| Any Body | anbei der [url=http://www.die-zeit.de/2003/51/Diskriminierung]Linkverweis [/url]zu einem Artikel der zusammenfasst, welches unaufhaltsam auf eine geburtenstarke Generation zurollt, das Alter. Derzeitige Umgangformen, Verhaltensweisen und Zukunftssaussichten. Wie steht ihr zu zynisch/ironischer Werbung mit Alten? Seht Ihr Euch bereits selbst oder wollt ihr vom Morgen bislang nichts wissen? |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i] [B] Wie steht ihr zu zynisch/ironischer Werbung mit Alten? [/QUOTE][/B] So, wie ich zu jeder zynischen, ironischen Werbung/Äußerung in dieser Art gegenüber "Schwächeren" stehe, insbesondere, wenn sie sich meinungsbildend auswirken kann : Ich finde das idiotisch, schlecht, abartig, a-normal. [B][QUOTE] Seht Ihr Euch bereits selbst oder wollt ihr vom Morgen bislang nichts wissen? [/B][/QUOTE] Ich beziehe sehr vieles auf mich, warum nicht auch das. Vielleicht ist es ein Fehler, jedes erdenkliche Problem auf sich und sein Umfeld zu beziehen ... Aber ich tue sowas. Manchmal wünschte ich, ich könnte naiver sein, und so tun, als ob ich in einer heilen Welt leben würde, wo man solcherlei Dingen nicht so viel Ernst beimessen darf und lediglich Spielverderber ist, diese Art des Humors anzuzweifeln. Ich gehe diese "Probleme" ?! insofern an, als dass ich mich an das Motto "Augen zu und durch", "Irgendwie klappt das schon". halte. Allerdings gelingt mir diese Art des antrainierten Optimismus nur bedingt. |
| Mahsheed | Man könnte sich an diesem einen Beispiel aufhalten und versuchen, den Witz zu rechtfertigen ... Okay, dann mag man das eine vielleicht durchgehen lassen und das nächste und das übernächste auch noch, weil alles irgendwie Auslegungssache ist ... Fakt ist jedoch, dass Werbung ein Spiegel dessen ist, was die Gesellschaft in ihrer Lebensweise ausmacht. Und letztendlich, das lässt sich nicht übersehen, bleibt ein merkwürdiger Tenor, ein Stück unweigerlich wahrnehmbarer Rest zwischen den Zeilen oder Bildern, der bezeugt, was eine Gesellschaft als Problemgruppe betrachtet. Ob aus solcher Art Werbung nun der Umgang mit solchen Gruppen (mit-)resultiert oder nur spiegelt, weiß ich nicht. Ich nehme an, dass das Bild mit geprägt werden kann, zumindest besteht die Gefahr. Das allein schon finde ich im besten Fall Zeitverschwendung. |
| Pelloquin | Ich denke sehr oft daran, wie es wohl sein wird, wenn ich alt bin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht besser werden wird; das soziale Klima in diesem Land wird weiter abkühlen. Die Wertigkeit eines Lebens wird sich dann bemessen an dem, was dieses Leben an materieller Wertschöpfung zu leisten imstande ist. Um altes, krankes, behindertes Leben wird es dann schlecht bestellt sein. Um von diesen Entwicklungen nicht überrascht zu werden, versuche ich schon jetzt mich mit den sich evtl. daraus zu ziehenden Konsequenzen anzufreunden. So bemühe ich mich, mir meinen eigenen Tod vor Augen zu führen und mir meiner Vergänglichkeit bewußt zu sein. Um, wenn die Ereignisse es erforderlich machen, keine Angst zu haben den letzten Schritt zu tun... den Freitod zu wählen. Während meiner Ausbildung zum Bürokaufmann in einem Trierer Altersheim erhielt ich Einblick in das Los, das vielen Alten schon heute beschieden ist. Was ich sah, hat mich ziemlich erschüttert. Die Alten heute - allein, vergessen, isoliert warten sie auf ihren letzten Zug... Meine Großeltern waren ebenfalls in diesem Altersheim. Welch lustiger Zufall, dass ich, als ich in der entsprechenden Abteilung in der Verwaltung sass, meine Vorgesetzten darauf hinweisen mußte, DASS MEINE OMA SEIT EINEM HALBEN JAHR VESTORBEN WAR UND SIE