| FallenSisko | Aus gegebenen Anlaß feiern wir jetzt 4 Monate Kampf gegen den Terror. Zeit für eine Bilanzierung der letzten Monate?! Oder habt ihr keine Lust mehr auf das Thema, so wie der Rest der Gesellschaft? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] Ja damals, an jenen denkwürdigen Tagen im September, schrie die Gesellschaft "Es wird nichts mehr so sein wie es war". Aber am darauffolgenden Sonntag sah ich die RTLNachrichten mit dem Topthema "Wo kann ich nach dem Terroranschlag noch in den Urlaub fliegen". Und in mir wuchs dann doch die Gewissheit, dass sich nichts ändern wird. Nun... es gibt 2 Dinge nun doch zu feiern. 1. Die Befreiung Afgahnistans vom Taliban-Regime und 2. Es gibt inzwischen mehr zivile Opfer durch die Bombardements der Amerikaner als damals beim WTC-Anschlag starben. Hier noch ein netter Artikel zum lesen. Zitat Spiegel: Der blutige Präzisionskrieg Für die US-Regierung war es ein chirurgischer Krieg, für Menschenrechtler ein Blutbad. Wie viele Zivilisten genau getötet wurden, weiß niemand. Ein US-Professor will über 4050 Tote ermittelt haben - mehr als bei den Anschlägen in New York und Washington. Hamburg - Mal war es ein Konvoi auf dem Weg nach Kabul, mal waren es hundert Tote in dem Bergdorf Kalaje Niasi, in der Provinz Paktia, die durch amerikanische Bombardements ums Leben gekommen sein sollen. Mal zertrümmerte ein aus der Luft abgeworfenes Care-Paket eine Hütte und tötete dadurch die zwei Bewohner. Seit Beginn der amerikanischen Militäroperation "Andauernde Freiheit" in Afghanistan haben sich die Berichte über tote Zivilisten gehäuft. Doch anders als bei den gefangenen Taliban, deren Zahl vom US-Verteidigungsministerium genau beziffert werden kann, ist die Zahl der getöteten afghanischen Zivilisten die große Unbekannte im Feldzug am Hindukusch. Vermutlich wird sie es auch immer bleiben. "Tot, weil wir es wollen" Um Licht in das Dunkel zu bringen, hat Marc Herold, Professor an der Universität von New Hampshire, ein umfassendes Dossier über die bisherigen Opfer erstellt. Darin kommt Herold zu dem Schluss, dass der militärische Kampf gegen den Terrorismus allein zwischen dem 7. Oktober und dem 10. Dezember letzten Jahres 3767 Zivilisten das Leben kostete. Bis zum 4. Januar waren es nach Angaben des US-Wissenschaftlers gar 4050 Tote - mehr als bei den Terroranschlägen von New York und Washington, bei denen jüngsten Schätzungen zufolge etwa 3100 Menschen starben. Für das mehrere Seiten lange Dossier hat Herold eine lange Liste von blutigen Zwischenfällen zusammengetragen und ausgewertet. Er dokumentiert zahlreiche Beispiele von Angriffen auf die Zivilbevölkerung. Beispielsweise den Luftschlag gegen die 25 Meilen nördlich von Kabul gelegene Ortschaft Chowkar-Karez in der Nacht zum 23. Oktober. Dabei seien mindestens 93 Zivilisten getötet worden. Als Reaktion auf den Angriff zitiert das Dossier einen Pentagon-Offiziellen mit den Worten: "Die Leute sind tot, weil wir sie tot wollten." Herold kommt zu dem Schluss, dass das US-Militär beim Afghanistan-Feldzug bereit war, Bomben und Raketen auch auf dicht besiedelte Gebiete abzuwerfen. In den USA kein Thema In den US-Medien sei dies aber bislang kaum ein Thema gewesen, kritisiert Herold. Die meisten Daten und Berichte sammelte er daher aus britischen, französischen und indischen Presse-Agenturen zusammen. Die amerikanische Öffentlichkeit, schlussfolgert der Wissenschaftler, dürfe dagegen über das Blutbad am Boden weder etwas hören noch sehen. Andernfalls werde ihre Entschlossenheit für den Krieg erschüttert. Der technische Präzisions-Krieg müsse unangefochten fortgeführt werden. Zivilisten oder al-Qaida-Anhänger Immer wieder