| salzperle | seid gegrüßt, entschuldigt meine unwissenheit, doch: was war mit dem bart des kaisers? warum heißt dieses forum so? ..salzperle.. |
| Mahsheed | Hallo Salzperle ... unwissend bleibt nur der, der sich nicht traut, nachzufragen. Ich habe etwas rumgestöbert und eine kleine Sammlung an Texten heraus gesucht. Gruß Mahsheed ~~~ "Es ist und bleibt die deutsche Art, zu streiten um des Kaisers Bart. Welcher Bart wird nicht gekämmt? Der Schlüsselbart. Ich liebe Zorro mit seinem Schnurrbart, der für die Gerechtigkeit kämpft. Der große Vorteil der Bärte liegt darin, daß man nicht mehr viel von den Gesichtern sieht. Es gibt Menschen, denen steht der Bart. so gut, weil man nichts von ihrem Gesichtsausdruck sieht, den sie sowieso nicht haben Dein Gehirn hat das Gamsbartsyndrom - du kannst es dir an den Hut stecken! Die Frau will, daß der Mann ein Kind bleibt, aber wie ein Mann aussieht. Die meisten jungen Männer, die heute einen Schnurbart tragen, um nicht zu sagen alle, tun es auf Verlangen einer Frau. Die Ziege ist das einzige weibliche Säugetier, das einen Bart trägt." |
| Mahsheed | "DES KAISERS BART Alle hundert Jahre erwacht Kaiser Karl und sendet von seinem dem Leben wiedergegebenen Gefolge einen Edelknecht hinauf zum Geiereck, um nachzusehen, ob die Raben noch den Berg umkreisen. Währenddessen naht des Kaisers holde Tochter, mißt die Länge des Bartes an der Rundung des Tisches, und wenn sie sieht, daß er zum drittenmal noch nicht herumreicht, entströmen Tränen ihren Augen und werden im Geflechte des Haares zu Perlen. Auf des zurückkehrenden Edelknaben Meldung, daß noch Raben den Berg umschwärmen, neigt sich das Haupt des Kaisers wieder auf die Brust, und mit einem Wehrufe versinken er und das glänzende Gefolge in die alte Erstarrung. Doch wenn die Zeit der höchsten Not hereinbricht, dann erfüllt sich auch der Spruch der Verzückung. Die Raben verlassen dann den Berg, um die Leiber der edelsten Deutschen, welche durch Verrat gefallen im Kampfe der Zwietracht oder gegen Unterdrückung, zu zerhacken, und der ausgesandte Edelknecht meldet hocherfreut das Verschwinden derselben." |
| Mahsheed | interessantes psycho-linguistisches Übungsmaterial: [I]"Vorgehensweise: neben die Ausdrücke Einfälle und Assoziationen schreiben[/I] [U]anfeinden, jdn. ~[/U] etwas unklarer Ausdruck; selten verwendet; altertümlich?; Aggressivität und Konventionen [U]ansehen, sich nicht mehr ~ [/U] Rituale; Konventionen; Bruch von Konventionen; Metaphorik; Blickkontakt wichtig [U]Ärger machen[/U] Einschätzung des Streit-Potentials von Personen; lästige Personen; organisatorische Probleme; Offenlegen von Geheimnissen im St. ('noch Leichen im Keller haben') [U]auseinanderleben, sich: Sie haben sich einfach auseinandergelebt.[/U] Gründe für St.; Schuldfrage umgehen / nicht stellen; menschliche Psyche; anthropologische und psychische Grundlagen des Str. [U]ausreden, jdn. (nicht) ~ lassen: Laß mich mal ausreden![/U] Rituale; Konventionen und das Durchbrechen von K.; Besserwisserei; „typisch deutsch“? kulturelle und nationale St.-Gepflogenheiten [I]Ergänzen Sie diese Liste in der entsprechenden Weise![/I] beharren, auf etw. ~ beleidigen, jdn. ~ beschimpfen, sich (gegenseitig) ~ bestreiten, etw. ~ böse, auf jdn. ~ sein Dach, jdm. aufs ~ steigen dauernd: Dauernd machst du mir irgendwelche Vorwürfe! disputieren durchgehen lassen: Glaub nicht, dass ich dir das durchgehen lasse! enttäuscht sein / werden Ernst, der: Das meinst du doch nicht im ~?! Ernst, der: Du willst doch nicht im ~ behaupten, daß du das nicht gewußt hast?! Faß, das ~ zum Überlaufen bringen Faust, die ~ ballen Freundchen: Nicht mit mir, ~! fühlen: sich bedroht fühlen Gegenschlag, zum ~ ausholen gemein sein: Du bist so (was von) gemein! grüßen, sich nicht mehr ~ Haar, das: sich in die ~e kriegen Hader, der Hand, die: über der ~ sein[?] hassen: Ich hasse dich! Hausdrache, der Haut, aus der ~ fahren Hund, wie ~ und Katze sein immer: Immer machst du nur Ärger! Interesse: seine ~n vertreten jemanden unter Druck setzen Kabale, die kabbeln, sich Kampfhahn, der ~ Klinge, mit jdm. die ~ kreuzen kommen, nach Hause ~: Du kommst mir nicht mehr in mein Haus! können: Wir ~ auch anders! Kragen, jdm. platzt der ~ Krawallschachtel, die Kreuz, mit jdm. über ~ sein Kriegsbeil, das ~ ausgraben / begraben necken, sich ~: Was sich liebt, das neckt sich. Palme, jdn. auf die ~ bringen Pfeffer: Geh doch hin wo der ~ wächst! Ränkeschmied, der sagen, sich von jdm. nichts / etw. ~ lassen: Von dir lasse ich mir gar nichts sagen! sagen: Sag du doch auch mal was dazu! Schimpfwort, das: sich die schlimmsten Schimpfwörter an den Kopf werfen Schimpfwörter, sich ~ an den Kopf werfen schreien: Schrei mich nicht an! Spaltpilz, ein ~ sein :D [[size=1]Dabei handelt es sich gewiss um eine Gattung schlüpfriger Stinkmorcheln ...[/size]] spinnen: Du spinnst doch! stimmen; etw. stimmt (nicht): Das stimmt doch gar nicht! Streit, ~ suchen [I]Streit, ~ um des Kaisers Bart: Das ist doch ein Streit um des Kaisers Bart![/I] Streit, einen ~ anzetteln Streit, einen ~ begraben Streit, einen ~ beilegen Streit, einen ~ entfachen Streit, einen ~ provozieren Streit, einen ~ schlichten Streit, einen ~ vom Zaun brechen Streit, sich in einen ~ hineinsteigern streitbar sein streiten streiten: Wenn zwei sich ~, freut sich der dritte. Streitfrage, die ~ Streitgespräch, das ~ Streitgespräch, ein ~ führen Streithammel, der ~ Streithansl, der ~ Streithengst, ~ [?] :D streitig sein [?] streitig, jdm. etwas ~ machen Streitigkeit, die Streitlust, die Streitmacher, der ~ [?] Streitsucht, die ~ streitsüchtig sein strittig, etw. ist ~ strittig, etw. ist ~ Stunk machen Teufel: Geh doch zum ~! Tisch, der: Solange du deine Füße unter meinem Tisch hast, tust du was ich dir sage! unfair sein: Du bist so unfair! Unfriede, der unstrittig, etw. ist ~ unterbrechen, jdn. ~: Unterbrich mich doch nicht dauernd! Vorwurf, der ~ Weg, jdm. nicht über den ~ trauen Weg, sich aus dem ~ gehen widersprechen, jdm.: Widersprich mir nicht! Zank, der zanken, sich (mit jdm.) ~ Zerwürfnis, das Zwist, der" |
| Mahsheed | Sehr gute Ausführungen für tiefergehendes historisches Interesse: [url]http://www.dielegende.de/Barbarossa.htm[/url] Und noch mal so formuliert: [I]Der alte Barbarossa, Der Kaiser Friederich, Im unterird'schen Schlosse Hält er verzaubert sich. Er ist niemals gestorben, Er lebt darin noch jetzt; Er hat, im Schloß verborgen, Zum Schlaf sich hingesetzt. Er hat hinabgenommen Des Reiches Herrlichkeit Und wird einst wiederkommen Mit ihr zu seiner Zeit. Der Stuhl ist elfenbeinern, Darauf der Kaiser sitzt; Der Tisch ist marmelsteinern, Worauf sein Haupt er stützt. Sein Bart ist nicht von Flachse, Er ist von Feuersglut, Ist durch den Tisch gewachsen, Worauf sein Kinn ausruht. Er nickt als wie im Traume, Sein Aug' halb offen zwinkt, Und je nach langem Raume Er einem Knaben winkt. Er spricht im Schlaf zum Knaben: "Geh hin vors Schloß, o Zwerg, Und sieh, ob noch die Raben Herfliegen um den Berg! Und wenn die alten Raben Noch fliegen immerdar, So muß ich auch noch schlafen Verzaubert hundert Jahr" Friedrich Rückert [/I] Er soll "zur Welt zurückzukehren, um Frieden und Einheit zu stiften. [...] Erst wenn der Bart ganz um den runden