DENNOCH JEDEN MONAT GELD VON DER KRANKENKASSE FÜR DIE UNTERHALTUNG MEINER OMA ERHIELTEN. (mehrere Hundert Mark...) Es tut mir immer noch in meinem Herzen weh, dass sie dort ihr Leben zu Ende bringen mußten. Ich hoffe, dass ich, wenn ich je so alt werden sollte wie sie, dass ich dann ebenso weise und warmherzig sein werde, wie es meine Großeltern waren. Was ich von derlei Werbung halte? Ein Armutszeugnis sondergleichen. Ich teile Mahsheeds Ansicht, wenn sie sagt "Fakt ist jedoch, dass Werbung ein Spiegel dessen ist, was die Gesellschaft in ihrer Lebensweise ausmacht. Und letztendlich, das lässt sich nicht übersehen, bleibt ein merkwürdiger Tenor, ein Stück unweigerlich wahrnehmbarer Rest zwischen den Zeilen oder Bildern, der bezeugt, was eine Gesellschaft als Problemgruppe betrachtet." Die Alten haben heute, sofern sie nicht mehr der für die Werbeindustrie interessanten kaufkräftigen Gruppe der Ca. 60jährigen angehören, keinerlei MARKTWERT mehr. Einzig für die Pharmaindustrie sind sie von gewissem Interesse, da ihre Gebrechen den Absatz der Pharmaprodukte sicherstellen. Aber auch für jene sind die Alten nur so lange interessant, wie sie die Medikamente auch BEZAHLEN können. Die heutige Jugend (dazu zählt heute anscheinend alles, was nicht durch äußere Verfallserscheinungen als "alt" stigmatisiert ist) verabscheut das Alter. Aus Angst. Weil die Gesichter der Alten von dem künden, das unausweichlich ist. DER TOD. So wollen sie die Alten aus der Öffentlichkeit tilgen, in der Hoffnung, so dem grimmen Schnitter ein Schnippchen zu schlagen. Aber er wird uns holen. Jeden von uns. Früher oder Später... :) |
| Rücksitzpunk | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i] [B]So, wie ich zu jeder zynischen, ironischen Werbung/Äußerung in dieser Art gegenüber "Schwächeren" stehe, insbesondere, wenn sie sich meinungsbildend auswirken kann : Ich finde das idiotisch, schlecht, abartig, a-normal.[/B][/QUOTE] ich nicht. mit zynismus geht alles leichter... allerdings gebe ich dir im bezug auf die meinungsbildung recht. zynisch gemeinte äusserungen werden häufig missverstanden und für bare münze genommen... |
| cocrea | [QUOTE]mit zynismus geht alles leichter... (zitat rücksitzpunk) [/QUOTE] geht mit zynismus alles, manches oder langfristig wenig leichter ? das ist meine frage. und für wen geht es wie lange leichter? zynismus - insbesondere in komplizenschaft zelebriert - ist m.e. eine form, sich den eigenen (verdrängten) schmerz und den anderer vom leib halten zu können. als maschine lebt es sich leichter. nur warum wollte dann tin-man sein herz wiederfinden? ´boshaft verletzende Äußerungen´ stellen sicher, dass das menschliche und allzu menschliche einem nicht mehr nah geht und nah kommt. wer wird weshalb zum zyniker? hierzu einige glossar-happen: Burnout in der Flüchtlingsarbeit [Marion Kremla, asylkoordination aktuell 1/2001] Aus engagierten Helfern werden [b]Zyniker[/b], einstmals fähige Beraterinnen ergehen sich in Resignation und wirken antriebslos. Wer sein Engagement für Andere ohne Rückversicherung für die eigene Person auslebt, schlittert oft selbst in existentielle Krisen. [url]http://www.asyl.at/fakten_2/betr_2001_01.htm[/url] [b]Zynismus[/b] = verletzender, (menschen)verachtender Spott; vgl. die vernichtend-verletzende Überschrift über dem Eingangstor des KZ Auschwitz: »Arbeit macht frei«. [url]http://www.workpage.de/lex04.php[/url] [b]Zynismus[/b]: ist Gefühlsroheit und damit Ausdruck der mittleren Schicht. [url]http://www.w-reich.de/hdoglos.htm[/url] Der Begriff [b]Zynismus[/b] (v. griech.: kynismos Bissigkeit; aus kynos Hund) bezeichnet eigentlich die Lebensanschauung der