| Lady Ash | Am Wochenende bin ich aufgefordert worden, meine Definition einer polyamoren Beziehung zu erläutern. Also: Wenn man in einer Beziehung nicht die sexuelle Treue -oder andere Klischees- zur Bedingung macht, sondern verbindliche Absprachen trifft. "Ich will, dass es dir gut geht. Wir halten uns und stützen uns, wir haben Spass miteinander und verbringen viel Zeit zusammen, aber es besteht kein Anspruch auf Exklusivität". Was haltet ihr von einer solchen Beziehung? Ist es ein Freifahrschein für sexuelle Abenteuer, wie ein Freund von mir glaubt? Oder ist es ein Beziehungsmuster mit Zukunft, zumal doch nahezu jede zweite Ehe geschieden wird. Eure persönliche Meinung würde mich einfach interessieren. |
| Katzenschatten | Kann zu einem Freifahrtschein für sexuelle Abenteuer werden, keine Frage. Denoch: Gibt man dem Partner eben diese Freiheit, so weiß man alsbald, ob dieser a: andere Sexualpartner hat/braucht/nicht hat, nicht braucht, usw. und b: Wer diese sind, oder wichtiger, nicht sind. Ausserdem kann man so viel freier über die doch sehr wichtigen und nicht ausser Acht zu lassenen sexuellen Bedürnisse der Partners und der leider viel zu oft vernachlässigten eigenen Wünsche reden. Austausch. Gespräch. Spiel. Befriedigung. Zu einem Stammtisch hätte ich folgendermaßen gesprochen: "Wollt Ihr körperliche Treue? Dann sorgt dafür! Nehmt von Euren Liebenden was Ihr wollt und gebt dafür was dieser sich erträumt. Tauscht Eure Gedanken, Eure Wünsche, Eure Liebe aus!" Vielleicht endet dies in einer großen Orgie. Jeder mal mit jedem, vielleicht lernt der eine oder andere etwas für sich daraus. Wenn alle Beteiligten damit leben und glücklich sein können scheint es in Ordnung. Beziehungen voller Dogmen funktionieren nicht. Die sind Zölibat oder Schlimmeres. Bevor man so eine polyamore Beziehung führen kann, muß man sich erst mal kennen. Kann ich es? Will ich es? Habe ich alles in Einem oder brauche ich mehr? Und wenn, brauche ich einen Partner, der genau so denkt/fühlt/handelt wie ich. Oder ist mir das alles egal, hauptsache ich werde... irgendwas? |
| Demon17 | Also, das kann zu einer sehr erfüllten Sexualität führen, kann aber die Beziehung auch stark belasten. Das ganze funktioniert nämlich nur, wenn beide gelegentlich auch andere Partner haben. Wenn nun der/die eine schon zwei, dreimal jemand anderen "hatte"; spätestens dann, wird es auch für den anderen Partner Zeit für ein Abenteuer. Außerdem kommt man natürlich auch emotional in Schwierigkeiten, wenn diese Abenteuer über ONS hinausgehen. Irgendwann wird immer jemand Eifersüchtig oder hat Angst den Partner zu verlieren. |
| Lady Ash | @ demon Nein, so haben die Leute bei dem Stammtisch, wo ich war, das nicht begriffen. Die haben echte Beziehungen zu mehreren Leuten gleichzeitig und keine "konventionelle" Partnerschaft, in der Seitensprünge erlaubt sind. Eifersucht passiert entlang der Linie: Fährst du mit Mona oder Tina in den Urlaub? Weil Mona und Tina sich ja kennen, und mögen, und miteinander oder mit dir zusammen nen Kaffee trinken. Und beide nen echtes Interesse daran haben zu erfahren, wann du nen ons gehabt hast. (aber deine Erklärung: Öhh, hatte Bock darauf, würde mit nem lächelnden Schulterzucken hingenommen werden.) Es ist nämlich genau der Punkt, Gefühle für mehrere Leute gleichzeitig zu haben - dies ist nicht ein Swingerclub, wo du zwar Sex mit allen haben kannst aber mit niemandem von denen ins Kino darfst. |
| rainraven | Wenn eine persönliche Meinung interessiert: Ich kenne selbst Leute gut, die polyamor leben (oder dies zumindest behaupten) oder solche, die offene Beziehungen führen, also wo außerehelicher Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern beiderseits erlaubt ist. Natürlich beschränkt sich der außereheliche Verkehr dabei nicht nur auf Bettgeschichten, sondern da wird auch mit anderen Gespielen verreist, weggegangen, ins Theater gegangen etc. Wobei jeder der Eheleute seine eigenen "privaten" Kontakte hat und man für gewöhnlich nicht zu dritt etwas unternimmt oder größeres Interesse daran hat, denjenigen Gespielen des Partners näher kennenzulernen, soweit ich weiß. Ob dabei bei einem der Beteiligten außerhalb der eigentlichen Ehe echte Liebe im Spiel ist oder nur Sympathie mit Unterhaltungswert, kann ich nicht beurteilen. Zu einer echten polyamoren Beziehung gehört laut Definition eines so lebenden Freundes, daß nicht nur einer in der polyamoren Beziehung mehrere Partner hat, sondern alle drei oder vier oder wieviele auch immer auch untereinander in herzlicher Beziehung und Sorge zueinander und füreinander inbegriffen sind. Hier wird es schon schwieriger. Wer sagt denn, daß man jemanden automatisch auch lieben und begehren kann, den der eigene Partner plötzlich daherbringt? Bloß weil dieser denjenigen liebt? Und ich habe auch gerade wieder erfahren, wie so eine Dreiecksbeziehung selbst bei bisexuellen und offen orientierten, also in der Hinsicht "erfahrenen" Menschen in Eifersucht auseinandergeht. Scheinbar ist es also doch nicht so einfach, eine "echte" polyamore Beziehung und nicht nur eine "offene Partnerschaft" zu führen. Für mich persönlich wäre es gar nichts, obschon ich über einen sehr toleranten Partner verfüge und einiges in meiner Beziehung wohl nicht der "Norm" entspricht und sehr freizügig oder "untreu" anmutet. Aber Sicherheit und eine gewisse Treue, im Herzen und im Bett, sind mir/uns sehr wichtig in einer ernsthaften Beziehung, und ich kann mir zwar vorstellen, den "Luxus" mehrerer Partner für mich zu beanspruchen, nicht aber für meinen Gefährten. :D Und wenn ich ehrlich bin, würde ich es vermutlich auch nicht ausreizen, denn es würde im Alltag und der Realität nur zu Spannungen führen. Ich glaube, diese Idealvorstellung der Polyamorie kommt in vieler Hinsicht dem heutigen Zeitgeist entgegen, in dem jeder für sich selbst soviel Vorteil und Gewinn wie möglich mitnehmen möchte bei möglichst geringer Verantwortung und Last. Der idealisierte Wunsch ist da, aber ich fürchte einfach, es wird aufgrund unserer gesellschaftlicher Strukturen, erworbener Denkmuster und Gewohnheiten in den allermeisten Fällen nicht so wie erhofft funktionieren... |
| Wüsti | Hallo Rainraven, ich bin mir auch nicht sicher ob ich Offene B. und Polya. verwechselt oder in einen Topf geschmissen habe. Ist doch alles das gleiche (Spaß) . Ne keine Ahnung ist mir gerade zu schwierig, deinen Beitrag fand ich da etwas aufschlußreicher. LG |
| Lady Ash | Gerade Sicherheit und "Treue im Herzen" (ich mag den Begriff sehr, raven) ist etwas, was bei Poly. möglich, gewünscht und eigentlich notwendig ist. In dem gelöschten Beitrag von Mrs Spock wurde das gut auf den Punkt gebracht, wie ich fand: Es geht darum, zu mehreren Menschen emotionale Bindungen aufzubauen. Sexualität ist dabei nicht einmal ein notwendiger und ganz sicher nicht der wichtigste Teil in poly-Beziehungen. Es geht vielmehr darum, das alte -so oft gescheiterte- Paar-Modell aufzubrechen und durch andere, vielleicht funktionsfähigere, Beziehungsformen zu ersetzen. Die Verantwortung und Last auf eine einzelne Person ist zum Beispiel gemildert ... im Zweifelsfall fühlen sich in der Poly.beziehung mehrere Leute verpflichtet, dem Partner unter die Arme zu greifen. |
| apnoe | Okay Lady-Ash ich hab jetzt nur deine Threaderöffnung gelesen... Hmm schwieriges Thema. Man muss das irgendwie vernünftig Aushandeln, wenn's gut gehen soll... Für mich scheidet Ehe ohnehin komplett aus. Ich habe die Schule geschmissen gleichzeitig mit nem Kumpel. Da sagte ich ihm dann sowas wie: "Willst du echt dein ganzes Leben rackern, nur für nen dicken Verbrennungsmotor, ne Frau, Kinder und nen Haus?!" - "Also ich nicht!!!" Und die Dokumentation "Der Held in uns - Eine Gebrauchsanleitung" hat mich da jetzt ziemlich bestätigt in der Szene mit dem Arzt und seiner Frau, die ihn verließ, nach dem er 99% seiner Ersparnisse gespendet hatte. Also ich werde definitiv unverheiratet sterben. Vielleicht sogar als sowas wie ein "'Hagestolz'"... Eine Frau heiraten fällt komplett aus. (!!!) Einen Mann heiraten fällt auch komplett aus. (!!) - Denn ich will, sollte ich mal reich beerbt werden 90% vom ererbten _minimum_ ebenfalls zu nem wohltätigen Zweck spenden und nicht mit ner Frau / nem Mann teilen müssen. (Restliches ererbtes werde ich nutzen um meine Schulden bei der Gerichtskasse Kassel zu begleichen. Dann geht's hinter meinen Liebsten her - auf die Strasse im schlimmsten Fall ...) ((Und Erbschaftssteuer umgehen ist mit so Spenden wirklich kein Problem. Darum geht es mir in erster Linie. Ich werd' den ganzen Schiss, falls da überhaupt was ist oder bleibt zu nem Wohltätigen Zweck raushauen und mit Spendenbestätigungen (krieg ich sowieso bei jeder Spende) belegen. Wozu das Geld versteuern, wenn man was bewegen kann?)) Ist nicht wirklich eigennützig, wenn man bedenkt, dass ich ständig mit Mails russischer Frauen zugespammt werde. Die heiraten und Kinder bekommen möchten - obwohl sie sehr wahrscheinlich nicht mal exisitieren ;) Tja, kann nur davon abraten sich auf Facebook oder Plenty of Fish anzumelden :P Ahja und für's Flirten oder Sex Geld bezahlen - fällt eh komplett aus... |