hat die Regierung in Washington seit Beginn der Operation "Enduring Freedom" Berichte über zivile Opfer mit schöner Regelmäßigkeit zurückgewiesen. Als im Dezember Bilder eines angegriffenen Dorfes nahe der Höhlenanlage Tora Bora im US-Fernsehen gezeigt wurden, kam prompt der Konter aus dem Rumsfeld-Ministerium. Bei den Opfern handele es sich nicht etwa um unschuldige Zivilisten, machte die Behörde klar, sondern vielmehr um Angehörige der al-Qaida oder um Unterstützer, die bekanntermaßen den Terroristen Schutz gewährt hätten. Zahlen? - Fehlanzeige! Ob die Angaben von Herold realistisch sind, wird sich vermutlich nie eindeutig klären lassen. Das Pentagon hat nach Angaben des Oberkommandos die Zahl der zivilen Opfer nicht gezählt. Und auch ansonsten sind Opferzahlen Fehlanzeige. Das Auswärtige Amt in Berlin verfügt nach Aussage eines Sprechers über keine eigenen Zahlen und sieht sich auch nicht in der Lage, andere "Zahlen seriös zu bewerten". Auch Amnesty International, sonst immer an vorderster Stelle, wenn es um die Wahrung der Menschenrechte geht, kann keine Angaben zu möglichen getöteten Afghanen machen. Weil sie das Sterben unter den Zivilisten zum Thema mache, heißt es in der Afghanistan-Forschungsabteilung der Organisation in London, sei die Studie zwar wichtig. Opferzahlen wie die von Herold könnten sie jedoch nicht kommentieren. Unterdessen versucht die US-Regierung, den Eindruck eines erfolgreichen Präzisionskrieges aufrechtzuerhalten. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld unterstrich jüngst, dass er sich in der Geschichte keinen militärischen Konflikt vorstellen könne, in dem die Kollateralschäden so gering und die ungewollten Konsequenzen so selten gewesen seien. [url="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,176540,00.html"]http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,176540,00.html[/url] ------------------ I'm so happy i can't stop crying |
| Seneca | Das es so kommen wird haben wir schon vor Wochen ausdiskutiert, soll ich jetzt schreiben das ich recht hatte, oder was...! Das ist weder eine Neuigkeit noch eine Überaschung noch das erste Mal. Auch im Irak gab es tausende Tote, auch nach dem offiziellen Feldzug. Die "Gotteskrieger" haben das Kriegsbeil ausgegraben, und wehe jedem, der nicht auf der richtigen Seite steht, oder stark genug ist, zumindest ein paar Flugzeuge von Himmel zu hole. Es ist eigentlich schon alles gesagt, und es ist auch schon alles da gewesen, erst vor 10 Jahren. Was sollen wir jetzt machen, Ne Friedensdemo...bei dem Wetter kriegst Du keine 10 Leute zusammen. Noch mal kurz, alles was jetzt noch zu sagen wäre, ist eine Wiederholung des bereits Gesagten. Ausdiskutiert heißt nicht vergessen, das ist der kleine Unterschied. [Dieser Beitrag wurde von Seneca am 11. Januar 2002 editiert.] |
| FallenSisko | Genau das ist das Thema was ich anschneiden wollte. [b] Ich will nicht Recht haben. [/b] Ich will nicht das die Welt so ist wie ich denke. Ich will nicht das meine Denkweise "Es wird sich ehh nichts ändern" richtig ist. Verstehst du? Ich will nicht das sich nichts ändert. Und... ich will nicht das es noch einen größeren GAU als den Anschlag auf das WTC geben wird. Ich will nicht das in ein paar Jahren wieder alle rumheulen, weil so ein Idiot einen biologischen Anschlag verübt hat. Ich will das sich was ändert. ... Ich will nicht Recht haben. ------------------ I'm so happy i can't stop crying |
| Emez | Ich fürchte, dass Du leider recht behalten wirst. Die Welt wird mit jedem Tag schlimmer und grausamer. Es wird immer so weitergehen, bis nichts und niemand mehr existiert. Dies scheint wohl das Schicksal der Menschheit zu sein. Es macht traurig, darüber nachzudenken. Stille Grüße, Emez |
