| VerlorenerJunge | da in diversen threads immer gesagt wird "Ich Bin Stolz Ein Deutscher Zu Sein" ... worauf kann man stolz sein? wenn ich ehrlich bin spontan fallen mir eigentlich nur sehr wenige dinge ein, die oft auch nicht wirklich die besten dinge sind ... und wenn man nicht der meinung ist auf deutschland stolz sein zu können auf was kann man dann stolz sein? würd mich gerne mal über gründe freuen worauf man in deutschland stolz sein kann - bzw. wenn nicht auf das land auf was dann? ich hoffe der ein oder andere verstehts wie ich meine *gg* |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von VerlorenerJunge [/i] [B]da in diversen threads immer gesagt wird "Ich Bin Stolz Ein Deutscher Zu Sein" ... [/B][/QUOTE] Echt? |
| Lizzy | Ich glaube nicht das es überhaupt etwas gibt worauf man stolz sein kann - weder auf die Nationalität, die materiellen Dinge die man besitzt, charakterliche oder sonstige Eigenschaften, Dinge die man sich "hart erarbeitet hat",usw. ...nichts worauf man stolz sein könnte. Oder doch? Und warum ist es falsch als Deutscher stolz auf Deutschland zu sein - es gibt nicht wenige Nationen die auch Völkermord betrieben haben oder noch betreiben (?USA?) und die sind auch stolz auf ihr Land und haben kein schlechtes Gewissen oder was auch immer... |
| Julya | ich war stolz, als ich damals meinen schulabschluß trotz aller widrigen umstände geschafft habe. ich war stolz, daß ich es geschafft hatte, alle regale, rollos, schränke, tische, usw in meiner wohnung selber anzubringen bzw aufzubauen. ich bin generell stolz, wenn ich eine für mich schwierige aufgabe gemeistert habe. also, ich bin auf [i]das[/i] stolz, was [b]ich selbst[/b] geschafft habe... [SIZE=1]aber eigentlich wurde das thema doch auch schon in diversen threads durchgekaut, oder?[/SIZE] |
| Lizzy | Schön für dich. |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lizzy [/i] [B]Schön für dich. [/B][/QUOTE] was soll das denn jetzt heißen? |
| Lizzy | Das ist nicht böse oder beleidigend gemeint - so hast dus ja wahrscheinlich aufgefasst - ich meinte einfach nur damit das das schön für dich ist. |
| scorpio666 | Tja ist doch von Julya und Lizzi nen schönes Beispiel:D Man ist nur noch stolz drauf was man selber leistet. Leistet ein anderer was selbst wenn es fürs Allgemeinwohl wäre,kann man sich net mehr für ihn oder mit ihn freuen. Doch fehlt uns net ein wenig Nationalstolz,bzw Patriotismus? Würden dann net Leute wie Schumacher oder Becker die Steuern hierzahlen,wo sie auch populär geworden sind,statt wegen egoistischen Gründen Fahnenflucht zu betreiben. Wieviele Unternehmen sind ähnlich? Die Leittragenden sind wir alle,weil sie dann von uns wieder die verlorenden Steuern einkassieren,oder Arbeitsplätze ins Ausland abwandern. Wäre daher ein neuer Patriotismus net dringend erforderlich? Man muß endlich mal aufhören Nationalstolz mit Nationalsozialismus gleich zu setzen. Wir sind nunmal alle ein Teil dieser Gesellschaft.Was ja net heist das man sich hier alles schön reden müsse,jedoch geht es uns im Vergleich zu anderen Ländern auch net so schlecht. Also können wir net ein wenig froh sein hier zu wohnen? Und stolz auf unsere Eltern seien die uns diesen Wohlstand ermöglicht haben? |
