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  Forum: Ruhe sanft
    Thema: Gut und Böse
NihasaIch weiß nicht, ob das Thema bereits irgendwo im Forum angesprochen wurde, aber die Frage nach gut und böse beschäftigt und verwirrt mich.
Wenn ich darüber nachdenke kommen immer nur noch mehr Fragen auf und ich komme zu keiner Lösung.
Was ist gut und was ist böse?
Ist nicht das, was für den einen gut ist für den anderen schlecht?
Wer hat festgelegt, was gut und böse ist? Die Gesellschaft? Ist nicht aber für jeden gut und böse etwas anderes?
Sind das nicht zwei Wörter, die ständig eine andere Bedeutung haben?
Kann man überhaupt gut und böse trennen?
Diese Fragen machen mich noch wahnsinnig.
Was denkt ihr über gut und böse?
Unterscheidet ihr diese zwei Begriffe?

Danke fürs drüber nachdenken,
Nihasa


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Der Mond ist majestätisch
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Bitte lass mich heut
Mit ihm untergehn.
Damit mich die Nacht
So dunkel und rein
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ich will eins mit ihr sein.
l'ange obscurEine gute Frage.
Kohlberg, ein Amerikaner hat festgestellt, dass sich die "Weltanschauung " in moralischer Sicht in verschiedenen Phasen ändert.
So ist für ein Kind mit 2 Jahren alles schlecht, was bestraft wird. Mit ca. 6 Jahren ist gut alles, was einem selber oder anderen nutzt. und mit ca. 21 Jahren ist gut und böse relativ . Ab einem Alter von 35 und älter hängt gut und böse von Werten ab, die allgemeingültig sind.
Also kann man die Frage nicht so richtig beantworten.
Jeder muss für sich selber herausfinden, was für ihn richtig und falsch, gut und böse ist.
NAtürlich tragen die Normen der Gesellschaft auch dazu bei.
Keine befriedigende Antwort, oder ? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/frown.gif[/img]
MichaelaIn allem Guten liegt auch etwas Schlechtes.
Aber aus etwas Schlechtem erwächst nicht selten etwas Gutes und umgekehrt.
Das ist es was ich in meinem Leben erfahren habe.

Michaela
CurzonEs gibt kein Gut und kein Böse.

Das sind lediglich Begriffe, mit denen der Mensch versucht, seine Welt zu kategorisieren, aus welchen Gründen auch immer.

Gut und Böse, Moral und Ethik sind rein gruppenspezifische Phänomäne. Hat der einzelne Mensch keine Strafe vor einer Gruppe zu fürchten, dann darf er alles.

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Laßt uns einen Stern vom Himmel holen und tausend Welten in Brand setzen!
seelenmordSalut,

nach der Antwort von l'ange obscur zu urteilen ist diese Begriffsdefinition für mich zur Zeit relativ [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]

@curzon
Klar, sind diese Begriffe nur Kategorisierungen für irgendwas ... aber wir besitzen nunmal die Sprache um uns über Dinge auszutauschen. D.h. wir beschreiben mit diesen Worten auch nur Empfindungen - ob die Interpretation dessen nun richtig oder falsch ist steht auf einem anderen Blatt Papier ...

Ich glaube, wenn ich mich richtig erinner' gibt es in der Triologie "Illuminatus" eine kleine Geschichte über die Erfindung (!) von Gut und Böse [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]

@Nihasa
Woher denn aus Sachsen?

seelenmord

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Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.

[Dieser Beitrag wurde von seelenmord am 27. November 2001 editiert.]

[Dieser Beitrag wurde von seelenmord am 27. November 2001 editiert.]
Moonbladegut und böse hängt von den eigenen idealen und moralvorstellungen ab.... und die sind bei jedem unterschiedlich.

Dennoch glaube ich für mich das es grundlegende dinge gibt die man in gut und böse einordnen kann.... nicht nach regeln, sondern nach dem persönlichen rechtsempfinden.

