. Man betrachtet Kinder mit den Maßstäben eines Erwachsenen und erwartet, dass diese genau diesen Unterschied verstehen. Ich denke nicht das Kinder in der Lage sind diese Unterscheidung zu treffen, dass es gut ist wenn sie es nehmen, wenn die Eltern dabei sind, und schlecht wenn sie nicht dabei sind. Zumal oftmals auch die Erwachsenen das nicht verstehen. Damit verlangst du von dem Kind das es versteht, dass es den Bonbon vom Verkäufer nehmen darf, wenn die Mutter dabei ist, sobald das Kind aber alleine in dem Laden ist dieses nicht mehr tut. Das Kind wird sich aber nur daran erinnern, dass es ok was das Bonbon zu nehmen. Kinder sind noch nicht in der Lage Situationen so komplex wahrzunehmen wie wir es sind. Sie selektieren einfach noch stärker als die Erwachsenen. Und da sehen ich einen sehr großen Zwiespalt, da es den Kindern einfach schwer gemacht wird zu verstehen wann sie Vertrauen und Misstrauen können. Ich gebe dir vollkommen recht Kinch, dass es Aufgabe der Eltern ist den Kindern das Werkzeug zur Unterscheidung mitzugeben. Aber ich denke eben dass es nicht möglich ist, wenn man dieses für das Kind widersprüchlich gestaltet. Sicher ist es für uns logisch dieses zu tun, aber nicht für ein Kind. ( Ich beziehe mich jetzt eher auf kleine Kinder. Größere Kinder sind dazu sehr wohl in der Lage) Der freie Wille des Kindes war in meinem Beitrag kein Gegenstand. [QUOTE]Curupira moniert, dass man Kindern beibringt, dass Menschen eine potentielle Gefahrenquelle sind und dass das Kind, fremden Menschen deswegen misstrauen sollte. Curupira meint, dadurch würden Kinder in dem Glauben erzogen, das fremde Menschen schlechte Menschen seien, was sie dann noch bis ins Erwachsenenalter hin glauben würden.[/QUOTE] Ich würde dich bitten, wenn du erklärst was ich zu sagen versuche, dazuzusagen das es deine Auslegung meiner Worte ist, denn diese Ausführung entspricht nicht im geringsten meiner Aussage. Ich sagte lediglich das man den Kindern durch diese zwiespältige Art und Weise es schwer macht den Unterschied zu begreifen wann sie einem Menschen vertrauen können und wann nicht. |
| solipsismus | @curupira Deine Argumentation macht für mich nicht so recht Sinn, denn nur sehr kleine Kinder haben die von dir genannten Probleme mit solchen, nicht sehr komplexen, Sachverhalten (mit Eltern -> Bonbon nehmen, ohne Eltern -> Bonbon nicht nehmen). Aber solche kleinen Kinder würde ich auch niemals ohne Begleitung eines Erwachsenen auf die Straße lassen. Die, die man alleine herumlaufen lässt, haben mit solchen Unterscheidungen ganz und gar kein Problem – [i]so lange[/i] man ihnen keine widersprüchlichen Botschaften sendet (wie zum Beispiel: zwei Mal mit Eltern irgendwo, einmal dürfen sie Süßigkeiten nehmen und einmal nicht und es wird keine konsistente Begründung genannt, worin der Unterschied in den beiden Situationen lag). |
| curupira | Ich sehe das Problem darin, dass den Kindern suggeriert wird von Klein auf, dass es ok ist etwas von Fremden zu nehmen. Überall wo man hinkommt wird einem Kleinen Kind etwas angeboten. Das Kind lernt dieses Vertrauen von fremden Menschen Dinge nehmen zu können. Wie du bereits angemerkt hast, wird umso größer der Aktionsraum des Kindes wird, auch die Aktionen mit Fremden Menschen eingeschränkt. Das was das Kind in mehreren Jahren erlernt hat, ist plötzlich falsch. Und jetzt sag mir, wann ist denn das Kind groß genug um den Unterschied zu verstehen. Und muss wirklich jedes Kind diesen Unterschied verstehen, zur selben Zeit. Es wird gar nicht erst hinterfragt ob das Kind das versteht. Es wird einfach vorausgesetzt. Es wird mit wachsender Selbstständigkeit diese Regel aufgestellt und das Kind hat sich einfach daran zu halten. Nicht alle Eltern erklären ihren Kindern wieso und weshalb etwas getan odre gelassen werden sollte. Dieses Erziehungsbild, von wegen ich bin der Erwachsene und meine Regeln werden nicht angegriffen ist leider auch heute noch verbreitet. Deshalb sehe ich vor allem auch diesen Zwiespalt, weil es immer noch genügend Kinder gibt, die alleine damit gelassen werden. |
