| Jensemann | Hallo zusammen, zur Abwechslung keine Definitionsgemetzel. Mich interessiert folgendes, Label wie Ant Zen oder Hands (oder Ad Noisem oder oder oder) sind in letzter Zeit, zumindest in meinem Empfinden, etwas als zu "Breitensportorientiert" eingestuft worden. Wie kommt das? Im Prinzip ist es eine Subkultur in der Subkultur und somit ein unglaubliches Rand Genre. Die Spektrumsbreite bei beiden Labels ist unglaublich hoch, wobei jegliches elktronische Sein berücksichtigt wird. Nur weil sie z.B. recht aufwendige, unlimitierte Booklets bzw. Auflagen haben heißt dies doch noch lange nicht alles aud er eh schon dünnen Käuferschicht abzuschöpfen. Als Beispiel, im Moment höre ich mir die heute eingetroffene Ah Cama - Sotz mit 10 Yeras of bat vibes an. Aufmachung wie gehabt im schönen Pappschuber mit qualitativ hochwertigem Booklet. Musikalisch ist alles darauf vertreten (soweit ich es bis Titel 6 sagen kann, weiter bin ich noch nicht) was keinerlei Wünsche offen lässt. Worauf ich hinaus will, ist das keinerlei Verlust der Musikqualität zu verzeichnen ist, trotz hoher Auflagen und breiter Käuferschicht. Musikeinrichtungen die sich in keinerlei Hinsicht beeinflussen lassen um sich auf eine Art und Weise zu verwirklichen. Dieser Thread soll dazu dienen um auf diese beiden Labels (und all die anderen) aufmerksam zu machen, um evtl. ein paar Empfehlungen aufzuschnappen und schließlich zu erforschen ob es gegenteilige Meinungen gibt. Alles in allem: *Daumen hoch für die Griffel und die olle Ameise* Btw., ich sehe diese Labels im Contra zu beispielsweise Steinklang mit ihrem erbarmungslosen Limitieren (was keinerlei Aussage über das außerordentlich gelingende Schaffen sein soll). VG |
| Belgarion | ich find's auch dämlich - falls es denn so ist - etwas als "zu kommerziell" oder ähnlich zu tutulieren, nur weil es sich besser verkauft. soll man absichtlich die CD-auflage so limitieren, dass es weltweit nur 100 leute gibt, die die band anscheinend mögen...? ist die gleiche musik, die ein jahr zuvor noch als extremer sub-undergorund galt, plötzlich kommerziell, nur weil durch irgendeinen zufall die band einem größeren kreis als üblich bekannt wurde (zB ein lied wird in einem erfolgeichen film eingebaut)? ist etwas kommerziell, weil cover&co aufwendiger gestaltet SCHEINT. das "scheint", weil es mit den heutigen techn. mitteln und deren erschwinglichkeit im grunde sogar aufwendiger ist, eine NICHT professionell und edel aussehende aufmachung zu machen... ;) zudem kann ein grund, dass sich so was in den letzten 2-3 jahren besser verkauft, auch in den techn. möglichkeiten gefunden werden: schnelles und presiwertes internet, riesige informationsauswahl (foren, myspace...), onlineradio usw. gibt es erst seit kurzem in größerem unfang. ohne internet würde ich ant zen wohl für eine budhistische kampfsportart halten. ohne internet würde ich nur äußerst schwer titel identifizieren, die in einem club aufschnappe. und ich würde viele titel nie im leben überhaupt nur ein einziges mal hören, die ich nun durch eine flatrate quasi nebenbei per onlineradio kennenlerne. ich denke, so geht es auch sicher vielen anderen, und bei kleinen labels ist allein das "kennenlernen" schon extrem verkaufsfördernd. auch kann es sein, dass wegen der von medien als "gothic"-bands genannten erfolgreichen bands sich ganz simpel auch mehr leute, die mit goth rein gar nix am hut hatten, sich mal doch damit beschäftigt und dadurch ein paar bands aus dem dunklen untergrund gefunden haben. und was heißt hier überhaupt "kommerziell"? sofern nicht zufällig ein millionär undergroundmusik als steckenpferd hat darf man doch nicht verlangen, das ein label sich selber beschränkt was die einnahmen angeht und möglichst gewinn-MINIMIEREND handelt... wichtig ist die künstlerische freiheit der bands. wenn dann das label um den kaufanreiz zu erhöhen ein besonders schönes booklet und pappschuber anbietet, dann ist das nur legitim. besser man verkauft dadurch 20% mehr und kann dem künstler auch adäquat entlohnen als dass der künstler einen dritten nebenjob annehmen muss, um über die runden zu kommen... kommerziell ist das noch lange nicht, denn dann müßte ant zen & co eher nightwish-klone unter vetrag nehmen - DAS wäre kommerziell... ;) :D |