| Dark_FN | @ Julya: Volle Zustimmung. Was man sich selbst erarbeitet hat, darauf kann man durchaus stolz sein. Ich bin in der Regel je stolzer je mehr das Erreichte gegen meine "eigentlichen" stärken erreicht habe. Über einen kleinen Erfolg in einem Bereich der mir nicht liegt, kann ich wesentlich stolzer sein als über einen größeren Erfolg in einem bereich der mir eh liegt... Aber das ist wie gesagt eine ganz individuelle Sicht. Für mich macht es keinen Sinn, auf seine Nationalität stolz zu sein. Es ist nichts, was mein beeinflußt hat, nichts wofür man etwas tun mußte, etc, etc... Man könnte zum Beispiel "froh" sein Deutscher zu sein, damit würde ich mich schon her anfreunden können. Wobei ich durchaus denke, dass ein gesundes Maß an Patriotismus durchaus nicht schaden kann. In vielen Bereichen ist die Deutsche Gesellschaft zum Beispiel (noch) wesentlich sozialer als die USA. Und ich finde es richtig, dass man genau aus Gründen der Weltoffenheit & Solidarität mit dem Deutschland identifizeirt, dass dieses repräsentiert. Ich denke, dass das gerade die Chance von uns ist, wir (als Volk) haben auch die dunkle Seite des Patriotismus kennen gelrent, eine Perspektive die den meisten Amerikanern komplett fehlt. Patriot sein hat dort (zumindest im Bewusstsein der USA) in der Regel "Welt befreien" und Land verteidigen bedeutet... Deutsch sein sollte für Toleranz, Solidarität und Gerechtigkeit stehen. Wenn wir "linke" Werte in den Begriff des Deutsch Seins integrieren können wird sich die Beziehung der Duetschen zum Deutsch sein normalisieren und man nimmt dem rechten Rand das "Recht" (welches sie sich selbst geben) für die Deutschen zu sprechen! |
| Náessë | hmm, da fällt mir ein, ich habe noch nie jemanden gesehen, der bei deutschen Nationalhymne geweint hat. Also, auf deutscher seite. bis jetzt habe ich das nur bei anderen Nationen gesehen... ich glaube das liegt wahrscheinlich an "unserer" Vergangenheit. Wenn ich ehrlich bin, ich habe kein "Stolzbewusstsein" was meine Nationalität angeht. Aber ich bin froh in Deutschland zu leben... es gibt viel schlimmere Länder. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von scorpio666 [/i] [B] Also können wir net ein wenig froh sein hier zu wohnen? [/B][/QUOTE] Das ist es. Man kann froh oder vielleicht sogar dankbar sein, hier zu wohnen und hier geboren zu sein. Stolz sein kann man auf das, was man selbst geleistet hat, oder eventuell noch, was andere (z.B. die Eltern, weil sie einem ein gutes Leben ermöglicht haben, die Fußballmannschaft, wenn sie mal wieder gewinnt, Rilke, weil er ein begnadeter Dichter war oder Einstein, weil er ein genialer Physiker war...) geschaffen haben. Das hat aber nichts damit zu tun, daß sie zufällig einer bestimmten Nation angehören, sondern damit, daß sie etwas geleistet haben. Einfach nur stolz darauf sein, daß man zufällig Deutscher ist, kapier ich nicht so ganz, was aber nichts damit zu tun hat, daß man dann nicht durchaus auch Patriot sein kann. Ein Patriot will dafür sorgen und etwas dafür tun, daß es mit dem Land, in dem er woht, aufwärts geht. Es gefällt ihm in dem Land, in dem er lebt, und möchte, daß es so bleibt. Stolz sein impliziert für mich immer auch ein wenig eine passive Haltung. Man hat etwas gemacht, und ruht sich dann recht passiv darauf aus, was ein Patriot nicht machen würde. ~decay~ |
| Julya | aber decay, eigentlich ist es doch das gleiche: wenn man auf 'seine' fußballmannschaft stolz ist, zu deren sieg man ja auch nix beigetragen hat, kann man ja auch auf 'sein' land stolz sein, zu dessen gründung, aufbau, etc man ja auch nichts beigetragen hat. ich finde, das ist beides nichts, worauf man [i]persönlich[/i] stolz sein kann.... |