Doch ist es für mich auch Situationsabhängig. Etwas was ich allgemein als böse empfinde, kann für mich legitim sein wenn ich damit etwas gutes tue(und niemand unschuldigem damit schade).
Beispielsweise hätte ich kein Problem damit einen Menschen auf grausamste Weise zu vernichten, wenn dieser Mensch in meinen Augen durch und durch lebensfeindlich ist und sehr viele unschuldige und gute menschen zerstört. Das deckt sich mit meinen Moralvorstellungen. Und das obwohl ich eigentlich sehr hohe Ideale und Ehrvorstellungen habe, die zwar ich selbst, doch nur wenige andere erfüllen.

Eins ist jedoch sicher... das böse kommt in einem wunderbar schönen Gewandt und scheinbar unschuldigem Wesen, und gibt vor gute absichten zu haben......... in häßlichen und böse absichten äußerndem gewand, jedoch nur in märchen.

- Moon

- Moon
Curzon
Zitat:
Original erstellt von seelenmord:
[b]
@curzon
Klar, sind diese Begriffe nur Kategorisierungen für irgendwas ... aber wir besitzen nunmal die Sprache um uns über Dinge auszutauschen. D.h. wir beschreiben mit diesen Worten auch nur Empfindungen - ob die Interpretation dessen nun richtig oder falsch ist steht auf einem anderen Blatt Papier ...
[/b][/quote]

hmm...also ich drücke meine Empfindungen nie durch den Gegensatz gut/böse aus...ich denke, wenn man seine eigenen Gefühle ausdrückt, dann sollte man eher auf den Gegensatz angenehn/unangenehn gehen, das ist imho noch der ehrlichste [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]

[b]
Zitat:

Ich glaube, wenn ich mich richtig erinner' gibt es in der Triologie "Illuminatus" eine kleine Geschichte über die Erfindung (!) von Gut und Böse [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]
[/b][/quote]

Ich fang grad mit dem 2. Band an [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]

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Laßt uns einen Stern vom Himmel holen und tausend Welten in Brand setzen!
seelenmord@Curzon

Zitat:
hmm...also ich drücke meine Empfindungen nie durch den Gegensatz gut/böse aus...ich denke, wenn man seine eigenen Gefühle ausdrückt, dann sollte man eher auf den Gegensatz angenehn/unangenehn gehen, das ist imho noch der ehrlichste
[/quote]

ich drücke meine Empfindungen auch nicht mit gut oder böse aus - hatte mich etwas schwer verständlich ausgedrückt [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]
weiß auch nicht so recht, wie ich es in die richtigen Worte fassen soll ... ;(

ich glaube im dritten band ist die Episode ...

seelenmord

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Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
belly.whitegibts da für jemanden eine relation zwischen
teufel & böse und gott & gut ?
das würde mich mal interessieren
was sagen "christen" dazu ? und "satanisten"?

die begriffe gut und böse finde ich an manchen stellen echt berechtigt ,an manchen aber auch nicht ,aber das merkt man ja selbst ...
klar kann vieles für den einen gut und für den anderen böse (bzw. schlecht ) sein
-ob gegensätze nun zusammengehören ?-irgendwo schon


[Dieser Beitrag wurde von belly.white am 27. November 2001 editiert.]
seelenmordSalut belly,

ich glaube die Relationen teufel & böse, sowie gott & gut haben historischen Hintergrund ... ich persönlich verbinde dies zwar nicht (ist auch nicht so, daß die Relationen tausche), aber ich glaub' allgemein in der Gesellschaft ist da schon eine Assoziation vorhanden.

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Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
MichaelaHallo nocheinmal,
Ich möchte meine Aussage mal an einem Beispiel konkretisieren.
Meine Oma ist gestorben,das war für mich eindeutig eine sehr schlechte/böse Erfahrung.
Dadurch bin ich meiner Mutter,nach Jahren der Funkstille und des stillen Hasses,wieder näher gekommen und heute sind wir Freunde,eindeutig ist etwas Gutes aus etwas Schlechtem erwachsen.
Noch ein beispiel.
Viele Menschen haben mich bitter enttäuscht,mir unsagbar wehgetan,umso mehr weiß ich heute eine ehrliche Seele zu schätzen.