| logic_system | @jensemann: das problem ist aber, dass steinklang nochmal ne andere liga ist als die beiden größen hands und ant-zen und aus nem ganz anderen bereich des ohnehin vagen industrial-begriffs kommen ich find ant-zen und ad noiseam vor allem deshalb sehr nett, da sie keine explizit schwarzen labels sind (wie hands ja auch) und daher ne ungeheure breite an einflüssen in ihren releases vorhanden ist, was sie zumindest für die szene oftmals leider relativ uninteressant macht (da hört gruft xy lieber leicht verdaubare kost....leider!) was vielleicht den "kommerzialisierungs"-anschein von hands etc. erweckt, könnte die tatsache sein, dass man sich nur noch mit ein paar zugtieren wie beispielsweise proyecto mirage, greyhound (naja, schlechtes beispiel) oder dem hands-urgestein winterkälte auf dem markt dauerhaft halten kann - dass es neben diesen releases noch ne fülle anderer interessanter sachen gibt, interessiert das meistens kaum; bestes beispiel dürften wohl die verspielten sachen von de fabriek etc. sein |
| Jensemann | @ ls Andere Liga bzgl. ihrer Unterlabel die sich ja bekanntlich mit anderen Stilen beschäftigen, Bsp. Sturmpercht oder Allerseelen. Dann gibt es widerrum Rasthof Dachau die doch schon recht ausgereift und weit ab vom Experimentierniveau sind. Wen gibts noch? Ach Tardive Dys. oder Simon Schall, alles sehr bemerkenswerte Künstler wie ich finde, die durchaus auch in der Oberliga mithalten können, doch: wollen die das auch?! :D Vllt. ist es gar nicht so schlecht wenn allles im Verborgenen bleibt, lieber eine Veranstaltung in einem Raum mit 50 Personen, als in der Agra mit zig 1000. Letztendlich spricht es doch für die Projekte wie Winterkälte (mit denen ich persönlich nicht so viel anfangen kann), 5F_55 (5F-X) oder This Morn Ominab das sie über all die Jahre nicht stehen geblieben sind und sich weiter entwickelt haben, besonders bei zweitgenannten vergleicht man mal die CD 1 mit der 5F_55 reflected to 5F-X sieht man wie die Evolution arbeitet. Woran liegt das? Die Wahrscheinlichkeit das sich das Label produzierend bzw. unterstützend einbringt liegt doch nahe, sie kümmern sich um einen. Solange sie sich solche Mühe geben bin ich gern bereit 19,- € für eine gute CD auszugeben oder sogar bei Ebay mein Erbvolumen für Steinklang CD - R rauszuschmeißen. @Bel Du meinst also das im Zuge der internationalen Vernetzung der Bekannheitsgrad proportional mit steigt. Eine gute Erklärung wie ich finde, früher brauchte es Jahre um Stile zu verbreiten, heute kann ich via Web sehen (hören) was Vasilli in seinem Zelt in der mongolischen Steppe produziert. Nun kann man ja kein Label bestrafen das sich die Vorzüge des Internets zu nutzen macht, vllt verfolgen o.g. Produzenten einfach ganz andere Firmenziele, so dass deren Interesse weit weg vom Kommerz liegt. Die Wahrscheinlichkeit das es so ist liegt nicht sehr nahe (Mischpulte wachsen ja leider nicht im Wald), doch würde es mich freuen. VG |
| Belgarion | [QUOTE][i]Original geschrieben von Jensemann [/i] [B] vllt verfolgen o.g. Produzenten einfach ganz andere Firmenziele, so dass deren Interesse weit weg vom Kommerz liegt. Die Wahrscheinlichkeit das es so ist liegt nicht sehr nahe (Mischpulte wachsen ja leider nicht im Wald), doch würde es mich freuen. VG [/B][/QUOTE] solang die musiker ihr ding machen kann es dir doch egal sein, ob die platte nun idealistisch oder kommerziell vermarktet wird. oder wird aus einem undergroundalbum rein musikalisch/künstlerisch plötzlich was anderes, nur weil das label - um mal kurz zu übertreiben - 100 Mio poster weltweit aufhängen läßt, um darauf aufmerksam zu machen? geht es um die musik oder um das "ich hör