| AESHMA | Ich weis jetzt ehrlich gesagt nicht ob das so gut hierher passt aber mich würde einfach mal eure Meinung interessieren was ihr davon haltet. Folgendes ist vorgefallen: In Erfurt war gestern Nachmittag an einer Brücke an der Gera alles abgesperrt. Feuerwehr, Polizei ,Gerichtsmediziner, es war alles vertreten. Ich sah im vorbeifahren das 2 Feuerwehrmenschen wie eine Art "dunkle Tasche" herauszerrten. Eine Freundin rief mich später an weil sie mich sah und meinte das dort ein Neugeborenes im Wasser lag, natürlich tot. Mir fiel es dann wie Schuppen von den Augen was es war das sie heraus getragen hatten. Das deprimiert natürlich total ,mich zumindestens!!Wie kann man soetwas nur tun?? Was hat den Menschen dazu getrieben sein eigen Fleisch und Blut wie Müll einfach wegzuwerfen?? Es gibt so viele Möglichkeiten. Warum aber gerade der Tod?? Kann man das Mensch nennen?? Eure Meinung!? |
| HerrDerSchatten | ich kann und will die tat nicht entschulden, aber irgendwo ist wohl die mutter genauso opfer... ein kidn zu bekommen ist keine leichte sache und sie war wohl völlig überfordert.. Wenn abtreibung in deutschland leichter wäre.wäre es womöglich nicht passiert |
| Blackadder | [QUOTE][i]Original geschrieben von HerrDerSchatten [/i] [B]Wenn abtreibung in deutschland leichter wäre.wäre es womöglich nicht passiert [/B][/QUOTE] Aber doch es gibt wohl noch genügend andere Möglichkeiten, ein ungewolltes Kind "loszuwerden"? Es gibt keine Entschuldigung für einen Mord an einem Säugling. Wenn eine Abtreibung nicht möglich ist, sei es aus gesundheitlichen, moralischen, finanziellen Gründen bliebe immer noch die Möglichkeit der Adoption, oder ein Heim....es gibt doch Stellen die sich so um so etwas kümmern müssen oder? Das ungewollte Schwangerschaften passieren ist jedem klar, dass ein Kind keine leichte Aufgabe ist auch, aber mir will kein Grund einfallen, der es rechtfertigt ein Kind wie ein Stück Dreck im nächstbesten Tümpel zu "entsorgen". So etwas dürfte einfach nicht passieren, wie so vieles. Aber ist wohl unmöglich, sich in das Gefühlsleben dieser Menschen hineinzuversetzen. Trotzdem würde es mich interessieren, ob man selber für sich eine Art moralischer Rechtfertigung hat, wenn man sich zu einer solchen Tat entschlossen hat. Immerhin hat man dieses Wesen neun Monate praktisch unter seinem Herzen mit sich getragen....ich stelle es mir wirklich schwierig vor, sich zu solch einem Entschluss durchzuringen. Was mag der Mutter durch den Kopf gegangen sein.... Beste Wünsche, BLACKADDER |
| pulSar | ich sag nur "BABYKLAPPE". ist kein witz. einige Großstädte haben sowas. die klappe führt nicht in den müll - sondern eine aufnahmestation - und ist exakt dafür da, socleh fälle zu verhindern! |
| Julya | ganz genau das hätte ich jetzt auch gesagt: babyklappe! wenn eine mutter es schafft, das kind alleine zu entbinden, dann schafft sie es auch, das kind unbeobachtet in eine babyklappe zu legen. in kassel haben wir hier seit einem jahr eine und die wurde schon mehrfach benutzt! |
| Blackadder | Babyklappe....kann es nicht aber sein, dass viele Mütter über diese Möglichkeit der anonymen Abgabe einfach nichts wissen? Soweit ich weiß, wird darüber nicht genug informiert....denn eigentlich denke ich mir, dass jede Mutter diese Möglichkeit eher in Betracht ziehen würde, als ihr Kind zu töten, wenn sie sie kennen würde... Beste WÜnsche, BLACKADDER |