| Lady Ash | Es ist klar, dass dieses Konzept (wie übrigens auch eine Ehe) besser funktioniert, wenn nicht einer ständig für den anderen bezahlen muss. Allerdings sollten solch Überlegungen in keinem nicht der ausschlaggebende Faktor für eine wie auch immer geartete Beziehung sein. Wer in Beziehungen primär das "ich" und nicht das "wir" sieht, sollte vielleicht wirklich besser alleine bleiben. |
| apnoe | Also meine Antwort hierrauf, war ja eh etwa 99,999 Periode Prozent OffTopic... - Ich bitte um Verzeihung! :D Naja der Mensch ist jedenfalls kein Monogames Wesen. Kann sich bei einer derart ineffizienten Forpflanzungsmethode wie Sex es darstellt; sehr wahrscheinlich auch keine Mogamie "leisten" - Wenn er sich selbst, seine Art erhalten will. Man muss in Beziehungen immer sich selbst und den anderen sehen. Am besten mit ner 51% sich selbst Sehen && zu 49% den/die Partner/in... Ich seh' dass genau in der Gewichtung weil: Good looking Girls, tend to make Graves... - Ich habe jetzt auch an die 30 Jahre Lebenserfahrung. Und ich habe nur noch interesse an Freundschaften mit gelgentlichem Sex. Oder zeitlich sehr begrenzte Affären... Auf Beziehungen habe ich eigentlich gar keine Lust mehr. Besuch fängt nach drei Tagen an zu stinken... Was ich von einer meiner letzten Frauen hörte, hat mir mal echt die Sprache verschlagen... "Hast du Kaffe hier...?" "Kaffee ist aus..." "Soll dass jetzt jedes mal, wenn ich zu dir komme 'nen Campingurlaub werden, oder WAS???" *sich kaputt lacht* - Nein Danke! Polyamorie? Da ist wahrscheinlich das größte Problem, dass wir Menschen dazu neigen, in Sachen Liebe/Emotion zur Monogamie zu tendieren. Während wir in der/dem Sexualität/Triebverhalten polygam sind. - Das ist zumindest meine Erfahrung mit mir selbst und Mitmenschen. Wenn ich noch mal ne Frau/nen Mann kennenlernen sollte, jetzt wo meine letzten 30 Jahre (in etwa) angebrochen sind. Wo die Chemie minimum zu 80% stimmt. Dann will ich: Etwas in Richtung "perfekte Zweierbeziehung" und da dann primär: Gemeinsamen Sport, viel viel Sport. Sex sowohl zur Spirituellen als auch Endorphinreich-Sportlichen Erfahrung erheben und _auf gar keinen Fall_ zur Gewohnheit werden lassen. Monogam sein und Monogamie erwarten... (Semper Fidelis) 1. Kameradschaft & 2. Liebe & mehr... Sorgsam mit Kombination aus genoppten Kondomen und Yams sicher die Entstehung von Nachfahren vermeiden... --- So in etwa... Polyamorie ist nicht so mein Ding... |
| Wüsti | [COLOR=coral]Von Anette Louisan , finde der Text paßt etws zumThema.[/COLOR] dass wenn es einen trifft es einen irgendwo erwischt dass dann jedes andere Gefühl sofort erlischt zeig mir wo das steht mmm zeig mir wo das steht dass wenn man es im Frühlingsrausch ein wenig übertreibt dass dann für den anderen nichts mehr übrig bleibt zeig mir wo das steht mmm zeig mir wo das steht reg dich bitte ab ich bin doch wieder da zwischen uns bleibt alles wie es vorher war dass wenn man sein Herz verlor'n hat in der großen Stadt dass das automatisch heißt dass man keins mehr hat zeig mir wo das steht mmm zeig mir wo das steht dass Liebe eine Primzahl ist und völlig linear dass man sie nicht teilen und nicht streuen kann hier und da zeig mir wo das steht mmm zeig mir wo das steht Zeit dass ihr euch endlich kennenlernt er und du er stößt so gegen neun halb zehn vielleicht dazu mach dir kein'n Kopf sexy Loverboy... |
| Jagdwolf | Das Konzept der Polyamorie ist zum Scheitern verurteilt. Die wenigsten halten das lange durch. Und das aus gutem Grund. Die Natur scheint etwas anderes als Polyamorie vorgesehen zu haben und das spürt man irgendwann. Man muss nicht mal so weit gehen, um das zu sehen. Bereits eine sog. offene Beziehung zeigt einem oft recht schnell und deutlich, dass man irgendwie nicht dafür geschaffen ist, auch wenn man es so gerne möchte. Insofern ist das für eine gewisse Zeit sicherlich eine feine Sache. Aber als dauerhafte Lösung eher illusorisch. Sicher kann man ein solches Konstrukt als Freifahrtschein interpretieren. Allerdings steckt hinter Polyamorie - laut Definition - ja doch etwas mehr, als bloß Sex. Der wäre in einer offenen Beziehung ebenso gut abgehandelt. Die Polyamorie beschreibt ja Liebesbeziehungen zu mehr als einer Person. Folglich ist Polyamorie - nach meinem Verständnis - doch etwas mehr, als bloß ein Freifahrtschein für sexuelle Ausschweifungen. |
| Wüsti | @ Apnoe [QUOTE]Naja der Mensch ist jedenfalls kein Monogames Wesen.Kann sich bei einer derart ineffizienten Forpflanzungsmethode wie Sex es darstellt; sehr wahrscheinlich auch keine Mogamie "leisten" - Wenn er sich selbst, seine Art erhalten will. [/QUOTE] Wieso wie meintest du das? @ Jagdwolf Witzige Signatur :) Zum Beitrag von dir, ich befürchte du hast damit Recht: Das Konzept der Polyamorie ist zum Scheitern verurteilt. Die wenigsten halten das lange durch. Und das aus gutem Grund. Die Natur scheint etwas anderes als Polyamorie vorgesehen zu haben und das spürt man irgendwann. Zum Rest es ging Lady Ash ja nicht um offene Beziehungen. ;) |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wüsti [/i] @ Jagdwolf Witzige Signatur :) Zum Beitrag von dir, ich befürchte du hast Recht. Wobei es Lady Ash ja nicht um offene Beziehungen ging. ;) [/B][/QUOTE] Danke für die Blumen. Meister Moers kann's halt. ;-) Passiert mir völlig unbeabsichtigt, mit dem Rechthaben. Nein, sicher ging es ihr nicht um offene Beziehung. Allerdings fand ich es notwendig, diesen Querverweis herzustellen, um meinen Standpunkt besser erklären zu können. |
| Wüsti | Oh sorry habe das zu spät edidiert.(Meinen Beitrag eben). Ich weiß nicht wieso du den Bogen zu O. B. gespannt hast, wenn es hier doch um die Liebe geht halt nicht um SEX. Ist das nicht was ganz unterschiedliches??? O.B und Polyamorie?? Walter Moers , wer ist denn das schon wieder, werde ich mal googeln morgen. :) |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wüsti [/i] (...) Ich weiß nicht wieso du den Bogen zu O. B. gespannt hast, wenn es hier doch um die Liebe geht halt nicht um SEX. Ist das nicht was ganz unterschiedliches??? O.B und Polyamorie??[/QUOTE] Da bin ich mir halt nicht SO sicher. Ich kann da natürlich nur von mir sprechen, aber für mich bedingt Sex zumindest eine gewisse Form von Verliebtsein. Sicher, die Liebe ist noch ein anderes Kaliber, als bloßes Verliebtsein, aber reine Sympathie und Attraktivität auf der anderen Seite reichen da nicht aus. Mir nicht. Ansonsten hätte ich wohl schon mancher Verkäuferin und Arzthelferin unmoralische Angebote unterbreitet. Ich kann keine exakte Trennlinie zwischen beidem - also offener Beziehung und Polyamorie - ziehen. Das eine kann sich aus dem anderen Entwickeln, glaube ich. Für mich scheint es so, dass die Übergänge da einfach fließend sind. [QUOTE] Walter Moers , wer ist denn das schon wieder, werde ich mal googeln morgen. :)[/QUOTE] Tu das unbedingt. |
| Wüsti | [QUOTE]Ich kann keine exakte Trennlinie zwischen beidem - also offener Beziehung und Polyamorie - ziehen. Das eine kann sich aus dem anderen Entwickeln, glaube ich. Für mich scheint es so, dass die Übergänge da einfach fließend sind.[/QUOTE] Das ist schwierig , sehe ich AUCH so. Auch wenn ich dich darauf hingewiesen habe , daß es was untersch... ist. Die Idee/ die Tatsache, daß man nicht alleine die Verantwortung für einen hat finde ich an Polyamorie gut. Ich glaube darum, daß es auch doch Zukunft haben kann, dafür muß man aber der Mensch sein. Zu Walter , ja werde ich unbedingt. Schön mal jemand anders hier zu lesen, bleib uns bitte noch weiter erhalten - sofern du mal die Zeit übrig hast oder bist du auch ein Dl - Fremdgeher??? :confused: :confused: :confused: |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wüsti [/i] [B]Das ist schwierig , sehe ich AUCH so. Auch wenn ich dich darauf hingewiesen habe , daß es was untersch... ist. Die Idee/ die Tatsache, daß man nicht alleine die Verantwortung für einen hat finde ich an Polyamorie gut. Ich glaube darum, daß es auch doch Zukunft haben kann, dafür muß man aber der Mensch sein. (...)[/QUOTE] Hmmm. Ich weiß nicht. Meiner Erfahrung nach reduzieren sich polyamoröse Verhältnisse recht bald doch auf Sex und dann ist es auch mit der Verantwortung schnell vorbei. Für mich hat das ganz oft einfach den Beigeschmack einer Ausrede für eine offene Beziehung. Eben dem eingangs erwähnten Freifahrtschein. Ich will nicht ausschließen, dass es Menschen gibt, für die das funktioniert. Aber wie du schon schriebst, man muss wohl der Mensch dafür sein. [QUOTE] Schön mal jemand anders hier zu lesen, bleib uns bitte noch weiter erhalten - sofern du mal die Zeit übrig hast oder bist du auch ein Dl - Fremdgeher??? :confused: :confused: :confused: [/B][/QUOTE] Ich versuch's. Zeit habe ich im Überfluss. Aber was ist bitte ein Dl-Fremdgeher? |
| Wüsti | Ich bin etw, prnoid, wegen dem DL. Mein... hkt , toll!!!. oh jeh , sorry, dis ist dis Konkurrenzforum. gut wenn du es nicht kennst. Ich br..uch eine neue Tsttur sehe ich ger...de. toll!!!! Sorry. |
