| decay73 | 07/01/2005 [i]And now we‘re coming to something completely different...[/i] Ich war heute abend unterwegs, und es war GUT! Im Gegensatz zu Vorgestern (viel zu voll) und gestern (viel zu leer) war es heute im Rind genau richtig. Es waren ein paar Bekannte da, die Musik war super, und ich war fit. Naja, als ich gekommen bin, war es noch ein wenig leer. Man geht ja heute nicht vor zwölf weg. Aber ich hatte mir gerade eine Cola besorgt (irgendwie muß man den Abend ja fit bleiben), da habe ich schon überraschend zwei Bekannte aus HD entdeckt. Also habe ich mich zu ihen gesetzt und erst mal ein wenig an meiner Cola genippt. Und schon kam das erste geniale Lied. Also bin ich sofort mal auf die Tanzfläche - „On the other side“ von Silke Bischoff. Alt, aber gut. Und dazu tanzte vor mir ein fast blanker, hübscher Hintern. Schon erstaunlich, wie manche Menschen in Diskos gehen. Zum Glück habe ich sie erst später von vorne gesehen, denn das hätte die gute Stimmung sofort gnadenlos zerstört. Sah schon recht abgefuckt aus, die Gute, aber das hätte man sich wegen ihres Outfits auch schon denken können. Danach gabs „Atmosphere“ von Joy Division. Dazu habe ich erst einmal nicht mehr getanzt, denn man wird ja auch nicht jünger und außerdem hatte ich Durst. Aber schöne Musik, schöne Stimmung; so kann der Abend was werden. So langsam füllte es sich. Und zu allem Überfluß habe ich dann eine alte Bekannte wiedergesehen. Das letzte Mal hab ich sie vor etwa zwei Jahren gesehen. Da hatte sie gerade ihre Kleine bekommen. Irgendwie sah sie jetzt ganz anders aus und ich hätte sie fast nicht erkannt - sie hat deutlich zugelegt (aber das, was sie jetzt drauf hat, hat ihr Freund eindeutig zu wenig). Naja. Aber es war schön sie wieder einmal gesehen zu haben, und als ob ich es geahnt hätte, hatte ich heute (äh gestern) noch an sie gedacht. Also sie lebt noch, und das machte mich irgendwie dann doch glücklich. Weniger glücklich daß sie mir erzählte, daß jemand, der da früher, als ich als Student fast täglich da war, und seine Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind und ihre Tochter allein gelassen haben. Das hat mich geschockt und anscheinend braucht es für so einen Schlag nicht einmal einen Tsunami. Wie auch immer, da ich ihn nie gut kannte, konnte ich mich wieder auf die Musik und auf gelegentliches tanzen konzentrieren. Mittlerweile waren auch noch ein paar andere überraschend aus meiner Gegend angekommen. Die Musik war immer noch gut (und bis auf ein paar kleine geschmackliche Verirrungen des DJ‘s blieb es auch so). Es kam eine halbe Stunde so ein Ritual-Noise- Kram, der zwar irgendwann recht ermüdend wird, aber da ich das ewig nicht mehr gehört habe, war es o.k. Dann kam irgendwann Placebo, was mich wieder einmal sofort an die Vampir- Chroniken von Ann Rice erinnerte, sie ich seinerzeit alle mit Placebo im Hintergund gelesen habe. Komische Sache, aber immer wenn ich Placebo höre denke ich an diese Bücher. Wahrscheinlich wären sie ohne die Musik nur halb so gut gewesen. Tja, und so ging der Abend weiter, bis ich mich irgendwann irgendwie an meiner eigenen Spucke verschluckt habe. Das war der untrügliche Hinweis, nun doch endlich wieder nach Hause zu fahren (immerhin mußte ich ja auch noch ne knappe dreiviertelstunde fahren). Tja, und nun bin ich wieder zu Hause, habe einiges an Benzin verbraucht (bei frühlingshaften Temperaturen und mit Winterreifen steigt der Verbrauch dann doch merklich an), muß mich noch ein wenig beruhigen und werde dann schlafen gehen, nachdem ich noch mit einer lieben Bekannten, die anscheinend gerade vor Hunger wach geworden ist, ein paar sms ausgetauscht habe. *g* Schön wars endlich mal wieder...richtig schön... [I][SIZE=1](demnächst geht es wieder etwas seriöser weiter...aber das mußte nun auch mal sein...*g*)[/SIZE][/I] |
| decay73 | 10/01/2005 mONTAG hALT... Montage sind scheiße. Schon immer. Man ist noch halb im Delirium von Wochenede, will gar nicht aufstehen, muß aber, und meist fängt der Tag stressig an. So auch heute. Ich muß zum Doc, zu den Blutsaugern. Eine Blutabnahme – kann ja so schwer nicht sein. Ich mache mich auf den Weg durch den morgendlichen Berufsverkehr. Die Autos stehen in Schlagen vor Ampeln oder sonstwo, weil sie denken, daß man Montags ja gar nicht weiterkommen kann. Und wenns dann doch mal weitergeht, dann machen sie das nur im Schneckentempo, weil man kann Montags ja gar nicht weiterkommen. Ausgeschlosseen. Und wenn es anders ist wird alles dafür getan, daß es auch so bleibt. Im Radio laufen die Untoten. Schöne Musik für den frühen Morgen, passend irgendwie. Aber ich komme an und finde keinen Parkplatz. Da gibt es zwar einen, aber der kostet. Das sehe ich nicht ein. Später fällt mir ein, daß er ja eigentlich in der ersten Stunde kostenfrei ist. Ich nehme mir das für das nächste Mal vor. Beim ersten Mal habe ich vor dem Parkplatz auch in einer Schlange gestanden. Ich parke irgendwo, hoffe, daß ich kein Knöllchen bekomme und muß erst noch eine ganze Strecke zu Fuß zurücklegen. Dann bin ich da, melde mich an, bezahle diese unsäglichen zehn Euronen und setzte mich, fertig für die Blutabnahme, hin, und warte. Eine halbe Stunde. Und das, obwohl ich ja nur Blut abgenommen bekommen will – in meinem Kopf laufen die Untoten und ich im Kreis. Die wirklich hübsche Arzthelferin ist heute leider nicht da. Die macht das immer gut. Aber heute ist es die etwas ältere mit den dicken Dingern, die sich vor mir runterbeugt um auch gut zu treffen; das kann sie nämlich nicht so gut. Das Blut ist schnell abgezapft und ich verabschiede mich mit einem gelogenen „Schönen Tag noch!“. Also wieder zum Auto, ein Knöllchen gab es nicht und ab zur Arbeit. Dort finde ich noch einen Parkplatz in der letzten Reihe vor einem kotzgrünen Seat mit HP- Kennzeichen. Das sind die, die nicht Autofahren können und die größten Schleicher. Jedenfalls in der 50er Zone. In der 30er fahren sie viel zu schnell, denn sie fahren immer mit der gleichen Geschwindigkeit. Wahrscheinlich hat ihnen noch nie jemand was über die Vorteile eines Gaspedals erzählt. Bei der Arbeit packe ich erst mal meine Thermoskanne mit Kamillentee aus, ich muß ja auf meinen Magen aufpassen, und rauche dann erst mal eine in dem Pausenraum, wo die Tratschweiber immer lautstark Geschichten erzählen. Zum Glück ist noch keine da. Und so beginnt ein neuer Montag, ich bin genervt und meinen Arm spüre ich nur noch zur Hälfte. Abends gibt’s noch ein lustiges Telefongespräch nach einer kleinen lustigen sms- Konversation: „Was machst du gerade? „Auf der Couch liegen“ „Und das Telefon nicht hören...“ „Ach du warst das??“ „Jup“ Kurze Zeit später klingelt es... :) Das wird bestimmt eine supertolle Woche... |
| decay73 | 11/01/2005 Dieses Mal bei der Arbeit. Ich bin bei einem unserer Kunden, weil wir Sicherheitsdatenblätter für Abfälle erstellen müssen. So ein Unfug. Die sollen da doch gar nichts mit machen, sondern die Abfälle entsorgen...verbrennen...oder was auch immer. Aber das ist dem europäischen Gesetzgeber egal. Wahrscheinlich steckt da die Lobby der Sicherheitsdatenblattersteller hinter, aber denen schlagen wir ein Schnippchen: wir machen die selbst. Man hat ja auch sonst nichts zu tun und der Abfallbeauftragte unserer Firma steckt uns auch schon im Nacken. Aber der muß es ja auch nicht machen. Und wahrscheinlich werden wir die erste Firma in Deutschland sein, die sowas hat. Also gehe ich zu dem Kunde, finde hier tatsächlich einen Parkplatz, rufe den Menschen an, damit er mich reinläßt (das Gebäude ist natürlich gut gesichert), und los geht’s. Gefasel über chemische Namen, Inhaltsstoffe, Konzentrationsbereiche, Rezepturen, über den ein oder anderen merkwürdigen Typen in der Firma, über Geschäftspolitik, die uns ja eigentlich nichts angeht, wir aber am Ende alles ausbaden müssen, und die üblichen alltäglichen Begebenheiten eines Irrenhauses. Dann muß ich aufs Klo. Und wenn ich aufs Klo muß, muß ich auch aufs Klo. Vor allem dann, wenn ich vorher eine ganze Kanne Kamillentee (ihr erinnert euch...der Magen) getrunken habe. Aber irgendwer hat wohl entschieden, ausgerechnet heute die Klos zu renovieren. Also mache ich mich auf die nervöse Suche nach dem letzten noch offenen. In letzter Sekunde finde ich es und darf mich endlich (!) erleichtern. Das tut wirklich gut. Es gibt ja wohl kaum befriedigenderes, als sich zu erleichtern, wenn es Zeit wird (außer vielleicht Sex). Erleichtert verabschiede ich mich dann wieder von dem Kunden, nachdem ich alle Infos zusammengerafft habe, und fahre wieder ins Büro. Mittags gibt’s Nasi-Goreng (ich muß dabei immer an das Ding mitten im Gesicht denken) in der Kantine und gleich irgendwann werde ich dann Heim fahren, um mich auf den morgigen Tag vorzubereiten. Aber vorher rauche ich natürlich noch eine. Irgendwer muß ja an die Staatskasse denken... ;) |
| decay73 | 12/11/2005 [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B][i] und gleich irgendwann werde ich dann Heim fahren, um mich auf den morgigen Tag vorzubereiten. [/B][/QUOTE] Tja, das hätte ich mir auch sparen können, denn das, was eigentlich heute morgen gemacht werden sollte, wurde dann doch nicht gemacht, sondern erst einmal auf die lange Bank geschoben. Das hat mich tierisch genervt, nein, es hat mich angekotzt, sodaß ich nach Hause gefahren bin um die Sachen für die Arbeit zusammenzupacken und dann zur Arbeit gefahren bin, wobei ich die Fahrt dazu genutzt habe, noch ein paar lahme Autofahrer zusammenzubrüllen. Sie haben es ja nicht gehört. Und nun sitze ich im Büro rum und kann mich auf nichts konzentrieren. Also surfe ich noch ein wenig in den virtuellen Welten herum. Dabei ist mir mal wieder auf einer von mir regelmäßig besuchten Seite ein Link zu einem [Url=http://spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,336325,00.html]Spiegelartikel[/url] unter die Augen gekommen, in dem es mal wieder um die Willensfreiheit geht. Warum mich das noch weiter interessiert und beschäftigt, kann ich nicht sagen. Es könnte mich auch völlig kalt lassen, denn eigentlich muß es mich ja gar nicht interessieren, denn interessant ist doch eigentlich nur, wie ich das empfinde. Was interessieren da die Gedankengebäude anderer Menschen, seien es Wissenschaftler wie der Hirnforscher Gerhard Roth, oder der Philosoph Peter Bierie. Vielleicht liegt es auch an einer langen Diskussion hier auf den Nachtwelten. Jedenfalls scheint sich mir die Diskussion gar nicht mehr um die Ergebnisse aus diversen Hirnlaboren zu drehen, sondern mal wieder um verschiedene Definitionen und Standpunkte. Roth meint, der Mensch hat gar keinen freien Willen, wie er bisher dachte – Recht hat er. Bieri sagt, der Mensch hat einen freien Willen, aber er ist natürlich bedingt, so wie die Welt auch bedingt ist (keine Wirkung ohne Ursache). Er hat halt keinen [i]absoluten[/i] freien Willen...zum Glück; aber er ist frei – Recht hat er. Ausgangspunkt ist bei beiden der gleiche, nämlich die unleugbaren Ergebnisse einiger Versuche, Experimente und Bilder der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), nur daß er aufgrund unterschiedlicher Definitionen unterschiedlich interpretiert wird. Also mal wieder eine Diskussion um des Kaisers Bart. Und ich habe dann halt aufgrund dieser Bedingtheit des feien Willens heute ein paar Autofahrer zusammengeschrien; das mußte sein, denn auch das hat seine unumstößliche Ursache. Und jetzt machte ich mich an die Arbeit...auch das hat seine Ursache... :) |
| decay73 | 14/01/2005 So, daß war es wieder einmal, wie in jedem Quartal: Blau rein, grün raus. Ich habs ja schon einmal erzählt. Aber auch dieses Mal lief natürlich nicht alles glatt. Das wäre ja auch mal zu schön gewesen. Also bin ich heute morgen frohen Mutes in die Praxis, habe tatsächlich noch ein freundlich-fröhliches "Guten Morgen!" über die Lippen bekommen, um als Antwort erst einmal ein "Bitte nehmen sie noch im Wartezimmer platz, die Kabine ist noch nicht frei" zu bekommen. Na gut, So lang kann es ja nicht dauen und hat es auch nicht. Also ab in die Kabine mit der elendig unbequemen Liege. Das Infusionsbesteck ist schnell angelegt, die erste Infusion angeschlossen, und es geht mit relativ hoher Tropfgeschwindigkeit los. Alles prima...bis dahin. Dann kommt die zweite Infusion dran, und auch sie scheint zunächst gut zu laufen (nicht so träge wie beim letzten Mal). Doch plötzlich hört es auf. [i]Diagnose[/i] des Docs: Die Kanüle ist verstopft. Arzt und Arzthelferinnen werden nervös und rennen wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend. Ist halt auch Freitag und warum soll ich auch der einzige sein, der gerade gestresst ist. [i]Maßnahme[/i]: Neue Kanüle anlegen. [i]neues Problem[/i]: Sie haben gar keine mehr. [i]Maßnahme[/i]: In der Apotheke anrufen und neue besorgen. Zum Glück haben die noch eine und befinden sich gerade um die Ecke. Dann also, während ich so langsam ungeduldig werde, worauf mein Doc komischweise immer zu lachen anfängt, ein neues Besteck anlegen, eine geeignete Stichtelle läßt sich auch noch finden (ein Hoch auf meine Adern) und weiter gehts. Auch das blaue Zeugs läuft jetzt relativ zügig. Nach gut eineinhalb Stunden ist alles erledigt. Das ist auch gut so, denn mit dem ganzen Kram aufs Klo zu müssen, was bei der Flüssigkeitsmenge schnell mal sein kann, ist auch relativ kompliziert. Einhändig und mit ner Nadel im Arm und der Pulle in der anderen wirds halt schwierig. Also Nadel bzw. Kanüle rausgezogen, dabei noch ein Schwätzchen mit einem anderen Patienten gehalten, noch etwas das Loch in der Ader abdrücken und zum Schluß Pflaster drauf. Schnell noch einen neuen Termin gemacht und dann raus. Erst mal eine Rauchen. Und dann zum Pakplatz, auf dem ich komischerweise nichts bezahlen mußte. Die Rückfahrt war geprägt von [URL=http://www.geocities.com/SoHo/Den/4983/fmundo.htm]CALVA Y NADA's[/URL] "Rascheln", was offensichtlich einen positiven Einfluß auf die vielen Ampelanlagen hatte. Und jetzt geht es weiter mit ausruhen und mit [URL=http://www.prongs.org/minfiles/pictures/promo/min_hitching.jpg]MINISTRY's[/URL] "Just One Fix" (als wenn das damit funktionieren würde), nachdem ich meinen Player doch noch dazu überreden konnte, zu funktionieren. Das stampft so schön und hat dadurch irgendwie einen etwas brutalen, bösen Charakter. Und wenn das nicht reicht, gibts noch einen [URL=http://www.darkstarorg.demon.co.uk/aempireflyer.jpg]ALEC EMPIRE[/URL]- Nachschlag mit "Everything Starts With a Fuck". Das macht mich fit und kurbelt meinen Kreislauf an. Alec klingt böse und wütend und ich sinniere noch ein wenig über den Titel des Liedes. Irgendwie stimmt es ja. Ohne 'Fuck' kein Baby. Ich bin zwar nicht böse und wütend, aber das Gefühl ist gerade ganz brauchbar... ...und natürlich mit ner Kanne Kamillentee um wieder runterzukommen... *g* Es kann also weitergehen und während ich das hier schreibe, geht es mir immer noch gut...[URL=http://www.n-tv.de/5477094.html]und Rudolph Moshammer ist tot[/URL]. Gott habe ihn seelig. |
| decay73 | 16/01/2005 Es ist grau draußen, schon den ganzen langen Tag. Und schon den ganzen Tag höre ich dieses Lied von Blumfeld: "Sing Sing". Weiß auch nicht warum. Vielleicht weil die Tonhöhe so schön immer wieder langsam, Schlag um Schlag, Note um Note, über sieben Takte nach unten geht, dem Abgrund entgegen, um dann, nachdem sie einen Takt lang unten verweilt, unermüdlich immer wieder oben anzufangen? [i][size=1]"Jedes Bild ist wie ein Messer, ist Gebrauchsgegenstand und lesen meint hier denken mit anderm Verstand indem man liest Gedanken sucht und findet die dann zitiert, verbindet (das ist Technik) und wer das nutzt macht sich verdächtig wird unberechtigt Ladendieb genannt so wird ein Zeichensprecher Schwerverbrecher dann wird Gebrauchsgegenstand zwingend Mordinstrument wozu Gebrauchsgegenstand, ich brauche Mordinstrument jedes Bild ist wie ein Messer"[/i][/size] Ich kann mich nicht konzentrieren, mein Kopf will platzen. [i][size=1]"Hochstaplerkarriere auf der Lauer der Turm viel um und wurde Mauer wurde Sprachbarriere ich mache weiter als ob nichts gewesen wäre Sing Sing"[/i][/size] Stille, Ruhe, und vielleicht scheint ja morgen wieder die Sonne. |
| decay73 | 18/01/2005 [size=1](ein irgendwie melancholischer Tag)[/size] Demnächst ist es wieder soweit. Geburtstag, Wiegenfest, oder wie auch immer man das nennt. Der Tag der Geschenke, aber ich will keine. Lieber packe ich mal ein paar Geschenke ein als Dankeschön für das schöne, was mir andere Menschen in meinem Leben gegeben haben. Ein paar Pakete der Dankbarkeit, liebevoll verpackt, auch wenn es lange her ist und wenn ihnen das wohl kaum noch bewußt ist. Ein Dankeschön für Menschlichkeit, Wärme, Nähe in meinem Leben. Liebe A.! Danke, daß du mir als erste gezeigt, hast, was Liebe ist. Schüchtern, unschuldig und voller Schmetterlinge im Bauch. Liebe fing damals nicht mit einem Kuß an, sondern damit, irgendwann gespannt, nervös und unsicher meinen Arm um dich zu legen und eng umschlungen bei dem Lied „hate is just a 4 letter word“ dazusitzen und nicht mehr wegzuwollen. Einfach nur zu wissen, daß da jemand ist, nicht zu wissen, was man sagen soll, wortlos glücklich zu sein. Seitdem und immer noch kribbelt es bei dem Lied in meinem Bauch. Du hast mir gezeigt, was es heißt, da zu sein, wenn ich es gerade nötig hatte, ohne darum betteln zu müssen. Du hast mir gezeigt wie es sich anfühlt, sich liebevoll zu küssen, sanfte Haut zu fühlen und nebeneinander im Bett zu liegen um gemeinsam ein neues, schöneres Leben zu träumen. Nicht jeder für sich, sondern gemeinsam. Ich habe dich geliebt, dich gehalten als du zu viel getrunken hast und kotzen mußtest. Irgendwann sollte es nicht mehr sein, aber dankbar bin ich dir trotzdem immer noch. Es war eine schöne Zeit. Als du Schluß gemacht hast, bin ich das erste Mal in meinem Leben viel zu schnell gefahren, habe gehofft, daß da irgendwo mitten auf der Straße ein Baum steht, was natürlich Blödsinn war. Und das Lenkrad rumreißen konnte und mochte ich nicht. S., S., M., J., M., J., S., danke dafür, daß ihr mir die Jugend interessant und spannend gemacht habt. Wir haben zusammen gelacht, getrauert, philosophiert, Musik gemacht, Tee getrunken, Party gemacht, sind schwimmen gegangen, haben die ‚Scheune‘ und die ‚Fabrik‘ unsicher gemacht, sind in Holland einkaufen gewesen und sind mit dem Bulli zu einem Konzert nach Bochum gefahren, ich knutschend mit S. auf der Rückbank. Es war eine interessante, spannende Zeit. Lieber A. und lieber M., ihr habt mir drei Jahre meines Lebens fern der Heimat erträglich gemacht. Es waren die verspäteten wilden Jahre in Köln. Party und trinken, auch wenn man am nächsten Morgen wieder raus mußte. Wir haben das Wohnheim unsicher gemacht, Frauen angegraben, haben auf der Fahrt zur Arbeit laut MegaVier aus einem dröhnenden Billig- Autoradio gehört, in der Mittagspause Pummes mit Currywurst gegessen und Karten gespielt und auch das Labor unsicher gemacht, haben in einer coolen Kneipe in Lev- Schlebusch Tequila getrunken und sind dann nach Hause gelaufen. Danach haben wir uns noch gelegentlich für eine Party in Marburg getroffen, aber es hat sich verlaufen. In dieser Zeit habe ich auch dich, J., kennen gelernt. Du warst wohl der bisher liebste Mensch in meinem Leben, eingeengt von deiner Mutter und deiner nervigen Oma („was macht ihr da oben?“ – „Bilder gucken“), einmal bist du für ein Wochenende ausgebüchst, hast gesagt du fährst zu einer Freundin, bis aber mit mir in meine Heimat zu meinen Eltern gefahren, und letzenendes hab ichs dann verbockt. Jetzt bist du verheiratet und hast Nachwuchs. Ich hoffe du bist glücklich. Liebe M., es war am Ende meiner Studienzeit. Du warst schwierig, anstrengend, manchmal nachtragend, nach außen hart aber innen weich, wenn man die Schale überwinden konnte, ich war mit dir in Tunesien und wir sind mit deiner Ente an den Baggersee gefahren. Letztlich wurde es mir dann doch zu anstrengend, ich fand keine Worte mehr, aber geliebt habe ich dich trotzdem. Während der Studienzeit habe ich in dir, M., einen Freund gefunden. Wir haben zusammmen gelernt, jedes Praktikum zusammen absolviert, im Rind Bier getrunken oder sinnlose Vorlesungen sausen lassen. Wahrscheinlich wäre ich ohne dich nur halb so gut gewesen und dank dir war das Studentenleben in dieser unsäglichen Stadt doch erträglich. Schön, daß wir uns gelegentlich noch treffen. Was du an Football so toll findest, habe ich aber immer noch nicht kapiert. Liebe C., auch du warst nicht einfach. Hattest Probleme, bei denen ich dir nicht wirklich helfen konnte und wohl auch nicht durfte. Du hast mir gesagt, du wärst nichts für mich und konntest nicht akzeptieren, daß ich anders darüber dachte. Aber du warst da, als ich Hilfe brauchte, hast mich im Krankenhaus besucht und mich wieder nach Hause gebracht als ich endlich wieder raus durfte, hast für mich eingekauft und was zu essen gemacht...warst einfach da. Du hast mich schockiert, mich durcheinander gebracht. Ich wollte alles für dich tun, konnte aber nicht viel machen, außer für dich da sein, dich in den Arm nehmen, wenn du vor Schmerzen geweint hast und einfach nicht mehr konntest. Vor kurzem bist du zu deinem neuen Freund gezogen und hast mir davon nichts gesagt. Wahrscheinlich willst du dein ‚altes‘ Leben vergessen – ich kann es verstehen. Und jetzt sitze ich in W. und habe das Gefühl, mein Leben nicht mehr wirklich auf die Reihe zu bekommen. Ich werde dran arbeiten. Und ein Paket steht noch einsam und unverpackt in der Mitte des Raumes. Ich weiß noch nicht, was ich damit machen soll. Die Zeit wird’s zeigen, aber wenigstens nervt meine Ungeduld nicht mehr so arg. [quote][b]Leben[/b] Eingepackt in der Sehnsucht Verstrickt in einem Traum [size=1](Calva Y Nada)[/size][/quote] Ich glaub ich werde in zwei Wochen alt. Wird man das mit 32 nicht so langsam? |
| decay73 | 22/01/2005 Mist. Schon wieder Ministry. N.W.O. Volle Lautstärke. Gnadenlos. Um meine überschüssigen Energien und meine miese Laune aus mein Hirn zu blasen. Ein Scheißtag. Erst fasse ich in völliger geistiger Umnachtung das Blech, daß gerade frisch aus dem Backofen kam, an, und dann bekommt ich für heute Abend eine Absage. Folglich habe ich jetzt eine Blase an der Hand und eine im Hirn. Die ist leer, stört mich aber. Eigentlich wollte ich mich heute Abend vor dem JUZ mit ner Bekannten treffen, aber -wie soll es anders sein- kurz vorher bekomme ich die Absage und mitgeteilt, daß sie Besuch von ihrer Freundin aus Berlin bekommt. Komisch eigentlich. Immerhin haben wir das gestern erst ausgemacht und daß ihre Freundin jetzt so ganz plötzlich aus Berlin kommt, will irgendwie nicht in mein Hirn. Das kann sowas nicht mehr verarbeiten. Und wundert es nun noch jemanden, nachdem ich sowas eigentlich seit Monaten, wenn nicht gar seit Jahren, nur noch höre, daß ich keinem Menschen mehr irgendetwas glaube? Das einzige was ich noch glaube ist, daß der end_raum gestern noch abgewaschen hat. Wobei wir beim nächsten Problem wären: ich muß noch abwaschen und hab keine Lust - absolut nicht. Ich hab eigentlich zu nichts Lust. Gut, daß ich heute Morgen noch im MediaMarkt war und dort komischerweise die CD von Liaisons Dangereuses gefunden hab. Was machen die mit einer unbekannten CD von 1981? Nichtmal Amazon haben die mehr, wenn ich mich nicht irre. Und ein neues CD-Rack und neue Köpfe für meine elektronische Zahnbürste habe ich jetzt auch. Jetzt habe ich aber zu nichts mehr Lust. Außer zu Ministry. Schönes Wochenende noch! |
| decay73 | 24/01/2005 [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Das einzige was ich noch glaube ist, daß der end_raum gestern noch abgewaschen hat. [/B][/QUOTE] Tja, und auch das ist enttäuscht worden. Er hat mir gestanden, daß er gar nicht abgewaschen hat. Unglaublich. *gg* Aber eigentlich hab ich das ja auch gar nicht erwartet. Immerhin bin ich selbst ja nichts besser. Aber gestern habe ich es doch noch geschafft, bevor die Teller und Tassen und Bestecke anfangen zu leben. Und ich hatte eine Kaffeetasse weniger abzuwaschen, denn die eine, und ausgerechnet die mit meinem Namen drauf, habe ich morgens vor dem Rechner mit einer geschickten Hand- bzw. Armbewegung ins Jenseits befördert. Zum Glück war sie leer und meine Tastatur hat keinen Schaden genommen...nur meine Nerven vielleicht. Am Samstag war ich dann abends sogar doch noch weg, auch wenn die eine Bekannte mich hat hängen lassen. Und es war endlich mal voller als sonst üblich. Sollte das mit dem Laden tatsächlich mal wieder was werden, nachdem es vor einiger Zeit rappelvoll war? Jedenfalls war die Musik gut, so gar nicht mainstream, und die Cola wie immer schlecht. Das nächste Mal muß die Bekannte, die ich mitgenommen habe, mich mal mitnehmen. Dann könnte ich mal wieder ein Flaschenbier trinken (es geht doch nichts über ein Flaschenbier. Das gezapfte mag ich nicht. Am liebsten wie in alten Zeiten einen halben Liter DAB aus der Pulle. Bin halt ein Flaschenkind. Ach ja, und gestern kam die nächste Absage zu einem Teetrinken. Ich sags ja. Auf nichts und niemanden mehr Verlaß. Tja, und so bin ich mal wieder spazieren gewesen, habe abends noch etwas rumgezickt, und heute spinnt mein Magen, die KollegINNEN brüllen wieder unsinniges Zeugs durchs Büro, bei dem Vampiren war ich auch schon, und...bevor ich es vergesse...es hat geschneit... Die Woche kann also losgehen! Auf ins Gefecht! |
| end_raum | und inzwischen wurde mein versprechen erfüllt. habe in der tat gestern um 15.30 uhr abgewaschen. |
| decay73 | ...brav...ich um 14:30... :D |
| decay73 | 27/01/2005 Fast ein normaler Tag, aber nur fast. Denn der Abend war einfach umwerfend. Ich war auf einem Konzert von [URL=http://www.tonspion.de/mp3.php?id=2996]Maximilian Hecker[/URL]. Musik zum wegfliegen und träumen zwischen fast engelsgleichem Gesang und gelegetlich brachialem, krach- zelebrierendem Gitarrengeschrammel. Und wenn man dabei nach vielen durstigen Jahren noch einen lieben Menschen im Arm halten kann, dann weiß man, was ‚glücklichsein‘ bedeutet. Ich habe heute übrigens in einem anderen Forum eine Geschichte gelesen: [quote][i]Es war einmal ein Mann, der wollte die Zeit aufhalten. Also ging er hinaus auf das offene Feld und schrie: "Zeit steh still". Da kam ein Reiter des Weges und sagte zu Ihm: "Wenn dies Dein Wunsch ist, so sei er Dir erfüllt". Dann zog er sein Schwert und stach es dem Mann in die Brust. Zu dem Toten sagt er sogleich: "Es gibt nur eine Zeit - Deine Zeit und Ihr Wesen ist Wandlung. Wer die Veränderung nicht will, der will auch nicht das Leben. Dann zog er weiter.[/i][/quote] Nein, ich will die Zeit gar nicht anhalten, auch oder gerade weil der Abend so schön war. Ich will nicht ewig in diesem einen Moment gefangen sein, sondern ich will das erleben, was dann noch kommt, was die Zukunft bringt. Oft genug denkt man voller Sorge an die Zukunft, was sie von einem will und meistens vor allem aufgrund der vielen unschönen Erfahrungen, die sich viel einfacher ins Hirn einbrennen, an das, was sie schlimmes, unschönes, niederschmetterndes zu bieten hat. Aber das ist nicht immer so. Das Leben hat so viel zu bieten, wenn man die Augen und das Herz offen hält. Das will ich nicht verpassen. Ich lebe jetzt und warte auf die Zukunft. Ich will Veränderung, ich will Wandlung, ich will [b]leben[/b]! In diesem Sinne eine gute Nacht und angenehme Träume! Ich höre Kirlian Camera - K-Pax, und fliege weiter... |
| decay73 | 03/02/2005 Deutschland ist zu lahm. So wird das nichts. Heute war ich auf einem Seminar zur "Gefahrstoffverordnung 2004". Das Ding hieß vor mindestens vier Jahren noch "Gefahrstoffverordnung 2000". Und nun liegt das lang angekündigte Werk endlich vor und wurde im Januar 2005 verabschiedet. Und was kam dabei raus? Die entsprechende EU- Richtlinie wurde -so verkündet man nun stolz- 1:1 umgesetzt. Und das soll mehr als vier Jahre gedauert haben? Traurig, traurig. Da haben sich die diversen Parteien, Gremien, Verbände und Interessensgruppen wohl so lange gestritten, bis es eine 1:1- Umsetzung wurde. Immerhin hatten sie ja auch die EU im Nacken, die auf die Umsetzung drängte und bereits mit Strafen (Tagessätze bis zu 3000 Euro) drohte. Die Umsetzung hätte ja auch schon 2001 erfolgen sollen, denn immerhin gibt es die EU- Richtlinie ja auch schon seit (wenn ich mich nicht irre) 1998. Nicht einmal die dringend erforderlichen Grenzwerte gibt es bis jetzt, und der Referent meinte, daß das sicher bis zum Frühjahr erledigt sein wird (die alten dürfen aber auch nicht weiter verwendet werden). So einen Optimismus möchte ich auch mal haben. Als wenn der AGS (Ausschuß für Gefahrstoffe) jemals zügig gearbeitet hätte. Wie auch, bei der Zusammensetzung: [i]"Seit über 25 Jahren berät der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) - von 1972 bis 1986 Ausschuss für gefährliche Arbeitsstoffe (AgA) - das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in Fragen des Arbeitsschutzes beim Umgang mit Gefahrstoffen einschließlich Einstufung und Kennzeichnung. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet der § 52 der Gefahrstoffverordnung. Aufgabenstellung und Prinzip bei der Zusammensetzung des Ausschusses haben sich in dieser Zeit nicht geändert: sachverständige Vertreter der Sozialpartner - Arbeitnehmer und Arbeitgeber -, der Aufsichtsbehörden sowie der Bundesoberbehörden und der Wissenschaft erarbeiten im Konsens das Technische Regelwerk für Gefahrstoffe (TRGS). Arbeitsweise des AGS Der AGS hat derzeit 40 Mitglieder, die die in § 52 GefStoffV genannten gesellschaftlichen Verbände und Organisationen sowie Behörden fachlich vertreten. Jedes Mitglied hat einen Stellvertreter. Der Ausschuss tagt in der Regel zweimal im Jahr und berät und beschließt das Technische Regelwerk für Gefahrstoffe (TRGS) sowie alle weiteren Fragen und Problemstellungen zum Thema Gefahrstoffe, die an ihn herangetragen bzw. von ihm aufgegriffen werden."[/i] [url=http://www.baua.de/prax/ags/]Link zur Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin[/url] Und nun gibt es halt die Gefahrstoffverordnung 2004 mit derart vielen unbestimmten Rechtsbegriffen, daß man mit ihr eigentlich gar nicht arbeiten kann. Dementsprechend habe ich auch auf dem Seminar nichts gelernt außer: nichts. Und so werde ich auch nichts weiter machen können. Ist ja irgendwie sinnlos. Sinnlos wie das Seminar auf dem ich war. [cut] Ich habe mir nach den Begebenheiten der letzten Tage ein paar Gedanken über die Anonymität im Internet gemacht. Im Internet (und v.a. auch in Foren) ist alles anonym. Und das ist auch gut so. Man will ja nicht am nächsten Tag von jedem Hans und Franz darauf angesprochen werden, was für einen Müll man von sich gegeben hat, oder wo man im I-Net unterwegs war. Anonymität ist ein Grundpfeiler des I-Net. Anderen erzählt man nur so viel, wie man selbst vertreten kann, oder auch nicht, oder man erfindet halt eine virtuelle Identität. Das ist das gute Recht eines Jeden. "Ein amerikanisches Gericht hat die Forderung einer Firma nach Aufdeckung der Identität von anonymen Kritikern abgewiesen. Die Softwarefirma Dendrite International hatte in einer Klage vom Mai dieses Jahres verlangt, dass der Online-Dienst Yahoo die Identität von vier Personen preisgeben solle, die in einem Yahoo-Club angeblich falsche Behauptungen über die Firma verbreitet hatten. Zwei von ihnen hatten sich als Angestellte der Firma bezeichnet; sie sollen Firmengeheimnisse veröffentlicht haben." [URL=http://www.heise.de/newsticker/meldung/13614]Link zu Heise[/URL] Anonymität im I-Net ist ein Grundrecht. Die (Werbe-)Industie würde sich zwar freuen, wenn es nicht so wäre, aber ich möchte in meinem email- Postfach nicht täglich hunderte mails mit persönlich auf mich zugeschnittene Angebote haben. Auch möchte ich nicht, daß mir mein AG beim schreiben auf den Nachtwelten über die Schulter guckt. Auch möchte ich nicht, daß jeder Dorfdepp persönliche Dinge über mich weiß. Er weiß vielleicht, daß das ein "decay73" geschrieben hat, aber er kennt mich und meinen Namen nicht. Natürlich hat das, wie man gesehen hat, manchmal auch Nachteile, aber die nehme ich dann doch gerne in Kauf. Dummdeppen gibt es halt überall. Und lieber im Virtuellen als im Realen. Von daher ist die I-Net-Welt ja noch in Ordnung... [URL=http://www.lfd.niedersachsen.de/master/C1212745_N1413721_L20_D0_I560.html]Artikel Anonymität im Internet[/URL] |
| end_raum | ich glaube bei mir ist alles zu spät. wenn zb. die tochters des millionärs irgendwan im netz spechtet ham sie mich am arsch. oder peter lustig und familie. die würden sich sofort wiedererkennen. ich hätte wenn, dann von anfang an nur mit netznamen arbeiten dürfen. aber irgendwie sickert das beim schreiben immer wieder durch weil ich in diesen moment auch nicht so strukturieren mag sondern es einfach spontan raussprudelt. vieleicht bricht mir das irgendwann das genick. dann sage ich einfach, das bin ich nicht. das ist christopher D. wahrscheinlich zu sorglos. drück mir die daumen das ich alles überlebe ;-) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von end_raum [/i] [B]drück mir die daumen das ich alles überlebe ;-) [/B][/QUOTE] Aber natürlich! Das Gute ist ja, wenn man sich Peter Hanswurst nennt, weiß ja immer noch niemand, ob man tatsächlich Peter Hanswurst heißt, od er nicht doch Erwin Schweinebraten. Also das düfte klappen. Viel schlimmer ist da die Sache mit der eigenen Domain. Denic ist da schon irgendwie gemein...aber ich gehe einfach Mal davon aus, daß mir eh keiner das Genick brechen kann. Denn das müßte ich erst mal zulassen. Tue ich aber nicht. Mir kann keiner was... ;) |
| decay73 | 06/02/2005 gestern war wieder so ein grandioser tag - wie jedes jahr. das wetter war schön. ich meine so richtig schön. mit sonne, blauem himmel und so. echt klasse. also bin ich aufgestanden, war guter dinge, und habe gleich mal nachgesehen, ob mein kartoffelsalat mit rote beete auch wirklich schön rosa ist, so, wie es sich gehört für einen geburtstagskartoffelsalat. [rezept: kartoffeln kochen und dann schälen und in scheiben schneiden (sauarbeit, weil die stärke dann alles verklebt) gurken kleinhacken rote beete kleinhacken (sieht dann alles aus, als wenn jemand abgestochen wurde) ein großes glas majonaise rein würzen (salz und pfeffer) eier kochen und in scheiben schneiden und wenn das nicht klappt, auch kleinhacken alles gut verrühren und schüssel über nacht in den kühlschrank stellen] ich fahre in den famila, um noch die getränke und noch ein wenig von dem üblichen zeugs zu kaufen: eine kiste jever, eine kiste cola, eine kiste apfelsaft, zwei tüten flips, zwei dosen erdnüsse, einen eimer chips, eine große tüte chili-chips und hot-salsa-dip, zwei baguettes bekomme ich beim bäcker und die kippen an der tanke. wieder zuahuse wird erst mal zur OMD's [URL=http://www.omd.uk.com/discography/singles/images/maid_7.jpg]'Maid of Orleans'[/URL] ausgepackt und eine geraucht. das lied erinnert mich an meine jugend. an einem geburtstag (manche sagen heute ja viel lieber purzeltag, weil man ja an dem tag in die welt gepurzelt ist) wird man irgendwann jenseits der 30 immer melancholisch. also das lied habe ich früher, als ich noch jung und hübsch war (heute bin ich nur noch h***. sorry, wollte nicht arrogant klingen), immer in der eissporthalle beim schlittschuhlaufen gehört. und ich bin gerne schlittschuh gelaufen und der typ an der musik hat immer gerne dieses lied gespielt. deshalb denke ich bei dem lied auch immer an ruhiges dahingleiten in einer kalten, verschneiten welt. so schön war die eissporthalle zwar nicht, aber man soll seine illusionen ja auch nicht zu oft aufgeben. irgendwann schreibt mit der end, dass er älter ist als ich. da hab ich noch mal glück gehabt, denn wenn man älter wird ist es immer schön zu wissen, dass andere noch älter sind. ein kumpel von mir auch. aber von dem christian später mehr. nächstes lied: [URL=http://images.amazon.com/images/P/B00006IZOC.01._SCLZZZZZZZ_.jpg]they might be giants[/URL] - birdhouse in your soul. auch so ein lied, dass melancholisch macht. damals, als ich noch jund und...naja...jedenfalls damals habe ich das immer in der scheune, meine jugendliche wochenendheimat, gehört. da habe ich auch die sandra kennen gelenert. ja, so lange ist es schon her und jetzt wohnt sie quasi um die ecke, also jetzt auch hier im süden. ich, bzw. wir, kommen ja auch dem norden. da, wo man gerne groß geworden ist und seine glückliche jugend verbracht hat [URL=http://www.decays-zuhause.de/Resources/summerbreeze.jpeg](impression aus meiner glücklichen jugend[/URL]. zwei hübsche - im sommer - an einem see - so war das damals *g*). tja. und nun weiter mit dem geburtstag. ich hatte so ca. 15 leute eingeladen. die hälfte kommt nach den üblichen erfahrungswerten meist nicht, sodass ich mit sieben, acht leuten ggerechnet habe und die hätten dann auch in meine wohnung gepasst. und soviele hatten auch zugesagt. aber dann wurde es wieder kompliziert: t. kommt nicht, weil er gerade mit seiner freundin schluss hat und außerdem s. kommt. wegen s. hat auch n. bedenken, denn die haben sich verkracht. aber n. kommt eh nicht, weil sie krank geworden ist. c. (also der christian von oben) kommt auch nicht, weil s. kommt und a. auch. bei s. und a. deutete sich eine beziehung an, und das mochte der c. nicht, denn der war bis vor einiger zeit mit s. zusammen und würde es nicht ertragen. zwei stunden vor der party ruft s2 an. ihr opa ist vor zwei tagen gestorben und ihr ist deswegen (verständlichweise) nicht nach party zumute. also kommt der b. auch nicht, denn der wäre mit der s2 gekommen. irgendwann räume ich meine schon für die party hergerichtete wohnung wieder auf und setze mich neben den rosa kartoffelsalat und der frisch gemachten pseudo-paella an meinen tisch und rauche genervt eine. die zwei, die noch kommen, kommen so spät, dass die paella schon wieder kalt ist. aber sie essen davon eh nichts. die habe ich umsonst gemacht und kann sie heute komplett alleine essen. wenigstens muss ich mir jetzt nichts mehr kochen. die party war aber trotzdem nett, denn ich habe nach drei jahren abstinenz mal wieder mehr als ein bier getrunken. also war ich gut drauf. später kam dann noch s.'s a. von dem konzert und wir waren für eine stunde zu viert. dann sind sie gefahren, ich habe noch ein wenig im netz rumgehangen, noch ein bier getrunken und über icq mit n. über alte zeiten sinniert. kollege b. war auch da und auch leicht angeheitert. das war lustig. er hat eine meiner messages doppelt gesehen *g*. und jetzt ist der tag danach und ich habe keinen dicken kopf und höre hate is just a 4 letter word von [URL=http://www.shock-web.de/pics/visuell/12/15.jpg]Shock Therapy[/URL]. |