antiken Kyniker. Gegenwärtig bezeichnet der Zynismus zum einen eine sich durch boshaft verletzende Äußerungen zeigende Haltung eines Menschen. Zum anderen bezeichnet der Begriff Zynismus die zynische Äußerung selbst. (mit Zynismen reagieren) [url]http://www.net-lexikon.de/Zynismus.html[/url] [b]Zynismus[/b] Spöttisches Verhalten, mit dem man Anschauungen und Verhaltensweisen anderer verhöhnt und verächtlich macht. Zynisch (Cynisch) heißt eigentlich "Hündisch" und meint schamlos und gemein sein. Im alten Griechenland waren die Zyniker Verächter dessen, was wir heute "Bürgerlichen Lebenswandel" ... [url]http://www.socioweb.de/lexikon/lex_soz/s_z/zynismus.htm[/url] buchempfehlung (ACHTUNG: zynisch!) »Hunde, wollte ihr ewig leben?« [i]sollte sich jemand außerstande fühlen, den alltagssport zynismus zu betreiben, könnte es daran liegen, dass sein zynismusd(ede)oktor oder -apotheker defekt sind. [/i] |
| Alterkelte | @Coc. Es ist die Gabe, die nur uns Menschen auszeichnet, dass wir wider besseren Wissens Dinge tun, die andere als schlecht empfinden. "Gottseidank" ist es so, denn wir sind keine Automaten. Nun, ich muss nicht auf jedes Faktum reagieren und sei es noch so plausibel. Du wirst also einige von uns, weder mit "copy and waste" noch mit Zitaten von irrigen Meinungen abbringen, wenn es nicht das ist, was wir wollen, denn ich liebe meine Halbwahrheiten, Lügen und Gerüchte, ich will gar nicht vernünftig werden! Niemals! |
| Lordlachdoch | [QUOTE]Die heutige Jugend ...verabscheut das Alter. Aus Angst. Weil die Gesichter der Alten von dem künden, das unausweichlich ist. DER TOD.[/QUOTE] Hm... ich denke nicht nur deswegen. Wenn ich von mir ausgehe, habe ich Angst nicht deshalb Angst vor dem Alter und vor dem altern, weil damit mein Tod näher rückt. Ich habe Angst davor, wertlos, nutzlos, überflüssig für die Gesellschaft zu sein, denn darauf läuft unsere Gesellschaft doch hinaus. Die Alten sperren wir gern weg, schämen uns wenn sie senil oder gebrechlich werden. Die bereits genannte Werbung finde ich harmlos und auch relativ witzig, da gibt es wesentlich schlimmeres. Ich denke wir solten uns viel mehr Gedanken machen wie wir mit unsere Alten umgehen. Ich respektiere meine Großeltern bestimmt und achte sie auch aber ich muss zugeben, dass ich ihnen mehr Zeit widmen könnte. Sie haben keinen Platz mehr in unserem Leben, ausgenommen die, die es sich leisten können die Wirtschaft anzukurbeln und das sollten wir überdenken. |
| aneny | [QUOTE][i]Original geschrieben von Pelloquin [/i] [B]Die heutige Jugend (dazu zählt heute anscheinend alles, was nicht durch äußere Verfallserscheinungen als "alt" stigmatisiert ist) verabscheut das Alter. Aus Angst. Weil die Gesichter der Alten von dem künden, das unausweichlich ist. DER TOD. [/B][/QUOTE] ich fühle mich mal angesprochen. :> ich persönlich verabscheue das alter nicht, und würde es nie aus diesem grund tun. was in mir aber eine starke abneigung gegen viele alte menschen induziert (schönes wort :D) ist: [pauschalisierung] - alte menschen sehen jugendliche wie mich nur als halbe menschen, die keinen verstand haben und meinen, dass sie durch ihre angebliche lebenserfahrung über den jüngeren stehen. - alte menschen sind von vornherein negativ gegenüber neuen sachen eingestellt und haben viele vorurteile (bspw. gegenüber gothics) - alte menschen sind oft senil, geistig langsamer. das ist zwar kein grund für meine abneigung, aber ich kann mich mit ihnen nicht so gut unterhalten wie mit jüngeren [/pauschalisierung] ja, ich habe vorurteile gegenüber alten. nichtsdestotrotz bin ich natürlich gegen diskriminierungen jeglicher art, auch gegen alte menschen, da sie auch nur ein produkt aus ihrer erziehung durch eltern und gesellschaft sind, quasi also nichts dafür können, dass sie so sind. |