| FallenSisko | Ja es ist zum kotzen... [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/frown.gif[/img] ------------------ I'm so happy i can't stop crying |
| FallenSisko | Ich hab ehh keine Hoffnung das sich was ändert. Wahrscheinlich bin ich erwachsen geworden... oder einfach nur klüger. Ich sollte das Thema löschen. ------------------ I'm so happy i can't stop crying |
| AgaXaaN | ICh weiss nicht ob das nun stimmt oder nicht, oder inweifern das interessiert oder schon gesagt wurde. In einigen foren von damals gab es indizienberichtie die den Angriff auf das WTC unter dem namen Osamas in frage stellten. Aslo mit anderen worten behaupteten da einige mit einer ganz normalen Logik, das die USA zumindest vom anschlag vorher bescheit wusste, wenn nicht sogar beteiligt war. Naja kann sein, ist aber im allgemeinen unglaubwuerdig. Nu so nebenbei Cu [LS]AgaXaaN Aber hierzu kann ich ja gliche mal ne frage posten die ich gestern las: Warum ist Krieg ein teil Natur? Was haltet ihr davon?? |
| Dein_Heiland | Interesante Frage! Mich interessiert allerdings der nähere Zusammenhang. In welchem Kontext kam die Frage auf? Die Frage an sich ist etwas schwammig. Allgemein zum Thema: ja war wohl abzusehen. Allerdings glaube ich, wir können froh sein, in einer Welt mit realtiv wenig kriegerischen Auseinandersetzungen und relativ viel Sicherheit zu leben. Ich glaube, dass ist in der Menschheitsgeschichte ziemlich einmalig, und früher war es um einiges krasser. Aber schlimm ist es natürlich schon. |
| FallenSisko | Nun soweit ich weiß war es abzusehen das es einen Anschlag geben wird, jedoch wußten sie nicht wo. Also war die Parole der CIA und der Regierung, lieber Mund halten anstatt Panik zu verbreiten und sich unglaubwürdig zu werden. Weiterhin hat es dem Herrn Bush schon genützt das er sich jetzt als großer Held aufspielen darf, aber das ist sein gutes Recht. Er nutzt den Anschlag um die USA in eine noch bessere Vormachtstellung zu bringen. Ich zähl jetzt hier keine Beispiele auf. Kein Bock. Warum ist Krieg ein Teil der Natur? Weil es nunmal darum geht... "Fressen und gefressen werden". Nun ich dachte damals noch der Mensch ist was besseres als das Tier, aber da hab ich mich wohl geirrt. Nun wie gesagt... hab keine Hoffnungen mehr also bin ich wohl erwachsen geworden. Das Thema interessiert keinen mehr. Bis zum nächsten mal. Fortsetzung folgt. ------------------ I'm so happy i can't stop crying |
| Daimon | Zitat: |
| Sunbeam | Also ich sehe trotz Terror und Krieg Chancen, dass es die Menschheit noch irgendwann begreift [i]bevor[/i] sie sich selbst vernichtet. Ganz sicher wird das nicht von heute auf morgen gehen und wahrscheinlich erleben [i]wir[/i] es alle nicht mehr, aber die Anzeichen sind da: [list] [*] Vor nicht allzu langer Zeit wäre der Krieg gegen Afghanistan in der Öffentlichkeit nicht kritisiert worden. Diesmal schon. [*] Zum ersten Mal haben derart viele Länder der Welt so eng zusammengearbeitet (auch wenn mir das bei der ISS lieber gewesen wäre, als bei einem Krieg) und sicherlich wäre der Krieg noch schlimmer ausgefallen, wenn die anderen NATO-Partner die Amerikaner nicht ein wenig (politisch) gebremst hätten. [*] Nie zuvor habe ich angesichts solcher Ereignisse einen so vernünftigen und differenzierten Grundtenor in den Medien festgestellt, wie das in diesem Fall oft formulierte 'verurteilt den Terror, nicht den Islam'[/list] Ich weiß, das sich zu all meinen Argumenten Gegenbeispiele finden lassen, aber deswegen sind es ja auch nur 'Anzeichen'. Vielleicht bin ich ja auch nur ein unverbesserlicher Optimist, jedenfalls geben mir diese Anzeichen ein wenig Hoffnung für die Zukunft und ich hoffe dass es euch (zumindest ansatzweise) jetzt auch so geht. (beim nochmaligen Durchlesen habe ich festgestellt, dass man durch meine Zeilen den Eindruck bekommen könnte, ich wäre mit dem Afghanistan-Krieg einverstanden. Dem ist nicht so!) [Dieser Beitrag wurde von Sunbeam am 14. Januar 2002 editiert.] |
