| NARRator | ist es euch schon mal aufgefallen, das das sterben und die anschließende beseitigung des leichnams in unserer heutigen gesellschaft völlig anonymisiert wurde... ich meine damit zum bespiel das man heutzutage in irgendeinem sterilen zimmer in irgendeinem krankenhaus sein leben aushaucht, danach wird man so schnell wie möglich unter die erde geschafft (von irgendwelchen anonymen menschen) und vergessen... also ich würde gern im kreise von menschen die ich liebe sterben und persöhnlich abschied nehmen und vielleicht noch ungesagtes sagen... was haltet ihr davon das in unserer gessellschaft der tod völlig verdrängt wird, früher war das nicht so... warum??? |
| deadsoul | hm.. was genau meinst du denn mit früher? Das Thema Tod ist doch schon immer sehr verpönt gewesen. Niemand denkt gerne daran, viele haben sogar Angst. Und Friedhöfe funktionieren zumeist nach dem Prinzip "aus den Augen, aus dem Sinn", zumal sie meist sehr abgelegen angelegt worden sind. Aber das ist nicht überall so... Bei meiner Oma, war es z.b. so, dass sie in ihrem Haus gestorben ist. Ich bin nur wenige Stunden daraufhin dort angekommen und fast die ganze Familie war dort versammelt. Meine tote Oma lag im unten liegenden Gästezimmer "aufgebahrt" und jeder konnte sich nochmal in Ruhe von ihr verabschieden. Ich weiss, das ist nicht grade das übliche Verfahren, aber half den meisten doch sehr sehr viel dabei mit ihrem Tod und dem Lebensende ansich umzugehen. Das war vor ca. 3 Jahren. Und auch heute noch wird zum Hochzeitstag und Geburtstag eine kleine hm... Kaffeerunde im Gedenken an sie veranstaltet, zumal mein Opa noch putzmunter ist... Und auch von anderen, vor allem älteren Menschen, hab ich zu höhren bekommen, dass sie diese Art sehr schön finden... Hängt der Umgang mit dem Tod nicht auch sehr mit dem eigenen Lebensalter zusammen?! |
| Tears | [QUOTE][i]Original geschrieben von NARRator [/i] [B]ist es euch schon mal aufgefallen, das das sterben und die anschließende beseitigung des leichnams in unserer heutigen gesellschaft völlig anonymisiert wurde... ich meine damit zum bespiel das man heutzutage in irgendeinem sterilen zimmer in irgendeinem krankenhaus sein leben aushaucht, danach wird man so schnell wie möglich unter die erde geschafft (von irgendwelchen anonymen menschen) und vergessen... also ich würde gern im kreise von menschen die ich liebe sterben und persöhnlich abschied nehmen und vielleicht noch ungesagtes sagen... was haltet ihr davon das in unserer gessellschaft der tod völlig verdrängt wird, früher war das nicht so... warum??? [/B][/QUOTE] Finde es ziemlich erschreckend, dass das ganze so anonymisiert wird. Es geht ja auch schon mit dem Ort der Beerdigung soweit. Schon mal was von anonymen "Friedhofswiesen" gehört ? Eine Wiese die abgegrenzt ist und dort werden dann die Menschen beerdigt. Keinerlei Grabstein, nichts. Man würde im Grunde gar nicht wissen, wo der jenige beerdigt wurde. Und betreten darf man die Wiese ja sowieso nicht. Das soetwas überhaupt erfunden wurde ? Die Angehörigen haben doch dann keinerlei Möglichkeiten wo sie hingehen können, da es eben so anonym ist. Also mir würde das nicht passen. So passiert es doch noch schneller, dass man vergessen wird. Und ist es nicht so, dass ein Mensch erst dann wirklich richtig tot ist, sobald er nicht mehr in den Erinnerungen exestiert ? |
| NARRator | mit früher meine ich das der tod in der vergangenheit sehr wohl thematisiert wurde, man schaue sich nur das barok an, da gibt es in der kunst und literatur überhaubt kein anderes thema. oder das 18. bzw. 19. jhd. die zeit in der die ganzen schönen friedhofsfiguren entstanden sind... und in der heutigen zeit? ich habe meine oma, meine uroma und meinen älteren bruder nach ihrem tod nicht mehr zu gesicht bekommen... und neulich habe ich sogar einen artikel gelesen, das die leichen in dtl. nicht schnell genug verwesen, und darum ein verfahren entwickelt wurde , damit leichen schneller verrotten um mehr platz auf dem friedhof zu schaffen... krass oder??? |
