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  Forum: Tonwerk
    Thema: Botschaften in Musik und Gedichten
SunnhildaNachdem mir da in einer Diskussion in einem anderen Forum einige Gedanken gekommen sind, dachte ich, ich mache mal ein neues Thema daraus: Wie haltet ihr es mit Botschaften in Liedertexten? Sind sie euch wichtig, achtet ihr überhaupt darauf, wenn ihr Musik hört? Oder ist es völlig wurscht, hauptsache es hört sich gut an?

Und, für die, die selbst Musik machen (oder auch an jene, die schreiben): welche Botschaften wollt ihr mit euren Werken vermitteln?

Hier nochmal aus meinem anderen Text, meine eigenen Gedanken dazu:

Ich denke, es reicht nicht, einfach ein düsteres Szenario aufzuzeigen und darüber zu jammern... Gedichte, Lieder etc. transportieren immer auch Botschaften. Und welche Botschaften tragen wohl die gesünderen Früchte? Doch die, die aufrütteln, die neben allem Weltschmerz auch den Funken der Zuversicht aufflammen lassen und die daran appellieren, diesen Funken auch in sich selbst zu entzünden - und nicht jene, die uns nur sagen wollen, schaut her wie schlecht die Welt ist und was für ein bedauernswertes Häuflein Elend ich doch bin . Ebensowenig jene, die sagen, schaut euch diese Scheiß-Welt an, kultiviert euren Haß und haut alles kaputt... aber die nicht verraten, was denn dann, wenn das Schädliche zerschlagen ist, dort aufgebaut werden soll. Letzteren fehlt das konstruktive Element. Sie kennen nur das "Stirb", das Destruktive, die Zerstörung - aber die ganze Botschaft heißt "Stirb und WERDE!"

Manchmal ist es sicherlich Not-wendig im wahren Sinne des Wortes, krankmachende Strukturen zu zerschlagen, deswegen werde ich mich hüten, die zerstörerische Kraft generell als "schlecht" abzuklassifizieren. Sie ist genauso lebenserhaltend und -wichtig wie die schaffende Kraft. Denn wo Neues entstehen soll, muß erst einmal Platz geschaffen werden.
Aber es kommt darauf an, daß dort, wo Altes zerstört wurde, Neues gepflanzt wird.

Wer nur zerschlägt und nicht wieder aufbaut, läßt Leere zurück - und die führt zu neuerlicher Desorientierung, Depression und Frustration, schließlich zur Selbstzerstörung.

Was mich veranlaßt hat, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, war eigentlich nicht mein Gedicht, noch nicht einmal die konkrete Beschäftigung mit Texten, sondern ein Abend auf dem WGT - hatte mir dort an jenem Abend vier (elektronische) Interpreten hintereinander angesehen/gehört, wobei mir einer aufgefallen war, dessen Show ich als ausgesprochen destruktiv empfand, während der darauffolgende Auftritt das -im positiven Sinn -krasse Gegenteil davon war, voller Harmonie und Ästhetik. Das hat mir ins Bewußtsein gerufen, daß manche Sachen sich zwar auf den ersten Blick bzw. beim ersten Hinhören ähneln können, aber völlig verschiedene Botschaften enthalten können... sowas läßt nachdenken.

Meist geht es mir bei Musik so, daß mir ansprechende Texte durchaus auffallen und ich bestimmte Künstler eben auch gerade wegen ihrer Texte mag... aber bei manchen Stücken, die sich musikalisch gut anhören, achte ich auch schon mal nicht so sehr auf den Text... kann sein, daß mir da auch das eine oder andere Destruktive untergejubelt wird. Naja, jetzt da es mir bewußter geworden ist, kann ich ja dran arbeiten...

Habt ihr euch darüber auch schon mal Gedanken gemacht?

Habe das Thema auch in ein paar andere Foren gesetzt und dort eine Umfrage angehängt... aber das geht hier offenbar nicht. Schade... aber man kann sich ja auch ohne Umfrage dazu äußern ;)
Belgarionder text ist mir nicht so wichtig, damit mir ein lied gefällt - bei bestimmten stilen geht das ja ohnehin nicht, da es keine texte gibt... und oft finde ich einen song richitg gut, ohne den text rein akkustisch überhaut verstanden zu haben... ich kann ja nicht von einem song begeistert sein, das aber solange unterdrücken, bis ich den text gelesen hab und meinen gefühlen dann ne freigabe oder ne absage erteile... ;)

musik soll idR. gefühle vermitteln, der text ist dabei nur EIN instrument. klar, [B]ein guter text ist besser als einer ohne aussage und vertieft natürlich den song im besten falle[/B], aber ein lied ist für mich niemals nur wegen des textes gut oder schlecht. ein gut gemachter und schöner song wäre auch mit aussagekraft null immer noch ein schöner song, und selbst der beste text aller zeiten geht mir am arsch vorbei, wenn mir das musikalische nicht gefällt...

der text darf aber natürlich nicht total im gegensatz zu meinen ansichten oder so sein, zB mal angenommen irgendein song in einer mir unbekannten sprache gefällt mir, und erst danach erfahre ich, dass es zB judenfeindlich ohne ende ist, dann lege ich den song ad acta...