| clarimonde | hi sisko, du hast es gut gesagt, wirklich gut: nichts ändert sich und die Leute vergessen was passiert ist, oder erinnern sich nur an alldas als wäre etwas unheilbares geschehen, ohne Reaktion, ohne Wut, ohne weitere Fragen. Du nimmst mir die Worte aus dem mund: ja die Leute finden sich ab, keine Wahl..... mich kotzt das auch an................ liebe gruesse: c. |
| AsheCorven | ihr solltet den Ball vielleicht mal ein wenig flacher Spielen. Den spiegel bericht sehe ich selbst sehr kritisch da es von diesem Verlag schon einige Artikel gab die etwas "schwammig" bzw. sich als nicht richtig darstellten (ich sagte nicht das sie falsch waren nur eben nicht richtig) Ich will das Problem mit den Zivilisten nicht runterspielen nur will ich mal die frage anregen, wieviele Waffen dürfen Zivilisten in ihren Hütten haben? Wenn da schon Boden-Luftrakteten gefunden worden sind in hütten, ist das Standardzubehör eines Afgahnischen Hauses? Das Problem bei diesen Kriegen ist, man kann nicht wirklich unterscheiden wer soldat ist und wer Zivilist. Ich muss nochmal betonen, ich will das alles nicht Runterspielen und meine Meinung zu Pro oder contra bezüglich des Krieges werde ich hier nicht einbringen nur eben einige Gedanken. Der Punkt den du erwähnt hast, das Bush sich als Held aufspielen will, kann ich nicht nachvollziehen, wie kommst du darauf, was hättest du an seiner Stelle gemacht? wenn wir uns das am 11.9 nüchtern betrachten, dann ist eine Stadt in Amerika mit Flugzeugen angegriffen worden und das ist dann eine Kriegserklärung in meinen augen. Das man das ganze als Krieg gegen dne Terror bezeichnet ist allerdings zum kotzen. Für mich selbst hat sich nach dem 11.9 einiges verändert, zuerstmal wegen der Zahl und dann lebe ich nun manchmal "langsamer" und bewusster. so, hab leider nicht mehr zeit bis denn ashe |
| Mordad | Zitat: |
| aurelie | grüsse, ich persönlich verurteile das, was passiert ist ebenso wie ihr alle, aber ich bin auch der ansicht, dass das vergessen, auf welches ihr anspielt, von den medien so gewollt und beabsichtigt ist ... ich selbst habe nach den anschlägen etwa drei tage cnn geschaut, weil ich berichterstattung unserer nachrichten auch einfach nicht mehr hören konnte ... etwa eine woche lang jeden tag 24h - das hält man nicht aus, zumal es nichts wirklich neues gab ... die medien haben die bevölkerung dadurch so desensibilisiert, dass jetzt tatsächlich niemand mehr was darüber hören will ... . im übrigen halte ich keine berichterstattung diebezüglich für wirklich valide - auch wir als relativ aussenstehende können uns von interpretation und auslegung nicht freisprechen, ganz zu schweigen von politischen 'vorgaben' - oder was glaubt ihr würde passieren, wenn unsere medien sich in ihrer berichterstattung gegen die usa wenden würden? im übrigen habe ich von den theorien, dass die anschläge a) bekannt waren und die usa b) nicht ganz unbeteiligt daran waren, auch schon gehört. zum beispiel heisst es, dass bin laden noch im juni in einem amerikanischen krankenhaus war und ein cia - agent längere zeit mit ihm gesprochen hat ... das gibt doch schon zu denken, denn das 'feindbild bin laden' gibt es ja nicht erst seit dem 11.9. ein paar wirtschaftspolitiker theoretisieren auch darüber, dass ein krieg immer eine recht gute möglichkeit ist, die weltwirtschaft