| Glasgärtnerin | Ich hab irgendwo mal was von anonymer Geburt gehört. Man muss im Krankenhaus keinen Namen angeben, es kostet nichts, und wenn ich mich nicht irre bekommt man sein Kind auch nicht zu Gesicht (weiß nicht, ob das zu 100% richtig ist). Es gibt ja auch noch genug andere Möglichkeiten, das Kind "loszuwerden", wie schon genannt, Babyklappe, Adoption usw. Und das wird die Mutter ja wohl gewusst haben. Ich finde es unverantwortlich, sein Kind zu töten aber wir können schließlich nicht in die Köpfe dieser Mütter hineinschauen und somit auch nicht verstehen, was wirklich in ihnen vorging, wie sie sich gefühlt haben, als sie ihr Kind töteten. Es war sicher nicht leicht für sie und vielleicht sahen sie auch keinen anderen Ausweg. Das soll aber keineswegs eine Rechtfertigung darstellen. Bei solchen Fällen werd ich ärgerlich und traurig zugleich. ~MfG~ |
| Julya | also, ich persönlich weiß schon seit jahren, daß es solche "babyklappen" gibt. und wenn ich eine werdende mutter bin, informiere ich mich doch bis ins letzte detail, was es für möglichkeiten gibt, sein kind [b]nicht[/b] töten zu "müssen". und da kommt man, meiner meinung nach, sehr schnell auf eine babyklappe, da ich z.b. schon sehr viel darüber gehört habe und die informationen darüber auch nicht grade versteckt sind.... meine überlegungen dazu... julya |
| Glasgärtnerin | Vielleicht hat diese Frau ja irgendetwas Schlechtes mit ihrem Baby verbunden (*abschweif*) und hat in einer Kurzschlussreaktion gehandelt in der sie sich nicht mehr beherrschen konnte. Wobei ein Menschenleben natürlich nicht von einer Kurzschlusshandlung abhängen sollte. Aber wie soll man solche Vorfälle verhindern? |
| Blackadder | Julya, das ist absolut richtig, was du sagst, aber ich befürchte, solche logischen Überlegungen wird man in dieser durchaus extremen emotionalen Situation nicht mehr anstellen, kann ich mir zumindest vorstellen. Was natürlich keine Entschuldigung darstellt, das ist mir klar. Beste Wünsche, BLACKADDER |
| Julya | ja klar.. ich argumentiere ja jetzt auch sozusagen mit "klarem kopf", ich bin nicht schwanger und muß mein kind nicht "loswerden". mir ist das einfach nur so unvorstellbar, wie man so grausam sein kann. ich hatte vor jahren mal den verdacht, daß ich evtl schwanger sein könnte und bin schon mit dem verdacht in meinem kopf tausend möglichkeiten durchgegangen, was zu tun wäre, wenn dem wirklich so wäre... zum glück war ich nicht schwanger, aber vielleicht "tickt" auch jede mögliche mutter in so einem moment anders.... |
| aaraen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] [B]wenn ich eine werdende mutter bin, informiere ich mich doch bis ins letzte detail, was es für möglichkeiten gibt, sein kind [b]nicht[/b] töten zu "müssen". julya [/B][/QUOTE] Einfach ein gedanklicher Exkurs: Eine 14-jährige, unbeliebt, häßlich, pickel, graues mäusschen, wird von alles nur gehänselt und ist voller selbstverachtung. Nicht zuletzt seitdem dieser besoffene Typ über sie hergefallen ist, als sie einmal abends nocht unterwegs war. Zu spät nach hause gekommen, begrüßt sie der Vater mit schlägen und brüllt was von rumtreiber und Familienehre. Diese Mädchen denkt über körperliches Unbehagen, Bauchschmerzen und Überlkeit nicht nach, das gehört eh zur tagesordnung. An einem unschuldigen Nachmittag, sie hat sich in ihrem Lieblingsversteck im Wäldchen verkrochen, fallen schreckliche schmerzen über sie herein. Als sie wieder zu sich kommt, liegt ein schreiendes nacktes blutiges Baby vor ihr und sie fühlt nicht ausser Schuld, Scham, Angst, Unglaube, Verzweiflung und Angst und ist völlig überfordert mit dieser Situation! --------------------------------- |