Soviel dazu
Michaela

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Suchende
MontPèlerinSeid gegrüßt,

auch ich denke, daß es absolute Werte letztlich nicht gibt. Dies deshalb nicht, weil ich nicht glaube, daß Gott uns ein Moral- und Sittengesetz gegeben hat. Mithin gibt es keine letzte Instanz, die uns die Frage nach gut und böse beantworten kann.

Für die Alltagsethik (und das klingt vielleicht viel abwertender, als ich es meine), würde ich aber die Kategorien gut und böse anerkennen. Wären ohne diese letzte Abstraktion überhaupt Recht und Sitte (geordnetes Zusammenleben von Menschen also) denkbar?

Um für diese Altagsethik gut und böse zu unterscheiden, würde ich mich an die klassische liberale Philosophie halten und bspw. sinngemäß mit Kant sagen: Böse ist, wenn Menschen andere Menschen nur als Mittel zur Erreichung ihrer Zwecke benutzen und im Gegenüber nicht ein sittliches Subjekt erkennen, daß das Recht hat, sich selbst ein Zweck zu sein.

Ich denke, damit kommt man schon verdammt weit, zumindest, was die grundsätzlichen Weichenstellungen angeht, die Gesellschaften treffen müssen.

Mit kneipenphilosophischem Gruß



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MontPèlerin

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res severa est verum gaudium

Im Ernsthaften liegt die wahre Freude
fluchtraumAls gut sehe ich jede Tat und jedes Wort, die das Leid auf der Welt mindert, als böse jedes Wort und jede Tat, die es vergrößert.
Alles andere läßt sich in endlosen Relativismen und Wortglaubereien und Abstraktionen zerpflücken, bis es bar jeden Sinnes ist...
nur eines glaube ich gewíß: Das keine Gedanke und kein Gefühl jemals böse ist (wohl aber die Tat, die daraus erwachsen kann)
NihasaIch schreibe mal an jeden einzeln, damit ihr nicht so viel lesen müßt. Aber ihr dürft trotzdem, wenn es euch interessiert.

@ l'ange obscur
Naja es ist nicht wirklich eine entgültige Antwort, aber es ist eine gute Idee das mal nach dem Alter zu sortieren. Wobei ich nicht glaube, dass manche Menschen über das Denken des 6. Lebensjahres hinaus kommen, oder das alle Menschen das Denken des 21. Lebensjahres durchlaufen. Viele überspringen dieses Alter und machen dann gleich bei 35 Jahren weiter.
Ich denke gerade darüber nach wo ich stehe und ob das stimmt. Das mit zwei Jahren kann ich glauben und das mit 6 stimmt auch mit mir überein. Nun bin ich 17 und weiß nicht, was ich von gut und böse halten soll. Wo gehöre ich nun hin? Hm... *grübel*
Glaubst du, dass es mit deinem Alter übereinstimmt?
Die Frage stelle ich mal an alle.

@ alle:
Glaubt ihr, dass die Einstufung von Kohlberg mit euch übereinstimmt?

@ Michaela:
Also kann man sagen, dass in jedem guten, etwas schlechtes enthalten ist und in jedem Schlechten auch etwas gutes?
Demnach könnte man nicht zwischen gut und böse trennen, oder?

@ seelenmord:
"Illuminatus"? Kenne ich nicht. Was wird denn da gesagt?
Ich komme aus der Nähe von Oelsnitz. Wieso? Kommst du auch aus Sachsen? Wenn ja woher?

@Curzon:
Also wenn du die Begriffe Gut und Böse nur durch Angenehm und Unangenehm ersetzt, dann haben sie doch trotzdem noch die gleiche Bedeutung, oder habe ich das falsch verstanden?