Marmortisch gewachsen ist, wird das Warten ein Ende haben, wird sich ein stolzer Adler in die Lüfte emporschwingen und die Raben vertreiben. Dann erwacht der Kaiser mit seinen gleichfalls verzauberten Getreuen, steigt zur Welt in seine Kaiserpfalz hinauf und wird allenthalben Ordnung schaffen." "Auf dem Markt zu Nürnberg steht der schöne Brunnen, mit herrlichem Bildwerk geziert und vom künstlichen Gitter umgeben. Der Brunnen soll sechzehnhundert Schuh tief sein, nach andern nur dreihundert, die Kette, an der die Eimer bangen, wiegt dreitausend Pfund. In dieses Brunnens Tiefe hat Kaiser Carolus magnus sich verwünscht, da drunten der Welt Ende zu erwarten. Einst ließen die Herren von Nürnberg einen Verbrecher in die Tiefe des Brunnens hinab, der sah Carolum drunten sitzen an einem Steintisch, wie den Barbarossa im Kyffhäuser. Der Bart war durch den Tisch hindurchgewachsen und reichte schon zweimal um den Tisch herum. Wann er zum dritten umreicht, wird der Welt Ende vor der Türe sein. Nicht weit von Nürnberg erhebt sich der Kaiser-Karlsberg, auch in diesem soll der Kaiser Karl sitzen und auf der Welt Ende harren mit allen seinen Wappnern. In frühern Zeiten ward aus dem Berge oft ein schöner Gesang vernommen - da waren die Zeiten noch gut -, jetzt hört man aus ihm nur noch klagendes Weinen, weil die Zeiten so schlecht sind. Damit besagtes Weltende nicht allzu schnell herbeirücke, als welches schrecklich und sehr störend wäre, so muß des Kaisers Bart siebenmal um den Tisch wachsen. [I]Und da sich nun die Leute darüber gestritten und noch streiten, ob der Bart des verzauberten Kaisers dreimal oder siebenmal um den Tisch wachsen müsse, so ist davon das Sprichwort entstanden, wann über unausgemachte Sachen nutzlos gestritten wird: es ist ein Streit um des Kaisers Bart." [/I] |
| Mahsheed | "Die Redensart geht auf einen langen, wissenschaftlichen Streit zurück, ob Karl der Große einen Bart getragen habe oder nicht. " ~~~ "Es geht um "Streit" und "streiten". Es muss nicht sonderlich erwähnt werden, dass es sich um ein uraltes Wort handelt; denn seit es Menschen gibt, wurde gestritten, und die Wurzel des heutigen Wortes Streit liegt so tief in der Geschichte der Sprache, dass sich der Ursprung kaum noch ergründen lässt. Dennoch: Was wir wissen ist, dass das alte strid und strida auch Bedrängnis und Schmerz bedeutete; dass stritan schon ganz nahe dem heutigen streitenwar, und auch für sich eifrig bemühen stand. Es gibt Zeitgenossen, die sich ausgesprochen gerne streiten. Solche Streithansel oder Streithähne streiten sich um alles und nichts. Der berühmte Streit um des Kaisers Bart, um eine völlig belanglose Angelegenheit also, ist häufiger als man denkt. Wahrscheinlich geht die sprichwörtliche Redensart auf die Schlusszeilen in Emanuel Geibels Gedicht Von des Kaisers Bart zurück. Dort heißt es: Zankt, wenn ihr sitzt beim Weine, Nicht um des Kaisers Bart. Was ein richtiger Streithammel ist, der bricht immer wiedereinen Streit vom Zaun. Es lässt sich darüber streiten, ob diese Redewendung, die aus dem 15. Jahrhundert stammt, tatsächlich darauf beruht, dass die erste beste Latte vom Zaun gerissen und damit der Streitgegner bedroht wurde. Damit sind wir bei Streit im Sinne der handfesten Auseinandersetzung. Wie wir wissen, kann ein Streit eskalieren, und plötzlich ist aus dem Streitfall eine nicht nur handfeste, sondern sogar bewaffnete Auseinandersetzung geworden. Aus Grenzstreitigkeiten um ein paar lächerliche Quadratkilometer können Kriege entstehen. Kampfbereite Truppen, das sind auch heute noch die Streitkräfte eines Staates beziehungsweise mehrerer