| Náessë | wie kann ich auf etwas stolz sein, wobei ich nicht beteiligt war. ich meine ich kann doch nur auf etwas stolz sein, das nicht aus meinen Händen stammt, das nicht mit mir persönlich gebunden ist. Wenn ich stolz auf Deutschland wäre dann reicht mein stolz bis zur Grenze und nicht weiter? Ich habe dieses Wort schon lange nicht mehr gebaucht, wüsste auch nicht wann ich das das letzte mal gemacht habe. |
| decay73 | Naja, Julya, ist vielleicht etwas grenzwertig. Aber immerhin haben die etwas geschafft, worauf [I]sie[/I] stolz sein können. Und das kann man ja durchaus mal anerkennen. Also nicht stolz darauf, daß sie etwas [I]sind[/I], sondern daß sie etwas konkretes geschafft bzw. erreicht haben. So wie Eltern auch auf ihre Kleinen stolz sein können, wenn sie etwas geschafft haben. ~decay~ |
| Allanon | Der Aussage von @decay 73 bezüglich des Patrioten kann ich nur zustimmen. Ein wahrer Patriot widmet sich mit vollem Engagement seiner Sache, bis diese sein Ziel gefunden hat. Ist das Ziel erreicht, so wird er Abstand davon nehmen Stolz auf sich zu sein, denn das Erreichen des Ziels erhält seinen Seelenfrieden. Völlig selbstlos wird er allerdings Stolz für seine Mitstreiter empfinden, die ihm gefolgt sind und an die "gute" Sache geglaubt haben. Daher glaube ich auch, daß es uns allen nicht schadet darüber nachzudenken, ob das Stolz sein auf sich selbst, für uns so von Vorteil ist. Denn zumeist zeigt es sich, daß sich der Mensch durch den selbst auferlegten Stolz verletzbar/angreifbar macht und dann zumeist irrational handelt oder sich äußert. Das bedeutet natürlich nicht, daß man das "Geschaffte" gleichgültig hinnehmen und emotionslos weiter machen sollte. Ist es aber nicht ausreichend, sich an der eigenen oder gemeinsamen Freude für "Geleistetes" sich die Kraft für weitere Taten zu holen?! |
| Alterkelte | VJ? [QUOTE]"Ich Bin Stolz Ein Deutscher Zu Sein"[/QUOTE] wer sagt das ? Stolz kann ich auf mich selbst sein, wenn ich etwas erreicht habe, auch wenn das einem den Vorwurf der Arroganz einbringen kann... und mich freuen, dass ich noch lebe... Stolz auf Deutschland.........kaum |
| absolut_death | Stolz... Wisst ihr, ich versuche gerade eine Empfindung damit zu verbinden aber es gelingt mir nicht. Vermutlich bin ich auf nichts stolz, weder auf das was ich gemacht habe noch auf das was andere geschafft haben. Auch assoziiere ich mit dem Wort "Stolz" etwas negatives... Z.B. Wenn jemand viel zu stolz ist etwas zu tun. absolut_death |
| VerlorenerJunge | @alterkelte: ich weiß nicht ob ich das perönlich zuweit hergeholt habe, aber sachen wie "ich bin stolz auf deutschland" verbinde ich mit dem: "ich bin stolz ein deutscher zu sein" - ist jetzt auch relativ egal ;) ich denke zu der sache mit amerika: das problem ist einfach das, das wir deutschen das schlimmste vom schlimmen getan haben - das kann keiner abstreiten ... und das benutzt amerika gerne um ihre eigenen taten der sklaverei zu vertuschen. hätte es hitler nicht gegeben würde man bestimmt auf amerika rumhacken ... und amerika hätte NIE eingegriffen hätte hitler keinen krieg provoziert ... ansonsten hätten sie sich selbst verarscht: die haben im grunde das selbe mit den schwarzen gemacht! aber im allgemeinen hab ich die frage einfach mal gestellt da ich mir gedanken über die tragweite des wortes STOLZ gemacht habe ... |
| Wardog20k | mal so am rande: das wort stolz klingt irgendwie doof. :D Ja ich bin stolz auf die Leistungen meiner Vorväter (jedenfalls teilweise) Ich bin stolz darauf immer noch in einer der besten und sozialsten Demokratie zu leben. Ich war stolz auf unsere Aussenpolitik. Die sich leider momentan entgegen meiner persöhnlichen Meinung richtet. Ich bin stolz darauf in einem der 5 wettbewerbsfähigsten Länder zu leben. (wobei 4 wesentlich größer sind als Deutschland) Ich bin stolz darauf (noch) in einem der selbstkritischsten Länder zu leben. usw. das heißt aber noch lange nicht das ich hier vieles mag oder bei der nationalhymne heulen muss. |