| Jagdwolf | Ich enttäusche dich nur ungern. Ich habe aber vermutlich schon herausfinden können, was DL sein soll. Na ja. Ich bin hier schon ewig registriert. Ohne Not laufe ich nicht über. Zur Not eben noch mal 3 Jahre Stasis. Dann mal gute Besserung deiner Tastatur und genug des OT. |
| Wüsti | [QUOTE]Ohne Not laufe ich nicht über. Zur Not eben noch mal 3 Jahre Stasis.[/QUOTE] Weiß ja nicht wie du das meinst aber ok. noch so ein Fremdgeher. :( |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wüsti [/i] [B]Weiß ja nicht wie du das meinst aber ok. noch so ein Fremdgeher. :( [/B][/QUOTE] Ne, eben genau das nicht. :) |
| Wüsti | Ach wegen Offt, mach dir keinen kopf, das ist hier sehr punkmäßig geworden darum u. a. mag ich es hier. O .B. und Polyamorie sind aber was unterschiedliches. Und ich glaube es ist gut Polyamorie. Wäre cool dich wieder öfter zu lesen. |
| Lady Ash | [QUOTE][i]Original geschrieben von Jagdwolf [/i] [B]Das Konzept der Polyamorie ist zum Scheitern verurteilt [...] Die Polyamorie beschreibt ja Liebesbeziehungen zu mehr als einer Person. Folglich ist Polyamorie - nach meinem Verständnis - doch etwas mehr, als bloß ein Freifahrtschein für sexuelle Ausschweifungen. [/B][/QUOTE] Ich weiß nicht, ob das Konzept zum Scheitern verurteilt ist. Die poly Leute, die ich kenne, leben nicht mal aktuell alle in polyamoren, ausschweifenden Beziehungen, sondern einfach in dem Bewusstsein, dass niemand durch "Fremdgehen" verlassen werden wird. Verlustängste gibt es wenige, weil der Partner (und die Partner des Partners) ja egal-was-wird für einen da sein werden. Patchwork-Beziehungen im Zeitalter von Patchwork-Familien - für mich hört sich das schon nach Zukunft an. In unserer überlasteten Gesellschaft liegt dann die Verantwortung für das Wohlergehen des Lebenspartners nämlich nicht mehr bei nur einem, sondern es gibt mehrere Leute, die sich für einen zuständig fühlen. Allerdings wird vermutlich niemand, der die eine ganz große Liebe gefunden hat, das Verlangen nach poly verspüren. Ob man dann poly-Neigungen des Partners akzeptieren kann, weiß ich nicht. Aber wenn es nun nicht die ganz große, allumfassende Liebe ist -und wie oft gibt es diese once-in-a-lifetime-Liebe ... warum soll man sich nicht arrangieren, statt alleine älter zu werden? |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Ash [/i] [B]Ich weiß nicht, ob das Konzept zum Scheitern verurteilt ist. Die poly Leute, die ich kenne, leben nicht mal aktuell alle in polyamoren, ausschweifenden Beziehungen, sondern einfach in dem Bewusstsein, dass niemand durch "Fremdgehen" verlassen werden wird. Verlustängste gibt es wenige, weil der Partner (und die Partner des Partners) ja egal-was-wird für einen da sein werden. Patchwork-Beziehungen im Zeitalter von Patchwork-Familien - für mich hört sich das schon nach Zukunft an. In unserer überlasteten Gesellschaft liegt dann die Verantwortung für das Wohlergehen des Lebenspartners nämlich nicht mehr bei nur einem, sondern es gibt mehrere Leute, die sich für einen zuständig fühlen. Allerdings wird vermutlich niemand, der die eine ganz große Liebe gefunden hat, das Verlangen nach poly verspüren. Ob man dann poly-Neigungen des Partners akzeptieren kann, weiß ich nicht. Aber wenn es nun nicht die ganz große, allumfassende Liebe ist -und wie oft gibt es diese once-in-a-lifetime-Liebe ... warum soll man sich nicht arrangieren, statt alleine älter zu werden? [/B][/QUOTE] Dann ist das doch bloß Augenwischerei. Wenn ich in einer Beziehung mit nur einem Partner bin und nicht durch Seitensprünge in Gefahr gerate, eine Trennung zu provozieren, dann lebe ich am Ende nur in einer offenen Beziehung. Eine Liebesbeziehung ohne Verlustangst ist eine traurige Sache, finde ich. Auch das mit der geteilten Verantwortung phantasiert man sich doch eher zurecht, um die Sache zu schönen. Nehmen wir an, dass der schlimmste Fall eintritt und der Partner wird zum Pflegefall. Was dann? Ob sich dann wirklich immer noch alle kümmern? Ob sich alle die Last aufteilen? Ich zweifle! Meine Großmutter hat dreizehn (13!) Kinder groß gezogen. Kümmern tun sich heute genau zwei. Und hier sind es Blutsbande, von denen wir reden. Aber wie viel Bestand hat am Ende wohl die tolle, polyamoröse Beziehung, wenn wirklich einer "zur Last" wird? Ist der gemeinsame Nenner nicht vielleicht doch einfach bloß der Sex? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die die am größten tönen wie gelassen sie das doch alles sehen und man möge sich doch ruhig auch anderweitig vergnügen, am Ende die sind, die tödlich beleidigt und eifersüchtig sind und einem den Laufpass geben. Wieso so etwas passiert? Meine Theorie ist ja die, dass man dem Partner natürlich "alle Freiheiten" lässt, damit man ihn überhaupt an die Angel kriegt. Das geht dann eine Weile lang gut. Für eine Weile ist man sowieso die Einzige. Verliebtsein und so. Dann packt es den Partner aber doch, er verabredet sich für eine einzige Nacht mit einer anderen Frau und schon ist es aus mit der Gelassenheit und Toleranz und Coolness. |
| Lady Ash | Augenwischerei ... Okay, aber was ist das nicht? Vielleicht ist Polyamorie nicht die Antwort auf die Beziehungsfrage aber konventionelle Zweierbeziehungen fliegen einem an jeder Straßenecke um die Ohren. Ich habe 15 Jahre in einer Ehe gelebt, die am Anfang Liebe, dann eine WG und zum Schluss ein Gefängnis war. Niemals haben wir einander betrogen, aber geschieden sind wir dennoch - also scheint Treue nicht der Garant zum Glück zu sein. Und was ich wirklich dämlich finde ist eine Sache, die als Konzept gescheitert ist, mit neuer Besetzung wiederzubeleben wollen. Warum sollte ich den netten Journalisten aus dem Büro heiraten, wenn ich gerade von dem freundlichen Ingenieur geschieden bin? Wenn es keine schwerwiegenden Charakterfehler waren, die die Trennung herbeiführten (und warum hätte ich dann an erster Stelle überhaupt heiraten sollen?) sondern nur die "Umstände", man hat sich einfach auseinandergelebt, no hard feelings, usw ... Gebt uns in neuer Besetzung 5 Jahre und die Umstände sind die gleichen. Und was mache ich dann? Ehe Nr. 3? Nein, ich weiß nicht, was das Konzept der Zukunft ist. Aber ich glaube, dass die konventionelle 2er-Beziehung dem schnellen, modernen Leben nicht mehr gewachsen ist. |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Ash [/i] [B]Augenwischerei ... Okay, aber was ist das nicht? Vielleicht ist Polyamorie nicht die Antwort auf die Beziehungsfrage aber konventionelle Zweierbeziehungen fliegen einem an jeder Straßenecke um die Ohren. Ich habe 15 Jahre in einer Ehe gelebt, die am Anfang Liebe, dann eine WG und zum Schluss ein Gefängnis war. Niemals haben wir einander betrogen, aber geschieden sind wir dennoch - also scheint Treue nicht der Garant zum Glück zu sein. Und was ich wirklich dämlich finde ist eine Sache, die als Konzept gescheitert ist, mit neuer Besetzung wiederzubeleben wollen. Warum sollte ich den netten Journalisten aus dem Büro heiraten, wenn ich gerade von dem freundlichen Ingenieur geschieden bin? Wenn es keine schwerwiegenden Charakterfehler waren, die die Trennung herbeiführten (und warum hätte ich dann an erster Stelle überhaupt heiraten sollen?) sondern nur die "Umstände", man hat sich einfach auseinandergelebt, no hard feelings, usw ... Gebt uns in neuer Besetzung 5 Jahre und die Umstände sind die gleichen. Und was mache ich dann? Ehe Nr. 3? Nein, ich weiß nicht, was das Konzept der Zukunft ist. Aber ich glaube, dass die konventionelle 2er-Beziehung dem schnellen, modernen Leben nicht mehr gewachsen ist. [/B][/QUOTE] Du, ich bin da sehr, sehr liberal. Jeder soll nach seiner Facon selig werden. Wenn jemand deshalb eine Liebesbeziehung mit seinem Staubsauger anfangen will, soll er das tun. Wenn es ab und an ein Dreier mit der Waschmaschine wird, ist mir das auch einfach egal. Dass Zweierbeziehungen öfter kaputt gehen als polyamoröse Beziehungen ist wohl der Verbreitung geschuldet. Statistik. Ich sehe es allerdings nicht so, dass die klassische Zweierbeziehung der heutigen Welt nicht mehr gerecht wird. Im Gegenteil. Ich finde, dass sie die einfachste Lösung ist. Schon rein von der Logistik her. Was geschieht bei berufsbedingtem Umzug? Mein kompletter Harem wird wohl kaum mit kommen. Trennungsschmerz trotz Beziehung. Hurra! Ich glaube, dass es andere Gründe dafür gibt, dass Zweierbeziehungen nicht mehr halten. Die liegen meist bei den Protagonisten selbst. Sich auseinanderzuleben ist das eine. Aber es gibt auch noch die, die einfach aus jugendlicher Naivität oder Verliebtheit schnell heiraten, oder "leichtfertig" Beziehungen eingehen. Fehlende Ehrlichkeit sich und dem Partner gegenüber. Nicht zu wissen, was man eigentlich wirklich will. Mangelnder Wille an sich, bzw. an der Beziehung zu arbeiten. All das. Und man darf nicht vergessen, dass Beziehungen früher gehalten wurden, weil die Frau oft finanziell einfach nicht unabhängig war. Da war so ein Bund für's Leben oft auch einfach der Bund zum ÜBERleben. Das gibt es heute so nicht mehr bei uns. Das macht es einfach, sich zu trennen. Es gibt keinen Königsweg. Was für einen passt, macht den anderen nicht langfristig glücklich. |