| solipsismus | Klar gibt es diesen Zwiespalt, aber der tut sich halt von Fall zu Fall, je nach Erziehungsmethode auf. Ich bin in jedem Falle der Meinung, dass Kinder recht gut Gefahrensituationen einschätzen können (wie gesagt etwa ab dem Alter, wo man sie überhaupt alleine rauslässt), aber nur auf einer intuitiven Ebene und da man, wie du sagtest, erst mal nur beibringt, sie sollen lieb und höflich sein, ist es auf jeden Fall wichtig, dediziert zu sagen, dass sie in Situation XY nein sagen dürfen, auch wenn es "nur" aufgrund eines unguten Gefühls sein sollte. Aber die inkonsistente Erziehung ist eine Sache, auf die man nur geringen Einfluss haben kann. Was ich mir von der Gesellschaft im Ganzen wünschen würde, wäre besser anzuerkennen, dass Kinder Gefühle und Bedürfnisse haben und keine Accessoirs sind. Und dass sie sehr wohl Erklärungen verstehen (und [i]brauchen[/i]) und nicht immer nur Befehle. Und natürlich, dass man sie nicht rumschubsen kann, sondern ihre Einwände durchaus relevant sind. |
| NinaNiterose | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krea [/i] [B]Ich bin der Meinung, seine Grundhaltung zu ändern geht, ist aber eine schwierige Angelegenheit - zumal man leicht wieder in sein altes Schema zurück fallen kann. [/QUOTE] Das ist wahr. Ich arbeite z.B. selbst gerade daran, genau das zu tun. Aber es ist nicht leicht und ich merke auch nach Jahren noch, wie ich manchmal in alte Muster zurückfalle, wenn ich nicht aufpasse. Man muss schon wirklich von der Sache überzeugt sein, um sich immer wieder selbst aus diesem Sumpf rauszuziehen, denn es gibt kaum etwas Anstrengenderes als sich zu ändern. Und wer nicht 100%ig dahintersteht, gibt garantiert früher oder später auf. |
| Lady Ash | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B] Meine eigene Lebensweise ist immer noch mehr in die Richtung gegangen, die ich in einem ähnlichen thread vor Kurzem schilderte. Es ist die Umgebung, die mich prägt, die Menschen hier, mit denen ich lebe und von deren Offenheit, herzlicher Freundlichkeit und auch fast schon kindlich-ehrlicher Vertrauensseligkeit ich lernte, aus einer kriminellen und un.menschlichen Großstadt geflüchtet seiend damals, und entsprechend bin ich genauso offen, vertrauensvoll und hilfsbereit ihnen gegenüber. Und ich gefalle mir sehr gut mit dieser Art zu leben, ich bin erfüllt davon, es machte mich frei, zufrieden und äußerst "mittig" mit mir selbst. [/B][/QUOTE] ... du klingst in vielen deiner Einstellungen ähnlich wie ich, Odessa, auch wenn ich am anderen Ende Deutschlands lebe, in der Tiefebene, kein Berg weit und breit, wo die Felder unendlich und irgendwo am Horizont von Kiefernwäldern gesäumt sind. In welchen ich lebe. Ein bisschen off-topic. Ignoriert mich vielleicht am besten. Ich bin auch so, fahre in das nahe Städtchen und lasse die Haustür schon mal offen, oder das Auto, ... solange du Gutes tust, wird dir nicht Böses wiederfahren, vielleicht. Doch der Mann meines Herzens ist jeglichen Grundvertrauens verlustig geworden ... hat viel erlebt (weit mehr als ich) und steht nun, in mittlerem Alter, vor den Scherben seines bisherigen Lebens, seiner verschiedenen bisherigen Leben. Er misstraut allem und jedem, und es tut mir einfach weh, jemanden so verwundet zu sehen. Kann man wirklich Vertrauen neu lernen? Kann eine Beziehung funktionieren, wenn zwei Menschen sich ihrer selbst zwar staunend sicher sind ... aber die Welt drum herum so unterschiedlich betrachten? Schatten und Licht. Warum kann das Leben nicht einfach sein? |
| Krea | [QUOTE]Er misstraut allem und jedem...[/QUOTE] Hmja - ich erkenne mich da (einmal mehr) durchaus wieder, und es ist ein absolut beschissenes Gefühl, wenn man selbst erkennt, was für ein armes Würstchen man im Grunde ist, wenn man immer nur das Schlechte, Negative sieht... Und ja, ab und an gelingt es, wieder Vertrauen zu haben - und auf jeden Fall, so eine Beziehung kann wunderbar funktionieren, weil der andere Mensch der Pol ist, der einen ein bisschen... wie soll ich sagen?... erden? kann. |
| HuginNugin | Wehe wenn sie losgelassen. Also, ich traue in diesem Forum Allen alles zu! Das heisst aber nicht, dass ich grammatisch falsch wie Merkels Pressesprecher vollstes Vertrauen zu allem und jedem hätte...... |
| nightwatch | Ich denke, dass fast jeder Mensch seine Einstellung im Laufe des Lebens immer mal wieder verändert. Von daher denke ich schon, dass man seine Einstellung verändern kann. Ich denke aber, dass dies ein längerer Prozess ist. |