verbündeter Staaten. Kleinere bewaffnete Konflikte werden nicht selten als Streitigkeiten bezeichnet, das klingt unbestritten harmloser als kriegerische Auseinandersetzung. Jeder Streit, sei er der um des Kaisers Bart oder der Streit um die Mieterhöhung, die bewaffnete Auseinandersetzung oder gar der Krieg, jeder Streit bindet Energien, jeder Streit verschleißt Kräfte. Oft zum Vorteil von Dritten: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, sagt schon das Sprichwort. Dies gilt sogar in gewisser Weise für eine Art Streit, die wir zum Schluss noch erwähnen wollen, ja müssen. Es ist dies der Streit im Sinne einer geistig-wissenschaftlichen Auseinandersetzung, einer durchaus mit Schärfe geführten Debatte, die in Streitgesprächen und Streitschriften ihren Ausdruck findet; mit dem Ziel, zur Lösung eines Problems beizutragen. Gelingt dies, haben auch andere etwas davon. Ein Streit solcher Art wird, wie es so schön heißt, mit den Waffen des Geistes geführt und ist, im positiven Sinne, Ausdruck einer gesunden Streitkultur." |
| Paladin | [sarkasmuson] Die absolute Härte sind Oberlippenbärte [sarkasmusoff] MfG Arne |
| Mahsheed | Sind Unterlippenbärte weicher/besser? Und was war sarkastisch? |
| Hirogen | hey pali, soll das heissen, gruftgothics sind vollproleten, wenn sie nen bart auf der oberlippe tragen? das wäre ja gewagt, denn ich habe viele gesehen, die so nen sweeten oberlippenfrittenkinnbart haben ;-) mfG Hirohito |
| Paladin | :D Nein, dieser Spruch stammt aus meinen Punkzeiten und ihr wißt was ich meine, wenn ihr euch Bilder von Deutschen Durchschnittspolizisten anschaut ;) MfG Arne |
| Mahsheed | Vielleicht heißt ja auch das Forum so, weil der heimliche Kaiser ein grünes intrigantes Polizeimänneken ist und die Leute solange in den Po zwackt, bis sie anfangen, sich anzukeifen, weil sie nicht sehen, wer sie gezwackt hat und sich gegenseitig bezichtigen ... Bis das Forum zum Streitforum wird ... |
| salzperle | danke für die antworten, fühl mich schon viel schlauer! :D |
| ontriplex | Gute recherche !!! Das Sprichwort ist ,wie auch der Sinn meist bekannt. Aber jetzt hab ich doch noch was dazugelernt woher es kommt...... P.S. Polizisten ....ggg stimmt die hatten damals alle so Zwierbelbärtchen aber ob die so scharf darauf waren anderen in den Po zu zwicken und stress zu machen? Das sollte man auch mal recherchieren!!!! häh, Faden verloren, was wollt ich sagen? achso Gratzzzz............gggg |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von ontriplex [/i] [B]Gute recherche !!! Das Sprichwort ist ,wie auch der Sinn meist bekannt. Aber jetzt hab ich doch noch was dazugelernt woher es kommt...... [/B][/QUOTE] Ohhh ... danke sehr ... *knicks* So überaus genau kannte ich die Bedeutung nicht, obwohl sie mich schon immer interessiert hatte. Salzperles Frage war Anlass, dem mal ausführlich auf den Grund zu gehen ... [B][QUOTE] P.S. Polizisten ....ggg stimmt die hatten damals alle so Zwierbelbärtchen aber ob die so scharf darauf waren anderen in den Po zu zwicken und stress zu machen? Das sollte man auch mal recherchieren!!!! [/B][/QUOTE] Nun ja ... Früher waren die vielleicht auch schon so scharf darauf wie heute, haben es sich aber nicht getraut; schon allein wegen des Auslösens der - bei männlichen Gesäßen - Homosexuellen- , - bei weiblichen Gesäßen - Belästigung am Arbeitsplatzdebatte ... Außerdem ist heutzutage das Selbstbewusstsein bebärtelter Polizeileute gewaltig gestiegen, d. h. das Vertrauen in die Motorik ihrer Fingerfertigkeiten und in die Auge-Hand-Koordination ... (früher hätten sie bestimmt sich selbst gekniffen) |