| neptunia | [SIZE=1]decay, meine jahrelangen erfahrungen haben gezeigt: zwei von drei geburtstagsfeiern gehen schief. und so feiere ich jedes dritte jahr und irgendwie funktioniert das seltsam perfekt, alle haben dann zeit ... ( happy birthday nachträglich! ) ... aber wenn die ultrakurzform auch gut war, dann umso besser ... oh, ich war vor einer millionen jahren auf einem they-might-be-giants - konzert ... genial![/SIZE] |
| decay73 | Ja, neptunia, ich werde es mir zukünftig auch überlegen. Oder ich verlose unter den hübschesten Frauen der Gegend eine Geburtstagsparty zu zweit *gg* |
| Sternenstaub | Lieber R. Dies erinnert mich an diese Novemberparty bei mir. Drei Leute hatten abgesagt, so um die acht waren da, um halb elf sind alle gefahren. Man erwartet von Partys/ Geburtstagen viel. Im Endeffekt ist es Alltag. Traurigerweise. Ich wünsch Dir alles Gute nachträglich... Alles Liebe, Sterni |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenstaub [/i] [B]Ich wünsch Dir alles Gute nachträglich... [/B][/QUOTE] Danke, Sterni. Ja, so ist es wohl... |
| decay73 | 07/01/2005 [b]Blödsinn des Tages[/b] Vielleicht surfe ich ja zu viel durch das Netz, durch Nachrichtenseiten und Weblogs. Aber was man da innerhalb eines Tage entdecken kann, ist erschreckend oder belustigend oder beides. Also, decays kleine lustige Horrorshow - ein Auszug: - "Deutsche Sicherheitsbehörden bekommen Informationen aus Verhören in dem berüchtigten US-Internierungslager auf Kuba, wo Terrorverdächtige ohne Anklageerhebung zum Teil schon seit Jahren einsitzen." [i]Anm.: Dürfen wir die Früchte eines verbotenen Baumes essen? Schily schmeckt es anscheinend ganz gut. Oder lassen die Geschmacksnerven etwa im Alter nach?[/i] - Der britische Innenminister ist ein ganz Schlauer. Nachdem ihm in GB Richter einen Riegel davor schoben haben, Terroristen unbefristet festzuhalten, will er dies gleich auf die ganze britische Bevölkerung ausweiten. Also Unrecht für alle? [i]Anm.: Asterix sagte vor einiger Zeit schon: "Die spinnen, die Briten". Recht hat er. Vielleicht sollte der Innenminister gleich die ganze Insel als Masseninternierungslager deklarieren und einen Zaun drumbauen.[/i] ([url]http://blogg.zeit.de/bittner/[/url]) - "JAKARTA afp Im Zuge einer Strafrechtsreform in Indonesien könnte öffentliches Küssen und uneheliches Zusammenleben bald verboten sein. Nach 25-jährigen Beratungen liegt dem Parlament der Entwurf für ein neues Strafgesetzbuch vor, hieß es vom Justizministerium. Öffentlichen Küssern drohen danach bis zu 10 Jahre Haft oder ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. Ob auf Ehebruch "lebenslang" steht, wurde nicht bekannt." [i]Anm.: Küssen verboten? Da gabs doch auch mal so ein Lied. Von welcher albernen Band war das noch? Achja, die Prinzen. Naja, aber was denn dann machen mit den [URL=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,340550,00.html]amerikanischen Soldatinnen[/URL], die im Irak beim Schlammcatchen ihre Brüste entblößt haben? Also eine Degradierung scheint mir da nicht mehr ausreichend.[/i] - "Jahrzehntelang hat er im Fernsehen Tipps zum Schutz gegen Verbrechen gegeben, jetzt ist TV-Fahnder Eduard Zimmermann ("Aktenzeichen XY ungelöst") selbst beklaut worden: Im Zug von Zürich nach München stahlen Diebe dem 76-Jährigen seinen Aktenkoffer mit 2.000 Euro Bargeld und jeder Menge wichtigen Dokumenten. (ap)" [i]Anm.: ...wer andren eine Grübe gräbt...mal anders herum...[/i] (taz) - [URL=http://www.zeit.de/2005/06/Kolumne]"Emund Stoiber läßt die Maske fallen".[/URL] Und das findet Robert Leicht gar nicht spaßig, auch wenn Karneval ist: "ber nachdem der gewesene Kanzlerkandidat Stoiber versucht hat, dem immer noch regierenden Kanzler Schröder die Schuld am Rechtsextremismus zuzuweisen, muss man doch sagen: Schlimmer als böse - dumm!" (Die Zeit) [i]Anm.: Läßt Stoiber wirklich Masken fallen, oder fällt jetzt einigen endlich die rosarote Stoiberbrille aus dem Gesicht?[/i] |
| decay73 | 10/02/2005 Endlich habe ich sie, die CD von [URL=http://www.maximilian-hecker.com/]Maximilian Hecker[/URL]. Und jetzt läuft sie den ganzen Tag. Nein, natürlich nicht den ganzen, sondern maximal den halben, denn übertags bin ich ja am arbeiten. Da geht das leider nicht. Dabei habe ich erst einmal festgestellt, daß der Expressversand von DHL länger dauert, als die normale Post. Dumm irgendwie, aber was will man heute schon noch erwarten. Bei der Post kann man das jedenfalls dann nicht mehr abholen, sondern muß dort anrufen, drückt während der Bandansage ein paar Mal auf die „1“ und bekommt dann tatsächlich jemanden an die Strippe. Wir machen einen Termin für den nächsten Zuliefertermin aus: am nächsten Tag so zwischen 17:00 und 22:00 Uhr. Ja sind die denn wahnsinnig? 5 Stunden muß man im schlechtesten Fall zu Hause warten, um das Päckchen entgegenzunehmen? Unglaublich. Ich fahre also früh von der Arbeit nach Hause, bin um 16:45 da, und um 16:50 klingelt es an der Tür. Ja saaagt einmal, es war doch ab 17:00 Uhr ausgemacht? Fast wäre ich nicht Zuhause gewesen und hätte dann noch ein paar Tage warten müssen? Aber die CD macht alles wieder gut. Und Maximilian Hecker kommt wie gerufen. Ich brauche gerade diese Musik, diese Ruhe, diese Träume. Nur wird das mal wieder nix. Irgendwie renne ich doch wieder in der Wohnung rum, und gerade dann, wenn man es nicht braucht, klingelt das Telefon ununterbrochen. Mir kann man es eh nie recht machen. Und auch bei der Arbeit könnte ich es gebrauchen. Auch hier klingelt ständig das Telefon. Dafür haben wir uns eine neue Kaffeemaschine besorgt. Eine mit Thermoskanne, sodaß man den Kaffe dann auch nach ein paar Stunden noch genießen kann, auch wenn mein Chef am liebsten kalten, abgestandenen Kaffe trinkt. Aber das ist nicht gut, nein... Und außerdem hat sie somit auch keine Heizplatte mehr, was auch gut ist, denn die alte hat wegen einer zu heißen Heizplatte schon den Tisch ruiniert. Und außerdem regnet es jetzt. Und ich werde heute Abend wieder Maximilian Hecker hören: [center][i][b]Lady Sleep[/b] Lady Sleep, please kiss me sweetly Throw me in a wad of cotton wool And close my eyes, so I can see Will you breast-feed with bewitching silence Treat me like I was your only son And love me like there was no morning? You unfaithful lover Careless mother Cheating angel Cause you always leave me after some time So lustrously and disinfected I'll be diving into you When, eventually, will you stay forever?[/i] [size=1](Maximilian Hecker)[/size][/center] Und dann schlafen... |
| decay73 | 12/02/2005 Eine kleine Reise [URL=http://www.jmd.dwsaar.de/Neunkirchen/Aktuelles/2003/Leonardo/Mensch.jpg]Das[/URL] ist ein Mensch. Zumindest so, wie ihn Leonardo da Vinci ihn sah. Von diesen Menschen gibt es sehr viele. Zur Zeit etwa 6,5 Milliarden. Also eine ganze Menge. Einer davon bin ich. Ich bin einmalig. Ich bin etwas besonderes. Ich gehe unter in den 6,5 Milliarden Menschen, und doch bin ich etwas besonderes - wie jeder andere Mensch auch. Wieviele Menschen sieht ein Mensch in seinem Leben? Und jeder Mensch besteht aus vielen Atomen. Aus sehr vielen. Vielleicht so in etwa aus 10^28 Atomen, also etwa 100.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Stück. Das ist ne ganze Menge. Eine unvorstellbare Menge. Welche Zahl ist noch vorstellbar? Jedes Atom hat einen Atomkern. Der ist sehr klein. Etwa 1 fm (1 Femtometer = 10^-15m). Ist diese Zahl noch vorstellbar? Das Atom ist etwa 100-400pm (1 Picometer = 10^-12m) groß. Also ist das Atom etwa 100.000 mal größer als der Atomkern. Dazwischen ist leerer Raum. Also nichts. Somit besteht der Mensch aus fast nichts. Nicht einmal aus Luft. Genauso wie der Tisch, an dem ich sitze aus fast nichts besteht. Aber nur fast, denn er besteht auch aus dem Kern. Klein, aber fein und so fest. Warum ich den Blödsinn hier aufschreibe? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil mir langweilig ist. Vielleicht weil alles so wichtig ist und imd nächsten Moment wieder so unwichtig. Weil beides Teil des Ganzen ist. Weil erst aus dem Wichtigen wie dem Unwichtigen das entsteht, was das Leben ausmacht, das Unvorstellbare. Beides gehört dazu, das Eine ist ohne das Andere nicht denkbar. 'Ich höre Musik, wenn die Sonne aufgeht.' |
| decay73 | 17/02/2005 ich bin müde. aber das ist auch kein wunder, denn der vortag war anstrengend. um halb sechs aufgestanden um halb sieben losgefahren und eine zweieinhalbstündige fahrt lag vor mir. und das bei dem wetter. aber als ich losfuhr hat es nicht geschneit. die autobahn war nicht zu voll und während der fahrt gab es nur gelegentliche harmlose schneeschauer. das schlimmste sind dann immer diese irrationalen volltrottel hinterm lenkrad. der eine zum beispiel fuhr immer links. mit 120. maximal. wenn jemand von hinten kam, fuhr er kurz auf die rechte spur, wenn er es denn überhaupt gemerkt hat, dass da jemand von hinten kam, um dann gleich wieder auf die linke zu welchseln. oder diese deppen, die anscheinend ihren blinker abgebaut haben. die wechseln genau dann auf die linke spur zum lkw-überholen, wenn ich gerade mit 180 sachen ankam (ich wollte halt überkommen *g*), und das ohne zu blinken. vielleicht baue ich bei mir ja irgendwann die bremse aus und einen schneepfug vorne an. so kann man auch durch den verkehr kommen. ich weiss, ich sollte eh nicht so schnell fahren, aber manchmal geht’s nicht anders. nunja. nach zweieinhalb stunden war ich dann wohlbehalten da, wo ich hin wollte. ich hatte dort einen gesprächstermin. eine besprechung. eine sitzung. wie auch immer. mein ex-chef war auch dort und wie es üblich ist, haben wir uns aufgrund seiner absoluten inkompetenz wieder in die wolle gekriegt. er kapiert es einfach nicht, und dabei ist er doch doktor. naja. meteorologe. was will man da erwarten. und nicht mal ein guter. jedenfalls konnte er mir auch keine vorhersage machen, ob ich auf der rückfahrt mit schnee rechenen muss. ausserdem wollte ich möglichst bald wieder zurück, denn ich hatte noch zu tun (immerhin ist mein chef gerade krank und da wir nur eine kleine abteilung sind, fehlt er dann doch), aber mein ex-chef hat die besprechung dann dazu missbraucht, seine hausaufgaben zu machen. also hat er mit dem einen irgendwas gemacht, was für das gespräch nicht relevant ist, und 3 hochbezahlte leute sassen dumm rum. was das kostet! ich bat ihn das doch auf später zu verschieben, worauf er meinte, dass das doch eigentlich meine aufgabe sei. das stimmte natürlich vorne und hinten nicht (es war seine originäre aufgabe; eine aufgabe, die ihm seine existenzberechtigung überhaupt erst ermöglicht), aber ich hab nichts mehr gesagt, denn dann hätte ich ihm den hals umdrehen müssen. naja. irgendwann bin ich dann zurückgefahren, war um halb drei wieder in der firma und um halb sechs hatte ich feierabend. also bin ich abends auch nicht mehr in den schwimmbadclub gefahren, denn ich wollte ja am nächsten tag auch dort hin zum konzert von girls under glass. und da war ich dann auch. ich dachte es wird voll, denn die band ist doch eigentlich bekannt. also bin ich schon früh hin. viel zu früh, denn es war kaum einer da. erwartet hatte ich eine lange schlange vor der kasse, aber die gab es den ganzen abend nicht. also habe ich mir eine cola bei meiner liebsten thekenschlampe bestellt, ein wenig mit ihr geshakert (ist ja auch ne süsse), und mich mit ihr über diesen komischen typen lustig gemacht, der ‚gothic-metal‘ ja so scheisse findet und auch, dass auf dem zillo immer mehr gothic-metal-bands spielen. das wäre doch das schlimmste, was dem gothic je passiert ist. dieser blöde gothic-metal. fast hätte ich ihm gesagt, dass gothic tot ist, seitdem es den begriff gothic überhaupt gibt. aber ich hatte keinen bock auf stress und irgendwie sah er schwul aus und fuhr sich so ekelig wie seinerzeit kinsi mit der zunge über seine lippen. irgendwann kam dann die vorband. d.h. das war keine vorband sondern ein einzelner, armer typ mit klampfe und drumcomputer. ich wurde müde und bin erst mal ein wenig durch die heiligen schwimmbadclubhallen geschlendert. dann fingen endlich girls under glass an. die waren schon besser. aber ich glaube, dass die alten sachen von ihnen besser sind, als die neuen. und weil ich schon so lange da rumgestanden habe (war ja viel zu früh da) hatte ich dann irgendwann auch rückenschmerzen. da half dann auch nicht dieses hübsche mädchen mit den schönen, langen, blonden haaren, die sich neben mir so anmutig zur musik bewegte, und ich ging. dreiviertel des konzerts habe ich ja dann doch noch mitbekommen. mindestens. dann bin ich schlafen gegangen. das war ne gute idee. |
| decay73 | 18/02/2005 [size=1]oder besser: irgendwann vor einiger Zeit[/size] Da stand sie. Nein, sie saß, klein wie sie war, in der Ecke und unsere Blicke trafen sich. Lange. Viel zu lange. Ich setzte mich zu ihr um besser sehen zu können, etwas erkennen zu können, mich mit ihr unterhalten zu können. „Es ist gefährlich mir so tief in die Augen zu blicken.“ „Warum?“ „Dann muß ich dich küssen“ „O.k., dann tu was du tun mußt...“ Der Himmel beugte sich zu uns herab, für einen Augenblick, einen Wimpernschlag, ein paar Minuten, einige Stunden – ich weiß es nicht mehr. Aber danach weiß man, daß Zeit relativ ist. Und Lautstärke auch. Um uns herum lärmte es, aus den Boxen in der Disko dröhnte irgendwas industrielles, tratschende Menschen lästerten lautstark über andere, manche riefen nur auf der Suche nach Bekannten gegen die Musik an. Wir hörten es nicht, denn wir waren gar nicht da. So weit weg, da, wo jeder irgendwann hin möchte, da, wo es schön ist, ruhig und relativ. Ich genoß es – und sie auch. Wir schauten uns wieder und wieder in die nun veränderten Augen. Beeinflußt durch die Droge purer Zufriedenheit, durch die Ahnung von Glück und das nicht beschreibbare Gefühl jemandem näher gewesen zu sein, als es vielleicht gut gewesen ist. Dem Himmel so nah. Aber nicht nah genug. Es ging nicht lang, war schnell vorbei. Was bleibt ist die Erinnerung an diesen einen Kuß... ...danke dafür. |
| neptunia | [SIZE=1]ich glaube, es wird frühling ... zumindest in den herzen. ein paar wärmende gedanken ...[/SIZE] |
| decay73 | 21/02/2005 Winie, das Eichhörnchen, me, myself and I Eine kleine, unbedeutende und blödsinnige Geschichte von Winie, dem Eichhörnchen, me, myself and I. Geneigter Leser wird sich sicher als erstes fragen: „Who the f*** ist Winie?“. Gute Frage, aber ich weiß es nicht. Warum sollte ich es auch wissen. Man kann ja nun wirklich nicht erwarten, daß ich jedes Eichhörnchen auf diesem besch**** Planten kenne. So groß ist die Speicherkapazität meiner internen Festplatte dann auch nicht. Und es ist mir auch egal, wer Winie ist, was Winie so den ganzen lieben langen Tag macht, ob Winie gestern mit seiner Frau für weitere Eichhörnchen gesortgt hat oder vielleicht einfach von einem dieser gnadenlosen 12- Tonner plattgemacht wurde. Und da ich der einzige bin, der an dieser Geschichte schreibt, wird die Frage wohl auch unbeantwortet bleiben. Also beschränken wir uns auf die anderen drei: me, myself and I. Und damit das alles nicht zu kompliziert wird und ich nicht schizophren werde und alles dreimal schreiben muß reduzieren wir die Anzahl der Protagonisten der Geschichte auf einen, nämlich auf me. Denn me bin ich, myself auch, und I erst recht. So, nun ist ja alles geklärt und auch gleich ein ganzes Stück einfacher, nicht? Also: Me ist müde. Hundemüde, wie manche sagen würden. Vielleicht kommt das ja noch vom Wochenende, aber eigentlich kann das nicht sein, denn das war überhaupt nicht heftig und außerdem ist das ja nun auch schon wieder zwei Tage her. Also liegt es wohl am Wetter, wie immer halt. Das gute Wetter, das blöde. Viel zu kalt und viel zu weiß. Außerdem ist mir gerade eine Kippe aus der Hand gefallen. Das liegt bestimmt nicht am Wetter, sondern an dieser ominösen Schwerkraft, was auch immer das ist. Da kommen einfach mal so zwei Massestücke (z.B. Planeten) entgegen und die haben nichts besseres zu tun, als sich anzuziehen. Also nicht Klamotten sonder sich gegenseitig anzuziehen. Aber so einfach scheint das [i]auf[/i] den Planeten auch nicht zu sein, denn dann würden sich die Menschen ja auch beständig anziehen und Kopf an Kopf rumlaufen. Naja. Oder Mund an Mund, was bei einer Frau ja noch recht schön wäre, bei einem Mann wiederum nicht. Also alles gut so, wie es ist. Und me muß sich jetzt nur noch überlegen, ob er heute abend zum Friseur geht, um den Frauen zu gefallen oder sich einfach nur der Schwerkraft hingibt und sich hinlegt. Schlafen, was auch sonst an einem Montag. Mal sehen. Bis zum nächsten Mal jedenfalls. |
| decay73 | [i][b]„Es war ein Frühlingstag. Die Vögel sandten zwitschernd ihre Lieder hinaus, und die Menschen, ihren verschiedenen Pflichten hingegeben, gaben sich dem geheiligten Müdesein hin. Alles arbeitete an seinem Schicksal; die Bäume, die Planeten, die Haie. Alles, mit Ausnahme des Schöpfers! Er lag auf der Straße hingestreckt mit zerrissenen Kleidern.“ [/i][/b] [size=1](aus: Lautréamont, „Die Gesänge des Maldoror“)[/size] Ja, es ist Frühling, die Sonne brennt auf den grauen Asphalt und die Vögel fangen an unermüdlich ihr Leid in die Welt zu schreien... |
| decay73 | [b]Und ich wollte doch nur Kartoffeln![/b] Füher, ja früher (komisch, daß ich das in meinen jungen Jahren schon sagen muß) war alles besser und einfacher. Rente war Rente und keine teilprivatisierte Vorsorgemaßnahme, Gruftis waren Gruftis und haben sich nicht gegenseitig wegen der inflationär aus dem (schwarzen) Boden sprießenden Gothic-Definitionen ihr hochgestelltes schwarzes Haar (sog. Vogelnester) vom Kopf gerauft, und Kartoffeln waren Kartoffeln und kamen schlicht und ergreifend aus dem Garten. Heute geht man in den Supermarkt, um Kartoffeln zu bekommen. Und dort sucht man vergeblich nach den altbekannten Gütebeschreibungen wie "festkochend", "vorwiegend festkochend", "mehlig kochend". Nein, das gibts nicht mehr. Heute sind die kartoffeln irgendwie danach klassifiziert, was man mit ihnen machen will. Ich habe mich für die Kartoffeln "Vapeur, Gratin, Rissolées" entschieden. Das kommt wohl dem nahe, was ich mit ihnen vorhabe. Aber was wenn nicht? Immerhin halten bei mir 2,5kg Kartoffeln etwas länger als für eine wie auch immer geartete Mahlzeit, weshalb es auch keinen Sinn macht, mehrere Sorten zu kaufen. Die gehen dann eh nur kaputt und schlagen irgenwann Triebe, und das mag ich nicht. Tja, da ist der Single mal wieder der Dumme. Und ich stehe in der Gemüseabteilung und gucke wahrscheinlich wie ein Auto. Manchmal nervt mich die moderne Welt doch ganz schön. |
| decay73 | [i][b]“Was heutzutage Religion genannt wird, sind bloß schöne Worte, die nichts zu taugen - leeres Gerede, das ausgewendig dahergeleiert wird, ohne irgendetwas mit unserem Leben zu tun zu haben.“[/i][/b] Eine schon immer tief in mir sitzende Wahrheit gelassen ausgesprochen von Kodo Sawaki Roshi. Schon immer kam mir alles so weit weg vor. Schon als Kind waren es für mich ein paar schöne Geschichten, mit denen ich so viel anfangen konnte, wie mit Grimms Märchen auch. Aber es war irgendwie normal und somit auch gut so. Dann kam der Konfirmationsunterricht, und die Geschichten wurden abstrakter und die mir angebotenen Erklärungen immer unglaublicher. Und ich mußte ständig irgendwelche Texte, die ich nicht verstand, auswendig lernen. Als ich sie mir näher anschaute, als ich darüber nachdachte, was ich da lernte und was ich da ohne zu überlegen rezitierte, überkam mich immer öfter so ein ungutes Gefühl des Ausgeliefertseins. Freiwillig wäre ich nie auf die Idee gekommen, solche Dinge zu sagen oder mich mit den Texten selbst so aufzugeben. Also hielt ich immer öfter den Mund, rezitierte keine Texte, lernte sie immer weniger für den Konfirmandenunterricht auswendig und sang schon aus Prinzip nicht mehr mit. Und wenn, dann nur um den Schein zu wahren ohne Stimme. Das alles hatte nichts mehr mit mir zu tun und ich fragte mich immer öfter, ob die, die da so lauthals mitsingen, wirklich wissen, WAS sie da singen, etwas von absoluter Selbstaufgabe, von Hingabe zu einem Geist oder einer vermeintlichen Verkörperung etwas vermeintlich Existierenden. Irgendwann war mir das alles nicht nur unvorstellbar, sondern unmöglich und hatte so viel von Nachäffen, Nachplappern und Abschalten des eigenen Verstandes. Also nichts für mich. Ein ständiges Nachdenken über alles mögliche, über das Leben von anderen, über das was andere an Ansprüche an mein Leben stellen, aber nie ein gründliches Nachdenken über mich selbst und mein Leben. Nachdenken darüber, [i][b]“...dass jeder einzelne von uns sich selbst erkennen muss, sich selbst ergründen muss, selbst herausfinden muss, was er hier und jetzt - in diesem Augenblick - wirklich zu tun hat.“ [/b] (Kodo Sawaki Roshi)[/i] |
| decay73 | [quote][i]Kodo Sawaki Roshi[/i] [b]Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen.[/b][/quote] Es ist immer das Gleiche und es ist mir schleierhaft, warum es eigentlich jeder weiß, aber niemals selbst bei seinem eigenen Denken und Handeln bedenkt. Geraden noch redeten sie vom Herdentier, daß irgendeiner blödsinnigen Meinung hinterherrennt, um im nächsten Atemzug die nächste vorverdaute Meinung als absolute Wahrheit zu verkünden. Dabei erkennen sie die Illusion nicht, der sie immer noch erlegen sind, weil sie immer noch nicht angefangen haben, selbst zu denken und einer fremden Meinung, die nicht ihrer selbst entsprungen ist, hinterherrennen. Man ist nicht klüger, nur weil man eine andere vorgekaute Meinung vertritt. Man erliegt nur dem nächsten Gruppenwahn. Wenn man keine eigene Meinung hat, sollte man besser still sein. |
| Sternenstaub | [QUOTE]Wenn man keine eigene Meinung hat, sollte man besser still sein.[/QUOTE] Ich glaube, das trifft den Punkt bezüglich der Stimmung der letzten Tage, ja. Dies war auch mein Gedankengang. |
| decay73 | [B][I]Sitzen[/I][/B] Ein General, der mit seinen Soldaten zu Pferd unterwegs war, traf auf einen Zen-Mönch, der in Zazen saß. Der General rief ihm zu: "He, du da! Mönch! Geh mir aus dem Weg." Der Mönch saß regungslos da und schwieg. "Bist du denn taub? Hast du nicht gehört? Ich habe dir gesagt, du sollst mir aus dem Weg gehen." Aber der Mönch blieb weiter regungslos unbeweglich und still. Von seinem Pferd herunter rief der General ihm drohend zu: "Ich glaube, du weißt nicht, wen du vor dir hast? Vor die ist ein Mensch, der dich jederzeit töten kann, ohne mit der Wimper zu zucken." Da schaute der Mönch auf und antwortete: "Ich glaube, du weißt nicht, wen du vor dir hast? Vor dir sitzt ein Mensch, der jederzeit sterben kann, ohne mit der Wimper zu zucken." ([URL=http://www.zendojo-sb.de/ZEN-Geschichten.htm]Quelle[/URL]) |
| decay73 | [center][b]"In der Stille erhebt sich der unsterbliche Geist, und wortlos kommt die Freude."[/b] [i](Taisen Deshimaru-Roshi)[/i][/center] Draußen auf der Straße ist es laut. Neben mir die Autos, hinter mir Geschrei überforderter, unausgeglichener Menschen, über mir Flugzeuge und unter mir die U-Bahn. Alles ist laut und das in einer Weise, die nicht angenehm ist; atonaler Lärm, Lärm, der weh tut, Lärm, der die Nerven strapaziert, Lärm, der ablenkt. Wie aber soll man bei einem solchen Lärm sich selbst und seine Mitte finden? Der Mensch ist nicht gemacht für Lärm. Es entspricht nicht seiner Art und wirft ihn aus seiner Bahn. Der Mensch braucht Stille. Er kam aus der Stille, sein Bewußtsein und seine Gedanken sind Stille, und er geht wieder zurück in die Stille. Um ein wenig von dieser Ewigkeit schon jetzt zu spüren, braucht man Stille. In der Stille sitzen, bis die Gedanken still sind und einfach vorbeiziehen, bis der Geist still ist und nichts mehr verlangt, bis Ruhe in den letzten Winkel des Bewußtseins eingekehrt ist um Kraft zu schöpfen und um den Lärm auf Distanz halten zu können und allen Dingen mit Ruhe und fröhlicher Gelassenheit entgegentreten zu können. [center][b]„Lebe dein Leben wie ein Toter.“[/b] [i](Kodo Sawaki Roshi)[/i][/center] |
| decay73 | Fragen Sie mich nicht, wie spät es ist. Fragen Sie mich nicht, wann sie das letzte mal hier war. Fragen Sie mich nicht, wie lange ich schon in der Firma arbeite. Ich weiß es nicht. Liegt es daran, daß ich schon lange keine Armbanduhr mehr trage? Bietet einem das die Chance, jung zu bleiben, weil man nicht weiß, wie lange man sich das schon fragt? Oder weil es einem egal geworden ist? [b][center]Unbewegliche Haltung! Nur dann verrinnt die Zeit von selbst.[/b] [i]Uchiyama Roshi[/i][/center] |
| decay73 | [b]KODO UND ICH - I[/b] [center][b]„Die Geschichte deines Lebens ist so wie der Weg der Wolken. Der weite Himmel ist die Leere. Da gibt es nichts festzuhalten - wirklich nichts.“[/center][/b] Darum, geht’s: loslassen. Einfach loslassen und nicht hängenbleiben an Dingen, die nur Ärger und Unruhe bedeuten, die einen aus dem Gleichgewicht und aus der Ruhe bringen. Ruhe, die ich so dringend nötig habe. Also nehme ich mir die Zeit, und sei es nur für zehn Minuten, in denen ich mit halboffenen Augen dasitze und keinen Gedanken aus der endlos leeren Weite des Himmels an mich ranlasse. Einfach nichts tun, nichts denken, keine ungewollte, ungeplante Regung wahrnehmen sich nicht ablenken lassen. Einfach sitzen. Nach diesen zehn Minuten erkenne ich, wie unnütz und belanglos das war, worüber ich mich im Laufe des Tages aufgeregt habe. In diesen zehn Minuten fallen all diese unnützen Dinge vor mir ab. Danach kann ich mich in aller Ruhe mit mir selbst beschäftigen, meinem Leben und mit wichtigen Gedanken zu mir selbst und zu meinem Leben und mit dem, wohin ich überhaupt will. [center][b]“Die Welt ist voller Menschen, die nicht die geringste Ahnung haben, wie sie leben sollen.“ [/center][/b] Ich will nicht ziellos und ohne Ahnung, wohin, durchs Leben torkeln, willenlos wie ein Besoffener, gedankenlos wie ein Idiot und ohne Respekt vor mit selbst. Nein, ich will meinen Weg finden und ihn gehen, geradeaus, in aller Ruhe und ohne auf dem Weg im Unterholz hängenzubleiben. [center][b] „Wir verstricken uns tiefer und tiefer im Unterholz auf unserer Suche, doch bevor wir in dem Tumult irgendetwas zu fassen bekommen, finden wir uns wieder: Im Sarg.“ [/center][/b] Also keinen Tumult mehr. Sitzen, wenn man sitzt, essen, wenn man ißt, schreiben, wenn man schreibt und fluchen, wenn man flucht. [center][b] „Wenn es regnet, regnet es. Wenn der Wind weht, weht der Wind. Wer weiß schon, ob das gut oder schlecht ist? Du fluchst vor dich hin - na und? Dein Ausgangspunkt muss dieses "Na und?" sein.“ [/center][/b] Wenn mich jemand anbrüllt: [i]Na und?[/i] Wenn der Bauch schmerzt: [i]Na und? [/i] Wenn mir schwindlig ist: [i]Na und? [/i] Wenn mir die Kartoffel aus der Hand fällt: [i]Na und? [/i] Und wenn ich mal wieder krank bin: [i]Na und? [/i] [center][b]“(Im Krankenbett) Ich bin nicht wirklich krank. Meine Beine bewegen sich bloß nicht mehr. Aber was bedeutet das schon?“ [/center][/b] [size=1](Zitate aus: „Die größte Lüge“ von Kodo Sawaki Roshi)[/size] |
| Pelloquin | Mit dem, was Du in Deinen letzten Beiträgen geschrieben/wiedergegeben hast, beschreibt genau das, was ich so lange schon so verzweifelt ersehne. [size=1]frei zu werden[/size] Dabei ist es so einfach. Man darf nicht mehr auf die einzelnen Ziffern der Uhr sehen, darauf, wie unbarmherzig der Zeiger über sie hinwegstreicht. Nein, man muß einfach dazwischen sehen. Und ehe man weiß, wie einem geschieht, hat man losgelassen. Danke |
| decay73 | Hmm, Pello, ich weiß nicht warum, aber mit kommt gerade eine alte Sig von Autumnnight in den Sinn: "Der Trick ist zu atmen" Vielleicht ist das Atmen der einzig relevante Zeitmesser des Lebens. |
| autumnnight | ich finde es interessant, dass sich so viele diese signatur gemerkt haben.. immer wieder lese ich es oder bekomme ich es zu hören.. |
| decay73 | [b]Was bedeutet eigentlich ‚glücklich sein‘?[/b] Wann ist man [i]wirklich[/i] glücklich und zufrieden? Wenn man Geld hat? Eine Familie? Viele Freunde? Eine robuste Gesundheit? Ein schnelles Auto? Auf den ersten Blick mag das sein, aber macht einen dann der Gedanke an den Tod nicht erst richtig unglücklich, weil man dann all das verliert? Mach es da nicht mehr Sinn, sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren, anstatt für den Tod vorzusorgen? Dann interessiert das alles nicht mehr. Was zählt, ist was du jetzt gerade in diesem Augenblick machst, was du denkst und was du fühlst. Morgen interessiert nicht, und der Tod schon gar nicht. [center][b]“ Es beginnt damit, dass wir "ich" sagen: Alles, was danach kommt, ist Illusion.“[/b] [i](Kodo Sawaki Roshi)[/i] [IMG]http://www.antaiji.dogen.de/gyoji/091.jpg[/IMG] Das ist Kodo Sawaki Roshi [URL=http://www.antaiji.dogen.de/deu-index_f-blau.html](Quelle)[/URL][/center] |
| decay73 | DUDU [URL=http://de.news.yahoo.com/050609/3/t/4kpxg.html]lebt![/URL] |
| decay73 | [b]Sonntagslärmserenade[/b] Es ist mal wieder Sonntag. Einer dieser typischen sommerlichen Sonntage, an denen es viel zu heiß ist. Und einer dieser typischen sommerlichen Sonntage, an denen alle irgendwie durchdrehen. Da wäre zum einen mein Vermieter oder wahrscheinlich seine grimmigdreinschauende Frau, die gerade (es ist Sonntagmittag, fünf nach zwölf) alle paar Minuten irgendein Loch bohrt. *brrrrrrrrrrrrrrrrrrrr* pause *brrrrrrrrrrrrrrrrrrr* pause *brrrrrrrrrrrrrrrrrrr*. und wenn die bohrmaschine gerade nicht *brrrrrrrrrrrrrrrr* macht, machen die Kirchenglocken von nebenan *ding dong*. Und das viertelstündlich. Zwischendrin kann man ein mäßig lautes gefluche von mir vernehmen, wenn die unermüdliche bohrmaschine nicht gerade *brrrrrrrrrrrrr* macht oder die atonalen Kirchenglocken nicht *ding dong*. Und um das ganze nervtötende Getöse, Gesurre, Gebohre und Geläut nicht anfängt meine Nerven überzustrapazieren, dreh ich meinen Verstärker auf. Dann höre ich nur noch eine Art Lärm. Also wahlweise Covenants auf dem PC nicht abspielbare „We stand Alone“, um die HDCD- Funktion (High Definition Compatible Digital) auszuprobieren. („Das Verfahren soll für einen hochwertigeren Klang mit größerer Detailfülle und besserer Dynamik digitaler Audioaufnahmen, vor allem auf CD oder DVD sorgen und somit bisherige Nachteile insbesondere herkömmlich kodierter CDs verringern. Der Effekt eines größeren Detailreichtums wird laut den Entwicklern unter anderem dadurch erreicht, dass die Audioinformationen nicht mehr wie normal üblich mit einer Auflösung von 16 Bit sondern mit 20 Bit kodiert werden.“) oder Samsas Traum, um mir die durch zu viel Blödsinnigkeiten verstopften Gehirnwindungen freizublasen. Vielleicht hört damit auch der von außen an mich herangetragene Gedankenmüll auf zu lärmen. Oder sollte ich auf Primus‘ „Sailing the Seas of Cheese“ wechseln? Das klingt so schön verrückt. „Jerry was a race car driver“. (Zwischenstand an der Heimwerkerfront: Meine Vermietergattin hämmert und bohrt nun abwechselnd. Auch nicht schlecht.) In einem anderen Forum kloppen sich mal wieder welche und unterstellen sich gegenseitig unwahre Behauptungen. [quote][b]“In der Gesellschaft von Unehrlichen wird der Ehrliche zum Narren gehalten.“[/b] (Kodo Sawaki)[/quote] Dagegen sind die Nachtwelten noch absolut harmlos (wenn man mal von dem gelegentlichen Gestreite wegen unterschiedlichem Musikgeschmack absieht). Hier kloppen sich nur mal wieder manche über die richtige Definition von links und rechts, Hip Hop oder Gothic oder diskutieren über die Vor- und Nachteile von Spontansex. Also alles wie immer (oder zumindest halbwegs). Friedlichen Sonntag noch! |
| decay73 | [b]Subjektiver Hitzerekordbrecher[/b] Blöd, bei dem Wetter zu arbeiten. Noch blöder, wenn es im Büro zu heiß ist. Und am blödesten, wenn es am Platz neben mir bei meinem Chef zwei Grad weniger sind, als an meinem Platz. Das macht neidisch. Als Entschädigung war ich mit meinem Schatzi gestern abend bei der Klosterruine auf der Thingstätte. So ein paar Gurus haben zur Sommersonnenwende auf ein paar Trommeln eingedroschen und einige haben sich dazu so komisch bewegt, als wollten sie einen Regentanz aufführen, aber das Gewitter ist dann zum Glück vorbei gezogen. Also haben wir dann in Ruhe...äh...Trauben gegessen. *g* Zu heiß war es aber trotzdem. Das Thermometer in meinem Auto ist jetzt bestimmt kaputt, weil es über die Maximaltemperatur hinausgeschossen ist. Bei manchem Menschen scheint auch schon das eine oder andere durchgebrannt zu sein, weil sie trotz roter Ampel fröhlich weiterfahren, oder dumme Auditoren ihr eigenes Geschäft kaputt machen, weil so einer gestern mit einem Kunden von uns besucht hat, sich völlig arrogant und überheblich aufgeführt und vor unserem Kunden über Dienstleister (wir sind Dienstleister) gelästert hat, obwohl der Auditor von einer Firma kam, bei der auch wir Kunde sind. Vielleicht sollten [i]wir[/i] unsere Dienstleister mal überprüfen. Ich werde mich bei [i]unserem[/i] Auditor mal über ihn beschweren. *g* Und heute? Bin ich schon froh über 20° draußen heute morgen und 26° im Büro aktuell. Ich hoffe ich schaffe es heute abend in den Club und dort ist es nicht zu heiß. |
| decay73 | [b]Frei wie ein Vogel?[/b] Im Allgemeinen verbindet man ja mit Vögeln absolute (Bewegungs-)Freiheit. Nur seit heute morgen bin ich mir nicht mehr so ganz sicher, ob ich da tauschen möchte. Ich saß gerade vor meinem PC, um wie jeden morgen meine Mails abzurufen, da gibt es einen kleinen Knall. Ein Vogel ist gegen die rechte Balkontür geflogen, hat sich offensichtlich das Genick gebrochen und wälzte sich und zappelte noch etwas auf dem Boden herum (während ich auf der Suche nach einen geeigneten Gegenstand war, um dem Leid ein Ende zu setzen) um kurze Zeit später (ich hatte endlich einen Gegenstand gefunden) zu sterben. Hätte er die linke, offene Balkontür angepeilt wäre er in meiner Wohnung gelandet, hätte sich etwas erschrocken, wäre aber noch am Leben. [B]Ist also alles nur eine Frage der Perpektive?[/B] |
| decay73 | [B]Endlich wieder kühler[/B] Die Hitze der letzten Tage forderte ihren Tribut. Aber wie das so ist im Leben, alles ist irgendwann vorbei, so auch die Hitze. Aber auch wenn sie noch ein wenig in meinen Knochen steckt, wenn sie noch ein wenig meine Augen stört, so langsam ist der Wasservorrat wieder aufgefüllt und die Lebensgeister machen ein freundlicheres Gesicht. Durch meine Wohnung huscht ein angenehmer, belebender Wind. Und ich sitze hier und frage mich, ob eine neue Zeit angebrochen ist? Es scheint die Zeit nach der Rekonvaleszenz. Eine Zeit des neuerlichen Lebens und des neuerlichen Liebens. Einiges hat sich in der letzten Zeit verändert, hat mich verändert und habe ich verändert. Und das ist gut so. So lassen sich alte Probleme auch wieder besser anpacken. |
| Sternenstaub | Ich freu mich für Dich - aber das weißt Du ja! :) Alles Gute, die neugierige Sternenzicke ;) |
| decay73 | Klar weiß ich das. Danke! :) |
