German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Leben, Arbeiten und Sterben in D.
DaimonIrgendwann ab einem gewissen Alter, vielleicht auch schon vor der Geburt werden Entscheidungen getroffen ... mein Kind wird später "dies" oder "das" werden.

Diesem Druck können die wenigsten entkommen ...

"Filius, Du wirst Arzt, wie Großvater und auch ich!"

Vielleicht ist man etwas glücklicher dran und bekommt gesagt: "Such Dir eine Ausbildung, Kind!"

Allerdings geht es dann in der Ausbildungstätte richtig los. Unwissen (was darf ein Azubi und was nicht) gepaart mit evtl. Furcht sind die richtige Grundlage um ausgebeutet zu werden.

Ein nicht unerheblicher Teil der Azubis wird ausgebeutet, macht unbezahlte (!) Überstunden. Dazu kommt das sogenannte "mobbing" - aus dem Betrieb ekeln. Entweder subtil, psychologisch mit oder direkt mit körperlicher Gewalt wird auf das schwächste (?) Glied am Arbeitsplatz losgegangen.

Fiktion?

Wirklichkeit, traurige Wahrheit!

Dann auch noch diese Verlogenheit, es gibt genügend Ausbildungsstellen ...

... aber wer möchte schon in einem klein- bis mittelständischen Unternehmen als Bürofachkraft tätig sein und ein mickriges Gehalt verdienen? Kann ich es Menschen verdenken, die dann doch lieber von wesentlich mehr Sozialhilfe leben?

Vielleicht bin ich auch handwerklich geschickt und Gesell(e/in) geworden ... in einer Branche mit rückläufigen Aufträgen.

Irgendwas ist doch falsch am System ...

------------------
---Signatur---

Ein Engel bin ich
und ein Dämon;
gespalten und verwirrt.
Ich besitze Macht,
und dennoch:
bin ich ein Nichts.

Daimon
Harlekinich hab die traurige wirklichkeit auf dem arbeitsmarkt am eigenen Leibe erfahren. ich habe nach 2 Studien (studium und aufbau/erweiterungsstudium) und ich denke mal ausreichend erfahrung 8 Monate gebraucht um als fertiger Ingenieur einen Job zu bekommen und selbst der job den ich jetzt habe ist nur nach Ost-verhältnissen bezahlt und habe ich auch nur durch Zufall und glückliche Umstände bekommen.
Die meisten meiner Freunde haben Jobs in denen sie (In der Ausbildung) weniger Verdienen als sponsored by Sozialamt. (wie zum Henker soll man mit 500 € überleben können??? )

Ich habe nichts gegen niedrige Löhne, aber dann auch bitte niedrige Ausgaben..

(nur zur Info ich suche jetzt seit weiteren 8 Monaten einen anderen Job .. NÜX!)

ids *ddd*

H.
Fee€ 500 ?? soviel ??

mein Freund bekommt - halt dich fest ca. € 320. Un da gehen ja noch die üblichen Abzüge weg. Das ist zwar bei dem Betrag nicht soviel, aber in dem Fall tut jeder Euro weniger weh.

Scheinbar geht man heute einfach davon aus, daß jeder sich bei seinen Eltern bis 25 einnisten darf
Harlekin*kopfschüttel*

wow was für eine welt..
ich kenne auch viele die wollen dieses "lästige" Arbeitsamt weghaben. Und diese damit verbundenen "dummen" Jobangebote.. Okay viele davon sind wirklich nicht der Traum schlafloser Nächte, aber der verkäufer in einem Klamottenladen ist Arbeitslos und kriegt trotzdem sein Verkäufergehalt. beschwert sich dauernd über diese unsinnigen Arbeitsangebote des Arbeitsamtes..(nicht das er vor hätte etwas anderes zu arbeiten aber der laden kann sich einfach keinen "echten" Verkäufer leisten..

naja es lebe das neue 320e gesetz , tolle wurst..