| AESHMA | Also von der Babyklappe weis ich auch schon länger und in Erfurt gibt es ja glaub ich auch eine. Die Möglichkeit der " anonymen Entbindung" gibt es, man bekommt nach der Geburt das Kind nicht zu Gesicht. Also ich bin der Meinung das die Mutter höchstwarscheinlich noch sehr jung war ( muss nicht sein, kann aber ), sie wird warscheinlich auch ihre Probleme gehabt haben, vielleicht die Eltern ,der Freund / Erzeuger, man weis es eben nicht. Bei Erwachsenen Menschen fällt es eventuell etwas einfacher mit der Verantwortung und Erziehung, allgemein mit solch einer Aufgabe und Entscheidung für das Kind fertig zu werden. Aber mal ehrlich, wofür gibt es die Pille, Kondome usw.??Ok, es gibt Leute die krank sind und deshalb keine Pille vertragen, mit Kondom machts auch nicht immer so Spass aber es gibt ja noch mehr Möglichkeiten zur Verhütung. Aber wenn man sich nicht daran hält, sich dann wundert weshalb man schwanger ist und das Kind auf so bestialische Art einfach tötet, weis ich nicht ob ich das noch als Mensch geschweige denn als verantwortunsvoll ( auf die Verhütung gesehen ) bezeichnen lässt!? Wenn das Kind bei einer Vergewaltigung entstanden ist , hätte sie immerhin auch noch 3 Monate zur Abtreibung gehabt ,nur mal so als Beispiel. Oder?? |
| Julya | aaraen.... ja, ist natürlich eine andere sichtweise... in so einem fall kann man wohl kaum der mutter, welche selbst noch ein kind ist, die schuld geben... da hätte das umfeld mal die augen aufmachen müssen! ich meine, bei manchen frauen sieht man den dicken bauch nicht, aber was ist bei einem mädel z.b. beim schulsport, oder jetzt im sommer? da hätte man besser hinschauen müssen... *sfz* ich hab den bericht über diesen tragischen fall übrigens heute vormittag im fernsehen gesehen... |
| Glasgärtnerin | Wenn du ein Mädchen/eine Frau siehst die einen klein wenig runden Bauch hat (angenommen man sieht es erst kurze zeit vor der geburt oder fast gar nicht), würde dir dann sofort der Gedanke kommen, diese Frau könnte schwanger sein? Junge Mädchen versuchen da auch im Sommer zu kaschieren, würde ich vermuten. Damit's keiner sieht eben. Ich weiß es nicht, könnte natürlich auch am Umfeld liegen, aber niemand kann sich wirklich in die betroffene Person hineinversetzen. Jedoch wäre es, wenn sie Unterstützung gehabt hätte, vielleicht anders ausgegangen. |
| Julya | ich hab ja geschrieben, daß es sein kann, daß man den bauch nicht sieht, aber das kommt eher selten vor. aber es verändert sich ja nicht nur der körper... auch insgesamt: wenn ein mädchen/frau zu so etwas fähig ist, muß ja auch einiges sonst nicht stimmen. und genau da müssen die menschen ihre augen aufmachen. |
| Blackadder | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] [B]auch insgesamt: wenn ein mädchen/frau zu so etwas fähig ist, muß ja auch einiges sonst nicht stimmen. und genau da müssen die menschen ihre augen aufmachen. [/B][/QUOTE] Stimmt. Generell finde ich, daß es ziemlich wenig Aufklärung in dieser Richtung gibt. Es ist teilweise auch ein gesellschaftliches Problem, wenn man als Frau überlegt, sein Kind abzugeben oder abzutreiben gilt man häufig direkt als schlechter Mensch, die Umstände werden dabei nicht berücksichtigt. Es müsste mehr Möglichkeiten geben für Mütter, die es einfach nicht schaffen können, Beratungsstellen, Betreuung, etwas in diese Richtung zumindest. Beste Wünsche, BLACKADDER |
