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    Thema: Schere im Kopf?
LostGhostNun, da seit dem Anschlag vom 11. September einige Wochen vergangen sind, möchte ich mal einige recht ketzerische Fragen in die schwarze Masse werfen. Ist euch in der gesamten Argumentation, ganz besonders hier auf diesem Board auch, diese kollektive eigene Zensur aufgefallen? Ich meine damit jenes Verhalten, das z. B. alle über metatron herfallen ließ. Hierbei geht es mir nicht um die Frage. ob metatron Recht hatte, sondern um das kollektiv undifferenzierte Verhalten. In fast allen auf dieser Welt ist so ein „Schalter“ umgefallen, daß jeder wußte was richtig und was falsch ist und auf dieses „Schwarz-Weiß“- Raster zurückgriff. (@angeltear: 20,-DM in die Wortspielkasse [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img] ) Niemand hat sich ernsthaft mit den Argumenten und Hintergründen auseinandergesetzt und ich glaube fast, daß man das ganz bewußt nicht tat- vielleicht, weil man keinen noch so kleinen Schritt in Richtung der Attentäter gehen wollte?

Aufgefallen ist mir das so richtig bei der Diskussion um die Äußerungen von Ulrich Wickert. Niemand darf sich auf Meinungsfreiheit berufen, wenn es einen kollektiven Anspruch auf die Wahrheit gibt, in einem solchen Fall ist ein Abweichen offensichtlich nicht tolerierbar. Ähnliches trug sich am Tag nach dem Anschlag in Magdeburg zu, als eine Schülerin auf einem Gymnasium zu einer andern sagte: „Die Amis haben endlich eine auf’s Mal bekommen!“. Daraufhin wurde Ihr in einem Akt des vorauseilenden Gehorsams des Rektors sofort der Schulwechsel nahegelegt, innerhalb von 1-2 Stunden, nicht von Tagen! Heute hat sich die Aufregung gelegt und es gibt mittlerweile auch schon die eine oder andere Stimme, die eine etwas kritischere Auseinandersetzung mit dem Terrorismus fordert, aber das braucht wohl viel Zeit.

Mein Gedanke bei diesen Vorfällen ist, woher kommt eigentlich dies „Schere im Kopf“, dieser Umstand, daß alle von sich aus ihr Denken einstellen und auf eine kollektive Position verfallen und das selbst hier, unter den doch „ach so anderen“ Schwarzen?

gruß

ein nachdenklicher –lg-

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Am interessantesten ist die Innenseite der Aussenseiter.
-Jean Genet-
SEIROMEMLostGhost,

größtenteils kollektives, undifferenziertes Verhalten gegenüber metatron ist mir auch aufgefallen. Um eine eigene Rechtfertigung vorzunehmen, habe ich zu dem Zeitpunkt sehr häufig mit einem Freund, der auch im Board ist, über die Attacken auf metatron gesprochen.

Gebe aber zu, nichts getan zu haben, um ihm beizustehen. Hatte wirklich den Eindruck das er/sie sehr selbstbewußt auf die Attacken reagierte hatte. Die Verletzung war jeweils durch die emotionalen Einstiege und Abschlüsse in den Postings zu finden.

Denke ich über Dein Threat nach und die Bedeutung, füreinander da zu sein, muß ich eingestehen, habe ich durch meine Zurückhaltung ihm/ihr vermutlich eher geschadet, hätte meine Gedanken ebenfalls öffentlich machen sollen.

Es ist im Allgemeinen immer besser, offen diese auszusprechen. Zu dieser Erkenntnis kam ich vor kurzem, was ich bereits in meinem Threat erwähnte.

Zitat:
[b]
Wer A sagt muß auch B sagen
[/quote] [/b]

Kollektive Zensur wie recht Du hast, man trifft überall auf sie ob nun im Fall Amerika / dem von Dir genannten magdeburger Beispiel oder in meinem gerade selbst durchlebenden Fall. Schnell einen Schuldigen suchen, auf den man alle Aggressionen ablassen kann. Im Berufsleben werden dann auch gern bereitwillig Abfindungen gezahlt bzw. angeboten.

Kaum einer, der den Mut hat, den "Schwächeren" zur Seite zu stehen, selbst meiner einer nicht, wobei ich doch immer wieder sage, für den anderen da zu sein, wenn er/sie es wünscht.

Eigentlich müsste man es doch spüren, wenn so ein Zeitpunkt gekommen ist ohne daß der andere sagt, daß er einen braucht. Ich scheife etwas ab vom Thema.

Wir sollten es uns bewußter machen und kritischer werden auch uns selbst gegenüber, bevor wir eine Äußerung/Anschuldigung gegen jemanden hervorbringen.

SEIROMEM
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Freundschaft ist Gefühl und Verständnis fürenander und Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen



[Dieser Beitrag wurde von SEIROMEM am 10. Oktober 2001 editiert.]
BlackadderIch denke aber auch, das Angst dabei eine grosse Rolle spielt....
Wenn man nicht gegen die Attentäter ist, ist man logischerweise für sie nicht wahr?
Eine kontroverse Sichtweise zu vertreten wäre in Ordnung, wen ein kleineres Land am anderen Ende des Erdballs angegriffen worden wäre, aber NICHT unser direkter Verbündeter, das kommt bei den meisten noch hinzu, den Amerika ist doch in vielen Köpfen DAS Land.
Das ist wohl ein Gedanke, en viele haben.
Zweitens muss aber auch aber die Wirkung des Anschlags, die ganze Vorgehensweise bedacht werden.
"DIe Amis haben endlich eins aufs Maul bekommen", in Anbetracht des grausamen Todes vieler UNschludiger, auch der Helfer, halte ich diesen Satz nicht für kontrovers sondern einfach für dumm und unüberlegt.
Dasselbe würde ich jedem sagen, der den Palästina/Israel-Konflikt gutheisst und so darüber redet.
Dieses Schwarz-Weiss-Denken...ist es nicht natürlich, das wir zu den "Guten" gehören wollen...insbesondere zu den "guten" Amerikanern?
Ich werde zynisch, tut mir leid.
Kontroverse Stimmen, sie werden ja langsam lauter, auch in Amerika beginnen die Leute ein wenig zu zweifeln am Sinn des Bombardements.
ABer erst einmal mussten alle ihren Schock, ihre Starre überwinden, es musste Zeit vergehen, alles andere wäre glaube ich ein wenig unpassend gewesen.
Kontrovers denken kann aber auch negative Züge annehmen...wenn man sich überlegt, was man jetzt so alles plant gegen "potentielle Attentäter aus dem Ausland".