ids*ddd*
H.
SenecaIch für meine Teil habe bereits zwei Ausbildungen hinter mir, und habe jetzt doch noch ein Studium angefangen, eigentlich nur, weil ich als Kunstschmied keinen Job kriege, und ich es nach sechs Monaten in einer Stahlbaufirma nicht mehr ausgehalten habe.
Warum drei Jahre Kunstschlosser lernen, und dann nur Träger zusammenschweißen.
Der Verdienst als Kunstschlosser war zwar geringer, aber die Arbeit hat Spaß gemacht.
Dummerweise bräuchte ich einen Meisterbrief, um eine eigenen Werkstatt aufzumachen, der Betrieb in dem ich gerlernt habe, ist nach dem Tod des Meisters aufgelöst worden.
In Anbetracht der Tatsache, das die Aussichten im Handwerk eher düster sind, habe ich angefangen Maschinenbau zu studieren.
Nebenbei arbeite ich eben noch als Sicherheitskraft, wofür ich eine Prüfung bei der IHK ablegen musste.
Und am Wochende geht's ins Hotel, als Nachtportier....amerikanische Verhätnisse...oder...!

Zusammen verdiene ich weniger als ich Anspruch auf Arbeitslosengeld hätte, aber ich fühle mich zehnfach besser, als in den drei Monaten in denen ich arbeistslos war.




[Dieser Beitrag wurde von Seneca am 05. April 2002 editiert.]
DarkSecrets
wow...500€?...ist für mich ne menge..
ich hab ne ausbildung gemacht und wurde,wie so viele auch..nicht übernommen..nachdem ich fertig war..wurde/bin ich seit anderthalb jahren Arbeitslos..und was verdiehn/bzw bekomm ich?...60€ monatlich! das ist..wie soll man sagen..der Dreck unter den Nägeln, den andere sich grad so abbrechen können.
ich weiß nicht wie diese Leute sich das vorstellen, was da noch rauskommen soll...preise steigen..gehalt fällt...
einfach nur die größte Frechheit dies geben kann!

dark

------------------
Einmal werde ich weggehen und nicht mehr wiederkommen.
Einmal werde ich frei sein da zu gehen, wo es keine Wege gibt!
DaimonIch bin so eine gelernte "Bürofachkraft" laut IHK sogar ein "Bürokaufmann".

Nach meiner Ausbildung wurde ich auch nicht übernommen, aber das ist eine andere Geschichte .. nach mobbing, rassismus und arbeitgeber-spießertum, hatte ich mich entschlossen wieder zur Schule zu gehen. Nach 4 Jahren Schulabstinenz wieder ans Gymnasium ... konnte nur schieflaufen, da ich nebenbei viel arbeitete um meinen "Lebensstandard" zu halten, nach einem Jahr Schule aufgegeben und zum Arbeitsamt .... eine Woche später den nächstbesten Job bekommen.

"Was können Sie denn / haben Sie denn gelernt?" wurde ich beim Arbeitsamt gefragt.
Nach einem Schmunzeln meinerseits antwortete ich: "Wenn wir davon ausgehen, das ich in meinem erlernten Beruf nicht wirklich etwas gelernt habe und auch meine guten Prüfungsnoten nicht wirklich über die Ausbildungsqualität in der Ausbildungsstätte aussagen, möchte ich NICHT mehr in diesem Beruf tätig sein." Es folgten Dinge die ich im Gegensatz zu meiner Ausbildung WIRKLICH kann und so bekam ich nach einer Woche Arbeitslosigkeit einen Job.

Seit dem bilde ich mich privat ständig weiter und habe bisher nicht die Hoffnung verloren studieren zu können.

Kurzer Gedankensprung zurück:
Während meiner Ausbildung kam ich manchmal auf ca. 200 Überstunden im Monat.. was man mit ca. 6 Überstunden täglich berechnen darf. Und ich habe erfahren, das ich damit noch gut dran war, denn ich durfte im Gegensatz zu Freunden meine Überstunden noch abfeiern. Was bedeutete: 2 Monate vor der Abschlußprüfung Urlaub und 1 Monat nach der Prüfung ebenso, was soviel hieß wie: Die drei letzten Monate der Ausbildung ohne zu Arbeiten mit 360 € in der Tasche faulenzen und für die Prüfung lernen.

------------------
---Signatur---

Ein Engel bin ich
und ein Dämon;
gespalten und verwirrt.
Ich besitze Macht,
und dennoch:
bin ich ein Nichts.