| Lordlachdoch | [QUOTE]wofür gibt es die Pille, Kondome usw[/QUOTE] ich denke genau hier liegt das Problem. Wir sind alle ach so aufgeklärt und trotzdem glauben viele Mädels immernoch dass ein Tampon verhütet und gibt es immernoch Kerls die sich erst mit dem Mädel vergnügen und dann fragen "du nimmst doch die Pille...?!" Solange hier kein Verantwortungsgefühl herrscht und jeder nur an sich und seinen Spaß denkt werden ungewollte, verdrängte Kinder entstehen die dann wenn sie auf der Welt sind Chaos auslösen bei den jungen Müttern. Ich habe leider keine Ahnung wie man dieses Problem wirksam eindämmen kann aber ich denke es müsste mehr vor der Empfängnis beraten werden und nicht erst nach der Geburt... |
| Wolfskind | Hier wird immer nach mehr Betreung und beratung für junge Mütter/werdene Mütter mit Problemen gefordert, aber habt ihr auch mal überlegt, was für Überwindung es kostet dort hinzugehen? Ich hatte zum Glück noch nie so ein Problem, doch kenne die Situation (zumindest so ähnlich) wegen anderen Gründen. Seit über 8 Monaten weiß ich, das ich Hilfe brauche. Seit 6 Monaten habe ich die entsprechende Addresse einer Beratungsstelle - aber habe mich nie getraut hin zu gehen. Wieso? Es könnte mich jemand sehen. Man könnte über mich lachen/ mich nicht ernst nehmen. ... (Könnte man noch fortsetzen) Wenn ihr jetzt sagt, diese Ängste seien doch völlig unbegründet, muss ich euch rechtgeben. Aber was soll man machen? Im Hinterkopf gibt es ja auch immer noch die Stimme, das alles wieder gut wird. Und wenn man nicht gerade den Bauch eines Elefanten hat, vergehen diese paar Monate soetwas von schnell... |
| Blackadder | Ich bin mir aber eigentlich ziemlich sicher, dass die Überwindung das eigene Kind zu töten noch ein weniger größer ist. Den Schritt, diese Beratung auch zu nutzen kann niemand den Müttern abnehmen und verhindern wird man solche Fälle auch nicht damit, aber zumindest bis zu einem gewissen Grad minimieren. Beste Wünsche, BLACKADDER |
| AESHMA | Die Aufklärung und die eventuelle Angst dies mag das Problem sein. Eine Bekannte von mir ist mit 14 schwanger geworden und hat jetzt mit fast 15 ihr Baby. Ich möchte ja nicht schlecht über sie reden, nur die Wahrheit sagen. Sie hat sich von den Jungs teilweise ziemlich ausnutzen lassen und war sich der Situation nie bewußt was sie eigentlich alles riskiert. Ihr hat es langsam sogar Spass gemacht sich wie eine Prostituierte behandeln zu lassen nur ohne Bezahlung, hinter ihren Rücken wurde sie beschimpft aber das war ihr egal weil sie ihren Spass wollte. Sie war aufgeklärt genug, schon allein wegen ihrer Schwestern und die standen ihr immer zur Seite wenn sie Probleme hatte auch als sie schwanger wurde. Um das Kind kümmern sich jetzt ihre Eltern weil sie zur Schule muss usw..Ich kann nur hoffen das sich ihr " Lebensstil " endlich ändert, immerhin ist sie jetzt " Mutter " und dann sollte sie schon etwas nachdenken über das was sie jetzt macht ( besser gesagt nicht mehr machen sollte ). |
| AESHMA | Nochmal zum Thema " Aufklärung " . Manche Menmschen lassen sich zwar aufklären aber halten sich auch nicht daran. |
| DemonOfLove | hab mir jetzt nicht alles durchgelesen weil ich gleich wieder gehn muss, aber bei uns im Ort is vor 2-3 jahren etwas "ähnliches" wie im eingangsposting beschrieben passiert: eine mutter hat ihr neugeborenes umgebracht... nur hat sie damals behauptet es wäre ihr aus der Hand gefallen und die Treppe hinunter... nur haben untersuchungen jetzt ergeben: sie hat es zu Tode getreten... ich finde so etwas barbarisch... mit einer Abtreibung kann ich mich noch abfinden, da ich es immer noch besser finde, als das kind ohne eltern aufwachsen zu lassen... doch ein kleines lebewesen das nicht einmal die geringste chance hat sich zu wehren, das ist krank.... |