| Aramathea | das thema tod wird irgendwie von vielen so ganz ausgeschlossen.. man sagt"der tod gehört zum leben " doch wird man das auch noch sagen wenn man schwer krank ist ..will man dann noch glauben dass das leben ist ?na ja hat jetzt gar nichts genau damit zu tun.. was ich sagen will ist..ich würde mir auch wünschen im kreise von lieben mitmenschen zu sterben.. udn ungesagtes sagen..mich entschuldigen.. mein gewissen entlasten.. doch man weiß nie ob das möglich sein wird..ob man überhaupt noch sprechen kann? alles ungeklärt..man kann nur das "beste" in dem fall hoffen.. |
| Philps | Hm, das mit dem Verrottungsproblem hab ich auch gehört, aber da braucht man doch kein neues Verfahren entwickel, sondern einfach mehr Einäscherungen vornehmen. Wäre das nicht praktischer? Allgemein wird auch gesagt, je älter der Mensch wird, desto eher sehnt er den Tod herbei. Gemeint damit ist, dass nur wenige Menschen hundert werden und noch weniger hundert sein wollen. Man hat ein Jahrhundert gelebt, vieles verloren/durchgemacht etc. Insofern ist der Todeswunsch erklärbar. (oh, bin vom Th. abgek. -_-°) Und wenn diese Menschen eben keinen familiären Anschluss mehr haben, wie sollen sie anders sterben als anonym? Wie können Alte, sehr Alte noch Kontakte und Beziehungen knüpfen? (da kommt man wieder mal auf die Gesellschaft zu sprechen) Den Krankenschwestern, Pflegern etc. kann man nicht zutrauen am Bett eines Sterbenden Händchenhaltend zu sitzen, abgesehen davon dass der Patient und diese Person sich weder so eng kennen (wie das in der Familie ist), noch einander mögen müssen. Und sterben bei der anwesenheit einer Person mit der man nicht grün ist? Ach ja, ein anderer Grund dagegen ist Personalmangel...hab'sch fast vergessen. Die haben soviel zu tun, da muss man doch das Gefühl haben (wenn man stirbt), die warten nur darauf, dass man den Löffel abgibt, damit sie wieder zu ihren anderen Patienten können. Ich persönlich würde lieber sterben, ohne sich dabei von der anwesenden Familie beobachtet zu wissen. Da würde ich schon meine Ruhe wollen...aber diese ansicht kann sich noch ändern, ist ja wohl noch Zeit. PS: eine Lösung für Todkranke, Alte etc. die nicht allein sterben wollen, wäre doch dieser Sterbebegleiter Dienst, oder? |
| White_Fang | Hat einer von euch zufällig am Freitag(20.12.2002) DCTP Nacht bei Vox gesehen? Thema war, unter anderem, Interner Terror, Kannibalismus und Hexerei in Afrika. Angesprochen wurde auch folgendes Ritual zur Aufbewahrung der Toten: Es gibt, oder gab, ein Volkstamm in Afrika, das nach der Bestattung den Gestorben verspeißt. Er wird zunächst gekocht, und nur die engsten Freunden und Familienmitglieder dürfen/müssen ihn essen. Gedanklicher Hintergrund ist folgendes. Zum einen steht ein Kochtopf, seine Form und Beschaffenheit, für den weiblichen Uterus. Also denn Ursprung des Menschlichen Lebens. Zum anderen lebt der Tote in seinen Freunden weiter, bzw. wird dort wiedergebohren. Mag es etwas eigenartig sein. Aber die Freunde bringen doch ein nicht unerhebliches Opfer für den Verstorben. Immerhin müssen sie sich überwinden und ihn aufessen. Und ich finde, wenn der Tod eines anderen, rituell einen selbst direkt betrifft, vor allem auf so drastische Art und Weiße, hat man ein viel lebendigeres Verhältnis zum Tot. Er ist nicht mehr etwas Abstraktes außerhalb der Lebens hockendes Etwas. Und die Toten vergisst man auch nicht so schnell. |