| Nnordy | Erinnert sich noch wer an diese bodenlose Diskussion im letzten Sommer - angekurbelt von einem Mitglied der Jungen Union - über "Generationengerechtigkeit" im Sinne von "Warum braucht eine 75Jährige noch ein neues Hüftgelenk, die nippelt doch eh bald ab" (überspitzt formuliert)? Das haut doch in genau die gleiche Kerbe... ALSO: Ich habe - wohl auch weil ich die beste Oma der Welt hatte - keinerlei Probleme mit alten Menschen. Ich habe eine Menge Hochachtung vor ihnen, nicht zuletzt auch vor den Frauen -> Stichwort "Trümmerfrauen". Und ich finde es beschämend, wie mit alten Menschen hierzulande umgegangen wird. Wir alle werden im Alter körperlich und geistig abbauen, da ist bis heute kein Kraut gegen gewachsen und wird es auch in 50, 60, 70 Jahren nicht sein. Aber ist das ein Grund, um alte Menschen für unmündig, wertlos, unerwünscht zu erklären? Ich finde NEIN. Wir alle werden mal alt, auch der Firmenchef, der keinen über 25 einstellt. Dieser ganze Jugendwahn geht völlig an der gesellschaftlichen Realität vorbei (Bevölkerungsentwicklung). Ja, ich setze mich damit auseinander daß ich nicht ewig "jung" bleiben werde. Und wenn ich mir einige Dinge heutzutage so anschaue, dann fühle ich mich manchmal sehr, sehr alt. Diese ganze hohle Spaßgesellschaft widert mich an. Klar, daß dort für Alter kein Platz ist, aber wehe, wenn die ersten Falten und grauen Haare kommen, dann bricht eine Welt zusammen. Allerdings bin ich - Zynikerin? Realistin? - genug, um zu sehen, daß ich soooo alt wohl eh nicht werde. Ich gehöre zur Hauptrisikogruppe Brustkrebs - Raucherin, Pille seit ich 16 bin, 90% aller Frauen mütterlicherseits an Brustkrebs gestorben (zuletzt meine Oma), schlechte Abwehrkräfte... Naja, was solls... |
| rainraven | ich kenne die Werbung nicht und sehe in der Beschreibung jetzt auch nichts, was einen alten Menschen dewegen diskriminiert. ich kenne wenige Werrbungen mit alten Leuten (gucke nicht viel fern oder lese nicht viel Zeitung), aber wenn, dann interpretiere ich sei als witzig und cool, weil die Alten darin die Überlegenen und die Junggebliebenen sind. Von Altersgrenzen bei Krediten etc. wußte ich nicht und finde es eine Schweinerei, daß es so ist. Ich kann mich jetzt nicht aufregen, daß niemand einen 50jährigen einstellt, denn ich bin 29 und kriege genausowenig eine Arbeit, so wie es aussieht. Da nützt mir das "Jungsein" gar nichts. Aber ich würde auch eher einen erfahrenen Menschen, auf den ich mich verlassen kann, einstellen- vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen Beruf, wo irgendeine körperliche Leistungsfähigkeit vorausgesetzt ist, die ein über 50-jähriger nachweislich nicht mehr hat. Abgesehen davon ist es mir eigentlich egal, wie alt ein Mensch ist, Hauptsache, er ist nicht spießig und engstirnig im Kopf und akzeptiert auch Veränderungen und "das neumodische Zeug" und meckert nicht über unser Verhalten. Meine Oma z.B. ist über 80 und findet meine rotgetönten Haare schön, erst recht, wenn ich sie offen und unfrisiert trage. Sie ist auch eher amüsiert als geschockt, wenn ich einen in Silber gefaßten Fasanenfuß oder dergleichen um den Hals trage. Meine Großtante dagegen (ihre Schwester) findet getönte Haare unnatürlich und "häßlich" und offen sowieso ungepflegt und die Fasanenkralle dürfte ich ihr gar nicht zeigen... Abgesehen davon, möchte ich mich noch nicht mit dem Älterwerden auseinandersetzen, denn ich habe eine Heidenangst davor und weiß schon nicht, wie ich damit leben soll, daß ich demnächst 30 werde. T.R. |