| Violet Decay | So, jetzt muss ich hier auch mal meine Auffassung zum besten geben, auch wenn es etwas verworren wird: Ich habe ein wenig das Gefühl, das Ihr versucht, den Leuten, die so etwas machen (wie z.B. ihr Kind nach der Geburt zu töten), zu unterstellen, dass sie die gleichen rationalen Problemlösungsfähigkeiten oder Denkmöglichkeiten hätten wie Ihr selbst. Aber das ist nicht so. Man sollte sich erst einmal bewusst werden, dass nicht alle Menschen die Kapazität haben einfache oder komplexe Probleme zu lösen. Das kann teilweise umweltbedingt sein, z.B. durch enorme Stressituationen. Und unter solchen Umständen helfen einem auch keine Babyklappen mehr. Wenn jemand psychisch so am Ende ist, dass er keine Lösung mehr weiß, dann ist er tatsächlich nicht mehr in der Lage über etwas wie eine Babyklappe oder ähnliches nachzudenken. Wir sollten einmal darüber nachdenken, dass wir im Moment doch in einer "privilegierten" Position was den Zusammenhalt unserer Denkfähigkeiten betrifft. Wir sind in der Lage in dieses Board hier reinzuschreiben, dass zu lesen und zu verstehen was andere geschrieben haben, darauf wieder zu antworten usw. Aber das können nicht alle Menschen. Und es gibt auch Situationen in denen, der eine oder andere von uns das irgendwann vielleicht auch nicht mehr kann (z.B. Stichwort Wochenbettpsychose, postpartale Depression oder ähnliches). Ich weiß nicht recht, ob es klar wird was ich sagen will, aber ich finde es etwas arg einfach zu sagen "Es gibt doch Babyklappen". Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung nach eher in der Gesellschaft, die zulässt, dass andere Menschen in solche Extremsituationen kommen, die sie psychotisch werden lassen. Man sollte doch im Vorfeld sensibler für die Probleme seiner Mitmenschen sein, als im Nachhinein zu schreien "wie konntest Du nur so etwas tun" |
| Glasgärtnerin | [quote]Ich habe ein wenig das Gefühl, das Ihr versucht, den Leuten, die so etwas machen (wie z.B. ihr Kind nach der Geburt zu töten), zu unterstellen, dass sie die gleichen rationalen Problemlösungsfähigkeiten oder Denkmöglichkeiten hätten wie Ihr selbst. Aber das ist nicht so. Man sollte sich erst einmal bewusst werden, dass nicht alle Menschen die Kapazität haben einfache oder komplexe Probleme zu lösen. Das kann teilweise umweltbedingt sein, z.B. durch enorme Stressituationen.[/quote] Ich hab's auch schon erwähnt, ich kann mich in solche Personen und in diese konkrete Lage nicht hineinversetzen. Somit kann ich nur von meiner Sicht aus schreiben, damit versuche ich nicht, den betreffenden Personen etwas zu unterstellen, ich versuche nur, meine Meinung klarzumachen. [quote]Wenn jemand psychisch so am Ende ist, dass er keine Lösung mehr weiß, dann ist er tatsächlich nicht mehr in der Lage über etwas wie eine Babyklappe oder ähnliches nachzudenken. Wir sollten einmal darüber nachdenken, dass wir im Moment doch in einer "privilegierten" Position was den Zusammenhalt unserer Denkfähigkeiten betrifft. [/quote] Ich glaube darüber war ich mir (genauso wie andere) im Klaren. [quote]solche logischen Überlegungen wird man in dieser durchaus extremen emotionalen Situation nicht mehr anstellen, kann ich mir zumindest vorstellen.[/quote] -- [quote]Ich weiß nicht recht, ob es klar wird was ich sagen will, aber ich finde es etwas arg einfach zu sagen "Es gibt doch Babyklappen". Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung nach eher in der Gesellschaft, die zulässt, dass andere Menschen in solche Extremsituationen kommen, die sie psychotisch werden lassen. Man sollte doch im Vorfeld sensibler für die Probleme seiner Mitmenschen sein, als im Nachhinein zu schreien "wie konntest Du nur so etwas tun"[/quote] Mir ist schon klar, was du sagen willst. Aber in diesem Thread wird nicht nur mit Babyklappen argumentiert, es wurden durchaus noch andere Probleme (Mangelndes Verständnis in der Gesellschaft, schlechte Aufklärung, Beratungsgespräche) thematisiert. ~MfG~ |
| Violet Decay | Ich habe schon bemerkt, dass hier nicht nur mit Babyklappen argumentiert wurde, aber alle anderen Alternativen (anonyme Entbindung, Adoption, diverse Beratungsstellen aufsuchen usw.) sind in einem eventuell psychotischen Zustand genauso wenig bzw. erst recht nicht hilfreich, weil man einfach nicht mehr in der Lage ist solche Angebote zu verstehen bzw. damit umzugehen. Und zu sagen "man könne sich in eine solche Person zwar nicht hineinversetzen", aber gleichzeitig auch erwähnen, "das sei unverantwortlich" und "es gäbe ja andere Alternativen", hat für mich schon den Klang, dass man die andere Person doch wieder mit den eigenen Maßstäben misst. |
| Glasgärtnerin | Na gut, aber wie würdest du denn argumentieren? [quote]Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung nach eher in der Gesellschaft, die zulässt, dass andere Menschen in solche Extremsituationen kommen, die sie psychotisch werden lassen.[/quote] Was sind deine Lösungs-/Verbesserungsvorschläge? ~MfG~ |
| Violet Decay | Eigentlich habe ich keine richtigen Lösungsvorschläge und ich weiß auch nicht, wie man so etwas wirklich verhindern könnte. Unsere gesamte Gesellschaft müsste sich einfach in einer Weise entwickeln, dass wirklich jeder ein soziales Netzwerk hat, auf das er zurückgreifen kann. Es kommt darauf an, wie wir miteinander umgehen und dass man es rechtzeitig erkennt, wenn es jemandem anders schlecht geht usw. Man braucht einfach von vornherein ein ganz anderes "Miteinander". Und dazu finde ich zählt auch, dass man versucht andere Leute nicht zu verurteilen, wenn man selbst nicht nachvollziehen kann, was sie fühlen oder tun. Ich finde es daher wichtig, dass wenn man über Menschen, die so etwas getan haben redet, sich bewusst wird, dass sie eventuell wirklich krank sind und gar nicht mehr anders handeln konnten. Wenn man nur mit dem Finger auf die Leute zeigt und sagt "Du hättest aber dies und jenes tun können", dann macht das meiner Meinung nach, die Sache eher noch schlimmer. Es wird ohnehin schlimm genug sein, für die betreffende Person das ganze zu verarbeiten. Und zusätzlich zu den eigenen Schuldgefühlen, wird sie nun noch von der Gesellschaft geächtet. |
| Glasgärtnerin | [quote]Es wird ohnehin schlimm genug sein, für die betreffende Person das ganze zu verarbeiten. Und zusätzlich zu den eigenen Schuldgefühlen, wird sie nun noch von der Gesellschaft geächtet.[/quote] Naja, ich finds nicht gerade gut, dass das in den Medien so plattgetreten wird. Aber wie soll man den reagieren? Ich find das ziemlich schwierig. Einerseits, die Person leidet schon genug und hat wahrscheinlich wirklich ernsthafte Probleme. Aber andererseits hat sie einen (wehrlosen) Säugling getötet, macht sich somit nebenbei natürlich auch noch strafbar. ~MfG~ |