| Nóirín | [QUOTE][i]Original geschrieben von Jagdwolf [/i] [B]Die Natur scheint etwas anderes als Polyamorie vorgesehen zu haben und das spürt man irgendwann. [/B][/QUOTE] Man kann hier in Frage stellen, ob in der Natur etwas wie eine Liebesbeziehung überhaupt vorgesehen ist (auch wenn ich "vorgesehen" und "die Natur dachte sich da" schon bei was immer sehr komisch finde, die Natur denkt nicht...), oder es eher Richtung Familienbande geht. Nicht vergessen sollte man bei dieser Diskussion auch, dass wir in einer heteronormativen Gesellschaft leben. Wir werden auf monogame Zweierbeziehung (idealerweise Männlein und Weiblich) genormt und sozialisiert. Hier auseinander zu halten, welche Gefühle sowieso da sind und welche existieren, weil wir entsprechend genormt wurden ist ziemlich schwierig. Nicht vergessen sollte man auch, dass es in unseren Breitengraden kein Vorbild für eine polyamore Lebensweise gibt. Abgesehen davon, es wurde ja schon Mal gesagt, die Ehe ist konstruiert als Wirtschaftsgemeinschaft und als Nachweis der Vaterschaft über die Kinder, das beinhaltete lange Zeit, dass nur von der Frau verlangt wurde monogame zu leben und dem Mann Ausschweifungen und je nach Gesellschaften und Zweitfrauen zugestanden waren. Und erst im Mittelalter wurde die Ehe von der Kirche als Sakrament eingeführt, die Vorstellung von der romantischen Zweierbeziehung (die mittlerweile auch nicht mehr in allen Gesellschaftsschichten angesagt ist) kommt auch nicht von ungefähr, sondern bildete sich im 17/18. Jahrhundert vorwiegend im Bürgertum. Fachliteratur zum Thema Polyamorie spricht auch davon, dass weltweit mehr Gesellschaften polygam leben als monogam. Daher würde ich mich jetzt noch so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass eine ist so gedacht und das andere nicht ;) Was Polyamorie an sich angeht, die Frage ist da doch schlicht und ergreifend, was erhofft man sich von einer Beziehung? Was möchte man, was kann man tragen, bis wohin, wann geht was und was nicht mehr, welche Gefühle will man zulassen und stärken und von welchen will man sich befreien. Am Ende, eine Frage der Entscheidung. Wenn man so leben kann und möchte, dann sei einem das freigestellt. Sich in dem Sinne mit mehreren Personen (sexuell) auszuleben hat für mich weniger mit einem Freifahrtschein zu tun, als mit der Erfüllung von (emotionalen und sexuellen) Wünschen und Bedürfnissen, die man möglicherweise so besser erfüllt sieht als in einer monogamen Partnerschaft. Mir dünckt in diesem Zusammenhang sehen viele Menschen Sex und Liebe immer noch untrennbar verbunden und differenzieren weder zwischen verschiedenen Arten der Zuneigung noch zwischen verschiedenen Arten des Sex und da muss bekanntlich ja jeder selbst wissen, auf was er steht. Für manche, so scheint es doch, scheint das auch nur ein Umweg oder eine Ausflucht zu sein um etwas in einer bestehenden Beziehung nicht kitten zu müssen, aber die gibt es bekanntlich ja immer. Für mich selbst, wäre das aber eher weniger was, ich finde partnerschaftliche Exklusivität schon irgendwie ganz nett und mir fehlt schlicht das Bedürfnis danach noch eine Beziehung mit jemanden zu haben. Als Zukunft kann ich das aber nicht sehen, dazu haben sich einige Strukturen zu viel zu lange halten um einfach so umgekippt zu werden. |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nóirín [/i] [B]Man kann hier in Frage stellen, ob in der Natur etwas wie eine Liebesbeziehung überhaupt vorgesehen ist (...), oder es eher Richtung Familienbande geht.[/B][/QUOTE] Nachdem "Liebe" ein biochemischer Prozess ist, scheint es so zu sein, dass sie einen Zweck erfüllt. Eine monogame Zweierbeziehung ist für Tiere wie die Menschen sinnvoll, aufgrund der ausgesprochen langen Aufzucht der Junge. Andere Tiere halten sich damit nicht so lange auf. [QUOTE][B]Nicht vergessen sollte man bei dieser Diskussion auch, dass wir in einer heteronormativen Gesellschaft leben. Wir werden auf monogame Zweierbeziehung (idealerweise Männlein und Weiblich) genormt und sozialisiert. Hier auseinander zu halten, welche Gefühle sowieso da sind und welche existieren, weil wir entsprechend genormt wurden ist ziemlich schwierig.[/B][/QUOTE] So schwierig finde ich das gar nicht. Das setzt aber voraus, dass man in sich geht und sich gegebenenfalls von externen Normen befreien kann. Und letztlich geht es doch hauptsächlich darum, den Lebenswandel zu finden, mit dem man sich selbst am wohlsten fühlt. Das eigene Wohlbefinden ist doch DER Indikator schlechthin. [QUOTE][B]Nicht vergessen sollte man auch, dass es in unseren Breitengraden kein Vorbild für eine polyamore Lebensweise gibt. Abgesehen davon, es wurde ja schon Mal gesagt, die Ehe ist konstruiert als Wirtschaftsgemeinschaft und als Nachweis der Vaterschaft über die Kinder, das beinhaltete lange Zeit, dass nur von der Frau verlangt wurde monogame zu leben und dem Mann Ausschweifungen und je nach Gesellschaften und Zweitfrauen zugestanden waren.[/B][/QUOTE] Da hast du's doch. Vielweiberei wurde und wird meist als Statussymbol betrachtet. Übrigens nicht nur von Männern. Deshalb findet im Islam die Erlaubnis dazu ja auch nur unter der Auflage statt, die Frauen ernähren zu können. [QUOTE][B]Und erst im Mittelalter wurde die Ehe von der Kirche als Sakrament eingeführt, die Vorstellung von der romantischen Zweierbeziehung (die mittlerweile auch nicht mehr in allen Gesellschaftsschichten angesagt ist) kommt auch nicht von ungefähr, sondern bildete sich im 17/18. Jahrhundert vorwiegend im Bürgertum. Fachliteratur zum Thema Polyamorie spricht auch davon, dass weltweit mehr Gesellschaften polygam leben als monogam. Daher würde ich mich jetzt noch so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass eine ist so gedacht und das andere nicht ;)[/B][/QUOTE] Es gibt aber auch in deutlich älteren Kulturen schon Hochzeitsrituale. Die monogame Zweierbeziehung ist keine Erfindung der Kirche. |
| Nóirín | [QUOTE][i]Original geschrieben von Jagdwolf [/i] [B]Nachdem "Liebe" ein biochemischer Prozess ist, scheint es so zu sein, dass sie einen Zweck erfüllt. Eine monogame Zweierbeziehung ist für Tiere wie die Menschen sinnvoll, aufgrund der ausgesprochen langen Aufzucht der Junge. Andere Tiere halten sich damit nicht so lange auf.[/B][/QUOTE] Aber es gibt ja nicht nur die Beziehungliebe, ergo, alle Lieben müssen irgendwie ihren Zweck erfüllen, folgt man deiner Argumentation. Die lange Aufzucht der jungen macht aber auch ein Gruppenleben oder das haben mehrer Partner die eine Familie bilden sinnvoll, negiert sie in jedem Fall aber nicht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Jagdwolf [/i] [B]So schwierig finde ich das gar nicht. Das setzt aber voraus, dass man in sich geht und sich gegebenenfalls von externen Normen befreien kann. Und letztlich geht es doch hauptsächlich darum, den Lebenswandel zu finden, mit dem man sich selbst am wohlsten fühlt. Das eigene Wohlbefinden ist doch DER Indikator schlechthin.[/B][/QUOTE] Doch schwierig, wiel uns nicht ausreichend wissenschaftliche Kenntnisse vorliegen. In sich gehen, ja, aber wie viele Menschen machen und können das. Man darf nicht vergessen, das Normen auch einen fremd- und selbstzwangs Charakter haben können. Das macht es mitunter sehr schwer sich dagegen durchzusetzten und zu behaupten. Gegen etwas zu handeln, was man als richtig gelernt hat, führt oft eher zu unwohl gegen wohl sein, also wohl sein, mit dem was man sich eigentlich wünscht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Jagdwolf [/i] [B]Da hast du's doch. Vielweiberei wurde und wird meist als Statussymbol betrachtet. Übrigens nicht nur von Männern. Deshalb findet im Islam die Erlaubnis dazu ja auch nur unter der Auflage statt, die Frauen ernähren zu können.[/B][/QUOTE] Das ist richtig, aber ich kann dir leider nicht ganz folgen, was du mir damit sagen willst. Auch weil man hier doch sicherlich mit einigen Vorurteilen und Ablehnung zu kämpfen hat, vor allem Frauen, werden da schnell als "Schlampe" abgestepmelt, wenn sie viele Partner hatten / haben (im Gegensatz zu Männern, da ist das scheinbar immer noch ein Symbol von Männlichkeit). Wobei die Polyamoristen sich oft deutlich von der Polygamie abgrenzen. Übrigens, Polygamie begünstigt im Sinne von Partnervielfalt auch nur den Mann. [QUOTE][i]Original geschrieben von Jagdwolf [/i] [B]Es gibt aber auch in deutlich älteren Kulturen schon Hochzeitsrituale. Die monogame Zweierbeziehung ist keine Erfindung der Kirche. [/B][/QUOTE] Das stimmt natürlich, weder das, noch das die Kirche die monogame Zweierbeziehung eingeführt hat, wollte ich damit sagen, sondern, dass die Kirche die Ehe institutionalisiert und mit stärkeren Kontrollen und Regeln belegt hat. |
