| LaChatte | Ich sitze am Freitab abend in der Stadt in meinem Büro, gehe so gemütlich auf den Feierabend zu, da höre ich eine Sirene... Schreiende Leute... Laute, aggressive Musik - das Ganze kommt immer näher, ich gehe mal ans Fenster weil ich schon Angst hab dass sich ein amerikanischer Bomber verirrt hat - und sehe einen Demonstrationszug, so mit den bekannten Regenbogenflaggen. Der Zug hält auf dem Platz, die Sirene hört zum Glück für einen Moment auf, die Musik auch, und da schreit jemand ins Mikrofon - ich hab den Inhalt nicht verstanden, aber alles tönt laut, aggressiv, das Publikum schreit und johlt - und zehn Minuten später ist der Spuk vorbei, und sie ziehen weiter. Und ich stehe verdattert da uns frage mich, wenn das ein Friedenszug ist, wie sind diese Leute dann im Krieg??? Ich hab dann aus der Zeitung noch gelesen, dass solche Züge mehrfach Schlägereien angezettelt haben, einen McDonalds verwüstet, eine Telefonkabine angezündet und mehrere Schaufenster eingeschlagen haben. Das alles hier, wo ich wohne, in einer ruhigen Schweizer Stadt. Das hat mir schon zu denken gegeben, denn ich kann absolut nicht einsehen, was die ganze Sache mit Frieden zu tun haben soll. Muss denn Gewalt immer mit Gewalt beantwortet werden? Und dann noch unter dem Deckmantel des Friedens? Da sind diese meiner Meinung nach um kein bisschen besser als Mr Bush. Das hat mir sehr zu denken gegeben, diese Szene... |
| trostlos | *theRavenzustimm* ich finde auch, dass lautstärkemäßig einfach nur aufmerksamkeit gefordert wird. und. die schlägereien sind randerscheinung einer fast jeden demo. egal, wofür oder wogegen. leider, ja. |
| LaChatte | Die Lautstärke fand ich nicht das eigentliche Problem - "imagine" von John Lennon zB hätten sie so laut wie sie nur können spielen dürfen, oder "we are the world", oder ähnliches, das hätte mich nicht gestört. Es ist OK, mit lauter Musik etc auf etwas aufmerksam zu machen - aber mit Sirenen, wie im Krieg??? Was mir aufgefallen ist, ist die aggressive Qualität des ganzen Zuges, das waren nicht einzelne, das waren die Leiter und Sprecher der Demo... Die Sit-ins am Bahnhof haben mir da viel besser gefallen, man ist da über die Aktivisten buchstäblich drüber gestolpert, aber da war eine friedliche Stimmung, und die Botschaft ist auch angekommen. Es geht mir einfach nicht in den Kopf, wie man mit aggressiven Methoden den Frieden fördern kann:confused: |
| Paladin | Also, eine Demo darf laut sein, aber grade eine Friedensdemo sollte friedlich bleiben (bei AntiNazi Demos kann es zu Gewalt kommen, von welcher Seite auch immer, aber toll ist es auch da net). Wenn solche Demos im nahen Osten eskalieren ist das verständlich, aber hier sollten sie ruhig sein. Die Beteiligung der Schweiz sieht so aus, das sie eine Liste von zivilen Irakischen Opfern im Internet veröffentlichen wollen und dafür von den USA kritisiert wurden. MfG Arne |
| Philps | So traurig es klingt, aber bei einer Demo ohne irgendwelche Vorfälle schläft man ein. Bitte nicht falsch verstehen, aber es ist nun einmal so, dass zu Durchorganisierten meist "nur" der harte Kern kommt, dem es ernst ist...und der dann meistens medientechnisch übergangen wird, so dass die ganze Anstrengung im Sande verläuft. Passiert hingegen etwas, oder ist zu erwarten, dass es nicht ganz so langweilig wird, kommen auch viele "Gaffer", Schaulustige, Sensationslüsterne etc. die einerseits den Zug und damit das Aufsehen vergrößern und andererseits wiederum potentielle "Friedenskämpfer" sein könnten. Also theoretisch "bekehrt" werden können, so dass sich dadurch die Anhängerschaft auch vergrößert. |