| Nordmann | White_Fang, Ich hab's gestern gesehen. (Findest du nicht auch, dass diese Professorin eine äußerst erotische Stimme hat? ;)) Diese Form der "Beerdigung" im eigenen Körper ist doch gerade ein Beispiel dafür, wie sehr der Mensch sich doch Gedanken über den Tod und das "Danach" macht. Ich empfinde es nämlich nicht so, dass der Tod "totgeschwiegen" wird, oder gar anonymisiert. In unserem Kulturraum ist doch z.B. sehr beachtlich, dass fast jedem Toten von seinen Angehörigen eine Todesanzeige in der örtlichen Zeitung gewidmet wird. Gerade dies ist doch genau das Gegenteil einer Anonymisierung, da der Tod an eine Öffentlichkeit getragen wird, und Menschen davon erfahren, die es ansonsten gar nicht mitbekommen hätten, da sie den Verstorbenen entweder nicht kannten, oder auch schon länger keinen Kontakt mehr zu ihm hatten. Hier wird doch gerade die Öffentlichkeit gesucht. Auch Trauerfeiern innerhalb der Gemeinde tragen den Tod an die Öffentlichkeit, allein durch die Tatsache, dass sie eben öffentlich sind. Jeder, der dem beiwohnen möchte, kann sich in der Totenmesse einfinden, und daran teilnehmen. Die Verwandten versuchen dies ja auch nicht zu verhindern, sondern freuen sich über die Anteilnahme. Letztendlich sind auch kleine Dinge, wie ein Grabstein, Indizien dafür, dass es trugschlüssig ist, davon auszugehen, dass der Tod auf irgendeine Weise tabuisiert wird. Wollte man das Ganze unter den Teppich kehren, würde man doch keinen Stein mit Namen dort aufstellen, sondern den Verstorbenen irgendwo anonym verscharren - "Aus den Augen aus dem Sinn..." Dass immer wieder der Eindruck entsteht, dass der Tod tabuisiert wird, kann ich mir nur so erklären, dass ein noch höherer Bedarf besteht, darüber zu sprechen, als es nun schon der Fall ist, obgleich ich das jetzige Maß nicht als gering einschätze. Der Bedarf scheint also enorm hoch zu sein. Interessant sind die unterschiedlichen Strategien der verschiedenen Kulturen, um mit dem Tod umzugehen, und diesen zu verarbeiten. Während wir ein Grab errichten, um eine symbolische Anlaufstelle zu haben, essen diese oben beschriebenen Menschen halt ihre Verstorbenen, um ihnen nahe zu sein. Warum nicht? Wäre man in diesem Kulturraum aufgewachsen, so würde man es nicht einmal ekelig finden. :D |
| crying_corpse | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tears [/i] [B] Finde es ziemlich erschreckend, dass das ganze so anonymisiert wird. Es geht ja auch schon mit dem Ort der Beerdigung soweit. Schon mal was von anonymen "Friedhofswiesen" gehört ? Eine Wiese die abgegrenzt ist und dort werden dann die Menschen beerdigt. Keinerlei Grabstein, nichts. Man würde im Grunde gar nicht wissen, wo der jenige beerdigt wurde. Und betreten darf man die Wiese ja sowieso nicht. Das soetwas überhaupt erfunden wurde ? Die Angehörigen haben doch dann keinerlei Möglichkeiten wo sie hingehen können, da es eben so anonym ist. Also mir würde das nicht passen. [/B][/QUOTE] ich finde jeder soll auch die möglichkeit haben so zu sterben... ich find z.b. diese art beerdigt zu werden sehr viel interessanter als die "normale" art und sehe somit keinen grund warum es sowas nicht geben sollte |
| lichtlein | viele leute haben nunmal angst vor dem tod und mit allem was damit zu tun hat. früher war der umgang mit dem thema auch noch anders, weil viele unterschiedliche generationen noch zusammen unter einem dach gelebt haben...es war nichts schreckliches daran, wenn jemand zu hause gestorben ist. heute werden doch die meisten alten leute sofort in ein alten- oder pflegeheim...ich sag mal..abgeschoben, weil für die angehörigen die verantwortung einfach zu groß ist, sie keine zeit haben oder was auch immer da für faktoren zusammen kommen. meine oma zum beispiel ist an krebs bei uns zu hause, im kreise der familie gestorben. es war für mich eine sehr schwere zeit, aber für meine mutter, die sie gepflegt hat noch viel mehr. es tut wahnsinnig weh, wenn man ansehen muss, wie ein geliebter mensch immer schwächer wird...nicht mehr essen, nicht mehr trinken kann...wenn er einem noch dinge sagen möchte, aber nicht mehr sprechen kann...wie man miterlebt, dass dieser mensch sein leben nocheinmal durchlebt - im traum, er dich rigendwann nicht mehr erkennt und dann ins koma fällt um endlich erlöst zu werden. trotz all dieser dinge, war es eine für mich wichtige und gleichzeitig auch gute erfahrung. ich konnte mich auf ihren tod vorbereiten und mich von ihr verabschieden und ich mache mir auch keine vorwürfe, dass ich dies und jenes nicht mehr sagen konnte... |