| Alterkelte | Das sind z.t. recht variable "Werte", die Nationalhymne hat sich mehrmals geändert in 100 Jahren, mit verändertem Text singt man in Deutschland die frühere Hymne Österreichs........find' ich lustig. STOLZ...gute Frage, was ist das? Um ehrlich zu sein, nervt mich aber jeglicher übertriebener Nationalismus. Wenn die Türkei im Fussball gegen Liechtenstein gewinnt, machen sie auch immer einen Autokorso. Nicht dass sie das nicht dürfen, im Grunde finde ich das genauso peinlich, wie bei "unserer" Mannschaft. Wenn die Mädels Weltmeister werden, interessiert's keine alte Sau......... |
| death-innocence | ich war noch nie stolz, deutsch zu sein... und ich werde es nie werden... |
| sanguis | wie julya vorher schon mal erwähnte bin auch ich stolz auf das was ich selbst erreiche, wenn ich situationen für mich persönlich zufriedenstellend meistere. ich bin stolz jeden tag aufs neue aufzustehen wenn mich etwas niederschmettert... allerdings könnte ich nie auf ein land stolz sein, egal um welches es sich hierbei handelt, schon deswegen da eine solche aussage sehr allgemein ist, und sowieso nur im vergleich zu anderem steht... es ist schön und gut zu sagen, wir leben in einem wettbewebsfähigem land, dabei stellt sich nur die frage ob diese werte die hierbei verglichen werden denn überhaupt so sehr von bedeutung sind? intelligenz z.b. kann man in keinem test wie der tims-studie erfassen, man kann damit vielleicht die motivation, die aufnahmefähigkeit für erlerntes wissen feststellen. auch kreativität, oder forschergeist kann nicht gemessen werden, aber wieso muss man sich auch immer messen? kann man nur dann stolz sein, wenn man sich überlegen fühlt? in deutschland gibt es jede menge missstände,wie auch in jedem anderem land. durch die aussage stolz auf sein land zu sein, schliest man diese mit ein, schweigt sie tot und rechtfertigt sich am ende damit, dass andere länder viel schlimmer sind ( wo man wieder beim vergleichen wäre) diese ganze 'ich bin stolz' - getue wird mir wohl für immer ein rätsel bleiben... |
| IanCurtis | Wie sangen dien "Toten Hosen" so schön: "Es über 1000 gründe auf dieses Land stolz zu sein-warum fällt mir jetzt aufeinmal kein einziger mehr ein!!!" |
| Gnom1218 | Weil es sonst keiner ist, bin ich stolz auf mich! Niemand wäre ich lieber!;) |
| Alterkelte | @Gnom ich will es mal so sehen, wenn jmd. anderes quasi an meiner Stelle einen Tag verbringen würde, würde er (sie) zerspringen oder schreiend davonlaufen. Darauf bin ich stolz, dass ich allergrössten Mist überlebt habe.... |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] Aber immerhin haben die etwas geschafft, worauf [I]sie[/I] stolz sein können. Und das kann man ja durchaus mal anerkennen.