| Pelloquin | Ich freue mich auch für Dich. Deine Signatur ("Lebe Dein Leben wie ein Toter.") gefällt mir übrigens. Dürfte von vielen mißverstanden werden. Sie erinnert mich an einen Vers aus [i]Hagakure[/i], das den Weg der Samurai beschreibt: [font=times new roman]"Obwohl es außer Frage steht, dass ein Samurai sich des Weges des Samurai bewusst sein muß, scheint es mir, als ob wir alle nachlässig geworden sind. Wenn uns jemand fragen würde: „Was ist die wahre Bedeutung vom Weg des Samurai?“, könnten nur wenige darauf eine Antwort geben. Das liegt daran, dass wir uns nicht mehr auf den Weg konzentrieren. Der Weg des Samurai ist der Tod… Du solltest täglich über deinen unvermeidlichen Tod meditieren. Jeden Tag, wenn dein Leib und deine Seele in Einklang sind, solltest du dir vorstellen, wie du von Pfeilen, Gewehrkugeln, Lanzen und Schwertern durchbohrt und in Stücke gerissen wirst; wie dich Meereswogen zerschmettern und ein riesiges Feuer dich verzehrt; wie ein Blitz dich trifft, du vom Erdbeben zermalmt wirst; wie du von einer 1000 Fuß hohen Klippe stürzt, wie du an einer Krankheit stirbst… Jeden Tag solltest du dir vorstellen, du wärst bereits tot. Wer jeden Morgen und jeden Abend sein Herz prüft und dadurch fähig wird, so zu leben, als wäre der Körper schon tot, den macht der Weg frei. Er wird sich nie etwas zu schulden kommen lassen und wird auch in seinem Gewerbe erfolgreich sein. Berechnende Menschen sind verachtenswert. Der Grund ist, dass Berechnung etwas mit gewinnen und verlieren zu tun hat. Wer sich mit Gewinn oder Verlust beschäftigt, der wird danach süchtig. Der Tod wird als ein Verlust betrachtet und das Leben als ein Gewinn. Daher ist der Tod etwas, um das sich ein solcher Mensch keine Gedanken macht. Das ist verachtenswert."[/font] ;) |
| decay73 | Oh ja, Pello. Keine Angst vor dem Tode zu haben ist ein Grundpfeiler des Zen- Buddhismus. Dazu eine kleine Geschichte: [quote][b]Der General und der Mönch[/b] Ein General, der mit seinen Soldaten zu Pferd unterwegs war, traf auf einen Zen-Mönch, der in Zazen sass. Der General rief ihm zu: "He, du da! Mönch! Geh mir aus dem Weg." Der Mönch sass regungslos da und schwieg. "Bist du denn taub? Hast du nicht gehört? Ich habe dir gesagt, du sollst mir aus dem Weg gehen." Aber der Mönch blieb weiterhin unbeweglich und still. Von seinem Pferd herunter rief der General ihm drohend zu: "Ich glaube, du weisst nicht, wen du vor dir hast? Vor dir ist ein Mensch, der dich jederzeit töten kann, ohne mit der Wimper zu zucken." Da schaute der Mönch auf und antwortete: "Ich glaube, du weisst nicht wen du vor dir hast? Vor dir sitzt ein Mensch, der jederzeit sterben kann, ohne mit der Wimper zu zucken."[/quote] Es geht darum, nicht mehr ein kleiner, ängstlicher, feiger und gequälter Wicht zu sein, denn was ist im Angesicht des Todes noch wirklich wichtig? Die Samurai haben das sicher zur Perfektion getrieben, aber auch ich kann mich immer wieder fragen, was denn nun wirklich wichtig ist im Leben, was beachtenswert, oder was albern. Konzentration aufs Wesentliche ohne sich mit unabänderlichen Dingen aufzuhalten, die genaugenommen überhaupt nicht wichtig sind. |
| decay73 | Und weil der Dalai Lama morgen 70 wird, gibts hier heute schon seine altbekannten Weisheiten für das aktuelle Jahrtausend: [i]Beachte, dass große Liebe und großer Erfolg immer mit großem Risiko verbunden sind. Wenn du verlierst, verliere nie die Lektion. Habe stets Respekt vor dir selbst, Respekt vor anderen, und übernimm Verantwortung für deine Taten. Bedenke: Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall. Lerne die Regeln, damit du sie richtig brechen kannst. Lasse niemals einen kleinen Disput eine große Freundschaft zerstören. Wenn du feststellst, dass du einen Fehler gemacht hast, ergreife sofort Maßnahmen, um ihn wieder gut zu machen. Verbringe jeden Tag einige Zeit allein. Öffne der Veränderung deine Arme, aber verliere dabei deine Werte nicht aus den Augen. Bedenke, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist. Lebe ein gutes, ehrbares Leben. Wenn du älter bist und zurückdenkst, wirst du es noch einmal genießen können. Eine liebevolle Atmosphäre in deinem Heim ist das Fundament für dein Leben. In Auseinandersetzungen mit deinen Lieben sprich nur über die aktuelle Situation. Lasse die Vergangenheit ruhen. Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. Gehe sorgsam mit der Erde um und begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist. Bedenke, dass die beste Beziehung die ist, in der jeder Partner den anderen mehr liebt als braucht. Messe deinen Erfolg daran, was du für ihn aufgeben mußtest. Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen. [/i] |
| decay73 | [center][color=white][b]"Ursprünglich bedeutete Studium, Einblick in das eigene Leben zu gewinnen. Heute ist daraus eine Qualifikation für das Berufsleben geworden."[/b] (Kodo Sawaki Roshi)[/center][/color] Es geht doch schon ganz früh los. Mit dem Eintritt in die Schule bzw. schon in den Kindergarten tritt man ein in eine Mühle. Lebenslänglich, ohne Halt und ohne Pause. Man wird vorbereitet auf das Leben. Auf ein Leben, wie es die anderen sehen, wie sie er gerne hätten und wie sie es bzw. wie sie einen brauchen. Gefragt wird man nicht. Ansprüche an sein Leben stellen darf man nicht. Und wenn man nicht mehr gebraucht wird, wird man fallengelassen wie eine heiße Kartoffel, nachdem man ausgepreßt wurde, wie eine reife Zitrone. Nutzlos geworden, gesellschaftlicher Abfall, der dann nur noch denen auf der Tasche liegt, die immer noch glauben, nützlich zu sein, ohne zu merken, daß auch ihr Stuhl nur noch drei Beine hat. Sind wir also eigentlich nichts anderes als Menschen vom Fließband? Menschen, die gar nicht mehr selbständig denken können? Denen die Freiheit abgesprochen wurde und denen eine Zwangsjacke angezogen wurde? Wer ausbricht oder sich die Jacke gar nicht erst anziehen mag, ist gesellschaftlich tot. Hat nichts mehr zu melden. Darf nichts mehr sagen. Hat Redeverbot. Humankapital. Menschenmaterial. Aber sicher kein Mensch mehr. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lady in Red [/i] [B]Nein, DAS sind wir erst, wenn wir uns dazu machen lassen....und uns in diese Zwänge zwängen lassen... [/B][/QUOTE] Und was passiert, wenn du dich all dem verweigerst? |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lady in Red [/i] [B]PS...Du schriebst es wären 20 altbekannte Weisheiten...Du hast aber nur 19 aufgelistet :rolleyes: [/B][/QUOTE] Habs geändert. Müßte jetzt aber eigentlich stimmen... |
| decay73 | Na gut...:cool: |
| decay73 | Morgen gibts eine "geschäftsgebietsinterne Betriebsversammlung" und mir schwant absolut übles. Die Logistik soll jedenfalls innerhalb des nächsten halben Jahres verkauft werden und "meine" Abteilung gleich mit, auch wenn wir nichts mit Logistik zu tun haben. Aber gern gesehen war unsere Abteilung ja auch nie bei unserem Geschäftsführer. Der hat ja auch nur Angst davor, Verantwortung zu tragen, obwohl seine Verantwortung da sicher geringer war, als meine. Und da wir aber nichts mit Logistik zu tun haben, werden wir dann wohl durch den neuen Arbeitgeber (ich denke mal innerhalb eines Jahres) "abgewickelt" werden. Oder so ähnlich. [b]Gibt es schon gute Ratgeber über Harzt- IV zu kaufen??[/b] [size=1]...denn wer stellt heute schon noch einen chronisch kranken Menschen mit SB-Ausweis ein?[/size] |
| decay73 | Betriebsversammlungen sind scheiße. Da werden immer so viele Unwahrheiten erzählt und so virtuos mit Zahlen jongliert, bis sie zu jeder, auch entgegengesetzten, Frage passen...am Ende ist einem nur noch schwindlig und man kommt sich verarscht vor. :mad: |
| decay73 | Montag hatte ich frei. Von allem. Also nicht zur Arbeit und auch sonst (fast) nichts zu tun. Ich brauchte es mal wieder. Nur einkaufen mußte ich natürlich noch. Widerlich einkaufen zu gehen in einem Laden an dem es an der Kasse am heißesten ist. Da kommt man beim bezahlen so richtig ins Schwitzen und ist beim Schlangestehen auch recht schnell entsprechend genervt. Dafür habe ich mir eine neue Sonnenbrille gekauft. Und weil die teure so gut aussah und ich dann im Laden wegen dem Preis ne mittlere Krise vorgetäuscht habe, hat mir der Typ 10% vom Kaufpreis erlassen. Ich sagte dann sofort zu und jetzt bin ich cool. Gestern war es noch heißer und noch schwüler. Bei der Arbeit mußte ich Sachen für den Obermacker kopieren, bis mir schwindlig wurde. Danach braucht ich etwas Ruhe, hatte aber keine. Nach der Arbeit gings zum Onkel Doc. Wir machen jetzt erst mal für ein Vierteljahr Pause mit der Selbstvergiftung, schauen was passiert, um dann in einem viertel Jahr festzulegen, mit welchem Gift weiter gemacht werden soll. Zwischendrin wollte ich von ihm wissen, wie viel ich denn nun nach den fünf Infusionen von dem blauen Gift schon bekommen habe. Er wußte es nicht genau (Depp). Also haben wir uns auf etwa fünf mal fünfundzwanzig Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche geeinigt (in Wahrheit etwas weniger, weil die Dosis zwischendrin etwas reduziert wurde damit ich mir nicht jede Infektion einhandle). Macht zusammen hunderfünfundzwanzig Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche. Mehr als hundervierzig bis hundersechzig sollte man nicht nehmen, damit das Herz nicht anfängt, Fisematenten zu machen (was sich dann Lebenshöchstdosis nennt). Andere haben aber auch schon mehr überlebt. Und etwas von dem Zeugs will ich mir auch noch für später aufbewahren, wenns mal wieder schlimmer wird. Abends war ich noch mit der kleinen süßen ein Eis essen. Das war einigermaßen lecker, aber danach war ich fix und foxy. Heute haben wir uns dann darauf verständigt, daß wir und mal ausführlich unterhalten müssen. Hmm, so wie ich momentan drauf bin, weiß ich überhaupt nicht, was ich denn eigentlich will. Na mal sehen. Abgesehen davon ist mir immer noch zu heiß. |
| decay73 | [color=white]Die Welt spielt verrückt[/color] Ein Kinderfahrrad trifft einen 24-jährigen am Kopf, eine Leiche sorgt für einen Verkehrsstau und ich fange immer an zu Niesen, sobald ich im Büro sitze. Der heutige Tag fängt nicht sehr vielversprechend an. Ich habe etwas verschlafen, dann beim Bäcker gemerkt, daß ich noch was vergessen habe und mein Fahrrad fuhr mal wieder beharrlich nur bergauf. Und jetzt sitze ich im Büro, der Chef ist gerade gefahren und denke darüber nach, was ich in dieses Diary schreiben soll. Etwas übers Wetter? Darüber, daß ich mal wieder verwirrt und unzufrieden bin? Darüber, daß die Gruftis auch nicht mehr das sind, was sie mal waren und mir zunehmend fremd werden und auf den Wecker gehen? Über junge ewiggestrige (geht das überhaupt?), die sich mit ihrem verständnislosen Dickkopf krampfhaft an gewisse Dinge festhalten, die andere mehr als nur provozieren? Nein, jammern macht ja auch keinen Sinn. Vielleicht fällt mir morgen wieder was ein. [color=white][center]Alle Menschen sollten besser festverankert an dem Ort sitzen, an dem es keine "Besseren" und "Schlechteren" gibt. [size=1](Kodo Sawaki Roshi)[/size] [/color][/center] |
| decay73 | Mal wieder ruhig schlafen können ohne diese quälende Gedanken, die mich am einschlafen hindern, und die mich mitten in der Nacht wach werden lassen. [b][color=white]"Die Summe aller Lebensschwierigkeiten ist eine Konstante."[/b][/color] Während das eine ganz gut läuft, gibt es auf der anderen Baustelle Chaos. Irgendwie hatte mein damaliger Mathe- Prof. doch recht. Eigentlich ist das Leben recht einförmig, nur gibt es immer wieder mehr oder weniger starke Ausschläge in beide Richtungen. Und so beschäftigt mich seit geraumer Zeit in diesem Zusammenhang eine Frage: [i]Würde ich überhaupt noch leben, wenn ich gesund geblieben wäre?[/i] |
| decay73 | Die meisten Menschen bellen wie ein kleiner Pudel an einer Hundeleine. Noch fühlen sie sich sicher an ihrer Leine und nutzen dies dazu, laut zu bellen, sich aufzuplustern, mit ihren äußeren Werten zu prahlen, mit ihren Titeln, ihren teuren Autos oder ihren Fähigkeiten im Tennis oder wieviel Bier sie vertragen. Aber wehe, wenn ihnen die Leine weggenommen wird. Dann ziehen sie sich ganz plötzlich zurück und sind ganz still, klein und machtlos. Man sollte meinen, die Leine nimmt ihnen ihre Freiheit. In Wirklichkeit aber können sie mit echter Freiheit nichts anfangen. Dann irren sie nur noch planlos umher auf der Suche nach einer neuen Leine, die ihnen zeigt, wo es langgeht. [color=white][b]Ist es nicht Zeit, die Ketten zu sprengen?[/color][/b] |
| decay73 | Es gibt Tage, da scheint die Welt in Ordnung. Alles ist, wie es sein soll, man beobachtet die Vögel bei ihrem Flug und bekommt eine Ahnung von Freiheit. Von einer Freiheit, wie man sie sich immer vorgestellt hat, und man beginnt in den schönsten Farben zu von ihr träumen. Dann gibt es Tage, an denen man die melancholische Stimmung eines verregneten Spätsommertages in sich aufsaugt und glücklich ist, mit einer Tasse warmem Tee in einer warmen Wohnung zu sitzen. Und dann gibt es Tage, an denen alles Gute und Schöne in sich zusammenfällt, und das, was nicht von alleine zusammenfällt, wird mitgerissen, und man weiß nicht warum. Das sind die Tränentage, an denen man eigentlich nur noch in Ruhe gelassen werden will, an denen jede Bewegung eine ungeahnte Anstrengung bedeutet, an denen jeder Gedanke sich tausenmal im Kreis dreht, und an denen man einfach nur noch stumm auf den nächsten Tag wartet. |
| decay73 | Es ist mal wieder Zeit auszumisten. Ich werde das Gefühl nicht los, daß mal wieder ein Neuanfang bevor steht, denn alles steht irgendwie zur Disposition oder ändert sich. Meinen Job werde ich wohl erst einmal behalten, aber ich werde zu einer neuen Firma gehören: Wer weiß, wie die so ist. Gesundheitlich steht ein Medikamentenwechsel an, weil ich bald die Lebenshöchstdosis des Alten erreicht habe. Und ich weiß da noch nicht, was ich dann will. Vielleicht gar nichts? Mit der Liebe hat es auch mal wieder nicht geklappt. Das ist zwar jetzt nicht dramatisch, denn man kann ja nichts übers Knie brechen, aber der Versuch eines geregelten Lebens ist damit auch wieder in die Ferne gerückt. Also fange ich mal wieder an in meiner Wohnung, in der ich eh immer weniger finde, aufzuräumen. Dafür ist gerade ein guter Zeitpunkt. |
| John.Coffey | [I]"Das sind die Tränentage ..."[/I] auch wenn es seltsam anklingen mag. So traurig wie das Wort vielleicht ist, es gefällt mir ausgesprochen gut. Heute Morgen war ich beim Arzt. Aufbauspritze. Vitam A und B, E und Zink und was da so drin ist. Danach ging es besser. Bin mit den Hund an die Hessenschanze, im alten Steinbruch spazieren gegangen. Ich denke Du kennst es gut, dieses [I]"von zwei Seiten gezogen sein ..."[/I] Einerseits der Drang nach Ordnung und System, nach In-den-Griff-Bekommen. Andererseits die tiefe Sehnsucht, weggerissen zu werden, vom Leben einfach mitgenommen zu werden und die Grenzen und Ordnungen wegzuwerfen. Hm, vielleicht sind beide Erlebnisweisen nicht das Ziel. Ich glaube ich beneide Heviaon ein wenig. Das Leben ist hier doch reduziert und wird zunehmend unlebendiger und enger. Um dann noch Spannung zu erleben, ist es nötig, gegen alles und alle, die die Welt nicht so einseitig sehen, anzugehen. Ich habe Sehnsucht nach Lebendigsein. ... danke für dein pessimistisches Tagebuch decay |
| decay73 | [quote] Ich glaube ich beneide Heviaon ein wenig. Das Leben ist hier doch reduziert und wird zunehmend unlebendiger und enger. [/quote] Und ich beneide dich für die Realisierung deines Traums. Ich werde noch ein wenig an meinem basteln, aber irgendwann muß ich wohl aus dem Gefängnis ausbrechen. Vielleicht mache ich irgendwann in Baden- Württemberg das dort wohl erste original ostfriesische Teehaus auf. ;) [quote] Ich denke Du kennst es gut, dieses "von zwei Seiten gezogen sein ..." Einerseits der Drang nach Ordnung und System, nach In-den-Griff-Bekommen. [/quote] Ja, ich befinde mich ständig auf diesem Drahtseil, welches über eine Schlucht gespannt ist. Runtergefallen bin ich noch nicht, wenn es auch das ein oder andere Mal ganz danach aussah. Aber mit der Zeit lernt man sich dort seiltänzergleich zu bewegen. Ich wünsche jeden Tag ein wenig Ruhe! :) |
| John.Coffey | Das klingt sehr gut mit dem Teehaus ... [SIZE=1]besonders heut an diesem komisch kalten Tag.[/SIZE] Hm, Drahtseil ... wie sagte der gute Franz "[I]Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. [/I]" (Franz Kafka) Das wünsche ich auch ... [SIZE=1]auf zur Arbeit.[/SIZE] John :) |
| Sternenstaub | Ich hatte gerade ein Bild vor Augen: An einem kalten Novembermorgen spaziere ich durch BaWü und seh dann 'R's Teestübchen' Und da gibts tollen schwarzen Tee und Kandiszucker und so ..:) Alles Liebe Dir, V. |
| decay73 | Schönes Bild...die Idee wird mir immer sympathischer... :) |
| decay73 | Ich habe gestern auf 3sat einen [url=http://www.sfdrs.ch/system/frames/highlights/dok/index.php?/content/highlights/dok/hintergrund.php?docid=20050124_2220_SF1]Film[/url] von Paul Riniker gesehen. [b][u]Lucia und Barrie[/u][/b] Ein starker Film. Ein Film über zwei Menschen, die irgendwann geheiratet haben. Beide schon immer das Leben genießend, ja herausfordernd. Sie lebte eine Zeit lang in Holland und fuhr Motorrad, er lebte zeitweise in Alaska. Jetzt leben beide zusammen wieder in der Schweiz und meistern ihren Alltag. „Das machen doch viele“, könnte man sagen, „was ist daran besonderes?“ Sie haben sich vor einiger Zeit in der Reha kennengelernt. Beider sitzen meist im Rollstuhl (sie immer, er fast immer) und beide haben Multiple Sklerose. [quote][b] Lucia weiss seit fast zwanzig Jahren um ihre Krankheit, Barrie lebt erst seit drei Jahren damit. Lucias Zustand verschlechterte sich schleichend, über eine lange Zeit hinweg, Barrie befiel die Nervenkrankheit plötzlich und mit Wucht. Noch geht es ihm etwas besser als ihr, noch blockieren bei ihm Medikamente eine Verschlimmerung, doch seine Aussichten sind schlecht. Paul Riniker zeigt, wie die beiden ihren Alltag meistern, wie sie dem Leben auch schöne Seiten abgewinnen und dass die Krankheit nicht ihr einziges Thema ist. Sie necken sich, streiten auch mal, lachen zusammen und versuchen trotz Schmerzen und einer ungewissen Zukunft ihrer Ehe einen Sinn zu geben.[/b][/quote] Das schlimmste, was passieren könnte? „Wenn ich mal so wenig Kraft habe, daß ich meiner Frau nicht mehr helfen kann“. Es dreht sich viel ums helfen in diesem Film. Er hilft ihr, sie ihm, Freunde den beiden. Zu Besuch in einem Kloster mußte einmal ein Mönch ihr helfen, auf die Toilette zu kommen. Anschließend bedankte er sich. Auf ihre Frage, warum [i]er[/i] sich bedankte sagte er: „Danke, daß ich ihnen helfen durfte“. Seitdem hat sie auch kein Problem mehr damit, andere um Hilfe zu bitten. Wie lange sie noch so weiterleben können, weiß keiner, aber solange es noch geht, genießen sie es. Ich hoffe es geht noch lange. |
| Mac | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Ich hoffe es geht noch lange. [/B][/QUOTE] Ich auch! Gruß&Kuss mein Alterchen ;). |
| decay73 | Manchmal geht es sogar länger als man denkt. Und manchmal fängt es auch plötzlich wieder an zu gehen... :) |
| decay73 | Ich weiß ja auch nicht. Irgendwie bin ich nicht glücklich mit meinem Tagesablauf. Der ist so unstrukturiert und planlos, was zur Folge hat, dass ich eigentlich nichts, aber auch gar nichts schaffe. Morgens stehe ich irgendwann auf, sodaß ich mich beeilen muß einigermaßen pünktlich zur Arbeit zu kommen. Dazwischen gibt es dummerweise noch so einiges zu tun: Aufstehen, gähnen, Musik anmachen, Computer anmachen, Tee kochen, Wasser bereitstellen, Obst suchen, planlos durch die Wohnung rennen, duschen, Zähne putzen, hübsch machen, durch die Wohnung rennen, alles in den Rucksack verpacken, Vitaminpille schlucken, Magnesiumpille schlucken (die Schluckerei vergesse ich meist), Mails checken, Computer ausmachen, durch die Wohnung rennen, Fenster schließen, Rolläden runtermachen (ist besser bei der Hitze), Schlüssel suchen, Werksausweis suchen, Ring suchen, Wohnung verlassen, Wohnung abschließen, entscheiden, ob Auto oder Fahrrad, zum Bäcker gehen und dann zur Arbeit fahren. Soweit so schlecht (weil stressig). Auf die Arbeit habe ich keinen großen Einfluß, weshalb sie hier keine Erwähnung finden soll. Irgendwann hab ich Feierabend. Dann geht’s zum einkaufen und dann nach Hause und dann geht’s wieder los: Computer an, Rolläden hoch, Fenster auf, Wasser aus dem Kühlschrank holen, planlos durch die Wohnung rennen, was zu essen suchen, Fernseher (oder Musik) anmachen, sich über den rasenmähenden Nachbarn aufregen, Fernseher (oder Musik) wieder ausmachen, auf Bett legen, wieder aufstehen, durch die Wohnung rennen...usw., usw. Ich frage mich, wo hier der Fehler steckt, weil ich irgendwie kaum noch was schaffe, was einigermaßen Spaß macht, beruhigend wirkt, oder einfach nur entspannend ist, und ich glaube, es liegt einfach an dem planlosen Tagesablauf. Denn wie wäre es hiermit: Früh genug aufstehen und durchlüften. In Ruhe duschen. Frühstücken. In Ruhe alles für die Arbeit zusammensuchen und im Rucksack verstauen. In Ruhe mails checken und beantworten. Mit dem Fahrrad zum Bäcker und zur Arbeit fahren. Arbeiten. Auf dem Weg nach Hause kurz im Supermarkt vorbei und dann zufrieden nach Hause radeln. Rolläden hoch- und Fenster aufmachen. Abendbrot essen. Nachrichten gucken. Danach den Abend mit ruhiger Musik einläuten, Zeitung lesen, wahlweise bei schönem Wetter eine Fahrradtour oder einen Spaziergang machen oder bei schlechtem Wetter Meditieren und/oder Freunde anrufen und/oder einen Tee trinken und/oder ein Buch lesen und sich irgendwann Bett-fertig machen. Schlafen gehen und gut träumen. Hört sich doch gleich viel besser an, oder? |
| John.Coffey | [SIZE=1]Hm ... deine Signatur wirkt irgendwie komisch unter beiden Tagesabläufen. - Lebe dein Leben wie ein Toter. Warum probierst Du nicht mal den zweiten aus? Tagesablauf meine ich ;) [/SIZE] |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von John.Coffey [/i] [B][SIZE=1]Warum probierst Du nicht mal den zweiten aus? Tagesablauf meine ich ;) [/SIZE] [/B][/QUOTE] Ich bin ja dabei. :) Ein Toter geht niemanden auf die Nerven, lärmt nicht, stresst nicht und verhält sich auch sonst recht unauffällig. Das ist nicht das Ziel, sondern der Weg. Und damit will ich versuchen, den zweiten umzusetzen. :) |
| decay73 | [color=white][b]Melancholie und Kopfschmerz...[/b][/color] ...und ich sitze in meiner Wohnung und...höre „Everlasting Doubts“ von Poems for Laila...wie passend. Immerwährende Zweifel. Es gibt Lieder, die einen in süße Erinnerungen schwelgen lassen, und Lieder, die einen fertig machen. Dies ist so eins. Nie werde ich sie vergessen, groß, mit ihren blonden kurzen Haaren, dem hohen Haaransatz und dem Wirbel, und mit Violent Femme und Poems for Laila. Ich habe sie geliebt. Ein Gefühl, wie ich es nie mehr hatte. Über zehn Jahre ist es nun her. Zwölf, um genau zu sein. So lange Jahre und die Erinnerung verblaßt einfach nicht. Die Erinnerung an ihre Augen, die Erinnerung an ihre Stimme. Manchmal wäre es besser, sie täte es. Aber wenn ich die ersten Takte dieses einen Liedes höre, holt mich die Vergangenheit ein und versetzt mir einen Schlag. Nicht in die Magengegend, nein, dirkekt ins Herz. Das tut weh, denn die Erinnerung kann da nicht mehr raus. Sie sitzt fest und ist irgendwo verankert, wo ich nicht hinkomme. Keine Ahung, wo und wie sie jetzt lebt. Und ich sitze nun hier, mit meinen immerwährenden Zweifeln, ob ähnliches noch einmal passieren kann, ob ich überhaupt noch lieben kann. Und ich habe Kopfschmerzen. |
| imminent | mouse... ich habe alles verloren. meinen vater (krebstod), meine freundin, meine wohnung, meine küche, meinen 16:9 - TV. irgendwie ALLES. verzeihe dir selbst, alter! ich arbeite daran, mir selbst zu verzeihen & fühle mich zumindest etwas besser. |
| decay73 | [color=white][b]„Es gab nur noch Tote“[/color][/b] Morgen vor 60 Jahren fiel die erste Atombombe auf Hiroshima. Am 09. August 1945 die zweite auf Nagasaki. Der Pilot Paul Tibbets sagte zu dem Abwurf der Bombe: "Mein erster verdammter Gedanke war, ich habe meinen Job erledigt. Und ich war so erleichtert, daß er erfolgreich war." George Marshall, Fünf-Sterne-General des US- Heeres und Teilnehmer der Konferenz von Jalta und der Potsdamer Konferenz, zwei Jahre vor seinem Tod zu den Gründen des Abwurfs: „Das Leben Hundert- und Aberhunderttausender Amerikaner stand auf dem Spiel…“ [...] „…und dazu noch viele Hunderte Milliarden Dollar.“ War der Grund wieder nur ein [url=http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=24729]wirtschaftlicher?[/url] Ursprünglich wollte Truman übrigens nur militärische Ziele treffen: „Wir haben die schrecklichste Waffe in der Menschengeschichte entwickelt. [...] Diese Waffe wird gegen Japan eingesetzt werden [...], so dass militärische Objekte, Soldaten und Seeleute die Ziele sind, jedoch nicht Frauen und Kinder.“ Tatsache ist aber, dass es fast ausschließlich zivile Opfer gab. Über 200.000, manche sprechen von über 300.000 auf einen Schlag. Von manchen blieb nur ein [url=http://www.arte-tv.com/de/geschichte-gesellschaft/935562.html]Schatten[/url]: [quote] In einem Umkreis von einem halben Kilometer um "Ground Zero" waren 90 Prozent der Menschen sofort tot. Die Temperatur am Hypozentrum betrug für etwa eine Sekunde ca. 3000-4000 Grad Celsius. (Zum Vergleich: der Siedepunkt von Eisen beträgt 3070°C). An dieser Stelle verdampfte alles. Menschen, die sich im Explosionszentrum aufhielten, verbrannten vollständig und hinterließen in einigen Fällen ihre Schatten an stehen gebliebenen Hauswänden, die sie für einen Moment von der Hitzestrahlung abgeschirmt hatten. Eine ungeheure Druckwelle, die auch im Umkreis von 40 Kilometern wahrgenommen wurde, zerstörte die Stadt. Es folgten Feuerstürme mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h und Bodentemperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Glas und Eisen schmolzen, der Asphalt brannte. Bis zum Ende des ersten Tages starben nach konservativen Schätzungen mindestens 45.000 Menschen. Nach der Explosion ging schwarzer, schmierig-öliger Regen auf Hiroshima und Nagasaki nieder. Dieser nukleare „Fallout“ entstand bei der Abkühlung des Feuerballs, weil Wasser um die radioaktiven Partikel herum kondensierte. Das radioaktive Wasser blieb an der Haut und der Kleidung der Opfer kleben. In den nächsten Monaten stieg die Zahl der Todesopfer auf 136.000. Bis heute erkranken Überlebende der Atombombenabwürfe an Krebs und sterben daran - obwohl seit ihrer Strahlenexposition über ein halbes Jahrhundert vergangen ist. (Quelle: Arte)[/quote] Ob Trumans Standart- Rechtfertigung für den Abwurf schlüssig ist, [url=http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20565/1.html]darf bezweifelt werden[/url]. [b]War es die einzige Möglichkeit den Krieg zu beenden oder doch eher Massenmord?[/b] [IMG]http://www.stauff.de/matgesch/bilder/shdw.jpg[/IMG] [i]"It is believed that a person sat down on the steps facing the direction of the hypocenter, possibly waiting for the bank to open. By a flash of the heat rays with temperatures well over a 1,000 degrees or possibly 2,000 degrees centigrade, that person was incineratied on the stone steps."[/i] [URL=http://www.gensuikin.org/english/photo.html](Quelle)[/URL] |
| decay73 | O.k., wieder ein überflüssiges Wochenende. Ich habe die Schnauze voll, mich die ganze Woche über mit senilen Kollegen und irrationalen Chefs auseinandersetzen zu müssen. Verkauft werden sollen wird, aber wann, wie und wo weiß anscheinend keiner - oder niemand will was sagen. Ganz so ahnungslos wie manche tun können sie gar nicht sein. Das einzige, was gerade hoch im Kurs ist, sind Gerüchte. Und wenn auf eines in meiner Firma verlaß ist, dann auf die Gerüchte. Und die besaghen zur Zeit, daß da einige ein falsches Spiel spielen. Auch auf meine Kosten. Der Chef meines Chefs wechselt zu einem unserer Kunden und mein Chef hatte das Gefühl, daß ihm da nicht mehr sein Chef gegenüber sitzt, sondern schon ein Mitarbeiter eines unserer Kunden der nun versucht, wichtige interne Informationen abzugreifen. So kommt es, daß ich keine Lust mehr habe, daß ich mir letzte Woche den Kopf zerbrochen habe. Was passiert gerade, was wäre wenn, und was, wenn nicht. Bis ich abends nicht mehr einfschlafen konnte. Das ist nicht gut, vor allem, wenn man gesundheitsbedingt negativen Streß vermeiden soll. Aber ich will mich nicht kaputt machen lassen. Mich interessiert das nicht mehr. Zur Not reichen 450 Euro ALG II auch zum leben. Vielleicht ist es sogar ein besseres Leben. Ohne Auto, ohne Zivilisationsstreß. Vielleicht etwa so, wie die „Modern-Primitives“ oder wie ein Mönch. Arm aber glücklich. Und dann werde ich versuchen, den Körper durch den Geist zu bezwingen. Oder so. Oder einfach nur Tee trinken, Musik hören und sitzen. In der Sehnsucht nach Ursprünglichem, nach der verloren gegangenen Unschuld, dem verlorenen Paradies. Auf der Suche nach dem, was den meisten fehlt. Ihr schafft mich nicht. Dafür seid ihr zu dumm. Geht doch zugrunde an eurer eigenen Egozentrik, ertrinkt an deuren hohlen Phrasen und krepiert an euren eigenen Lügen. Aber ohne mich. Ich mache da nicht mit und werde der sein, der zuletzt lacht. Laut lacht. *harr, harr, harr* _____________________ np: [color=white][b]2641998 von Alec Empire.[/color][/b] Industriehallenathmosphäre gepaart mit primitv anmutenden wiederhallenden Drumimitationen auf einem schwebendem Klangteppich. Das richtige für ein überflüssiges Wochenende. Für Meditation im Nichts. Und fürs nächste Jahrhundert. [color=white][b]Zen- Noise. [/color][/b] |
| decay73 | np: [color=white][b]Chrome - Walking And Looking For You[/color][/b] Eingängig langsam und lähmend müde stapft die schwarze Gestalt durch den Schnee. Den Kopf träge Richtung Erdmittelpunkt gesenkt, die Augenlider fest zum Schutz vor dem treibenden Schnee zusammengekniffen. Mit regelmäßigen Schritten dem Nirgendwo entgegen. Mit wärmenden Gedanken der Hoffnung entgegen. „It puts me in a field far away from view“ Irgenwann verschwindet der schwarze Punkt in der weiß-kalten Glut des winterlichen Schneegestöbers. [color=white][b]„Walking and looking for you.“[/color][/b] [i]For who?[/i] |
| decay73 | [color=white][b]Christoph Schlingensief findet die Angie [url=http://www.zeit.de/2005/32/Titel_2fSchlingensief]“supersüß“[/url]![/b][/color] Wie er darauf kommt? Weil er die derzeit überall gezeigten Merkel- Kinderbilder so findet – aber ausweinen möchte er sich bei ihr nicht. Vielleicht, wie ihm ihre Tränensäcke Angst machen? Oder ihr miesepetriger Blick? Das passt zu seiner recht treffenden Diagnose des Patienten D.: „Ich bin wütend [...] mir kommt es vor, als würde ganz Deutschland auf dem Klo sitzen und stöhnen.“ Weil kein Klopapier da ist. Warum auch sonst. Auf die Idee, dass es daran liegen könnte, weil das, was soll, nicht so will, wie geplant, weil die allgemein notwendige Bewegung fehlt, kommt er nicht. Und das, obwohl er in Bayreuth wieder für viel Wind (=Bewegung) sorgt. Zumindest bei den Feuilletonisten. Bei Angie weniger, denn die kapiert das mit den ganzen Videos nicht. Naja. Muß ja auch nicht. Aber Wind gibt’s genug. Hoffentlich riecht er nicht faul und hoffentlich stellt das Bundesverfassungsgericht keinen Windschutz auf. |
| decay73 | Einfach mal ein Zitat, welches gewisse Hirnregionen in Schwung hält: [color=white][b]"Finden Sie sich durch Ihr Gehirn bevormundet, wenn Ihre Moralvorstellungen Sie dazu bewegen, die Zahnpasta zu bezahlen, statt sie zu klauen?"[/b][/color] [size=1][i][URL=http://www.michael-pauen.de/](Michael Pauen)[/URL] [/i][/size] |
| decay73 | Ja, ich habe gerade Urlaub und eigentlch müßte es mir dann ja richtig gut gehen. Tut es aber noch nicht. Heute ist erst einmal ein Sch***- Wetter. Regen und somit fiese Luftfeuchtigkeit. 90%. Das hasse ich. Ich höre irgendsoein blödes Gesäusel. Cowboy Junkies. Weiß auch nicht warum. Ich könnte genauso gut Alex Empire hören. Das würde vermutlich auch besser passen. Mal sehen, ich glaube ich wechsel mal die CD. Hmm, besser. Aber die Tasten treffe ich immer noch nicht richtig. Das sieht dann so aus: taste3nt5refferpüroblkeme3. Gut, daß es eine „Zurück“- Taste gibt. Den Salat für heute Mittag habe ich schon rausgestellt, damit er nicht zu kalt ist und mir dann die Zähne schmerzen. Alec schreit was von „destruction“ und „everything starts with a f***“. Na wenn er meint. Gestern kam irgendwann so eine blöder Windböe und hat meine Pflanzen auf dem Balkon umgeschmissen. Jetzt ist ein Topf kaputt. Ich galube ich ersetze ihn jetzt durch einen, der besser steht. So, und damit die Sinnlosigkeit nicht überhand gewinnt, höre ich jetzt erst mal auf. |
| decay73 | [center][color=white][b]Manchmal, [/b][/color] wenn ich auf meinem Balkon stehe und in den Himmel schaue und den Sonnenuntergang in seinen unnachahmlichen Farben sehe, die orange-rot und grau melierten Wolkenfetzen vor dem türkisenen Himmel, und aus der Wohnung der letzte Satz der Sequenz von Mozarts [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Requiem_(Mozart)]Requiem[/url], das Lacrimosa, welches er nicht mehr selbst zuende komponierte, tönt, könnte ich... [color=white][b]...heulen.[/b][/color] [IMG]http://www.mozartforum.com/photogallery/photo00027972/K626%20Requiem%20Introit.jpg[/IMG] [SIZE=1]...und für einen Moment ist all das nervtötende, quälende in meinem Leben vergessen...[/SIZE][/center] |
| autumnnight | [SIZE=1]cowboy junkies schön..[/SIZE] |
| decay73 | Hmm, ja, manchmal. Aber zu dem Zeitpunkt definitiv das falsche... ;) |
| decay73 | Heute ist seit langem mal wieder ein Tag, der sonnig anfängt. Das gefällt mir. So mit der Zeit wird das Leben hat auch anstrengend, weil man alt wird und irgendwann das Leben ähnlich wie bei [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1155104#post1155104]Christopher[/url] nur noch aus kleinen Wehwehchen, Therapien und von Tratschtanten überfüllten Wartezimmern besteht. Da ist morgendlicher Sonnenschein eine Wohltat. Dafür meldet sich bei mir kein Hardcore- Christ mehr und erzählt mir was vom Herrn J. und was für ein dufte Kerl der ist, und wie schwer man es heutzutage als Christ hat. Wahrscheinlich bin ich für einen, der auf der Suche nach einer Prüfung Gottes ist, kein adäquates Gegenüber: zu unspektakulär. Nicht mal mehr die Zeugen Jehovas klingeln an meiner Haustür. Falls sie doch noch mal klingel, sollte ich sie vielleicht beschimpfen. Dann kommen sie bestimmt wieder öfter um mich zu erretten. Gestern habe ich gemerkt, daß ich eine CD besitze, die ich noch nie ganz gehört habe. Die ist gar nicht mal schlecht, auch wenn ich sie gekauft habe, ohne sie vorher zu hören. Auf [url=http://www.siderartica.com/]deren homepage[/url] gibt es sogar ein kleines online-game, wenn man unten links auf die Ente klickt: Entenjagt. Für langweilige Urlaubs- und/oder Regentage genau das Richtige. Nachmittags bin ich erst gegen den Wind Fahrrad gefahren. Es war also etwa so anstrengend wie einen Berg raufzufahren. Danach saß ich mit Sonnenbrille auf dem Balkon (es blendet mir zur Zeit immer so schnell) und habe in „Ansichten eines Clowns“ von Böll gelesen, gerade an der Stelle, wo beschrieben wird, wie die Wirtin mit einem Schüreisen in den von diversen Balkonen geschmissenen Abfallbeuteln wühlt um herauszufinden, von wem die sind, es aber nie schafft. Ich frage mich, ob sowas überhaupt möglich ist und komme zu dem Schluß, daß man zumindest eine Menge über die Leute wissen muß, was die Wirtin ja auch in Gemüse- und Metzgerläden macht. Schlimmer als Lindestraßes Else Kling. Komisch übrigens, daß die Clowns immer traurige Gestalten sind. Ich stelle mir einen Clown immer mit einer Träne im Auge vor, wenn er nicht mehr auf der Bühne steht. Und von Siderartica hab ich jetzt auch schon ein Lieblingslied: „Circle of the Angels“. Ich kann es sogar laut hören, weil die Vermieter nicht da sind. Heute abend gehe ich dann wohl nicht mehr weg, weil mir der Schwindel mal wieder zu schaffen macht. Das ist komisch. In meinem Kopf dröhnt es, als hätte ich eine Erkältung und unter meinen Füßen scheint das Meer zu sein, so schwankt es. Leicht nur, aber auf die Dauer halt nervig und anstrengend. Aber vielleicht geht's morgen ja wieder. Ich hab ja Urlaub. |