| kaoz11 | Ich denke, so eine Demo kann nicht ohne Aufsehen einen Zwck erfüllen. Und dieses Aufsehen stellt sich eigentlich nur in der Presse dar, und die Wiederum berichtet doch am liebsten über Gewalt, oder etwa nicht? |
| Menedemos | LaChatte, du sprichst mir mal wieder aus der Seele... Demos dieses Art - gerade beim Anlaß "Frieden" finde ich auch völlig kontraproduktiv. Ich war schon auf verschiedenen Friedenskundgebungen in letzter Zeit, die letzte, auf der ich war, hat mich allerdings aufgeregt. Daraufhin hab ich - nicht in diesem Board, aber ich will es gerne reinkopieren - folgenden Text verfaßt: [quote] Vorgetäuschte Friedensliebe Ich wollte heute wirklich zu einer Friedensdemo gehen, weil ich diesen Krieg immer noch für illegal wie auch für illegitim halte. Ich war auch schon letzte Woche auf einer Friedenskundgebung und wollte es heute wiederholen. Doch heute ist mir ziemlich schlecht geworden und ich mußte heimgehen. Schlecht deshalb, weil ich den Fehler begangen habe, den Rednern zuzuhören. Gestört haben mich schon die vielen Hammer und Sicheln auf den Transparenten und die ganzen Ché Guevaras. Muß man denn unbedingt Kommunist sein, um für den Frieden sein zu dürfen, um sich für den Frieden engagieren zu dürfen? Werden Friedensfreunde, die nicht dieser Ideologie anhängen, ausgegrenzt? Ich glaube ja, ich glaube, es würde diesen Herrschaften ihr Weltbild ins Wanken geraten, wenn sie sehen müßten, daß auch Menschen anderer, weniger dogmatischer politischer Couleur, ein Gewissen haben und keinen "imperialistischen Krieg" wünschen, wie sie sich auszudrücken pflegen. Deshalb - so vermute ich - werfen sie sich in Uniform, damit nur ja kein anderer auf die Idee kommt, für den Frieden öffentlich aufzutreten. Was hat im übrigen Ché, was hat der Kommunismus mit Pazifismus zu tun? Die Antwort lautet: Nichts! Weder die Kommunisten waren Pazifisten, schon nach gar nicht Ché Guevara. Wollten sich im übrigen selber nicht als Pazifisten sehen. Aber gut, das waren die Teilnehmer an der Demo, da kann jeder seine Meinung haben. Erschreckender noch waren die Reden auf dem Podium. Da wurde die Abschaffung der Bundeswehr gefordert. Was bitte, hat die Abschaffung der Bundeswehr mit dem Irakkrieg zu tun? Ich hielte die Abschaffung der BW für Blödsinn, schon allein, weil wir dann noch mehr von den USA abhängig werden würden. Ich bin gegen den Irak-Krieg, muß ich deshalb gleichzeitig für die Abschaffung der Bundeswehr sein? Da werden Dinge vermengt, die miteinander gar nichts zu tun haben, da wird die Bewegung für den Frieden nur gespalten, nur zerstört. Aber es kam ja noch schlimmer: Ein anderer Redner war sich nicht zu schade, das Leben im Irak, bevor die Alliierten 1991 eingegriffen haben, in den blühendsten Farben zu zeichnen. Basra sei das Venedig des nahen Ostens gewesen... Und nur die bösen, bösen Amis sind schuld, daß es dem irakischen Volk so schlecht geht. Hat dieser Trottel da droben noch nie gehört, daß Saddam Giftgas gegen sein eigenes Volk eingesetzt hat? Es wäre sicher noch weiter gegangen, aber, wie gesagt, mir ist ja schlecht geworden, und ich mußte gehen... Der Verdacht kommt bei mir wieder einmal auf, daß alles verlogen ist, daß diese Leute gar nicht für den Frieden sind, daß ihnen das irakische Volk scheißegal ist, daß es ihnen nur um infantiles Rebellieren