@ Moonblade:
Zitat:
"Eins ist jedoch sicher... das böse kommt in einem wunderbar schönen Gewandt und scheinbar unschuldigem
Wesen, und gibt vor gute absichten zu haben......... in häßlichen und böse absichten äußerndem gewand,
jedoch nur in märchen."

Ja das stimmt, aber oft tarnt das Böse sich nicht gut genug und dennoch sehen wir es nicht, meist einfach, weil wir es nicht sehen wollen. Es ist schwierig zu erkennen, was gut und was böse für einen ist. Leider ist das oft die schuld von sich selbst. Man ist oft viel zu naiv. Eine Schwäche, die ich hasse und zum Glück lerne zu beseitigen.

@ belly.white
Ich bin weder Christ, noch Satanist, aber ich antworte trotzdem, wenn ich darf. In der breiten Masse steht Gott für das Gute und der Teufel für das Böse. Das ist unbestreitbar. Die meisten Menschen stufen somit einen Christen als gut ein und einen Satanisten als böse. Meiner Erfahrung nach ist das auf keinen fall so. Ich kenne viele Christen, die ich auf jedenfall nicht als gut einstufen würde und einen Satanisten, von dem ich fest der Meinung bin er ist der ein sehr guter Mensch. Ob man das jetzt wieder auf Gott und satan beziehen kann, weiß ich nicht. Aber die Überlegung gefällt mir.
Warum sagt man denn man soll Gottesfürchtig sein? (Das sagt man doch, oder?) Muß man sich nicht nur vor Sachen fürchten, die Böse sind?




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Damit mich die Nacht
So dunkel und rein
ganz verschlingt
ich will eins mit ihr sein.
Curzon@Nihasa: Jain...weißt du, "gut" und "böse" sind zwei absolute begriffe, die voraussetzen, daß jeder in etwa das sellbe daruntwer versteht...aber angenehm/unangenehm sind zwei sehr subjektive begriffe. icvh will damit nur sagen, daß gut und böse keine absoluten begriffe sind, nicht in einer qwelt, die sich so schnell verändert und schon gar nicht, da es soviele welten gibt wie lebewesen die sie erleben.

sorryx für die fehler, meine hand ist halb einbandagiert.

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seelenmord@Nihasa

Zitat:
Glaubt ihr, dass die Einstufung von
Kohlberg mit euch übereinstimmt?[/quote]

Für das zu meinem Alter angegebene: Ja!

Zitat:
"Illuminatus"? Kenne ich nicht. Was wird denn da gesagt?[/quote]

Das ist eine längere Episode in dem Buch ... leider habe ich es nicht griffbereit hier (da ich es aus der Bibo gelesen habe). Aber dort wird beschrieben wie in Atlantis Gut und Böse erst erfunden werden mußten und im Endeffekt zum Untergang von Atlantis führten.

Zitat:
Ich komme aus der Nähe von Oelsnitz. Wieso? Kommst du auch aus Sachsen? Wenn ja woher?[/quote]

Ja, Zwickau [img]http://www.plaudersmilies.de/square/bigsquaregrin.gif[/img]

Dunkelschläfrige Grüße

seelenmord



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Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
mantogrüße,

nihasa, was genau denkst du denn über gut und böse?

du hast ja schon angesprochen, was dich verwirrt...du merkst daß, die begriffe nicht für jeden das gleiche bedeuten...das sie also von etwas abhängen, und nicht für sich selbst stehen...die gegensätze, die unvereinbar scheinen, und doch erfahrungsgemäß auseinanderhervorgehen können...bring doch bitte mal ein beispiel...vielleicht wird es dann fassbarer, wo genau deine verwirrung begründet liegt und wo man einen bezug zu abstrakteren erklärungen herstellen kann...interesse?