[/quote] ja: [b]anerkennen[/b]. das stimmt schon. ich erkenne es ja auch an, wenn jemand, den ich mag, etwas geschafft hat, was für ihn eine herausforderung darstellte. aber stolz.......? [quote]So wie Eltern auch auf ihre Kleinen stolz sein können, wenn sie etwas geschafft haben. [/QUOTE] das ist aber 'näher dran', finde ich... weil eltern ihren kindern ja viel beigebracht haben. und bei den folgenden zitaten von wardog20k würde ich auch wieder sagen, daß man das wort 'stolz' durch 'anerkennung' oder durch 'ich bin froh darum' ersetzen müsste.... [quote]Ja ich bin stolz auf die Leistungen meiner Vorväter (jedenfalls teilweise) Ich bin stolz darauf immer noch in einer der besten und sozialsten Demokratie zu leben. Ich war stolz auf unsere Aussenpolitik. Die sich leider momentan entgegen meiner persöhnlichen Meinung richtet. Ich bin stolz darauf in einem der 5 wettbewerbsfähigsten Länder zu leben. (wobei 4 wesentlich größer sind als Deutschland) Ich bin stolz darauf (noch) in einem der selbstkritischsten Länder zu leben.[/quote] |
| alphaquadrant | goethe, schiller, gutenberg, siemens bzw. andere geniale dichter + denker ( natürlich zugegebener maßen ist das im moment nicht mehr so ). mhh... deutsche haben auch großen anteil an der technischen entwicklung gehabt.... mhhh... deutschland ist eigentlich ein schönes land, tlw. halt schöne landschaften, einige schöne städte sind verblieben.... hatten auch mal ein paar gute staatsmänner...bismark, friedrich der große z.b. und ein paar gute militärs --> die leider zumeist alle f. verbrecher gedient hatten :o rommel, manstein, guderian etc. sind im ausland - trotzdem dass sie gegner waren als militärs hoch angesehen und werden immer noch zitiert etc.. obwohl das militärische eher immer die amis sind die damit rumprahlen... |
| Alterkelte | Nachtrag: in einem Land zu leben, das vergleichsweise noch ein paar Freiheiten anbietet, die es so in vielen Teilen der Welt nicht gibt, macht mich nicht stolz, sondern ich bin froh darüber. Stolz zu sein in so einem Moment, hiesse alle auszulachen, die in bestimmten Ländern, wegen Lappalien im Gefängnis sitzen, das kann es auch nicht sein. Aber froh, das bin ich schon! Nun, ich kann meine Meinung sagen, ob sie jmd. interessiert oder nicht, das ist schon etwas............. |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von Alterkelte [/i] Stolz zu sein in so einem Moment, hiesse alle auszulachen, die in bestimmten Ländern, wegen Lappalien im Gefängnis sitzen, das kann es auch nicht sein. [/QUOTE] das ist ein guter satz, finde ich.... |
| decay73 | Ja, Julya, 'stolz sein' im Sinne von Anerkennung bekunden. Das ist es, was ich ausdrücken wollte... ;) ~decay~ |
| Corvus | @scorpio666: [QUOTE]Man muß endlich mal aufhören Nationalstolz mit Nationalsozialismus gleich zu setzen.[/QUOTE] Danke! Stolz darauf deutscher zu sein, oder österreicher in meinem Fall, ist nichts verwerfliches. Welcher Israeli schämt sich Israeli zu sein, obwohl die Regierung die palästinenser wie in ein Konzentrationslager einpfercht. Welcher Italiener schämt sich Italiener zu sein, obwohl diese ein Dorf mit zivilisten in Afrika mit Senfgas bombardiert haben. Welcher Amerikaner schämt sich dafür Amerikaner zu sein, obwohl diese eine noch grausamere und blutigere vergangenheit und gegenwart haben als wir. welcher engländer schämt sich für sein vaterland, obwohl die apartheit und damit verbundene ermordung von tausenden und abertausenden indern nicht vergessen ist... just my 2 cents. düster grüßter |
| scorpio666 | @Corvus Diese scham ist uns Deutschen halt so anerzogen worden:rolleyes: 1. Jahrzent düsterer deutsche Geschichte reicht aus um alles andere im Hintergrund zu stellen. Warum alle den Wörtchen "stolz" soviel negatives anhängen,bleibt mir nen Rätzel. Alle sind ein Teil der deutschen Gesellschaft,haben so mit ihren Steuern,ihrer Produktivität,und eventuell sogar mit Kundgeben ihrer Meinung(z.B. Unterschriftenaktionen,oder Demos) bei vielen mitgewirkt. Warum also net stolz auf schwarz rot gold sein?Auf das Wirtschaftswunder?Auf die Wiedervereinigung?Auf die friedliche Revolution in Leipzig? |