| Any Body | anonyme gräber.. ja.. als hinterbliebene wird man gefragt, welche art der beerdigung gewünscht wird. alles muß ruckzuck entschieden werden damit binnen kurzer zeit alles geregelt ist und 'das leben' wieder seinen 'normalen' gang gehen kann.. anonyme begräbnisse, weil sie pflegeleichter sind, weniger kosten und die toten ohnehin kaum noch aufgesucht werden, aus welchen gründen auch immer.. wenn ich lese, dass die älteren des öfteren die geburtstage oder hochzeitstage celebrieren, dann kann ich dem zustimmen. mein opa verhält sich auch noch so, obwohl er wieder mit einer anderen frau zusammenlebt. *** die toten oder diejenigen, die sich damit intensiv auseinandersetzen entscheiden schon lange im voraus für sich selbst, welche art von beerdigung sie wünschen, ob sie eine wünschen und wo sie ihre letzte ruhestätte sein soll- auch glaube ich, daß sie wissen, wie sie sterben wollen und welche art von tod sie herbeisehnen.. testamente bzw. der letzte wille wird verfasst, und wie kommt man drauf? durch den abschluß von lebensversicherungen, weil hierin angegeben sein sollte, an wen das geld nach dem tod gehen soll.. die banken bürgen dafür oder auch nicht.. es ist alles geregelt.. und ist ein letzter wille nicht notariell beglaubigt, wird es so oder so nicht anerkannt.. ein anonymes grab - wenn es niemanden gibt, der davon weiß, oder niemanden gibt, der sich als angehöriger ausgeben kann, dann ist die letztgültige möglichkeit die des anonymen grabes. die worte, eine letzte ehre für die toten bekommt damit eine ganz andere bedeutung. doch andererseits kann es auch die entscheidung des toten sein, der damit seine konsequenzen gezogen hat, oder ohnehin schon bescheiden lebte, der keine aufmerksamkeit wünscht oder gar einen grabstein, der als schwere last auf dem kopfe liegt oder die gebeine zerdrückt. was ist ein mensch heute noch wert und wer bestimmt das? vielleicht gibt es auch zu viele davon auf erden und wir können von glück reden, daß es noch gärten gibt, die den toten als portal für den eintritt in etwas unbekanntes ermöglichen? vielleicht waren die menschen, die im 18. oder 19.JH lebten auch bedeutender oder vielleicht bedarf es auch nicht dererlei aufwand mehr, weil diejenigen, die erkannten, wie wertvoll ein mensch war, diesen schatz immer und ewig mit sich bzw. in sich tragen und es nicht jedem deutlich machen müssen.. |
| Silent Scream | Hey NaRRator, die Anonymisierung des Sterbens in unserer Gesellschaft ist deutlich ausgeprägt, das ist richtig. Aber spielt hier nicht auch die Anonymisierung in der eigenen Familie eine grosse Rolle? Die wenigsten Menschen wollen doch die pflegebedürftige alte Person zu Hause haben...Es ist doch bequem die alten Menschen in ein Pflegeheim zu stecken und alles Schaltjahr zu besuchen - KOTZ - .Das ist eine Variante, die andere ergibt sich doch aus Notfallsituationen, sei es ein Unfall, Herzstillstand, such es Dir aus...Trotz allem wird der Tod verdrängt, die wenigsten "Bunten" (Provokation!) beschäftigen sich doch freiwillig mit dem Tod, Sterben und vergehen...Ich bin ja endlich, vergänglich...Arroganz oder Angst, die Gründe sind sekundär...Viele lehnen doch ab, was unbequem ist... |
| Larmedesuicide | Dazu könnt ich ne kleine anekdote erzählen wenn ich darf *g* Also, an meiner Schule wird in der zehnten Klasse viel dafür getan dass der tod nicht mehr so tabuisiert wird....also war da letztes jahr so ne veranstaltung, wo uns son kerl über unsere gedanken zum tod befragt hat. wir sollten uns dann in gruppen zusammensetzen und fragen beantworten, nämlich: Wollen wir alleine sterben, wie und wo. Also, ein kerl aus meiner rollenspielgruppe ging also vorne hin 8wir soltlen das dann halt vortragen) und meinte so: Ja, ich würde gerne alleine im wald sterben, wenn ich mal alt bin. Wär bestimmt ganz lustig. Allen is die kinnlade am boden geklebt, die lehrer weng vor sich hin gehüstelt und ich konnt nich mehr vor lachen. Naja, aber alles in allem find ich die aktion ganz toll....dass ma sowas mal anspricht.... |
