| sellerie | Ich schätze mal es sind unter euch auch ein paar freunde romantischer musik. ich finde den teufelsgeiger paganini phänomenal: diese rasante spielweise, voller dramatik und melancholie |
| Seneca | Ja stimmt, erinnert irgendwie immer an grindcore! |
| Lucifer_Sam | Bin Herrn Paganini auch nicht gerade abgeneigt :p |
| medievalklaus | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Ja stimmt, erinnert irgendwie immer an grindcore! [/B][/QUOTE] Ist das jetzt Dein Ernst? :rolleyes: |
| medievalklaus | [QUOTE][i]Original geschrieben von sellerie [/i] [B]Ich schätze mal es sind unter euch auch ein paar freunde romantischer musik. ich finde den teufelsgeiger paganini phänomenal: diese rasante spielweise, voller dramatik und melancholie [/B][/QUOTE] Welche Werke meinst Du denn insbesondere? Übrigens gibt es auch von Tartini eine 'Devil's Sonata'. Tartini galt ja vor Paganini als der Teufelsgeiger, und er hat mit dieser Sonate seinen Ruf wohl bestätigen wollen, vor allem mit der selbst erfundenen Geschichte, der Teufel hätte ihm im Traum dieses Stück vorgegeigt :D |
| Lucifer_Sam | Ich für meinen Teil verbinde mit dem Namen Paganini in erster Linie die 24 Capricen Wahre Achterbahnfahrten des Gefühls - stets schwankend zwischen den Extremen. Seine Violinenkonzerte sollen ja auch sehr interessant sein. Leider habe ich mich mit ihnen noch nicht auseinandergesetzt. Ich denke, was Paganini heute noch für uns faszinieren macht, sind die Legenden, die um ihn gesponnen wurden. Wars zu Lebzeiten noch der 'Bund mit dem Teufel' (ihm wurde meines Wissens ja ein christliches Begräbnis verwehrt), so sind es heute Spekulationen, seine 'Genialität' betreffend (wobei dieser Begriff viel zu inflationär gebraucht wird). So sei seine Spielweise durch eine Krankheit (Riesenwuchs) beeinflusst, womit man die teilweise sehr schweren Griffe zu erklären versucht hat, die er benutzte. Ich denke, das Paganini zumindest eine sehr interessante Person gewesen sein muss und über ein enormes Talent verfügt hat. Ob er nun besonders umgänglich gewesen war, vermag ich nicht einzuschätzen. Aber welcher große Künstler ist das denn schon? ;) |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von medievalklaus [/i] [B]Ist das jetzt Dein Ernst? :rolleyes: [/B][/QUOTE] Im übertragens Sinne: Ja! Grindcore und Speedmetal haben nach wie vor die gleiche kompositorische Struktur wie ander Metalstücke... es ist nur alles total überzogen und überdramatisiert gespielt. Das gleiche hat Paganini auch getan. Wenn ich Paganini-Interpretationen höre ist die Verwandschaft zu Apokalyptika sofort gegenwärtig...und in der Analogie ist Paganini für die Klassik das, was Grindcore in der Populärmusik ist. [url=http://www.youtube.com/watch?v=INEGoAALZ30]Children of Bodom - Vivaldi[/url] [url=http://www.youtube.com/watch?v=NZmc0fKfgWs]Paganini 24. Caprice [/url] Hätte Paganini elektrische Gitarren gekannt hätte er automatisch darauf etwas gepielt das man heute Symphonic Power Metal nennt. Der vorherige direkte Vergleich mit Grindcore war natürlich eine überspitzte Formulierung. |