geht. Wenn es ihnen um die Sache, um den Frieden selbst gehen würde, würden sie auf solchen Unsinn verzichten, um möglichst viele Menschen mit ins Boot zu holen. So stoßen sie viele Menschen ab, aber das ist ihnen offensichtlich egal. Ich aber verlasse das Boot. Mit solchen Leuten wünsche ich nichts gemein zu haben. Ihre Motivation scheint mir moralisch nicht sauber zu sein. Ich werde weiterhin gegen diesen Krieg sein, wie ich es vorher war. Ich werde auch dagegen schreiben und dagegen reden. Aber auf eine "Friedens-"kundgebung gehe ich so schnell nicht mehr. Das sind doch nur Zusammenrottungen von Leuten, die sich an der dort entstehenden Gruppendynamik und -zugehörigkeit aufgeilen und die sich im Lichte des - scheinbaren - Gutmenschentums sonnen wollen! Ich weiß, daß ich vielen damit Unrecht tue, das war nur mein persönlicher Eindruck, den ich heute, am Samstag den 22.März, vor der Nürnberger Lorenzkirche gewonnen habe.[/quote] Dazu muß man sagen, daß ich das unmittelbar danach in einem anderen Board in erregtem Zustand gepostet habe (und auf meine HP). Einiges ist abzumildern, ich will durchaus wieder auf Friedensdemos gehen. Aber nicht auf eine solche. Und zu der Behauptung, daß man nur durch Krawall auf sich aufmerksam machen kann, will ich nur folgendes entgegnen: Wenn für ein Anliegen demonstriert wird, welches einen Großteil der Bevölkerung bewegt, wird man sehr wohl auch ohne Krawall wahrgenommen! Gehen die Bilder von den Friedenskundgebungen denn momentan nicht auch so um die Welt??? Als in London auf friedliche Weise Hunderttausende demonstriert haben, hat man das nicht im Fernseher gesehen und in den Zeitungen gelesen? Und haben die friedlichen Montagsdemonstrationen 1989 in der DDR nicht sogar zum Untergang des Regimes geführt??? Und hat Gandhi und das indische Volk nicht durch friedliche Proteste das Land vom Kolonialismus befreien können??? |
| anarchywarrior | Allso, ich habe die Demo in Zürich miterlebt, und, so viel ich weiss, kam es zu keinerlei ausschreitungen. Auch an der Demo nach dem 11. September ist alles ganz friedlich verlaufen, wie ich vernomme hatte. Du hast recht, die Stimmung der Sprecher war ein wenig aggressiv; Allerdings denke ich, dass diese Aggression nicht aus Hass oder dergleichen entwachsen ist, sondern aus Zorn über diesen Krieg (was ja auch verständlich ist, meiner Meinung nach). Ich glaube nicht, dass sich die Aggression gegen menschen gerichtet hat, sondern gegen eine Tat. In diesem Sinne AW |
| gin'iro | Für Frieden und gegen Ungerechtigkeiten geht man nicht mit Gewalt vor. Das beste Beispiel, dem man folgen kann ist nach wie vor Mohandas Karamchand Gandhi oder auch bekannt als Mahatma Gandhi. Keine Gewalt! |
| bloodymina | ich kann dem eigentlich nur zustimmen. ich war vor ca 1 monat auch auf einer friedensdemostration und ich hatte danach wirklich keinen anreiz mehr nocheinmal auf eine zu gehen. sie ist zwar relativ friedlich verlaufen (bis auf eine schlägerei, wo natürlich dann der halbe zug stehen geblieben ist um diese zu begaffen:( ) aber die atmosphere war dennoch......merkwürdig, man kann es so schlecht beschreiben. was mich an der sache gestört hat, war, wie menedemos auch schon in seinem text schrieb, dass dinge dort verbreitet wurden, die nichts direkt mit iner friedensdemonstration zu tun hatten, das heisst überall wurden plakate mit aufschrieb "anarchie" oder "gegen kapitalismus" etc hochgehalten. ist ja schön und gut, wenn man seine meinung