Daimon
SchwarzePest@ Seneca
Ich hatte einen ähnlichen beruflichen Werdegang. Eins kann ich dir jetzt schon sagen. Das gute Gefühl das man hatte wenn man die Baustelle verließ und noch mal auf das fertige Geländer schaute oder wenn man duch die Stadt fuhr und sagen konnte " Das habe ich gebaut" wird dir auch als Dipl. - Ing. fehlen.
Aus meiner heutigen Sicht wäre der Meister der richtige Weg gewesen.

[Dieser Beitrag wurde von SchwarzePest am 05. April 2002 editiert.]
SEIROMEMÜberstunden, die abgebummelt werden können & tatsächlich auch in Freizeit abgegolten werden machen wenigstens Sinn.

Ich wurde gestern von meinem taiwanesischem Kollegen gefragt, warum die Deutschen immer sagen, sie seien so beschäftigt und hätten keine Zeit, wenn sie es gar nicht sind. Wir hatten Ostern frei, also 4 Tage an denen keiner zur Arbeit erschienen ist, nur er war in der Firma um die Sachen zu erledigen, die er in der Woche nicht geschafft hat, unentgeltlich versteht sich.
Er wäre immer für die Fragen seiner Kollegen da oder wenn jemand etwas von ihm wolle, dann ist er für die anderen da, ein "Geben und Nehmen" sozusagen, er würde niemals sagen, er sei beschäftigt, weil es immer etwas zu tun gibt und man müsse seine Hausaufgaben machen, dann bräuchte man nicht immer so viele Fragen stellen. Vielleicht noch erwähnt, dass es in Taiwan/China Gang und Gebe ist, bis 21.00h oder 22.00 h zu arbeiten und auch am Wochenende wird geschuftet. Für einen wesentlich geringeren Lohn, als es in Deutschland der Fall ist.

Die Anforderung der Arbeitswelt heutzutage werden immer internationaler, wir sind gezwungen uns mit den entsprechenden Usancen und Methoden anderer Kulturen auseinander zu setzen. Firmenpolitik die zu Insolvenz führt, gerade bei den Multikonzernen werden nach meiner derzeitigen Erfahrung gern als Benchmark, als schlechtes Beispiel den Mitarbeitern präsentiert. Danach bekommen die Worte Back to Basic einen ganz anderen Stellenwert.

Uns hier in Deutschland geht es wirklich noch relativ gut im internationalen Vergleich, wobei das Beispiel von Seneca wirklich schon eher amerikanische Verhältnisse aufzeigt. Ich stimme dem zu, lieber derartiges als arbeitssuchend und abhängig vom Arbeitsamt zu sein.

Welche Alternative gibt es noch? Vielleicht der Versuch eine eigene Existenz zu gründen, damit die Rechtfertigungen aufhören und nicht mehr der Eindruck entsteht, nur ein austauschbares Rad im Getriebe zu sein -

Arbeitsamt - nun denn, hinsichtlich der qualifizierten Vermittlung habe ebenfalls meine Erfahrungen gesammelt, auf die Ausbildung/Werdegang & die Marktentwicklungen wird zumindest nicht zu häufig geschaut, was zählt ist die Statistik insbesondere wohl im Wahljahr...

nachdenkliche Grüße
SEIROMEM



[Dieser Beitrag wurde von SEIROMEM am 05. April 2002 editiert.]
SIG- TIU@ Seiromem und Harlekin,

was glaubt ihr kann das Arbeitsamt denn tun, wenn der Arbeitsmarkt eine derartige Schieflage aufweist??

Alle Branchen habe in den letzten Jahren in Größenordnungen Personal entlassen, aus welchen Gründen auch immer. Meist waren es nur kleine Zeitungsmeldungen.
Das gesellschaftliche Entsetzten hielt sich sehr in Grenzen. Und jetzt hat plötzlich das Arbeitsamt den Schwarzen Peter??