was besonderes, das kein schwein kennt"-feeling...? ;) und selbst wenn ein label vesucht, den gewinn zu maximieren, so muss das ja nicht einer "unkommerzialität" widersprechen: die mittel können ja dann in neue talente investiert werden, in equipment oder ein etwas sorgloseres leben der "alteingesessenen" künstler, in publikationen, um auch nderen die musik bekannt und zugänglich zu machen (undergrund und unkommerziell heißt für mich nicht, dass man absichtlich eine verbreitung vermeidet... ;) ) - also eine gewinnmaximierung die NICHT einer bereicherung oder forcierten expansion der labelbosse dient. allerdings haben auch die ein gutes echt, für ihre arbeit ein normal-gutes leben führen zu können, und IMHO sollen die auch ruhig etwas zurücklegen, denn ewig macht man sicher nicht die betreuung von underground-musikern... ps: ich mein das alles allgemein, völlig unabhängig von bestimmten labeln oder musi-genres |
| logic_system | naja, wobei alle drei labels dafür bekannt sind, ihren künstlern sehr großen kreativen freiraum zu geben ausserdem ist steinklang einfach kein label mit stark rythmischen sachen und die powerelectronics-geschichten haben einfach ne eher kleinere fangemeinde, als projekte wie imminent, synapscape, asche, winterkälte, this morn´omnia (die ich ziemlich sch**** finde), proyecto mirage, 5F_X etc. |
| Vorwärts FDJ! | Irgend wann werden eben andere Schichten auf den Hardcore-Techno- und IDM-Kram von Hands bzw. Ant-Zen aufmerksam, was ganz logisch ist. Wo gerade zweiteres Label zuvor noch im Industrial-Umfeld angesiedelt waren, geht das heute doch schon weit darüber hinaus. Und das macht auch die Labels populärer. Aber mir persönlich alles zu "poppy" |
| Jensemann | @ bel [QUOTE]solang die musiker ihr ding machen kann es dir doch egal sein, [/QUOTE] Richtig, und genau das ist der primäre Grund warum mir das alles so gefällt und ich micht nicht mit der These anfreunden kann das mit einer breiteren Käuferschicht auch die Qualität abnimmt. Auch ein Label ist nur ein wirtschaftliches Unternehmen das versucht seine Existenz zu festigen und ggf. je nach Politik sich auszudehnen um sein "Produkt" an den Mann/die Frau zu bringen, sei es nun aus ideologischen oder monetären Motiven. Ich für meinen Teil (als Anhänger/Kunde/Fan whatever) schätze natürlich die ideologischen Beweggründe die sich hoffentlich bei allen Beteiligten noch lange lange halten. Mal ehrlich, ich kann mich nicht vorstellen Synapscape oder SKET mal bei The Dome zu sehen, wobei ich auf die Show bzw. Präsentation gespannt wär ;) @ls [QUOTE]ausserdem ist steinklang einfach kein label mit stark rythmischen sachen und die powerelectronics-geschichten haben einfach ne eher kleinere fangemeinde[/QUOTE] Klein aber Oho! Glaubst du das wenn man die wirklich etwas abgedrehten, oder von mir aus auch die ambientigen Sachen die meist nicht mehr als ein Kratzen oder Blubbern sind (wie gerade gehört, np: The [law-rah] collective mit Cathedra :) ), einer breiteren Masse zugänglich macht, diese dann ihr Ohr für diese Extravaganz entdeckt? Ich nicht, und aus diesem Grund bleibt solchen Leuten wahrscheinlich gar nichts anderes übrig als ihr Dasein im "Untergrund" zu fristen. Individualismus ist was tolles! :D Vllt. der Grund warum die drunt im Tal sitzen?! @FDY [QUOTE]Aber mir persönlich alles zu "poppy"[/QUOTE] Ich mag es machmal poppig! |
| Jensemann | *schieb* Wer behauptet das Steinklang nicht poppig sein kann, dem lege ich wärmstens die 2. CD der "Steinklang industries 2" (5,- €) ans Herz, teilweise gehts es da poppiger (allerdings auch viel hochertiger) als bei Top of the Pops zu. CD 1 ist allerdings für Popper ungeeignet :D Überhaupt eine geniale Zusammenstellung, schonend für das Budget, was die das Schaffensspektrum diese Labels angeht. Und das ganz unlimitiert :eek: Anspieltipps meinerseits: Cold Fusion - To the bitter end (groovig) Bardosenetticube - Deadhead (poppig) Painslut - Where do you draw the line (gruselig) VG |