auf diese weise kund tun will, hab ich ja nichts gegen, aber man sollte doch auf einer friedensdemonstration hauptsächlich für den frieden demonstrieren und somit auch versuchen so viele menschen wie möglich zusammenzubekommen, und ich denke, dass bei diversen dieser plakate eben doch einige zurückgeschreckt sind, weil sie nicht damit identifiziert werden wollen und das schadet doch dann nur der sache. die kundgebungen waren dann ebenfalls nur von sozialistischen organisationen, die diese plattform nutzten um werbung zu machen(so kam es mir zumindest vor) und andere forderungen zu stellen, mit dem sich sicher auch nicht jeder friedensdemonstrant identifizieren kann. ich weiss nur noch, dass ich mich auf dieser demo nicht wohl gefühlt habe. liebe grüsse mina |
| Selian | Bei einigen Klang hier an das man ja nur durch Gewalt die nötige Aufmerksamkeit bekommen würde. Das ist zwar insofern richtig das man Aufmerksamkeit bekommt, allerdings nicht auf die Sache (Friedensdemo) bezogen sondern alleine auf die Ausschreitungen. Damit setzt man sich und auch die friedlich Demonstrierenden aber automatisch ins Abseits. Dann heißt es nur noch, "Schau dir die Spinner an". Im Endeffekt hat man dann gar nichts erreicht. Leute die friedlich demonstrieren wollen überlegen sich beim nächsten Mal zurecht zwei mal ob sie noch dahin gehen (wie Menedemos ja auch berichtete). Und ich will nicht wissen wie eine Demo auf der randaliert wird in den USA ankommt...Mr. Bush wird sich vermutlich auf die Schenkel klopfen... |
| Gurabulu | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheRaven [/i] [B]In dieser Hinsicht finde ich es schade, dass überhaupt dafür demonstriert werden muss - zumindest in Ländern, welche sich Demokratien schimpfen. Demonstrieren muss der Idee nach in einer Demokratie nur eine Minderheit der Bevölkerung, welche auf eine abweichende Meinung oder [vermeintliche] Ungerechtigkeit hinweisen will. Das Spanien und GB ihre eigenen Proteste ignorieren zeigt hingegen deutlich, wie "demokratisch" wir in unserer westlichen Welt eigentlich wirklich bereits sind... [/B][/QUOTE] Wenn ich recht verstehe heißt das, dass nur das Land demokratisch(also gut) ist, wo immer die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung zu einzelnen Sachfragen befolgt wird Kurz dazu: Glücklicherweise sind wir soweit gekommen, nämlich zur Repräsentativen vs. der direkten Demokratie. Man kann nicht immer, wenn man das mal ganz arrogant-überheblich-abwertend so sagen dürfte, dem Pöbel folgen: Sonst müssten wir z.B. periodisch die Todesstrafe einführen und wieder abschaffen: Einführen, wenn gerade mal ein (Sexual)Mord an einem Kind bekannt wird; Abschaffen, wenn mal aus Versehen ein Unschuldiger hingerichtet wird(passiert unweigerlich bei Todesstrafe irgendwann; wie immer Fehler irgendwann Fehler passieren). Des weiteren: Hätten wir keinen Euro, keine EU-Osterweiterung, keine Steuererhöhungen(abgesehen von Vermögenssteuer für Reiche), keine Ökosteuer(die notwendig ist, um die externen Kosten des Energieverbrauchs zu veranschlagen), vermutlich kein oder nur ein minimales Asylrecht... Historisch kann man für Deutschland auch noch schwereres Geschütz auffahren: Die Mehrheit hat in der Weimarer Republik die relativ freiheitliche Demokratie nicht gewollt: Über 50% stimmten am Ende der Weimarer Republik für Totalitarismus, d.h. für Nazis oder die stalinistische KP. Also finde ich es durchaus gut, nicht in jeder Einzelfrage Volkes Stimme zu berücksichtigen. Sicher ist es nicht ohne Grund, das historisch gesehen gerade die repräsentativen Demokratien die stabilsten und relativ freiheitlichsten waren und die meisten Experimente diese zu übertreffen sich in ihr Gegenteil verkehrten.. Hoffe mal, war nicht zu weit daneben. |