wieder etwas anzukurbeln - im sinne von 'wir machen da was kaputt und bauen dann wieder was hin, das ist gut für die konjunktur' fragen über fragen, letztendlich werden wir wohl nie wissen, was wirklich warum durch wen passiert ist - aber daraus abzuleiten, dass die gesamte menschheit grausam und ignorant und animalisch ist, scheint mir doch eine sehr nihilistische sicht der dinge zu sein - es gibt sehr viele menschen, die sich gegen gewalt und krieg wenden - nur leider haben sie, bzw. nicht die macht, den 'grossen' die stirn zu bieten - vielleicht doch, aber auch wir können uns nicht davin freisprechen, nicht das leid der welt auf unseren schultern tragen zu wollen, weil wir alle mit unserer eigenen unbedeutenden existenz beschäftigt sind und auch nicht bereit sind, diese für eine grosse sache aufs spiel zu setzen ... (friedensdemo bei diesem wetter? - nee danke ... s.o.) |
| Dr. Thodt | Kriege werden geführt, Kinder werden getötet, Menschen werden nicht toleriert: irgendwas stimmt hier auf diesem Planeten nicht! |
| FallenSisko | Keine Angst. Der Lauf der Dinge wird diesen Planeten von seiner Krankheit befreien. [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] ------------------ anders als glücklich |
| Camouflage | Hossa, wenn ich es nicht besser wüßte. Was für eine Miesmacherstimmung. Natürlich werden wir alle untergehen und alle vorher noch einmal richtig durch die Hitze einer H-Bombe geschmort und wenn ich es mir noch einmal genauer überlege, dann werde ich aber noch viel früher an einer ziemlich miesen Züchtung der TBC sterben. Natürlich erst nach einem blutigen Erstickungstod. Auf meinen Leichnam werden noch Tiere machen, als späte Rache sozusagen. Sind wir bald fertig, oder gibt es auch noch die Stimme im Sisko, die sich da sagt, wenn andere nicht etwas ändern wollen, dann tue ich das? Ich lasse die Kiste aus. Ich helfe dort, wo es angebracht und erstrebenswert ist und mache mir selbst einmal klar, dass ich mit der Einstellung des Unterganges ganz bestimmt nicht die positiven Seiten des Lebens erkennen kann. Trifft nicht manchmal wie innen so außen auf den Blacky zu? Das Leben hat so viele Dinge, die enorm interessant sind, die enorm wichtig sind und die so viele Geheimnisse aufschlüsseln können, die ich mit meinem vorgegebenen Denken gar nicht greifen kann. Wenn ich es einmal radikal ausdrücken soll: Die Kriege, die Politik, die schlimmen Nachrichten, all diese Dinge, brauchen Menschen, die sie sehen und hören, sonst gibt es sie nicht. Ohne Zuschauer keine schlechten Dinge. Ich nehme von alledem nichts mehr so ernst und wenn ich es tun würde, dann nur in einem angemessenem Gewicht, wo auch die positiven Dinge mindestens genauso viel Platz in mir bekommen können. Kopf hoch, Brust raus, die Stimme klar und den Blick sanft. Es gibt auch die guten Dinge, die Menschen tun, sie brauchen aber auch einmal Zuschauer und Menschen, die es einmal zur Sprache bringen, nicht nur die negativen Sachen. Daumen nach oben Camou |
| FallenSisko | Hossa, wenn du da mal nicht Recht hast und [b]fast[/b] genau meine Meinung vertrittst. Ja es gute Dinge blabla... aber es gibt ein entscheidenes Problem! Die technologischen Möglichkeiten zur Ausrottung entwickeln sich schneller, als der Verstand und das Verantwortungsbewußtsein des Menschens. Es ist ja nicht abzustreiten das der Mensch dazulernt und das wir alle zivilisierter mit den Jahrhunderten werden. [b]Aber[/b] diese positive Veränderung geschieht langsamer als sie müßte. Es ist keine depressive Grundstimmung sondern eine logische Ableitung der Geschehnisse auf dieser Welt. Um wieviel einfacher wäre es, wenn die Kriege noch mit Schwert und Schild ausgetragen