| drain | Ein ganzes Stück hast du mir aus meinem Loch heraus geholfen. Vorher war es nur ein schmerzhaftes Weiterkriechen und ständiges Abrutschen am Rande einer völlig verwarlosten Gefühlswelt. Trotz dieser kaputten Welt, die nach und nach das einst so frohe Gesicht entstellte, hast du mir deine Hand gereicht. Es waren einige Wochenenden, die wir glücklich miteinander verbrachten, doch blieben Zweifel und die Angst vor deiner Wärme. Woche für Woche konnte der Geist nicht ruhen, auch wenn der Körper es so sehr brauchte. Ein tosender Strudel voller Gedanken tobte jede Nacht vor dem Dunkel meiner Augen. Sorgen, die ich hatte, waren wie vertrieben von dem Licht, daß du so selbstlos zu geben vermochtest. Jedoch verblasste das Licht, wenn die Woche wieder anbrach und die große Entfernung zwischen und stand. Deine haltende Hand musste ich loslassen um die Vergangenheit zu verarbeiten. Es war so schwer, den Dorn wieder ins Herz zu rammen, den du mir gerade erst gezogen hattest. Doch es ist das Einzige, was die Knospen der Vergangenheit endgültig schliessen und unsere Wege in Zukunft vielleicht doch noch einmal kreuzen lassen kann. Ich hoffe du kennst noch das unten stehende Gedicht und erkennst, daß dies dir gilt. - Regentropfen Wieso kann ich nicht mehr fühlen und die Liebe spüren, die du mir zu geben versuchtest? Bin ich nur eine leblose Hülle, leergesaugt durch Schmerzen, die meinem Herzen entsprungen sind? Warum nur kann ich nicht mehr leben und tanzen, wie ich es letztes Jahr noch tat? Bin ich nur noch ein morscher Baum, zerfressen von Käfern, die sich Gefühle nennen? Und wieso kann ich nicht mehr stehen, in Aufrichtigkeit und mit Stärke, so wie meine Freunde mich damals noch kannten? Bin ich nur ein kleiner Regentropfen, der beim Aufprall zerplatzte, und es nun nicht mehr schafft, sich zusammenzusetzen? - |
| drain | Es ward Dunkel und die Eiseskälte stieg wie jede Nacht, erneut aus ihrer Festung hervor. Der Nebel, der aufzuziehen begann, bricht die Gedanken in meinem Kopf und lässt sie trübe und schwammig erscheinen. Erfasst, von dem Entschluss, das Haus zu verlassen, um im Nebel der Nacht nach Antworten zu suchen, mache ich mich auf den Weg, um ihnen in der Dunkelheit entgegenzutreten. Die knarrende und schurrende Tür stieß durch das Herunterdrücken des eisig kalten Türknaufs auf. Ein Schwall von mit Eis versetzter Luft, bahnte sich den Weg herab in meine Lunge und ließ sie fast erstarren. Der nächste Atemzug könnte ihr Verhängnis werden, oder aber das Herz erneut zum schlagen bringen. Die Freiheit, die sich mir nun vor meinem Auge offenbarte, war faszinierend und beängstigend zugleich, und tauchte fernab der von Strom durchsetzten Leuchtkörper, die Landschaft in ein tiefes Schwarz. Schritt um Schritt bewegte ich meinem schlaff herunterhängenden und mit Müdigkeit durchsetzten Körper in Richtung dieses nach Freiheit und Sorglosigkeit anmutenden Nichts. Kein Laut war zu vernehmen ... kein Rauschen der Blätter, kein Rascheln des abgestorbenen Laubes am Boden und kein Knacken der Äste, die unter dem Gewicht meines Körpers, eigentlich hätten zerbersten müssen. Ein Griff in meine Tasche ließ ein Päckchen Zigaretten zum Vorschein kommen und mich überkam das Verlangen, die Sucht meines Körpers nun endlich zu befriedigen und die Sorgen und Ängste mit dem Rauch in die Ferne zu schicken. Ich atme ein und der warme Rauch füllt meine Lunge, die sich kurz darauf wieder in einem seufzendem Ausatmen entleert. Zug um Zug schwinden die Gedanken, die mich veranlassten die schützende Wärme der gemütlichen Wohnung zu verlassen. Eine Stunde schon, wandelt meine Silhouette durch diese schwarze Freiheit und taucht ihre Blicke in die Lichtkegel dieser Fackeln aus Strom, in dessen Wärme kleine Ungeziefer ihre Kreise ziehen. Endlos und ohne Ziel umgarnen sie das Licht, jedoch mit Abstand, um nicht von dessen Hitze gefressen zu werden. Würde das Licht verblassen, währe das der kleinen Lebewesen sicherer Tod. So klammern sie sich alle an die Hoffnung auf eine weitere Chance, die ihrem Treiben einen erneuten Sinn geben würde. Wie diese kleinen Insekten umschwirren wir den Tag und verstummen in der Nacht. Wir kommen keinem zu nah, aus Angst uns zu verbrennen und verzichten so auf das Glück, um nicht erneut gebrochen zu werden. Drei Stunden sind nun vergangen, in denen ich diesem bunten treiben beiwohnte. Diese glücklichen kleinen Lebewesen, die ihren Lebenstraum so munter zu erfüllen versuchen und sich durch nichts davon abbringen lassen, ihn immer und immer wieder in Angriff zu nehmen. Der Lebensmut dieser Geschöpfe scheint so ungebrochen. Auch wir umgarnen diese Freiheit, wie tausende kleine Insekten, doch kommen ihr nicht viel näher, als unsere Gedanken uns zu tragen bereit sind. Liebe Grüße! - Ich weis es ist kein Trost ... ist es für mich auch nur während des schreibens. Doch wenigstens ein kleiner Trost für die unbeantworteten Nachrichten von dir. Ich danke dir jedoch dafür, daß du meine Lage verstehst. Bin noch nicht bereit für eine neue Person in meinem Leben. Die "Freiheit" ist im Moment wichtig... auch wenn sie mir selbst so sehr schmerzt. |