| fluchtraum | "Friedensdemo" ist ein Schild, ein Etikett - man sollte sich die Frage stellen, mit welcher Motivation Menschen auf diese Demonstrationen gehen und [i]wofuer bzw. wogegen[/i] sie demonstrieren. Viele demonstrieren sicher [i]gegen den Krieg[/i], aber viele demonstrieren auch [i]gegen die USA[/i]. Abneigung und Hass gegen die USA/ihre Regierung/den 'American way of life' gibt es schon sehr sehr lange und nicht erst seit diesem Krieg. Dies reicht von intellektueller und berechtigter Kritik an amerikanischer Politik bis hin zum dumpf-faschistoiden "alle Amis sind scheisse und sollten aufs Maul kriegen." Die aktuelle weltweite "Friedensbewegung" ist einerseits ein erfreuliches Phaenomen, andererseits jedoch auch ein Sammelbecken fuer die unterschiedlichsten Gruppierungen - politischer, religioeser und sonstiger Natur - die versuchen, diese Bewegung fuer ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn einige Chaoten die Friedensdemo und die politische Lage als Ausrede fuer ihren Hass oder ihre Zerstoerungswut zu missbrauchen. Nicht jeder, der auf eine Friedensdemo geht, ist Pazifist. Ich bin er selben Meinung wie Kaiki. Friedlicher Protest - ob leise oder laut - macht Sinn, jede Form gewaltaetigem oder aggressivem Protest ist jedoch contraproduktiv. Das in diesem Zusammenhang angefuehrte Argument, anderen Protest wuerden die Medien nicht wahrnehmen, verkennt den Kern der Sache. Wie manche Wissen, befinde ich mich zur Zeit in den USA, war hier schon auf Friedensdemos und verfolge sehr aufmerksam die amerikanischen Medien. Viele davon schenken auch den friedlichen Demos Beachtung, wenn auch nicht so viel, wie man sich wuenschen wuerde. Zumindest aber werden sie erwaehnt, wenn sie gross genug sind. Die wirklich 'schlimmen' Massenmedien, die noch patriotischer und radikaler sind als die Regierung (allen voran der Fernsehsender FOX), ignorieren die Demonstrationen weitestgehend bzw. berichten [i]nur dann daruber, wenn etwas spektakulaeres geschieht, wenn es zB. eben gewaltaetige Ausschreitungen und Schlaegereien mit der Polizei gibt.[/i] So gesehen sichern derartige Protestformen durchaus die Aufmerksamkeit der Medien - [b] - aber[/b] liefern den Medien Material, um die Friedensbewegung im ganzen zu kritisieren und zu untergraben: An einem Sonntag, wo in der ganzen USA Hunderttausende von Menschen friedlich demonstrierten, zeigte FOX [i]nur[/i] Aufnahmen der wenigen Dutzend Demonstranten, die aggressiv an Ausschreitungen beteiligt waren. Fuer den FOX-Konsumenten, der sich nicht durch andere Quellen zusaetzlich informiert, entsteht durch diese Verzerrung der Eindruck, [i]alle[/i] Demonstranten seien gewaltaetige Chaoten. Diese Ausschreitungen lassen sich instrumentalisieren, um Stimmung gegen die Friedensbewegung zu machen. Und diese Chaoten reichen aus, um saemtliche Friedensaktivisten, die mit [i]Argumenten[/i] versuchen, Menschen zu ueberzeugen, in den Schatten zu stellen. Ausschreitungen bestaetigen nur das in den rechten Koepfen vorherrschende Feindbild des 'linken Chaoten' und machen Dialoge und Diskussionen, die dringend notwendig waeren, schwieriger. Zumal hier ohnehin nochmal ganz andere Zustaende herrschen als in Deutschland - hier gibt es sowohl von Seiten der Regierung als auch in dem derselben hoerigen Medienblock zunehmende Versuche, die Demonstranten zu kriminalisieren und weitere rechtliche Werkzeuge zu schaffen, um diese mit polizeilichen Mitteln zum schweigen zu bringen. Ausschreitungen auf Demonstrationen werden diese Bemuehungen nur beschleunigen, da sie deren Initiatoren recht zu geben scheinen. Gruss, der fluchtraum |