| Kampfsau | [QUOTE]für mich hört sich das schon nach Zukunft an. In unserer überlasteten Gesellschaft liegt dann die Verantwortung für das Wohlergehen des Lebenspartners nämlich nicht mehr bei nur einem, sondern es gibt mehrere Leute, die sich für einen zuständig fühlen. [/QUOTE] Also ich habe mal gehört, dass es bei soetwas eher zu einer Form der Verantwortungsdiffusion kommen kann. Je mehr Leute Zeuge eines Verbrechens sind oder einer hilfsbedürftigen Person begegnen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, selber aktiv zu werden.Denn man denkt sich ja immer "irgendwer wird sich schon einsetzen". [QUOTE]Die Natur scheint etwas anderes als Polyamorie vorgesehen zu haben und das spürt man irgendwann.[/QUOTE] Ich dachte immer die Kultur sei die Natur des Menschen? Ich sehe die Probleme die du ansprichst, man könnte jedoch nicht behaupten, dass die eine 2er Beziehung bis zum Lebensende immer so in allen Kulturen praktiziert wurde oder gar deren Fortbestehen gefährdet ist. Es gibt Gesellschaften die gehen anders mit Partnerschaft, Sexualität und Kindeserziehung um, dort kann man auch nicht sagen, dass die Natur etwas anderes vorgesehen hat. Wenn man aus evolutionsbiologischer Sicht auf Partnerschaft und Fortpflanzung sieht, würde ich persönlich sagen, dass die serielle Monogamie mit am sinnvollsten ist. Dort werden Beziehungen ein paar Jahre aufrecht erhalten und anschließend werden neue Partnerschaften eingegangen. Kinder werden in der Zeit des Verliebtseins gezeugt und großgezogen, bis sie aus dem Gröbsten raus sind und wenn die Verliebtheit und Leidenschaft doch irgendwann abgeflaut ist, sucht man sich neue Partner und das Spiel geht von Vorne los. Kinder von verschiedenen Partnern bedeutet eine höhere genetische Varianz im Nachwuchs . Das Problem ist dann natürlich, dass sich viele Partner verpflichtet fühlen, zusammenzubleiben, damit die Kinder nicht leiden. Beziehungen die Sexualität enthalten, sollten sich eigentlich viel mehr Gedanken darüber machen, welche Rollen Kinder in den Modellen spielen sollen und wie diese versorgt werden. In sofern kann ich schon verstehen, warum reine 2er Beziehungen für viele Leute derart unattraktiv zu sein scheinen. Man muss ja alles füreinander sein, man muss Freund sein, sich intellektuell austauschen können, sich sexuell anziehen und auch befriedigen können und das über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg. Das ist schon extrem belastend. Wenn dazu dann noch die Erziehung von Kindern kommt, dann ist man ja weit über die Volljährigkeit des Kindes in materieller Verantwortung. Zwei Jahrzehnte mindestens, durchaus auch mal drei Jahrzehnte. Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass dabei alles passt? Das ist doch die absolute Ausnahme und lebenslange, glückliche Zweierbeziehungen ein Privileg, dass nur wenigen zu Teil wird. Ich kann eine Frau noch so nett, intelligent und charmant finden, wenn sie in meinen Augen nicht attraktiv genug ist und sexuelle Bedürfnisse zu weit auseinanderdriften, dann ist für mich nunmal leider keine Beziehung denkbar. |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Ash [/i] [B]Wenn man in einer Beziehung nicht die sexuelle Treue -oder andere Klischees- zur Bedingung macht, sondern verbindliche Absprachen trifft. "Ich will, dass es dir gut geht. Wir halten uns und stützen uns, wir haben Spass miteinander und verbringen viel Zeit zusammen, aber es besteht kein Anspruch auf Exklusivität". [/B][/QUOTE] Der Verzicht auf Exklusivität verlagert nach meiner Ansicht das Wesen von Beziehungen ein Stück weg von Partnerschaft in Richtung Freundschaft. In denen ja eben auch gegenseitige Unterstützung, viel Zeit verbringen, gemeinsame Unternehmungen etc. in einem größeren Kreis möglich sind -- sexuelle Komponente ist dabei nicht unbedingt das Übliche, soll allerdings auch gelegentlich vorkommen. Letztlich läufts wohl auf die Entscheidung hinaus, wie intensiv man Beziehungen haben will. Gleichzeitig mit beliebig vielen Leuten Beziehungen beliebig hoher Intensität ist nicht möglich. Früher oder später steht die Entscheidung mehr Exklusivität oder mehr Menge. [QUOTE][B]Oder ist es ein Beziehungsmuster mit Zukunft, zumal doch nahezu jede zweite Ehe geschieden wird.[/B][/QUOTE] Aus der Sicht hab ichs noch nicht betrachtet: Sofern jemand erstmal mit mehreren Leuten in solcher Beziehung steht, ist diese vielleicht zu jeder einzelnen von denen nicht so intensiv wie in einer exklusiven Partnerschaft, allerdings bricht auch nicht gleich alles weg wenn einer geht/stirbt und die Restlichen bleiben. Etwas lauer, aber auf konstanterem Level. [QUOTE][B]Nein, ich weiß nicht, was das Konzept der Zukunft ist. Aber ich glaube, dass die konventionelle 2er-Beziehung dem schnellen, modernen Leben nicht mehr gewachsen ist.[/B][/QUOTE] Wie weiter oben schonmal erwähnt muß eine Polybeziehung nicht unbedingt kompatibler zu schnelllebigem/modernen Lebenswandel sein, z.B. beruflich motivierter Umzug ins Ausland. Eine Kernfrage wird allerdings angeschnitten, die sich in verschiedenen Richtungen stellen läßt. Wirkt die rasant fortschreitende Beschleunigung des "modernen Lebens" in zunehmendem Maße gewissen Grundpfeilern des menschlichen Daseins entgegen? Welche Strategie halte ich für besser, Anpassung des Lebenswandels an die Geschwindigkeit oder Anpassung der (eigenen) Geschwindigkeit an Lebensbedürfnisse? [QUOTE][i]Original geschrieben von apnoe [/i] [B]Naja der Mensch ist jedenfalls kein Monogames Wesen. Kann sich bei einer derart ineffizienten Forpflanzungsmethode wie Sex es darstellt; sehr wahrscheinlich auch keine Mogamie "leisten" - Wenn er sich selbst, seine Art erhalten will. [/B][/QUOTE] Ich finde eher, daß der Sex global betrachtet noch "zu effizient" betrieben wird was einer Schonung diverser (Über-)Lebensgrundlagen nicht gerade förderlich ist. Wobei ein Überleben der Art natürlich auch nach ungehemmter Vermehrung und anschließend drastischer Reduktion durch Katastrophen denkbar ist. |
| rainraven | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Ash [/i] [B]Augenwischerei ... Okay, aber was ist das nicht? Vielleicht ist Polyamorie nicht die Antwort auf die Beziehungsfrage aber konventionelle Zweierbeziehungen fliegen einem an jeder Straßenecke um die Ohren. Ich habe 15 Jahre in einer Ehe gelebt, die am Anfang Liebe, dann eine WG und zum Schluss ein Gefängnis war. Niemals haben wir einander betrogen, aber geschieden sind wir dennoch - also scheint Treue nicht der Garant zum Glück zu sein. Und was ich wirklich dämlich finde ist eine Sache, die als Konzept gescheitert ist, mit neuer Besetzung wiederzubeleben wollen. Warum sollte ich den netten Journalisten aus dem Büro heiraten, wenn ich gerade von dem freundlichen Ingenieur geschieden bin? Wenn es keine schwerwiegenden Charakterfehler waren, die die Trennung herbeiführten (und warum hätte ich dann an erster Stelle überhaupt heiraten sollen?) sondern nur die "Umstände", man hat sich einfach auseinandergelebt, no hard feelings, usw ... Gebt uns in neuer Besetzung 5 Jahre und die Umstände sind die gleichen. Und was mache ich dann? Ehe Nr. 3? Nein, ich weiß nicht, was das Konzept der Zukunft ist. Aber ich glaube, dass die konventionelle 2er-Beziehung dem schnellen, modernen Leben nicht mehr gewachsen ist. [/B][/QUOTE] Gegenfrage: Wenn ich weiß oder vermute, daß dennoch jede Beziehung/Ehe mit dem "Richtigen" nach so oder so vielen Jahren abflaut oder "sich auseinanderlebt" (aber das ist ja auch nichts, was einfach sp passiert, sondern nur, wenn man sich nicht dagegen bemüht!), warum bleibt man dann nicht einfach bei einem "Richtigen", wenn man doch weiß, es wiederholt sich eh mit jedem weiteren nach einigen Jahren so? Das fände ich auch öde. Dann lieber das Gute, aber Bewährte, behalten, was man hat, als sich auf ungewisses weniger Gutes einzulassen. |
| Lady Ash | Wenn man sich in einer (leider) abgeflauten Beziehung nun aber plötzlich und himmelhoch neu verliebt? Sich Verlieben ist nicht kopfmäßig gesteuert und kann einer Naturgewalt gleichen - es ist nichts, wo man sagen kann ... nein, das geht jetzt aber nicht. Die Frage ist, wie ich mit der Situation umgehe ... Variante A: Man beginnt eine Affaire oder -wenn man ehrlicher ist- trennt man sich von seinem Partner. Variante B: Man versucht so zu tun, als wäre nichts gewesen und stürzt sich und alle anderen Beteiligten dadurch in erhebliches Leid. Variante C wäre Polyamorie: Man bleibt in der langjährigen alten Situation und lebt von dieser Basis das Verliebtsein aus. Der langjährige Partner nimmt wohlwollend an dem neugefundene Glück teil (denn wenn du glücklich bist, kann er doch nicht traurig darüber sein) und alle bauen ihr Leben um diese Situation herum, ohne die Basis zu erschüttern. Utopie? Ich kenne Leute, die wirklich so leben. |
| herbstliebe | Welche Rolle spielt bei Variante C das Verliebtsein? Ist das so, als wenn man bei den Eltern wohnt und dann seine/n neue/n Freund/in besucht? Variante D: Man nutzt das Verliebtsein als Anstoß sich auf das Ursprüngliche in der alten Beziehung zu berufen. |