werden würden. Dann würde es zwar viel Blutvergießen geben, aber es würde nicht die Art Mensch im Fortbestand bedrohen. Erstes Beispiel: Allein die USA entwickelt 100erte von Biologischen Kampfstoffen um im Endeffekt "Gegenmittel", zum Schutze des Staates, zu produzieren. Es gibt im Endeffekt 1000e ABCWaffen die alle die Möglichkeit besitzen die Menschheit zu erledigen. Was nun? Ein paar Wahnsinnige reichen aus. Und die gibt es überall. Zweites Beispiel: Nimm die Technologie Flugzeug und steuere sie verantwortungslos in ein Hochhaus. Schon gibt es 4000 Tote. Ich hoffe es wird klar was ich sagen möchte. Die Menscheit entwickelt sich zum positiven aber leider zu [b]langsam[/b]. Die Evolution wird uns einholen weil wir uns geistig nicht zu schnell angepaßt haben. Wir haben zu langsam die wissenschaftliche Verantwortung von weltvernichtenden Waffen uns bewußt gemacht. Wir lernen zu langsam. Und wer zu langsam lernt der schafft es nicht rechtzeitig sich anzupassen. Und was die Evolution mit Spezies macht die sich nicht anpassen kann das wissen wir ja. Ich verstehe deine positive Grundhaltung und teile sie auch teilweise. Aber gegen die Logik kommst du mit Hoffnung nicht an. Also Daumen hoch für den besten Evolutionsstand den die Menschheit je erreicht hat. Und Daumen runter für diese beschissene Logik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. ------------------ anders als glücklich [Dieser Beitrag wurde von FallenSisko am 26. Februar 2002 editiert.] |
| Camouflage | Ja, die Menschen entwickeln diese Dinge, aber ich würde eher behaupten, sie verändern sie vielmehr. Wenn man Gedanken rezitiert, dann kann ich es ganz hart ergänzen. Es gibt eine Menge bilologische Fachleute, die den Menschen als eben nicht entscheidend für den Untergang von allen begreifbaren Dingen sehen, sondern dies als eine Sache der Entwicklung betrachten. Der Mensch ist das höchstentwickelte Lebewesen auf dieser Welt. Tiere sind als primitiv einzustufen. Diese Einstufung geschieht durch das Hirn, das sie mit sich schleppen und auch wegen ihrer körperlichen Attribute (z.B. Lebenszeit, Aufzucht der Jungen, Fortpflanzung). Man beachte bitte diese Einstufung ist von Biologen verfasst, die ganz bestimmt nicht zum 1. FC Mensch gehören. Ich will absolut nicht bestreiten, dass es diese Entwicklungen in den Industriestaaten gibt und das man sie gutheißen sollte. Mache ich keineswegs. Ich bin nach wie vor aber der Meinung, dass der Mensch alle Schritte machen muss, die wir sehen können. Er muss sich entwickeln, er muss lernen und verstehen. Kriege gehören leider auch dazu und die Schrecklichkeit, mit der sie geführt werden, diese Schrecklichkeit war im Mittelalter auch nicht anders. Die Gewalt wird technisiert, man distanziert sich also als Mensch vor einem Messerstich, indem man eine Mikrobe die Tat ausführen läßt. Auf der anderen Seite sehe ich auch Mikroben, die uns mit am Leben erhalten und nützlich sind. Wie gesagt, ich sehe auch sehr gerne die nützlichen Aspekte dieser Forschung. Wenn Dich etwas stört und Du es unterbinden möchtest, dann agiere und verändere. Zuerst im Denken und dann im Handeln. Ich bin für das Gleichgewicht. Camou |
| FallenSisko | Irgendwie hab ich das Gefühl das wir aneinander vorbeireden?! Oder habe ich mich zu undeutlich ausgedrückt? Ich finde ja auch das der Mensch was ganz tolles ist und wir alle jubeln sollten. Ich bin oder [b]war[/b] mal Optimist! [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] Vielleicht mal so... Der Mensch hat die Technologie dieses Jahrhunderts, aber müßte den Intellekt des zum Beispiel 24 Jahrhunderts haben, um dieses Technologie verantwortungsbewußt zu handhaben. Diese Konstellation ist gefährlich und führt dem Wahrscheinlichkeitsgesetz nach zu einem Unglück. Das ist das Problem. ------------------ anders als glücklich [Dieser Beitrag wurde von FallenSisko am 26. Februar 2002 editiert.] |