Beste Wünsche,

BLACKADDER

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Auf jede Frage dieser Welt findet man die Antwort in einem Buch.

In omnibus requiem quaesivi et nusquam inveni nisi in angulo cum libro.
verwirrter WandererHallo LostGhost,

ich muss dir recht geben, die Attacken auf metatron waren schon auffällig! Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich ihn auf jedenfall nicht persölich angegriffen habe, ihn auch verstanden habe! Ich stimmte nur nicht mit seinen Aussagen überein...

Heute denke ich jedoch etwas anders...
ich glaube, dass dieser Krieg im moment LEIDER (!!!) die einzige Möglichkeit ist weitere Anschläge zu verhindern (auf lange sicht gesehen). Allerdings sollten die USA mal über die Ursachen dieses Hasses nachdenken, was sie anscheinend nur sehr spärlich tun. [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/frown.gif[/img]

Diese sache mit Ulrich Wickert ist sehr schwierig...
auf der einen Seite herrscht bei uns nun mal Meinungsfreiheit und ohne sie würden auch wir in einer Diktatur leben,
auf der anderen Seite repräsentiert Ulrich Wickert für viele wahrscheinlich den perfekten Staatsmann... wahrscheinlich waren viele einfach nur über eine solche Aussage überrascht... (allerdings erinnert mich diese Kampagne etwas an die Spanische Inquisition mit Ketzerverfolgung und ähnlichem...)

@Blackadder:
Amerika? die guten? wer mag das beurteilen...
ich denke so ähnlcih hast du es gemeint...
doch ich finde dieses Land sehr zwiespältig! Die "Brot und Bomben" Aktion zeigt das sehr schön... wer wird wohl den großteil der Nahrungsmittel erhalten? die schwache, ängstliche Zivilbevölkerung, die bei dem Geräusch eines Flugzeugs zu zittern anfängt? oder vielleciht doch die Talliban, die mit ihren Stinger-raketen in ihren geheimen stellungen hocken aber auch in den Städten ihre Schergen haben?

dunkle Grüße,
verwirrter Wanderer
gin'iro
Zitat:
Original erstellt von Blackadder:
[b]Wenn man nicht gegen die Attentäter ist, ist man logischerweise für sie nicht wahr?[/b][/quote]

Das setzt voraus, daß es nur noch schwarz/weiß-Denken gibt.

"Wenn Du nicht mein Freund bist, bist Du mein Feind!" - na bestens!

Wenn also das die Grundlage des sozialen Gefüges ist, warum schließt man dann Kompromisse?

Eigentlich sind wir alle für uns selbst verantwortlich, insbesondere für unser Denken. Doch sobald der "Druck" der Gesellschaft kommt, wird man auf einmal zum angepassten Ja-Sager und bei Bedarf streicht man gleich die möglichen "Ausrutscher" aus dem Denken. Na, wenigstens ansatzweise ist man ja in der Lage über sich und die Welt nachzudenken. Klar, keiner will an den Pranger gestellt werden, doch genau das ist es doch, das selbst in den Anfängen eine Entwicklung nicht bremst, wo man eigentlich wissen müsste, daß das in der Katastrophe enden muß.


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.
LostGhostIch freue mich, daß innerhalb so kurzer Zeit doch so qualifizierte Antworten zu diesem Thema erfolgten. Um es noch einmal deutlich zu machen, mir geht es nicht um den Inhalt der Äußerung metatrons, den Terrorismus oder den Krieg gegen Afghanistan. Dies ist lediglich der Anlaß, mich bewegt aus psychologischer Sicht das Phänomens dieser Kollektivierung. Welches Thema wir auch immer angeschnitten haben, nie hat einer allein dagestanden, jetzt aber sah ich zum ersten Mal, daß alle, die insgeheim die kontroverse Meinung eines anderen vielleicht nicht teilen, aber in Ansätzen nachvollziehen konnten, wahrscheinlich aus der Angst der Menge gegenüberzutreten, schwiegen. Hier entstand vielleicht so eine Art Mitläufertum, vielleicht haben wir hier diesen Mechanismus, der das dritte Reich und die SED-Diktatur möglich machte, mal ganz kurz am Rockzipfel erwischt und ich möchte hier ein wenig das Nachdenken über das Phänomen fördern.

Mir liegt gar nichts an gesenkten Häuptern und Selbstzerfleischung, auch ich habe ja so reagiert und bin zu einem guten Teil überrascht, zumal ich als alter Ex-Ossi gewarnt sein müßte, doch irgendwie funktioniert dieser Automatismus und ich [b]will[/b] wissen WIE!

Wie empfindet Ihr das ex-post, was glaubt Ihr, läßt selbst uns, die wir doch per Definition [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] anders sind, so gewöhnlich vereinnahmt zu werden, ohne externen Befehl, ohne Absprache oder Aufforderung? Ist unsere intellektuelle Unabhängigkeit doch weit begrenzter als wir glauben (möchten)? Sind wir doch Teil der doch so sehr verhaßten Masse?

gruß

ein immer noch grübelnder –lg-

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Am interessantesten ist die Innenseite der Aussenseiter.
-Jean Genet-
BlackadderLostGohst,

ich schätze mal einfach, das eine insgeheim gehegte Meinung nicht öffentlich gemacht werden will, wenn man befürchten muss, missverstanden zu werden.
Jeder verurteilt die Anschläge, aber man traut sich nicht so recht, die Amerikaner als "Opfer" auch zu verurteilen wegen ihrer krassen Vorgehensweise, denn dafür müsste man ja Verständniss aufbringen.
Sicherlich haben wir alle ein eigenes Urteilsvermögen, die Fähigkeit zu differenzieren und unsere Meinung zu sagen...aber ich denke, die Blockade im eigenen Denken bleibt, dieser Gedanke "Wenn alle "schuldig" brüllen, kannst du nicht mit "unschuldig" Recht haben."
Tatsächlich ein Massenphänomen, der Druck der Mehrheit, das gegenseitige hochschaukeln...je mehr Leute dasselbe sagen, umso weniger trauen sich, das Gegenteil zu behaupten, eigentlich logisch.
Wir sind halt Herdentiere, um es mal ganz banal auszudrücken.
Diese Mechanismen im Kopf, der stetige eigene Willen immer das richtige zu sagen, das richtige zu tun...er lässt sich wohl oft nicht abstellen.
Klar, das man mit der Meinung "Irgendwo sind die Amis selber schuld" Aufsehen erregt, Prügel erntet und von den meisten schief angesehen wird.
Ich bin weiss Gott kein "Ja"-Sager, aber Ja, ( [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img] ) ich habe immer sehr genau überlegt inwieweit ich mich äussere zu diesem Thema voler Missverständnissse, noch mehr, als ich es mir ohnehin überlege...einfach weil ich nicht wollte, das mich jeder, mit dem ich darüber rede für einen "Anti-amerikanischen Faschisten" hält...so wie es einem guten Freund von mir erging, der sich offen über Amerika und seine Politik aufgeregt hat und binnen kurzer Zeit von allen geschnitten wurde.
Wir wollen auf der "guten" Seite sein, auf der Seite derjenigen, die Recht haben, MEINER MEINUNG nach.
Urinstinkt...vielleicht.
Der Gewinner dieses "Krieges" ist klar, eigentlich, daher wettern wir im vorraus gegen die Verlierer um spätere nicht plötzlichauf der "falschen Seite" aufzuwachen...also, so sehe ich das, ich hoffe es wird klar, was ich meine....es ist schon merkwürdig, wen man sich mal vor Augen führt was das bedeutet.