| rainraven | "Verliebtsein" schließt sich doch nicht aus in einer Partnerschaft. Man muß nur wissen, zu wem man gehört. Variante A) Man weiß, daß man den alten Partner eigentlich schon lange nicht mehr liebt, sich in der Partnerschaft unwohl und zu Dingen gezwungen fühlt, die man nicht tun möchte. Dann ist es an der Zeit, die Partnerschaft zu beenden. Da ist aber kein "Neuer" der Grund, sondern manchmal eher nur ein potentieller letzter auslösender Faktor, die alte Partnerschaft zu beenden. Variante B) Man liebt den alten Partner nach wie vor, das "Kribbeln" zu Beginn der Partnerschaft ist nur natürlicherweise nach ein paar Jahren eingeschlafen, dafür hat sich wahre Liebe, Gewohnheit, Geborgenheit und Vertrauen entwickelt. Diesen Zustand ist man nicht bereit, wieder aufzugeben, da er positiv und stabil ist, nur eben nicht prickelnd, flammend und "neu". Aber so würde es in jeder längeren Beziehung früher oder später kommen. Dies ist ganz normal und nichts "Falsches". Wenn man sich in dieser Situation in eine neue, unbekannte Person "verliebt", heißt das, nicht, daß man sie deswegen auch "liebt". Man vermißt nur das Kribbeln aus den Anfangstagen und möchte dieses wieder erleben. Man sucht keinen neuen Partner, sondern eigentlich nur das "alte Gefühl" wieder neu. Womöglich taugt die "neue" Person auch gar nicht für eine Beziehung, man weiß dies auch, aber man fühlt sich zu ihr hingezogen. "Gegen Gefühle kann man nichts machen." Ja, aber man kann MIT diesen Gefühlen etwas machen. Man kann verliebt sein und die positiven Gefühle und gute Laune mit inseine eigene Beziehung mit einbringen und Vergangenes wieder aufleben lassen. Da Verliebtheit nach einiger Zeit sowieso wieder nachläßt, gibt es keinen Grund, den Partner zu verlassen, bloß, weil man ein "Kribbeln" auskosten will. Variante C) Je nach Art der Partnerschaft und Intensität des "Verliebtseins" kann man nun den Partner einweihen, daß man sich zu jemand Dritten hingezogen fühlt oder still für sich genießen, oder bei diesen sogenannten polyamoren Personen, versuchen, zu dritt eine glückliche Kommune zu haben, aber das klappt ja wie gesagt nur, wenn der Partner ebenso veranlagt ist und den Dritten im Bunde ebenso liebt oder mag wie den eigenen Partner. Ich halte diese Konstellation allerdings für selten gelungen. Manch einer ist sich dann auch sicher, für die neu kennengelernte Person mehr als nur Verliebtheit zu empfinden. Wenn es natürlich wahre Liebe ist und die alte Partnerschaft nicht mehr tragbar erscheint, sind wir wieder bei Fall A) angelangt. Ich glaube, daß sich viele Menschen in Variante B) befinden und nicht akzeptieren können oder als negativ ansehen, daß man nicht ein leben lang VERLIEBT sein kann, das wäre vermutlich auch für den Hormonhaushalt, den Stoffwechsel und die vernünftige Urteilskraft höchst kontraproduktiv. Nach Verliebtsein-das wie Glücklichsein kein Dauerzustand ist und auch nicht als ein solcher gedacht war- folgt immer eine relativ gemäßigte Phase und/oder echte, tiefe Liebe, die etwas mit Vertrauen, Verläßlichkeit, Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und Verantwortung zu tun hat, auch dies ist in der Regel sehr erfüllend. Vorausgesetzt, die Partner passen zusammen und die Verliebtheit war nicht nur ein Strohfeuer. Ich habe erst kürzlich von Betroffenen gehört, daß gerne Begeisterung mit Verliebtheit oder gar "Liebe" verwechselt wird, und deswegen Beziehungen oder Affären in die Brüche gehen, weil man sich eben gar nicht dessen bewußt ist, daß man jetzt gerade gar nicht "liebt" oder "verliebt" ist, zumindest nicht in die Person per se, sondern nur in das Gefühl der Eroberung, des Begehrens oder des Neuen. Man ist einfach nur "begeistert", aber nicht "verliebt". |
| Jagdwolf | rainraven hat's doch schön auf den Punkt gebracht. Diese merkwürdige Sucht, immer und zu jeder Zeit zu 110% glücklich und verliebt zu sein ist vermutlich ein Grund für viele überstürzte Trennungen. So erklären sich dann auch die Paare, die quasi im halbjährlichen Wechsel zusammen und wieder getrennt sind. |
| devotion | Der Thread ist mir bisher entgangen. Lebt denn einer von Euch polyamor? Oder hat dieses Lebenskonzept tatsächlich mal ausprobiert? Mit welchem Ergebnis? Oder ist das alles nur Theorie? :) Polyamore Lebensmodelle sind meiner Erfahrung nach einerseits viel anspruchsvoller und andererseits auch "leichter" als normale Paarbeziehungen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die reguläre 1+1-Konstellation gern als quasi genormt empfunden wird und mit wachsender Beziehungsdauer nicht mehr hinterfragt und der persönlichen Entwicklung angeglichen wird. Alle Beziehungen bedeuten auch Beziehungsarbeit. In polyamoren Konstallationen ist man zu dieser Arbeit förmlich gezwungen, um allen Beteiligten und sich selbst gerecht zu werden. Regeln müssen immer wieder fein austariert werden, Absprachen getroffen, Kompromisse eingegangen werden. Es MUSS immer wieder hinterfragt werden, ob alle damit leben können. Ich habe den Eindruck, dadurch kommen Verschiebungen viel schneller ans Licht, man redet halt viel mehr miteinander über das persönliche Innenleben. Das macht Arbeit und führt sicher auch zu Auseinandersetzungen, die man ansonsten vielleicht nicht an der Backe kleben hätte. Dafür liegen die Vorteile polyamorer Lebensmodelle auch auf der Hand. Irgend einer ist immer für einen da. Gerade in Konstellationen mit belastenden Lebensumständen ist das unschlagbar. Man bürdet seine eigenen Probleme nicht nur einem Partner auf, sondern mehreren/einer Gruppe, die auch eher Lösungen finden kann und nicht unter dem Druck zusammen bricht. Andererseits hilft man einen Gestürzten tragen, wenn man selbst grad wieder Luft hat und wird von dessen Problemen nicht vollkommen aufgerieben. Ich denke nicht, dass der Mensch für die heutigen Mikrofamilien geschaffen ist. Die reiben sich untereinander an ihren Ansprüchen kaputt. Meine Meinung. Ich kenne mehrere polyamore Beziehungsgeflechte. Alle sind unterschiedlich. Alle eint etwas: sie funktionieren seit Jahren stabil. Und es scheint niemand "zu kurz" zu kommen. Nicht jeder Mensch ist für das traditionelle Modell geschaffen, das z.B. auch ein gemeinsames Wohnen impliziert. Manchen taugt die "Satellitenfunktion" viel mehr. Jeder trägt das an Verantwortung, was er vermag. Auch das ist Gegenstand permanenter Absprachen. Man lernt viel in solch engen Bindungen. Vor allem über sich selbst. Manchmal gefallen einem solche Erkenntnisse nicht, vor allem dann nicht, wenn man rein intellektuell an der romantisch verbrähmten, gesellschaftlich anerkannten Variante hängt, aber praktisch feststellt, dass es so eben nicht funktioniert. Zu guter Letzt mag ich noch einen Trugschluss aufklären. Polyamorie heisst nicht, dass man mit jedem Partner das Gleiche teilt. Man liebt jeden Partner ja. Aber Liebe hat viele Facetten und nicht mit jedem Menschen kann man alle diese Facetten ausleben. Bei einem ist vielleicht mehr der freundschaftliche Aspekt im Vordergrund, bei dem anderen der sexuelle, beim dritten der intellektuelle. Das sagt rein gar nichts über die TIEFE der Gefühle füreinander aus. Es sagt nur aus, dass die Beziehungen nur begrenzt vergleichbar und gar nicht austauschbar sind. Ich wäre übrigens sehr dafür, dass auch polyamore Lebensmodelle als Lebenspartnerschaften eingetragen werden können. Derzeit ist es so, dass alle offiziellen Regelungen notariell niedergelegt werden müssen. Ohne Vollmachten kann eine polyamore Familie ein Familienmitglied nicht mal im Krankenhaus besuchen, sollte es nicht bei Bewusstsein sein und dies selbst verlangen können. Oft müssen selbst enge Verflechtungen in diesem Rahmen geheim gehalten werden, damit es keine Anfeindungen gibt. Gerade vor den blutsverwandten Familien, die oft so gar kein Verständnis aufbringen. Das kann z.B. auch beim Todesfall ganz üble Folgen zeitigen. Ein rechtlicher Rahmen für eben "andere" Formen des Zusammenlebens wäre dahingehend wünschenswert. |
| Jagdwolf | [QUOTE][i]Original geschrieben von devotion [/i] [B](...)Zu guter Letzt mag ich noch einen Trugschluss aufklären. Polyamorie heisst nicht, dass man mit jedem Partner das Gleiche teilt. Man liebt jeden Partner ja. Aber Liebe hat viele Facetten und nicht mit jedem Menschen kann man alle diese Facetten ausleben. Bei einem ist vielleicht mehr der freundschaftliche Aspekt im Vordergrund, bei dem anderen der sexuelle, beim dritten der intellektuelle. Das sagt rein gar nichts über die TIEFE der Gefühle füreinander aus. Es sagt nur aus, dass die Beziehungen nur begrenzt vergleichbar und gar nicht austauschbar sind.(...)[/B][/QUOTE] Und was genau unterscheidet eine sog. polyamore Beziehung dann bitte von einer gewöhnlichen monogamen Zweierbeziehung? Ein Sexualpartner und sonst verschiedene Freunde, bei denen ich verschiedene, andere Bedürfnisse befriedige. Man darf schließlich mehr Menschen lieben, als nur seine Eltern und seinen Partner. (Was vielleicht tatsächlich nicht jedem bekannt ist.) Der eine oder andere Freund weiß, dass ich ihn liebe. Mir scheint, dass polyamore Konstrukte oft halt grade hip sind und ansonsten dazu dienen sollen, sich offener als der Durchschnitt zu präsentieren und abzugrenzen. Ich meine, jetzt wo BDSM dank einer schriftstellerisch untalentierten Hausfrau nicht mehr dazu geeignet ist, besonders verrucht, anders, oder elitär zu wirken, müssen eben Ausweichkonstrukte her. |