| gekitsu | das mit dem stolz ist so ne sache... stolz ist ja auch ein ziemlich schwammiges wort. stolz kann man sein auf etwas das man sich hart erarbeitet hat. stolz kann auch hochmut bedeuten, also eher im negativen und stolz sein auf etwas kann auch heissen "froh sein, sich damit zu identifizieren/dabei mitzuwirken/involviert zu sein" ich bin z.b. stolz, dass ich gothic bin - ich bin lange genug irgendwelchen modebedingten dingen oder dem klassen-pascha in der schule nachgeeifert. ich bin stolz drauf, dass ich die tuer zu meinen eigenen gedanken gefunden habe und mich nicht mehr schaeme, anderst als andere zu sein. andererseits koennte dieser stolz auf diese leistung ueberspitzt auch darin enden, dass ich mich elitaer fuehle. okay, manche mitmenschen machen es einem sehr schwer, sich nicht elitaer und ueberlegen zu fuehlen, aber so generell tendiere ich da noch eher zum mitleid oder der gleichgueltigkeit als zur aktiven ueberheblichkeit. und im dritten sinne bin ich durchaus stolz auf deutschland. ich mag meine heimat, insbesondere bayern. mir gefaellt es hier, ich mag den dialekt, das flair, die gegend. andererseits auch die geschichte: deutschland hat sicherlich eine sehr interessante (bewegte) geschichte und tolle wurzeln: das germanische hat durchaus eine faszination, aber auch die bindung zum roemischen reich hat einige interessante spuren hinterlassen (unser grundgesetz z.b. ist ziemlich typisch fuer eine christliche kulturpraegung - nicht unbedingt ein nachteil in dem falle wie ich finde). an sich hat auch das 3. reich (als historischer abschnitt) seinen reiz... nicht zum nacheifern, aber es ist sicherlich sehr interessant. deutschland nimmt bestimmt nicht einen gigantenteil an meiner person ein, aber einen wahrnehmbaren. zu einem gewissen teil gehoert zu meiner person auch das gute verhaeltnis das ich zu meinen vaterland habe. man muss ja nicht gleich nationalistisch werden oder in seiner ueberzogenen vaterlandsliebe andere nationen und kulturen als minderwertiger ansehen. aber man kann auch national (bloedes wort, ich weiss - vielleicht ist "nationales bewusstsein" ein passender ausdruck?) sein, ohne andere kulturen zwangslaeufig als weniger wert anzusehen. man koennte sagen, ich bin weltoffen, aber kein welt-buerger :) bleibt zu guter letzt zu sagen, dass ich diese starke ablehnung solcher dinge durchaus verstehe, allerdings hoechstens bis in die mittleren siebziger. nach einer solchen spanne wie den 3. reich ist klar, dass ersteinmal eine grosse konterbewegung kommt (hippies, brecht etcetera), aber irgendwann sollte man auch erkennen, dass eine konterbewegung ueberzogen sein kann und einfach zu einem "normalmass" zurueckkehren. so, ich hoff das hat jetz niemandin den falschen hals gekriegt und denkt ich bin nationalistisch oder sonstwie extremistisch :) |
| Freyja | Da ich aus Österreich komme kann ich wohl nichts sagen was "genau" hierher passt. Ich würde auch sagen, ich bin froh hier zu leben. Ich bin froh, dass ich in einer Demokratie lebe, die freie Meinungsäußerung zulässt, froh, dass Österreich ein durchaus reiches Land ist und froh, dass ich hier gut leben kann. Und stolz auf Österreich? Ich würde sagen, damit muss man sehr vorsichtig umgehen. Ich bin vielleicht stolz, dass Falco aus Österreich kam. Aber sonst? Worauf sollte ich sonst stolz sein? |