| decay73 | [B][COLOR=WHITE]Wie man eine Kirche zu einem Krematorium macht[/B][/COLOR] Das ist gar nicht so schwer. Man beteilige sich an einem Genozid, sage den Menschen, daß sie in der Kirche sicher sind, weil man da keinen umbringen darf, und zünde sie dann an. Die Menschen werden einem natürlich glauben, dann man ist Pfarrer oder gar Bischof. [quote][b]„Der Bischof wurde im vergangenen Jahr festgenommen, nachdem ihn der ehemalige Staatspräsident Ruandas, Pasteur Bizimungu, öffentlich aufgefordert hatte, seine Schuld einzugestehen. Misago wurde zur Last gelegt, dass er während des Genozids an Treffen mit Hutu-Regierungspolitikern teilgenommen hatte, die im Verdacht stehen, den Völkermord geplant zu haben. Außerdem wurde er beschuldigt, in fünf Fällen schutzsuchende Tutsi den Mördern ausgeliefert zu haben, unter ihnen 90 Schüler. Sie alle hätten gedacht, so sagte Misagos Anwalt Protasius Mutembe der Süddeutschen Zeitung, dass ein katholischer Bischof, ein Mann, der sich selbst noch während des Genozids mit dem Interims-Präsidenten treffen konnte, ihr Leben retten könne. Doch in jedem Fall informierte Misago die Polizei oder Regierungsangehörige. Der Bischof selbst sieht sich als "Opfer einer Verschwörung". Niemand sei damals auf die Idee gekommen, dass auch Kinder umgebracht würden, sagte er; ein Argument, das ihm scharfe Kritik von Menschenrechtlern und Tutsi einbrachte. Die Treffen mit Regierungspolitikern, so Anwalt Mutembe, hätten dazu gedient, "die Situation zu entschärfen"[/b] [url=http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Ruanda/bischof.html](Quelle)[/url][/quote] Oder die Prister übergaben die Menschen einfach den Milizen. So kam es z.B. zu dem Massaker von [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Nyarubuye]Massaker von Nyarubuye[/url], bei dem allein schätzungsweise 20.000 Menschen umgebracht wurden. Bruder Johannes Damaskus, Prister seit über 40 Jahren (!), fragt heute immer noch: "Männer der Kirche waren an der schlimmsten irdischen Sünde beteiligt. Woran soll man noch glauben? Wo ist Gott? Wo ist er?". Anscheinend war er an den Tagen nicht da, oder er hatte genauso vor den radikalen Hutu- Mulizen Angst und ist geflüchtet. Wo war er? Der allmächtige, gerechte Gott, der Beschützer der Armen und Hilflosen? Oder hat er sich genauso wie seinerzeit die Weltöffentlichkeit und selbst der Kirche und sogar der Papst abgewandt? [img]http://www.internews.org/images/news/newsletter/99_02/Rwanda_Skulls.jpg[/img] [quote][b]Dancilla Nyirabazungu, die Mutter, führt uns in die Kirche. Die Innenfläche hat die Ausmaße eines Tennisplatzes. An der Rückwand, unter einem ausgebleichten Plakat von Papst Johannes Paul II., sind Hunderte von zerschmetterten Schädeln aufgereiht. Zwischen dem Gestühl, um den Altar, unter dem Tabernakel liegen Kleiderfetzen, Sandalen, Kämme, Rosenkränze, Blechteller – ärmliche Utensilien des afrikanischen Alltags. Dazwischen Gebeine, Zähne, Fingerglieder, Rippen. An der sechsten Bankreihe bleibt Dancilla stehen. „Hier haben sie meinen Mann getötet.“ Nicht weit davon lag sie selber, geschützt durch die Körper der Toten und Sterbenden, im Bauch den kleinen Eric. Den Ehemann, zwei Kinder und 15 Verwandte hat diese Frau verloren. Wer in Ntarama durch Kugeln oder Handgranaten starb, dem war das Schicksal gnädig. Viele Opfer wurden mit Macheten geschlachtet wie Vieh, manche wurden langsam zu Tode geschunden. Ihre Peiniger trennten jeden Tag nur ein Körperteil ab. Lustvolles Morden, im Schichtwechsel, in einem erzchristlichen Land.[/b] [url=http://www.zeit.de/2004/15/Ruanda](Quelle)[/url][/quote] Auf die Frage, wo denn Gott war, antwortet Dancilla: „Er war hier. Sonst hätte ich nicht überlebt.“ [quote][b]Wie kommt es, dass ein Arzt seine Patienten im Krankenbett umbringt? Dass Lehrer ihre Schüler zerstückeln? Dass Pfarrer ihre Gläubigen mit Benzin übergießen und anzünden? Dass Familienväter Embryos aus den Leibern von Schwangeren reißen? Dass Bauern ihren Opfern die Sehnen durchschneiden, um sie an der Flucht zu hindern und erst am nächsten Tag abzuschlachten? Was ging im Physikprofessor vor, der eine Mordliste seiner Kollegen erstellte? Wie konnten die katholischen Nonnen Gertrude und Maria 5000 Tutsi aus dem Kloster von Sovu verweisen und sie, wie vorher abgesprochen, in die Messer ihrer Mörder treiben?[/b] [url=http://www.zeit.de/2004/15/Ruanda](Quelle)[/url][/quote] Mindestens 800.000 andere haben aber nicht überlebt, sondern wurden bestialisch abgeschlachtet. Glück hatte nur der, der duch eine Gewehrkugel getötet wurde... |
| Pelloquin | [quote][b] [ ... ] Wie konnten die katholischen Nonnen Gertrude und Maria 5000 Tutsi aus dem Kloster von Sovu verweisen und sie, wie vorher abgesprochen, in die Messer ihrer Mörder treiben? Dies seien eben Phänomene animalischer Urgewalt, konserviert in Afrika, im Herzen der Finsternis. Raunt es aus jenen Breiten, die sich für zivilisiert halten. Aber die Finsternis ist in Ntarama nicht schwärzer als in Buchenwald, My Lai oder Srebrenica. [/b][/quote] ! :( [quote][b] Es gibt bisher nur wenige systematische Studien, was in Afrika tatsächlich geschieht, interessiert den Rest der Welt nicht allzu sehr. Der Genozid folgte einer klassischen Vernichtungslogik: Wenn wir nicht sie, die Tutsi, ausrotten, werden sie uns, die Hutu, vernichten. Die Mordexzesse hatten nicht das Geringste mit einem „Stammeskrieg“ zu tun, denn Hutu und Tutsi teilen Sprache, Sitten und Kultur, es gibt zahllose Mischehen, und selbst die besessensten Tribalisten können die Phänotypen oft nicht auseinander halten. Hutu-Extremisten sahen (und sehen!) Tutsi als Fremde, Unterdrücker, Invasoren, die irgendwann aus dem Niltal eingewandert sind. Der ugandische Sozialwissenschaftler Mahmood Mamdani stellt in seiner profunden Analyse [i]When Victims Become Killers fest, dass sie nicht nur als feindliche Ethnie denunziert wurden, sondern als andere Rasse – ein ideologisches Konstrukt, entlehnt aus der kolonialen Rassenlehre des späten 19. Jahrhunderts.[/i] Die Vorgeschichte der Ethnogenese war natürlich komplizierter, unbestritten aber ist, dass die despotische Machtelite der Hutu die Minorität der Tutsi ein für alle Mal auslöschen wollte und, was gerne vergessen wird, alle regimekritischen Hutu gleich dazu. Die Massenmörder bedienten sich dabei wie die Nazis einer präzise verzahnten Staats-, Partei- und Propagandamaschinerie, der Militärs und der Polizei, der Milizen, der Medien und des Beamtenapparates, und sie wurden demagogisch flankiert von der Kirche, vom katholischen Klerus vor allem. Das Morden wurde zu einer Art Bürgerpflicht, zu einem Gemeindedienst. Die einfachen Leute gehorchten und töteten, getrieben von Furcht und Hass, aber auch von Neid und Gier auf den Besitz der [i]inyenzi[/i], der zu Kakerlaken entmenschlichten Tutsi. Am Ende erreichte das mordende Kollektiv einen utopischen Zustand – die Freiheit des Blutrausches, die totale Entgrenzung, in der jedes Gesetz, jede Moral, jedes Tabu aufgehoben ist.[/b] [/quote] In Antwort auf die Frage, wie all das passieren könnte, antwortete der Assistent des Bourgmestre von Ntarama, eine der Amtspersonen, die den Genozid auf kommunaler Ebene organisierten, er habe keine Erklärung für die Verbrechen. „In einer Gesellschaft kann alles passieren.“ Ein denkwürdiger Satz. [i]In einer Gesellschaft kann alles passieren.[/i] Das sollten wir uns immer vor Augen halten und nie vergessen. Immer sollten wir der Geschichte gedenken. Denn wer die Geschichte vergisst, ist verdammt sie zu wiederholen. Deshalb müssen wir [i]achtsam[/i] sein. Vor allen Dingen gegenüber uns selbst. Auf dass wir uns nicht eines Tages für Taten rechtfertigen müssen, die wir so niemals gewollt haben. [quote] [b]Warum wurde Ruanda allein gelassen? – „Weil wir euch egal sind. Weil wir kein Öl haben und nichts.“ Und weil afrikanisches Leben offenbar weniger zählt, menschliches jedenfalls. „Hätte jemand versucht, die 300 Berggorillas in Ruanda auszurotten, wäre die Reaktion größer gewesen“, glaubt Roméo Dallaire. 5000 Blauhelme, schätzt er, hätten den Massenmord verhindern können. Der UN-General hat aus Verzweiflung über seine verlorene Soldatenehre versucht, sich das Leben zu nehmen. [/b][/quote] ... |
| decay73 | Mich beschleicht das Gefühl, daß aus der Geschichte viel zu selten gelernt wird. Man tut nur so. Warum hat man denn nach dem 2. Weltkrieg die Charte der vereinten Nationen unterzeichnet? Doch nicht, um 50 Jahre später die Augen wieder vor einem Völkermord zu verschließen und nichts zu tun? Irgendwas scheint da doch nicht richtig zu funktionieren... |
| decay73 | [color=white][b]"Il Se Noie" - Er ertränkt sich.[/color][/b] [size=1](Ein schönes und trauriges Lied von Trisomie 21)[/size] Heimliche Verzweiflung, Leere, Schwärze, die langsam aber unaufhaltsam durch die Ritzen schleicht, um irgendwann den ganzen Raum zu füllen. Geld, Elend, jemand anderes. Der Duft der Vergeltung. Ein Vorgeschmack der Erlösung. [color=white][b]"Mais il se noie."[/color][/b] Ertrunken in den Fluten des Lebens, verzweifelt an den Brandungen der Liebe, verführt von den Verheißungen der Erlösung. [color=white][b]"Elle me chuchote"[/color][/b] |
| decay73 | Gestern erzählte mir ein Kumpel von seiner Urlaubsbekanntschaft. Einem 5-jährigen englischen Mädchen. Sie mochten sich, gingen spazieren und begegneten ein paar Fledermäusen. Das kleine Mädchen fragte ihn, ob er wisse, warum die immer nur Nachts fliegen. Weil er es nicht wußte sagte sie es ihm: [B]They don't like people![/B] |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von end_raum [/i] [B]Dieses Lied ist traurig. Sehr traurig. Bitte mal rein hören: Joy Division – Decades [/B][/QUOTE] Ja. Und das ist mein Lieblingslied von Joy Division. Das Lied baut mich auf, bringt mich runter, und manchmal laufen dann einfach nur die Tränen. Jaja, „where have they been“? Die besseren Tage. Zur Zeit bin ich voll kaputt. Den ganzen Morgen habe ich vergeudet, gerade war ich einkaufen und bin Schweißüberströmt wiedergekommen, obwohl es so heiß doch gar nicht ist. Ich rege mich über jede Kleinigkeit auf und darüber, daß meine Lederhose jetzt komplett am Arsch ist, weil ich ein Markstück aus der hinteren Tasche holen wollte und dort jetzt ein riesen Loch ist. Oder ich rege mich über Dinge auf, die noch gar nicht passiert sind. Oder über die „Leute“ (manche nennen sie auch Freunde) und deren grenzenlose Arroganz. Sie werden es eh nicht kapieren, warum ich manchmal einfach nicht kann. Oder mag. Oder beides. Oder mag aber nicht kann und dann ne Krise bekomme. Nein, das ist ihnen zu hoch. Alles, was man nicht visuell erfassen kann, ist ihnen zu hoch. So ist das heute. Man kann sich den Mund fusselig reden, aber das bringt nichts. Schuld ist man dann immer noch selbst. Also höre ich jetzt Joy Division. Das beruhigt. Und dann „The ast Song“ von meiner neue Trisomie21- CD. [i]„I can't remember feeling real“[/i] Und dann werde ich heute noch ein Pflanze umpflanzen, der es zu eng geworden ist in ihrem jetzigen Zuhause... |
| decay73 | Irgendwann ist die Zeit reif, aufzugeben, sonst geht man an dem, was man sich ständig wieder aufs neue vornimmt und jedesmal wieder nicht hinbekommt, kaputt. Was nicht geht, geht nunmal nicht. Also sitze ich heute abend wieder zu Hause. Einen Spaziergang habe ich noch gemacht. Der war anstrengend, denn je dunkler es wird, desto eher gleicht mein Gang dem eines Besoffenen, aber je dunkler es ist, desto weniger bemerken es die [i]Leute[/i] ja auch. Der Weg ging vorbei an eine Kneipe, in der anscheinend kräftig gefeiert wurde und das Gegröhle der Betrunkenen tat mir in meinen Ohren weh. Manchmal hasse ich die [i]Leute[/i] einfach. Manchmal auch mich. Oder mein Leben. Und manchmal, ganz manchmal liebe ich es auch. Heute nicht, nein, nicht heute... |
| decay73 | Irgendwann ist die Zeit reif, aufzugeben, sonst geht man an dem, was man sich ständig wieder aufs neue vornimmt und jedesmal wieder nicht hinbekommt, kaputt. Ich sollte es einfach sein lassen und mir nichts mehr vornehmen. Was nicht geht, geht nunmal nicht. Also sitze ich heute abend wieder zu Hause. Einen Spaziergang habe ich noch gemacht. Der war anstrengend, denn je dunkler es wird, desto eher gleicht mein Gang dem eines Besoffenen, aber je dunkler es ist, desto weniger bemerken es die [i]Leute[/i] ja auch. Der Weg ging vorbei an eine Kneipe, in der anscheinend kräftig gefeiert wurde und das Gegröhle der Betrunkenen tat mir in meinen Ohren weh. Manchmal hasse ich die [i]Leute[/i] einfach. Manchmal auch mich. Oder mein Leben. Und manchmal, ganz manchmal liebe ich es auch. Heute nicht, nein, nicht heute... |
| Levander | Planen, das ist immer ein "Für morgen leben", ein Vornehmen, von dem man nie wirklich weiß, ob es sich erfüllen wird, oder welch dummer Zufall, welches Geschehen sich eventuell dazwischenstellen könnte. "Für morgen leben", das heißt auch, das Heute zurückzustellen, indem man sich nach etwas sehnt, wovon man eh nicht weiß, ob es tatsächlich eintreten wird. "Für heute leben", das heißt, nicht im Voraus zu planen, sondern das wahr zu machen, was in dem Moment möglich ist. Ohne auf einen besseren Morgen zu warten. Natürlich gibt es auch Dinge, die gut durchdacht sein wollen, aber ich denke doch du weißt, was ich meine. [size=1]du kannst froh sein, so weit weg zu wohnen. ;)[/size] |
| Sternenstaub | Ich muss gerade an den 'Club der toten Dichter' denken. 'Carpe Diem'. So abgenutzt der Spruch auch ist, so mag ich ihn. Weniger planen. Mehr spontan sein. Und manchmal etwas infantil. (Ich gehe manchmal auf den Spielplatz und laufe über die Brücke. Oder durch den Matsch.) Einfach so. Dann mag ich das Leben wieder. Alles Liebe. [SIZE=1](Ich hoffe, das war nicht zu infantil)[/SIZE] |
| Julya | Ich finde, Sternenstaub und Levander haben recht... Einfach mal machen, einfach mal sein, sich einfach mal treiben lassen. Vor ein paar Wochen hat es hier geregnet und gehagelt wie verrückt und ich musste schon im Bus auf dem Nachhauseweg immer so glucksen, weil es so schön war. Als ich dann zu Hause war, habe ich mein Zeug in meine Wohnung geschmissen und bin barfuß in den Pfützen rumgesprungen. Die halbe Nachbarschaft hat geguckt, aber es war so egal, denn es war genau das, was ich in dem Moment tun wollte und was mir gut tat. Einer meiner liebsten Klugscheißersprüche momentan: Wenn sich eine Tür verschließt, tut sich irgendwo eine neue auf... Manchmal dauert es halt einen Augenblick, oder man muß versuchen, nicht immer nur mit den Augen und dem Verstand zu schauen... ~Julia~ |
| John.Coffey | Du beschreibst es ganz richtig. Den eigenen raum. Mal geliebt, mal verhasst, mal bewußt - mal unbewußt. Der Raum in den man sich zurückziehen kann oder sogar muss. Er ist untastbar, und jeder Versuch, ihn für etwas anderes zu benutzen, ist eine Art Verunreinigung, die nur noch wenige merken. Er ist auch Raum des Staunens. Da wo ich Ich bin und Du du bist. Manchmal - nein immer eigentlich, hat dieser Raum keinen Griff von Aussen. Weil er ganz im Zentrum liegt. Man kann viel von sich verschenken, Einlaß gewähren. Und manchmal geht es mir ganz genauso wie Du es geschrieben hast. Manchmal hasse ich die Leute - und manchmal auch mich ... Und wenn man in diesen Momenten seinen raum vergessen hat oder gar verloren, dann kann man den Raum zurückgewinnen. Man muss systematisch alles Fremde hinauswerfen. Niemand anders hat dort zu sein, auch nicht das Geliebteste. Wenn du bei Dir bist und dich wohl fühlst, verträgst du die Eigenart anderer, ihre so ganz eigene Sicht der Dinge. Dann hälst du ihre Herausforderung aus. Aber dann gibt es Tage, an denen du Angst vor dir selbst hast, vor deinen übermächtigen Gefühlen, deinen seltsamen Gedanken, Angst vor der dunklen Zukunft und der Macht der Vergangenheit. Dann wirst du unsicher und weißt nicht recht, was du glaubst. Dann leidest du unter der Entschiedenheit anderer und willst dich zurücknehmen. Bleib bei dir, bei deiner Schönheit und Herbheit, bei deiner Freiheit und deinen Grenzen. Nimm dich nicht von uns. Du sei du - du. John |
| decay73 | Christopher und end haben anscheinend ein Problem mit der Sinnhaftigkeit eines Diarys - wie ich auch mindestens einmal pro Woche. Aber einen tieferen Sinn gibt es dafür auch gar nicht. Der Sinn ist, vor dem Computer zu sitzen und mehr oder weniger Blödsinniges und Uninteressantes ins Textfeld zu hacken. Das tut manchmal ganz gut, und wenn es gerade nicht guttut, kann man es mal für eine gewisse Zeit in der Versenkung verschwinden lassen, ohne daß man dann gleich aufräumen und saubermachen muß. Gestern war ich das erste Mal in der [url=http://www.the-suite.de/]Suite[/url]. Es ist nett da. Zwar nicht wirklich gruftig, dafür gabs die alten Gitarrengeschrammel- und Indipendentsachen wie Breeders, Pixies, PJ Harvey und sogar Tuxedoomonn wurde gespielt. Und dieses komische Lied, was sich so anhört, als würde man gerade auf einem Pferd sitzen und das Hufengeklapper den Takt angeben. Ich glaube von Jonathan Richman. Bin mir aber nicht sicher. Auf jeden Fall kam ich mir da vor wie auf einer Schülerdisko eines Abijahrgangs. Halt etwas jünger als ich und so ein paar Durchgeknallte liefen da auch rum. Sehr nett. Vor allem der Typ mit dem Opahut, der nicht mehr aufgehört hat zu tanzen. Sah fast so aus, als würde er Schlittschuh laufen, dabei der Kopf so nach hinten geworfen, daß der Hut in der Waagerechten war, oder der Typ, der mit seinem Karopulli und der schwarzen Brille wie ein Muttersöhnchen aussah. Naja, und natürlich die üblichen Dance-Contest-Hüpfer, die selbst mit Badelatschen aus dem Aldi versuchen eine gute Figur abzugeben. Also alles in allem ein recht netter Abend, auch wenn die Hitze wieder ihren Tribut einfordert. Mich wundert, daß es hier in der Gegend immer gleich über 30° sein müssen, sobald die Sonne scheint. In meiner Heimat konnten es dann auch mal 25° sein, aber sowas kennt die Gegend hier im Sürwesten anscheinend nicht. Wenn schon, denn schon. Aber bald soll es ja vorbei sein, und dann kommt (hoffentlich) meine Jahreszeit: der Herbst. Obwohl ich von Vivaldis Vier Jahreszeiten das Presto des Sommers (RV 315) noch am besten finde. Aber das ist wohl der Spät-(Altweiber-) Sommer, dann paßt es wieder. Auf dem Rückweg wurde ich von der Polizei angehalten. Allgemeine Verkehrskontrolle und der Beamte meinte, daß man mich auf dem Führerscheinbild kaum noch wiedererkennt. Aber da war ich ja auch "etwas" jünger. Außerdem sollte die Polizei vielleicht mit einer etwas schnelleren Datenverbindung ausgestattet werden, denn ich mußte schon recht lange warten, bis meine Daten überprüft waren. Naja, ich hoffe bei eventuellen Einsätzen sind sie schneller. Heute Nacht gabs dann noch ein kleines Problem: Ein Wadenkrampf kündigte sich an, und nur mit größter Mühe und Konzentration konnte ich ihn verhindern, daß es richtig schlimm wurde. Dafür war mir danach schlecht und mein Kreislauf wollte nicht mehr so richtig. Heute morgen ist es aber wieder besser und ich habe erst mal eine Magnesiumtablette genommen. Und morgen ist der Urlaub vorbei und ich muß wieder arbeiten... :confused: |
| christopher.W | Ach Decay - Lieblingsjahreszeit-Bruder ;-) Wenn es nur das wäre. Solch ein Diary klebt aber nun leider mal ziemlich eng am echten Leben und man klopft eben nicht nur Kram rein, von dem man hofft, er möge sich interessant lesen, sondern man hackt ja gewissermaßen sein Leben in die Tasten ;-) Und wenn man immer wieder daran zweifelt, ob dass denn noch interessant genug ist oder ob man den Scheiß nicht beenden sollte, dann zweifelt man letztendlich an seinem Leben ;-) Wer fühlt sich nicht oft genug wie ein Hamster in seinem Käfig und man hechelt und das Rad rattert und plötzlich versteht man die Typen, die kurz zum Zigarettenautomaten laufen und nie mehr zurück kommen ;-) Unter der Woche kann ich das WE kaum erwarten. Und oft freue ich mich am Sonntag auf meinen Job und wir alle wollen das, was wir nicht kriegen können, und das, was wir haben, wollen wir nicht und keiner kann entkommen ;-) Und was ist mit Dir, John? Habe gesehen, dass Du "What if god is one of us" beendet hast. Bist Du gerade auf dem Weg zum Zigarettenautomaten? Chris |
| John.Coffey | Genau, ich mag nicht mehr ... Zigaretten holen klingt gut. Das I-Net kommt mir manchmal so vor als würde man in einer Kiste mit tausenden von Briefen wühlen, tausende von Hilfeschreien, Fragen und Problemen, Glück und Unglück. Briefe, die eben oft ein ganzes Leben in sich tragen, so schwer, dass Nachporto gezahlt werden muss. Man legt selbst Briefe hinein in diesen Kasten und dann liegen sie da, offen und schutzlos. Nachtwelten. Ja. Nachts wenn die Laternen leuchten, halbdunkel dann wirft mein Körper einen Schatten. Seit ich hier auftauchte habe ich plötzlich zwei. Klingt komisch oder? In Peter Pan fragte mal jemand " ... los komm her und sag mir, ob du weißt wo sie meinen Schatten hingelegt haben. " Ich weiß das ich nur einen habe und mehr nicht möchte. Ich weiß auch das mir jemand hier diesen zweiten Schatten immer nachtragen wird, weil es so gewollt ist. Gerne - aber ohne mich. Ich gehe zwar nicht Zigaretten holen ... aber ich gehe mit dem Hund raus. [SIZE=1]bis dann[/SIZE] |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von John.Coffey [/i] [B]aber ich gehe mit dem Hund raus. [/B][/QUOTE] Ein Abendspaziergang ist immer gut. Ich mache das seit einiger Zeit möglichst jeden Tag. Mindestens einmal am Tag Frischluft und Bewegung. Das räumt im Kopf auf. Meistens jedenfalls. Und @Christopher: Dann weiß man auch besser, was man will und was man zu tun hat und daß es eigentlich nur auf den Moment ankommt. Manchmal macht man dann nichts, manchmal schreibt man im Diary und manchmal verflucht man es. So ist das halt. Im Moment ist mir einfach nur zu warm und ich frage mich, ob das dieses Jahr nochmal aufhört...hmm. Zigaretten holen und nicht wiederkommen geht nicht mehr. Dafür ist es jetzt zu spät. Ich rauche nicht mehr. *g* |
| Mac | *flatter* Ich würde mir wünschen einen gewissen Forenmoderator am Wochenende kennen lernen zu dürfen, trotz seiner fast Ostdeutschen Frustration und Mutlosigkeit ;). Was denken sie, könnte er die Zeit und Energie finden? |
| Sternenstaub | Noch ist es nicht zu spät :) Überleg's Dir! |
| decay73 | Hach ja, ich weiß ja, aber ich befürchte, solche "größeren" Sachen sind einfach nicht mehr so ohne weiteres drin... :( |
| decay73 | Der Biowetterbericht vom ZDF meldet: [quote][b]„Am Freitag bestimmt in der Nähe eines gewittrigen Tiefausläufers feuchte und mitunter schwülwarme Luft das Wetter, so dass die Belastungen für den Kreislauf insgesamt recht hoch sind. Kopfschmerzen und Migräne können das Allgemeinbefinden beeinträchtigen. Allgemein ist mit sinkendem Leistungs- und Konzentrationsvermögen zu rechnen.“[/b][/quote] Ja, Kopfschmerzen hab ich, leistungsfähig bin ich auch nicht, und mein Allgemeinbefinden ist ganz allgemein beeinträchtigt. Also so richtig und nicht nur die übliche Freitagsbeeinträchtigung. Dafür gabs in der Kantine heute Fisch. Hatte ja überlegt, Braten mit Pommes zu essen, aber so ein wenig muß ich ja auch auf meinen Bauch Acht geben, nachdem ich nicht mehr...ach, das wissen die meisten ja schon. Und das Nachtweltentreffen auf Burg Ludwigstein habe ich mir auch endgültig aus dem Kopf geschlagen. Das wäre echt zu blöd. Einige würde ich ja verdammt gerne mal sehen (andere weniger gerne und mache sollten mir wohl besser nicht im Dunkeln über den Weg laufen), und um die ist es ja schon schade, aber solche Aktionen sind halt nur noch schwer machbar. So weit fahren, und das auch noch alleine, ist mir dann doch zu riskant. Ich weiß, ich bin ein Weichei, ein Warmduscher, Beipackzettelleser...aber man wird ja auch nicht jünger. Außerdem ist der Sprit gerade so teuer...und zur Entschädigung gibt es morgen Brunch bei Sylke. ;) Dafür klappt es ja vielleicht mit Stuttgart. Ich werde mal ein paar Freunde fragen, ob jemand hinfahren mag. Da könnte ich dann mitfahren und gegen Beifahrerkotzeritis Vomex nehmen. Dann würde ich vielleicht in der Disse einpennen, aber wenigstens nicht beim Autofahren. Oder ich besuche die Caro. Die wohnt nämlich in der Nähe von Stuttgart. Vielleicht will die ja auch mit und dann bräuchte ich auch kein Vomex. Das wäre cool. Naja. Außerdem sollte ich vielleicht weniger im Kaiser rumdiskutieren. Mit Autoritäten wie dem Kaiser hatte ich es ja noch nie so, und außerdem ist das alles ja auch sinnlos. Wer ändert in virtuellen Welten schon seine Meinung. Das einzig Gute wäre, wenn jemand was liest und das Gelesene dazu dient, dass sich jemand mit dem Thema auseinandersetzt. Nur: Ich bin ja nicht der Bundeskanzler. Also was soll der Scheiß. Wenn manche mit dem Verständnis der Menschenrechtskonvention Probleme haben, ist das doch nicht mein Problem. Und schon gar nicht mein Bier. Und überhaupt, diese ständige Aufgeregtheit macht mich noch ganz nervös und dann wird das auch mit Stuttgart nichts. |
| decay73 | Ein medialer Zirkus am Sonntagabend, und habe ihn mitbekommen ohne zu lachen. Irgendwie fing es schon komisch an. Alice Schwarzer wurde als Expertin zwischengeschlechtlicher Besonderheiten dieses Wahlkampfes befragt und irgendwie noch ein paar vermeintliche Experten vors Mikro gezerrt was irgendwie dazu führte, dass der Blick in die Ecke rechts unten auf dem Bildschirm das wichtigste wurde: Der Countdown, wann es endlich losgeht. Und dann ging es los und sowohl Schröder als auch Merkel schienen nervös zu sein, so wie sie sich anfangs versprachen. Dann kam lange Zeit nichts. Oder zumindest nichts neues. Nur die fragenden Reporter boten Möglichkeit, sich aufzuregen. Über Sabine Christiansen sag ich jetzt mal nichts. Deren Inkompetenz bezüglich der Moderation politischer Diskussionen ist ja hinlänglich bekannt und kann bei Bedarf jeden Sonntag von neuem beobachtet werden. Zu erwähnen wäre dann doch dieser Peter Kloeppel von RTL. Der hat nämlich Schröders Frau keine eigene politische Meinung zugestanden. Naja, aber was will man von einem RTL- Moderator auch erwarten. Konsequent gedacht müsste er als Journalistenkollege ja dann das gleiche von sich selbst fordern: Einfach mal die Klappe halten. Abschließend darf festgehalten werden: Es war überflüssig, langweilig, ich hätte die Zeit besser nutzen können, und am Ende hatten beide gleichlang gesprochen. Na wenn das nichts ist. |
| decay73 | Wenn man 30 Jahre alt wird, beginnt man eine Vergangenheit zu haben. Vorher war man noch unschuldig, konnte in einer Kneipe oder in einem Irish Pub hoffnungslos sein Bier oder sein Guinness trinken, ohne schief angeguckt zu werden, ohne an den nächsten Tag zu denken oder an Kopfschmerzen. Wenn man älter wird, ist vieles „gewesen“. Die Schule, das erste Mal verliebt, das erste Mal verstohlen die Hand unterm Pulli eines hübschen Mädchens, das erste Mal besoffen und die erste Zigarette. Mit 30 ist das meist Vergangenheit. Die Schule ist in der Erinnerung nur noch ein großes graues Gebäude, voll schlechter Erfahrungen und Zensuren, Sex ist nicht mehr unschuldig, die erste Freundin fast vergessen und Alkohol trinkt man schon lange nicht mehr. Rauchen ebenso nicht. Die Leber, ihr versteht, und die Lunge erst. Und überhaupt die Gesundheit. Mit etwas Glück kratzt man knapp am Hypochonderdasein vorbei: Hier fängt es an zu zwicken und dort zu ziehen, und irgendwie könnte ja alles auch was Ernstes sein. Wer weiß. Da kann man nur hoffen, mit dem Alter auch etwas Gelassener zu werden, sonst wird das Leben anstrengend und das Wartezimmer zur zweiten Heimat. Das erste Auto ist in der Presse gelandet und das zweite kein Ersatz und auch nicht mehr aufregend. Es muß nicht mehr nur fahren, sondern sollte nicht klappern oder aufgrund der Kilometerleistung jenseits von gut und böse mitten auf der Autobahn bei Höchstgeschwindigkeit alle Viere von sich strecken können. Spannend ist nur noch der Wetterbericht. Das hat was mit Zukunft zu tun und man erinnert sich, Teil der No-Future-Generation gewesen zu sein. [color=white][b]“Es bleibt das milchige Glas einer allgemeinen Erinnerung.“[/color][/b] [size=1](gefunden [url=http://blogg.de/tag/sinn/]hier[/url])[/size] |
| Pelloquin | [i]"Spannend ist nur noch der Wetterbericht. Das hat was mit Zukunft zu tun und man erinnert sich, Teil der No-Future-Generation gewesen zu sein."[/i] Junge, Junge, wenn das mal nicht Trübsinn par excellence ist! Du bist ja noch schlimmer als ich!! :) Vielleicht sollte ich Dir mal einen Schluck von Deiner eigenen Medizin geben (Die Du uns so gekonnt verabreichst, und die wir so bereitwillig annehmen). [size=1][i]Lebe Dein Leben wie ein Toter.[/i][/size] Ich habe mir viele Gedanken gemacht über diesen Satz, dessen Geist dem des [i][url="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=594745#post594745"]Hagakure[/url][/i], dem Buch über den Weg des Samurai, so ähnlich ist. Was bedeutet es denn, wie ein Toter zu leben? Nun, zunächst ist dieser Satz ein Paradoxon, denn Tote leben, wenn man der Schulweisheit glauben möchte, für gewöhnlich nicht. Sie sind regungslos und scheinen allen irdischen Fährnissen entrückt. [i]"Nichts kann sie noch treffen."[/i] dringt es durch meinem Kopf. LEBE WIE EIN TOTER. Dieser Satz richtet sich an Lebende. Die leben sollen als seien sie tot. Allen Fährnissen entrückt, oder zumindest: [i]ihnen gleichgültig gegenüberstehend.[/i] Kann man das denn? Manche taten es. Standen dem Tod gleichgültig gegenüber. Und wie groß ihre Taten waren... größer als all jene derer, die jeden Moment um ihr Leben fürchteten und aus Sorge um ihr eigenes rücksichtslos über die Leben anderer schritten. Doch selbst jene, die dem Tode gleichgültig gegenüberstanden, wurden irgendwann, nicht selten vor ihrer Zeit, dahingerafft. Worin also liegt dann der Nutzen, wie ein Toter zu leben? Vielleicht im Verlust jeglicher Angst einhergehend mit einer tiefen Zufriedenheit aufgrund des Gefühls, jeder Zeit am richtigen Ort zu sein und genau das zu tun, was getan werden muß? Was bedeutet es, decay? ;) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Pelloquin [/i] [B]Was bedeutet es, decay? [/B][/QUOTE] Es bedeutet für mich, nicht gleich nervös zu werden, wenn ich mal im Regen stehe. ;) |
| Pelloquin | :D ;) |
| decay73 | Alle 3,5 Minuten versucht sich in Deutschland ein Mensch zu töten und alle 47 Minuten klappt das dann auch, macht zwischen 11.000 und 12.000 Menschen pro Jahr - doppelt so viel, wie durch Verkehrsunfälle. Und in letzter Zeit gehäuft Frauen über 60. Jeder zweite Suizid in Deutschland ist der einer Frau über 60, die Suizidrate bei den über 60jährigen ist mehr als doppelt so hoch wie bei jungen Erwachsenen und steigt dann mit zunehmendem Alter rasant an. Alte Menschen bringen sich zudem wirkungsvoller um als junge. Das zeigt das Verhätnis von Selbstmordversuchen zu gelungenen Selbstmorden. Jeder vierte alte Mensch, der sich versucht umzubringen, schafft das auch. Bei jungen Erwachsenen kommen auf jeden Suizid dagegen 40 bis 200 Suizidversuche. Anscheinend ist es bei alten Menschen weniger ein Hilfeschrei, sondern das tatsächliche Bedürfnis sich umzubringen. Sie haben wirklich keine Lust mehr zu leben, und sagen das auch z.B. bei einem Arztbesuch. "Den Satz, ich habe keine Lust mehr zu leben, hören wir sehr oft", so Professor Armin Schmidtke von der Uni Würzburg im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Generell haben sich die Suizide alter Menschen deutlich erhöht, und das ist hauptsächlich auf nicht mehr zu ertragende Gebrechen und [i][b]Einsamkeit[/i][/b] zurückzuführen. Im Alter einsam sein, wenn man eh nur noch selten die Wohnung verlässt und kaum noch Freunde hat, weil die meisten bereits das zeitliche gesegnet haben oder aufgrund von Krankheit und Gebrechen nicht mehr ansprechbar sind, ist grausam. Und wenn man dann im Fernsehen nur noch als Kostenfaktor wahrgenommen wird („das Rentensystem bricht zusammen, weil es immer mehr Alte gibt“), die eigenen Kinder zwischen Arbeit und Großeinkauf eigentlich keine Zeit mehr haben und man ihnen den Streß schon in der Tür ansieht, dann wird das (über-)leben zur Qual. Früher waren die Alten dazu da, den Haushalt zu schmeißen und auf die Kinder aufzupassen, wenn die Eltern nicht da waren, und den Garten zu bearbeiten. Sie hatten eine Aufgabe. Ohne eine Aufgabe macht das Leben halt keinen Sinn mehr und ein paar Gymnastikbälle durch die Luft zu schmeißen ist halt nicht jedermanns Sache. Manche finden das halt albern und würden lieber was „anständiges“ machen. Natürlich, vielleicht kann Psychotherapie helfen, aber man sollte sich doch eher Gedanken um die Ursachen machen. |
| decay73 | Es gibt Tage, da hat man einfach Glück. Heute morgen war ich im MediaMarkt, um mir einen Pürierstab zu kaufen, weil ich vorhabe mir eine Kübiskernsuppe zu machen. Und wie das so ist, wenn ich in den MediaMarkt gehe, gehe ich dann auch kurz bei den CDs vorbei. Erwarten tute ich in diesen Meinstream- Läden eigentlich nichts, aber manchmal findet man doch was nettes. Heute habe ich auf Anhieb drei CDs gefunden, die ich schon immer haben wollte: 1. Jane's Addiction - Ritual de lo Habitual" Ich weiß nicht, wenn ich das Lied "Three Days" das erste Mal gehört habe. Das muß einige Jahre her sein. Konkretes kann ich damit gar nicht mehr verbinden. Ich glaube ich habe es seinezeit bei OffBeat auf Tele5 gesehen. Und genau dieses Lied ist auch auf der CD. Lange Zeit gabs das nirgendwo und jetzt ausgerechnet im MediaMarkt. 2. Kyuss - "...and the circus leaves town" Die wohl beste CD von Kyuss. Sehr dichtes, 'zügiges' Gitarrengeschrammel. Mir schwebt dabei immer jemand mit Nickelsonnenbrille auf einer Harley auf einem Highway in amerikanischer Steppe vor. Die CD habe ich in meiner Leverkusener Zeit durch einen Kumpel kennengelernt. Einfach nur 'coole' Mucke, die wir dann bei jeder Party zu später Stunde und nach 'einigen' Bier gehört haben. Und der netten Bedienung in einer alternativen Kneipe in Leverkusen-Schlebusch haben wir die CD dann auch immer mitgebracht, um sie auch bei Bier und Tequilla hören zu können. 3. Life of Agony - "River Runs Red" Jahaaaa. Man stelle sich vor: ein kleiner Peugeot 205 bestetzt mit 4-5 Leuten und Life of Agony in voller Dröhnung aus dem Peugeot-Billig-Radio auf dem Weg zur Arbeit. Das kommt gut. Und dann erinnere ich mich noch an Ivony. Sie war damals aus Kroatien geflüchtet und war einfach nur groß, hübsch und nett und hat mir mal eine Aufnahme von Granateneinschlägen aus ihrer Heimat vorgespielt. Bei jedem Einschlag ist sie zusammengezuckt und ich habe nie verstanden, warum sie sich das nochmal antut. Wahrscheinlich, um näher bei ihren Freunden und ihrer Familie zu sein. Wir waren zusammen in Köln unterwegs und haben zusammen in der Disko zu Life of Agony getanzt. Wo sie jetzt ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich wieder in Kroatien. Naja, jedenfalls sind mir heute diese 3 CDs in die Hände gefallen. Einfach so und ohne, daß ich danach gesucht habe. So gefällt mir das. :) |
| Brixa | Die von Janes Addiction hätt ich Dir verkaufen können, hab ich vor kurzem erst bei ebay verscherbelt... :D Freut mich jedenfalls für Dich, dass Du so einen Glückstag hast/hattest. :) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Brixa [/i] [B]Freut mich jedenfalls für Dich, dass Du so einen Glückstag hast/hattest. :) [/B][/QUOTE] Naja, zumindest war es auch nötig, da der Tag ansonsten eher nervig ist. Manchmal habe ich das Gefühl, ich könnte Amok laufen. ;) Vielleicht hätte ich tatsächlich mal bei ebay gucken sollen, aber dafür ist meine jetzt neu. ;) |
| John.Coffey | [QUOTE]Heute morgen war ich im MediaMarkt, um mir einen Pürierstab zu kaufen, weil ich vorhabe mir eine Kübiskernsuppe zu machen. [/QUOTE] ... darf man Fragen ob Du Dein Vorhaben bereits in die Tat umgesetzt hast und ob die Suppe geschmeckt hat. Ich habe noch nie Kürbiskernsuppe gegessen. mmh... vielleicht sollte ich dies ja nachholen. und Du hattest recht mit den schönen Ecken im Kahn! John |
| decay73 | Nunja, das mit der Kübissuppe hat geklappt. Aber es ist eine Kürbis[b]ceme[/b]suppe und keine Kübis[b]kern[/b]suppe. Daß ich sie so nannte lag wohl daran, daß man für sie Kürbiskerne kaufen sollte. *g* Wie auch immer, die Kürbis[b]creme[/b]suppe war verdammt lecker, auch wenn ich mir bei der Zubereitung ziemlich kräftig in den Finger geschnitten habe. Mit neuen Messern sollte man vorsichtig sein... :cool: edith schiebt das [URL=http://www.n-tv.de/576984.html]Rezept[/URL] nach *g* |