| Julya | ich finde es sehr erschreckend, wie sehr doch ausschreitungen toleriert werden unter dem deckmantel einer friedensdemo. laut muß so eine demo sein, da kann ich zustimmen. [b]aber[/b] auch nur halb. dnen ich bin davon überzeugt, wenn ein menschenzug von, sagen wir 10.000 menschen, schweigend (!) durch die innenstadt marschiert, ist das weitaus beeindruckender, als eine gröhlende masse! laut sein ist nicht schwer in den massen, aber schweigen.... das sollte erstmal versucht werden! ich finde es jedenfalls absolut inakzeptabel, wenn auch nur einem menschen ein haar gekrümmt wird und wenn er noch so laut [b]für[/b] den krieg demonstriert. denn [i]wenn[/i] dieser mensch verletzt, oder mit gewalt an seiner meinungsäußerung gehindert wird, ist es keine demo für frieden, sondern ein widerspruch in sich! julya ps: ich hoffe, ich hab mich jetzt nicht allzusehr wiederholt, ich hab einige posts nur überflogen. pps: @fluchti: wollte schon einen "fluchtivermiss-thread" aufmachen... du bist also noch da, aber wie ich deinem "zweitnamen" entnehme, nicht mehr lange.... ich hoffe, du wirst dich dennoch weiterhin hier blicken lassen! fühl dich fest gedrückt und alles liebe! |
| Paladin | Also was ich nicht verstehe ist die Aufregung über die Plakate einzelner. Viele Gruppen (z.B. DKP, PDS, MLPD) treten seit Jahren für den Frieden ein. Dann können die auch ihre Plakate und Fahnen hochhalten (bei dem Abbild Ches in diesem Zusammenhang kann ich ein gewisses Unverständniss ja noch verstehen). Schlimmer fände ich, wenn Gruppen die mit Gewalt im Zusammenhang stehen (z.B. NPD) sich einer solchen Veranstaltung anschließen. MfG Arne |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] [B]denn ich bin davon überzeugt, wenn ein menschenzug von, sagen wir 10.000 menschen, schweigend (!) durch die innenstadt marschiert, ist das weitaus beeindruckender, als eine gröhlende masse! laut sein ist nicht schwer in den massen, aber schweigen.... das sollte erstmal versucht werden! [/B][/QUOTE]Die Idee finde ich [b]GENIAL ![/b] Und am besten noch alle in Schwarz. Mal sehen, ob sich da was machen läßt ... [QUOTE][B]ich finde es jedenfalls absolut inakzeptabel, wenn auch nur einem menschen ein haar gekrümmt wird und wenn er noch so laut [b]für[/b] den krieg demonstriert. denn [i]wenn[/i] dieser mensch verletzt, oder mit gewalt an seiner meinungsäußerung gehindert wird, ist es keine demo für frieden, sondern ein widerspruch in sich! [/B][/QUOTE]Das [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=271018#post271018]sehe ich genauso![/URL] |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] Die Idee finde ich [b]GENIAL ![/b] Und am besten noch alle in Schwarz. [/QUOTE] dankeschön. die idee, daß alle in schwarz gehen sollten kam mir auch schon und zwar, nachdem ein redner bei einer demo in kassel sagte, daß wir alle trauer tragen im angesicht des krieges und ich daraufhin zu meinem (schwarzen) bruder sagte, daß wir endlich mal passend angezogen sind ;) nach der demo quatschten mich noch zwei typen