[Dieser Beitrag wurde von SIG- TIU am 06. April 2002 editiert.]
Daimon@SEIROMEM
[b]Wir hatten Ostern frei, also 4 Tage an denen keiner zur Arbeit erschienen ist, nur er war in der Firma um die Sachen zu erledigen, die er in der Woche nicht geschafft hat, unentgeltlich versteht sich.[/b]
Dazu muß man nicht aus einem "anderen" kulturellen Kreis stammen. Es hat etwas auch etwas mit der Stimmung in den Betrieben zu tun, mit den Menschen. Ich arbeite 6 Tage die Woche - Sonntag bis Freitag. Bezahlt bekomme ich 6 Stunden am Tag obwohl ich oft 8 oder manchmal sogar 9 Stunden da bin und etwas tue. Das Arbeitsklima ist - nach den Erfahrungen mit der Ausbildung - eigentlich perfekt. Obwohl mein soziales Leben, so gering es auch so schon war, sich jetzt auf ein minimum reduziert hat. Meine Arbeitszeiten fallen in den Abend/die Nacht und stoßen auch mal an 3 Uhr morgens an. Wenn ich weiß das etwas fertig werden muss, dann sitze ich halt länger (unbezahlt) daran. Wenn ich dann schon mal nach 4 Stunden alles erledigt habe und alles Mögliche für die nächsten Tage vorbereitet habe kräht auch kein Hahn, wenn ich früher gehe. Es ist ein Geben und Nehmen.

In so einem Arbeitsklima gedeiht eine Firma. Die Mitarbeiter TUN etwas dafür, der Boss tut etwas dafür.

Aber das ist nicht der Alltag ...

[b]Ich stimme dem zu, lieber derartiges als arbeitssuchend und abhängig vom Arbeitsamt zu sein.[/b]
Da kann ich auch nur zustimmen

[b]Welche Alternative gibt es noch? Vielleicht der Versuch eine eigene Existenz zu gründen, damit die Rechtfertigungen aufhören und nicht mehr der Eindruck entsteht, nur ein austauschbares Rad im Getriebe zu sein - [/b] Das das so einfach nicht ist, zeigen die Zahlen der Insolvenzen ...

[b]Arbeitsamt - nun denn, hinsichtlich der qualifizierten Vermittlung habe ebenfalls meine Erfahrungen gesammelt, auf die Ausbildung/Werdegang & die Marktentwicklungen wird zumindest nicht zu häufig geschaut, was zählt ist die Statistik insbesondere wohl im Wahljahr...[/b]
Der Druck auf das Arbeitsamt ist in den letzten Jahren stark gestiegen, Leute wurden entlassen (auch hier) und WENIGER Vermittler müssen MEHR Menschen an einen Job bringen.
Aus meiner Erfahrung als ehrentamtlicher Dozent (manchmal mit einem Ausgleichsgeld) - habe ich viele Menschen kennengelernt, die Pflichtmaßnahmen durchführen müssen, weil sonst die Sozialhilfe gekürzt wird - kann ich sagen das das Vermitteln nicht so einfach ist. Zum einen gibt es Menschen, die ein gewisses Alter überschritten haben und sich nicht so einfach mit Technik anfreunden können oder wollen. Es gibt Menschen, die in ihrem Beruf - der ihnen Spaß macht - keine Stelle bekommen und sich so durch alle Möglichen Jobs über Wasser halten und ständig in die Sozialhilfe zurückfallen. Dann gibt es einen großen Teil Menschen, die gar nicht wollen und sich dumm stellen um ja keinen Job zu bekommen. Von denen die wirklich (leider) zu dumm sind möchte ich gar nicht sprechen.

Wie kann also ein Vermittler all diese Menschen "abarbeiten" ohne in Routine zu verfallen um seelisch nicht zu zerbrechen? Wie kann auf jeden eingegangen werden, wenn so viele da sind?

Nachdenklich,

------------------
---Signatur---

Ein Engel bin ich
und ein Dämon;
gespalten und verwirrt.
Ich besitze Macht,
und dennoch:
bin ich ein Nichts.

Daimon
Julyanur mal kurz...


habe neulich meine lehre geschmissen. wollte zahntechnikerin werden. ist an sich auch ein ganz netter beruf, aber ich wollte eigentlich auch darauf aufbauen und in die gesichtsprothetik gehen.
tja, daraus wurde aber leider nichts.
achja... 500 D-MARK im monat. viele viele unbezahlte überstunden... nach 6 wochen krankschreibung wegen psychischer folter und mobbing seitens meiner arbeitskollegen und meiner chefs habe ich ein gespräch mit ihnen geführt, in dem mir dann mitgeteilt wurde, daß ich [b]nicht eine einzige[/b] überstunde gemacht hätte, daß ich faul und unsauber sei...
komisch nur, daß mein alter chef (job in einem fotoladen) so begeistert von mir war, daß er mich am liebsten nicht gehen lassen wollte... [i]da muß ich mich wohl ganz schön verändert haben, ich faules, dummes, dreckiges ding...[/i]... die immer für das ganze labor mitgeputzt hat und auch sonst eher die putze und die auslieferin war...

jaja und jetzt jobbe ich in einer beschissenen drogerie für einen hungerlohn... aber wenigstens sind die menschen dort nett.....