| Apex | Ich finde genausowenig wie man stolz sein kann einer bestimmten Nationalität anzugehören, so wenig muß man sich auch für die Taten dieses Volkes schämen oder sich schuldig fühlen wenn man an ihnen nicht beteiligt war. Wenn man aber auf Teufel komm raus auf sein Land und seine Nationalität stolz sein will dann muß man auch die Schuld die dieses Land auf sich geladen hat anerkennen und mittragen, denn genau wie man auf die Werke von Bach, die Erfindungen von Röntgen o.ä. stolz sein will so sollte man sich auch dann für die Vernichtungslager und den Vernichtungskrieg schämen. Ist nicht böse gemeint meine Meinung ist halt das ich nicht auf einen Zufall der Geburt stolz sein kann. Es geht mir eigendlich auch nicht darum das man in Deutschland keinen Patriotismus betreiben soll wegen den Vorkommnissen in den 30er und 40er. Es geht darum dass dem Volk diese Taten immer im Bewusstsein bleiben und das sie nicht irgendwann im laufe der Geschichte relativiert werden und nur noch ein halbes Jahr im Unterricht behandelt werden wenn überhaupt. Denn wie heißt es: "Wer aus der Geschichte nicht lernt ist gezwungen sie zu wiederholen" Zum Schluss noch eins auch wenn es in anderen Ländern vielelicht nicht so ist das ein kollektives Bewusstsein für die Fehler der Vergangenheit herrscht finde ich es blöd damit zu argumentieren. Das kommt mir so vor wie wenn Klein Otto sagt "Mama der Fritz darf bei rot über die Ampel warum darf ich nicht?" Die anderen Völker mögen ihre Geschichte und Fehler verfälschen und relativieren wie sie wollen wir müßen das hier wohl nicht genauso machen. Denn auch wenn sie sich ihrer Geschichte nicht schämen...vielleicht sollten sie es...zumindest ein wenig. Apex |
| Alterkelte | @Apex vollkommen richtig, anzumerken sei, dass Schuld in diesem Zusammenhang zunächst etwas individuelles ist. Mengele muss sich schämen, aber nicht ich. Nur habe ich sicher aufgrund der Geschichte die Verantwortung dazu beizutragen, dass es keinen zweiten Mengele geben wird... Schuld und Verantwortung sind zwei paar Stiefel! |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] Wenn man aber auf Teufel komm raus auf sein Land und seine Nationalität stolz sein will dann muß man auch die Schuld die dieses Land auf sich geladen hat anerkennen und mittragen, denn genau wie man auf die Werke von Bach, die Erfindungen von Röntgen o.ä. stolz sein will so sollte man sich auch dann für die Vernichtungslager und den Vernichtungskrieg schämen. [/QUOTE] da hast du recht, apex!!! denn immer nur die rosinen rauspicken ist ja wohl auch wirklich zu einfach. |
| gekitsu | wenn ich grade lese wie apex von nationalitaet und geburt spricht... was meint ihr, macht einen eher der nation "zugehoerig"? ob man zufaellig da geboren ist oder ob man sich dort zuhause fuehlt? zum punkt schaemen: schaemen direkt muss man sich nicht, aber verantwortung uebernehmen, das in jedem fall. da stimme ich mit alterkelte ueberein. aber ein "richtiger" patriot (also kein radikaler nationalist) sollte sich bei seiner liebe zu seinem land auch verantwortlich fuer sein land fuehlen. ist doch was ganz normales, oder? |
| scorpio666 | Ich wes net.Verantwortung wofür?Verantwortung kann man doch nur übernehmen,wenn etwas in der selben Zeitepoche passiert in der man auch lebt und eine akute Bedrohung das sich soetwas nur ansatzweise wiederholen könnte kann ich beim besten Willen net sehen.Alles andere hiesse ja das es sowas wie die Erbsünde gibt.Wie kann ich mich für etwas verantwortlich machen,wenn ich net mal die Gelegenheit hatte dagegen anzugehen?Geschichte ist Geschichte und vorbei ist vorbei. Heist es net in der Phychologie wer nur zurüchschaut kann net nach vorne sehen? Ihr könnt euch ja verantwortlich machen,und den Klotz eurer Vorväter euch ans Bein hängen. Ich werds net tun.Das würde ich auch gar net einsehen. |