| Lucifer_Sam | Ich würde sagen, das ist etwas überzogen formuliert. Was klar ist: Paganini hat sehr auf Effekt bedacht geschrieben & gespielt. Die Capricen sprechen da für sich & nicht umsonst ist seine 24ste ein in Rock-/Metalbereich viel zitiertes Stück. Er wusste eben, wie er als Solist auftrumpfen konnte & er hat dem Publikum das gegeben, was es wollte: große, theatralische Gesten, eine für die damalige Zeit kaum erreichte Spieltechnik (die ja mittlerweile Standard ist) & diese Aura des mystischen/teuflischen, mit der er sich wohl absichtlich umgeben hat. Für mich persönlich liegt Paganini näher an Hendrix als an Grindcore. Edit: @Seneca: dein Beispiel ist übrigens die 5. Caprice... :D |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lucifer_Sam [/i] [B]Ich würde sagen, das ist etwas überzogen formuliert.[/b][/quote]Das schrieb ich bereits selbst! [quote][b]@Seneca: Dein Beispiel ist übrigens die 5. Caprice... :D [/B][/QUOTE]Caprice Opus 24, Nr. 5 |
| Lucifer_Sam | [QUOTE]Das schrieb ich bereits selbst![/QUOTE] nicht direkt. Du hast geschrieben, es sei überzogen [I]gespielt[/I] ich sage, es ist überzogen [I]formuliert[/I] ;) [QUOTE]Caprice Opus 24, Nr. 5[/QUOTE] Die Bezeichnung "Opus 24" in Zusammenhang mit den 24 Capricen ist mir ebenfalls neu. Soweit ich weiß, ist die korrekte Bezeichnung "Opus 1". |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lucifer_Sam [/i] [B]nicht direkt. Du hast geschrieben, es sei überzogen [I]gespielt[/I] ich sage, es ist überzogen [I]formuliert[/I] ;) Die Bezeichnung "Opus 24" in Zusammenhang mit den 24 Capricen ist mir ebenfalls neu. Soweit ich weiß, ist die korrekte Bezeichnung "Opus 1". [/B][/QUOTE] Ja ich habe Katastermäßig völlig danebengegriffen. Aber wie gut das Du das korrigiert hast. PS:[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Der vorherige direkte Vergleich mit Grindcore war natürlich eine überspitzte Formulierung. [/B][/QUOTE] |
| Lucifer_Sam | Dann ist ja alles wieder gut ;) |
| Lucifer_Sam | Schade, daß der Tread so derart eingeschlafen ist. Gibts hier keine Weiteren Meinungen? Keine Lieblingsinterpretationen??? Dann mache ich mal den Anfang. Zuerst war mir der Name Salvatore Accardo in Zusammenhang mit Paganini über den Weg gelaufen. Dieser hat damals die Violinpassagen zu Kinskis Paganini-Verfilmung eingespielt. Hat mich ziemlich begeistert. Als ich mir dann allerdings seine Studioaufnahme seiner 24 Capricen zugelegt habe, war meine Entäuschung groß - sein Spiel klingt hier sehr glatt und einfach zu routiniert für meinen Geschmack. Mein persönlicher Favourit ist da eher die Einspielung von Michael Rabin. Seine Spielweise ist rauer und kommt für mich so dem Bild des 'Teufelsgeigers' näher. Es klingt einfach angespannter, extremer, und unkontrollierter (obs das auch wirklich war, sei dahingestellt ;)) Daneben kenne ich noch eine Version von Ara Maliklan. Sie geht eher in die Richtung von Rabins Einspielung, aber irgendwie hatte ich beim hören den Eindruck, es würde etwas 'fehlen' - vielleicht täuscht mich auch meine Erinnerung. Nochmaliges hören könnte da Abhilfe schaffen ;) |
| Masomär | Also richtig aufmerksam auf den Herrn bin ich beim schauen eines Spielfilms über Napoleon geworden - Nap. ließ einen Paganini-live-Auftritt veranstalten, um seinen (damals-noch-)Kumpel Alexander den Großen zu unterhalten. Da habe ich mir eine P.-CD in der Bibliothek ausgeliehen, und erwartete das, wovon ihr alle so schwärmt - Mystik, Dramatik etc.. Auf der CD waren erstmal seine Frühwerke vorgestellt, und dann die Kompositionen, die er am Ende seiner Laufbahn kreierte. Ich war enttäuscht, die Melodien sind mir viel zu verspielt, klingt sehr dur-mäßig und überhaupt nicht mystisch/dramatisch und so. Swars. Obwohl, hier ist von gewissen "capricen" die Rede, ich halte mal nach denen Ausschau, vielleicht lohnen sie sich, wer oder was auch immer sie sind. mies |