| decay73 | [i][b]J.M. Coetzee „Warten auf die Barbaren“[/i][/b] [i][b]Klappentext:[/b] „Aus dem Englischen von Reinhild Böhnke. Jahrzehntelang ist der Magistrat ein loyaler Diener des Staates gewesen, ohne sich von der vermeintlichen Bedrohung durch die "Barbaren ", einem benachbarten Nomadenstamm, beirren zu lassen. Als jedoch eine Spezialeinheit der Staatspolizei eintrifft, um den Nachweis für kriegerische Absichten der "Barbaren "zu erbringen, wird er Zeuge der grausamen und ungesetzlichen Behandlung von Gefangenen. Vom Mitleid mit den Opfern aufgerüttelt, will der alte Mann ein Zeichen setzen. Gleichsam in einem Akt privater Wiedergutmachung nimmt er ein schwer misshandeltes "Barbaren"-Mädchen bei sich auf, um es schließlich zu seinem Volk zurückzubringen. Diese Expedition brandmarkt ihn als Verräter, er wird nun seinerseits Opfer von öffentlicher Demütigung und Folter.“ [/i] Zur Zeit wird zu dem Buch eine Oper von Philip Glass in Erfurt aufgeführt und das Thema scheint ja zur Zeit aktueller denn je zu sein: Wie kann man seine Macht festigen? Man sucht sich einen Sündenbock und behauptet die Schlimmsten Dinge über ihn, um seine eigene Unmenschlichkeit zu kaschieren. Man nimmt dann diesen Sündenbock als Rechtfertigung für Folter, Demütigung und Krieg und das alles aufgrund von Mutmaßungen. [i]„Die Geschichte basiert auf einem Roman, den der südafrikanische Nobelpreisträger John Maxwell Coetzee vor 25 Jahren schrieb. Für den Amerikaner Glass ist die Zeit jetzt reif für eine musikalische Adaption des Stoffs. "1980 hat Coetzee dieses Buch über ein Weltreich geschrieben, das beschließt, es müsste einen Krieg führen", erklärt Glass. "Warum - das weiß keiner so genau, denn die Leute, gegen die sie kämpfen, sind Nomaden, die in der Wüste leben. Als ich das Buch 1989 las, war es einfach ein gutes Buch. Doch 2005 kann man jedes Detail aus diesem Buch in der Zeitung lesen. Das ist schon sehr merkwürdig.“[/i] Die Begründungen für den Irakkrieg waren allesamt falsch, erstunken und erlogen. Selbst für Colin Powell ist das mittlerweile beschämend. In einem Interview sprach er kürzlich von einem „Schandfleck“ in seiner Karriere. [i]„Ausnahmezustand in einer kleinen Grenzstadt: Im Nachbarstaat rotten sich angeblich die Barbaren zusammen, planen eine Invasion, wollen die Stadt vernichten. Die Hauptperson, ein namenloser Präfekt, glaubt der Propaganda nicht. Die Staatspolizei kommt in die Gegend und verhört Barbaren, die in ihre Gewalt geraten sind. Sie werden gefoltert, um Informationen über den vermeintlichen Angriff zu erpressen. Entsetzt muss der Präfekt mitansehen, wie die Entscheidung für den Krieg fällt.“ [...] Erst im zweiten Akt, als der Präfekt des Staatsverrates beschuldigt, gedemütigt und gefoltert wird, gelingt es der Inszenierung, auch auf der Bildebene einen nachvollziehbaren Bezug zur Realität herzustellen: Guantanamo Bay und Abu Ghraib. "Wir haben einen Krieg im Irak, der völlig grundlos ist, genau wie in dem Buch, denn alle Verdächtigungen haben sich als falsch herausgestellt", so Glass. "Die Leute sagen sogar ähnliche Sachen. Es gibt diesen Satz, den Oberst Joll in dem Stück sagt: 'Wir sind selbstverständlich alle dagegen, dass Folter angewandt wird, aber in einem Notfall muss man eben Ausnahmen machen' - genau diesen Satz habe ich in der Zeitung gelesen."[/i] (Quelle: 3sat) Das Buch habe ich mir jetzt erstmal bestellt... |
| decay73 | [center][color=white][b]„Alle Kreaturen bringen, wenn sie auf die Welt kommen, die Erinnerung an Gerechtigkeit mit!“[/b] (J.M. Coetzee)[/color][/center] Doch was ist Gerechtigkeit? Also die ursprüngliche Definition ist „angemessen, richtig“, heute ist es eher ein moralischer Begriff. Es geht um die Grundpfeiler des Zusammenlebens und um Begriffe wie Verteilungsgerechtigkeit“, „soziale Gerechtigkleit“, „Chancengleichheit“ oder „Gleichberechtigung“ zwischen Mann und Frau oder auch um „Selbstbestimmung“. Das, was man heute in der westlichen Welt eigentlich für eine Selbstverständlichkeit hält. Das dumme ist nur: [i]Je mehr man darüber reden muß, desto weniger ist es in der Realität verwirklicht.[/i] Wenn es Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gegeben hätte, hätte Alice Schwarzer nicht so viel reden und kämpfen müssen. Würde der Schwache sich nicht ungerecht behandelt fühlen, bräuchte er nicht auf der Straße demonstrieren gehen. Hätte das eine Kind beim Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel nicht geschummelt, bräuchte das andere nicht weinen. Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben, und doch so schwer zu verwirklichen, denn was der eine gerecht nennt, ist für den anderen eine schreiende Ungerechtigkeit. Also was tun? Die Wahrheit zwischen Wahr und Falsch, Gut und Böse, Gerecht und Ungerecht, Arm und Reich, Wichtig und Unwichtig suchen. [center][color=white][b]“Arm und reich, wichtig und unwichtig - das existiert alles nicht. Das ist nur ein Glitzern auf dem Wellenschaum.“[/b] Kodo Sawaki[/color][/center] |
| decay73 | Ich will hier raus! Und darf nicht. Draußen ist so ziemlich das schönste Wetter, was ich mir vorstellen kann. Aber ich sitze im Großraumbüro in stickiger Luft. Fenster zum aufmachen gibt es nicht. Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg, jeder Gedanke ein Stück Freiheit. Die letzten Tage waren schön und blöd. Nicht schön blöd, sondern von beidem etwas. Schön, weil so langsam der Sommer aus meinem Körper weicht und Platz macht für den frischen Herbst, für Melancholie, Ruhe und Zerfall, für das, was das Leben ausmacht: Melancholie, Ruhe und Zerfall. Blöd, weil mir endgültig aufgefallen ist, wie blödsinnig eigentlich alles ist. Menschen zwischen Macht und Status und Rechthaberei. Der eine will Bundeskanzler werden, die andere auch, und sie werden sich nicht einig, obwohl sie vorher gesagt haben, dass es um Deutschland geht. Albern der, der das geglaubt hat. Sollen sie hingehen, wo der Pfeffer wächst und mich in Ruhe lassen. Ich bin traurig, dass ich den Wahlzettel nicht doch ungültig gemacht habe. Sowas albernes sollte man echt nicht unterstützen. Blöd auch, weil sich die Sache mit dem Betriebsübergang zu einer Farce entwickelt. Da labern wahrscheinlich einige hochbezahlte Menschen über unwichtige Dinge und vergessen das Wichtigste. Ob das so was wird? Zumindest wird es noch schwierig. Blöd auch, weil ich den ganzen Tag im Büro sitzen muß und abends dann zu müde bin, um noch großartig was zu machen. Gibt es neben Frühjahrs- auch die Herbstmüdigkeit? So kommt es mir vor: Abends kommen lähmende Müdigkeit, Schwindel und Resignation. Mir scheint, mein Leben muß sich ändern. Ich weiß nur noch nicht wie und wie ich das hinbekommen soll. Also träume ich weiter. |
| decay73 | [color=white][b][u]Herbst[/u] Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in Händen hält.[/b] [size=1](Rainer Maria Rilke)[/size][/color] Noch ist es Spätsommer. Die Sonne brennt noch, die Blätter hängen noch an den Ästen, aber insgeheim kündigt sich der Herbst schon an. Nachts ist es kalt, morgens gelegentlich neblig und in dem Ostkorb vor mir finden sich die herbstlich-matten Farben von grünem Kohlrabi, orangenem Kürbis, tonfrarbener Zwiebel und cremefarbenem Knoblauch. [IMG]http://www.decays-zuhause.de/Resources/schale.jpeg[/IMG] Die Kerzen sind aufgestellt, die strahlendgelb blühende Blume verwelkt und aus den Lautsprechern die zerbrechlich wirkende Musik von Cinema Strange‘s „Astonished Eyes of Evening“. Ich erinnere mich wie ich diese Platte im Herbst vor zwei oder drei Jahren ständig hörte, als es mir nicht gut ging, ich mich aber auf dem Weg der Besserung befand und mir von draußen die Herbstsonne und von drinnen diese Musik dabei half. Herbst. Zeit der schönen Farben, der Beruhigung, der Rekonvaleszenz, und Zeit des Aufräumens. |
| decay73 | [i]Kleine Fotostory einer kleinen Meise die auszog, decays Wohnung kennenzulernen (mit Suchbildern...die Meise war für bessere Fotos halt zu nervös und mein Objektiv das falsche *g*).[/i] Es war einmal ein heißer, sonniger Tag und ich entdeckte, daß die Balkontür zu decays Wohnung offen stand. Weil es da so lieblich nach Essen und frisch gekochtem Tee roch, bin ich da rein, auch wenn meine Mami immer gesagt hat, daß ich das nicht darf. Zunächst saß ich aber ganz schön dumm unterm Tisch neben diesem häßlichen Eimer. [URL=http://www.decays-zuhause.de/Resources/vogel1.jpeg](KLICK VOGELSTORY 1)[/URL] Also war klar, daß ich da nicht lange bleiben wollte. Weil ich aber neugierig war, was da oben auf dem Tisch, unter dem ich saß, ist, bin ich gleich mal hoch. Fliegen zu können hat ja durchaus Vorteile, wobei ich gestehen muß, daß der decay wohl ziemlich Angst um mich gehabt haben muß. Aber es ist ja nichts passiert. Vielleicht hatte er aber auch nur Angst um den alten Zylinder seines Opas. Aber ich hab nicht draufgeschissen, denn ich bin ja ein lieber und stubenreiner Vogel, wenn ich will. [URL=http://www.decays-zuhause.de/Resources/vogel2.jpeg](KLICK VOGELSTORY 2)[/URL] Dann hatte ich Durst und der Tee roch ja auch so gut. Aber der decay hat den Deckel der Kanne nicht abgenommen. Er meinte wohl, daß ich das selbst machen muß, aber dafür war ich doch noch viel zu klein. Naja, ist schon ein Depp der decay. [URL=http://www.decays-zuhause.de/Resources/vogel3.jpeg](KLICK VOGELSTORY 3)[/URL] Und dann wurde mir langsam langweilig und zu trinken bekam ich ja auch nichts. Also wollte ich dann doch wieder raus. Aber die eine Balkontür war zu und die andere hab ich nicht mehr gefunden. [URL=http://www.decays-zuhause.de/Resources/vogel4.jpeg](KLICK VOGELSTORY 4)[/URL] Aber er decay hat mir dann den Weg gewiesen und ich fand wieder raus. Das fand ich dann doch noch voll nett. Vielleicht komme ich ja nächstes Jahr wieder. *wink* |
| decay73 | [b][i]Mit fluchen zu einer friedlicheren Welt.[/i][/b] Das Phänomen des Fluchens gerät zunehmend in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen, weil man herausgefunden hat, daß fluchen Aggressionen abbaut und es deshalb im Gegensatz zum Tierreich weniger zu tätlichen Auseinandersetzungen kommt. [url=http://www.n-tv.de/584487.html]>link<[/url] Letztlich wurde schon immer geflucht und es ist Teil zwischenmenschlicher Beziehungen, wenn nicht sogar wesentlicher kultureller Bestandteil geworden. Ich möchte hier nicht aufzählen, wie und wann ich schon geflucht habe. Es würde ein Bild von mir zeichnen, das mir nicht entspricht. Immerhin wurde ich bisher immer als recht friedlich und ruhig beschrieben – und das soll auch so bleiben. Aber wahrscheinlich lag das auch daran, daß ich eher im stillen Kämmerlein meine Flüchte gegen Gott und die Welt aussprach. Daher brauchte ich mich in Auseinandersetzungen auch nicht nonverbal produzieren. Abgesehen davon hilft Fluchen anscheinend auch bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Es ist ein Ventil, daß Luft ablässt, wenn es zu viel wird und lässt sogar Schmerzen kurzzeitig vergessen. Ob der Dalai Lama auch flucht? Oder der Papst? Wahrscheinlich. Und wenn, dann wohl eher leise und auch im stillen Kämmerlein. Verdammt nochmal, flucht mehr und macht so die Welt wieder ein kleines Stück friedlicher! ;) |
| decay73 | [QUOTE][B]Ich frage mich, wie die Fische nachts atmen, wenn sie schlafen.[/B][/QUOTE] Und nun der Link zu einem denkwürdigen Artikel in der Zeit: [url=http://www.zeit.de/leben/leben_hat_uns/simon_18?page=1]'Wie die Fische nachts atmen'[/url] [QUOTE][B]Einige hier sagen, es gehe ihnen gut, wenn sie traurig sind. Andere sagen, sie seien unglücklich, dabei geht es ihnen gut. Was soll man machen?[/B][/QUOTE] |
| John.Coffey | Danke Dir für den Link. Sehr eindrücklich irgendwie ... [QUOTE]Wenn sie nachts ein Geräusch hört, steht sie auf und schaut nach. Ich würde mir die Decke über den Kopf ziehen[/QUOTE] Hier im Haus bin ich nicht allein. Ich denk gard daran wenn ich im eigenen Haus wohne. Ob ich mir dann auch die Decke über den Kopf ziehe? Früher mit sechs oder sieben bin ich immer aus einem Meter entfernung ins Bett gesprungen. Ich hatte Angst das mich eine Hand berührt, von irgendwas/irgendwem der unter dem Bett liegt. Heute schmunzele ich - und dann bleibt mir der Gedanke im Hals stecken. Manche alte verlieren Kopf und Geist. Manche schreien im Bett. Was, wenn sie an den "dunklen Mann" aus Kindertagen denken, der unter Ihrem Bett liegt. Im alter kann man nicht mehr aus einem Meter ins oder aus dem Bett springen. Ich weiß nicht ob ich wirklich alt werden möchte. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von John.Coffey [/i] [B]Ich weiß nicht ob ich wirklich alt werden möchte. [/B][/QUOTE] Hmm, wenn man so agil bleiben kann, wie diese Dame in dem verlinkten Bericht, dann schon. Ich erinnere mich an da an meinen Großvater, der für jeden von uns Knirpsen einen blöden Spruch parat hatte und uns damit veräppeln konnte. Auch war er bis ins hohe Alter fit. Meine Oma sagte nach dem Besuch von Bekannten oder Verwandten, die genauo alt waren, immer: "De is ja ook oold won'n (die ist aber auch alt geworden...)" und wir lagen dann fast vor lachen unterm Tisch. Immerhin war sie selbst ja mit ihren knapp 80 Jahren auch nichts jünger. ;) Es kommt immer darauf an, [I]wie[/I] man alt wird und wenn man noch ein wenig als "Teufelchen" durchs leben gehen und seine Späßchen machen kann, ist das in Ordnung, denke ich, wenn auch alles etwas lansamer geht. Die Frau in dem Bericht hat ihren liebenswürdigen Sarkasmus behalten. |
| decay73 | Ja, heute bin ich schon Mittags von der Arbeit nach Hause gegangen. Ich habe die Schnauze voll. Seit Wochen habe ich die verschiedensten Leute darauf angesprochen, daß ees im Büro mit mindestens 25° einfach zu warm ist, aber nichts ist passiert. Jetzt aber, wo man es ja nicht mehr auf die sommerliche Hitze schieben kann, ist es mir dann auch egal. Dann gehe ich halt nach Hause. Heute habe ich dafür noch ein paar meiner Überstunden geopfert, aber auch das werde ich zukünftig nicht mehr machen. Außerdem habe ich eh bald einen Termin bei meinem Doc und werde ihm das dann erzählen. Seit Wochen geht es mir von Woche zu Woche ein klein wenig schlechter. Das kann ich nicht mehr akzeptieren. Jetzt sitze ich in meiner kühlen Wohnung (ich habe hier zwar keine Klimaanlage, aber dafür keine Temperaturen um die 25° oder mehr), habe mir einen leckeren Tee gekocht und werde die freie Zeit mit Musik und lesen genießen. Ruhe. [IMG]http://www.decays-zuhause.de/Resources/ruhe.jpeg[/IMG] |
| decay73 | Gestern war ich auf einem Diary of Dreams Konzert in Heidelberg und ich muß sagen, es war schlecht. Schlicht und ergreifend langweilig und schlecht. Adrian macht sich nichtmal mehr die Mühe, sich wie früher interessant zu schminken (O-Ton meiner liebsten Thekenschlampe: „Was, die waren das? Ich dachte das war die Vorband“). Dann standen sie da mit Kopfhörer im Ohr und haben versucht, Musik zu machen, was sich aber genauso anhörte, als hätte ich zuhause deren CD in meinen Player geschoben. Dann habe ich mir die Band mal genauer angeschaut und gemerkt, daß das was ich sehe nicht mit dem was ich höre deckungsgleich ist. Spätestens da war ich doch einigermaßen sauer, daß ich für das halbe Playback 13 Euro bezahlt habe und dafür letztlich nichts bekommen habe. Beim ersten Konzert von DoD, auf dem ich war, bekam man noch echte Musik und ich habe seinerzeit eine echte Gänsehaut bekommen. Heute ist es Konserve und hört sich auch genauso blechern an. Natürlich: alles technisch einwandfrei, aber nach Musik hat sich das nicht mehr angehört. Wie gesagt, das hätte ich auch zuhause im Wohnzimmer haben können. |
| Sternenstaub | Vielleicht war ich zu anspruchlos - in Siegen war es wie gesagt sehr schön - hatten sie denn in Heidelberg keinen Akkustikteil - dieser hat uns am Besten gefallen. Hm. Vielleicht fand ich es toll, weil es erst mein anderthalbtes DoD - Konzert war..:) Ich hoffe, dass MVA dann besser wird. Und so. Liebe Grüße. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenstaub [/i] [B] hatten sie denn in Heidelberg keinen Akkustikteil - dieser hat uns am Besten gefallen. [/B][/QUOTE] Keine Ahnung. Bin halt irgendwann gegangen. Ich hoffe, sie werden irgendwann wieder so, wie sie anfangs waren... |
| decay73 | [b]Das ist gemein.[/b] Da kam doch gestern tatsächlich Vermieters Sohnemann aus der Nebenwohnung (da ist er vor seinen Eltern hin geflüchtet...oder seine Eltern haben ihn dahin abgeschoben) an meine Wohnungstür und fragte, ob er nicht manchmal etwas zu laut wäre. Wahrheitsgemäß verneinte ich die Frage, ohne mir weiteres dabei zu denken. Er ist halt in dem Alter, in dem man gerne Musik hört, aber schon genug Geld verdient hat, um sich eine gute Anlage zu leisten. Immerhin hat er sich auch schon einen 3er BMW geleistet (ja, so ist das heute bei den Flegeln, die arbeiten und zu Hause wohnen und jeden Cent für ihr Auto ansparen können. Und ich fahre immer noch einen zehn Jahre alten Audi, weil ich schon seit der Ausbildung, also der Zeit des ersten auf Lohnsteuerkarte verdienten Geldes, nicht mehr zu Hause wohne und mir mein Leben selbst finanzieren muß - o.k., zwischendrin habe ich studiert und neben einem Job in der Hochschule wieder etwas Geld von meinen Eltern bekommen, aber reicht wird man als Student ja trotzdem nicht). Wie auch immer, besagter Schnösel hatte anscheinend anderes im Sinn, als er mich fragte, denn in der folgenden Nacht bin ich plötzlich um 3 Uhr wach geworden. Aber nicht von zu lauter Musik, sondern von seiner etwas zu lauten Freundin (bzw. von seinen der Lautstärke nach zu urteilen doch recht eindrucksvollen Künsten in der zweisam genutzten Waagerechten). Ich finde das gemein, gehe ich doch aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann als ewiger Junggeselle in die Annalen zwischenmenschlicher Beziehungsgeschichten ein. Also nicht, daß ich jetzt noch Jungmann wäre, aber eine gewisse Kontinuität fehlt da dann doch, weshalb es immer wieder Phasen gibt, in denen mich solche Geräuschkulissen ein wenig nervös machen. Nunja, auf jeden Fall zieht Vermieters Sohnemann wohl bald weg und die Wohnung steht wieder leer. Vielleicht zieht ja diesmal eine hübsche, großgewachsene Singlefrau mit langen dunklen oder kurzen blonden Haaren ein. Wer weiß. ;) |
| Levander | [size=1]Nun, solange du nur nervös bist und dich nicht der Wunsch überfällt, seine Reifen aufzustechen, ist da definitiv noch Grund zur Hoffnung.[/size] ;) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Levander [/i] [B][size=1]Nun, solange du nur nervös bist und dich nicht der Wunsch überfällt, seine Reifen aufzustechen, ist da definitiv noch Grund zur Hoffnung.[/size] ;) [/B][/QUOTE] Na wenn du, liebe Levander, das sagst, dann hoffe ich mal noch ein wenig. ;) |
| decay73 | [center][color=white][b]„Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet: Entspringen reinem Geist dein Wort und deine Taten, folgt das Glück dir nach, unfehlbar wie dein Schatten.“[/b] [size=1](Aus dem Wahrheitspfad des Pali Kanon)[/size][/color][/center] Die richtigen Worte finden ist manchmal schwer. Die richtigen Taten zu tun auch. Die Worte kreisen in meinem Kopf, gelangen aber nicht nach draußen. In meinem Kopf ist alles so einfach, alles so klar, doch wenn ich die Augen wieder öffne, der Alltag über mich hereinbricht, sich die Schwierigkeiten, und seien sie noch so klein und überflüssig, vor mir auftürmen, dann sind die schönen Worte schnell weg und manchmal dauert es nicht lang, bis ein Rucksack in entfernter Ecke liegt, ein Fluch ausgesprochen ist und der Puls steigt. Kleinigkeiten, die einen, wenn sie gehäuft auftreten, in den Wahnsinn treiben können. Wie also zur Ruhe kommen, bevor man anfängt durchzudrehen und unüberlegt zu handeln? Vielleicht ein paar mal tief aus dem Bauch heraus durchatmen, sich über die Bedeutungslosigkeit dessen klar werden, was einen wurmt und sich erst einmal von den Dingen distanzieren. Dazu braucht es nur ein klein wenig Zeit, ein kurzes Innehalten, denn nichts kann so wichtig sein, um gleich nervös zu werden. Wenn man aber nervös geworden ist, liegt das wohl daran, daß man irgendeiner Illusion hinterherrennt. Das ist wirklich unnütz und man sollte sich vielleicht zunächst fragen: „Woher kommst du eigentlich?“ |
| John.Coffey | hallo Decay, du triffst gerade den Nagel Punktgenau auf den Kopf. Ich muss erstmal hier raus ... laufen und den Kopf frei bekommen. Dir einen schönen Tag :) |
| decay73 | [center][b][color=white]„Es wird ja Feinschaft nimmermehr Durch Feindschaft wieder ausgesöhnt: Nichtfeindschaft gibt Versöhnung an; Das ist Gesetz von Ewigkeit.“[/b] [size=1](Aus dem Wahrheitspfad des Pali Kanon)[/size] [/center][/color] Wenn man sich in der Welt umschaut, scheint das ein großes Problem zu sein. Ist es auch. Im Großen wie im Kleinen. Im Großen hat man einen Feind, und bis sich das wieder ändert, kann es Generationen dauern. Man beruft sich auf die Eltern, die Großeltern, oder irgendwelche unschönen Begebenheiten, die Jahrunderte zurückliegen, um dort nach einem Grund zu suchen, weiter dem anderen den Schädel einschlagen zu können. Man hat sich ja auch irgendwie daran gewöhnt. Wie albern ist das eigentlich? Und im Kleinen ist es nicht unbedingt einfacher. Einmal Streß gehabt, schwingen die alten dissonanten Töne immer wieder unterschwellig mit. Ob man will oder nicht, jeder fühlt sich erstmal wieder irgendwie angepisst, auch wenn gar nichts passiert ist. Das ist eigentlich genauso albern. Aber man hat sich ja dran gewöhnt und eines der bedeutensten Eigenarten der Menschheit ist die Sprache und damit automatisch das Mißverständnis. Damit muß man wohl leben lernen, sich arrangieren lernen, es nicht auf die Goldwaage legen lernen. Vielleicht gehts damit: [center][b][color=white]„Die Menschen sehen selten ein, Daß Dulden uns geduldig macht: Doch wer es einsieht, wer es weiß, Gibt alles Eifern willig auf..“[/b] [size=1](Aus dem Wahrheitspfad des Pali Kanon)[/size] [/center][/color] |
| Pelloquin | Das sollte ich mir einmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Denn was einmal erlittenes Unrecht betrifft, geht es mir wie dem Elefant: Ich vergesse nie. Schöne Signatur... |
| Pelloquin | (ebenso aber vergesse ich aber auch meine eigenen Verfehlungen nie und werfe sie mir noch nach Jahren vor. Vielleicht versuche ich deswegen so sehr, das zu sein, was mein Vater einen "Friedensapostel" nennt. Um nur ja nie wieder in Konflikt mit Menschen zu geraten.) |
| decay73 | Ist schon ein schwieriges Thema. Ich finde, vergessen braucht man aber nichts; vielleicht nur gelegentlich manches etwas zur Seite schieben. Ich versuche nur irgendwann einen Status zu erreichen, mit dem es sich leben läßt. Manchmal funktioniert das aber nicht und dann muß an sich wieder an alte Gewohnheiten orientieren. So ist das halt manchmal. |
| decay73 | [center][color=white][b]„Der schönen Blume gleich, die keinen Duft ausstrahlt, Ist schön gesproch'nes Wort, das ohne Tat verhallt.“[/b] [size=1](Aus dem Wahrheitspfad des Pali Kanon)[/size] [/color][/center] Wortgewaltig waren sie, Jongleure der kräftigen Worte. Sie haben sie sich um die Ohren gehauen, bis die ersten Kombattanten blaue Flecken bekamen. Es wurde sogar von einem berichtet, der durch ein besonders geschickt ausgewähltes, scharfkantiges Wort dahingestreckt wurde, von einem anderen, der nicht mehr aufstand, nachdem er einer elendig langen, unnützen Rede zuhören mußte. Mal ganz abgesehen von den vielen, die aufgrund dieser nichtssagenden, überflüssigen, zeitvergeudenden Worte nicht zu dem gelangen, was sie lebensnotwenigerweise benötigen. Ich kann sie einfach nicht leiden, diese Dummschwätzer, Sinnlosschwätzer, Nichtsschwätzer. Die, die viel reden, nichts sagen und insgeheim womöglich noch böses dabei denken. Warum nicht einfach mal die Klappe halten, wenn man nichts zu sagen hat. |
| decay73 | [color=white][b]Sitzengelassen[/b][/color] So, jetzt mal was anders. Mich kotzt die Gleichgültigkeit mancher Menschen in diesem Land echt an, vor allem wenn es von Menschen kommt, die es besser wissen müßten. Gerade war ich bei einem Arzt und gleichzeitig mit mir wurde eine Frau aus einem Altenheim im Rollstuhl in das Wartezimmer geschoben. Die Frau war nicht alleine, sondern hatte einen Betreuer dabei. Ich mußte letztlich eine Stunde warten, bis ich dran kam, was ich aber schon gewohnt bin. Das schlimme war nur, diese Frau im Rollstuhl war die ganze Zeit am jammern und fing fast schon an zu heulen. Sie hatte ganz offensichtlich (und das sagte sie auch) tierische Schmerzen im Bein. Ihr blöder Betreuer saß seelenruhig daneben. Die arme alte Frau mußte dann [b]ebenfalls eine Stunde warten[/b], bis sie dran kam, und war denn geschlagene [b]zwei Minuten[/b] beim Arzt drin. Hätte ihr blöder Betreuer sich nicht etwas mehr um die Frau kümmern können? Hätte sie man nicht vorziehen können? Es war doch offensichtlich eine ziemliche Zumutung für sie, dort so lange zu sitzen. Irgendwann sagte sie, daß sie da nie wieder hin will. Und ich war kurz davor einen Aufstand zu machen. Anfangs dachte ich ja noch, der Betreuer wird’s ja wissen und vielleicht jammert die Frau ja immer so. Aber irgendwann war klar, daß das nicht gespielt war. Dann wurde sie aber zum Glück doch noch reingeholt. Hätten sie es da nicht gemacht, wäre ich ziemlich laut geworden und hätte die Arzthelferin wohl ziemlich zusammengestaucht. Wenn ich so was sehe wird mir Angst und Bange... |
| John.Coffey | hallo decay, gerade heute deine Worte. Ich komme gerade aus der Stadt. Genau das richtige Wetter mal einen Ausflug nach Ikea zu wagen. Ich musste mich mit Teelichtern, Schwedischen Snacks und all dem was einem da noch so in die gelbe Tasche mit blauer Schrift fällt besorgen. Nach dem Einkauf quetschte ich mich in den Wartebereich um die restlichen zwanzig Minuten im warmen auf meine Busverbindung zu warten. Eine Gruppe Behinderter mit Betreuer (es waren mit ihm sechs Personen) kam und füllte die leeren Sitze. Der Betreuer setze zwei, einen jungen Mann mit lustiger Base-Cap und ein Mädchen neben mich und er selbst mit den anderen etwas weiter weg. Dann stritt er lauthals mit einem der Jugendlichen über Geld für ein Getränk. Der Junge neben mir schaute mich an und sagte dann "Hallo." Ich erwiderte seinen gruß. Er rückte näher und wiederholte "Hallo" und reichte mir die Hand die ich entgegennahm und schüttelte. Der Betreuer brüllte los, "Stefan bleib da sitzen." Er (Stefan) hatte sich vielleicht 5cm in meine richtung bewegt und grinste und sagte wieder "Hallo". Der Betreuer stürmte los, riß ihm die Hand rum und schob ihn in die andere Richtung zu dem Mädchen. Der Junge maulte und sagte "Aua." Ich dachte echt das das jawohl nicht hätte sein müssen. Ich weiß wie anstrengend so ein Ausflug sein kann und offensichtlich hatten sie ihren Einkauf auch hinter sich gebracht aber gleich den Jungen so anzufahren? Ich sagte dann an Stefan gerichtet, "Das er ja wenigstens noch freundlich wer und die Leute freundlich begrüssen würde bei anderen Jugendlich würde das oft bemängelt", er grinste und nickte. Der Betreuer warf mir einen Blick zu. Ich stand auf, sagte das ich gehen müsste, weil ich selbst in der Lebenshilfe arbeiten würde. Wünschte Stefan einen schönen Tag, zwinkerte und ging. Stolz saß der auf seiner Bank und das Mädchen neben ihm giggelte. Mein Tag :) (zumindest ein kleiner Teil davon) Dir einen schönen Herbstabend. John |
| decay73 | [b][color=white][center]...in einem Bruchteil einer Sekunde das ganze Universum schauen...[/b][/color][/center] Man macht nichts besonderes, denkt nichts besonderes und plötzlich hat das Universum die Größe eines Fingerhuts und ist überschaubar wie eine Landkarte. Eines morgens saß ich an einer Ampel auf meinem Fahrrad und wartete, daß die Ampel grün würde. Ich mußte zum Arzt zur Blutabnahme und dann gleich weiter zur Arbeit. Ich machte mir Gedanken darüber, ob die Arzthelferin das mit der Blutabnahme hinbekommt, ob ich lange warten muß, ob ich zügig durch den Verkehr komme, mir nicht jede Ampel rot zeigt, ob ich noch rechtzeitig im Büro ankomme und was mich dort an neuen Aufgaben erwartet und, und, und... ...und plötzlich erkannte ich, daß ich noch gar nicht den Schalter an der Ampel gedrückt hatte. Und da, genau in diesem Moment, wurde mir klar, daß alles, worüber ich mir Gedanken machte, eigentlich in dem Moment völlig egal war, ich es eh nicht ändern kann, und mich besser einfach auf den aktuellen Moment konzentrieren sollte. Wenn ich an der Ampel stehe, stehe ich an der Ampel, wenn ich beim Arzt bin, bin ich beim Arzt, wenn ich im Büro ankomme, komme ich im Büro an, und wenn ich Fahrrad fahre, fahre ich Fahrrad. Alles eins nach dem anderen. Warum kümmre ich mich um das, was ich eh nicht ändern kann und vergesse dabei das, was ich gerade tue? Wenn einem das bewusst wird, dann kann man in jedem Moment, in jeder Blüte, in jedem Sonnenstrahl das ganze Universum schauen... |
| decay73 | [quote][b]Auf einer Konferenz unter dem Motto "Eine Welt ohne Zionismus" hatte Ahmadinedschad nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Mittwoch erklärt: "Inschallah (So Gott will) wird die Prophezeiung des Imams (Ajatollah Khomeini) über die Vernichtung Israels durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden." In Palästina sei eine neue Welle im Anmarsch "und es ist machbar, dass dieser Schandfleck (der Staat Israel) aus der islamischen Welt getilgt wird", sagte der Präsident.[/b] (Quelle: n-tv)[/quote] Nun stellt sich mir die Frage, was hier der Schandfleck ist. Israel oder doch die iranische Regierung, die nämlich den ganzen Islam in Schmutz zieht? Wie heute im Allgemeinen über den Islam gedacht und gesprochen wird, ist ja bekannt und auch völlig klar, wenn man sich vor Augen hält, wie der „Normalbürger“ gestrickt ist. Und wenn man bedenkt, daß die „Terroristen“ bereits ganze Arbeit geleistet haben. Eines ihrer Ziele haben sie nämlich schon –wenn vielleicht auch unbeabsichtigt- erreicht: Die westliche Welt ist so verunsichert, daß sie ihre eigenen Werte, die sie eigentlich verteidigen wollten, bereits über Bord geworfen haben. Verdachtsunabhängige Festnahmen, Gefangene in unmenschlichen Lagern ohne jegliche Rechte, verunsicherte und untereinander misstrauische Menschen, gesellschaftlicher Zusammenhalt ist passé, Schuld hat immer der andere, Stasi Methoden sind wieder aktuell, nur 15 Jahre nachdem man glaubte sie besiegt zu haben, wer sich nicht wehren kann, bekommt eins auf die Mütze, der Schwache ist wieder der Dumme, etc. pp. Die „Terroristen“ brauchen eigentlich nur noch zu warten, bis wir unsere Werte und gesellschaftlichen Errungenschaften selbst beseitigt haben. Die Einführung der Todesstrafe ist aktueller denn je, Selbstjustiz auch, und das vorchristliche (und immer wieder missverstandene) „Auge um Auge“ sowieso. Selbst einige vermeintliche Christen verleugnen ihren Herrn, um ihre Gier nach Rache, Strafe, und dem Mammon zu stillen und legen mehr Wert darauf, Unterschiede zu betonen, statt Gemeinsamkeiten zu suchen. Mit tollen, hochtrabenden Worten schüren sie Haß anstatt Verständnis. Immer nur gegeneinander statt miteinander, denn keiner will anfangen, die Spirale zu durchbrechen, die jedem seit den Kindheitstagen bekannt sein dürfte. Es ist ein Prinzip, das so einfach zu durchschauen ist und somit so erschreckend, wenn man sieht, wie erwachsene Menschen diesem Prinzip immer noch erlegen sind das sie offenen Auges in ihr Verderben führt. Manche nennen es auch „Teufelskreis“, nur der Teufel hat da wohl wenig mit zu tun. Ich kann es jedenfalls nicht mehr hören: „Der ist schuld“, „Die sind schuld“, „Er war’s“, usw. Es ist immer die gleiche ewige Leier. Schuld ist immer der andere, was der andere aber auch sagt. Merkt das denn keiner? Schandfleck auf dem Mutterschiff Erde sind immer die Einzelnen, die sich nicht beherrschen können und Haß im Namen derer säen, die sich von ihnen gar nicht vertreten lassen wollen...Schreihälse, die ihre eigene Unsicherheit mit Lautstärke zu übertünchen suchen und dabei bereit sind, über Leichen zu gehen. Mir ist es auch bei uns zu laut geworden... |
| decay73 | Heute war ein ereignisloser Tag. Und doch war der Tag erstaunlich wenig langweilig. Morgens war ich nicht groß einkaufen, sondern bin zum Briefkasten gelaufen um jemanden eine Überraschung zu machen. Ich glaube da wird sich jemand an einem der nächsten Tage wundern, was er da im Briefkaten hat, falls die Post nicht pennt oder den Brief verbummelt. Naja, und da ich gerade auf dem Weg war, habe ich mir noch einen kleinen Vorrat Bananen gekauft. Man gönnt sich ja sonst nichts. Als ich wieder zu Hause war, habe ich nicht meine Wohnung geputzt, sondern abgewaschen und dann eine Kanne Darjeeling- Tee gekocht. Man gönnt sich ja sonst nichts. Tja, und dann habe ich irgendwann nicht die fette Pizza in den Ofen geschoben, sondern Risi Bisi in die Pfanne. Man gönnt sich ja sonst nichts. Tja, und dann wollte ich noch in den Baumarkt. Aber da war es so voll, daß ich keinen Parkplatz finden konnte. Also bin ich wieder nach Hause und habe mich in die Sonne gesetzt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Später bin ich nochmals in den Baumarkt und habe da zwei Rahmen für zwei Itchy- Bilder besorgt und die dann später auch aufgehangen. Da bin ich jetzt voll stolz drauf, auch wenn ich der einzige bin, der sie bisher gesehen hat, aber man gönnt sich ja sonst keine großen Gefühle. Tja, und jetzt ist es draußen kalt und dunkel und in meiner Wohnung sind lediglich Kerzen an und aus den Boxen kommt “The Host of Seraphim“ und eine Freundin hat mir am Telefon gesagt, daß ich einen weiblichen Fan habe. Sie hat mir aber nicht gesagt, wer das ist. Blöde Kuh. Aber wenn es draußen kalt ist, die Sonne gerade noch vor rot-türkisenem Himmel untergegangen ist, und nun die Wohnung durch warmes Kerzenlicht erleuchtet wird und im Hintergrund Dead Can Dance läuft, wird mir so wohlig warm und friedlich ums Herz und am liebsten würde ich jemanden einfach...ach lassen wir das. Was ich sagen will: Mir geht's gerade gut und ich bin mit mir selbst im Reinen. Das sollte man genießen... |
| Levander | Lieber R., [quote].. aber man gönnt sich ja sonst keine großen Gefühle.[/quote] Deine Wortwahl stimmt mich, wenn ich ehrlich sein soll, ein wenig bedenklich. Es sind die Worte, die man mehr oder weniger unbewusst in den Raum stellt, und über dessen Bedeutung man sich oft erst im Nachhinein klar wird. Ich hoffe, meine Vermutung trügt mich in diesem Fall. Und als ich gerade so von dir lese, fällt mir ein Spruch von Adalbert Stifter ein, der da sagte [i]"Er hat manchmal wollen den Sonnenschein auf seinen Hut stecken und die Abendröte umarmen."[/i] Ein wenig erinnerst du mich an "ihn". Doch, weshalb ich eigentlich schreibe.. ich möchte dir mehr solche Tage, mehr gefühlte Wärme und Unbeschwertheit wünschen. Gerade wer in den trivialsten Dinge immer wieder Neues entdeckt, sollte sich das bewahren. Und Zuversicht steht dir eh viel besser zu Gesicht. ;) |
| decay73 | Heute ist Donnerstag, der 03.11.2005. Ich bin seit langem mal wieder zu lange im Bett gewesen. Aber manchmal braucht man das ja. Dann bin ich irgendwann raus aus meiner Wohnung und rauf auf mein Fahrrad. Bei frühlingshaften Temperaturen bin ich dann also zur Arbeit geradelt und hab mich mal wieder über diverse Autofahrer aufgeregt. Aber das soll hier mal nicht interessieren. Was mich zur Zeit interessiert ist, daß es in Amerika Dritte- Welt- Zonen gibt. Nach einem Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums ist die Zahl der Hungernden (!) in den letzten Jahren um 43% gestiegen. Die Zahl der Hungernden (!!) habe sich seit 1999 um 7 Millionen (!!!) vergrößert. „Interessant“ hierbei ist auch, daß es viele hart arbeitende Menschen gibt, die sich trotzdem nicht das nötigste leisten können. [quote][b]They are hardworking have-nots who cannot pay the rent, medical bills, and still feed their families.[/b] [i][Larry Brown, ehem. Harvard- Professor und jetziger Leiter des Center on Hunger and Poverty ([url]www.centeronhunger.org[/url])][/i][/quote] Dafür aber leisten sich die Amerikaner wahrscheinlich weltweit mehrere Gefängnisse in der Art von Guantanamo: [quote][b] Dem Bericht nach sitzen in diesen Gefängnissen derzeit rund 30 führende El-Kaida-Mitglieder ein. Sie seien von der Außenwelt komplett isoliert und hätten keinerlei Rechte.[/b] ([url]http://www.n-tv.de/597394.html[/url])[/quote] Wie kann ein Rechtsstaat Menschen grundlegende Rechte vorenthalten? Derweil sitzt auch [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=54049]Itchy[/URL] im Gefängnis, und zwar 1-20 Jahre lang wegen einer Lappalie und weil er sich keinen Anwalt leisten kann. Wenn man arm ist in Amerika ist man halt der Dumme. Und in Deutschland mausert sich die SPD zur „[b]S[/b]chnellsten [b]P[/b]artei [b]D[/b]eutschlands“. Im Moment habe ich das Gefühl, daß sie wieder das Heft in der Hand halten, genau wie Schröder es ja wollte. Und das ist nicht nur dem Hasardeur Stoiber zu verdanken. Aber wenn ich mir das Interview mit Matthias Platzeck in Erinnerung rufe, welches gestern auf Phoenix wiederholt wurde, kann das nur gut sein. Na egal, heute ist Donnerstag, der 03.11.2005. Ein ganz normaler Tag, an dem klein-decay in dem ganz normalen Wahnsinn herumrudert. Ihr kennt die Geschichte mit [url=http://www.zeitzuleben.de/inhalte/in/geschichten/03_froesche.html]dem Frosch, der in einen Bottich Milch fällt?[/url] Hört bloß nicht auf zu strampeln! :) |
| decay73 | Ich hätte nicht gedacht, daß ich das so früh schon sage, aber ich tue es jetzt trotzdem: [b][color=white]„Früher war alles besser!“.[/b][/color] – Wirklich alles? Da gabs rechte Idioten, linke Zecken, und dazwischen jede Menge harmloser Milchbubis und gut war. Die Welt war noch einigermaßen übersichtlich, da die Rechten tatsächlich rechts waren, die Linken links und die Schläger haben sich ständig sinnlos geschlagen. Zum belächeln gab es dann noch die Popper. Das wars dann aber auch. Heute, in den Zeiten überbordender political correctness und auch im privaten Bereich bis zum bitteren Ende durchexerzierten corporate identity klappt das natürlich nicht mehr. Rechte sind anscheinend eine aussterbende und daher schützenswürdige Minderheit, die ja alles gar nicht so böse meint und weil man damit nicht mehr belästigt werden will, sollen die sich halt selbst um ihr Image kümmern, damit man nicht mehr sagen muß, daß sie rechts und somit böse sind. Denn das geht natürlich gegen das persönliche Gerechtigkeitsempfinden und man müsste Worte in den Mund nehmen, die man nicht mehr in den Mund nehmen will, weil sie ih-bäh sind, und man müßte Farbe bekennen, was man natürlich nicht mehr will, denn man ist ja Grufti und da haben Farben nichts zu suchen. Also backt man sich eine Friede- Freude- Eierkuchen- Welt, in der alle ganz lieb zueinander sind, und wenn das mal nicht so ist, ist es die Schuld desjenigen, der sagt, daß eben nicht alle lieb sind. [b][color=white]Selbst schuld.[/b][/color] Das alles scheint mir dann doch der heutigen Techno- Massenkultur geschuldet zu sein, die auf den Ruinen des Punk ihre sinnleeren Identitäten offenbart. Nichts ist mehr fassbar. Man greift in eine bunte, wabbelige Suppe, in der man eine Antwort auf seine Langeweile finden will, und fischt dort nichts anderes als Beliebigkeit. Wer A sagt muß heute auch „scheißegal“ sagen. Wer b sagt, ist ein looser. Da lobe ich mir meine neue Alec- Empire- CD „Futurist“, die subtil- aggressiv und bis zum finalen Knall energiegeladen das Ende der Langeweile und der mit politischer Korrektheit vernagelten Cocktail- Lounge- Kultur propagiert: [quote][i]Alec Empire sagte einmal:[/i] [b]Die Cocktail- Lounge ist genausowenig ein geeigneter Ort für die Revolution, wie die Großraumdiskothek. Installiere in einem Keller wie diesem eine Musikanlage, und du hast den Sound, den ich meine.[/b][/quote] |
| Pelloquin | In Anlehnung an das "Hört bloß nicht auf zu strampeln!" und zur Erinnerung an den gestern vor 30 Jahren ermordeten Pier Paolo Pasolini: [center][img]http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21264/21264_1.jpg[/img][/center] [center][size=1][url="http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=21264&zeilenlaenge=72&mode=html"]"Vergesst unverzüglich die großen Siege und fahrt fort, unerschütterlich, hartnäckig, ewig in Opposition, zu fordern: fahrt fort, euch mit dem Andersartigen zu identifizieren, Skandal zu machen, zu lästern!" [/url][/size][/center] |
| decay73 | Ich finde das gemein. Es gibt da diese Sendung „Alle Wetter“ auf hr-fernsehen. Und da haben sie gesagt, daß das Wetter heute für gesunde Menschen sehr gut ist, und für kranke Menschen schlecht. Na klasse, wieder benachteiligt. Aber da wundert es ja nicht, daß mir gerade alles weh tut. Naja, man gewöhnt sich ja an fast alles. Heute morgen habe ich das Abteilungsauto zum Reifenwechsel gebracht. Ein Kollege wollte mit seinem Auto auch hinfahren, um mich dann wieder mitzunehmen, falls es länger dauert. Aber der kam irgendwie nicht nach. Also hab ich mit den Reifenwechselfritzen alles geklärt und dann noch ein wenig auf meinen Kollegen gewartet. Der kam aber nicht und in meinem Bauch grummelte es so komisch. Also bin ich nach Hause gelaufen um mal kurz...na ihr wisst schon. War ja nicht weit weg. Dann habe ich meinen Kollegen auf dem Handy angerufen und er hat mich schon gesucht, weil er dann doch gekommen ist. Er wurde aufgehalten, weil irgendsoein überladener LKW Kies verloren und einen anderen Autofahrer getroffen hat. Da mein Kollege gute Augen hat und auch sonst recht gewitzt ist, hat er sich natürlich das Kennzeichen des LKW gemerkt, was der andere Autofahrer echt gut fand. Jedenfalls bin ich dann wieder zurückgelaufen und habe mir mit meinem Kollegen noch den neuen Opel Astra angeschaut. Schönes Auto, aber so viel Geld habe ich nicht. Also werde ich meinen alten Audi weiterfahren. Wieder im Büro angekommen hat mein Chef diverse Probleme mit Mikrodoof Outlook. Mikrodoof geht mir so langsam auf den Keks, weil es zu viel alleine macht, ohne zu fragen, ob ich das auch will. Und dann muß man stundenlang suchen, um es wieder rückgängig machen zu können. Scheiß Programm, aber meinem Chef konnte ich helfen und er kann jetzt wieder emails so schreiben, wie er das möchte. Nebenbei bin ich ein wenig in I-Net gesurft und unter anderem auch zur Homepage der Zeit. Und da sind mir zwei Artikel untergekommen, die zwar nichts direkt miteinander zu tun haben, aber wenn man sie nebeneinander legt schon komisch wirken: [b]„Heiße Nächte in Paris“[/b] von Alain-Xavier [b]Wurst[/b] (komischer Name für einen Franzosen), in dem es um die Begebenheiten in Paris geht, mit dem Untertitel „Der französische Gesellschaftsvertrag endet dort, wo die Vororte beginnen: Ein Hintergrundbericht zu den Krawallen“ und [b]„Bürger, frei zum Abschuß“[/b] von Jochen Bittner, mit dem Untertitel „Darf der Staat töten, um noch Schlimmeres zu verhüten? Karlsruhe entscheidet über das Luftsicherheitsgesetz“. Zusammengenommen konnte man denken: In Paris geht es rund und die Lösung liegt im Abschuß der Bürger. Zum Glück ist es nicht so. Aber bedenkenswert ist folgendes: [i]Zum Paris- Artikel:[/i] Der Staat hat sich offenbar aus gewissen Territorien zurückgezogen oder sie zumindest stark vernachlässigt und das, was geblieben ist, wie z.B. die Schule etc., hat versagt. Dann kamen viele staatliche Programme und Untersuchungen, aber der Generalsekretär der anti-rassistischen Organisation MRAP, Mouloud Aounit, sagt (zu recht) skeptisch: [b]„Wir werden auf die Gewalt keine Antwort finden, wenn wir ihre Ursache nicht bekämpfen: Arbeitslosigkeit, Diskriminierung, wirtschaftlicher und sozialer Abstieg“.[/b] Parallelen zu Deutschland herzustellen ist...sicher hilfreich. [i]Und zum Luftsicherheitsartikel:[/i] Darf man seine unschuldigen Bürger töten, um [b]eventuell[/b] andere zu retten? Burkhard Hirsch findet das „ungeheuerlich“, zu einem vermeintlich höheren Zweck Menschen zu töten. Darf der Innenminister Gott spielen, in dem er entscheidet, ob das Flugzeug nun tatsächlich kontrolliert in eine Menschenmenge abstürzt, oder vielleicht nur so tut? Was darf der Staat dann noch alles machen? Verdachtsunabhängig foltern vielleicht? Oder ist alles nur „politischer Placebo“, da es internationale Abkommen gibt, die einen Abschuß kategorisch verbieten? Zudem müsste man das GG ändern, um die Bundeswehr im Inneren einsetzen zu können. Und was wäre, wenn Trümmer der abgeschossenen Maschine am Ende ein Krankenhaus in Schutt und Asche legen? Und schlussendlich gilt es die Frage zu beantworten, ob ein Mensch überhaupt Mittel zum Zweck sein darf, statt Zweck an sich (Kants Moralphilosophie lässt grüßen) und ob die Menschen in dem Flugzeug Objekt staatlichen Handelns sein dürfen, wie Hans-Jürgen Papier in der FAZ fragt? Wie auch immer, der Wahnsinn geht weiter, wie man sieht... |
| decay73 | [i][b]Mehr zum alltäglichen Wahnsinn und damit Ihr wißt, womit ich mich tagtäglich rumschlage und wie kompliziert Europa ist und weil ich einigermaßen stolz auf mich bin, sowas aus dem Stehrgreif aufschreiben zu können, hier eine kleine Stellungnahme, die ich einer Kundin von uns gerade gemailt habe:[/i][/b] Hallo Frau XYZ, zur Überwachungsbedürftigkeit Ihrer Abfälle folgende Anmerkungen: Zunächst einmal muß für man den Abfall eine Abfallschlüsselnummer in der Abfallverzeichnisverordnung finden. Die Abfallverzeichnisverordnung (AVV) ist eine Verordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (Krw-/AbfG). Der in der AVV aufgeführte europäische Abfallkatalog ist nach Herkunftsbereichen gegliedert. Unter der Hauptgruppe 07 finden sich die Abfälle aus organisch-chemischen Prozessen. Unter der Hauptgruppe 07 findet sich die Untergruppe 0702 („Abfälle aus HZVA (Anm.: Herstellung, Zubereitung, Verarbeitung und Anwendung) von Kunststoffen, synthetischem Gummi und Kunstfasern“). Darunter ist die Abfallschlüsselnummer 070208* aufgeführt („andere Reaktions- und Destillationsrückstände“), die Ihren Abfällen Harzrückstände, Fabrikationsrückstände und Weichmacher zuzuordnen ist. Dem Abfall mit der Schlüsselnummer 070208* ist ein „Sternchen“ zugeordnet, was nach §3 Abs. 1 der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) bedeutet, daß dieser Abfall automatisch als besonders überwachungsbedürftig einzustufen ist. Von diesem Abfall wird also nach §3 Abs. 2, AVV, angenommen, daß er „einen oder mehrere der in Anhang III der Richtlinie 91/689/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 über gefährliche Abfälle (ABl. EG Nr. L 377 S. 20) aufgeführten Eigenschaften und hinsichtlich der dort aufgeführten Eigenschaften H3 bis H8, H10 und H11 eines oder mehrere der folgenden Merkmale“ aufweist. Diese Merkmale und Eigenschaften H beziehen sich auf die gefährlichen Eigenschaften von Stoffen wie z.B. giftig, ätzend, reizend, gesundheitsschädlich, etc. Wenn man nun diesen Abfall verwerten lassen möchte, muß man eine Entsorgungsanlage finden, in deren Betriebsgenehmigung der betreffende Abfallschlüssel zur Verwertung genehmigt ist. Zementwerke haben z.B. diesen Abfallschlüssel nicht in ihrer Genehmigung. Auch Müllverbrennungsanlagen haben diese Schlüsselnummer nicht in ihrer Genehmigung, da es sich ja um einen Abfall handelt, dem gefährliche Eigenschaften zugeschrieben werden und der Abfall daher in einer besonders ausgerüsteten Anlage (Sonderabfallverbrennungsanlage) zu entsorgen ist. Es handelt sich bei den betreffenden Abfällen also unabhängig vom Heizwert um einen Abfall, dem gefährliche Eigenschaften zugesprochen werden, und der somit als besonders überwachungsbedürftig einzustufen ist, und für den außer Sonderabfallverbrennungsanlagen keine Anlagen eine entsprechende Genehmigung haben. Zum Verständnis folgendes Beispiel: Wenn Sie zu Hause einen Kaminofen haben, könnten Sie zwar behandelte Hölzer verbrennen, dürfen es aber nicht. Sie würden dafür keine Genehmigung bekommen. Da Baden- Württemberg keine eigene Sonderabfallverbrennungsanlage hat, hat Ba-Wü. seinerzeit einen Vertrag mit Hamburg gemacht, der leider noch ein paar Jahre gilt. Somit wird die Sonderabfallagentur Baden- Württemberg in Fellbach (SAA), um den Vertrag mit Hamburg zu erfüllen, den Abfall auch nur nach Hamburg zuweisen. Ich hoffe ich konnte Ihnen die doch recht komplexe rechtliche Fragestellung einigermaßen verständlich erläutern (Sie sehen, es ist etwas länger geworden). Mit freundlichen Grüßen, R***** S****** :D |
| decay73 | Ach was ein Tag. Zuerst schraube ich an meinem E- Herd rum, weil der kaputt ist. Aber weil ich kein E-Herd- Schraber bin, kann ich nichts machen. Jedenfalls fliegt immer der Schutzschalter raus, wenn ich die eine Herdplatte anmache. Scheiße. Ich rufe meinen Bruder an, der Elektriker und Elektroingenieur ist. Der kann mir helfen, denn seine Freundin hat noch ein Ceran- Kopchfeld im Keller. Das wäer cool, nur muß ich das dann irgendwie hierhin bekommen, denn er wohnt etwas weiter weg. Aber entseder er muß demnächst mal nach Stuttgart und kommt somit bei mir vorbei, oder ich muß bis Weihnachten auf drei Kocholatten kochen. Das reicht zur Not auch. Außerdem habe ich gerade gemerkt, daß ich keine Margarine mehr habe. Auch Scheiße, denn dann muß ich gleich noch einkaufen fahren. ABER dafür habe ich gerade das neue [url=http://www.warnerreprise.com/qt-ref/madonna_hungupdkaassdlslsdk_ref.mov]Madonna- Video[/url] gesehen. Das ist echt klasse, auch wenn sie dort irgendwie wie in den schrecklichsten 80ern aussieht. Aber das Lied ist cool. JETZT MUSS MIR NUR JEMAND VERRATEN, VON WELCHEM SONG DAS HINTERGRUND-SAMPLE IST. ICH KENNE ES, ABER MIR FÄLLT NICHT MEHR EIN, WOHER! HILFE!! Schönes Wochenende!“ |
| AlienSexFiend | [size=1]...das Sample ist von "Gimme! Gimme! Gimme!"/ABBA... ...dir auch ein schönes Wochenende...[/size]:) |
| decay73 | Danke! :) |
| autumnnight | ich kann das video ankucken.. aber bis auf das stöckelschugeklapper am anfang höre ich nichts.. auch hilfe!! aber wenn es das lied ist, dass sie in lissabon bei dieser preisverleihung gesungen hat, dann ist das [SIZE=4]ABBA[/SIZE] und nachdem ich nun im schnelldurchlauf meine abba-cds durchgehört habe: [SIZE=4]GIMME GIMME GIMME[/SIZE] edit: mist.. habe die antwort von asf erst jetzt gelesen.. |
| decay73 | @Autumn: Oder einfach mal auf [url]www.madonna.com[/url] gehen. Da läuft es im Hintergrund und dort gibts links zum Video. :) |
| John.Coffey | Heute Abend kommt die gute bei Wetten Dass ... Nicht schlecht, der Song gefällt mir auch. |
| decay73 | [color=white][b]Autos und andere Belanglosigkeiten[/b][/color] Ja, da saßen wir wieder wie jeden Sonntagnachmittag (es ist fast wie bei alten Kaffeetanten) in diesem runtergekommenen Café mit dem siffigen stillen Örtchen und dem Interieur, bei dem kein Tisch zu dem anderen passt. Aber gemütlich ist es. Also haben sich ein paar Gruftis Tische zusammengestellt und spielten gesellige Runde. Eigentlich könnten wir gleich den ganzen Laden für drei, vier Stunden mieten. Aber es geht auch so. Die Getränke sind günstig, der kleine italienische Salat definiert das Wort „klein“ zu „üppig“ um und die Bratkartoffel mit Speck und Spiegelei lassen selbst die Nicht- Frühstücker kämpfen. Und ich habe sogar spontan ein dickes Fettnäpfchen gefunden. Wir hatten es gerade über DJs und ich gab meine Anekdote über einen szenebekannten, langsam alternden DJ, der sich immer gerne mit superjungen Mädels und ner Flasche Sekt umgibt, zum Besten, als J. (auch DJ und „nicht mehr jugendlich“) seine Freundin (jung) in den Arm nahm. Scheiße. Allgemeines Gelächter. Aber es wurde gerade noch geschafft, eine Kurve hinzubiegen und die Situation zu retten. Puh. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit so megagruftigen Themen wie z.B. Autos, wobei S. (weiblich) ihren Gehörgang verschloss und genüsslich vor sich hindöste. Ich überlgte, wie mein nächstes Auto, für das ich noch nicht mal Geld habe, aussehen soll: Groß (2m wollen verstaut werden und das gelingt in einem alten Audi 80 nur bedingt), Cool, Automatik. Z.B. ein weißer Mercedes Benz 200D/8 Automatik mit schwarzen Ledersitzen, wie ihn seinerzeit eine Freundin hatte. Mit dem Ding ist man nämlich cool, wenn man mit maximal 80 über die Landstraße rollt. Nix mit zu schnell fahren oder einen neuen Rekord für die Strecke Nordhorn – Weinheim (~430km) aufstellen. Naja, aber das wird eh alles nichts, wie ich befürchte. Und heute muß ich eh erst mal wieder arbeiten und Geld für meine Träume verdienen und morgen wahrscheinlich mit Chef und zukünftigem Chef-Chef auf eine eintägige Dienstreise zu der Zentrale der Firma, zu der ich ab dem 01. Januar gehören werde. Na dann Prost. Darauf trinkt nun dieser alternde Blogger „decay“ eine Tasse Grünen Tee. Er will ja wenigstens gesund bleiben, bzw. nicht kränker werden, als er eh schon ist. |
| Sternenstaub | Ich mag Dich. Aber das weißt Du ja wahrscheinlich. Und grüner Tee ist gut gegen Karies, hab ich gelesen, also wirst Du gesünder. Dein Päckchen hab ich bis Freitag in meinem Rucksack herumgetragen. Ich gehe gleich zur Post. :) Felsenfest versprochen. |
| decay73 | Sterni, ich glaube ich bin gespannt wie ein Flitzebogen... :cool: |
| Sternenstaub | Aber ich hab dir gesagt, dass da Brüste sind, die meines Erachtens nicht in solch eine Zeitschrift gehören, oder? Btw: Heute kommt die neue 'Untoten' - darf ich nun Greta haben oder willst Du? ;) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenstaub [/i] [B]Aber ich hab dir gesagt, dass da Brüste sind, die meines Erachtens nicht in solch eine Zeitschrift gehören, oder? [/B][/QUOTE] Ja, hast du. Und ich bekomme Greta. Damit das klar ist. Und die CD hab ich vorbestellt... ;) |
| decay73 | 86.000 Menschen sind tot. Doch nachdem alles begutachtet, taxiert, gezählt und gefilmt ist, ist alles wieder da, wo es vorher auch war: in Vergessenheit. Doch im Epizentrum, in Muzaffarabad, geschehen auch kleine „Wunder“. Eine deutsche Ärztin arbeitet dort, und es ist schon passiert, daß eine Patientin kam, nicht laufen konnte, und das Behandlungszelt auf eigenen Beinen wieder verließ. Sie sagte, daß ihr wohl bei dem Beben etwas auf den Rücken gefallen ist. Seit dem kann sie nicht mehr laufen, sagt sie. Die Ärztin kann aber nichts finden, weshalb sie ihr sagt, daß sie aufstehen soll. Und es klappt. „Hinter manchen gebrochenen Knochen steht eine gebrochene Seele“ sagt die Ärztin. [URL=http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,2396081,00.html]>link<[/URL] In Deutschland geht alles wieder seinen gewohnten gelangweilt- trägen Gang und in Kaschmir steht für viele ein todlicher, hungriger Winter bevor...währende ich mir Gedanken darum mache, wie mein Bauch nicht dicker wird. Wahnsinn. Ich mag heuet gar nicht von meinen albernen Problemen schreiben, von den stressigen Dienstreisen mit Chef und Chef-Chef und der merkwürdig entgegenkommenden Behörde (sollte sie was dazugelernt haben?) und dem viel zu lauten Büro, in dem man sich nicht konzentrieren kann...dumm, wenn man aber dennoch viel zu tun hat. Und der Herr Regener singt über Delmenhorst und „sag bescheid, wenn du mich liebst“. Hmm, ich glaube so geht das auch nicht. Wenn ich mich trauen sollte, beim nächsten Mal das schnucklige Mädchen aus der Disko am Samstag anzusprechen, sollte ich mir was besseres, weniger direktes, mehr tiefgehendes einfallen lassen...sonst wird das alles nie mehr was. „Mach das Licht aus, wenn du gehst“. |
| decay73 | KW 46 eine (fast) ganz normale woche. gerade spricht bruno jonas in der N3- talksendung ‚lll nach 9‘ von der „kübelböckisierung“ der deutschen gesellschaft: das alte peter-prinzip von Dr. Laurence J. Peter und Raymond Hull („In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“) hat ausgedient und heute werden unfähige leute direkt an die höchstmögliche position geschossen, an der sie nichts mehr wissen müssen aber leider trotzdem noch was anstellen können. wir sind halt kein land des mittelmaßes mehr, sonder ein land der produktion des größtmöglichen blödsinns in der kürzestmöglichen zeit. das merke ich in meiner firma auch: die bosse (geschäftsführer und seine unfähigen gehilfen) wollen alles regeln und entscheiden und regeln und entscheiden in ihrer grenzenlosen unkenntnis der sachlage so einen blödsinn, daß einem die stirn vor lauter mit-der-flachen-hand-an-die-stirn-schlagen noch platter geworden ist, als sie evolutionsbedingt eh schon ist. und diese leute sind so von sich selbst überzeugt, dass sie die, die ahnung haben, nicht mehr fragen. als folge davon grenzt die selbstkasteiung des wissenden mitarbeiters aufgrund des blödsinns, den man tagtäglich von denen da oben zu hören bekommt, an selbstverstümmelung, was man als arbeitnehmer wiederum auch nicht darf und dafür abgemahnt oder sogar entlassen werden kann. die welt ist gemein und ungerecht. und der schlafforscher prof. zulley sagt dann in der sendung, dass da in der koalitionsrunde mir cdu, csu und spd spät in der nacht nur noch zombies sassen, weil sie ja eigentlich um die zeit schlafen und irgendwann in der nacht macht man halt eine „depressive“ phase durch, hormongesteuert. also wundert mich diesbezüglich nun auch nichts mehr. und das gute am schlafen: das gehirn arbeitet (manchmal mehr als am tag) und man speichert da z.b. dinge ab, die man übertag aufgenommen hat. wer also viel schläft hat ein gutes gedächtnis. an am tag gelernte vokabeln erinnert man sich nach dem schlaf besser, als direkt nach dem lernen. schlafen wird mir immer sympathischer. delphine schlafen übrigens, indem sie abwechselnd eine gehirnhälfte ausschalten. zugvögel auch. sonst würden delphine ja auch ertrinken und zugvögel vom himmel fallen. tun sie aber nicht. naja. zurück zur woche. keine wichtigen termine, viel arbeit, trotzdem stress und ich muss jetzt üben, wieder alles klein zu schreiben, weil das zu dem corporate design meiner neuen firma gehört. und ‚zukünftiger chef‘ hat gesagt, dass protokolle und so möglichst knapp und prägnant gehalten werden sollen. aber das hat er selbst noch nicht ganz im griff, scheint mir. zum einen hat er das ein oder andere substantiv immer noch gross geschrieben und zum anderen hat er ein protokoll dann so knapp geschrieben, dass ich nachfragen musste, was gemeint war. er ist halt kein naturwissenschaftler, der an klare, genaue, uninterpretierbare definitionen gewöhnt ist. bei mir hat das jedenfalls dazu geführt, dass ich einen halben tag umsonst am kopierer verbracht habe. danach meinte mein chef, dass er nicht alles kopiert haben wollte, sondern dass eine liste der nun kopierten schriftstücke ausgereicht hätte. warum hat er das dann nich so gesagt, sondern dass er die schriftstücke braucht? ich werde also dabei bleiben alles so ausführlich zu schreiben, dass es alle empfänger auch kapieren. man kann alles auch irgendwie übertreiben. naja, und vielleicht fange ich jetzt, wo ich eh kaum noch dazu komme, in der woche diary-einträge zu schreiben, an, die wöchentlichen einträge mit der ein oder anderen „urban legend“ zu garnieren. jedenfalls soweit es für mich eine legende ist. also: [color=crimson][b]dass spinat gar nicht so viel eisen enthält, wie früher immer gesagt wurde („kind, du musst viel spinat essen weil das ist ja sooooo gesund weil da ist ganz viel eisen drin und das brauchst du fürs blut“), sondern dass sich da jemand bei der messung vertan hat und dann alle von ihm abgeschrieben haben, dürfte ja mittlerweile gekannt sein. die nächste urban legend: bananen machen verstopfung. das stimmt nur bedingt, denn wenn man zur banane ein grosses glas wasser oder ungesüssten tee trinkt, kann man ohne probleme bis zu sechs bananen am tag essen (wobei bei sechs bananen wäre es etwa drei liter, die man zusätzlich trinken müsste...das kann man also nur, wenn man ein klo um die ecke hat). abgesehen davon sind bananen einfach nur gesund und ich glaube sie haben sogar eine beruhigende wirkung. [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Bananen#Zusammensetzung_und_Ern.C3.A4hrung[/url] [/b][/color] wie auch immer, wer sich an der sammlung von weiteren urban legends beteiligen will: nur zu, allerdings bitte nur dinge, die nachvollziehbar nachgewiesen sind und nicht irgendwelchen spinnereien entspringen, denn kontroverse diskussionen dazu will ich hier eigentlich nicht. *g* |
| Seelenfunke | ich wag es mal und hinterlass hier mal meine momentan sehr leicht angehauchten Worte.. [COLOR=chocolate]Ich hab mich mal hier durchgelesen.. lange, mehrmals, öfter, um zu verstehen um zu begreifen .. und zu lernen. Ja Du hörst richtig um zu lernen.. den ich las viel das ich glaubte zu kennen, vieles was ich hoffte nie kennenzulernen... ich lass sehnsüchte, hoffnungen und schmerz heraus... jemand der sich gedanken macht um diese welt.. jemanden der viel zu viel denkt und sich manchmal darin verliert... Und doch voll Träume ist... [/COLOR] [IMG]http://www.psp-tao.de/images/traumserien.jpg[/IMG] (c) Tao |
| decay73 | danke, fünkchen! (ich nenn dich mal so...passt irgendwie besser :)) [QUOTE][i]Original geschrieben von Seelenfunke [/i] [B] sehnsüchte, hoffnungen und schmerz [/B][/QUOTE] thats it! sehnsücht und hoffnungen, die halt sehnsüchte und hofnungen sind und das auch erst einmal bleiben und schmerz? ja auch schmerz manchmal. psychisch wie physisch. aber der läßt sich aushalten. aber sehnsüchte und hoffnungen wollen halt erfüllt sein... |
| Seelenfunke | [QUOTE]ja auch schmerz manchmal. psychisch wie physisch. aber der läßt sich aushalten. aber sehnsüchte und hoffnungen wollen halt erfüllt sein...[/QUOTE] Fünkchen ist fein, solang man da keine Ab und Zukürzeln vermürzelt.. :) sehnsüchte und hoffnungen Man sucht sie, und findet sie nie, oder selten, ich komm mir manchmal wie ein leerlauf vor, ich bin kurz davor sie einzufangen,... da fall ich wieder ins Leere und der lauf der zeit treibt sie wieder fort.. Wie machst du es? hast du schon etwas erfüllt von deinen Hoffnungen und Sehnsüchten ... |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seelenfunke [/i] [B]Wie machst du es? [/B][/QUOTE] keine ahnung. vielleicht indem ich versuche illusionen als illusionen zu erkennen, blödsinn als blödsinn und so weiter. dazu brauche ich aber jeden tag eine gewisse zeit allein. das brauche ich einfach. aber das ist heute und vor allem wenn man auch noch arbeitet nicht wirklich einfach. und so gibt es halt immer wieder tage und stunden, in denen ich mich einfach leer fühle. leergesogen und ausgepowert. [QUOTE][i]Original geschrieben von Seelenfunke [/i] [B]hast du schon etwas erfüllt von deinen Hoffnungen und Sehnsüchten ... [/B][/QUOTE] nicht wirklich. |
| Seelenfunke | [QUOTE] in denen ich mich einfach leer fühle. leergesogen und ausgepowert[/QUOTE] Stille ist manchmal etwas sehr feines, wenn man sie findet.. du wohnst glaub ich in der stadt nicht? mhm ..sehr schwer dort stille zu finden.. auch wenn man eine eigene wohung hat ... alles stumm machen kann ... lautlos... gerräuschlos ... hört man die wahre stille nicht... ich finde das trauig ... den das hab ich , schon die wahre stille... und doch nutze ich sie so selten... Leere Und Schweremut Finden bei mir Aus und Einklang.. verrückt oder.. ich benütz das eine um das andere niederzutrampeln, sowie umgekehrt.. Ich mag die MenschenMengen nicht.. Erfüllungen und Sehnsüchte erfüllen .. manchmal sind es nur bruchstücke was wir einfangen und dann sehen wir sie nicht mal ... mach die augen auf ... und übersieh sie bitte nicht.. |
| decay73 | wenn ich mir gedanken zu deutschland mache... ...dann kommt mir zur zeit in den sinn, dass ICH deutschland bin, ganz in alter, gutdeutscher, [url=http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/363857.html]dadaistischer[/url] tradition. ich bin deutschland. beate use ist deutschland. ich bin be****...ach nein, das geht ja gar nicht. oder kati witt? ach nein, das geht auch nicht. also bin ich, bescheiden wie ich bin, deutschland. „sonst noch wünsche?“ na ja, irgendwie schon. zum beispiel, dass auch der arbeitslose alg-1-bis-2-empfänger das sagen kann ohne bauchschmerzen oder einen brechreiz oder minderwertigkeitskomplexe zu bekommen. noch was? was? [b]ich bin PETER HARTZ?!?[/b] also bitte, bitte mal fair bleiben. übrigens gab es in ludwigshafen 1935 eine kundgebung der nsdap, auf der folgendes transparent ausgerollt wurde: [img]http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21419/21419_1.jpg[/img] und wie ist das nun mit dem geistigen eigentum? wo ist die quellenangabe? naaaja, ich gestehe den [i]aktuellen[/i] erfindern dieser ominösen kampagne mal zu, dass sich ein alberner slogan auch zweimal erfinden lässt. also machen wir mal dumm-fröhlich weiter: ...ich bin deutschland, ...ich bin sozialschmarotzer, ...ich bin angela merkel, ...ich bin die neue deutsche rechtschreibung, ...ich bin...[i][b]geeenervt[/i][/b]... ...und vielleicht ja auch bald arbeitslos, weil der ein oder andere arbeitgeber von dieser kampagne anscheinend noch nicht viel mitbekommen hat. was kostet so ein geistiger blödsinn eigentlich? |
| Pelloquin | Alle Achtung. Deutschland. Ich. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Aber jetzt fühle ich mich doch ein klein bißchen größer, als ich eigentlich bin. Man muß sich ja nur mal die Erfolge des deutschen Rei... öhm Verzeihung des Bundesrei... öhm... des ehemaligen weströmischen Reiches deutscher Nation ... ähm der Republik eben anschauen, dann kann man schon stolz sein, Deutschland zu sein. Und außerdem bin ich ja dann auch Papst und damit quasi der Stellvertreter Gottes auf Erden, wenn nicht gar Gott selbst! Dann könnt ihr euch jetzt aber mal alle warm anziehen, ihr Nichtdeutschen! Und ihr anderen Deutschen auch. Denn ich werde keine anderen Deutschen neben mir dulden, damit das mal klar ist!!! Mir wird ganz heiß im Kopf... LETAT ZEH MOAH! LETAT ZEH MOAH LETATZEHMOAAAAAAAAAAAAAAAAAH [i]An dieser Stelle bricht der innere Monolog des Herrn D. aus T. an der M. bedauerlicherweise ab, weil ihm angesichts der unfassbaren Vorstellung, DEUTSCHLAND zu sein, der Kopf ganz groß geworden und dann plötzlich explodiert ist. Die Aufräumarbeiten dauern gegenwärtig an.[/i] [size=1]Anmerkung: LETAT ZEH MOAH ist die Verballhornung eines Ausspruchs des französischen Köngis Ludwig XIV. [i]"L'etat c'est moi!" - "Der Staat bin ich!"[/i] [/size] |
| decay73 | *peng!* *totlach* *umfall* ;) |
| decay73 | interessanterweise schreibt jens jessen [URL=http://www.zeit.de/2005/41/Spitze_41]in der zeit[/URL] von der ideologisierung des mangels: [i]"Die gedrückte Stimmung der Deutschen wird von den Kampagnemachern aber nicht auf steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Löhne zurückgeführt, wie es die Vernunft nahe legt, sondern die Arbeitslosigkeit wird umgekehrt als Folge schlechter Laune dargestellt, also als ein Privatphänomen, das jederzeit durch innere Einkehr und positives Denken korrigiert werden könnte."[/i] auch ein interessanter gedanke. einfach nur 'positive thinking' und die welt wird rosa...:rolleyes: |
| Darket | Verdammt, dann können wir Gruftis uns gleich aufhängen :D |
| decay73 | wenigstens kann man sich wieder guten gewissens als 'grufti' bezeichnen... ;) |
| decay73 | [quote][b]„nicht soll unser gemüt verstört werden, kein böser laut unserem munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen gemütes, ohne heimliche tücke; und jene person werden wir mit liebevollem gemüte durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze welt mit erdballgleichem gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von grimm und groll geklärtem, durchstrahlen.“[/b] [size=1][i](aus dem pali kanon, den lehrreden buddha siddhartha gautama, der nach verbreiteter auffassung ca. 560 bis 480 v. chr. lebte)[/i][/size][/quote] es ist heute der erste dezember. das jahr ist bald rum und wie es sich für das ende eines jahres gehört, ist es alles andere als ruhig. nein, nicht weil ich geschenke kaufen müsste, sondern weil die arbeit und der bevorstehende ‚betriebsübergang‘ und alles, was es deshalbt neben der typischen jahresendralley zu tun gibt, mich mehr als vollständig in beschlag nimmt. stress pur und meine augen fangen auch schon an, etwas zu schwächeln. zum glück lässt sich die schrift am pc vergrössern. jedenfalls geht es soweit, dass ich zur zeit alles andere als ausgeglichen bin, geschweige denn es noch hinbekomme abends mehr zu machen als zu essen und dann bald schlafen zu gehen. dementsprechend bin ich gerade auch immer öfter weit von einem „liebevollen, freundlichen gemüte“ entfernt, was mir nicht behagt. aber ich gebe mir mühe, dass das nicht allzu sehr besitz von mir nimmt. (nebenbei komme ich wohl gerade in das alter, wo man etwas auf seinen bauch aufpassen muss. aber auch das wird gutgehen... ;)) also dann auf zur jahresendralley...lange dauert es ja nicht mehr... |
| decay73 | wann hören die menschen eigentlich mit dem morden auf? in den usa wurde gerade die 1000. hinrichtung seit wiedereinführung der todesstrafe 1976 vollzogen. fast könnte man von massenmord sprechen, wenn sie alle auf einmal umgebracht worden wären. einen menschen umzubringen ist für mich das unmenschlichsten, was ich mir vorstellen kann (es gibt da nur noch ein paar unwesentliche abstufungen, [i]wie[/i] man jemanden umbringt), und von daher auch nicht vertretbar, wenn man einen mord mit einem mord bestraft, denn damit stellt man sich auf gleiche stufe mit dem mörder. man ist nichts besser und es hilft keinem, ausser denen, die das leben nicht schätzen und ehren. irgendwann fällt jeder mord auf einen zurück und dann sieht es für einige (menschen, gruppen, staaten) ziemlich dunkel aus. am 08. dezember wird dann noch ein kinderbuchautor und mehrmaliger kandidat für einen friedensnobelpreis hingerichtet, wenn schwarzenegger ihn nicht begnadigen sollte). das recht, sich zu ändern, gilt hoffentlich noch für alle... |
| decay73 | [color=black].[/color] [color=white][center][b]"bei flut werden die kinder geboren, bei ebbe sterben die alten auf den halligen"[/b] [size=1](hallighebamme 'oma kühn' in „die menschen im meer“ - doku-soap von der hallig ohland vom ndr)[/size][/center][/color] oma kühn hat 90 jahre auf der hallig gelebt. jetzt hat sie einen platz in einem altenheim auf dem festland. |
| John.Coffey | [size=1]das berrührt mich irgendwie sehr ... ich denke oma kühn wird genau wissen wann ebbe um ohland ist und ihre zeit gekommen zurück ins meer zu gehen.[/size] |
| decay73 | wird irans präsident ahmadinedschad der neue hitler des 21. jahrhunderts? jedenfalls hört er sich so an, wenn er die „tilgung“ des israelischen staates fordert. und dass hitler millionen jeden ermorden liess, bezweifelt er auch schon. ausserdem macht er den vorschlag, den staat israel nach europa zu verlegen. vielleicht nimmt er ja dafür den vatikan. ein anderer vorschlag wäre, gleich amerika in den nahen osten zu verlegen. die sind ja schon da. oder england. oder wir verlegen den iran einfach nach helgoland. da kommt man dann ja auch nur mit einem kleinen motorboot hin. das muss reichen. und deutschland kommt in eine region mit angenehmerem klima. dann bäuchen wir uns auch nicht mehr über steigende strom- und gaspreise aufregen. und weil da immer schönes wetter ist, brauchen wir auch keine autos mehr und können mit dem rad fahren, um die welt vor dem klimakollaps zu retten. ‚am deutschen wesen soll die...’ scheisse. falscher text. deutschland sollte mal wieder vorbild werden. das was es schon lange nicht mehr. nirgendwo. deutschland rennt zur zeit nur ganz wirr allen hinterher. wirklich gute ideen kommen von uns nicht mehr und wir sind völlig zufrieden und dickbäuchig in die passive ecke geschliddert und sind fleissig....am motzen. ich vergleiche das mal mit autos (das versteht der deutsche ja noch): die deutschen lamentieren darüber, wie schlecht ihre eigenen automarken eigentlich sind. die japaner, amis und franzosen sind ja viel besser, und zwar weil die japaner technisch bessere (aber völlig langweilige) autos bauen, die amis größere (aber spritfressende) autos bauen und die franzosen viel schönere (aber technisch sehr anfällige) autos bauen. die deutschen bauen autos, die technisch nicht ganz so gut wie die der japaner, nicht ganz so groß wie die der amis und nicht ganz so schön wie die der franzosen sind. dass sie [i]in der summe[/i] also besser sind als alle anderen merkt keiner. aber so sind sie, die deutschen. hat sich aber eh bald erledigt, weil keiner mehr genug geld für ein auto hat bzw. sein geld, so er noch welches hat, besser auf die hohe kante legt, weil er davon ausgeht, dass er bald hartz-iv-empfänger ist (übrigens eine realitische (!) einschätzung). und warum ist das so? weil jeder in deutschland, und vor allem auch die grossen firmenbosse, apatisch und ängstlich in der ecke sitzt und gar nicht mehr weiss, wofür seine firma da ist. natürlich um geld zu verdienen, aber halt auch, damit die menschen [i]in deutschland[/i] arbeit haben. bei kleinen firmen trifft man noch kleine bosse, die sagen, dass sie kein interesse am übermässigem geldscheffeln haben und gerne noch ein paar leute einstellen würden. die grossen bosse wollen nur übermässig geld für sich persönlich scheffeln (als wenn sie nicht jetzt schon nicht mehr wüssten wohin damit) und deshalb möglichst viele menschen entlassen. nunja, wo war ich noch? achja, beim iran. und somit auch irgendwie beim irak und somit auch irgendwie beim terrorismus. mir fällt nämlich gerade auf, dass wir mitlerweile genau so sind, wie die terroristen uns haben wollen: wir entführen und foltern unsere eigenen bürger. hier zeigt sich, was unsere werte und menschenrechte und der ganze kram wert sind. nämlich nicht mal das papier, auf dem sie stehen – es sind schönwettermenschenrechte, die nur eingehalten werden, wenn alles glatt läuft. also könnte man sie sich auch zwischen hose und unterhose stecken. sobald es das kleinste problem gibt, werden sie ganz schnell über bord geworfen, in der hinterhältigen hoffnung, dass es keiner merkt. und es sind luftikus-werte, die sich bei dem ersten kleinen windhauch in luft auflösen. *puff* tolle wertegemeinschaft. |
| decay73 | als dienstleister ist man ja immer vom kunden abhängig. so weit so normal. nur wenn sich unser ansprechpartner (der entscheider) bei unserem kunden als absoluter torfkopf outet, wird’s mühseelig. und wenn dieser torfkopf-kunde zudem noch in einem komplett anderen universum zu leben scheint, wird’s quasi unmöglich. und wenn dieser torfkopf-kunde aus dem anderen universum dann auch noch ohne pause blödsinn rumschwallt, könnte man...wahlweise verzweifeln. oder ihm den kopf umdrehen. oder ihn mit seiner dummheit gegen die wand fahren lassen. oder ihm mal im dunkeln begegnen. oder. aber nein, man ist ja dienstleister und darf nur runterschlucken und ein freundliches gesicht dabei machen (und darauf hoffen, dass er aufgrund seiner dummheit schneller weg vom fenster ist, als man selbst...in der vagen hoffnung, dass der nachfolger nicht ganz so dumm ist wie dieser ehemalige hemdverkäufer der meint, die komplette deutsche und europäische abfallbranche auf den kopf stellen zu können). [b][color=white]dümmer geht (leider) immer.[/b][/color] dumm nur, wenn von solchen dummen leuten mein arbeitsplatz abhängig ist. |
| stefan | ich kann dir sooooo gut nachfühlen.. ich hab das die letzten 2 jahre als projektleiter hier mitgemacht.. mit einem auftraggeber, genau so wie du beschreibst.. es gab zeiten, da war ich kurz vor der kündigung, so genervt hat das.. und das schönste? er bleibt mir erhalten.. als fachlicher ansprechpartner.. auch über das projektende hinaus.. und ich hab noch so viele jahre vor mir.. mei wie gerne würde ich morgen in rente gehen.. |
| decay73 | ja, stefan, ich bin mal gespannt was davon im nächsten jahr übrig bleibt. da kann man nur hoffen, das es besser wird, und ich auf weniger solcher leute treffe. ----- in der signatur von john.coffey habe ich den link zu dem film „die grosse stille“ gefunden. den film will ich sehen; mus ich sehen. aber mir scheint, im kino läuft er schon nicht mehr. verpasst. egal. ein anderes mal. demnächst kommt der film „siddharta“. der ist bestimmt auch gut. ----- [i]stille.[/i] das, wonach ich seit langem suche. der fernseher bleibt immer öfter aus, die musikanlage auch. ich sehne mich nach stille und beruhige mich, wenn ich mich einfach hinsetze. einfach nur in aller stille sitzen ist mein schlüssel zu mehr innerer ruhe. stille hilft, den balast, den man während des alltags ansammelt, abzuwerfen. stille hilft, sich auf das zu beschränken, was wichtig ist. stille hilft, den blick auf das schöne zu richten, und nicht auf das auffällige, laute, grelle. ich frage mich schon länger, was an einem kahlen zimmer, in dem nur ein tisch, ein buch, ein stuhl und ein waschbecken steht, so interessant ist. es ist die stille und die ruhe, die es ausstrahlt, das, was immer mehr menschen in dieser lauten welt vermissen. wenigstens ein paar minuten der stille (und jeden tag eine zeit lang alleine sein, so wie es der dalai lama vorschlägt). ich jedenfalls habe die schnauze voll. überall ist es nur noch laut. den halben tag verbringe ich in einem viel zu lauten grossraumbüro, die fahrt zur arbeit und zurück geht vorbei an viel zu laute und stinkende autos, die nachbarn sind natürlich auch viel zu laut und brüllen durchs teppenhaus. der mensch ist grossartig darin, laut zu sein und anderen auf die nerven zu gehen: [i]lärm ist pures blendwerk für menschen, die mehr sein wollen, als sie tatsächlich sind.[/i] alles blender. schaumschläger. möchtegerne. nichtsnutze. menschen mit zu geringem selbstbewusstsein, und solche menschen können gefährlich werden, denn irgendwann bleibt ihnen nichts anderes mehr übrig, als wild um sich zu schlagen. sie schlagen wellen und versuchen so, ihre unsicherheit zu übertünchen. [size=1](hmm...höre ich mich jetzt menschenfreindlich an? so schlimm ist es noch nicht... *g*)[/size] [quote] [b][i]"Die Stille genießen" bedeutet sich des lärmenden Getümmels fern zu halten und in einsamer Ruhe allein zu wohnen. Buddha sprach: "Ihr Mönche, wenn ihr Frieden und Glück in Stille und Muße sucht, solltet ihr euch fern vom lärmenden Getümmel halten und in Ruhe und Einsamkeit hausen. Ein Mensch, der in der Stille haust, wird von den Himmelsmächten geehrt.“[/b] (aus dem Shobogenzo von Dogen Zenji)[/i][/quote] irgendwie macht das aber keiner. jeder stürzt sich ins getummel und lärmt. wahrscheinlich ist das auch ein grund, warum ich weihnachtsmärkte nicht mag – zu laut. andere sind vielleicht leise, weil sie gerade was schreiben, aber das was sie schreiben liest sich wie gebrüllte worte – auch zu laut. und dann gibt es die, die tatsächlich brüllen – so wie der iranische präsident. und was hat man davon? nichts. lärmm. hass. als wenn die welt nicht schon genug davon hätte. und jetzt bin ich ja auch schon [b]still[/b]. *g* |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B][b][color=white]dümmer geht (leider) immer.[/b][/color] [/B][/QUOTE] ja, das geht. gerade waren zwei 'junge jungs' von der it-abteilung da und wollten bildschirme von meinem chef und mir austauschen (unsere waren mittlerweile 14 jahre alt und haben geflimmert). natürlich haben sie es entgegen den regeln der kunst bei laufendem pc gemacht. ergebnis: meiner läuft noch, der von meinem chef nicht. netzwerkkarte zerschossen oder sowas. das ist somit der siebte computer, den sie in unserer abteilung zerschossen haben. traurig, traurig... |
| decay73 | tja, freitag ist heute und gerade ist ein hagelschaue vorbeigerauscht. das prasseln der hagelkörner auf dem flachdach höre sich an wie eine grosse vorbeirauschende welle. wer ohne schutz war, dem hat es sicher schmerzen bereitet. jetzt ist der sturm wieder vorbei und alles ist friedlich und es wird wieder heller. und ich habe bereits geistig feierabend gemacht und starte ins unverplante wochenende. [color=white][center]"die quelle des geistes strahlt in funkelndem glanz, die zweige und verästelungen sind ein treiben im dunklen stom. das anhaften an den gegebenheiten ist der ursprüngliche irrtum – an der vernunft zu kleben ist auch nicht die erleuchtung. [...] [b]gebt acht ihr, die ihr euch leute nennt, die das geheimnis studieren – geht nicht nutzlos durch eure tage."[/b] [size=1](aus dem sandokai – bekenntnis zur übung der harmonie)[/size][/center][/color] [color=black].[/color] |
| decay73 | [quote][b]"Es war pechschwarz, kein Licht in den Räumen die meiste Zeit. Sie haben mich aufgehängt. Am zweiten erlaubten sie mir, ein paar Stunden zu schlafen, dann hingen sie mich wieder auf - diesmal für zwei Tage." Er sei gezwungen worden, 20 Tage lang laute Musik der Rapper Eminem und Dr. Dre zu hören. Dann sei die Musik von "schrecklichem Gespenstergelächter und Halloween-Geräuschen" ersetzt worden. "Die CIA hat Leute, einschließlich mich, Tag und Nacht bearbeitet", wurde Mohammad weiter zitiert. "Viele haben den Verstand verloren. Ich konnte hören, wie sie ihren Kopf gegen Wand und Türen schlugen und sich die Seele aus dem Leib schrien." [/b][/quote] [size=1]Benyam Mohammad in Äthopien geborener Brite 2004 gefangen auf Guantanamo [url=http://www.n-tv.de/614513.html](Quelle)[/url][/size] Was ist nur aus unserer ach so tollen, aufgeklärten, die Menschenwürde respektierenden westlichen Welt geworden? |
| John.Coffey | "Mein Stil, mein Fokus und viele Themen, über die ich spreche, sind durch meine Religion verstärkt worden." "Amerikas historische Verantwortung ist klar: die Welt vom Bösen zu befreien." [size=1]Der amerikanische Kreuzritter George W. Bush[/size] |
| decay73 | Oh jee, aber das man das Böse nicht mit dem Bösen austreiben kann, müßte doch eigentlich auch dem amerikanischen Präsidenten schon aufgefallen sein. Die Geschichte seiner Religion ist doch voll von solchen Beispielen! Gutes Wollen und Schlechtes tun ist doch etwas, was in seiner Religion doch auch nicht gewollt ist... :( [SIZE=1]...bin gerade (mal wieder) irgendwie ziemlich traurig, wie verblendet und arrogant Menschen sein können...[/SIZE] |
| John.Coffey | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73[/i] [SIZE=1]...bin gerade (mal wieder) irgendwie ziemlich traurig, wie verblendet und arrogant Menschen sein können...[/SIZE] [/QUOTE] Hochmut kommt vor dem Fall. [I]Ihr Lieben, glaubt nicht jedem geist sondern prüft die geister, ob sie von gott sind; denn es sind viele falsche prpheten ausgegangen in die welt[/I] [size=0]1. johannesbrief 4,1[/size] weißt du was ein [I]sektierer[/I] ist decay? ich denke, man muss den sektieren selbst immer erst erklären was das bedeutet. schließlich ist jedermann für sich selbst der blindeste fleck. sektierer scheine es besonders zu sein. die religionswissenschaftler machen es ihnen aber auch einfach. sie sagen einfach, sektierer sind anhänger einer religionsgemeinschaft, die sich als minderheit von einer grösseren glaubensgemeinschaft abgespalten hat. bringt dir das erklärung? mir nicht. wahrheit ist keine frage von mehrheit, deswegen können ja manche sektierer von mir aus durchaus im besitz der wahrheit sein. über wahrheit kann nicht abgestimmt werden, nicht mal in amerika. aber was schert sektierer auch die mehrheit. etwas zeichnet bush unseren sektierer aus. er wähnt sich nicht im besitz der wahrheit - sondern er spricht den anderen jede wahrnehmung von wahrheit ab. er gut - die anderen böse. er wahr - wir falsch! da ist es wieder, das theologische niveau der animal farm, das ich schon an anderer stelle mal mit meinem freund bush verglich. bush, der schweineprohet. [size=1][I]... aber ich möchte deine pfade nicht für meine wut mißbrauchen[/I][/size] |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von John.Coffey [/i] [B][size=1][I]... aber ich möchte deine pfade nicht für meine wut mißbrauchen[/I][/size] [/B][/QUOTE] ach, auch dafür ist hier platz genug. es müssen ja nicht immer meine überflüssigen worte sein. danke jedenfalls für deine worte ohne die es sonst für mich wohl schwieriger wäre, dem christentum die eigenschaften zuzusprechen, die es verdient. :) [SIZE=1]...und draußen schneit es unschuldig-weisse schneeflocken...[/SIZE] |
| decay73 | Gedanken für das Jahr 2006, um ein Ziel für 2006 zu haben. Das Ziel ist, meinem Leben etwas mehr Sinn zu geben. Etwas mehr Tiefe. Etwas mehr Dankbarkeit. Und etwas mehr Ruhe in allem, was ich mache. [size=1](Zitate: „Hachidaininkaku“, das zwölfte Kapitel des Shôbôgenzô Laut Buch am sechsten Tag des ersten Monat des Jahres 1253 im Eihei Kloster verfasst.) [/size] [center]-------------------------------------------------------------[/center] [quote][b]1. Wenig Ansprüche haben [/b] [i]"Wenig Ansprüche haben" bedeutet, den Dingen, die wir uns mit unseren fünf Sinnen noch nicht zu eigen gemacht haben, nicht überall nachzustreben.[/i][/quote] Es geht schon wieder los. Ein neues Auto wäre ganz nett, ein neuer Computer, eine größere Wohnung, einen tolleren Job. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Aber ich habe ein Auto, was fährt, einen Computer der meinen Ansprüchen ohne Probleme gerecht wird, einen gutbezahlten Job und eine ausreichend große Wohnung. Also was will ich denn mehr? Das reicht doch! „Wer viele Ansprüche hat, hat viel Mühe und Not.“ Von daher geht es automatisch zu Punkt zwei: [quote][b]2. Wissen, dass es genügt [/b] [i]"Wissen, dass es genügt" bedeutet Maß zu halten mit den Dingen, die wir empfangen.[/i][/quote] Wenn man weiß, das man genug hat, braucht man sich auch keine weiteren Gedanken darum machen. Wenn man weiß, daß man genug hat, ist man mit dem was man hat, zufrieden und glücklich. Wenn man das nicht weiß, wäre man selbst mit einem Schloß aus Gold nicht zufrieden. „Ein Mensch, der weiß, dass er genug hat, ist selbst in Armut reich.“ [quote][b]3. Die Stille genießen [/b] [i]"Die Stille genießen" bedeutet sich des lärmenden Getümmels fern zu halten und in einsamer Ruhe allein zu wohnen.[/i][/quote] Darüber hab ich ja bereits einiges geschrieben. Ich ertrage zu viel Lärm und zu viel Geschwätz nicht mehr. Es macht mich nervös und krank. „Wer die Menge liebt, wird eine Menge Sorgen haben.“ [b][quote]4. Sich mit Leib und Seele der Übung widmen [/b] [i]"Sich mit Leib und Seele der Übung widmen" bedeutet sich ohne Unterbrechung allen guten Dingen zu widmen, lauter und nicht zerstreut, fortschreiten ohne einen Schritt zurück zu tun.[/i][/quote] Wenn man etwas tut, sollte man es von ganzem Herzen tun und bei der Sache sein, sonst wird es nichts. Wenn man sich ablenken läßt, geht es nur in die Hose.Wenn ich etwas vom Boden aufheben will, was mir runtergefallen ist, muß ich mich darauf konzentrieren es aufzuheben, sonst fällt es mir wieder und wieder aus der Hand. Und das fürt nur zu erhöhtem, Blutdruck. „Es ist so wie mit dem tropfenden Wasser, das den Stein höhlt.“ [quote][b]5. Nie unaufmerksam sein [/b] [i]"Nie unaufmerksam sein" wird auch "reine Aufmerksamkeit bewahren" genannt. " Reine Aufmerksamkeit" bedeutet die Dinge zu bewahren, sie nicht zu verlieren.[/i][/quote] Wenn man unaufmerksam den Dingen gegenüber ist kann es passieren, daß sie bald verschwunden sind. Es steht nirgendwo festgeschrieben, daß sie etwig bleiben. Wenn man seinem Fahrrad gegenüber unaufmerksam ist, rostet es schneller weg, als einem lieb ist. Wenn man seiner Freundin/seinem Freund gegenüber unaufmerksam ist, ist er/sie bald bei jemand anderem. Wer nicht aufmerksam ist, verfällt den Illusionen. „Ist die Kraft eurer Aufmerksamkeit stark, so werdet ihr keinen Schaden erleiden“ [b][quote]6. Sich in Konzentration vertiefen [/b] [i]"Sich in Konzentration vertiefen" bedeutet inmitten der Dinge nicht in Unruhe zu geraten.[/i][/quote] Das wird für mich wohl das schwierigste: und wenn die Welt untergeht, Ruhe zu bewahren und nicht im Chaos unterzugehen. Um das zu schaffen, braucht man Konzentration. Wenn man sich auf das, was gerade wichtig ist konzentriert, geht das auch. Wenn man es nicht schafft sich zu konzentrieren wird man zu einem willenlosen Spielball der Gefühle. “Wenn ihr den Geist konzentriert, zerstreut er sich nicht.“ [quote][b]7. Sich in Weisheit üben [/b] [i]"Weisheit" bedeutet es zu hören, darüber zu reflektieren, es in die Praxis umzusetzen, und es so zu bezeugen.[/i][/quote] “Weisheit ist das sichere Schiff, das uns über das Meer von Alter, Krankheit und Tod zu tragen vermag, sie ist die große, helle Lampe inmitten grenzenloser Finsternis. Sie ist die gute Medizin, die alle Krankheiten zu heilen vermag, sie ist die scharfe Axt, die den Baum der Irre fällt.“ [b][quote]8. Keine leeren Theorien verfechten [/b] [i]"Keine leeren Theorien verfechten" bedeutet zu bezeugen, ohne zu unterscheiden. Die Wirklichkeit zu ergründen heißt "keine leeren Theorien verfechten".[/i][/quote] Wer leeren Theorien nachhängt, dessen Geist ist in Unruhe, denn sie bieten keinen Halt. Man weiß nicht, was man damit anfangen soll und tappt im Dunkeln; weiß also nicht, wo die Wand ist, an der man sich orientieren kann. Die Unterscheidungen, die man üblicherweise macht, sind meist zu nichts nütze. Sie verwirren nur und führen nicht zu mehr Klarheit. Also sollte man sie über Bord werfen. [i]Vielleicht schaffe ich es im nächsten Jahr, das ein oder andere umzusetzen. Mir scheint, ich habe es dringend nötig.[/i] |
| Pelloquin | [size=1]Nicht nur Du, Freund, nicht nur Du...[/size] [i]“Weisheit ist das sichere Schiff, das uns über das Meer von Alter, Krankheit und Tod zu tragen vermag, sie ist die große, helle Lampe inmitten grenzenloser Finsternis. Sie ist die gute Medizin, die alle Krankheiten zu heilen vermag, sie ist die scharfe Axt, die den Baum der Irre fällt.“[/i] [size=1]Mag sie bald über mich kommen, denn ich habe Angst vor dem nahenden Dunkel.[/size] |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Pelloquin [/i] [B][size=1]denn ich habe Angst vor dem nahenden Dunkel.[/size] [/B][/QUOTE] ich habe john gerade geschrieben, dass auch ich ein kleines lichtlein für sein lichterfest anzünden werde. für alle, die es gebrauchen klönnen... wenn wir das alle machen, dann wirds auch was. :) [IMG]http://www.zdf.de/ZDFde/img/27/0,1886,2252571,00.jpg[/IMG] |
| decay73 | weihnachten 2006 das ende des jahres in mehreren schritten [i]schritt 1[/i] habe heute mit meiner mutter gesprochen und ihr erklärt, dass ich dieses weihnachten nicht kommen werde. es ist einfach zu stressig und zu viel für mich. mehr als vier stunden autofahrt bei dem verkehr ist bei mir nicht mehr drin. im stau stehen erst recht nicht. außerdem wäre die nutzbare zeit viel zu kurz, da ich gleich dienstag wieder arbeiten, als am montag schon wieder fahren muss. das ist mir alles zu stressig, und anstatt stress brauche ich dringend mal ein paar ruhige tage. also bleibe ich wo ich bin, in dieser mir immer noch fremden stadt bei grauem und kaltem wetter. meine mutter konnte es sogar verstehen - wohl auch weil ich versprach, anfang des jahres mal in aller ruhe und mit dem zug zu kommen. nun gut, das ist ja erst anfang des nächsten jahres. jetzt habe ich zunächst einmal ein paar tage, die ich mir selbst völlig frei einteilen kann. genug zu essen habe ich eingekauft, tee und klopapier habe ich auch genug, der rechner funktioniert und was tolles zu lesen habe ich auch. eigentlich kann jetzt nichts mehr schief gehen. irgendwie fühlt es sich gut an. ein paar tage frei(heit)! [color=white][b]„Das ganze Universum ist eine leuchtende Perle.“[/b][/color] |
| decay73 | [i]schritt 2 (24.12. - mittags):[/i] tag der überraschungen. eigentlich ein ganz normaler samstag. draußen ist es winterlich-grau, drinnen wird geputzt. aber ganz so normal ist er doch nicht, denn ich war bei freunden zum frühstück eingeladen. und bei dem frühstück stellte sich heraus, daß heute abend doch so einige in einem kleinen club versammelt sein werden. ähnlich weihnachtsbegeistert wie ich wahrscheinlich. wenigstens muss ich also den abend nicht alleine verbringen. als ich wieder zuhause ankam, war da was im briefkasten. ein kleines couvert. in diesem couvert eine weihnachtskarte mit einem sehr schönen, passenden zitat: [color=white][b]„das einzige was zählt ist der augenblick. das ganze leben eines menschen ist eine abfolge von augenblicken. wenn jemand die bedeutung der gegenwart versteht, dann gibt es für ihn nichts anderes mehr und keine anderen ziele. widme deshalb dein leben der gegenwart. jeder läßt die gegenwart an sich vorbeischlüpfen und hält dann nach ihr ausschau, als wäre sie irgendwo anders zu finden. aber wer einmal verstanden hat, wie wichtig die gegenwart ist, ist wie verwandelt, auch wenn er seine frisch gewonnene erkenntnis noch manchmal vergisst. sei der gegenwart treu und vermeide ablenkungen. lasse dich auf nichts anderes ein, als jeden rag dein bestes zu geben, und lebe von tag zu tag.“[/b][/color] [size=1](hagakure - der weg des samurai[/size] und in dem couvert waren neben der karte noch cds. eine mit den wundervollen, geheimnisvollen aber auch beruhigenden klängen von klangschalen. [color=white][b]“es gibt zwei möglichkeiten eine klangschale zu spielen man reibt sie mittels eines klöppels aus holz. dabei kann an die schale geschlagen werden, was einen glockenartigen ton erzeugt. vermehrt wird aber mit dem klöppel der rand der schale gerieben und so in schwingung versetzt. der dadurch entstehende klang ist am ehesten mit klingenden weingläsern vergleichbar und wird als sehr durchdringend empfunden. gleichzeitig zum grundton werden meist obertöne hörbar.“[/b][/color] [size=1](wikipedia)[/size] es ist schon interessant, welche klänge sich mit diesen dingern erzeugen lassen und welche wirkunge sie auf einen haben. ich kann sie sehr gut gebrauchen. es heißt zwar, daß man zazen in der stille üben soll, aber in einem mietshaus in einer modernen stadt gibt es keine stille, sondern nur lärm und unangenehme geräusche. also sind die klänge der klangschalen stiller als alles drumherum. man kann stille auch mit tönen erzeugen. [size=1][i]weihnachtliche stille mit fernöstlichen klangschalen gebannt auf einer cd und geschenkt von einem freund.[/i][/size] |
| decay73 | [i]schritt 3 (montag, 25.12.):[/i] heute ist der erste weihnachtstag. ein ganz typischer sogar: draußen regnet es und mir ist einigermaßen langweilig. also war ich in meinem sonntäglichen stammcafè. aber auch da war es verdammt leer. aber die bratkartofeln haben wie immer gut geschmeckt. und dann trudelten doch noch ein paar bekannte ein. bis dahin hatte ich ‚die zeit‘ gelesen und war mal wieder erstaunt. es ist wirklich interessant, wie in´hartz-iv- zeiten‘ die armut geradezu glorifiziert wird. in dem (leit-)artikel ging es darum, dass gott eigentlich gar nicht tot ist und die christliche lehre wieder zunehmend an bedeutung gewinnt. soweit so gut, wenn denn auch [i]wirklich[/i] und im alltäglichen verständnis vom zwischenmenschlichen zusammenleben die christlichen werte und gebote an bedeutung gewinnen. aber wenn dies nun dazu gebraucht (missbaucht) wird um festzustellen, dass armut ja der eigenliche und ursprüngliche, nährboden des christentums ist, und dass armut ja geradezu überlegen ist, so ist das in meinen augen augenwischerei. zugegeben, er (ulrich greiner) sprach genaugenommen von den ‚armen im geiste‘, aber er konstatiert, dass die (unsere) gesellschaft christlicher ist, als sie es von sich selbst denkt. aber davon sind wir doch, wenn man ehrlich ist, weiter entfernt denn je - es wird nur zu zeiten eines deutschen papstes mehr darüber geredet. aber je mehr man über etwas reden muss, desto weniger ist es tatsächlich verwirklicht. die botschaft des artikels: wer arm ist, der hats gut. oder so ähnlich. jedenfalls gibt es keinen grund sich zu beschweren, denn „die letzten werden die ersten sein“. [b][color=white]“aus mitgefühl für die nachwelt solltet ihr die wichtigkeit des gegenwärtigen augenblicks erkennen.“[/b][/color] [size=1](aus den shobogenzo)[/size] |
| decay73 | [I]schritt 4 (26.12. - das ende)[/I] ich war heute einfach nur genervt. nichtmal der schnee blieb liegen, ich hatte bauchschmerzen und überhaupt... aber gerade habe ich den film [URL=http://www.deepblue-derfilm.de/]"deep blue"[/URL] gesehen und bin nun wieder ruhiger. es soll ja tatsächlich noch menschen geben, die sich für was besonderes halten. sind sie nicht. niemals. [IMG]http://www.deepblue-derfilm.de/deep_blue.jpg[/IMG] |
| Seelenfunke | Kennt den Film und auch den anderen... den horrorstreifen .. welch schmach |
| decay73 | heute ist ein grosser tag zum aufräumen...weg mit dem alten, dreckigen, überflüssigen, schweren dingen. manchmal erleichtert abschied auch und 'loslassen' ist eine geheime kunst. |
| John.Coffey | [color=303030][i]Brachten dich fort- in ihren schwarzen Mänteln. Sie nahmen mir alles, nur mich bekamen sie nie![/i] [size=1]Mila Mar ~ Was bleint [/size][/color] dein veränderter threat-titel gefällt mir ganz und gar nicht. [QUOTE][size=1][i]decay schriebs im schiff[/i][/size] Ihr glaubt nicht, wie oft ich schon gehen wollte, aber neben den fauligen Ecken gab es bisher immer noch ein paar schöne zu entdecken. Und wegen denen bin ich bisher geblieben[/QUOTE] so einfach wird hier aber nicht verschwunden [i]herr[/i] moderator .. es gibt wirklich nicht mehr viel was manche hier hält.... was mich hier hält. nicht einfach [size=1]verschwinden[/size] ... BITTE! [i]herr[/i] John |
| Any Body | lieber decay, ich war mir nicht sicher, aber dank des eintrags von herrn john nun auch mein öffentlicher kommentar zum veränderten thread-titel. weißt du, es ist deine sache und du hast sicherlich deine gründe, das handtuch zu werfen bzw. es anmuten zu lassen eine änderung bisheriger usancen herbei zu führen. woher soll ein member auch wissen, womit sich ein nebelpfade-mod so herumzuschlagen hat? dennoch, es wäre schade, dich nicht mehr zu lesen, an deinen gedanken teilzuhaben...hast du die entscheidung wirklich schon getroffen, decay? herzliche grüße Any B. |
| Sternenstaub | Lieber R. Ich hoffe, Du bleibst uns erhalten. Nicht geehen. Bittebitte. Ich schick Dir auch eine Karte. Oder Pralinen. Oder so. Bleib hier. Ich kann gut quengeln. Das weißt Du ja. Es wäre so schade. Du würdest eine große, große Lücke hinterlassen. Überleg es Dir. Alles Liebe, Vicky |
| decay73 | nein, nein, weg bin ich sicher nicht, nur das drumherum (das leben, welches ich noch zu meistern habe und welches zunehmend anstrengend wird) ermöglicht es mir nicht mehr moderator zu bleiben. der gedanke kursierte bereits seit langer zeit in meinem hirn umher und es war nur noch ein frage der zeit, wann es so weit ist. für mich (also für mich persönlich ohne weitere wertung) ist und war halt moderator-sein immer noch etwas, was man nicht einfach ist, sondern für das man was tun sollte um zumindest ein wenig die übersicht zu behalten. das ist mir so nicht mehr möglich und halbe sachen mag(ch) ich nunmal nicht. aber wie gesagt, weg bin ich nicht...so wie ihr hoffentlich auch nicht weg seid! [size=1](so einige sind mir dann doch schon richtiggehend ans herz gwachsen... :))[/size] |
| decay73 | alles neu macht der mai...äh...erste januar - oder auch nicht. tja, nun ist ein neues jahr angebrochen. also für einige sicher so richtig an- gebrochen. z.b. bei denjenigen, die mir in der neujahrsnacht die knaller unters auto geworfen haben, als ich auf dem weg nach hause war. oder die, die mir auf der brücke fast vors auto gefallen sind. oder die, die die kiste bier mitten auf der stasse haben stehen lassen. naja. da haben sich wohl einige einen abgebrochen. und ich breche mir schon wieder einen auf der arbeit ab, während mein chef bei einer besprechung zu viel schwarzen kaffee schlürft. also eigentlich hat sich mal wieder gar nichts im neuen jahr verändert. mein kollege ruft mich immer noch genauso kurz nachdem wir telefoniert haben nochmal an mit den erstaunten worten „ACH! r., hallooo!...usw...“. dabei habe ich doch gerade erst aufgelegt und er müsste wissen, dass ich da bin. und in der politik ist auch alles beim alten.oder doch nicht? die zeit betitelt auf ihrer hp einen artikel mit „viel spass dabei“ und meint frau buka merkel (buka ist ein schönes wort. da brauch man nicht überlegen, ob man frau bundeskanzlerIN, frau bundeskanzler oder frau bundeskanzler/-in schreiben muss. früher habe man „eben gesagt, merkel sei nicht besonders witzig. heute werde darin gleich ein neuer, nüchternerer politikstil gesehen.“ ich würde sagen: sie kann nicht anders, denn ihre mundwinkel haben sich bereits unten eingerichtet. das kann man ab einem gewissen alter halt nicht mehr ändern. ich glaube selbst wenn sie lacht sieht es nicht wie ein ehrliches lachen aus. höchstens wie ein künstliches. daran ändert auch die neue brille (ihre erste?) nichts. jaja, die zeichen der zeit (bzw. des alters) fangen schon recht früh in ihrer kanzlerschaft an sich zu offenbaren. bei schröder hats so fünf bis sieben jahre gebraucht. erst gegen ende sah er wirklich alt aus (hat ja daraufhin auch gleich die wahl verloren) so wie der joschka (wieder) dick. na wenigstens redet sie nicht mehr alles so schlecht, wie der koch (nicht der in der küche, sondern der andere) oder der hundt, dieser rüde hund. letztlich wird aber auch das nichts bringen, denn für einen nüchternen politikstil ist politik per se nicht seriös genug. da sollten sich die damen und herren politiker mal etwas bei uns gruftis abschauen. zumindes bei den älteren. die jungen verhalten sich ja teilweise auch ähnlich pubertär wie der ewig-picklige westerwelli. naja, ich habe mir sagen lassen, dass es unter den gruftis ja auch bereits die ersten freiheitlich-liberalen gibt, denen freiwirtschaftliches denken lieber ist als der zusammenhalt einer gesellschaft. aber wenn ich mir anschaue, dass selbst die grünen überall und auch im gesundheitssystem mehr wettbewerb wollen, obwohl (oder gerade weil) dort der wettbewerb der richtigen beschreibung von krankheitsursachen bzw. der richtigen theorie nicht mehr stattfindet, weil sich die konkurrierenden pharmafirmen auf ein modell, wenn auch ein falsches, geeinigt haben und den weiteren wettbewerb um die richige theorie unterbinden („wes’ brot ich ess, des’ lied ich sing...“), dann wundert mich nicht mehr viel. dumm nur, dass fortschritt meist nur durch aussenseiter (-meinungen, -ideen, -lebensentwürfen) vorangebraucht wird und nicht durch den langweiligen, unproduktiven common sense. aber wenigstens das wetter ist schön und die sonne scheint. :) |
| decay73 | [b][color=white]„Alle Wasser verwirklichen sich am Fluß des Ost-Bergs. Deshalb erheben sich die Berge bis zu den Wolken und sie wandern im Himmel. Die Berge sind die Häupter aller Wasser, die sich immer „auf dem Wasser“ hin und her bewegen. Weil die Füße der Berge über viele Arten des Wassers fließen können und die Wasser tanzen lassen, bewegen sie sich frei im ganzen Universum, und [die Tatsache], dass sie dabei praktizieren und sich selbst erfahren, kann nicht geleugnet werden.“ [/b] [size=1](Der Absatz ist eine „poetische Beschreibung der nie endenden Bewegung und gegenseitigen Durchdringung der Berge und Wasser“ aus dem Shôbôgenzô Sansui gyô) [/size][/color] Ohne Hintergrundwissen sicher schwierig zu verstehen, aber trotzdem schön geschrieben, wie ich finde. Mit der üblichen Sichtweise kann man es wohl nicht verstehen; materialistische oder naturalistische (oder wie sie auch immer heißen mögen) Reduzierungen helfen da nicht, denn sie spiegeln nicht die ganze Wahrheit wieder. „Praxis und Erfahrung kann nicht geleugnet werden“ bedeutet übrigens die Einheit von Praxis und Erfahrung im [b][i]Zazen[/b][/i]. Meister Dogen Zenji sagte: [b][i]„Buddhismus ist Zazen, Zazen ist Buddhismus"[/b][/i]. [size=1][Zazen = Sitzen (Za) im ausgeglichenen Zustand von Körper und Geist (Zen)][/size] Im Zazen sitzt mal aufrecht mit gekreuzten Beinen und dadurch kommt das autonome Nervensystem ins natürliche Gleichgewicht. [i][b]„Durch dieses Tun realisieren wir intuitiv, dass nicht nur Körper und Geist, sondern auch wir selbst und das ganze Universum nicht getrennt voneinandern existieren - sondern eins sind. Wir treten direkt in den Buddha-Dharma [Dharma = Lehre Buddhas oder die Gesamtheit aller weltlichen Phänomene] ein. Deshalb schreibt Dogen im Bendowa, "Zazen ist das wahre Tor zum Buddha-Dharma." Wenn wir Zazen praktizieren, erfahren wir direkt den Dharma - die schlichte Wirklichkeit vor uns, so wie sie ist - ohne Färbungen und Verzerrungen durch unsere Gedanken, Gefühle, Hoffnungen, Träume, Ängste etc.“[/b][/i] In der Beschreibung dieses Kapitels (des Sansui gyo) des Shobogenzo von Nishijima Rôshi heißt es: [i][b]„San bedeutet »Berge«, sui »Wasser«, das heißt Flüsse, Seen, Ozeane usw. Sansui bedeutet also die Phänomene der Natur, so wie sie sind. Kyô oder gyô bedeutet ein buddhistisches Sûtra. So bedeutet Sansui gyô »die Natur oder die Welt der Erscheinungen als die Verwirklichung der Worte der Buddhas«. Das heißt, dass in allem, was Natur ist, Buddha selbst wirklich wird. Deshalb sind nach Meister Dôgen das ganze Universum und die ganze Welt der Erscheinungen die Verwirklichung der Worte Buddhas. Wenn man die Welt der Erscheinungen so erfährt, wie sie wirklich ist, kann man den Buddha-Dharma unverfälscht darin erkennen. Meister Dôgen beschreibt in diesem wichtigen, nicht immer leicht zu verstehenden Kapitel die Berge und Wasser aus buddhistischer Sicht.“[/i][/b] Und wenn Zazen Buddhismus ist, ist Zazen das ganze Universum. Es geht also wohl darum die Welt so zu sehen, wie sie tatsächlich ist und nicht nur ihre Begrifflichkeit, von welcher man sich zunächst lösen muss. Das ist ein Weg. Ein langer, nicht einfacher, aber es ist mindestens Teil des Weges. Selbstgespräche helfen dabei gelegentlich...:) |
| decay73 | Fliehende Träume [center][b][color=white]„Ich hab das Lachen gehört; Und hab den Wahnsinn probiert; Ich hab die Tränen gespürt; Doch am Ende war alles still und leer“[/b] [size=1](Fliehende Stürme)[/size][/color][/center] Heute gabs einen freien Tag. Einen Feiertag. Einen Tag Ruhe von der Arbeit und von den düstren Aussichten. Demnächst habe ich mehr Zeit und mehr Ruhe und doch bringt es nichts. Kurzarbeit macht unsicher, was die Zukunftsplanungen angeht. Zu dumm. Heute hab ichs mir so schön zurechtgelegt; so gut geplant; so toll ausgedacht. Doch am Ende sitze ich doch nur wieder hier und mache nichts. Es ist mir zu viel, es ist zu anstrengend. Ja, gut geplant doch der Plan wurde zunichte gemacht. Zunichte gemacht durch andere, ohne dass es ihen bewußt sein könnte oder doch nur zunichte gemacht durch mich selbst? Wenn man etwas alleine machen will sollte man die Klappe halten. Das hab ich nicht und dann war ich in dieser selbstaufgestellten Zwickmühle und konnte nur noch raus, indem ich die Notbremse zog. Und jetzt sitze ich alleine hier und mache nichts. Es ist zum Kotzen, wie mich Kleinigkeiten völlig aus der Bahn werfen können...es war so schön ausgedacht... es ist so schnell wieder geplatzt... ich habe so schnell wieder aufgegeben... „Und am Ende war alles still und leer.“ Endlosschleife. |
| Pelloquin | Sei glücklich, dass es nur noch Kleinigkeiten sind, die Dich aus der Bahn werfen... Wenn die Kleinigkeiten so groß sind, dass sie Dich aus der Bahn werfen können, dann bedeutet das, dass Du auch kleinen Dingen große Beachtung schenkst. [size=1]Dieses Bild ziert seit geraumer Zeit meinen Desktop. Es verschafft mir - Beruhigung. Ein interessantes Wort, dessen Bedeutung ich langsam erst zu erfassen vermag.[/size] [center][img]http://www.wildthingsphotography.com/adm/photo/138_N00637_BW.jpg[/img][/center] [color=black][/color] |
| decay73 | ja...es zeigt sich mal wieder, dass es die kleinen dinge sind, die in wirklichkeit das leben bestimmen... |
| Any Body | die kleinen dinge, ja, decay - mir gefällt das bild deines desktops sehr gut. ich habe mir daraufhin einmal die webseite von john hyde angeschaut. er hat fantastische fotos dorthin eingestellt. sie strahlen so viel ruhe aus. vielen dank für die veröffentlichung und den linkverweis... |
| decay73 | ich glaube der dank für das schöne bild gebührt pelloquin... :) |
| Any Body | stimmt, ich hab nicht richtig geschaut - bin wohl noch zu tief in gedanken... verzeihung für die verwechslung und vielen dank pelloquin |
| decay73 | ...und noch ein Satz aus dem Shobogenzo, der mir heute zu denken gibt: [b]"Dies [das sehen des Wassers mit dem Auge, welches das ganze Univesum mit dem Wasser des ganzen Universums sehen kann] bedeutet nicht nur, den Augenblick zu erfahren und zu erforschen wenn die Menschen [...] das Wasser sehen, sondern es bedeutet, daß ihr den Augenblick erfahren und erforschen sollt, wenn das Wasser sich selbst sieht."[/b] Wasser denken und sehen als Ursache von Leben und Tod, vom Fluß in den Tälern über die Wolken im Himmel bis hin zu seiner Verwirklichung im Universum... ...open your mind... |
| John.Coffey | [center][img]http://john-coffey.i-networx.de/kokyo.jpg[/img][/center] [size=1][color=8B475D]salut decay, heute habe ich an Dich denken müssen. Ich habe auf dem antikmarkt einen Tibetischen Wandbehang gekauft. Er ist karmesinrot und orange und mit lauter kleinen Spiegeln versehen. Als ich die Ausstellerin die Tibetisches Kunsthandwerk veräusserte fragte was die Bestickung an der Oberkante bedeutet, sagte sie das es »kokyô« heissen würde. Ko würde »alt« bedeuten , und kyô »Spiegel«. Es wäre von Shôbôgenzô. Und da war es, das Tagebuch. Ich lachte und kaufte den wunderbaren Wandbehang. Jetzt, als ich gerade im Netz nochmal nach der genaueren Bedeutung suchte fand ich das: [i]kokyô bedeutet »der ewige Spiegel«. Die Frage ist nun, was »der ewige Spiegel« wohl bedeutet. Meister Dôgen erläutert die Aussage von Meister Seppô Gison: »Wenn ein Fremder kommt, erscheint ein Fremder im Spiegel.« So könnte der ewige Spiegel die Umschreibung für eine Fähigkeit des Geistes sein, die wir intuitive Weisheit oder reinen Geist nennen. Alles spiegelt sich in diesem Geist genau so wie es ist, wie ein Spiegel alles reflektiert. Im Buddha-Dharma wird dies Prajñâ genannt. Dieses Prajñâ ist die Basis für alle unsere Entscheidungen, und der Lauf unseres Lebens hängt davon ab.[/i] Und warum das Bild? Ich finde es symboloisiert irgendwie das es aus der inneren Dunkelheit immer wieder einen Weg hinaus gibt. Hinaus ins Leben. Es ist halt unsere Entscheidung.[/size][/color] |
| decay73 | Schön! :) Ich habe mir übrigens heute ganz zufällig eine Kerze in der Farbe gekauft...interessant... :) In dem Shôbônzô bin ich zwar noch nicht so weit, aber ein Satz bei der Beschreibung des ewigen Spiegels scheint mir zentral zu sein: Meister Seppo sagte: [i]"Wenn die Welt eine Rute breit ist, ist der ewige Spiegel eine Rute breit"[/i], was bedeutet, dass der ewige Spiegel letztlich die konkrete Welt selbst ist bzw. wiederspiegelt. Es ist wohl ein recht zentrales Kapitel des Shôbôgenzô... :) Interessant in diesem Zusammenhang ist noch der Teil dieses Kapitels, in dem ein Meister einen Ziegel poliert, mit der Absicht daraus einen Spiegel zu machen... ;) |