Beste Wünsche,

BLACKADDER

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Auf jede Frage dieser Welt findet man die Antwort in einem Buch.

In omnibus requiem quaesivi et nusquam inveni nisi in angulo cum libro.
gin'iro
Zitat:
Original erstellt von Blackadder:
[b]ich schätze mal einfach, das eine insgeheim gehegte Meinung nicht öffentlich gemacht werden will, wenn man befürchten muss, missverstanden zu werden.[/b][/quote]

Da wir Rudeltiere sind, gibt es einen evolutionstechnischen Grund: Im Rudel konnte/kann man überleben - der Instinkt sagt, daß ein Ausschluß aus dem Rudel den sicheren Tod bedeutet. Man überlege doch einfach, wie es denn vor zig-tausend Jahren war: Wurde man verstoßen, dann konnte man nur noch sterben.

Stellt man sich also mit seiner Meinung ins Abseits, dann wird man "verstoßen" - der Massen- und Rudeldruck funktioniert einwandfrei. Instinktiv wählt man etwas, das einem der Verbleib im Rudel - also auch das Überleben - sichert.

Daß es heute nicht mehr so ist, lässt nicht über dem Mechanismus stehen, denn er ist ein instinktives Verhaltensmuster dessen man erst bewußt werden muß.


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.
MontPèlerinSeid gegrüßt,

@Kaiki Antei,

Deinen Ansatz finde ich ganz hervorragend. Dies könnte tatsächlich ein wesentlicher Teil der Antwort auf die Frage von LostGhost sein (übrigens sehr spannendes Thema LostGhost!)

kurz zu Ulrich Wickert:

Natürlich muß jeder erstemal alles sagen und meinen dürfen - das ist es ja gerade, was wir gegen Totalitaristen aller Sorten verteidigen müssen.

Leider(!) ist es in Deutschland nun aber so, daß die Regierung der Meinung ist, eigene Fernseh- und Radiosender betreiben zu müssen, die durch Zwangsgebühren (also de facto mit Steuern) finanziert und durch Parteifunktionäre beherrscht und gelenkt werden.

Da Herr Wickert nun für einen solchen Staatssender arbeitet, hat er in gewisser Weise ein öffentliches Amt inne. Als "Beamter" unterliegt er dem Gebot der politischen Mäßigung - und dagegen hat er in eklatanter Weise verstoßen.

Die Kritik an ihm ist daher (und nur daher!) berechtigt. Am liebsten wäre es mir, die Regierung würde ihre Sender abschalten. Ich brauche keine Politiker, die mir meine Meinung bilden (grrr - bei dem Thema werd ich hysterisch).

Gute Nacht und süße Träume

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MontPèlerin

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res severa est verum gaudium

Im Ernsthaften liegt die wahre Freude
Trinity GothHi!

Bei diesem Thema gibt es keine Objektivität mehr....warum sollte es hier anders sein als in den Medien. Nur vielleicht können wir jetzt wieder mit dem Denken anfangen.....

@LG:
Tja...Metatron hat einen Fehler in seiner Argumentation gehabt - er hatte keinen Respekt vor den Opfern und das kann man nicht durchgehen lassen. Das die USA auch Schuld an den Terroranschlägen auf sie sind, ist die Wahrheit, die niemand zu sagen wagt offiziell.
In Freude über Massenmord auszubrechen, na da muss man auch ein bisschen bescheuert sein, was können die Amis für ihre bekloppte Regierung. Ich freue mich allerdings auch nicht darüber was die amerikanischen Militärs in Afghanistan aktuell tun.

Das Schwarz/Weiss denken ist im Krieg immer in Mode, so kann man sich sagen wir sind die Guten und die anderen sind natürlich die Bösen.......typisch amerikanische Politik und leider auch die Denkweise der Amerikaner.
In Amerikaner könnte man auf sehr einfache Weise eine Diktatur einrichten....ich weiss nicht wer von euch das Buch 'The Wave' kennt??
Kollektivierung ist leider typisch für die Menschheitsgeschichte vor allem wenn es den Menschen wirtschaftlich schlecht geht setzt das Denkvermögen aus und jede noch so fadenscheinige Parole wirkt, um die Menschen anzuziehen.
Die Geschichte wiederholt sich, das ist und bleibt der Fluch der Menschheit. Ich glaube um dies zu ändern ist eine Gehirnwäsche nötig. Mag sein das wir hier versuchen ein wenig aus dem Schema auszubrechen, allerdings was willst du tun wennn alle um dich rum kriegslüstern sind.....ich bekomme beim Fernsehen langsam Kotzkrämpfe niemend will die Wahrheit sehen.....
Meinungsmache in den Medien, wir sehen das als selbst Geschädigte....