| Silent Scream | Ich bin begeistert, sellten aber vom Glück bestimmt haben doch manche Schulen produktive Ideen |
| BlackDeath | Meiner Meinung nach find ich das auch nicht so lusig, dass man so schnell wie möglich "weggeschafft" wird!!!! Mir wärs auch am liebsten, wennich sterbe, wenn meine Freunde dabei sind, aber man muss auch an die denken, für die ist das sicher nicht so lustig!! Aber so gesehen würd es mir auch reichen, wennich in den Armen desMensachen denich liebe sterben würde!!! |
| Katzenschatten | Inzwischen bekommt man selbst in Kleinstädten nicht mehr mit, wenn in der Nachbarschaft gestorben wird. |
| Changeling II | ...wird bei mir vermutlich eh niemand mitbekommen... |
| Alterkelte | Das mag zwar herzlos klingen, aber dem Betroffenen könnte es herzlich egal sein, was um ihn herum geschieht... Und 24h vor meinem Ableben sind mir die bucklige Verwandtschaft und die Erbgeier auch egal. Vermutlich überwiegt ohnehin der Gedanke: "Nix wie weg von hier!", wenn die gefiederten Marines auftauchen um dich abzuholen. |
| Katzenschatten | Ich kenne das noch, dass die Lieben um einen herum sind wenn man dahingeht. So gehört sich das auch, finde ich. Ich mag dann jedenfalls nicht alleine sein. |
| Wüsti | Finde ich auch schon etwas traurig wenn Menschen ganz einsam versterben. Mich beschäftigt dieses Thema aber sonst eigentlich wenig, ich denke nicht oft an den ...bzw. wie das dann von statten gehen soll bei mir :-) Lebe jeden Tag - oder fast jeden so als wenn es der letzte wäre. Versuche Glück zu schenken, die kleinen Dinge wert zu schätzen (Kinderlachen z.B). |
| Waldemar | Das schwerste im Leben .. Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind, ihrer Natur nach, höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen. Schopenhauer :) |
| Ronin76 | [QUOTE]was haltet ihr davon das in unserer gessellschaft der tod völlig verdrängt wird, früher war das nicht so... warum???[/QUOTE] Das liegt daran daß Menschen heute entsolidarisiert sind. Durch den Wegfall der Großfamilien und nun auch Kleinfamilien, sind heute über 50% der Menschen in der BRD Alleinstehend und relativ isoliert. Da ist es nur die logische Konsequenz daß dann auch der Tod anonym ist. Zudem sind Menschen heute mehr als zuvor nur Humankapital, völlig von Kapital und irgendwelchen Oberen (Staat, Arbeitgeber, Vermieter) abhängig, und beliebig ersetzbar. Echte Persönlichkeiten mit ausgeprägtem Charakter sind sehr selten, da die sich die Mehrheit in einem Brei von angepasstem Mittelmaß suhlt. Es ist ja nicht so daß nur der Tod verdrängt wird, sondern der Tod ist lediglich das Spiegelbild des Lebens, welches genauso verdrängt wird. So sind auch Friedhöfe immer ein Spiegelbild einer Ortschaft. |
| Alterkelte | Und in der BorgMatrix ist es besser? Biete Solidarität gegen Entscheidungsfreiheit oder Freiheit überhaupt. Du gibst alle persönlichen Recht ab, dafür werden wir dein Händchen halten. Ein Super Deal! Echt. |
| Changeling II | Unter der [url="http://www.youtube.com/watch?v=6P6ZsEILs7k"] Diktatur der Mediokren[/url] ist ohnehin jeder Mensch anonyminisiert, entpersönlicht und entsolidarisiert -und damit beliebig ersetzbar...da die Mittelmässigkeit mit allem kompatipel ist -ausser eben mit dem Nicht-Mittelmässigen, d.h. Einzigartigen und Überragenden -muss dieses strikt ausgemerzt werden...der "Mensch" zählt als "Wert" nur als Konsumtrottel und Lohnsklave, diese Eigernschaften allein generieren seinen "Marktwert" innerhalb der mediokren Konsumgesellschaft, den einzigen "Wert", den er in dieser Gesellschaft überhaupt erlangen kann...und dessen vorstechendes Merkmal besteht darin, beliebig aus- und eintauschbar zu sein...wie überhaupt die (Aus-)Tauschbarkeit von allem gegen alles - neben dem Arbeitswahn - der Götze der Niederen und Mediokren ist...da sie selbst nur als anonyme, graue Masse bestehen und beliebig austauschbar sind...und ebenso verhält es sich folglich auch mit dem Tod, da dieser immer nur Reflexion und Spiegelbild des Lebens ist...und wenn der "Inhalt" - also die Arbeitskraft und damit Konsum-Fähigkeit -erst aufgebraucht ist, bleibt nur die leere und wertlose Hülle zurück, die leere "Batterie", die nur noch entsorgt werden kann, sobald sie sich nicht mehr zur weiteren Ausbeutung wiederaufladen lässt - wir kennen dies ja längst aus den "Matrix"-Filmen... |