| devotion | Also eine Beziehung ist für mich was anderes als ein Freund. Mit einem Freund schlafe ich nicht. :) Aber dennoch sind Beziehungen zwischen Menschen nie wirklich GLEICH, ob sie nun hintereinander oder nebeneinander laufen. Naja, die polyamoren Menschen (mich eingeschlossen) die ich kenne, waren dann ihrer Zeit weit voraus, wenn man jetzt sowas "hip" nennt. Ich denke eher, dass sich viel mehr outen. Grad weil die Zeiten entspannter sind. |
| rainraven | Wenn ich das so lese, muß ich davon ausgehen, daß "polyamor" sich von"Freundschaft" nur durch den Sex unterscheidet. Und auch wieder nicht. Denn ich hatte auch schon Sex mit "nur einem Freund", ohne, daß ich dies deswegen als etwas anderes als Freundschaft gesehen hätte oder es gar als eine "Beziehung" definiert hätte. Und auch ich gehe mit Jagdwolf in der Art konform, daß ich einige Menschen auf verschiedene Art und Weise liebe, einer davon ist mein langjähriger Partner, die anderen sind das, was ich unter echten Freunden verstehe, dann gibt es noch Familienangehörige und einen ganz speziellen Freund. Mit diesem verbindet mich eine besondere Art der Seelenverwandtschaft und Anziehung, aber zur Beziehung eignet er sich schlichtweg nicht. Würde ich ein polygames Beziehungsmodell befürworten, würden wir sicherlich auch Sex haben, da er mich körperlich unheimlich anzieht und andersrum, aber für mich und meinen Beziehungspartner eignet sich aus mehreren Gründen keine Beziehung, in der man wechselnde Geschlechtspartner hat und das ist gut und okay so. In den "besonderen Freund" war ich gut und gerne auch eine Zeit lang verliebt oder von ihm sehr angetan (mein Partner hat es notgedrungen hingenommen, war aber nicht erbaut davon-andererseits schätzte ich lange auch nicht seine innige Freundschaft zu seiner Ex) und ich spüre auch oftmals ein erotisches Kribbeln bei fast all meinen anderen männlichen Freunden, aber da wir alle in "normalen" monogamen Beziehungen/Ehen leben, kommt nichts als Freundschaft und Flirt in Frage. Für mich ist das auch kein Problem. Körperlichkeit und Nähe auf mehreren Ebenen spielt zwar auch hier eine große Rolle, aber es gibt keinen eigentlichen Sex außerhalb der eigenen Beziehung. Das ist für uns alle okay und "richtig". Mir macht das "Spielen" (Flirten) sowieso mehr Spaß als das "Habenkönnen" (jemanden erobern, ins Bett kriegen). Ich halte es nicht für pauschal so, daß monogame Beziehungen mehr belastet sind als polygame Modelle und zum Scheitern verurteit wären, im Gegenteil. Ich werde tagtäglich eines Besseren belehrt. Fast alle meine Freunde (die meisten aus der Schwarzen Szene) sind inzwischen glücklich verheiratet und das aus gutem Grund, und mit ihrem Partner, dem sie seit vielen Jahren treu sind. Ich kenne zwei, drei Menschen näher, die eine offene Beziehung/Ehe führen oder sich als polyamor bezeichnen, aber bei diesen klappt das "Poly" eher nicht so gut (die Ehe zum eigentlichern Partner schon, es ist dann halt z.B. bloß kaum mehr Sex vorhanden, aber alles andere ist harmonisch) und bringt meist Probleme und Herzschmerz mit sich. Aus diesem Grund sehe ich das "polyamor" eher skeptisch und als Versuch, als sexuell oder emotional unbefriedigter Mensch in seiner Beziehung ein alternatives Lebens-und Liebes-Modell zu finden, wo man sich Rosinen rauspickt oder auf nichts verzichten möchte-ganz, wie es dem Zeitgeist der aktuellen Epoche entspricht. Aber fürs Funktionieren ist so ein Beziehungsmodell noch lange keine Garantie, bloß, weil mehrere Menschen involviert sind. Es geht so gut oder schlecht wie auch monogame Beziehungen funktionieren oder auch nicht, wenn man sich bloß drum bemühen würde... |
| devotion | Siehst Du Rainraven, es ist so, dass ich in meinem Umfeld eher schlechte Erfahrungen gesammelt habe mit monogamen Beziehungen. Ich bin seit über 7 Jahren verheiratet, seit 9 Jahren mit dem betreffenden Mann liiert und mit weitem Abstand damit die "Dienstälteste" in einer festen Paarbeziehung. Zu der zwischenzeitlich aber auch andere Partner gehörten. Auch über Jahre. Die monogamen Beziehungen gingen aus zwei Gründen kaputt. Überforderung und Untreue. In offenen Beziehungen fällt ein absoluten k.o.-Kriterium schon mal weg, dass auch mich veranlassen würde, eine Beziehung zu beenden - Verlogenheit. Zumindest die sexuell konotierte. Ich für mich kann Polyamorie sicher gar nicht rein auf das Sexuelle zurückbrechen. Sex ist wichtig und richtig, aber gerade in stabilen, langanhaltenden Konstellationen hat man auch nicht mehr Sex als andere Menschen. Auch bei Dreierkonstellationen schleicht sich irgendwann der Alltag ein. Klingt ernüchternd, ist aber so. Sex ist für mich die reinste Art der Hingabe an einen geschätzten, geliebten Menschen. Das muss nicht immer Beziehung heißen und die Grenzen zwischen Freundschaft und mehr sind bei mir sehr fließend. Aber eine Beziehung ist denn doch was anderes, weil die auch mit gewissen Ansprüchen einher geht. Nicht Treue in dem Fall, aber Verlässlichkeit, die Beachtung von Regeln und vllt auch der kleine, aber sehr wichtige Unterschied, auch mal in der Öffentlichkeit Hand in Hand rumzulaufen. Zusammengehörigkeitsgefühl. Sicherheit, Geborgenheit. Ganz traditionelle Vorstellungen funktionieren auch polyamor. So hab ich es erlebt und weiss von anderen, dass es dort auch so funktioniert. Ich denke, das Bild von u30ern, die das Konzept Polyamorie für sich entdeckt haben, um wild in der Gegend rumzuv .... (yeah!), sitzt tief. Die Leute, die ich kenne, sind 40 und teilweise ü50. Da zieht das Argument viel weniger. In dem Alter weiss man, wer man ist und probiert sich nicht mehr sinnlos in der Weltgeschichte aus. Zudem .... polyamore Lebensmodelle sind weissgott anstrengend. Ich könnte mir besseres vorstellen. Es hat meist triftige Gründe, warum man sein Leben "freiwillig" so verkompliziert und die haben häufig wenig mit Sex zu tun. Um jemanden zu zitieren: "Schwänze gibt es überall!" Drehte es sich nur um Sex, würde man sich auch nur den holen. Dazu das alltägliche Hickhack mit mehren Partnern auf sich nehmen? Bissgen aufwändig. Das von außen rein sexuell betrachtete Modell Polyamorie, das ja heisst, man liebt mehrere Menschen gleichzeitig und führt auch Beziehungen mit ihnen, greift da zu kurz. |
| rainraven | [QUOTE][i]Original geschrieben von devotion [/i] [B] In offenen Beziehungen fällt ein absoluten k.o.-Kriterium schon mal weg, dass auch mich veranlassen würde, eine Beziehung zu beenden - Verlogenheit. Zumindest die sexuell konotierte. Ganz traditionelle Vorstellungen funktionieren auch polyamor. So hab ich es erlebt und weiss von anderen, dass es dort auch so funktioniert. [/quote] ja, doch können auch polyamore Beziehungen scheitern an all dem, an dem auch "ganz normale" Beziehungen scheitern. Und dann verliert man gleich mehrere geliebte Menschen, und nicht nur einen. [quote] Ich denke, das Bild von u30ern, die das Konzept Polyamorie für sich entdeckt haben, um wild in der Gegend rumzuv .... (yeah!), sitzt tief. Die Leute, die ich kenne, sind 40 und teilweise ü50. [/B][/QUOTE] das sind die Leute, die ich kenne, auch. "Wilde u30er" sind da eher nicht. Und die, die "wild rumv...", sind auch Ü40... Ich glaube nicht, daß man bestimmten Gruppierungen oder Gesellschaftsschichten pauschal bestimmte Beziehungsmodelle zuordnen kann. Ich denke, an einer stabilen Partnerschaft, egal, ob zu zweit oder zu mehreren, muß man immer arbeiten und Kompromisse schließen. Von alleine kommt nichts. Bloß haben viele Leute verlernt, auf die Bedürfnisse Anderer zu achten. Ich weiß aber auch nicht, was denn das "Besondere" an Polyamorie sein soll. Manche Menschen haben einfach innige Beziehungen zu Freunden oder sexuelle Interaktionen mit mehreren Menschen, zu denen sie sich auch mit dem Herzen hingezogen fühlen und einen Teil ihres Alltages oder Lebens teilen. Ob sie es jetzt aber "offene Beziehung", "polyamor", "erotische Freundschaft" oder sonstwie nennen oder gar nicht kategorisieren, ist doch eigentlich ihre Sache und eigentlich Jacke wie Hose, oder? Ich glaube nur, daß man es sich ein bißchen zu leicht macht, wenn man denkt "ah, mit dem einen hats nicht funktioniert, also nehm ich den anderen noch dazu, weil so schlecht gings mir ja eigentlich auch nicht mit dem, was ich habe, aber dies oder das hat noch gefehlt..." Mit mehreren Menschen wird ja auch nicht alles einfacher, es nehmen dann ja auch die zwischenmenschlichen Probleme zu. :) |
| apnoe | Glaube das Problem bei uns Menschen ist, dass wir im Sexualverhalten größtenteils Polygam sind. Und auf der anderen Seite im Bereich der emotionalen Liebe dazu neigen nur einen bestimmten Menschen zu Idolisieren bzw. zu Idealisieren. Wahrscheinlich ist der einzige Weg für uns Menschen jegliche Bewertungen abzustellen, die zur Abwertung oder Aufwertung anderer Menschen auf Grund deren Verhalten führen könnte. Das ist zumindest eine Möglichkeit zu einem guten Sexualverhalten zu kommen. Denn dann gibt es keine "verdorbenen" Huren und keine "heiligen" Idole mehr... |