| holga | Die Rede ist sicherlich nicht nur von einem langen Prozess, sondern auch von einem anstrengenden Prozess. Das Wichtigste ist jedoch in diesem Fall, dass man die Veränderung auch wirklich selbst möchte, sonst wird es schwierig. |
| Lady Ash | ... und ein sehr schmerzhafter Prozess. Wenn man bisher jedes Mal, das man vertraute, verraten wurde, wenn man von sich weiß, dass man im Affekt selber gefährlich verletzend wird ... dann wird alleine schon die Sehnsucht nach Ankommen und Vertrauen zur Qual. Angst vor dem neuen eigenen Schmerz, aber auch die Angst davor, jemanden, den man mag in seinem Schmerz zu verletzen ... lähmt. Verdammt zum Alleinesein. Ob er je einen weiteren Versuch wagen wird, weiß ich nicht. Ich denke, ich habe verloren, und er schützt mich vor sich selbst. |
| nachtigalll | Jeder Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens weiter und gewinnt so hoffentlich auch vermehrt an Selbstvertrauen. Durch die ganz eigenen Erfahrungen wird man geprägt, ich denke auch, dass ein Stück weit die Persönlichkeit eine Rolle spielt, wie man mit den Erfahrungen umgeht. |
| Scheol | [QUOTE]Jeder Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens weiter und gewinnt so hoffentlich auch vermehrt an Selbstvertrauen. Durch die ganz eigenen Erfahrungen wird man geprägt, ich denke auch, dass ein Stück weit die Persönlichkeit eine Rolle spielt, wie man mit den Erfahrungen umgeht.[/QUOTE] Dennoch muss man festhalten, dass die Persönlichkeit eines Menschen nur seine individuellen Erfahrungen widerspiegelt, welche ihn prägten und somit seinen Charakter bestimmen. Durch die Erinnerungen, die ihn beeinflussen, wird er somit zu einem eigenen Menschen, der aufgrund seines Charakters die Dinge für sich individuell bewertet. Die Entwicklung, welche du angesprochen hast, spielt nur in soweit eine Rolle, wie prägende Momente den Menschen beeinflussen und dadurch entscheidet er erst, wie er mit Erfahrungen umgeht. |
| Lady Ash | @Scheol Sagst du also mit anderen Worten, dass ein Mensch im Wesentlichen die Summe seiner Erfahrungen ist? Ist es aber nicht eher so, dass die Persönlichkeit entscheidet, wie ein Mensch mit Erfahrungen umgeht und was er daraus macht? |
| Katzenschatten | Die meisten ändern sich von alleine ohne darüber nachzudenken oder es sich vorher vorzunehmen. Das mit mit dem Vornehmen funktioniert seltenst. |
| Scheol | [QUOTE]@Scheol Sagst du also mit anderen Worten, dass ein Mensch im Wesentlichen die Summe seiner Erfahrungen ist? Ist es aber nicht eher so, dass die Persönlichkeit entscheidet, wie ein Mensch mit Erfahrungen umgeht und was er daraus macht?[/QUOTE] Lach, entschuldige, dachte die Ironie wäre durchgeschimmert. Genau genommen war mein Beitrag bewusstes, inhaltsleeres Geblubber. Eine Satire des von mir zitierten Posts. |
| Lady Ash | das kommt also bei dem ganzen Fasanenschießen in der englischen Grafschaft heraus: Bumm, bäng, die Federn flattern, keine Zeit für Ironie. Und ich wusste seit meiner Anmeldung, dass mir das früher oder später hier passieren würde, dass ich stumpf in eine eurer feinen Ironiefallen hineinlaufen würde ;) Master Scheol *bows her head* the price is your's ;) I'll be more careful next time. |
| Scheol | Warum habe ich jetzt das Gefühl, doppelt so cool zu sein? Danke! :D Aber ich gebe zu, dass Ironie sich hier gerne versteckt. Von daher... ;) |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wüstenblume [/i] [B]Also eine gute Menschenkenntnis ist mir zu eigen. Darum weiß ich meistens wem ich vertrauen kann und wem nicht. Aber manchmal lag ich damit auch falsch. [/B][/QUOTE] Ausnahmen bestätigen die Regel. Das ist doch normal im Leben. geht mir genauso. ;) |
| Lady Ash | Irgendwie vertraue ich Menschen sehr schnell, wenn ich merke, dass sie sich auf mich einlassen. Andererseits bin ich von normalem menschlichen Verhalten auch nicht verletzt. Und ... truth be told ... die meisten meiner kleinen Geheimnisse hat es alle schon einmal vorher gegeben und sind es nicht wert, hinter vorgehaltener Hand getuschelt zu werden. Verletzungen passieren doch mindest ebenso sehr durch unsere eigenen übersteigerten Erwartungen wie aus angeblicher Niederträchtigkeit unserer Gegenüber. |