| Seneca | @ Sisko In einem gebe ich Dir Recht, die geistige Reife der Menschheit hinkt immer weiter hinter ihren technischen Möglichkeiten zurück, und wenn man mich fragt, wird es eher schlimmer als besser. Diese Tendenz existiert trotz weltweit immer besser werdender Bildungsmöglichkeiten. Aber Wissen alleine ist hier nicht das Problem, sondern mangelndes Gefühl. Das Gefühl dafür, das wir uns mehr und mehr unserer angestammten Lebensweise entfremden. Ich mache mir eher Sorgen das wir von innen heraus verotten, oder sollte ich sagen verohen...? Vielleicht sehe ich das nur so weil es früher nicht verstanden habe, aber ich habe den Eindruck das in den letzten 15 Jahren ständig lang gewachsene Konventionen niedergerissen wurden, die zwar einengend waren, aber durch nichts von Gültigkeit ersetzt worden sind. Zuviel Freiheit, und zuwenig verantwortungvoller Umgang damit. Desweiteren wird daran gearbeitet die sozialen Errungenschaften der 60er und 70er Jahre mehr und mehr abzubauen, weil sie keinen Profit bringen. Dieser Trend wird von der Industrie vorangetrieben, die im Zuge der Kostenersparniss mit Standortverlagerung droht, falls die Politik nicht mitspielen will. Das Schlimmste ist aber, das trotz rot- grüner Regierung, und trotz 20 Jahren Umweltschutz noch immer Raubbau betrieben wird, und das die Werbung den Konsumenten suggeriert, es gäbe so etwas wie umweltvertäglichen Konsum. Autos mit Katalysator, Phosphatarme Waschmittel, Lacke auf Wasserbasis... Alles Augenwischerei, um das schlechte Gewissen zu befriedigen. Plastikflaschen, Wegwerfrasierer, Supersportwagen, ständig neue Handygenerationen...Strom zum Selbermixen... Stilblüten der neuen Konsumwirtschaft, in der immer schneller neue Produkte entworfen und vermarktet werden, um beim Verbraucher in immer schnelleren Abständen Bedürfnisse zu wecken, bezahlt mit "geborgtem" Geld. Die "neue" Informationsgesellschaft ist nur eine neuverpackte Industriegesellschaft mit höherem Werbeetat. Wir konsumieren uns zu Tode....! ------------------ >>> Pulvis et Umbra sumus <<< [Dieser Beitrag wurde von Seneca am 27. Februar 2002 editiert.] |
| Camouflage | Hallo Sisko, lieber Seneca, Ihr habt ja recht, wenn Ihr von der Gesellschaft als solche schreibt. Natürlich sind die guten Sitten schon lange nicht mehr so vorhanden, wie sie uns ein jedes Kinderbuch und eine jede Nonne glaubhaft machen wollen. Ich denke allerdings auch, dass der Mensch durchaus den Intellekt des 21. Jahrhunderts haben muss, sonst gäbe es nicht den Fortschritt. Man muss aber dabei mit Recht, lieber Sisko, abwägen, wer etwas davon hat, damit anstellt und wer eben dabei auf der Strecke bleiben wird. Ich finde daher nicht, dass wir sonderlich aneinander vorbeigeschrieben haben. Ich wollte und möchte auch in Zukunft nur sagen. Heda, wer etwas nicht möchte, nicht mag und unerträglich findet, der hat alle Mittel, die ihm als Mensch zur Verfügung stehen, um etwas zu ändern und eben den Frust zu verarbeiten. Ich habe dabei auch einmal die Ignoranzseite aufgezeigt. Fernseher aus, Informationen aus und schon gibt es das alles nicht, weil man es nicht kennt und nichts davon gehört hat. Wäre sicherlich der einfachste Weg, aber es wäre manchmal wirklich gut für die Seele, wenn man dadurch einmal kurz das Gefühl haben könnte, nicht auf dieser Welt zu sein und dennoch alles mitnehmen zu können, was einem etwas bedeutet (Freunde, PartnerIn, etc.). So, dann laßt uns einmal weiter sinnieren. Camou |