*sfz*


späte grüße


julya
SEIROMEMDaimon & Harlekin,

meine Erfahrungen mit dem Arbeitsamt sind nicht sonderlich gut. Als ich mich dort gemeldet hatte, war ich zwar noch in Beschäftigung aber es war absehbar, daß es zum 01.Januar 2002 nicht klappt und ich etwas neues finde. Also meldete ich mich Mitte November 2001 schon mal arbeitssuchend.

Das erste was mir der Mitarbeiter entgegnete war, warum sind sie denn nach 2 Jahren wieder hier um sich arbeitssuchend zu melden? Anzumerken ist, daß ich beim ersten Mal lediglich 3 Wochen überbrücken mußte - nun ja, meine Verfassung war aufgrund der Situation nicht die Beste. Ich hatte mich nicht vorbereitet auf eine derart direkte Fragestellung, also wohl mein Fehler

Nun denn, am 02.01. war ich noch mal da um die restlichen Papiere abzugeben und nach 8 Wochen durfte ich noch mal mich auf den Weg machen um nachzufragen, warum denn kein Arbeitslosengeld eingegangen ist, ich hätte schließlich Bewerbungskosten, die etwas außer der Norm liegen. In diesem 3.Gespräch sagte man mir, daß man einen entsprechenden Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten stellen könne, aber nicht die Telefongebühren durch Internetrecherche...

Alternativ boten sie mir noch einen Job in München an, eine Art Sachbearbeiterposition, die von der Qualifikation unterhalb meiner letzten Tätigkeit lag. Ich frage mich, ob es wirklich derartig standardisiert abgehen muß oder ob man sich nicht auch im personalreduziertem Arbeitsamt mal ein paar Gedanken machen kann, was man anbietet. Die Wohnungssituation in München ist meines Wissens nicht die beste..

Lassen wir das. Ich gebe zu, meine Erfahrungen kann nur ich machen.

In diesem Sinne

Gute Nacht
SEIROMEM


[Dieser Beitrag wurde von SEIROMEM am 06. April 2002 editiert.]
DaimonSeiromem, niemand wollte Dir einen Vorwurf machen. Es ist halt so, das jede(r) es so sieht, wie er/sie es empfindet.

Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, das die Vermittler und Sachbearbeiter hoffnungslos überfordert sind.

Rechen-Beispiel an einer 25.000 Seelen-Stadt:

Arbeitszeit 9-16 uhr, von 10 - 13 Uhr für Leute geöffnet. An einem normalen Tag kommen ca. 30 Arbeitslose zum Amt um irgend etwas zu klären. Das wären für einen Vermittler/Sachbearbeiter 8 Minuten pro Person ....

Nicht aufgezählt die Stunden am Telefon, Computer und der Papierkram.

Da ich mitbekommen habe das es nicht ganz so einfach ist, kann ich die Leute nicht verteufeln [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img] - ja, klar .. der Service ist nicht ok.. wie sollte er aber auch?

Wie sagte unser Kanzler doch so herzlichst? Wer nicht jeden Job vom Arbeitsamt annimmt ist sowie ein Schmarotzer.

In diesem Sinne: Na denn - Gute Nacht!

@Julya:
An Deine Situation habe ich auch gedacht als ich bitterböse diesen Text verfasste ... *seufz*

------------------
---Signatur---

Ein Engel bin ich
und ein Dämon;
gespalten und verwirrt.
Ich besitze Macht,
und dennoch:
bin ich ein Nichts.

Daimon

[Dieser Beitrag wurde von Daimon am 06. April 2002 editiert.]
SEIROMEMDaimon,

ich gebe zu etwas sensibel zu sein, was diesen Punkt angeht. Nichts für ungut.

Sicher sollte man auch an die Angestellten des Arbeitsamtes denken, die, wie in anderen Unternehmen in Deutschland auch, die trotz Personalabbau die gleiche oder gar noch eine bessere Leistung erbringen müssen, um aus der Talsohle wieder heraus zu kommen.