@mont

wo sagt kant das? gib mir doch mal bitte die quelle an

zu der gott ist gut problematik...hm...klassisches paradoxon: wenn gott gut ist, ist er nicht böse, wenn er aber nicht beides sein kann, ist er nicht allmächtig...also kann gott nicht nur gut...oder gütig sein
aber wir können gott eh nicht fassen und erklären...wir müsssen glauben oder eben nicht...und das schneidet diesbezüglich eigentlich jede diskussion ab...

nächtliche grüße
manto
MichaelaGenau das wollte ich damit sagen.
Ich denke heute,das es darauf ankommt wie man eine situation,eine erfahrung die man macht,annimmt.
Ich kann mich in meine Ecke zurückziehen,die Welt für böse erklären,mein selbstmitleid pflegen,oder aber ich sehe es als Herausvorderung und stehe erst recht auf.Das mich hier bitte niemand falsch versteht,ich halte trauern,sich zurückziehen usw. für einen durchaus akzeptablen und guten Weg um mit Tiefschlägen fertigzuwerden.Nur das verteufeln der ganzen welt lehne ich ab.Man kann am Schlechten wachsen um das Schöne zu genießen,und schlußendlich ist alles subjektive wahrnehmung.Das war meine!

Herzlichst
Michaela

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Suchende
NihasaDanke, für die vielen Antworten. Noch einmal zu den einzelnen.

@ fluchtraum
Kein Gedanke und kein Gefühl ist jemals böse?
Dem muß ich auf jeden Fall widersprechen. Natürlich kann aus einem guten Gedanken eine Böse Tat entstehen, aber das es nur gute Gedanken und Gefühle gibt?...*grübel*
Also ich weiß nicht, ob ein Mordgedanke ein guter Gedanke ist. Das bezweifle ich stark! Es kommt jetzt natürlich darauf an, aus welcher Position man das sieht. Der, der diesen Mordgedanken hat, für den ist sicher auch etwas gutes dabei und wenn es nur Befriedigung ist. Aber ich glaube nicht, dass du das so gemeint hast, oder?
Ich gebe zu, dass das Beispiel für einen bösen Gedanken jetzt sehr extrem und sehr weit hergeholt ist, aber das macht meine Überlegung am besten deutlich.

@ Curzon
Achso. Jetzt habe ich es verstanden. Also wäre es für dich auch in Ordnung, wenn man seine eigenen Gefühle ausdrückt, sagt , dass es für EINEN gut/ böse ist. Einfach, dass man dazu sagt, dass das SEINE EIGENE Meinung ist. Und um das nicht so kompliziert zu machen, wie ich es gerade versucht habe, sagst du einfach es ist angenehm/unangenehm. Nur um alle Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen.

@ Seelenmord
Zwickau? - Kenne ich!!! *freu*

@ Manto
Was denke ich über gut und böse? Ja, schöne Frage. *g*
Also, ich bin auf jeden Fall der Ansicht, dass gut und böse für jeden etwas anderes ist und das sich die Ansicht für jeden selbst noch einmal, je nach Situation ändert. Was mich nun so verwirrt ist, diese ständige Wandlung der Begriffe. Und das ich nicht weiß, was jemand nun wirklich meint, wenn er sagt etwas ist gut/böse. Darum wollte ich eure Meinung dazu wissen und dabei habe ich gemerkt, dass fast alle genau so denken, wie ich. Jeder weiß, dass mit gut und böse ständig etwas anderes gemeint ist und dennoch benutzt diese Begriffe jeder. Deshalb finde ich die Idee von Curzon auch so gut. Einfach anstatt gut/böse, angenehm/unangenehm zu sagen. Damit räumt man Mißverständnisse aus dem Weg.

Nachdenkliche Grüße,
Nihasa
seelenmordSalut,

naja angenehm und unangehmen für gut und böse zu ersetzen würde ja zwei Begriffe aus unserem Sprachschatz streichen [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]
Aber sicherlich interpretiert jeder zwischen gut und böse etwas anderes - unbestritten!

Ich versuch's mal so:

Duschen empfinde ich im Moment als sehr angenehm.
Duschen ist im Moment gut.