| Lucifer_Sam | [QUOTE]Irgendwas passt hier zeitlich nicht ganz [/QUOTE] :D :D so kann mans ausdrücken ;) Die Capricen sind eine Sammlung von 24 relativ kurzen Stücken, von ca. 2 bis 6 Minuten Länge und sind zu einem großen Teil quasi das Gegenstück zum heutigen Gitarrengeshredder; sehr auf (emotionale) Wirkung bedachte, hohem technischen Anspruch stellende Stücke. Die Capricen # 5 und # 24 dürften die bekanntesten sein & werden gerne zitiert. Dabei ist auch ausschlaggebend, [I]wie[/I] sie gespielt werden. Z.B. gefällt mir [url=http://www.youtube.com/watch?v=vPcnGrie__M]diese[/url] Variante der 24sten von Heifetz nicht so sehr. Klaro technisch sehr gut gespielt, aber mir wirkt sie zu 'leicht'. Rabin legt viel mehr Tragik rein... also lieber mal reinhören beim CD-Kauf ;) |
| Seneca | Er meinte sicher den Zar Alexander I. von Russland! |
| medievalklaus | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Er meinte sicher den Zar Alexander I. von Russland! [/B][/QUOTE] Ja. Mit dem schloss Napoleon zuerst ein Friedens-Abkommen, und dann griff er ihn doch an. Wobei man sagen muss, dass Alexander auch hinterhältig war und nicht wirklich an Frieden dachte. Komplizierte Geschichte. Was Paganini anlangt, so schrob ich ja bereits, dass viele seiner Kompositionen auch durchaus konventionell sind. Nicht umsonst haben vor allem die 24 Capricen Kultstatus. Sie sind eine Achterbahn der Emotionen. Das klingt noch heute total abgefahren, allerdings bevorzuge ich auch eher Einspielungen, die in Richtung 'wildes Gekratze' gehen, als besonders geschliffene (Heifetz ist ja bekannt dafür, dass er oft zu sehr geglättet hat). Ziemlich gut finde ich die mit Ruggiero Ricci (die ist allerdings uralt und in Mono, wobei die verzerrte Aufnahmetechnik dem Charakter der Musik eher noch entgegen kommt!). [url]http://www.amazon.de/Ricci-Decca-Recordings-1947-19-Ruggiero/dp/B0000B0A0O/ref=sr_1_18?ie=UTF8&s=music&qid=1196280401&sr=1-18[/url] (Da sind sie dabei, es gibt sie wohl auch einzeln, muss man mal recherieren) Ziemlich gut finde ich von Paganini auch seine Kammermusik mit Gitarre. Ich habe da auf einer CD sehr unbekannte Trios und Quartette mit Streichinstrumenten und Gitarre. Das sind auch eher düstere Stücke, die Violine fehlt sogar oder dominiert zumindest nicht, Paganini gibt sich hier ganz seinen düsteren Emotionen hin. Leider scheint die CD mit diesen Werken mittlerweile eine teure Rarität geworden zu sein: [url]http://www.amazon.de/Kammermusik-mit-Gitarre-Julian-Gray/dp/B000001QBE/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1196280324&sr=8-2[/url] |
| Masomär | Natürlich, ich meine den Zaren, "der Große" hat beim Wort Alexander einfach nur eine sehr wuchtige assoziative Durchschlagskraft! :) Pardon... [QUOTE]Klaro technisch sehr gut gespielt, aber mir wirkt sie zu 'leicht'.[/QUOTE] Die Capricen habe ich noch nicht gehört, aber das was ich hörte ist mit diesem Satz schon gut auf den Punkt gebracht. |