| decay73 | es ist zum kotzen! kann man denn iemandem mehr glaueben? schröder ein friedenskazler? offensichtlich war er nie das, womit er einst die wahl gewonnen hat - oder er war ein grösserer dummkopf und versager, als je selbst von seinen politischen feinden angenommen. entwewder er wusste, was der bnd im irak macht, oder er wusste es nicht und hatte von nichts eine ahnung, was zwingend bedeutet, dass er als kanzler fehl am platze war. das selbe gilt für fischer und steinmeier. kompletter kann ein politischer vertrauensverrlust wohl kaum sein. und sonst? seehofer will mehr gentechnik, welshalb [url=http://www.n-tv.de/622549.html]herr hipp[/url] schonmal vorsichtshalber ankündigt, zur not ins ausland zu gehen, weil er befürchtet nicht mehr sicher sein zu können, dass seine produkte gentechnikfrei sind, wenn die gen-pflanzen zunehmend irgendwo in der nähe seiner felder stehen dürfen. seehofer - ein bauernfänger, wie ihn die taz beschreibt? die cdu versucht mal wieder mit fremdenfeindlichkeit auf stimmenfang zu gehen, wie es einst der herr koch in hessen auch gemacht hat. das dumme ist, sie kommen damit meist durch, weshalb man die frage stellen darf, ob ein herr koch, ein herr oettinger und all die schreihälse an den stammtischen aufgrund des einwanderer-testes nicht ausgebürgert werden müssten, denn der test lässt sich nicht mit dem grundgesetz vereinbaren. nur weil jemand in der cdu ist heisst das ja nicht, dass er recht hat. oder ist das die gesinnung, die hier geprüft wird? wird wieder wie in der ddr nach dem parteibuch gefagt? oder wie anno dazumal “ham se jedient?” nunja, ich bin mal gespannt, wie das alles so weiteregeht. grosse koalitionen sind nicht ungefährlich... |
| decay73 | “Vielleicht noch den Rat, die Einsamkeit ernst zu nehmen und, wenn immer sie kommt, als Gutes zu empfinden. Daß andere sie nicht erleichtern, liegt weniger an ihrer Teilnahmslosigkeit und Verschlossenheit als vielmehr daran: daß wir wirklich unendlich allein sind, jeder, und unerreichbar bis auf sehr seltene Ausnahmen. Damit muß man sich einrichten.” (Rainer Maria Rilke an Reinhold von Walter, 1907) [SIZE=1]mal wieder hat ein versuch, ein paar leute einzuladen, nicht geklappt...[/SIZE] |
| decay73 | [URL=http://www.3sat.de/kulturzeit/tips/27909/]Meine Schwester Maria[/URL] "Ein Leben voller Glamour und Ruhm. Mit allen großen Namen des Filmgeschäfts hat sie gedreht, etliche Auszeichnungen für ihre schauspielerische Leistung erhalten. Maria Schell war ein Star. Und heute? Sie lebt seit Jahren einsam und zurückgezogen auf der Familienalm in Kärnten. Den überwiegenden Teil des Tages verbringt sie im Bett, umgeben von Fernsehgeräten, die ihr immer wieder die Erfolge von einst vorspielen. Die 76-Jährige verlässt das Haus in den Bergen nur äußert selten, eine schwere Krankheit hindert sie daran. "Willst du leben oder sterben?" fragt sie ihr Bruder Maximillian Schell. Wenn sie leben will muss sie raus, sich bewegen - das Gehen wird für sie zum Überlebenskampf. Ihr Bruder versucht, sie zu Spaziergängen zu motivieren, gibt ihr Kraft, Krankheit und Alter zu ertragen. Jetzt hat er auch ein sensibles Porträt des Weltstars von einst gezeichnet." Ein trauriger Film, den ihr Bruder Maximilian Schell da gedreht hat. Sie sitzt in ihrer Alm irgendwo in den Bergen und lebt in einer völlig anderen Welt, einer völlig anderen Realität. Sie hat anderen so viele Geschenke gemacht, bis die Gerichtsvollzieher kamen. Ein Film über einen Menschen, der alt wird und sich in Erinnerungen flüchtet und in eine andere, schönere Welt. Eine Märchenwelt vielleicht. Ein Film, in dem jemand in schwarze Decken gehüllt langsam durch den Schnee stapft. Schritt für Schrtitt, bis es nicht mehr geht. Erstaunlich oft sieht man sie in dem Film mit einem Lächeln im Gesicht...und trotzdem ist es ein trauriger, einfühlsamer Film...über einen besonderen Menschen, der am Ende einen Film sieht und denkt, es sei Realtät, wie der Komet auf die Erde zustürzt. Alte Menschen kommen manchmal mit dem Fernseher nicht zurecht, wie einst meine Grossmutter, die meinte, Helmut Kohl stünde auf der Strasse. Aber es war nur der Fernseher, der angeblieben war und in dem die Nachrichten liefen und dessen Bilder sich in der Fensterscheibe spiegelten. Maria Schell hat viele Fernseher... |
| decay73 | wenn ich beim nächsten einkauf in einem dieser [url=http://www.testticker.de/ipro/news/peripherie/news20060109017.aspx]überteuerten[/url] media-märkte die antwort auf die frage nach der postleitzahl meines wohnortes [url=http://www.taz.de/pt/2006/01/16/a0060.1/text]verweigere[/url], zeigt dann das display der kasse sofort einen um 10% höheren preis an? ...muss ich mal ausprobieren... |
| autumnnight | [SIZE=1]@ plz ich gebe immer meine "alte" aus der schweiz an..[/SIZE] |
| decay73 | [b]ballast[/b] was soll man auch machen, wenn einem die tage grau vorkommen, auch wenn sie gar nicht grau sind; wenn einem das leben überraschungen bringt, die man gar nicht haben will; wenn um einen herum alles nur noch lärmt; wenn einem der ganze irrsinn zu schaffen macht und man kaum noch energie hat, dem etwas entgegenzusetzen und wenn einem bewußt wird, wie blödsinnig es eigentlich ist, allem etwas entgegensetzen zu wollen. dann ist wieder die zeit gekommen, aufzuräumen und unnötigen ballast abzuwerfen. aber was, wenn selbst das nicht funktioniert und einem dabei andere ständig was zwischen die beine werfen? wahrscheinlich einfach nicht ärgern lassen, weiter machen und die vorteile sehen. zum beispiel, dass kurzarbeit bedeutet, etwas weniger zu arbeiten, was mir gerade aus bestimmten gründen absolut gelegen kommt oder den ärger mit der dsl- und telefon- technik dazu nutzen, wieder etwas mehr abstand zu blöder technik zu gewinnen. mal sehen, was sich noch für ballast finden läßt, der es verdient weggeschmissen zu werden...es gibt dinge, die sind es nicht wert aufgehoben, bewahrt oder gar beachtet zu werden... |
| decay73 | heute hat uns mein chef zusammengerufen und uns erzählt, was nun auf uns zukommen wird, und was “kurzarbeit” überhaupt bedeutet. abgesehen von der prinzipiellen unsicherheit, die damit verbunden ist, gefällt es mir eigentlich ganz gut: die hälfte arbeiten für nicht ganz zwei drittel des gehalts. da ich bereits mit dem gedanken an eine zwei-drittel-stelle gespielt habe, weil ich mit einem vollzeitjob mittlerweile an die grenzen stosse, die mir die scheisse mit den zwei buchstaben aufzwingt, kommt es mir eigentlich ganz gelegen, wenn es denn nicht bedeutet, irgendwann ganz ohne job dazustehen. aber dann gehe ich vielleicht in die “hauslosigkeit”, wie manche es nennen. wer weiss. ist auch egal. jetzt ist es ersteinmal so, dass ich weniger arbeiten muss und dafür noch genug geld zum leben bekomme. für einen porsche oder einen merzedes oder einen volvo reicht es dann zwar nicht mehr, aber das spielt keine rolle. mein alter audi 80 fährt mich ja auch noch ganz gut zum supermarkt. dafür steht gerade ein frisches brot in meinem backofen und duftet schon ganz schön. so ein brot mit körnern und so. selbstgemacht. schnellgemacht. einfachgemacht. leckergemacht. und gerade habe ich in dem ‘gelben von gu’ noch ein paar ganz tolle rezepte gefunden. also wird mir wohl auch nicht langweilig werden. ausserde m habe ich gerade eine ‘tour’ mit meinem wohnzimmerfahrrad gemacht und mich gewundert, wie schnell ich wieder damit fahren kann. also je nach blickwinkel und standpunkt zwischen 0 und 30 km/h. bin ein wenig stolz auf mich, weil ich sogar ins schwitzen gekommen bin. schönen abend noch, ich muss mein brot aus dem backofen holen! :) [size=1][b]»Was ist das aber, Brüder, für ein Mittelweg, der sehend und wissend macht, zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt? Dieser heilige achtfältige Pfad ist es eben, und zwar: rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes |Handeln, rechtes Wandeln, rechtes Mühn, rechte Einsicht, rechte Einigung.«Rede, rechtes Handeln, rechtes Wandeln, rechtes Mühn, rechte Einsicht, rechte Einigung.«[/b] (PâliKanon)[/size] |
| Klarion | Immer locker bleiben. Und lass dich nicht unterkriegen. Wie sagte Clint Eastwood doch einst: [SIZE=3]Make My Day.[/SIZE] |
| decay73 | ich versuchs ja. klappt dummerweise immer weniger. ich brauche SONNE und URLAUB! :) |
| decay73 | es ist schon merkwürdig... ...dass es menschen gibt, die in wartezimmern beim arzt nichts anderes zu tun haben, als mit dem handy zu telefonieren, ...und dass der arzt nicht wusste, dass sie lebenshöchstdosis meines medikaments runtergesetzt wurde, weil es wohl doch gefährlicher ist, als bisher gedacht (ist ja auch 'nur' kardiotoxisch), ...und dass der arzt die dosis, die ich bereits bekommen habe, nicht richtig berechnen konnte. ich liebe arztbesuche und ärzte, denen ich sagen muss, was zu tun und zu lassen ist...hat irgendwie was 'vertrauenserweckendes'... :rolleyes: :( |
| Klarion | Woher kommt eigentlich der Name "decay73"? |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Klarion [/i] [B]Woher kommt eigentlich der Name "decay73"? [/B][/QUOTE] hmm, also irgendwann vor ein paar jahren brauchte ich einen nicknamen und da habe ich überlegt und überlegt, welcher zu mir passen könnte, und dann viel mir ein, dass "decay" ´(zerfall) für mich aufgrund gesunheitlicher dinge ganz passend ist, wie das bei chronischen krankheiten halt so ist (war wohl eine zeit, wo mich das gerade sehr beschäftigte bzw. belastete *g*). und "73" ist einfach mein geburtsjahr. also eigentlich nicht 73 sondern 1973, aber man schreibt es allgemein ja so und es sieht auch besser aus. ;) also renne ich im virtuellen fast überall als decay73 rum... :) |
| decay73 | der oder die erfinder der küchenspültische und spültisch-wasserarmaturen dürfen mir ab heute auch nicht mehr begegnen, nachdem ich heute einen entsprechende wasserhahn austauschen musste. das waren definitiv keine ingenieure, die das entwickelt haben. warum haben sie es nicht so gemacht, dass der spültisch an sich gleich mit den entsprechenden anschlüssen verbunden wird und man bei bedarf nur noch den wasserhahn auf der spüle von oben auswechsln muss? so etwa “alter wasserhahn abdrehen, neuen wasserhahn draufdrehen” oder so. aber das wäre wohl zu einfach. stattdessen muss man zunächst UNTER dem spültisch in den schrank kriechen und bekommt schon dann die kriese, weil die mutter unter dem spültisch, die den wasserhahn fixiert, bereits so verkalkt ist, dass man sie kaum losbekommt. ausserdem sitzt die mutter so beschissen versteckt, dann man eigentlich nicht drankommen kann, ohne den halben spültisch zu demontieren, was aber wieder blöd wäre, weil auch die befestigungen des spültischs alles andere als heimwerkerfreundlich sind. also versucht man unter den spültisch in den schrank zu krabbeln und die mutter zu lösen, währenddessen man mit der anderen hand oben den wasserhahn festzuhalten versucht (zum glück hat von den dazu erforderlichen verrenkungen niemand ein foto gemacht). irgendwann, so nach ‘ner dreiviertelstunde hat man den alten wasserhahn inkl. schläuche dann ab und man muss den neuen dranmontieren. nur: wie soll ich von unten unterlegscheibe und dichtring über die gewindestange bekommen, welche dummerweise auch auch logischerweise nach unten zeigt und somit dichtring und unterlegscheibe der natur gehorchend sofort wieder herunterfallen? also müsste man also dichtring und unterlegscheibe mit einer hand festhalten und mit der anderen von unten die mutter auf die gewindestange drehen. da aber unter der spüle so grandios viel platz für einen 2m-menschen ist, bekommt man da nicht mehr wie eine hand unter. also würde es auch nicht viel helfen, wenn eine zweite person anwesend wäre, denn die passt ja nicht auch noch unter die spüle in den schrank. ich habe dann also dichtring und unterlegscheibe zunächst mit klebeband fixiert und dann die mutter auf die gewindestange gedreht, was auch eine wahnsinnige frickelei ist. nach 1,5 stunden permanenten gefluches und einigen macken und blauen flecken habe ich es dann tatsächlich geschafft...und ich bin geschafft für den rest des tages..die notwenigerweise demontierte holzverkleidung mache ich dann morgen wieder dran...ich mag jetzt nicht mehr... |
| Klarion | Oh, Mann. Aber die Spüle direkt mit der wasserleitung zu verbinden geht aus dem Grunde nicht, das es zuviele Hersteller von Armaturen gibt. Und ab und zu werden auch einige Modelle der Armaturen nicht mehr hergestellt, was in deinem fall bedeuten würde, das die komplette Spüle ausgetauscht werden müsste. Abgesehen Davon wollen nicht alle Menschen die Armatur an der selben Stelle Montiert haben, was wieder dazu führen würde, das man entweder die Spüle wechselt, oder mit einem Loch in derselben leben müsste, weil die Armatur an der anderen Seite sitzt. Ich brauche im Schnitt etwa 15 Minuten für so etwas. Gut, ich hab auch den Vorteil, daß das mein job ist. Wenn diese Art von Arbeit jedem so leicht von der Hand gehen würde, währe ich wahrscheinlich ziemilich schnell meinen Job los. deswegen ist es für mich gar nicht so verkehrt, das nicht alles so einfach geht, wie es andere gerne hätten.:D Beim nächsten Mal weist du aber, worauf es ankommt, und dann wirst du wahrscheinlich nicht wieder 1,5 Stunden brauchen.;) |
| decay73 | naja, aber für den austausch eines wasserhahns einen installateur rufen ist auch etwas albern, oder nicht? ;) |
| Klarion | Scheinbar nicht.:rolleyes: |
| decay73 | nunja, jetzt kann ichs ja und hat ja auch geklappt. nur wundert's in einem land, in dem alles und jeder (*hust*) genormt ist, schon etwas... ;) |
| Klarion | Hättest du die Armatur bei einem Installateur gekauft, währe sie genormt gewesen. Baumärkte sin zwar billig (und nicht immer schlecht), dürfen aber keine "Markenware" verkaufen. |
| decay73 | klar. vielleicht für 300 euro von grohe. bin ja nicht verrückt. aber genormt war die sicher auch. jedenfalls war sie identisch mit der alten... :) |
| decay73 | *brrrr* ist das kalt! und das auch noch im winter! unglaublich! heute nacht sollen die temperaturen hier im westen auf MINUS ZEHN (!!) grad runtergehen! sowas hats ja schon seit... ...äh... ...[i]ein paar jahren[/i] vielleicht nicht mehr gegeben. schade eigentlich, dass sich selbst die öffentlich-rechtlichen sendeanstalten an dieser allgemeinen untergangsstimmung beteiligen und schnell noch eine superdringendsondersendung zwischen nachrichten und wiso schieben. immerhin könnte ja die welt morgen komplett einfrieren oder gar untergehen, was sie eigentlich ja jeden tag machen könnte, wenn sie denn wollte. der hinweis eines eilig vors mikro gezerrten meteorologen, dass das für unsere breitengrade völlig normale januartiefwintertemperaturen sind, geht in dem blöden kommentar des journalisten (“aaaalso ich finds ja [i]wahnsinnig[/i] kalt”) völlig unter. ja, wahnsinn. wahnsinnig überflüssig dieses blöde interview. naja. egal. in russland ist es ja noch viel kälter, aber auch das ist ja eigentlich normal, oder? jedenfalls hat das immer mein opa erzählt...damals...’42/’43. und ein opa lügt nie! |
| decay73 | es gibt tage, da sitzt man zuhause, allein und womöglich gerade noch krank, und hat nichts anderes zu tun als erinnerungen wach zu rufen, weil man gerade das lied am fernsehen gesehen hat, welches einmal vor fünfzehn jahren das lieblingslied gewesen ist. [i]omd – maid of orleans[/i] und schon hat man das rad der zeit bis zu diesem zeitpunkt zurückgedreht und landet mit überlichtgeschwindigkeit in der vergangenheit, muss aber auch von da aus wieder zufuss die ganze lange wegstrecke zurück. und schon zieht das leben als episodenfilm an dem inneren auge vorbei. kurze bruchstücke des lebens, wundervolle episoden voller liebe und zuneigung, dunkel-schöne begebenheiten, abgrundtiefe blödheiten und zerschmetternde schicksalsschläge. leben halt, wie es ist und nicht anders sein soll... ...und am ende stellt man sich unweigerlich die frage, wo man nun gelandet ist und ob es da ist, wo man eigentlich hin wollte... |
| decay73 | hab ja schon ewig nichts mehr geschrieben... ...keine ahnung, woran es liegt. mein drang persönliches mitzuteilen ist zur zeit nicht sonderlich stark. vielleicht liegt es ja auch daran, dass es (hier) zu viele gibt, die persönliches von mir nicht zu lesen bekommen sollen. wie auch immer. zum glück ist das hier virtuell... die letzte zeit war auch nicht sehr prickelnd. zur zeit arbeite ich kurz, was insgesamt auch keinen spass macht. zwar kommt mir die verkürzte arbeitszeit gerade sehr gelegen, weil ich momentan nicht wirklich fit genug für einen acht-stunden-arbeitstag bin, aber das wird dann auch irgendwie wieder übertüncht durch die typisch-grauen zukunftsängste, die dann unweigerlich wieder aus der dunklen ecke auferstehen. was soll man machen. solange es noch geht wirds gemacht und wenn es nicht mehr geht, dann ist es halt vorbei. was solls, dann ziehe ich wieder in die heimat. hier habe ich mich auch nach jahren noch nicht wirklich eingelebt. was die sache auch nervig macht ist, dass es einige komplizierter als nötig machen, vor allem was die erfassung der anwesenheitszeiten angeht. maja, aber zu einfach darf es ja auch nicht sein. das geht ja nicht. also weiter. an einen neuen job habe ich ja auch schon gedacht, aber wer nimmt mich in der heutigen zeit schon noch. da muss ich wohl noch ein paar jahre warten, bis auf dem arbeitsmarkt auch in meiner branche not am mann (d.h. fachkräftemangel) herrscht. und dann gibt es ja noch den wahnsinn in der welt, der mal wieder gnadenlos sein hässliches gesicht zeigt. und die mesiten merken nicht einmal, dass sie zu nichts anderem zu gebrauchen sind, als dieses hässliche gesichgt zu imitieren. es ist manchmal wirklich zum k*****. naja. aber es gibt auch noch nette momente. wenn ich z.b. ein leckeres brot fertig habe. oder nach viel zu vielen grauen tagen die sonne vorbeischaut und ein vogel an meinem fenster vorbei fliegt. oder wenn mein mittagessen gut schmeckt. oder wenn ich einen schönen, tiefen text lese. oder wenn ich ein das herz berührendes lied von delibes oder grieg höre...die welt kann so schön sein... [center][b][color=white][size=1]”die erfahrung des höchsten verwirklicht sich im bruchteil eines augenblicks...” (shobogenzo)[/b][/color][/size][/center] |
| Sternenstaub | Gut gekochtes Essen ist ganz wunderbar. Ich find das toll. Und die Kurzarbeit ist hoffentlich temporär... Ich wünsche Dir ganz viele leckere, gute und bewegende Momente. Liebe Grüße aus der Nuttenstadt, Sterni |
| decay73 | [b][center][color=white]“das glück ist eine leichte dirne. und weilt nicht gern am selben ort; sisie streicht das haar dir von der stirne, und küsst dich rasch und flattert fort. frau unglück hat im gegenteile dich liebefest ans herz gdrückt; sie sagt, sie habe keine eile, setzt sich zu dir ans bett und strickt.”[/b][/center] heinrich heine verweilte nach einem zusammenbruch im februar 1848 die meiste zeit in seiner "matratzengruft". er meinte, er litt an syphilis, aber sein recht gut dokumentierter krankheisverlauf lässt eher auf eine neurologisch degenerative krankheit wie multiple sklerose oder amyotrophische lateralsklerose (als) schiessen. ich hatte immer das gefühl, dass mir heinrich heine gedanklich in gewissem masse recht nahe stand. seine gedichte, vor allem die späteren, berühren mich. in gedenken an den deutschen dichter heinrich heine (* 13.12.1797, † 17.02.1856), der vor 150 jahren in paris gestorben ist.[/color] |
| decay73 | heute war ich das erste mal in diesem jahr wieder mit meinem fahrrad an “meinem” see. das hat gut getan, auch wenn mein knie schmerzt (gerade bei gegenwind). aber bewegung an der frischen luft, in der sonne sitzen, den wind um die nase wehen lassen ist schon eine wohltuende sache. dabei kann man auch sein knie vergessen. nächste woche soll es zwar wieder kälter werden, aber der frühling kommt bestimmt bald. es hat heute schon danach gerochen... |
| John.Coffey | ja stimmt. heute war ich ganz früh morgens am waldrand spazieren, da hört man schon ganz viele vögel die man definitiv den winter über nicht gehört hat. und der geruch. ja. bald ... die weiden tragen sogar schon wieder kätzchen. es gibt doch nichts schöneres als mit einem guten freund in einer lauen sommernacht auf einem bootssteg am see zu sitzen, die füsse im wasser und in der hand ein glas rotwein (zugegeben es gibt schon noch ein paar andere schöne dinge ;) ) ein frühlingsgruss vom John |
| decay73 | abends um halb zehn in deutschland. nacht. neun grad celsius. keine nichtendenwollende autokolonne, deren lärm schwindlig macht, nur gelegentlich ein paar scheinwerfer, die einem die letzte sicht in der nie ganz dunklen stadt-nacht nehmen und endlich mal wieder etwas frische luft. ein böiger südwestwind hat die abgase des tages hinfortgeblasen. man kann wieder durchatmen. doch etwas beklemmung in der brust ist geblieben. zum einen dadurch, dass die ganze welt durchzudrehen scheint. zumindest habe ich noch nirgendwo eine kriesbegeisterung wahrgenommen, wie die in der phoenix-reportage des jahres 1914, die heute im fernsehen lief. aber es schaukelt sich schön hoch. gleichmässig irgendwie und vorhersehbar. sollte es wirklich schlimm kommen, dann wären wir mal wieder sehenden auges ins verderben gerannt. oder die menschen mit dem dicken balkon vor dem kopf wären in der überzahl gewesen und haben am lautesten geschrien. es ist egal, ob es religiöse oder nationalistische gefühle sind, die verletzt wurden und werden, es sind gefühle, die geeignet sind, den verstand auszuschalten, oder zumindest zu umgehen... ...wenn man nicht aufpasst. und dann kommt eins zum anderen. und am ende will es niemand gewesen sein. und niemand will es gewollt haben. wie immer. der andere teil der beklemmung entstand, als ein polizeiauto an mir vorbnei fuhr und ich mich wunderte, dass die polizisten nicht anhielten und ausstiegen um mich zu kontrollieren und zu fragen, was ich alleine um die uhrzeit in der dunkelheit mache. nein, die stiegen nicht aus und machen es auch woanders nicht. noch nicht. aber irgendwoher müssen diese irrationalen gedanken doch gekommen sein? oder liegt es vielleicht doch ein wenig an der derzeitigen gesellschaftlichen situation und dem deutschen streben nach vollkommener kontrolle und absoluter ordnung? oder an der ohnmacht gegenüber einer grossen koalition, die sich beängstigend einig zu sein scheint und daher auch unpopuläre vorhaben in windeseile und mit nachdruck durch die nicht mehr ganz so langsam mahlenden mühlen der demokratie presst, ohne dass jemand etwas merkt, es dann für protest schon zu spät ist und so die machtlosigkeit ihr gegenüber weiter zementiert wird? eine merkwürdige stimmung, die mich da bei meinem spaziergang ereilte... ...aberr nun genug der schwarzmalerei. morgen ist auch noch ein tag, der wieder neue schwarze farbe mitbringen wird... |
| decay73 | heute ist wieder einer dieser tage. der ominöse biowetterbericht berichtet von narbenschmerzen, kreislaufproblemen, konzentrationsschwierigkeiten und rheumatischen beschwerden. das sind die tage, an denen mir alles ein wenig schwerer fällt. ich bin schnell genervt, wenig ausgeglichen, bewegungen sind anstrengender als sonst und ich habe zu kaum etwas lust. aber weil ich mich dran gewöhnt habe, setze ich mich auch heute für einige zeit mit gekreuzten beinen (also im lotussitz) auf mein meditationskissen und schnell merke ich, dass ich eigentlich gar keine lust habe und mir alles weh tut: fuss, kniegelenk, rücken und im gesicht juckt es. aber heute will ich es trotzdem schaffen. ich erinnere mich noch an die ersten versuche vor einem dreiviertel jahr. ich habe kaum das rechte bein über den linken oberschenkel bekommen und es tat so höllisch weh, dass ich es kaum fünf minuten ausgehalten habe. seit dem tag meiner ersten übung, seit ich also gemerkt habe, wie ungelenk ich bereits geworden bin, habe ich regelmässig geübt und mittlerweile schaffe ich es ohne grosse probleme eine halbe stunde lang. wenn ich das meinem neuro erzählen würde wäre er froh, so wie er auch froh war, dass ich nicht mehr rauche. und heute habe ich trotz schmerzender gelenke und juckendem gesicht eine halbe stunde geschafft und ich habe nicht vorher aufgegeben. es ist alles eine frage der konzentration. wenn das knie weh tut, muss man sich auf den schmerzenden rücken konzentrieren und umgekehrt, denn mensch kann nur einen schmerz auf einmal wahrnehmen. und mit ein klein wenig übung schafft man es sogar sich so zu konzentrieren, dass man gar keinen ersatz-schmerz mehr braucht. das schaffe ich bisher nur gelegentlich und für kurze zeit, aber immerhin. und ich schaffe zur zeit nur den halben lotussitz. nächstes jahr aber bestimmt den ganzen. alles eine frage der übung, wie ich jetzt gemerkt habe, und nichts geht von heute auf morgen. heute bin ich froh, dass ich meinen persönlichen schweinehund an die leine gelegt und durchgehalten habe. das tat gut und vor allem ist es ganz gut dies heute schon zu trainieren, denn die schmerzlichen spastiken kommen noch früh genug. dann will ich dafür bereit sein. ein weiterer vorteil dieser sitzmeditation ist, dass ich meinen ständigen begleiter - diesen leichten schwindel - für diese zeit nicht wahrnehme. ich sitze da wie ein baum im wind. die sitzhaltung stabilisiert ungemein. später werde ich das stehen auf einem bein weiter trainieren, wofür die geübte konzentration ähnlich vorteilhaft ist. auch das muss wieder besser klappen. heute (und nicht nur heute) habe ich gemerkt, dass man sich nicht allzu sehr und allzu oft hängen lassen sollte. manchmal geht mehr, als man sich das vorstellen konnte... [IMG]http://www.donshewey.com/2000_zine/images/zazen.19.gif[/IMG] :D |
| decay73 | was passiert eigentlich, wenn ein staat, der die menschenrechte nicht beachtet, einem anderen staat vorwirft, die menschenrechte nicht zu beachten? richtig: es werden ganz freundschaftlich [url=http://www.n-tv.de/642250.html]lange berichte ausgetauscht.[/url] und am ende steht wahrscheinlich der satz: [size=6][b]„...immer zweimal mehr wie du!“[/b][/size] |
| decay73 | alles ist relativ. heute habe ich erkannt, was offensichtlich seit einiger zeit bei meiner firma im hintergrund läuft. natürlich, beweise habe ich keine, aber es liegt auf der hand. für einen kurzen moment war ich genevt, geschockt und etwas ungehalten über die dinge, aber irgendwie ist es mir auch egal. wenn es hart auf hart kommt, finde ich entweder einen neuen job, oder vater staat muss zahlen...und damit auch die, die sonst im hintergrund sitzen. selbst schuld. dafür war ich heute bei dem grandiosen wetter mit dem fahrrad unterwegs, habe drei mütter, die mit ihren kinderwagen die strasse blockierten, geschickt umschifft und habe mich dann mit einer tasse wohlschmeckenden assem-tee auf meinen balkon gesetzt, die taz [i](“kurze sätze, das solltest du dir, der ich es gut mit dir meine, annehme, vertehen sollen, merken, sind das wichtigste”)[/i] und weiter in schlingensief’s rosebud [i](“peter, was soll denn das?”)[/i] gelesen. aus den lautsprechern tönt die liebliche stimme von Harriet Wheeler von den “sundays” - was will man mehr. ich geh wieder in die sonne. es ist 16.21 uhr, der tee ist ausgetrunken und die im hintergrund sind mir egal - hat jemand nen coolen job für mich? sonst werde ich vielleicht doch noch zen-mönch und gehe wie muho nach japan ins antaiji. :cool: |
| Sternenstaub | Und was ist mit dem Teestuebchen...? :) |
| decay73 | oooch, mal sehen ;) |
| decay73 | ist schon interessant, das mit der wetterabhängigkeit. manche nennen es wetterfühligkeit, aber das ist nur die halbe wahrheit. ich fühle es nicht nur, ich bin davon abhängig. eigentlich bräuchte mich niemand mehr fragen, wie es mir geht, sondern lediglich wie das wetter ist, womit auf einem schlag zwei für das anfängliche blabla vor-höchstwichtiger zwischenmenschlicher kommunikation lebenswichtige fragen beantwortet wären. also: das wetter war heute scheisse. grau, regnerisch gepaart -wie üblich- mit teils rasanter luftdruckabsenkung. nix gut. vor allem nicht für meine eh schon angeknackste konzentrationsfähigkeit. das geht dann so, dass ich was schreiben will, mir ein dazu wichtiges wort nicht einfällt, ich überlege, es mir dann doch einfällt, um mir dann unmittelbar vor dem niederschreiben wieder zu entschwinden. so dauert das schreiben eines textes etwa mindestens doppelt so lange. und ich bin genervt. mal ganz abgesehen davon, dass es nicht nur beim schreiben problematisch ist, sich nicht konzenhtrieren zu können. es ist natürlich auch schlecht für die arbeit allgemein, beim apfelschälen (man schneidet sich dann so leicht in die finger), unter der dusche (was wollte ich gleich noch hier? - ach nee, das hat andere ursachen) und beim meditieren (das ist ja nicht nur dumm in der gegend rumsitzen, sondern man muss sich dabei darauf konzentrieren, seinen gedanken hinterherzuschauen und nicht einzuschlafen und gerade zu sitzen und sich nicht vom juckenden gesicht und schmerzenden bein ablenken zu lassen und...äh, ja. wo war ich? ach ja, bei der konzentration. zum glück braucht man zum schlafen keine... |
| John.Coffey | .... oh man decay, dein beitrag heute paßt zu meinem heutigen tag, wie die faust aufs auge. *zack und teestübchen finde ich persönlich klasse ;) |
| LaChatte | @Konzentrationsstörungen - du hast das auch? Willkommen im Klub :D Erfahrungsgemäss fördert Meditation diese Art Hänger, dafür ist es dann auch schneller wieder vorbei. Grundsätzlich ist es ein gutes Zeichen dafür, dass die Medi auch wirkt. Eine mögliche Methode, mit Schmerz umzugehen, ist das Hineinatmen, den Atem in den Schmerz schicken, das löst. Ich werd mir dich als Vorbild nehmen und auch wieder etwas mehr meditieren. Irgendwie muss ich schliesslich auch meine Hirnknöpfe wieder loswerden... :) |
| decay73 | hirnknöpfe? was'n das? :o |
| decay73 | [b][size=5]bullshit![/b][/size] da liegt es auf meinem schreibtisch und grient mich in seiner dunkelaltrosarnen verkleidung an. und ganz gross, über dem obligatorischen suhrkampschriftzug, prangert das hauptmerkmal unserer totalitären mittelmass- kultur, um direkt von dort ins hirn gebrannt, ja, geprügelt zu werden: [b]BULLSHIT![/b] aber was ist bullshit? sowas wie “scheiss mit reis”? welchem zweck dienst es und warum gibt es so viel davon, fragt herr frankfurt und erkennt, dass wir einfach noch keine griffige theorie dazu besitzen. eine zugfahrt nach wiesbaden und wieder zurück und ich werde vielleicht das kleine büchlein gelesen haben und vielleicht, wenn ich einen sitzplatz bekomme, sogar wissen, was herr frankfurt unter “bullshit” verstanden haben will. bullshit. ich brauch noch ne fahrkarte... |
| decay73 | bullshit die zweite gestern bin ich dann mit dem zug zu einem alten komillitonen gefahren, wo wir uns zu viert mal wieder treffen wollten um die üblichen wahnsinnigen geschichten aus dem arbeitsleben auszutauschen. wie sagte bern das brot: “alles ist wie immer, nur schlimmer”. ich denke, das kann als quintessenz von heutigen arbeitsbiografien stehen bleiben, auch wenn sie erst fünf oder sechs jahre andauern. man unterscheidet sich nurnoch in der art des erleideten wahnsinns, nicht mehr in der tatsache, ob und wann er wie kommt. er ist auf jeden fall da, und wenn ich es mal ganz egoistisch auf meinen fall beziehen darf: in den heutigen zeiten hat jemand, dem die natur nicht ganz zu wohl gesonnen war, keine chancen mehr, und zwar unabhängig von seinen fähigkeiten. das trifft nicht nur über-fünfzig-jährige und man bekommt ein gefühl dafür wie es ist, wenn politiker nicht mehr wissen, was in ihrem land abseits von schönen worten und sonntagsreden eigentlich so passiert. und dennoch muss man sich auch selbst motivieren, weil der chef dazu nicht mehr in der lage ist. man möchte ihm zubrüllen: [b]erschiesst die lethargie![/b] aber auf mich hört immer noch keiner. jedefalls sass ich gestern also im zug und las wie versprochen das buch “bullshit” von harry g. frankfurt. es ist schon ein schönes stück, ein -zugegeben kleines- buch nur über bullshit zu schreiben. nunja, ich wollte es lesen, aber zunächst musste ich mir kopfhöhrer in die ohren stopfen, denn bei geschmatze kann ich nicht lesen. mein gegenüber sah mit seinem dunklen anzug durchaus aus, als wäre er gut erzogen, aber wahrscheinlich hat seine erziehung bei der nahrungsaufnahme aufgehört. man steckt sich nicht so viel auf einmal in den mund, dass man nicht mehr beissen kann. und schmatzen tut man natürlich auch nicht. aber das wissen anscheinend leute im anzug, die was auf sich halten, nicht (ich glaube vor kurzem berichtete ich bereits über ein unternehmensleitungsmitglied, das die pizza mit der hand ass). wie auch immer, der abend war nett, ich habe bullshit durch und... ...np.: psyhe - eternal |
| decay73 | montag, montag, montag, immer montag. montage sind scheisse. montage sind scheisse, weil man wieder anfangen muss zu arbeiten. montage sind scheisse, weil man daran denken muss, was man die woche noch alles tun muss. montage sind scheisse, weil man das wochenende rekapituliert. montage sind scheisse, weil einem dabei wieder einfällt, wie oberlehrerhaft arrogant der eigene bruder ist, der auch nach mehr als 10 jahren noch nicht begriffen hat, was es heisst, dass sein kleiner bruder krank ist. montage sind scheisse, weil ich montags immer noch an so einen scheiss denken muss und ich deshalb immer noch genervt bin. montage sind scheisse, weil es montage sind. montage sind nicht scheisse, solange ich es noch schaffe, mich abzulenken. [center][color=white][b]„...doch obgleich sich dies sagen lässt, fallen die blüten in sehnsüchtiger liebe, und das unkraut sprießt zu unserem ärger, und das ist alles.“[/b] [size=1](dogen zenji – genjokoan)[/color][/size][/center] |
| decay73 | yuhuuuueee! heute ist ein komischer tag. windig vor allem. und an solchen windigen tagen drehen die menschen komischerweise durch. sie sind genauso windig, wie der wind da draussen. genauso aufgeregt und sprunghaft. die weiber im büro überbieten sich im geschnatter und geschwafel und in ihrer lautstärke. chef flattert duch die gegend und dem da vorne an der tür stehen die haare zu berge. manche laufen schon angestrengt schlangenlinien und wieder andere kommen kaum noch vorwärts. und hier auf den nachtwelten sind wohl auch einige etwas aufgeregt, wobei das nichts mit dem wind zu tun hat, sondern mit ihrer grundnervösität. und ich will jetzt wochenende. und ein pizza, aber keinen dicken bauch. und ich will meine infusion erst nach ostern. und ich will...mal wieder viel zu viel. eigentlich will ich nur, dass [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1289803#post1289803]sterni ihren weg weiter geht[/url]. immer gerade aus und irgendwann ihre eltern nicht mehr das geld ficken, sondern sie ihre eltern. rein bildlich gesprochen natürlich. |
| decay73 | ja, heute ist ein guter tag. ein guter tag mal wieder was ins diary zu schreiben. heute morgen habe ich das erste mal eine halbe stunde gesessen, ohne dass ich am ende meine beine kaum noch bewegen und meine füsse kaum noch spüren konnte. sie waren mal nicht eingeschlafen. ja, geduld zahlt sich irgendwann aus. und es zahlt sich aus, wenn man brauchbare lehrmeister bzw. trainer hat. zwar wissen sie davon nichts, aber das ist auch besser so, denn wenn ein lehrer merkt, dass er lehrer ist, besteht die gefahr, dass er überheblich wird und sich gedanken darum macht, wie er am besten lehrer ist. dann ist aber seine lehre nicht mehr unverfälscht und unbeeinflusst und somit wird er zu einem schlechten lehrer. dann hat man nichts gewonnen. gute lehrer sind also die, die nichts davon wissen, oder aber selbst so gefestigt sind, dass sie ihre eigene lehre nicht verfälschen. die sind aber sehr selten. also habe ich z.b. meinen chef als lehrer. seine unerschütterliche gemütsruhe und fast sogar schicksalsergebenheit ist mir oft ein vorbild, auch wenn er mich schon so einige nerven gekostet hat. auch hier auf den nachtwelten gibt es lehrer, die davon nicht das geringste ahnen, an denen man aber gut trainieren (bzw. "sich abarbeiten ") kann. sie ahnen nicht, würden es wahrscheinlich auch nicht sein wollen, aber sie sind es für bestimmte dinge. all meinen nichtsahnenden und nichtswissenden lehrern und trainern also ein ganz dickes “dankeschön”! macht weiter so! :p ;) und dann war ich heute mal wieder mit dem rad unterwegs. fahrradmeditation sozusagen. bei dem schönen wetter geht das natürlich wunderprächtig. das dumme ist nur, dass schon wieder die ersten walker unterwegs sind. die sind so in ihrem schnellaufen (immer geht es bei diesen rastlosen menschen nur um schnell, schnell, schnell...) vertieft, dass sie vergessen, dass sie immer noch langsamer als fahrradfahrer sind. und sie tratschen dabei so laut, dass sie auch nichts mehr hören. es ist wirklich interessant, welche wundersamen blüten der aktuelle fitnesswahn treibt. und bis deren winterspreck wieder weg ist, wird es auch noch etwas dauern. dann wird es ja wieder weniger... ;) so, und nun gehts weiter im tag... |
| Dirchi | Ja, Decay,... was will man mehr...?! Die Hoffnung: OHNE BONNO KEIN SATORI ! ;) |