| gekitsu | scorpio, ich denke so hat das auch niemand gemeint. meine grossmutter ist jetzt ueber 80 und war damals ein junges maedchen - eine generation unter denen, von denen politik gemacht wurde. die konnte schon keinen einfluss auf irgendwas nehmen, wie sollen es wir, fuer die es eigentlich geschichte ist, wie der erste weltkrieg oder der 30jaehrige? nein, aber mit dem wissen um ein solches geschehen kommt eine gewisse verantwortung. nicht verantwortung fuer das was damals geschehen ist, aber dafuer, dass so etwas nicht nocheinmal geschieht. hitler hatte damals perfekte voraussetzungen: das volk war unzufrieden, die situation beschissen. wenn du mich fragst, wir steuern auf etwas aehnliches zu - menschen werden aufgrund ihrer herkunft anderst behandelt, manche einwanderer bekommen fuer einen "normaleinwohner" nicht nachvollziehbare geldbetraege und unterstuezungszahlungen. und dann gibts noch aerger mit einwanderern die hier leben, hier geld kassieren und sich hier nicht an die spielregeln halten. dazu gehts der wirtschaft bescheiden, ohne aussicht auf besserung. wart noch ein paar jahre und du hast ein pulverfass wie es damals von der weltwirtschaftskrise und den versailler vertraegen gegeben hatte. dass in einer solchen situation vernuenftig gehandelt wird und nicht mehr und mehr zu radikalen loesungen abgewandert wird, das ist eine verantwortung, die man als "generation danach" durchaus zu tragen hat. |
| scorpio666 | Ob nun Verantwortung für die Vergangenheit,Zukunft,oder dem jetzt,solange ich net persöhnlich für etwas verantwortlich bin,übernehme ich halt keine Verantwortung. Wenn irgentwo ein Asylbewerberheim abfackelt,ist es zwar Pech für die Leute,aber ich trage halt net die Verantwortung. Genausowenig als wenn ein krankes Arschloch ne Frau vergewaltigt. Verantwortlich oder vielmehr mitverantwortlich dafür, wäre ich nur dann wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte der Frau zu helfen,das zu verhindern,Hilfe zu holen oder sonst was hätte machen können. |
| Allanon | Leute, meint ihr nicht, daß wir Gefahr laufen, auch bei diesem Thema zum Thema "deutsche Vergangenheitsbewältigung" abzuschweifen? Ich denke, dem Threadersteller ging es um das Thema "Stolz" im allgemeinen. Worauf ihr Stolz seid und warum. Finde es ein wenig schade, daß es schon einige Themen gab, bei denen das eigentliche Ziel völlig aus den Augen verloren wurde und man nur noch über dieses Thema debattiert hat. Korrigiert mich bitte, wenn ich das falsch sehe.:D |
| coxaaa | ich denk allanon hat recht. allerdings möchte ich trotzdem noch etwas zum thema "stolz auf deutschland" sagen. ich könnte es nicht mit mir vereinbaren zu sagen, ich sei stolz deutscher zu sein oder ich sei stolz auf deutschland, einfach aus dem grund, weil ich eigentlich bisher noch nichts zu diesem zustand beigetragen hab. ich wurde hineingeboren und habe den zustand nicht durch aktives wirken herbeigeführt. wenn ich etwas selbst erschaffen habe, sei es eine sandburg am meer, ein schönes bild gemalt, ein buch geschrieben, dann würde ich sagen können, dass ich stolz auf mein werk bin. aber bei dem land in dem ich wohne und das ich noch nicht aktiv geformt habe... :rolleyes: |
| Alterkelte | Wenn ich sage, dass ich eine grosse Verwandtschaft in Wien habe, darf man da Stolz sein? Ach was, ich bin froh drüber........... |