| Waldemar | [QUOTE]Und in der BorgMatrix ist es besser?[/QUOTE] Das ein Extrem durch ein anderes Extrem nicht besser wird, wissen wir schon .. AK. Aber Du musst einfach akzeptieren, dass wir in einem Extrem leben. Der Turbokapitalismus geht weiter. Wie Changeling II schon lange erkannt hat.. aber dir wohl ewig verborgen bleibt, sind wir nichts weiter als Konsumpuppen. Geld hat keinen Geschlechtsverkehr.. Milliarden in die Banken und in die Autoindustrie usw usf. gesteckt, ohne dass die Verursacher der Krise dafür jemals geradestehen. Im Gegenteil: Sie profitieren und lachen auch dich aus. Wenn die Gesellschaft Banken (die per Buchungssatz und Bilanzverlängerung das Geld schöpfen) - retten, dann gehören die Banken aber auch uns und nicht ein paar Wunderheinis. Einen eindringlichen Beleg liefert der jüngste Bericht der Weltbank zur Entwicklung der extremen Armut. Als ex_trem arm gilt, wer weniger als 1,25 Dollar an Kaufkraft pro Tag zur Verfügung hat. 1981 galt das weltweit für jeden zweiten Bewohner eines Entwicklungslands – 2008 nur mehr für jeden fünften!!! Tendenz steigend. In Deutschland nimmt das jährlich zu... Das System per se beruht auch aus der Ausbeutung der Resourcen + Verteilung von fleißig nach reich – und die Resourcen gehen nun mal zur Neige. Auch nimmt die Zerstörung der Umwelt ein so großes Maß an, dass es nicht mehr lange weiter gehen wird. Die Krisen, die dadurch entstehen können, werden und sind noch viel bedrohlicher als die "Finanzkrise", die wir im Moment erleben. |
| Ronin76 | [QUOTE] Einen eindringlichen Beleg liefert der jüngste Bericht der Weltbank zur Entwicklung der extremen Armut. Als ex_trem arm gilt, wer weniger als 1,25 Dollar an Kaufkraft pro Tag zur Verfügung hat. 1981 galt das weltweit für jeden zweiten Bewohner eines Entwicklungslands – 2008 nur mehr für jeden fünften!!! Tendenz steigend. [/QUOTE] Also wenn extreme Armut 1981 50% der Einwohner eines Entwicklungslandes betraf, und 2008 20%, ist das doch ein Rückgang der extremen Armut und somit sinkende Tendenz. |
| weisskreutz | "[I]Die Zahl derer, die als absolut arm gelten, also 1 Dollar und weniger zur Verfügung haben, betrug nach Auskunft der Weltbank im Jahr 1990 noch 1,25 Milliarden. Im Jahr 2004 war die Zahl der absolut Armen auf 970 Millionen gesunken. [...] Die Zahl derer, die nur 2 Dollar und weniger zur Verfügung haben und deshalb auch noch sehr arm sind, betrug 1990 immerhin 2,65 Milliarden Menschen. Bis zum Jahr 2004 sank diese Zahl nur leicht auf 2,55 Milliarden. [...] Die höchsten Anteile der absolut Armen an der Gesamtbevölkerung fanden wir 1981 im Bereich Ostasien und Pazifik (mit fast 58%), vor allem in China (mit fast 64%). Sehr hoch war auch die Region Südasien (fast 50%) mit Indien darunter (51%). Der prozentuale Anteil der absolut Armen in Schwarzafrika betrug dagegen nur rund 42%. Bis zum Jahr 2004 hatten sich diese Prozentzahlen zum Teil deutlich verbessert. In Ostasien und Pazifik sank der Prozentanteil der absolut Armen von fast 58 auf nur 9%. In China sank der Anteil sogar noch mehr: von 64% auf 9%. In Südasien sank der Anteil von fast 50% auf knapp über 30% (Indien: von 51% auf 34%). Für Schwarzafrika hingegen blieben die Prozentzahlen nahezu unverändert: von 42% im Jahr 1981 auf 41% im Jahr 2004.[/I]" Das zumindest schreibt armut.de. Allerdings ist die finanzielle Situation für das einsame Sterben irrelevant. Das hat wohl mehr mit der Tatsache zu tun, dass in der westlichen Welt Familienstrukturen weniger eng und Clanstrukturen so gut wie nicht vorhanden sind. Das hat natürlich den Vorteil der persönlichen Freiheit, da man den eigenen Lebensstil eigentlich nur noch vor sich selbst verantworten muss. Andererseits muss man sich aber um persönliche Bindungen ebenfalls selbst kümmern. Wer keine Freunde hat und wenig mit der Familie zu tun hat, der stirbt dann eben allein. Das kann aber auch dem Millionär passieren. |