Gruss
Trinity Goth


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...Greater than the death of flesh is the death of hope, the death of dreams.....
G'Kar/Babylon 5
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Come to:
[url="http://www.angelfire.com/goth/trinitygoth/"]Trinity Goth's Dark World[/url]
BlackadderTatsächlich bietet sich Afghanistan geradezu an für ein richtiges Klischee-Schwarz-Weiss-Szenario a la Star-Wars...
Ein unterdrücktes Land, von einem diktatorischen Terror-Regime beherrscht, hungernde Bevölkerung, fiese, den Weltfrieden bedrohende Bösewichte...
Ich kann bis heute kaum glauben, das dazu Hollywood nicht das Drehbuch geschrieben hat...
Die Amerikaner führen ihre Kriege mittlerweile wie in ihren Filmen, weil sie erkannt haben das Public Relations alles sind.
Ich glaube, in Vietnam waren die Stimmen aus dem Inland noch kritischer.
Heute, seit dem Golfkrieg, der ja auch ein Riesenmedienereigniss war, ist die gute Seite klar.
NIEMAND würde Amerika in einem Film als Bösewicht darstellen...
Ich glaube, wir wollen auch, das es so einfach ist, oder?
Dieses Schema gibt uns ein Gefühl der Sicherheit, lenkt uns ab von der tatsache, das es eben keine nur strahlenden, weisen Ritter-Staaten gibt und auch die Amerikaner nur an ihr eigenes Bild denken.
Wer könnte die Wahrheit schon verkraften...*g*
Jedenfalls, wir brauchen die Masse um existieren zu können, glaube ich.
Obwohl wir wissen wohin blindes Folgen einer blinden Regierung führen kann wollen wir Scheuklappen aufsetzen.
Vielleicht weil uns die Welt so einfacher erscheint.

Trinity,

Wer kennt "The Wave" nicht...?

Beste Wünsche,

BLACKADDER


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gin'iro
Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
Deinen Ansatz finde ich ganz hervorragend. Dies könnte tatsächlich ein wesentlicher Teil der Antwort auf die Frage von LostGhost sein [/quote]

Vielen Dank für die Blumen, es ist jedoch nicht nur auf meinem "Mist" gewachsen: Vor ein paar Jahren habe ich mal eine psychologische Studie über genau dieses Phänomen in Händen gehalten. Dort wurde es ebenfalls auf diese Weise erklärt.


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.
SEIROMEM

Zitat:
Original erstellt von Blackadder:
[b].... aber ich denke, die Blockade im eigenen Denken bleibt, dieser Gedanke "Wenn alle "schuldig" brüllen, kannst du nicht mit "unschuldig" Recht haben."
Tatsächlich ein Massenphänomen, der Druck der Mehrheit, das gegenseitige hochschaukeln...je mehr Leute dasselbe sagen, umso weniger trauen sich, das Gegenteil zu behaupten, eigentlich logisch.

Wir sind halt Herdentiere, um es mal ganz banal auszudrücken.

[/quote] [/b]

Ist es nicht traurig, daß wir so einfach manipuliert werden können? Sammle einfach genug Meinungen um Dich herum, und das ist dann die Wahrheit...

Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln

Gruss
SEIROMEM
SEIROMEMmetatron,
niveaulose Angriffe, könnte man m.E. auch mit Angriffe auf die Persönlichkeit umschreiben. Emotionen zurück zu halten, bzw. die Kunst mit Kritik richtig umzugehen muß auch erst einmal gelernt sein.
Sachliche Argumente sind diejenigen, die zählen, nur wer kann bei Angriffen immer sachlich bleiben?

Kaiki,

Außenseiter, ausgestoßen werden vom Rudel, es kann ein ziemlich unter Druck setzen.
Hast Du eine Empfehlung, wie sich in derartiger Situation verhalten werden sollte?

Ein Außenseiter bleibt doch immer ein Außenseiter, egal wie sehr er versucht, in den Kreis aufgenommen zu werden..

SEIROMEM
BlackadderSEIROMEM,

die Masse hat immer automatisch Recht...sieht man schon im keinen an den ganzen Vermarktungsstrategien der Grossfirmen, die Mode ja auch nach der Masse ausrichten, und es hört auf bei politischen und religiösen Überzeugungen und Meinungen.
"Der gesammelte Mob brüllt lauter als eine einzelne Stimme..."
Gemeinsamkeit macht stark...auch das Unrecht.

Beste Wünsche,

BLACKADDER


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In omnibus requiem quaesivi et nusquam inveni nisi in angulo cum libro.
SEIROMEMLostGhost,

Du gestattest mir, direkt auf die Frage von Blackadder zu antworten. Wie denkst Du darüber? Hoffe, daß Dich meine PM nicht zu sehr irritiert hat.

Blackadder,

Vermarktungsstrategien der Grossfirmen, alles für die Masse, der Außenseiter wird immer weiter nach außen gedrückt, bis er irgendwann die Kraft nicht mehr hat und elendig verhungert. Habe als Kind sehr viel über Wölfe gelesen und gesehen, meine mich an die eine oder andere Passage erinnern zu können. Die Bilder tauchen wieder auf.
Ein alter, verletzter Wolf strauchelt durch die schnellbedenkten Landschaften auf der Suche nach Futter, nur er ist nicht mehr schnell genug um den Schneehasen zu fangen, sehr müde, kann sich nicht mehr auf den Beinen halten.
Komme mir irgendwie so vor, meine Kraft hat auch nachgelassen, das gehört nicht mehr hier her

LostGhost, verzeih bitte.

SEIROMEM

Zitat:
Original erstellt von Blackadder:
[B Gemeinsamkeit macht stark...auch das Unrecht.
[/B][/quote]



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Der Schmerz ist der große Lehrer des Menschen.
Unter seinem Hauch entfalten sich die Seelen
darkshineSeid gegrüsst

nennt man das nicht Herdentrieb? Ist das Prinzip nicht immer dasselbe ? Einer spricht laut genug um die anderen zu übertönen, wonach i.d.R drei Dinge passieren: zunächst verstummen alle, dann entsteht eine Pause und zum schluss hört man aus einer Ecke einen Zuspruch... Anschliessend setzt sich die Masse in Bewegung...
Egal wer dem widerstehen will, mit egal wie gut argumentierten Begründungen ist übertönt und manövriert sich unweigerlich noch weiter ins Aus.
Aussagen danach, wie "Eigentlich hattest Du recht..." helfen dann keinem mehr...

Ich will damit nicht die Amerikaner in Schutz nehmen. Ich bezweifle aber stark, dass die Talliban sich auch nur die Hälfte der Gedanken über das afghanische Volk machen, die ich hier gelesen habe und mir selber mache....Ebenso zweifelhaft erscheint mir, dass Verhandlungen mehr gebracht hätten.
Dass der Krieg der tobt - wie übrigens jeder Krieg - keine Lösung sein dürfte ist mir auch klar, aber wie lautet die kurzfristige Alternative in diesem Fall ?
Ich hoffe dass die Machthaber die jetzt unisono erkannt haben dass am 11,09 die gesamte Demokratie angegriffen worden ist, auch in der Lage sein werden, die richtigen Lösungen für die Zukunft zu suchen und zu finden, mit der selben Energie und Aufwand, die jetzt investiert werden in die Bekämpfung eines der ärmsten Länder der Welt...
darkshine

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"...dies über alles:
Dir selber sei treu !..."
Hamlet
MontPèlerin@Trinity,

sei gegrüßt,

Du schreibst unter Bezugnahme auf das Buch "The Wave", daß man in Amerika sehr leicht eine Diktatur errichten könnte.