was ich auch kurios finde: oft passen text und musik so GAR nicht zusammen, zB da gab's mal nen fröhlichen R'n'B-song, der text aber war nach dem motto "ich fühle mich so elend, ich glaub ich bring mich heute noch um"... :rolleyes:



ich selber mach auch ein bisschen musik und texte manchmal irgendwas zusammen, merke erst später, dass es sogar sinn macht und ne aussage hat. nur selten nehm ich mir vor "so, ich möchte nun über das thema X folgende aussage ertexten..."
KaworuAlso ich kann dazu sagen: Ein Lied muss nich unbedingt tolle Lyrics haben und ne Botschaft rüber bringen, damit es mir gefällt... aber gute Lyrics können ein Lied natürlich ungemein aufwerten oder schaden zumindest nich! :D
NebelwandererEin wundervolle Nacht Wünsche ich :)

Natürlich ist der Inhalt und Botschaft der Texte für mich wichtig. Denke kaum das man eine Stück als Ganzes ohne Kenntniss des Textes erfassen kann. Schließlich liefert er doch einen Anhaltspunkt dafür was Dich von ihm innerlich berührt und was er dir bedeutet. Daneben versuche ich immer einen Zusammenhang zwischen Aussage der Textstelle und der dort verwendeten Mittel herzustellen. So muss für mich eine kritische, verurteilende Textstelle, eben auch dort musikalisch erkennbar rübergebracht werden. Ich mag es zum Beispiel gar nicht, wenn in Liedern Passagen drin sind, die nur das spieltechnische Können der Interpreten zeigen, aber nicht wirklich zur Botschaft beitragen. Das ist bei vielen Metalsachen oft so.

Daneben ist miese Textqualität und stumpfe Aussagen mir auch etwas zuwider. Klar klingt dies oder jenes Stück eben gut, aber wenn man dann den stupiden Text dazu kennt, vergällt es mir langsam das Musikerlebniss. Hatte auch schon Stücke da dachte ich mir: ohne Text wäre es besser gewesen. :rolleyes:

Ob ein Text nur kritisieren soll ist natürlich ein persönlicher Standpunkt. Das kommt aber auch ganz stark auf die Botschaft an. Wird etwas konkret Störendes kritisiert, dessen Beseitigung keine neuen Gräben aufreißt, so muss er keinen Ausweg bieten.
Würde das Kritisierte jedoch verschwinden und neue Wege erfordern, wäre eine Verweis oder Andeutung zumindest wünschenswert.

Eine konkretes So-gehts-weiter Motiv in einem kritischen Song schwächt aber auch irgendwie die Aussage. Ich meine es ist wie bei einigen religiösen Leuten erst Verdammnis predigen, aber wenn alle brav sind. :rolleyes: Dann lieber trennen: ein kritischer Song und ein aufbauender danach. So kann jeder für sich wirken und seine Aussage kompromisslos vertreten. Im Extrem steckt mehr Energie. Ein Hoch auf das Konzeptalbum. ;)

Grüsse
NopeAlso ich finde es wichtig, das Lieder Botschaften oder zumindest freien Interpretationsraum besitzen.
Primär muss meiner Meinung nach die Musik selbst ( also ohne Gesang ) die Botschaft "rüberbringen", wenn der Text dieses Gefühl dann noch weiter fördert, ist es ein richtig guter Song.


Gedichte zu verfassen ohne Intention...nicht mein Geschmack :D
WindIch finde es auch sehr wichtig, dass Songtexte nicht einfach nur so dahingesungen sind und die Texte nicht einfach so dahingeschrieben, sondern dass damit eine Botschaft oder ein Sinn transportiert wird. Man kann wunderschöne Worte zusammen schreiben, aber was bringt einem das, wenn sie im Zusammenhang keinen Sinn ergeben, keine Interpretationsmöglichkeiten, keine Botschaft? In meinen Augen gar nichts. Und wenn mir Songs gut gefallen, dann beginne ich immer zu interpretieren, versuche die Botschaft herauszulesen und wenn man wirklich keinen Sinn findet, wird der Song für mich eigentlich immer weniger bedeuten.
Musik ist doch u.a. dazu da, etwas zu vermitteln, und sei es nur eine Stimmung [die ja oft bei Songs ohne Text 'rübergebracht wird]
Gedichte ohne Botschaft/Sinn oder dergleichen finde ich allerdings viel schlimmer, als nichtssagende Songs, da bei Liedern wenigstens noch eine Melodie ist und bei Gedichten ist der Inhalt und die zum Ausdruck gebrachten Gedanken zugleich Melodie, jedenfalls der Hauptbestandteil und das wichtigste.
Liebe Grüße
wind
KappabaniWas Musik hören betrifft ist mir nur wichtig das ich keine 08/15 Lebensphilosophie Texte hingesetz bekommen wie z.B. auf der neuen Within Temptation. Auch darf gerne Wortwitz vorhanden sein oder der klare Eindruck das der Texter ein tieferes Interesse an Sprache hat als nur abgedroschene Klischees zum besten zu geben.
Kleine Geschichten ala Tom Waits oder Nick Cave sind auch immer fein.
Womit ich mich auch anfreunden kann sind klare Aussagen wie sie Peter Steele immer mal raus läßt.

Was meine eigene Textarbeit betrifft:
Oben genannte Kriterien versuche ich natürlich selbst umzusetzen.
Der Inhalt meiner Texte beschränkt sich darauf den Menschen zu sagen das sie Scheiße sind! :D
Um Sean Connery zu zitieren: "My men? My men are shit!" :q

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