| Alterkelte | Mir werden jetzt einige Dinge klar, die mir im Atheistenthread schon aufgefallen sind..... Manche Menschen müssen sich an ihr bisschen Leben klammern, weil sie nichts anderes bestitzen. Vor allem keine inmateriellen Werte. Das finde ich traurig. |
| Wüsti | [QUOTE]Allerdings ist die finanzielle Situation für das einsame Sterben irrelevant. Das hat wohl mehr mit der Tatsache zu tun, dass in der westlichen Welt Familienstrukturen weniger eng und Clanstrukturen so gut wie nicht vorhanden sind. Das hat natürlich den Vorteil der persönlichen Freiheit, da man den eigenen Lebensstil eigentlich nur noch vor sich selbst verantworten muss. Andererseits muss man sich aber um persönliche Bindungen ebenfalls selbst kümmern.[/QUOTE] Danke Weißkreutz, ich habe mich auch schon gefragt, was das mit reich oder arm zu tun haben soll. Gut, daß du das mal klar gestellt hast, nämlich daß es nichts damit zu tun hat. |
| Ronin76 | [QUOTE]"Die Zahl derer, die als absolut arm gelten, also 1 Dollar und weniger zur Verfügung haben, betrug nach Auskunft der Weltbank im Jahr 1990 noch 1,25 Milliarden. Im Jahr 2004 war die Zahl der absolut Armen auf 970 Millionen gesunken. [...] Die Zahl derer, die nur 2 Dollar und weniger zur Verfügung haben und deshalb auch noch sehr arm sind, betrug 1990 immerhin 2,65 Milliarden Menschen. Bis zum Jahr 2004 sank diese Zahl nur leicht auf 2,55 Milliarden.[/QUOTE] Hier sieht man wie die Menschen mit ungleichen Werten verdummt werden sollen. Rechnet man nämlich die Wertschwankungen des Dollars seit 1990 und die Inflation mit hinein, was für einen echten Vergleich absolut notwendig ist, würden die Werte völlig anderst sein. Zudem sind seit 2004 auch schon wieder 10 Jahre vergangen. Auch ist es problematisch absolute Armut überhaupt an einem Devisenkurs zu bemessen. Deutlich aussagekräftiger wäre zB daß sich 1990 ein Mensch einen Laib Brot am Tag leisten konnte, und 2004 zB nur noch 3/4 Laib Brot am Tag. 1990 betrug der durchschnittliche Dollarkurs 1,61 DM 2001 betrug der durchschnittliche Dollarkurs 2,18 DM 2004 betrug der durchschnittliche Dollarkurs 0.80510 € (1,57 DM) [url]http://reisebuch.de/usa/info/praxis/historische_dollarkurse.html[/url] Beim historischen Goldpreis in US-Dollar sieht es dann nochmal anderst aus: 1990 betrug der durchschnittliche Goldpreis pro Feinunze 383,44 USD 2001 betrug der durchschnittliche Goldpreis pro Feinunze 271,08 USD 2004 betrug der durchschnittliche Goldpreis pro Feinunze 409,17 USD 2012 betrug der durchschnittliche Goldpreis pro Feinunze 1.668,60 USD !!! (historischer Höchstwert) [url]http://www.gold.de/goldpreisentwicklung.html[/url] Der Knüller dabei ist, daß ein hoher Goldpreis umgekehrt bedeutet daß die zur Bemessung verwendete Währung (hier USD) dabei relativ an Wert verloren hat. Wie man an der Grafik erkennen kann, hat der US-Dollar seit ca. 2004 bemessen am Goldpreis erheblich an Wert verloren. Warum wohl ausgerechnet 2004 als Jahr zur Bemessung der absoluten Armut herangezogen wurde, kann man sich nun denken. Würde man 1990 mit 2012 oder 2014 vergleichen, würden die Zahlen (der Trend) nicht mehr so schön aussehen. [IMG]http://www.gold.de/tools/chart/b/goldkurs_historisch_usd.jpg[/IMG] |
| weisskreutz | Hier liegt keine Verdummung vor, denn die Grenze für absolute Armut wird heute bei 1,25 $ pro Tag angesetzt. Selbe Quelle. Goldpreise sind für die Bemessung der Kaufkraft irrelevant. Außerdem hat das so oder so nichts mit anonymem Sterben zu tun. Was ich mir allerdings sehr gut vorstellen kann ist, dass Menschen die so unverträglich sind, dass niemand um sie herum sein möchte wenn sie sterben, aus dem selben Grund auch materiell arm geblieben sind. Da ist dann aber nicht die Armut ursächlich für das einsame Sterben, sondern beides hat die selbe Ursache: ein unverträglicher Charakter. |