Klingt doch nach einem merkwürdigen Ausdruck, oder? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]

Aber:

Eine gute Idee! [in Hinblick auf eine Absicht von Dir]
Eine angenehme Idee! *g

Damit drückst Du doch aus, daß Du in Hinsicht auf Erreichen des Zieles einen (weiteren) Ansatzpunkt hast um selbiges zu verwirklichen - ob das angenehm ist, steht doch noch auf einem anderen Blatt [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]

Grüße

seelenmord

ps.: Naja, die 20 km bis Oelsnitz sind auch keine wirklich Entfernung, oder? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]

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Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
MontPèlerinHallo manto,

hat etwas gedauert wegen der Quellenangabe... hier ist sie:

I. Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, in: Werke, Bd. IV, hrsg. v. W. Weischedel, Wiesbaden 1956, S. 61: "Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest."

Hinweise:

a) Wie ich schon in meinem Beitrag geschrieben hatte, habe ich sinngemäß und "aus dem Kopf" zitiert.

b) Ich habe die o.g. Quelle nicht geprüft, sondern selbst entnommen aus: F.A. von Hayek, Die Verfassung der Freiheit, J.C.B. Mohr Tübingen, 1991, 3. Auflage, S. 170, Fußnote Nr. 13.

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Allgemein zum Thema noch folgendes interessantes Zitat:

"So, wie wir einen Menschen frei nennen, der für seine eigenen Zwecke und nicht für die eines anderen lebt...", Aristoteles, Metaphysik, I, 2, 8, zitiert nach am unter b) angegebenen Ort, Fußnote Nr. 3, S. 14.

Stille Grüße

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MontPèlerin

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Im Ernsthaften liegt die wahre Freude
Daath VaderIch weiss, ich bin ein Späteinsteiger, aber die Beiträge in diesem Thread fand ich recht interessant -- da dachte ich, ich gebe mal meinen Senf dazu.

Grundsätzlich ist die Frage nach Gut und Böse seehr schawierig, und ich maße mir nicht an, sie definitiv beantworten zu können.

Ich glaube, man kann die Beiträge in folgende Kategorien einteilen:

A Hedonisten: Glauben im wesentlichen, daß alles was Spaß macht gut ist.

B Kohlbergianer: Glauben daß das Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse von der kognitiven Entwicklungsstufe und der geistigen Reife des Individuums abhängt.

C Abraxianer: (in Anlehnung an Hermann Hesse) glauben daß gut und böse menschliche Grundeigenschaften sind, die irgendwie zusammengehören und oft so ineinander überfließen, dass man sie nicht mehr richtig unterscheiden kann.

D Kantianer: Glauben, daß man mit rational ergründeten Gesetzen weiterkommt, die universelle Gültigkeit haben (z.B. der Kategorische Imperativ in seinen verschiedenen Formulierungen).

Ich finde mich in allen 4 kategorien teilweise wieder. A ist grundsätzlich OK, kann aber sich aber schnell in blinden, kleinlichen Egoismen verlieren. Zu B -- ja, ich glaube man sollte ein post-konventionelles Moralverständnis anstreben, aber da gibt's auch mehrere Möglichkeiten. Kohlbergs Auffassung ist da absolut nicht immun gegen Kritik. Zu C, auch ja, aber trotzdem gibt's Dinge, die jedem Bauernlümmel intuitiv als böse auffallen, die man mit einer jungianischen Integrationsmystik nicht verklären sollte. Die Kantianer (D) sind auf dem richtigen Weg, aber abstrakte Moralprinzipien sind halt eben abstrakt, und oft nicht einfach anzuwenden. Auch kann man damit gutes Handeln bestenfalls allgemein charakterisieren, nicht aber in allen Einzelfällen spezifizieren. Nachdenken muß man immer noch.

Zu guter Letzt wollte ich noch Paulus zum Besten geben (mit einem für ihn ungewöhnlich tiefgründigen Aphorismus):

"Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Römer 7:19

Möge die Kraft mit euch sein ~

Da'ath Vader

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