Es ist erforderlich über Methoden nachzudenken, wie diese Arbeit mit weniger Leuten bewältigt werden kann, doch sind diejenigen, die dann für eine neue Struktur sorgen müssen nicht überfordert? Manchmal scheint es mir so, Änderungen führen zu Verwirrung, wenn nicht richtig darüber aufgeklärt wird sowohl intern wie auch extern. Die Frage nach dem richtigen Führungsstil kommt mir in den Sinn, autoritär oder kooperativ? Viele Köche verderben den Brei,[i] (kennt der eine oder andere vielleicht auch aus Diskussionen hier in den nachtwelten - will ich auch nicht weiter drauf eingehen)[/i]. Disziplin ist gefragt, es bleiben die übrig, die in der Lage sind, diese Mehranforderung zu leisten. Mensch als Maschine, ein Rad im Getriebe - solange bis er durch Automatisierung von Computern abgelöst wird. Der Bedarf an entsprechenden IT Profis ist ziemlich groß, es laufen mir doch einige Schauer über den Rücken, bei dem Gedanken, dass der Automatisierungsprozess nicht mehr nur Roboter in Fertigungsstraßen menschliche Bewegungen nachahmen lässt, sondern eventuell in ein paar Jahren auch die Prozesse in kaufmännischen Bereichen von Softwareprogrammen vorgegeben werden, ggf. Hilfskräfte die Eingabefelder ausfüllen, um die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens aufrecht zu erhalten.

Wohin entwickelt sich das Arbeiten in Deutschland, in der Welt? Eine nach wie vor interessante Fragestellung.. man darf gespannt sein.

Gruß
SEIROMEM


Lucas de VilJetzt mal die Gegenseite dazu...
Meine unbedeutende Wenigkeit kriegt 550€ monatlich nach Abzügen, für einen Azubi im zweiten Lehrjahr nicht unbedingt wenig. Nun ja, Kindergeld gibs keines mehr, Benzin wird stetig teurer, aber was solls...
Nach allem Drum und Dran bleiben so ca. 200€ zum Leben...
Auch wegen besagten Überstunden kann ich mich nicht beklagen... Hab zwar in dieser Woche 2 (ganze zwei, toll nicht?) angesammelt und werde versuchen noch 6 dazu zu bekommen (ist schwierig, Überstunden zu reißen, wenn die Gesellen immer pünktlich Feierabend machen, [i]ja dich gar rauszuwerfen versuchen[/i]). Generell werde ich allerdings auch für 8 Stunden eingesetzt. Inklusive Fahrtzeit komme ich so in Etwa auf einen 12-Stunden-Tag.
Überstunden kriege ich 0 bezahlt, da wir laut Ausbilder (jaja, sind schon eigenartige Strukturen bei uns) keine Überstunden [b]machen dürfen[/b]. Sollten wir welche machen gibs gleich massiv Ärger mit ihm. Aber was er nicht weiß [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif[/img] Nun, ich kann meinem (jetzigen) Chef (ich sags ja, leicht eigenartige Strukturen) sagen dass ich mich jetzt verziehe meine Überstunden abbummeln. Und alles ist geritzt. Also auch hier kein Problem.
Nicht mal über das Arbeitsamt kann ich herziehen, hab mich dort gemeldet und prompt 5 Stellenangebote bekommen, von denen ich bei vieren zu Eignungstests, Vorstellungsgesprächen etc. eingeladen wurde. (Dräger war schon belegt [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img])
Nun ja, von Vieren hatte ich schlußendlich auch eine Zusage (für nen Realschüler mit Durchschnitt 1,6 nicht schlecht), konnte mir also aussuchen wohin ich möchte und hab mir (offensichtlich [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]) die Rosine rausgepickt. Natürlich habe ich auch ordnungsgemäß den drei anderen abgesagt und das A-Amt informiert...
Wie gesagt, ich kann nicht klagen.
Die Kollegen sind alle in Ordnung (falsch, alle geistig genauso durch wie ich), meine halbjährlichen Beurteilungen sind auch nich das Schlechteste...