Ich möchte da widersprechen. Buch und Film "The Wave" (ich kenne nur den Film) versuchen keineswegs amerikanische Zustände zu schildern, sondern US-Amerikanern ein Phänomen zu erklären (den Totalitarismus nämlich), das es dort eben nicht gibt und historisch auch nie gegeben hat.

Faschismus und Kommunismus sind europäische, vor allem deutsche(!), Menschenversuche gewesen. In den USA ist der individualistische und freiheitliche Glaube der Menschen viel zu stark, um der Regierung zu gestatten, die ganze Gesellschaft vollkommen zu beherrschen.

Wir in Deutschland können auf 50 Jahre Demokratie zurückblicken - und die mußten uns die USA auch noch aufzwingen, denn eigentlich wären wir viel lieber eifrige Nazis gewesen und hätten weiter Juden vergast und so...

Die USA haben dagegen eine über 200jährige demokratische Tradition.

Ich finde es insofern immer wieder erstaunlich, daß gerade wir Deutschen uns den Amis immer so unendlich überlegen fühlen (intellektuell, moralisch, kulturell). Ich sehe nirgends Tatsachen, die eine solche Sichtweise stützen könnten.

Um es nochmal zusammenzufassen: Ich denke, daß die öffentliche Meinung in den USA viel weniger staats- bzw. regierungsgläubig ist, als in Europa, speziell in Deutschland. Ich denke auch, daß die Leute in Amerika ihr Glück viel weniger von ideologischen Heilslehren erwarten, als aus eigener Arbeit - auch das ist in Deutschland anders. Daraus leite ich ab, daß es in Amerika sehr schwer wäre, eine Diktatur aufzubauen - einfach weil die Leute dort mit der Idee des starken oder gar totalitären Staats nicht viel anfangen können. Für Deutschland wäre ich mir da nicht so sicher.

Stille Grüße

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MontPèlerin

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res severa est verum gaudium

Im Ernsthaften liegt die wahre Freude
FallenSisko
Zitat:
Original erstellt von darkshine:
[b]
Ich hoffe dass die Machthaber .... mit der selben Energie und Aufwand, die jetzt investiert werden in die Bekämpfung eines der ärmsten Länder der Welt...
darkshine

[/b][/quote]

Hoffnung ist etwas schönes [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] Leider haben viele keine Hoffnung mehr destso älter sie werden.

Hi MontPèlerin

Darf ich dir mal eine Geschichte erzählen?

Also es war einmal ein Mann der war ganz dolle lieb und nett. Er hat alten Omis den Einkauf gemacht und ihnen über die Straße geholfen. Kleine verletzte Tiere versorgt. Spendete immer ganz viel Geld für gemeinnützige Dinge. Alles in allem war er ein ganz doller Mensch.
Jahrelang... ach Jahrzehntelang. Ich glaub er hatte sogar den Friedensnobelpreis bekommen...

Und eines Tages. Es war ein wunderschöner Frühlingstag, die Vögel zwitscherten und Liebespaare gingen spazieren.
Da dachte er sich das er auch mal spazieren gehen sollte. Und wie er so im Park spazieren geht, kommt so eine alte Oma auf ihn zu, deren Einkauf er immer erledigt.

Die Oma freut sich und sagt fein "Guten Tag lieber..." Aber soweit kommt sie garnicht weil er ihr in die Fresse haut. Links und Rechts und immer so weiter. Und als sie am Boden liegt tritt er weiter auf sie ein. bis sie überall blutet.

Als die Polizei ihn dann später fragte warum er das getan hatte antwortete er "Ich darf das!! Ich bin jahrelang ein guter Mensch gewesen"

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Regen
hat die Spuren
des Sommers verwischt
Schatten werden wieder länger
erste Nebel
machen mir zu schaffen
der Herbst - schnürt
meine Seele enger

Hans-Christoph Neuert (*1958)
darkshineHi FallenSisko

du hast recht, die Hoffnung nimmt ab, je älter man wird. Wenn man aber die Ursachen dafür betrachtet, sich die Urheber dieses Prozesses ansieht und auch das Glück hat Gleichgesinnte zu finden, dann kann - denke ich - der Prozess verlangsamt werden.
Im Übrigen war "Hoffen" an dieser Stelle eher eine Redensart, basierend auf meinen Fehler, in das Gute im Menschen zu glauben (immer noch)...


Hi MontPèlerin

ich könnte die Geschichte so interprätieren, dass der Mann sein Leben lang eine Maske getragen hat, und zum Schluss sein wahres Gesicht gezeigt hat. In seiner Haut wollte ich nicht gesteckt haben...
Ebenso könnte ich schliessen, dass der Mann ein Leben lang nett war, es auch an diesem Tag war, aber die arme alte Oma, ihm einfach zum falschen Zeitpunkt begegnete, gerade als er ein Ventil brauchte um Dampf abzulassen...

Aber Du hast recht, es geht um mehr, um viel mehr...

darkshine

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"...dies über alles:
Dir selber sei treu !..."
Hamlet
VampyreBKOh, da scheine ich ja etwas übersehen zu haben.....

@ metatron: munition für meine angriffe hast du mir durch deine Respektlosigkeit gegenüber den Toten, wie Trinity schon sagte, zur Genüge geliefert. Aber dazu kein Kommentar mehr.

Ich habe ihn mit Sicherheit persönlich angegriffen. Um beim, von LostGhost angerissenen Thema zu bleiben... was reisst denn die Masse mehr mit, was wühlt mehr Emotionen auf und was elektrisiert Zuhörer und reisst sie mit? - Endlose Zahlenkolonnen, papierne Fakten und Jahreszahlenauflistungen oder das "Blut" auf einem rhetorischen Schlachtfeld?
Und nebenbei... ist nicht gerade die Seite, die den Staaten selbst die Schuld zuschiebt, die breite Masse? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]

Euer Anwalt des Teufels: VampyreBK [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]

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"...und sie fliegen doch... mit 2 1.650 PS Daimler Benz - Motoren :)..."
FallenSisko
Zitat:
Original erstellt von VampyreBK:
[b]Und nebenbei... ist nicht gerade die Seite, die den Staaten selbst die Schuld zuschiebt, die breite Masse? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]
[/b][/quote]

leider nicht... aber was nicht ist kann ja noch werden. hier in LE haben irgendwelche Typen Grafitti an die Häuser geschmiert. Mal abgesehn davon das ich nix davon halte Häuser zu verschandeln finde ich deren Slogan echt cool "Seit ihr bereit für den krieg?" [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]



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Regen
hat die Spuren
des Sommers verwischt
Schatten werden wieder länger
erste Nebel
machen mir zu schaffen
der Herbst - schnürt
meine Seele enger

Hans-Christoph Neuert (*1958)
SEIROMEMLostGhost,

Du bist so still geworden? Warum? Hast Du zu dem Benannten hier nichts weiter zu sagen?

VampyreBK:

muß es wirklich immer soweit kommen, jemanden persönlich anzugreifen, um eine Meinung zu etwas zu erhalten?

Wieso nennst Du Dich eigentlich "Anwalt des Teufels"? Hast Du keine andere Wahl?

nachdenkliche Grüße
SEIROMEM


Zitat:
Original erstellt von VampyreBK:
[b] ...Ich habe ihn mit Sicherheit persönlich angegriffen.
[/b][/quote]

Trinity GothHi!

Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]
Faschismus und Kommunismus sind europäische, vor allem deutsche(!), Menschenversuche gewesen. In den USA ist der individualistische und freiheitliche Glaube der Menschen viel zu stark, um der Regierung zu gestatten, die ganze Gesellschaft vollkommen zu beherrschen.
[/b][/quote]
Lach tot! Glaubst du das wirklich? Die amerikanische Regierung beherrscht das Volk auf ziemlich harte Art und Weise. Amerika ist eine Diktatur des Geldes. Die Freiheit koppelt sich dort an Kapital.
Faschismus und Kommunismus sind ganze gewiss nicht nur europäische Phänomene, schau mal nach Asien und Afrika.


Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]
Wir in Deutschland können auf 50 Jahre Demokratie zurückblicken - und die mußten uns die USA auch noch aufzwingen, denn eigentlich wären wir viel lieber eifrige Nazis gewesen und hätten weiter Juden vergast und so...
[/b][/quote]
Schon mal etwas von der Weimarer Republik gehört, das war vor dem Zweiten Weltkrieg.

Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]
Ich finde es insofern immer wieder erstaunlich, daß gerade wir Deutschen uns den Amis immer so unendlich überlegen fühlen (intellektuell, moralisch, kulturell). Ich sehe nirgends Tatsachen, die eine solche Sichtweise stützen könnten.
[/b][/quote]
Wenn ich mir das anschaue was man von Amerika nach Deutschland komme sind wir intellektuell, moralisch und kulturell überlegen - noch. Kulturell so wie so, wir schauen auf eine etwas länger Geschichtsperiode zurück.


Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]
Um es nochmal zusammenzufassen: Ich denke, daß die öffentliche Meinung in den USA viel weniger staats- bzw. regierungsgläubig ist, als in Europa, speziell in Deutschland.
[/b][/quote]
Das habe ich nach dem 11.9. gesehen, jetzt stehen sie alle fast hinter Bush bis auf einige wenige, die dem Nationalismus nichts abgewinnen können.

Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]
Ich denke auch, daß die Leute in Amerika ihr Glück viel weniger von ideologischen Heilslehren erwarten, als aus eigener Arbeit - auch das ist in Deutschland anders.
[/b][/quote]
Scientologie ist Amerika recht beliebt und unzählige Sekten. Was ideologische Heilslehre angeht so kennen die Amerikaner nur den Grundsatz : Geld ist Macht!

Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]
Daraus leite ich ab, daß es in Amerika sehr schwer wäre, eine Diktatur aufzubauen - einfach weil die Leute dort mit der Idee des starken oder gar totalitären Staats nicht viel anfangen können. Für Deutschland wäre ich mir da nicht so sicher.
[/b][/quote]
Die Amerikaner leben meiner Meinung nach schon in einer Dikatur des Geldes. Es unglaublich einfach den Leuten zu sagen ihr seid frei, wenn ihr es euch leisten könnt. Der Rest der kein Geld lebt quasi in Sklaverei. Das Jobsystem in Amerika ist so super fies, da kannst du sehr leicht abrutschen.

Ich möchte nicht in Amerika leben, leider sehe ich hier langsam ähnliche Symtome das diese Art des radikal Kapitalismus um sich greift.

Gruss
Trinity Goth

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[Dieser Beitrag wurde von Trinity Goth am 15. Oktober 2001 editiert.]
gin'iro
Zitat:
Original erstellt von SEIROMEM:
[b]Außenseiter, ausgestoßen werden vom Rudel, es kann ein ziemlich unter Druck setzen.
Hast Du eine Empfehlung, wie sich in derartiger Situation verhalten werden sollte?[/b][/quote]

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum Außenseiter wird man aufgrund div. Verhaltensmuster und (sozialer) Interaktionen, die nicht den Erwartungen anderer entsprechen.

Die Empfehlung: Vorher nachdenken.

Der Haken: Automatisierte (fast schon programmierte) Aktionen/Reaktionen machen einem das wirklich gewünschte Verhalten schwer. Eine Person ist die Summe ihrer Anlagen und Erfahrungen ...

Zitat:
Original erstellt von SEIROMEM:
[b]Ein Außenseiter bleibt doch immer ein Außenseiter, egal wie sehr er versucht, in den Kreis aufgenommen zu werden..[/b][/quote]

Nein, wenn er erkennt, worin der Grund liegt, dann kann er aus dem Kreislauf "ausbrechen" - ist es jedoch immer erwünscht?


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.

P.S.: Damit man mich nicht falsch versteht: Ich schreibe oben von Menschen, die nicht aufgrund körperlicher Attribute "von Haus aus" auffallen und deshalb ausgegrenzt werden.

[Dieser Beitrag wurde von Kaiki Antei am 15. Oktober 2001 editiert.]
LostGhostHallo und guten Morgen,

nachdem nun alle sich bemüht haben, daß Thema wissenschaftlich fundiert zu sezieren und zu analysieren, bleibt nur ein kleines Problem zu bewältigen. Wann immer ich Schwarzvolk frage, ist man sich gaaaaaaaaanz sicher, daß all diese Mechanismen der Massenpsychose, Anpassung und des Duckmäusertums bei Ihnen nicht wirken. Im Gegenteil, übereinstimmend wird dann gesagt, daß das „Schwarz sein“ gerade der Ausbruch aus dieser Welt ist und das Hintersichlassen solcher gruppendynamischer Prozesse das „Schwarz sein“ ausmacht. Ex post betrachtet muß sich dann doch aber jeder den Spiegel vorhalten und feststellen, wenn das wirklich so gilt, dann ist hier niemand schwarz! Ich weiß, das ist sehr provokativ, aber ich denke, die die sich hier an dem Thread beteiligen (es sind eh nur wenige, weil Schminktipps und Haarlängen viel wichtiger sind) wissen, in wie fern ich damit Recht habe.

Wer mag bestimmen, wie satt man sein muß, um als selbstzufriedener Schwarzer den Stab über die Welt der Anderen zu brechen und wie schnell man in den schützenden Schoß der Masse zurückkehrt, wenn es nicht mehr nur um die Farbe der Kleidung oder den persönlichen Musikgeschmack geht. Die schwarze Kruste ist wahrscheinlich doch viel dünner, als viele hier wahrhaben möchten. Dann aber haben wir plötzlich das Potential zu einer ganz anderen Institution, als man sich das selbst beim Einschlafen erzählt. Jedes totalitärere Regime hat sich Exoten gehalten, die den demokratischen und toleranten Anspruch der Diktatur unterstreichen sollten. Solche Paradiesvögel wurden immer dann geduldet, wenn man wußte, daß sie nie ernsthaft den Kurs verlassen werden, sooft sie ihn auch kritisieren. Taugen Schwarze dazu?

Ich kann mir gut vorstellen, daß diese Äußerungen jetzt für einige etwas zu böse sind und ich stelle mich hier auch gerne einer etwas schärferen Diskussion. Da ich aber auch ein aufmerksamer Beobachter bin, möchte ich hier auf jedenfalls dafür einen sachliche Ton anmahnen, einfach weil das bisweilen auch mal vergessen wird!

gruß

-lg-

PS: Na SEIROMEM, zufrieden?

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Am interessantesten ist die Innenseite der Aussenseiter.
-Jean Genet-
gin'iroLostGhost, es ist immer eine Frage des persönlichen Mutes, wie weit jemand geht.

Manchmal ist man schwach und ordnet sich ein (auch unter) und ein anderes Mal könnte man den Kampf mit den Welten aufnehmen. Es ist und bleibt eine individuelle Frage, der sich jeder selbst stellen muß. Inwieweit das bewußt geht, sei dahingestellt.

Nicht Schwarz, nicht XXX? Deine Kritik müsste zwangsläufig an alle gehen, die sich in der Gesellschaft ausgrenzen - aus welchen Gründen auch immer...


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.
VampyreBK
Zitat:
Original erstellt von SEIROMEM:
[b]VampyreBK:

muß es wirklich immer soweit kommen, jemanden persönlich anzugreifen, um eine Meinung zu etwas zu erhalten?

Wieso nennst Du Dich eigentlich "Anwalt des Teufels"? Hast Du keine andere Wahl?

SEIROMEM


[/b][/quote]


Seiromem, der "Anwalt des Teufels" ist eine Bezeichnung für die Argumentation einer eventuellen Gegenseite und hat nichts mit meiner religiösen Einstellung zu tun [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img] [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img]. Irgendjemand muss ja die Gegenseite in einer Diskussion vertreten.
Sicher, es ist eine Sache, eine Diskussion anhand von Statistiken ( denen ich nicht glaube, wenn ich sie nicht selbst gefälscht habe ), Zahlenkolonnen ( die aus was weiß ich für Quellen stammen können ) und nüchternen Fakten zu führen, aber dieses Stadium hatte der erwähnte Washington - Thread schon lange verlassen. Willst du deinen Standpunkt vertreten und schmackhaft machen, dann musst du ihn würzen. Hätten wir in dem Washington-Thread uns gegenseitig aufgezählt, wer jetzt mehr umgebracht hat, wäre das "Themaverfehlung" gewesen, hier kochten Emotionen und das ist bei einem solchen Geschehen auch verständlich. Nicht, daß ich vorher irgendetwas gegen metatron oder luka persönlich gehabt hätte, "it's just business".
Erinnere dich, wie es ein Mann wie Hitler ( Jehove, jehova, ich habe etwas böses gesagt ) an die Macht geschafft hat, wenn du dir seine Reden betrachtest und diese im vergleich zu den restlichen Politikern der Weimarer Republik setzt, erkennst du die hilflose Farblosigkeit, mit der sie alle neben ihm verblasst sind. Und bevor jetzt wieder irgendein Intellektueller empört aufkreischt "Nazi, Nazi..!": nein, ich habe kein tätowiertes Swastika auf der Arschbacke, aber seine Reden kenne ich und die Wirkung, die sie damals hatten. Die breite Masse wird von Emotionen hingerissen, nicht von Zahlen.

BK


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"...und sie fliegen doch... mit 2 1.650 PS Daimler Benz - Motoren :)..."
Stonehenge
Zitat:
Original erstellt von LostGhost:
[b] Wann immer ich Schwarzvolk frage, ist man sich gaaaaaaaaanz sicher, daß all diese Mechanismen der Massenpsychose, Anpassung und des Duckmäusertums bei Ihnen nicht wirken. Im Gegenteil, übereinstimmend wird dann gesagt, daß das „Schwarz sein“ gerade der Ausbruch aus dieser Welt ist und das Hintersichlassen solcher gruppendynamischer Prozesse das „Schwarz sein“ ausmacht. Ex post betrachtet muß sich dann doch aber jeder den Spiegel vorhalten und feststellen, wenn das wirklich so gilt, dann ist hier niemand schwarz![/b][/quote]

Da wird etwas wahres dran sein... "Man" passt sich eben nicht der angeblich breiten Masse (die ja beim genaueren Betrachten auch in viele Subgruppen zerfällt) an, sondern eben einer kleineren "schwarzen Menge" und den damit verbundenen gruppendynamischen Prozessen. "Wie schminke ich mich schwarz", was für Klamotten trägt ein Gothic usw. wird dann (meist von Neuen) gefragt und wer sich halt nicht so düster gibt ist nur ein Pseudo...

Das ist natürlich nur ein Gedankengang von mir und sicher denkt sich dazu jeder sein Teil, aber ein bißchen drüber nachdenken könnte doch jeder schon mal, inwieweit er wirklich unbewusst beeinflusst wird?

Gruß,
Stone
BlackadderWer kann schon von sich behaupten, die Masse verlassen zu haben?
Niemand, meiner Meinung nach.
Manchmal hat man keine andere Wahl als sich "zu ducken", und sei es nur vorläufig, denn wer seine Meinung der breiten Masse entgegenschleudert, wird meist von ihr zerrissen, damit ist auch keinem gedient.
Ich habe mich nie als Aussenseiter oder nicht-angepasst gesehen, weiss selber, dass ich manches mal den Mund halte, wenn ich reden sollte, sitzen bleibe wenn ich aufstehen sollte, in der Hoffnung, das es jemand vor mir tut, der meiner Meinung ist.
Ich kann mir das offen eingestehen, jeder hofft das insgeheim manchmal, weil er selber sich nicht in der Lage fühlt, seine Meinung alleine zu vertreten.
Ist man deswegen gleich ein Dauer-Angepasster?
Schwarze Ideologie, zählt sie wirklich bei einem solchen Thema?
In dieser "Szene" gibt es so viele Kopfnicker und Ja-Sager wie überall, jeder wird auf Anhieb von sich behaupten, dass System durchschaut zu haben und immer seine eigene Meinung kundzutun, auch wenn diese Meinung gleichzeitig von tausend anderen verkündet wird....man hat schliesslich schon vorher so gedacht, nicht erst jetzt... [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img]

Auch Querdenker vertreten irgendwie eine "massentaugliche" Meinung, wie ich finde.
Es hängt wirkich an jedem selbst, inwieweit er sich in der Lage fühlt aufzustehen...man kann es nicht immer.
UNd manchmal wird man eben einfach nur geblendet, von Euphorie und ähnlichem mitgerissen...

Beste Wünsche

BLACKADDER


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Auf jede Frage dieser Welt findet man die Antwort in einem Buch.

In omnibus requiem quaesivi et nusquam inveni nisi in angulo cum libro.
SEIROMEMGuten Morgen LostGhost,

finde ich gut,daß Du Dich gemeldet hast. Komme auf Dein Posting heute nacht zurück.

Eines möchte ich an dieser Stelle jedoch noch fragen,

Kaiki,

Zitat:
[b]
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum Außenseiter wird man aufgrund div. Verhaltensmuster und (sozialer) Interaktionen, die nicht den Erwartungen anderer entsprechen.

Die Empfehlung: Vorher nachdenken.

[/quote] [/b]

Den Erwartungen anderer entsprechen, bis zu welchem Grad? Wo bleibt da das Selbstbewußtsein, das eigene ich?

Eine Frage übrigens auch an die anderen gerichtet.

LostGhost?

SEIROMEM
gin'iroÜbrigens hatten wir einen Thread, der das Thema von der anderen Seite betrachtete: [url="http://www.nachtwelten.de/ubb/Forum5/HTML/000192.html"]http://www.nachtwelten.de/ubb/Forum5/HTML/000192.html[/url]


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.
gin'iro
Zitat:
Original erstellt von SEIROMEM:
[b]Den Erwartungen anderer entsprechen, bis zu welchem Grad? Wo bleibt da das Selbstbewußtsein, das eigene ich?[/b][/quote]

Deshalb hat man auch die Wahl - wie "frei" diese auch immer ist. Man kann entscheiden, wieweit man den Erwartungen gerecht werden will oder nicht. Wo das Ich und das Selbstbewusstsein bleibt? Dort, wo man es auf der Strecke der Anpassung liegen gelassen hat.


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---> Kaiki <---

Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.
MontPèlerinHi Trinity,

wegen Amerika, o.k. , erbarmen bitte. Ich wollte Dich nicht angreifen oder so. Ich sehe "den Westen" nur ziemlich positiv und nicht wie eigentlich alle anderen Menschen mit denen ich je sprechen konnte total negativ. Wahrscheinlich bin ich einfach bekloppt. Und ziemlich müde sowieso. Manchmal hoffe ich fast, "der Westen" geht endlich über die Wupper. Dann könnten wir endlich alle in einer perfekten Welt leben.
sorry für alles
Trinity GothHi!

Zitat:
Original erstellt von MontPèlerin:
[b]wegen Amerika, o.k. , erbarmen bitte. Ich wollte Dich nicht angreifen oder so. [/b][/quote]
Ich habe das nicht persönlich genommen, ich habe dir nur meine Meinung geschrieben. Ich konnte mich halt nicht mit deinen Argumenten anfreuden. Fühlt du dich alo bitte nicht geneigt einfach so kampflos aufzugeben, ich wollte dich auch nicht persönlich beleidigen.
Bin ich der einizige der wirklich kontroverse Diskussionen liebt?! 100%ige Übereinstimmung ist doch langweilig.

Gruss
Trinity Goth

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MontPèlerinHallo Trinity,

danke für Deine Worte.
Früher mochte ich Konfrontationen und Debatten und manchmal geht es eben auch heute noch mit mir durch, und ich muß "meine Meinung sagen". Dummerweise vergraule ich damit aber immer Leute, die mir eigentlich sympathisch sind, weil ich fast alles irgendwie anders einordne als andere. Speziell an dem Abend, wo ich mein zweites Statement abgegeben habe, ging es mir nicht wirklich sehr gut (um es mal so zu sagen). Und in solchen Momenten fühle ich mich dann ziemlich traurig und kraftlos. Daher meine nicht sehr faire Reaktion.

Ich will meine Argumente auch jetzt nicht verteidigen bzw. will ich nicht den Versuch machen, die Deinen zu widerlegen, aber wenigstens zu folgendem raffe ich mich mal auf ...für grundsätzliches Statement räusper... :

Wir sollten in den irdischen Dingen nicht das Perfekte suchen, sondern die Gesellschaftsform, die unter den real gegebenen Möglichkeiten unter den noch entschuldbarsten Mängeln leidet. Wir sollten nicht das Wolkenkuckucksheim, das jeder von uns als sein persönliches Paradies in seinen Gedanken entworfen hat, zum Maßstab eines Urteils über die reale Welt machen, sondern reale Gesellschaften mit realen Alternativen vergleichen. Die realen Alternativen zum "Westen", die es gibt und gegeben hat, finde ich ziemlich unerfreulich.

Von daher argumentiere ich oft wie ein "kalter Krieger".

Stille Grüße

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MontPèlerin

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