| Romy | oh mann... und schon wieder geschafft mich zum heulen zu bringen... und ich hab gedacht, es ist vorbei... mit den gedanken, die mich so fertig gemacht haben... hoffentlich bist du jetzt zur zeit glücklicher mit dem, was du hast... es sollte nicht sein... ich hätte es halt nur noch einmal schön gefunden, dich zu fragen, wie es dir nun nach dem vergangenen monat (?) geht und dir sagen, wie es mir ergangen ist. dass ich jetzt immer noch schlimme alpträume habe und schlimmeres, dass ich hier so öffentlich nicht schreiben möchte... für mich hat sich der anschein erweckt, dass ich dir nichts mehr wert bin. nicht einmal auf platonischer ebene. denn du bist mir sehr ans herz gewachsen. ja, ich hoffe, dass sich unsere wege noch einmal kreuzen werden, obohl ich dich in deinem zur zeitigen glück nicht stören will. ich gönn dir das... wirklich. ich denke nicht, dass ich hierrauf noch eine antwort bekomme... mittlerweile bin ich daran gewöhnt... |
| LadyGwendoline | Mein lieber drain und auch liebe Romy, ich hoffe, dies hilft, um einiges zu verarbeiten. Eine Träne rann über sein Gesicht als er die Straße betrat. Zitternd blickte er zurück, die Tür, durch die er in die Kälte gelangt war, fiel erbarmungslos ins Schloss. Die Fenster waren verdunkelt. Nur ein einziges mal wolle er zurückgehen und an der Türe klopfen um sich zu wärmen, doch niemand öffnete ihm. Immer fester klopfte er, aber keine Menschenseele war da um ihm Einlass zu gewähren. Wohin wollte er eigentlich gehen? Er hatte kein Ziel. Nein, er wurde vertrieben. Immer und immer wieder blickte er zurück, machte kehrt um dann doch wieder einsam auf der Straße zu stehen. Mühevoll schleppte er sich voran. Der Wind schmerzte in den Augen, der Schnee und die Kälte lähmten ihm die Glieder. Keinen einzigen Schritt wollte er mehr vor den anderen setzen. So saß er oft verzweifelt im Schnee und versteckte unter den zitternden Händen das schmerzhaft verzerrte Antlitz. Wozu all das? Warum machte er diesen Weg, der scheinbar kein Ende nahm? Doch vor dem Stillstand hatte er Angst. So ging er nun, enttäuscht und verraten, immer voran. Nun stieg Hass in ihm auf. Sein Blut kochte und dann...ganz plötzlich brach wer erneut vor Schmerz zusammen. Auf der Straße liegend schlug er mit der Faust auf den Boden, wieder und immer wieder. Einige Zeit war vergangen da setzte er zunächst den einen, dann den anderen Fuß auf die Straße und lief. Bald kam er an einem kleinem Dorf vorbei und in einem der Häuser, es handelte sich um ein Wirtshaus, brannte ein sanftes, wärmendes Licht. Einige Menschen saßen lachend bei einander und so beschloss er einzutreten. Dort könnte er sich wärmen und durch etwas Alkohol die Kälte in ihm vorerst besiegen. Doch als er sich setzte und einen Schluck des Getränks probiert hatte, wurde ihm unwohl. Er wollte keinen Moment länger verharren, musste weitergehen, denn das, was er tat, war unrecht. Bitter umfing ihn sogleich die Kälte, die ihm das Herz schwer werden ließ und in jede Ader seines Körpers kroch. Nur nicht aufgeben...warum eigentlich nicht? Wohin wollte er denn eigentlich gehen? Wer würde auf ihn warten? Es gab keine Antwort auf all seine Fragen und doch ging er voran. Nun herrschte nicht mehr nur die Hoffnungslosigkeit in ihm, obgleich sie noch einen großen Teil seiner Seele beraubte. Weit wollte er laufen, keine Rast machen, nirgendwo mehr einkehren. So lief er lange Zeit, seines Vorhabens sicher. Da kam er an einem Haus vorbei. Die Tür stand offen und eine Melodie ließ ihn aufhorchen...Klänge, die er so vermisst hatte. Sie schienen ihm das Herz zu wärmen. Eigentlich wollte er doch laufen. Aber vielleicht sollte er doch nachsehen, welche Klänge ihn zu trösten vermochten. Zaghaft schritt er auf die geöffnete Tür zu und die Melodie ertönte immer klarer und schöner. Er durchschritt den Eingang und atmete auf. Ihm war völlig wohl. So schloss er die Tür und ließ die Kälte weit hinter sich. Ich hoffe, dir deine Last, und möge sie noch so schwer sein, nehmen zu können... |
| drain | Danke für Alles ... danke für die Klarheit, die dein Schmerz mir bewusst machte ... der Thread soll nun ruhen auf Ewigkeit... kein Winter soll mehr herein brechen ... keine noch so kalte Flocke mehr bestehen, auf der nun warmen Haut. |
| decay73 | Auf Wunsch geschlossen. [i]decay[/i] |