| Ronin76 | [QUOTE]Goldpreise sind für die Bemessung der Kaufkraft irrelevant.[/QUOTE] Nein, da Gold im Gegensatz zu Papier- und Fiatgeld einen physikalischen Wert hat. Gold ist die universelle Währung des Planeten Erde welche fast überall nachgefragt und akzeptiert wird, und kann nicht gedruckt oder virtuell vermehrt werden. Auch ist durch Gold kein Schuldgeld möglich. Die Kaufkraft richtet sich allein danach, was man zum Handeln besitzt. Du wirst es verstehen wenn die nächste Hyperinflation eintritt. Ob die Bemessensgrundlage nun 1 USD oder 1,25 USD beträgt ist eigentlich unwichtig, da es eine unpassende Skala ist, die von irgendwelchen Leuten willkürlich festgelegt wird. Es ist so als ob man die Schuhgröße in Volumen anstatt in der Länge mißt. |
| Alterkelte | @Ronin Die vorherrschende Marke ins unserer Familie war meist Peugeot. Kenne daher kein Fiatgeld. |
| weisskreutz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] Nein, da Gold im Gegensatz zu Papier- und Fiatgeld einen physikalischen Wert hat. Gold ist die universelle Währung des Planeten Erde welche fast überall nachgefragt und akzeptiert wird, und kann nicht gedruckt oder virtuell vermehrt werden. Auch ist durch Gold kein Schuldgeld möglich. Die Kaufkraft richtet sich allein danach, was man zum Handeln besitzt. Du wirst es verstehen wenn die nächste Hyperinflation eintritt.[/QUOTE] Das gilt jedoch für alles, was irgendwie materiell vorhanden ist. Gold wird zu 85% in der Schmuckindustrie und zu 12% in der Elektronik verbraucht. Der klägliche Rest ist "Wertanlage" für Menschen die meinen es hätte einen Wert wie in früheren Zeiten, als es faktisch Währung war, und sie könnten irgendetwas damit "Sichern". Tatsächlich ist es massiv überteuert. Bedeutet: sehr dumme Menschen kaufen gerade Gold wegen der Krise. Schlaue Menschen verkaufen gerade ihr Gold an die dummen. [QUOTE] Ob die Bemessensgrundlage nun 1 USD oder 1,25 USD beträgt ist eigentlich unwichtig, da es eine unpassende Skala ist, die von irgendwelchen Leuten willkürlich festgelegt wird. Es ist so als ob man die Schuhgröße in Volumen anstatt in der Länge mißt. [/QUOTE] Ähm, wir reden hier von 1,25 $ [U]Kaufkraftparität[/U] - es geht also um einen Warenkorb, dessen Unterschreitung als absolute Armut definiert ist, und nicht um den Dollar an sich. Aber ich frage gerne nochmal, Ronin: Was hat das mit anonymem Sterben zu tun? |
| apnoe | Im Mittelalter haben wir Drecksmenschen Kautze fast ausgerottet, nur weil die als Vorboten des Todes galten. Jeder Drecksmensch verdient nicht mehr... ...die Kautze wurden auch nicht im Kreis ihrer Lieben beerdigt. Tod und Geburt, dass sind wahrscheinlich die einzigen wahren Erfahrungen die wir Menschen machen können. Der Tod ist heilig, mir ist total egal wie er kommt. Ob ich im Kampf sterbe, ob ich alt und schwach auf einem Krankenhausbett meinen letzten Odem aushauche... Mir total egal. Der Tod ist heilig, möge nie und niemals ein Mensch ihn überlisten und ihm entkommen. Möge der Tod euch alle in seinem heiligen Feuer mit seinem Sichelchen Ernten ;) Nee mal im Ernst. Es ist wirklich traurig. Menschen werden genau wie die gelben Säcke einfach anonym entsorgt. Es ist wirklich traurig. Aber es ist wohl genau wie die Arbeitslosigkeit ein Symptom des Kapitalismus. Ein toter kann für das Brutto-Sozialprodukt halt nix mehr tun; und ist folglich nicht von Wert. Das ist eine traurig Realität in unserem kapitalistischem, christianisierten Europa. Nur wann finden denn auch Angehörige neben teilweise drei Jobs die man braucht um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren noch die Zeit der Mutter oder der Großsmutter beim Sterben das Händchen zu halten. Ich denke der Kapitalismus ist schuld... |