an, ob ich immer so rumlaufen würde, oder ob ich mich extra für die demo so angezogen und "zurechtgemacht" hätte. ist vielleicht an den haaren herbeigezogen, aber als alle menschen bei der trauerrede nach dem amoklauf von erfurt schweigend auf dem riesigen (rathaus)-platz standen, fand ich das absolut atemberaubend und mächtig! und diese macht, diese ausstrahlung sollte man für eine demonstration nutzen! -julya- |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheRaven [/i] Das ist an sich eine hochphilosophische Frage ;) (könnte wesen in die Richtung "wieviel Gewalt ist gerechtfertigt, um zigtausende Tote zu verhindern weiterspinnen, aber dazu gibt es wahrlich genug Threads) Im Großen und Ganzen ging es hier aber auch (wenn ich das richtig verstanden habe) hauptsächlich um Gewalt gegen Gegenstände und Lärmbelästigung, nicht darum "dem dummen Ami mal aufs Maul zu hauen". Letzteres wäre sicherlich äußerst kontraproduktiv. [/QUOTE] es ging mir ja auch nicht um den, der krieg betreibt (von bush bis zum letzten kleinen soldaten), sondern lediglich um den, der nicht direkt am krieg beteiligt, dennoch aber irgendwie auf der kriegsseite steht.... angefangen von einem, der sagt, daß er den krieg gut findet bis zum letzten mc-donalds restaruant. ich finde es inakzeptabel, wenn leute (und dinge), die, wenn auch nur indirekt, etwas mit dem krieg zu tun haben, zerstört, bzw, verletzt oder angegriffen werden [b]im namen des friedens[/b] |
| Lucifer_Sam | Gewalttätige Friedensdemonstrationen sind indiskutabel. Besonders wenn die Gewalt wohl eher von den Demonstranten ausgeht, als von den Sicherheitskräften (auch wenn das z.B. in Spanien anders aussieht). Aber es ist eben eine gewalttätige Minderheit, weiter nichts. Zu den Friedensdemonstrationen allgemein: Ich begrüße es ja, daß die viel gescholtene Jugend doch noch was auf die Beine bringt :) , aber es wird doch viel zu naiv an das Thema herangegangen. Die USA scheren sich einen Dreck um Demos in Europa im Nahen Osten oder sonstwo. Und im eigenen Land sind ja alle (noch) auf der Patriotismus-Linie. Worauf ich aber hinaus wollte: Diese Demos sind doch auch nur ein Teil der Spaßgesellschaft. Glauben die denn irgendein Regierungschef hört mit dem Morden auf, nur weil sie bunte Fahnen schwenken? Dazu sind die Regierungschefs viel zu zynisch. Man sieht es ja daran, daß sich dieser Gewerkschaftsboss auf der Demo in Berlin hat sehen lassen. Ich frage mich, was der da verloren hat, außer sympatien sammeln und das Ego aufzupolieren. Schröder ist auch nicht besser, hat den Krieg als Wahlkampfthema mißbraucht. Aber das nur nebenbei erwähnt. Der Große Fehler ist doch der, das die Leute glauben die Welt sei nett und alle Menschen wären gut (bis auf die Bösen Bush und Saddam). Aber so einfach ist das nicht. Europa steht im 21. Jahrhundert noch einiges bevor und es wird Zeit, daß das die Leute erkennen und aufhören sich zu belügen und zu glauben, eine Taube mache allein schon den Frieden. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] [B]ist vielleicht an den haaren herbeigezogen, aber als alle menschen bei der trauerrede nach dem amoklauf von erfurt schweigend auf dem riesigen (rathaus)-platz standen, fand ich das absolut atemberaubend und mächtig! [/B][/QUOTE]Ich wohne in der Nähe von Erfurt und habe zu [b]dieser[/b] staatlich inszenierten Aktion meine eigene Meinung. Anläßlich dieses Events ist ja heute (gestern) das neue "Jugendschutz"-Gesetz in Aktion getreten. Daß die Regierung offiziell gegen den Irak-Krieg ist bedeutet nicht, daß man ansonsten nicht weiterhin dem American Way of Politics folgt. :( |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Ich wohne in der Nähe von Erfurt und habe zu [b]dieser[/b] staatlich inszenierten Aktion meine eigene Meinung. Anläßlich dieses Events ist ja heute (gestern) das neue "Jugendschutz"-Gesetz in Aktion getreten. Daß die Regierung offiziell gegen den Irak-Krieg ist bedeutet nicht, daß man ansonsten nicht weiterhin dem American Way of Politics folgt. :( [/B][/QUOTE] ja, sicher.... dazu kann man geteilter meinung sein. ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. wie gesagt, es war vielleicht etwas an den haaren herbeigezogen. ich suchte nur nach einem greifbaren beispiel für so ein "großes schweigen"..... |
| Lucifer_Sam | Die Funktion der Gewerkschaften ist meiner Meinung nach, die Arbeitnehmer vor den Arbeitgebern zu schützen, naja oder so... :D Wenn nun ein Herr Sommer, der sich lieber der eigentlichen Aufgabe der Gewerkschaften widmen sollte, von seiner Unfähigkeit ablenkt, in dem er sich bei einer Friedensdemo zu profilieren sucht, habe ich dafür kein Verständnis. Er gehört da einfach nicht hin. Außerdem traue ich ihm nicht. Ebensowenig, wie ich irgendeinem 'Volksvertreter' oder einem anderem dieser 'Bosse' traue. |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheRaven [/i] Julya: Hmmh, da haben wir es. Ich finde Dinge legitime Ziele, Leute nicht. Und Du nennst wieder beides in einem Satz ;) [/QUOTE] und ich finde das eben nicht. was bitte soll es für einen nutzen haben, wenn hier und da schaufensterscheiben eingeschlagen werden oder überhaupt irgendwelche sachen beschädigt werden? wem bringt es was? der krieg hört dadurch auch nicht auf! und wenn wir bei beispiel mcdonalds bleiben macht es diesem riesigen konzern finanziell sicher nichts aus, wenn ein paar fenster zu bruch gehen. das zahlen die aus der portokasse. allerdings kommen bei solchen auseinandersetzungen immer menschen zu schaden. und ist es das wirklich wert? |
| Demon17 | Hallo LaChatte, wir sind schon wieder einer Meinung. Aggressive Friedensdemos sind echt zum kotzen. Ich hab gestern abend von einer bekannten im Kick auch ne nette Story gehört. Sie hat von einem "Friedensaktivisten" im Works einer Disko in Osnabrück mehrmals was aufs Maul gekriegt, der einzige Grund war das sie und ihre Clique Kleidung mit den Stoff von Tarnanzügen tragen. (Sie macht sich daraus Kleider) Dabei habe ich selten Leute kennengelernt die so wenig aggressiv sind. In ihren lokalen Radiosendungen hört man fast wöchentlich das Krieg Scheisse ist. Ich glaube viele "Friedensaktivisten" suchen vorwände um die eigene Aggression abzureagieren. Das nennt sich Projektion und ist für viele Menschen leider eher typisch. Also falls dir mal jemand etwas unterstellt gehe ruhig davon aus das er/sie selbst so ist oder so etwas getan hat. Du liegst in 80% aller Fälle richtig.;) @bloodymina wundere dich nicht wenn du kommunistische oder anarchistische Symbole auf Friedens-, Umwelt-, oder anderen Demos siehst. das ist der gezielte Versuch radikaler Minderheiten einen sachlichen Protest für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. Ich kenne die Leute teilweise es ist eine bewußte Strategie, die viele "Graswurzelinitiativen" leider immer wieder zum erliegen bringt. Insofern stabilisieren Sie das System das sie abschaffen wollen. thinkt twice its magic demon17 |