Doch euer 'Leid', insbesondere deines Julya, kenne ich auch. Haargenau dasselbe, eine ehemalige Klassenkameradin von mir lernte auch Zahntechnische Gehilfin (oder wie sich das formell schimpft). Ich habe es selbst erlebt, sie kam abends gegen 9 nach Hause, weil sie immer Überstunden scheffeln durfte, hat geputzt und gewienert, wärend die anderen dumm rumsaßen und laberten und bei einem Gespräch mit ihrem Chef hat dieser ihr mitgeteilt, dass er mit ihrer Arbeitsweise nicht zufrieden ist, da lt. Aussage ihrer Kolleginnen sie nur rumsitzt, ewig am Rauchen ist (als chronische Asthmatikerin??? Sicher...) und absolut nichts tut. Da hat sie dann auch genug gehabt, ihm eine gepfeffert und ist sofort nach Hause marschiert. Naja, auch 'Bunte' habens manchmal nicht leichter als wir...

Haben eure Betriebe eigentlich eine Auszubildenden-Vertretung?

Naja, egal.
Das Einzige was mich bei meiner Ausbildung wurmt: Wir haben arbeitsmäßig noch nichts, [b]überhaupt nichts[/b] mit Netzwerken oder Programmierungen zu tun gehabt. Für nen [b]I[/b]nformations- und [b]T[/b]elekommunikations[b]s[/b]ystem[b]e[/b]lektroniker ziemlich schlecht, denn z.B. meine Zwischenprüfung bestand zu ca. 45% aus diesem Thema. Schon übel, wenn man als IT-SE nicht mal weiß wie ne Bridge funktioniert, oder? (das bis heute noch nicht weiß)

Soviel zum Thema Ausbildungsrahmenplan... *pft*
In diesem Sinne:
Guten Vor-Abend [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]

und noch was: [i]nichts gegen Ossis, ist das klar???[/i]

------------------
‡ errare humanum est, perseverare diabolicum ‡
[i]alles kursiv dargestellte sind sarkastische gedanken, die mir durch den kopf gehen und sind keinesfalls als ernst gemeint anzusehen[/i]

sometimes silence is an wunderful art of sound

[Dieser Beitrag wurde von Lucas de Vil am 06. April 2002 editiert.]
FallenSiskoEine Bridge ist eine Brücke zwischen irgendwas... bestimmt zwischen Prozessor und dem Rest oder? Entschuldige aber bei sowas hab ich generell weggehört... [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]

Zum Rest mich zu äußern ist unwichtig da ihr das ehh alle schon kennt... ist doch ehh immer alles das selbe. Achja und das Arbeitsamt in Leipzig ist wunderschön neu gebaut. Ich glaub das schönste Haus im ganzen Viertel!

------------------
wunderbar... all the shining stars
Lucas de Vil
Zitat:
Original erstellt von FallenSisko:
[b]Eine Bridge ist eine Brücke zwischen irgendwas... bestimmt zwischen Prozessor und dem Rest oder?
[/b][/quote]

Aber doch nicht in der Netzwerktechnik...
Das ist irgend so eine Art Konzentrator für irgendwas, evtl nach dem Prinzip eines Multiplexers???

Zitat:
Original erstellt von FallenSisko:
[b]Achja und das Arbeitsamt in Leipzig ist wunderschön neu gebaut. Ich glaub das schönste Haus im ganzen Viertel!
[/b][/quote]

*hehe* Das Geld hätten die lieber in etwas anderes stecken sollen...
*sichweiterekommentarespar*

------------------
‡ errare humanum est, perseverare diabolicum ‡
[i]alles kursiv dargestellte sind sarkastische gedanken, die mir durch den kopf gehen und sind keinesfalls als ernst gemeint anzusehen[/i]

sometimes silence is an wunderful art of sound
Harlekin
Zitat:
Original erstellt von FallenSisko:
[b]

*schnipp*. Achja und das Arbeitsamt in Leipzig ist wunderschön neu gebaut. Ich glaub das schönste Haus im ganzen Viertel!
*schnipp*

[/b][/quote]

Mir fielen bei dem betreten der Hallen des betretenen Schweigens sofort die alten amerikanischen Gefängnissfilme ein.. Ich musste stark den Drang unterdrücken mich in den Mittelgang zu stellen und "Alle Raustreten" zu brüllen... *schauder*

ids *ddd*
H.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur