| Fee | Nach langer Zeit des Schweigens und angeregt durch die neu entfachte Diskussion um den Thread "Kindergrufties", muß ich mir mal wegen des dort (und auch in einigen anderen Beiträgen) oft benutzten Begriffes Toleranz öffentlich Gedanken machen. Ich finde der ein oder andere überstrapaziert diesen Begriff ziemlich. Fast jedesmal, wenn sich irgendjemand seinem Ärger über irgendetwas Luft macht, kommt einer daher und fragt nach der "Toleranz unter den Schwarzen". Was soll das?. Man kann doch nicht allem und jedem gegenüber tolerant sein. Toleranz gegenüber den verschiedenen Rassen, Religionen usw. und auch Jugendströmungen; ist ja alles schön und gut, aber wenn sich jemand wirklich dämlich benimmt, dann bin ich doch nicht tolerant. Toleranz scheint bei manchen nicht nur Akzeptanz sondern vor allem aber auch Gleichgültigkeit zu bedeuten. |
| Trinity Goth | Hi! 'Toleranz' ist allerdings ein sehr oft genannter und strapazierter Begriff. Es ist richtig: Ein Mensch kann nicht nur tolerant sein! 'Toleranz' hat Grenzen, aber wie man diese festmacht, das kommt stark auf den Charakter des Menschen an. Was meinst du mit dämlich benehmen, Fee? 'Toleranz' sollte nicht zur Gleichgültigkeit werden, weil sonst wäre dies eine prima Ausrede für alles. Manchmal sollte man auch intolerant sein gegen radikale Idioten oder Umweltverschmutzer.. Gruss Trinity Goth ------------------ Come to: [url="http://members.nbci.com/TrinityGoth/entrance.html"]Trinity Goth's Dark World[/url] [Dieser Beitrag wurde von Trinity Goth am 30. April 2001 editiert.] |
| Fee | Mit dämlich benehmen, meine ich solche Dinge, wie Gewalt (an wem auch immer), Kriminalität im Allgemeinen, wobei ich aber denke, daß dem gegenüber sowieso keiner tolerant ist auch Schwarze nicht. Gemeint sind vor allem auch ganz banale Sachen, wie Ignoranz, Arroganz, Unüberlegtheit, Unsachlichkeit, Uneinsichtigkeit/Sturheit u.ä. |
| Trinity Goth | Hi!Zitat: |
| Alex | Hi, ich denke, tolerant sein heißt, sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen. Man muß versuchen zu verstehen, warum derjenige eine andere Meinung hat. Fast niemand tut etwas ohne (Hinter-)Grund. Es gibt immer Ursache und Wirkung, das sollten wir alle bedenken, wenn wir die Meinung des anderen für uns bewerten. Und genau da liegt für mich der Unterschied zwischen Toleranz und Gleichgültigkeit: Nur wer sich mit den Gedanken und ihren Hintergründen auseinandergesetzt hat, und nur wer versucht, Beweggründe nachzuvollziehen, kann im Falle einer Respektierung dieser Meinung von sich behaupten, tolerant zu sein (was fürn scheiß Satzbau, sorry). Es kann manchmal sehr schwer -wenn nicht sogar unmöglich- sein, den Standpunkt anderer zu begreifen, besonders dann, wenn aufgrund ethnischer, religiöser oder kultureller Unterschiede ein anderes Wertesystem zugrundeliegt. So sehr wir uns gegen andere Sitten sträuben, weil sie uns durch unsere "westliche" Erziehung, unser Weltbild, unmenschlich oder falsch erscheinen, so müssen wir immer bedenken, daß auch wir nicht vollkommen sind. Wer gibt uns das Recht urteilen zu können? Die Bibel sagt, das Gewissen wurde uns von Gott eingegeben, als dauerhafte Erinnerung an die zehn Gebote. Doch andere Länder, andere Sitten, und wenn wir es auch als moralisch absolut verwerflich ansehen, wie in einigen Teilen der Welt die Menschenwürde (ich finde Würde des Lebens jedoch passender, @Trinity: Du als Pagan müßtest wissen, was ich meine, gell? ) verletzt wird, so dürfen wir uns nicht in unserer Überheblichkeit daranmachen, diese Werte auszuradieren, ob wir sie nun für uns selbst akzeptieren oder nicht. Ich denke, es ist nicht ganz einfach, sich eine Meinung zu diesem Thema zu bilden. Man könnte sich genausogut fragen, ob die Missionierung einiger Urwaldvölker, die noch grausame Menschenopfer praktiziert haben, nun ein Sieg der Menschlichkeit war oder als Auslöschung einer Kultur betrachtet werden muß. Vielleicht wäre das ja mal irgendwann ein eigenes Topic wert. Ich find es jedoch viel wichtiger, im Alltag tolerant zu sein. Natürlich kann man sich dämlich benehmen, und es ist nur richtig, für dämliche (=unüberlegte, nicht-fundierte) Aussagen was auf den Deckel zu kriegen. Wie man bewertet, ob eine Aussage dämlich ist oder nicht, hängt vom Wertesystem des Bewerters ab. Meines beruht z.B. teilweise auf der Grundlage, daß ich untesrscheide, ob etwas konstruktiv oder destruktiv ist (anderes Thema). Aber der Preis der Freiheit ist nun einmal, daß diese Freiheit auch für die "anderen" gilt, sprich für die, die andere Meinungen haben, die wir nicht tolerieren wollen und können (Stichwort Neonazis). Meiner Meinung nach gilt es einen Mittelweg zu finden. Man muß versuchen diese Menschen dazu zu bringen, über ihre eigenen Ansichten nachzudenken, sie neu zu bewerten. Nur wenn der Nazi von sich selbst sagt: "moment mal, so bin ich gar nicht" kann er versuchen, seine Werte neu zu definieren, in einer Art und Weise, die menschlicher und für ihn selbst authentischer, "wahrer" ist. Es ist falsch, wegzusehen, sie arrogant zu ignorieren, und es ist genauso falsch, sie immer wieder zu beschimpfen. Irgendwo hier auf dem Board steht ein -bis jetzt noch unmkommentierter- Artikel einer Anti-Rechts-Aktion in Deutschland. In diesem Artikel wird deutlich, wie sehr sich die Werte dieser Neonazis von unsrern unterscheidet. Kurz gesagt, sie kennen nichts anderes, sie sind in diese Gesellschaft ihrer Stadt hineingeboren worden. In diesem Fall bedeutet Toleranz für mich nicht, diesen Typen ihre Meinung zu lassen, zu sagen: "Hey, ich bin jedem gegenüber tolerant, jeder so, wie er es für richtig hält" , sondern darüber nachzudenken, nachzuforschen, wo die Beweggründe für diese Ansichten liegen, und da dann, falls man sich in dieser Richtung engagiert, neue Grundlagen für diese Leute zu schaffen (klingt jetzt vielleicht ein bisschen abstrakt, aber ich kann's halt nicht besser formulieren). Als Schlußwort könnte ich jetzt meine Einleitung wiederholen, der Gedankenkreis schließt sich, wie immer habe ich selbst aus diesem Beitrag am meisten gelernt. Bis dann, Alex |
| pulSar | Alex... dem hab ich nichtsmehr hinzuzufügen... ausser *zustimm* ansonsten.. Mir tun die leute einfach nur leid, die meinen sie oder man (oder die lieben schwarzen) müssten zu allem und jedem tollerant sein! Ich steh zu meiner Intolleranz, zu meinen Abneigungen und zu meiner Gehässigkeit... Dennoch weiss ich, dass es der Wahrheit NIE gerecht wird eine Gruppe von MEnschen pauschal abzuurteilen... Aber, wenn man immer alles und jedes diffenrenziert betrachtet, und immer den individuen und persönlichen Problemen auf den Grund gehen will, hat man wohl ne ganze menge stress... und wenn man immer alles firedlich ausdiskutieren will - und über alles reden muss - und immer eine harmonische Lösung (z.b. eines Streits) braucht, hat man selbst ein Problem mit dieser Welt (und nervt nicht selten genau dadurch)... Man muss sich halt immer über das Mass der Dinge im klaren sein.. und sollte immer eien gewissen Stil bzw. Umgangston wahren... und NIE den Humor verlieren! Naja.. Dann darf man sich auf über Nazis lustig machen... denn die haben es wohl am aller meisten verdeint! |
| Mac | Zitat: |
| ir:ma | toleranz im alltäglichen leben endet dort wo anderen ein schaden zugefügt wird ... ob körperlich oder seelisch ist vollkommen unrelevant ... gruss ir:ma im übrigen fand ich Alex beitrag sehr schlüssig! ;o) |
| Phoenix-Arcana | ich habs jetzt schon so oft gelesen... jetzt muss ich doch mal meinen kommentar dazu abgeben. es gibt hier und auch in anderen foren immerwieder leute, die glauben extrem tolerant zu sein... und sie mögen toleranz...ja! wie Jetzt?? das wort Toleranz, oder was? da kann man zum beispiel lesen: "ich, 12 w und dunkelschwarz suche tolerante leute. was ich nicht mag: intoleranz und hiphopper..." ein wiederspruch an sich, oder? und dies ist nicht nur bei den kiddies zu lesen...weit gefehlt, auch die "erwachsenen" schränken immerwieder ihre toleranz ein. hey leute, entweder ganz, oder garnicht! ich kann von mir nicht behaupten, dass ich tolerant bin... denn solche leute, die solche anzeigen schreiben können MIR nämlich gestohlen bleiben. so, jetzt hab ich mal luft abgelassen, das war bitter nötig... ich hoffe nur, dass es auch die richtigen leute lesen... ansonsten würde ich mich über kommentare dazu freuen. liebe grüße |
| fluchtraum | Naja... das ist ein ziemlich schmaler Grat, aber für mich besteht da ein wichtiger Unterschied: Ich [i]mag[/i] zB keinen HipHop, aber ich [i]toleriere[/i] ihn. Das heißt, ich pöpele keine HipHoper an und mache sie auch nicht im Netz mit Beleidigungen nieder. Niemand kann verlangen, daß man alles mag, und jeder hat das Recht zu sagen, was er nicht mag. Das hat aber noch nichts mit Intoleranz zu tun - Intoleranz wird es dann, wenn man die entsprechende Gruppe anpöpelt, beschimpft, verbieten will, lügen über sie verbreitet oder wie auch immer gegen sie vorgeht. Toleranz besteht eben genau darin, auch das in Frieden existieren zu lassen, was man [i]nicht[/i] mag. Gruß, der fluchtraum [Dieser Beitrag wurde von fluchtraum am 20. März 2002 editiert.] |
| GothicGirl | Hi! Ich denke da muss man aber auch sehen wo jeder seine Toleranz Grenzen setzt! Man kann ja nicht alles tolerieren, das geht ja auch gar nicht. Okay dein Beispiel ist ein Wiederspruch in sich, genauso wie "ich lasse die Leute machen was sie machen wollen" und hintenrum wird dann gelästert wie der jenige sich anzieht, redet und was er in seiner Freizeit tut. Sicher da kann man nicht von Toleranz sprechen aber jeder sollte seine Grenzen ja auch selber abstecken. Wo liegen z.B. deine Grenzen? Jeder Mensch ist tolerant allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. dark Greetinx Gothic Girl ------------------ Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. -Albert Einstein- |
| Noctambule | Das ist doch klar, dass viele Leute - grade in der Schwarzen Szene - erwarten, dass man ihnen gegenüber tolerant ist, sie selbst tolerieren aber niemanden, der nicht ebenso obergruftig ist wie sie. Lachhaft... Stellt sich die Frage, warum überhaupt irgendwelche Leute in Anzeigen schreiben, sie suchen tolerante Leute und mögen dies und das nicht. Denn jemand, der nicht die von ihnen - meist zuhauf aufgelisteten - Dinge mag, wird erst gar nicht mit diesen Leuten in Kontakt treten... *g* Ich denke, dass ich insoweit tolerant bin, als für mich das Motto gilt "Leben und leben lassen" - was ich nicht mag, muss ich ja nicht machen/hören/lesen etc. Lasse aber jedem die Freiheit, dies zu tun (bin ich nicht nett? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img])). Erwarte dann aber auch, dass mich die Leute sein lassen, wie ich bin und mir meine Vorlieben lassen, ohne mich ständig umkrempeln zu wollen. Hach ja, ein endloses Thema... [Dieser Beitrag wurde von Noctambule am 20. März 2002 editiert.] |
| Harlekin | @ Phönix ganz oder garnicht geht nicht bei toleranz. ich bin tolerant, ja! Aber ich toleriere z.B. keine Gewalt gegen Andersartige. (z.B. Schwule, Lesben, Ausländer) Jede Toleranz besitzt Grenzen. Ansonsten könnte man mit Tolanten Personen ja alles anstellen. ids +ddd* |
| Michaela | Guten Tag,- Toleranz hat für mich sehr viel mit Verständnis zu tun. Die Bemühung und den Willen andersartige Dinge zu verstehen und dadurch zu tolerieren. Was ich nicht verstehen kann,das kann ich akzeptieren und wenn das nicht mehr möglich ist,wie die Beispiele von Harlekin zeigen,dann kommt die Ablehnung. Gruß Michaela ------------------ siehst du dem tod ganz bewußt ins auge... siehst du das leben..... |
| Phoenix-Arcana | @Harlekin: es gibt dann noch die akzeptanz! ich denke eigentlich, dass dies vielleicht eher auf das von dir erwähnte thema passt.. ich akzeptiere keine gewalt, auf keinen fall... da kann man schon durcheinander kommen. vielleicht hab ich den begriff toleranz auch völlig falsch verstanden??!! jedenfalls kann ich den anderen nur zustimmen, dass man nicht alles mögen muss, aber dann doch die leute nicht im netz diffamiert! ich glaube Fluchtraum hat es am besten beschriebn... danke! |
| verwirrter Wanderer | Hallo Phoenix, nun... irgendwie finde ich in "ich, 12 w und dunkelschwarz suche tolerante leute. was ich nicht mag: intoleranz und hiphopper..." keinen widerspruch... höchstens eine Verallgemeinerung... Ich finde, dass auch der Musikgeschmack eine Rolle in einer Freundschaft spielt! Stell dir nur mal vor, du lernst jemanden kennen, der HipHop mag und mit Metal oder Gothic nichts anfangen kann... vielleicht davon absolute Kopfschmerzen kreigt oder sonstwas... würdest du dann immer mit ihm abends in die nächste HipHop-Disko gehen? Das Problem ist dabei auch, dass wirklich nicht alle Tolerant sind und geh mal gestylt in eine In-Disko... Man kann natürlich trotzdem mit Menschen befreundet sein, die auch andere Musik hören, das erfordert aber von beiden Seiten etwas toleranz (wieder dieses Wort *g*) und auch die Bereitschaft ab und zu zugeben. wie wäre es mit "wer alles durchlässt kann nicht ganz dicht sein" [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] dunkle Grüße, verwirrter Wanderer |
| Seneca | Ich weiß übrhaupt nich was das soll, Intoleranz ist überhaupt keine schlechte Sache, bedeutet es nämlich das man "gegen" etwas steht, und ich bin extrem intolerant gegenüber einer Menge Dinge, Leute und Geisteshaltungen. Warum...weil ich mir eine eigene Meinug erlaube und dafür auch eintrete. Ich bin intolerant gegen Gewalttäter, mit der Eigenart dadurch selbst einer zu werden. Ich bin intolerant gegen Unhöflichkeit, mit der Folge selbst unhöflich zu werden. Nur ein paar Beispiele, die belegen, das das Wort Toleranz viel zu leichtfertig verwendet wird. Viel besser finde ich das Wort "Toleranzgrenze", beschreibt es doch die Linie, an der die Toleranz endet...! ...dunkelblaue Grüße zur Nacht... C.R. |
| scorpio666 | Ich würde auch nie behaupten das ich besonders tolerant sei. [img]http://216.40.198.77/mysmilies/s/contrib/dvv/asthanos.gif[/img] Mir sind Leute entweder von Anfang an sympathisch oder halt net.Das entscheide ich er emotional,ohne das ichs erklären könnte. Tolerant in Sachen Musik ,bin ich nur solange,wie ich es selber net hören muß. |
| Phoenix-Arcana | Hi@all: also, nicht dass man mich falsch versteht, ich denke auch dass man nicht alles tolerieren muss/kann. nur hört es sich bei vielen so an, als wollten sie, nur um einem klischee gerecht zu werden tolerant sein... nennen aber im gleichen satz noch die dinge, die sie gar niemals und überhaupt nicht tolerieren..akzeptieren *G* außerdem hätte es doch auch heißen können: "...ich mag aber keine hip hop musik.." oder ähnlich. es ist einfach idiotisch von vornherein zu sagen:"...oh, ich mag keine hiphopper..." das können ja auch liebe leute sein... LG |
| Lexi | das mit der Toleranz is so eine sache, man will es haben, kann es aber selbst net geben. ich halte mich selbst für einen relativ toleranten Menschen, aber nicht in allen bereichen. ich würde niemanden aufgrund seines Aussehens oder seiner Hobbies verdammen, solange sie meinen Wertvorstellungen noch so halbwegs entsprechen. Aber ich glaube, das ist der Haken an der Toleranz... Lexi |
| Noctambule | Zitat: |
| Frail | Tolerant ist wohl kaum jemand prinzipiell, höchstens parziell. Meiner Erfahrung nach sind gerade die Leute, die ihre angebliche Toleranz wie auf einem Demonstrationsplakat vor sich herschwenken, bestenfalls [i]meistens[/i]nicht weniger intolerant als andere auch. Ja, ich glaube auch, dass es zum Laberchic gehört etwas von Toleranz zu schreiben oder zu erzählen. Benötigen viele unsichere Leute, die genauso auch andere Klischeefloskeln (die eben so gängig sind und mit denen sich nicht viel "falsch" machen lässt) benutzen, weil sie befürchten, durch die Darstellung ihrer ureigenen Einfälle nicht genug Akzeptanz oder ja - Toleranz - zu finden. Wichtig erscheint mir nicht, dass man tolerant sein kann, sondern dass man an den richtigen Stellen den Toleranz-Ein-Aus-Schalter betätigt. Was ist richtig und was falsch? Die Antwort kennt - so gut das auch ist - keiner. Man bewegt sich allenfalls in der gesuchten Gemeinschaft tolerierter Gleich- oder Ähnlichdenkender, die den Schalter möglicherweise an den gleichen Stellen wie man selbst aus- oder anmachen würden. Durch zu viel Toleranz oder Eselsköpfigkeit wurde schon so viel zerstört. Wenn mir etwas vorschwebt, wenn ich eine konkrete Vorstellung habe, zerstört zu viel Toleranz die geniale Form dieser ursprünglichen einzigartigen Gedanken und deformiert sie zu einer schleirigen, trüben, amorphen Masse minderer Qualität. |
| Harlekin | Also ich denke man muss das ganze einmal ein wenig von Unten aufrollen.. Was ist Toleranz? Per Definition ist "Toleranz" ein zugelassene Abweichung von einem Wert. "Intoleranz" ist das bestehen auf eben diesen Wert und zwar Ganz genau. Bei technischen Mitteln ist das einfach zu bewerten. "Dieses Ding ist 5 cm hoch +/- 0,2 cm Toleranz" d.h. es werden alle solche Dinge akzeptiert die von 4,8cm bis 5,2cm liegen.. Meine Toleranz bestimmt was ich akzeptieren kann oder nicht , nicht umngekehrt, oder wenn ich etwas nicht mehr tolerieren kann dann muss ich es akzeptieren.. wichtig ist der Wert und wie allgemein mann den fasst. Und vor allem wo man den drauf legt. Nehmen wir ein Auto: Was für Autos tolerierst du? - spielt größe eine rolle? - Leistung? - Musikanlage? - Lackierung? - Ausstattung/Tuning? oder ist es eher so das es dir "halt gefallen muss"? Jeder Toleriert Gewalt (Physische/Psychische) aber wie hoch und gegen wen ist subjektiv. der eine Toleriert "null" (= +/- 0,00) physische Gewalt, ist also Intolerant gegen diese Art der Gewalt, toleriert aber bis zu einem Gewissen Grade psychische .. Es ist eigentlich Sinnlos solche total verallgemeinerten Begriffe wie "ich bin Tolerant" zu verwenden .. denn sie werfen eigentlich nur weitere Fragen auf wie: "Tolerant bei WAS?" und: "Wie WEIT?" "ich bin Tolerant" als alleinstehender, allgemeingültiger Ausspruch würde bedeuten "ich akzeptiere eigentlich alles und jeden in weiten Bereichen" was dann natürlich auch negative Dinge wie z.B. Gewalt miteinschliessen würde. ids +ddd* |
| Frail | Ja. |
| Gypsy | muss hier mal den satz zitieren, der mir immer zu diesem thema einfällt:Zitat: |
| scorpio666 | Zitat: |
| Colonaell | Ach Loide ein sooooooooooooo schönes Thema, wie dieses hier, da [b]muss[/b] ich mich einfach äussern *g* Neulich Mittwochs beim weggehen: Colo "Wow, harte Gestalten hier unterwegs", Sylia: "Erwartest Du Akzeptanz" *Colo yberlegt* Was kam raus? Ganz einfach: Ich bin NICHT tolerant, und erheben auch keinen Anspruch darauf, und nehme dafür natürlich auch bewusst in kauf, daß Andere mit mir genauso verfahren... Nur sollte sich jeder wirklich einmal Gedanken machen, inwiefern er wirklich tolerant ist, oder nicht nur geistige Augenauswischerei betreibt, um einige scharze-szene-positiv-kriterien zu erfüllen, oder um besser von sich selbst denken zu können... Wenn man Toleranz darauf beschränkt Andere still zu dulden, kann man mich als tolerant bezeichnen, nur wenn man Toleranz als Begriff nimmt, der auch eine Kommunikation mit entsprechenden Individuen zulässt, so bin ich es halt nicht... Achja, und nochwas, jeder bekommt nur den respekt, den er Anderen erweist, eine Tatsache, die heutzutage auch kaum noch Einer realisiert... Grüße vom Ketzer Col O'Naell ------------------ -=oO0° We see the star's eternal distance, as we reach out to take them home... °0Oo=- |
| Phoenix-Arcana | ...Nur sollte sich jeder wirklich einmal Gedanken machen, inwiefern er wirklich tolerant ist, oder nicht nur geistige Augenauswischerei betreibt, um einige scharze-szene-positiv-kriterien zu erfüllen, oder um besser von sich selbst denken zu können... --------------------------- das ist es was ich meine!!!denn viele, viel zu viele, denken eben NICHT darüber nach! das regt mich extrem auf. MfG |
| Apfelkrautsalami | Hab da mal was gehört was sooo falsch nicht ist: Toleranz bedeutet, etwas ablehnend gegenüberzustehen und nichts dagegen zu tun! ------------------ Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht auch keinen Gott mehr. |
| Colonaell | @Apfelkrautsalami: Genauso sehe ich das auch, nur ich habe realisiert, daß es Subjekte gibt, denen gegenüber ich ablehnend bin, und warum sollte ich das ändern wollen? Es sollte sich jeder der Ultratoleranten einmal fragen, was er damit eigentlich erreichen will. Bevor ich mit Leuten anbändel, die mir unsympathisch sind, und mir den Streß geb, die zu ertragen, sag ich lieber direkt, daß ich diese Subjekte nicht mag, sollten deren Kommunikationsbedürfnis mir gegenüber überhand nehmen... Aber so bin ich, arrogant, und weder schwarz noch goth, also keine Angst um eure Szene [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img] [b]Der Ketzer[/b] [i]Col O'Naell [/i] ------------------ -=oO0° We see the star's eternal distance, as we reach out to take them home... °0Oo=- |
| seelenmord | Salut, ich zitiere mal fluchtraum: "Toleranz besteht eben genau darin, auch das in Frieden existieren zu lassen, was man nicht mag.", und schließe mich diesen Worten an. Aber komme gleich mit einem Problem über das ich mir schon öfter Gedanken gemacht habe, wie ist es bei Gedankengut, welches ich nicht akzeptiere (Radikalismus, Gewaltverherrlichung usw.), aber passiv toleriere [in dem ich es im Prinzip irgendwie ignoriere]. D.h. ich setze mich zwar damit auseinander, aber ich gehe z.B. auf keine AntiFa-Veranstaltung, Friedens-Demo oder ähnliches. Gedankengut jeglicher Form will zumeist irgendwann in Taten/Ergebnisse umgesetzt werden und dann muß ich es vlei (gegen meinen Willen) akzeptieren, weil ich keine andere Wahl habe ... Paßt man sich dann den äußeren Gegebenheiten und denkt, man ist tolerant ...? ------------------ Leise Grüße Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst. |