| Violet Decay | Vielleicht sollte man als Außenstehender einfach versuchen sich selbst soweit wie möglich neutral zu verhalten und niemanden verurteilen, nur weil man seine Handlungen nicht verstehen kann bzw. sich nicht in ihn hineinversetzen kann. Es kommt mir in gewisser Weise vor allem auf den Tonfall an: Es ist z.B. wichtig zu sagen, dass man das für falsch hält was jemand getan hat, aber man sollte nicht unbedingt seine ganzen persönlcihen Affekte miteinbringen. |
| Glasgärtnerin | Mit der Neutralität hast du schon recht. Aber mir persönlich fällt es nicht immer leicht, eine vollkommen neutrale Art zu bewahren, besonders wenn mich etwas aufregt. Es ist natürlich ein Unterschied, ob man die Person kennt oder nicht. Naja, was soll's. Ich glaub sowieso nicht daran, dass sich diesbezüglich in der Gesellschaft viel ändern wird. ~MfG~ |
| Lordlachdoch | [QUOTE]Ich habe schon bemerkt, dass hier nicht nur mit Babyklappen argumentiert wurde, aber alle anderen Alternativen (anonyme Entbindung, Adoption, diverse Beratungsstellen aufsuchen usw.) sind in einem eventuell psychotischen Zustand genauso wenig bzw. erst recht nicht hilfreich, weil man einfach nicht mehr in der Lage ist solche Angebote zu verstehen bzw. damit umzugehen.[/QUOTE] Ich kann Deine Argumentation zwar verstehen aber was mich hindert sie zu akzeptieren ist die Tatsache, dass einen Menschen eine Entbindung nicht aus heiterem Himmel trifft. Die Bestätigung der Schwangerschaft kommt oft wie ein Schock und muss verarbeitet werden aber dann hat der Mensch mindestens 4 Monate Zeit sich zu überlegen was er tun kann, weil die Tragzeit beim Menschen nunmal 9 Monate beträgt. Ich kann jede Frau verstehen die verstört reagiert wenn sie die Schwangerschaft feststellt, aber ich kann nicht wirklich akzeptieren, dass man diese Tatsache bis zum letzten Augenblick verdrängt und dann keinen anderen Ausweg sieht als die Kindstötung. Vielleicht bin ich zu hart, vielleicht musste ich aber auch nur früh lernen, dass sich Probleme selten von allein lösen indem man sie ignoriert. Irgendwo muss Verantwortungsgefühl anfangen. |
| Violet Decay | Was ich gemeint habe ist, dass das ganze aus einem psychotischen Zustand heraus entsteht. Dieser hängt eng mit der Geburt an sich zusammen, da dies ein sehr stark stressauslösendes Ereignis ist. Und wenn man nun mal in einen solch psychotischen Zustand hineinkommt, dann helfen einem auch keine 9 Monate Vorbereitung mehr. Eine Wochenbettpsychose kann man auch erleiden, wenn man sein Kind ganz normal im Krankenhaus zur Welt bringt, alle möglichen Vorbereitungskurse gemacht hat, das Kinderzimmer fertig eingerichtet hat usw. Die beste Vorbereitung kann einen vor so etwas nicht schützen. Im Krankenhaus gibt es allerdings genügend Leute, die das rechtzeitig erkennen und schlimme Konsequenzen verhindern können. Jemanden zu verurteilen, mit der Argumentation derjenige habe doch so viel Vorbereitungszeit gehabt, finde ich eben gerade nicht ok. In einem solchen Zustand stehen einem einfach nicht mehr die kognitiven Mittel zu Verfügung seine Umwelt realistisch einzuschätzen. Und so etwas kann einem von der einen auf die andere Minute passieren, und zwar letztendlich jedem von uns. Aber gerade das scheint den meisten nicht bewußt zu sein. |
| JackBlack54 | Meine Schwester war vor ca. einem Jahr auf einem großen Goa-Festival. Als sie sich in ihrem Auto ausgeruht hatte kam die Polizei zu ihr ans Fenster, um ihre Personalien aufzunehmen. Warum? Auf dem Festival hat eine Frau ihr neugeborenes Baby ins Dixi-klo geschmissen. Also musste die Polizei alle weiblichen Teilnehmer aufnehmen. Das Kind ist in der Pisse und Scheiße erstickt/ertrunken. |