| devotion | Jeder Mensch hat seine Stärken und seine Defizite. Das "Ziel" von Polyamorie ist ja nicht, so viele Partner einzusammeln, bis man aus allen dann den "einen" perfekten rausextrahiert hat. Den "einen" gibt es meiner Meinung nach gar nicht. Liebe hat stets unterschiedliche Facetten, für den einen brennt man heller, für den anderen wärmer. Dauert die Beziehung viele Jahre ändert sich das auch innerhalb ein und derselben Beziehung. Auch die Menschen ändern sich dabei. Stärken und Defizite verschieben sich. Das althergebracht sehr statische Konzept 1+1=2 und fertig zeigt sich selbst in dem Gedankengang von rainraven. Womit ich keine Kritik üben will, ich will nur drauf hinweisen, dass es Menschen gibt, die diesen Gedankengang überhaupt NICHT hegen. In deren Wesen es nicht angelegt ist, in solchen Kategorien zu ... fühlen. Denn man "entschließt" sich ja nicht, so zu sein. Das ist etwas, was in einem drin steckt. apnoe stimme ich zu, was die Polygamie betrifft, in der wir alle veranlagt sind. Ich denke, dass die Fixierung auf einen LEBENSpartner etwas sehr ungesundes ist. Wenn Beziehungen lange harmonisch verlaufen, ist das schön, was ich für mich ablehne, ist mit dem Anspruch heran zu gehen, dass es immer so weiter ginge. Das tut es nämlich nicht, nicht ohne Arbeit aneinander und miteinander. Dann passiert genau dieses bequeme "passt schon irgendwie, lasse ich mal weiter laufen, obwohl ich eigentlich was anderes wollen würde" - Phänomen, was rainraven schilderte. Ich denke nämlich, dass viele sehr langlebige Beziehungen auf diesem Status stehen geblieben sind. Egal ob homo, hetero oder sonstwie. Diesen Status für polyamore Menschen zu reklamieren, halte ich für falsch. Auch da ist jede einzelne Beziehung anders zu werten. Und das Argument, man sei mit der Hauptbeziehung unzufrieden und suche sich "Abwechslung" oder eben was Besseres, um dann beides nebeneinander her laufen zu lassen .... ich denke nicht, dass solche Affären, die sich zu Ende mancher Beziehung ergeben, wirklich polyamore Geschichten sind, weil mit Liebe zum Hauptpartner hat das nichts mehr zu tun. Das sind Übergangsphänomene zur Ablösung der alten Beziehung, die auch nicht lange halten. Warum ist man nun eigentlich polyamor? Ich denke, weil man mehr Liebe braucht, als einem ein Partner allein geben kann, mit allem, was dazu gehört. Und weil man selbst so viel Liebe in sich trägt, dass sie ausreicht für mehrere Partner. Weil man in den genormten Konstellationen nicht fühlen kann, das hinten und vorne nicht ausreicht und man im Laufe der Jahre immer frustrierter dabei wird und dies an dem einen Partner auslässt, der einem anscheinend nicht gerecht werden kann. (Und auch nie wird.) Ich fühle mich in Kleingruppenkonstellationen wohl, das gibt mir die Sicherheit die ich brauche und die Zuneigung, die mir wichtig ist. Und trotzdem habe ich die Möglichkeit, mich auf mich selbst zurück zu ziehen, ohne dass das Gebilde damit zusammenbrechen würde. Achja, ein Tipp: Ich habe gehört, dass es in Großstädten Stammtische zu offenen Beziehungen gibt. (Man lernt nie aus.) Soll ganz nett sein. :) |
| Demon17 | Ja da staunt der Misanthrop. |
| apnoe | Ich wäre froh, wenn ich gar keine Sexualität hätte. Wär verdammt gern eine sich einfach nur permanent, zyklisch teilende Zelle in der Ursuppe. (Kann man die Ursuppe auch als Polyamorös bezeichnen??) Es ist ziemlich doof, jetzt wo ich seit 08.11.2013 keinen Tabak mehr angerührt habe, beginnt jetzt so langsam meine Libido auszuufern bzw. fast grotheske Züge anzunehmen. Derzeit würde ich zu jeder sexuellen Beziehung ja sagen. Hmm ich glaube deine Threaderöffnung trifft es schon gut Lady Ash, man muss das gut Besprechen und durchweg gut Kommunizieren, damit aus Polyamorie keine einseitige Sache wird. Es ist ja sogar bei platonischen Freundschaften oft so, dass die ehr von der einen als der anderen Seite ausgehen. Und wenn dann auch noch starke Emotionen wie die Liebe und der Sexualtrieb ins Spiel kommen, dann kann es für die eine oder andere Seite bestimmt schnell quälend werden, wenn Polyamorie zelebriert wird. Ich selbst bin mittlerweile 100% Misanthrop. 100% Clean (Nichtraucher, Antialkoholiker)... Und ich beginne gerade mir in einer StraightEdge Rolle enorm gut zu gefallen. Wenn ich es erstmal 12 Monate ohne Tabak geschafft habe. Was am 08.11.2014 der Fall sein wird, werde ich auch wieder mehr als 2 Stunden täglich Sport machen und evtl. mal nach nem Krav Maga Verein oder Tae Kwon Do in meinem Dorf oder in Kassel gucken. Ich brauche weder eine Polyamröse noch eine Platonische Beziehung zu irgendwem. Und ich wünschte mir, meine Libido würde nicht mit jedem Tag der ohne Tabak gelebt wird schlimmer... |
| Lady Ash | Lieber Apnoe, da du mich so oft hier ansprichst: *tiefer Knicks* ... es freut mich, dass Ihr in meinem bescheidenen Denkversuchen ein wenig Vergnügen findet, mein Herr ... *wedelt ein bisschen mit ihrem Fächer* ;-) Was du über A-Sexualität sagtest ist interessant. Auf dem letzten Poly-stammtisch, den ich besuchte, war ein Mann, der von sich sagte, er habe nicht nur keine Beziehung, sondern wünsche sich auch keine. Es war mir nicht ganz klar, warum er auf einem Polystammtisch war, aber was er sagte, war interessant. Ein nicht poly-Freund von mir meinte, ihm scheinen meine ganzen Polykontakte mehr eine Ansammlung von Querdenkern als eine Gruppe sexuell Übermotivierter zu sein. Je mehr ich mich da hineinfinde, desto mehr glaube ich das auch. Ich schlafe mit genau einem Mann (bin also nicht "aktiv" poly), aber Querdenken liegt mir irgendwie. Und (darum?) fühle ich mich bisher wirklich wohl bei den Polyleuten. Obwohl es dort mit Sicherheit auch ein Kontingent an weniger interesanten oder sympathischen Menschen geben wird. |
| apnoe | Lass das lieber mit dem Knicksen Lady Ash, devote Schätzileins sind mir suspekt und unsympathisch :D - Besonders wenn sie dann auch noch von Faechern anfangen, (Alle Feachertraeger haben was zu verbergen, genau wie Menschen mit _großen_ Schlangen!! Die mit den kleinen hochgiftigen sind extrem cool, besonders wenn sie sich das Gift ihrer Schlange schiessen... siehe meine Signatur ;) )... So viel zu dir und mir ;) Ich bin schon über ein Jahr ohne Beziehung und auch über ein Jahr ohne Sex mit einem Partner. - Kann nicht sagen dass ich groß was vermisse dabei, denn ich habe zwei sehr geschickte und intakte Hände... Hmm Poly-Leute... Da muss ich zuerst an die Pocken denken, wenn du sowa schreibst :P Naja Polyamorie-Stammtisch, klingt verdammt interessant... Und die Leute da sind sexuell garnicht übermotiviert?? Das sind garkeine Polyamoristen??? (Was genau hat der eine Typ erzählt was so interessant ist? Der der gar keine Beziehungen will...?!) - Kann ich nur sagen "Topic Missed!" was deine Polyamoristenbewegung angeht ;) Hmm. Ich bin gerade trotz regelmäßiger Selbstbefriedigung. (Die letzten zwei Wochen umdie 2 x täglich, kann man glaub' schon als Satyrie bezeichnen) dabei meine Energien wieder mehr durch Sport zu kanalisieren als durch Selbstbefriedigung. Und das geht jeden Tag der ohne Nikotin gelebt wird besser... ...Rauchen ist echt sowas selten-dämliches!! Bedenk nur: Du rauchst nicht nur deine Gesundheit, 2000,- € jährlich und als Mann auch noch deine Sexualpotenz aus dem Fenster, nein!! Du hast nicht mal was davon, wenn du mehr als 1 Zigarette in 24 Stunden rauchst, weil sich dann nicht einmal ein Nikotinflash beim Rauchen einstellt und du komplett Rauschlos deine 50 Gramm Tabak in 24 Stunden durchziehst. Ich bin sogar so weit gegangen meine letzten zwei 40G Tabakpackungen Nelson zurück zum LIDL zu bringen und mein Geld wieder zu holen, ich hab sogar 6 x 0,75L Rotwein ebenfalls zurückgegeben und habe insgesamt fast 20,- EUR an Bargeld rausbekommen. Auf Alkohol zu verzichten ist für mich ein exponentielles leichter als auf den Tabak zu verzichten. - Alkohol, denke ich garnicht dran, nichtmal hintergründig. -- Die Lust auf eine Zigarette ist mein täglicher Wachzustandsbegleiter.... Lady Ash: Du kannst ja, wenn du die Problematik auch kennst, so wie viele viele Menschen, nen Thread starten "Suchtproblematik im Alltag des Menschen" oder mit vergleichbarem Titel. - An dem Beitrag beteilige ich mich dann mit weniger Off Topic als in diesem hier, versprochen!! :D OT: Wer nicht raucht, kriegt ein größeres Glied. Denn das Genital des Mannes ist eigentlich auch nur ein Gefäß, genannt Schwellkörper. (Kein Scheiss, ich konnte das zwei mal täglich im letzten Monat ohne Rauchen bei mir beobachten!! Vor allem hat man als Nichtraucher auch nicht das Problem mit dem aufrechterhalten der Errektion beim Kondumüberstreifen... !!) T: Wenn Polyamorie dann doch bitte mit Stil: [url]http://linux-is-lord.de/irc_gentoo_de/solarseed/sexmarathon.jpg[/url] :D |
| rainraven | da hab ich auch einen Artikel zum Thema gefunden: [url]http://de.nachrichten.yahoo.com/ein-mann--2-frauen--us-paar-lebt-polyamorös-112337766.html[/url] Polyamorie ist wohl jetzt "in" |
| apnoe | Bei den Mormonen war Polyamorie schon immer "in"... Aber auch nur ein Mann mit vielen Frauen.... Zu letzt war was in den US - / Internationalen Medien mit mißbrauchten Kindern in Mormonensiedlung(en) oder aehnliches... |