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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Alkoholiker verurteilen?
EAP´sdaughter88Das mit dem Alkoholismus ist zwar immer ´ne individuelle Sache, aber ich wüsste schon gern mal, wie ihr darüber denkt.
Wenn jemand schon über einen längeren Zeitraum alkoholabhängig ist, sich von niemandem helfen lassen will, trotzdem die ganze Zeit rumjammert, sodass sich alle anderen Sorgen machen, und so irgendwie ziemlich das Familienleben stört, ist es dann richtig diesen Menschen zu verurteilen?
Also mittlerweile denke ich, dass man das ruhigen Gewissens machen kann, weil diese Alkoholsucht nicht nur dumm und selbstverschuldet, sondern auch absolut egoistisch ist.
Was meint ihr: Ist es richtig sojemanden zu hassen?:(
NeRO-PraeToRiaNdu kannst jemanden verurteilen, wenn er deine werte kennt

ich kenne die problematik der süchtigen und schiebe sie sogar zu der problematik der triebtäter. beide gruppen sind fuer mich menschengruppen die eine verurteilung wegen ihrer mangelnden stärke gegenüber der einhaltung der ethik verdienen

jemand der seine sucht erkennt und sich ihrer probleme bewusst ist , aber trotzdem nichts dagegen tut verdient nen kräftigen tritt in den hintern. wenn die bereitschaft die lage zu ändern dannimmernoch nciht vorhanden ist, finde ich diese person nur noch bemittleidenswert, unabhängig davon ob ich mit ihr abgeben möchte oder nciht
NeRO-PraeToRiaNhast du mal mit alkoholikern gearbeitet ??

wenn ja dann haben wir einfach unterschiedliche auffassungen.

wenn aber nicht dann geh doch mal in die nachtschicht innem krankenhaus und mach das nen jahr lang, du wirst feststellen das dein respekt vor diesen leuten unmerklich schwindet.

ich bezog mich mit der gleichstellung auf die menschliche schwäche der "verlockung" einerseits alkohol andererseits kinder nicht wiederstehen zu können

ausserdem wollte der poster hier die meinung der leute wissen
schön das du mich wegen meiner gleich in die tonne trittst
die parallele hab ich grad eben genannt, was aber der symbolische tritt in den arsch angeht. wenn diese leute sich ihrer situation bewusst und dann trotzdem "rumflennen" aber ihre situation nicht verändern wollen (denn davon handelt dieser thread und in diesem kontext hab meine antwort abgegeben)
JimmyVoiceDas Alkoholiker gegen Ethik verstossen find ich doch sehr weit hergeholt.
Alkoholiker die darum wissen und jammern das sie nicht aufhören koennen, sind einfach noch nicht richtig am Boden. Glauben immer noch andere müssten ihnen helfen und sehen nicht das nur sie alleine davon loskommen müssen.
Verurteilen und hassen? Nein, nochnichtmal bemitleiden. Sie müssen die Konsequenz ihres Handelns erkennen. Links liegen lassen ist immer noch die beste Variante. Ihnen auch knallhart sagen, das sie selber schuld sind, ihnen klar sagen das man ihr jammern nicht mehr mitanhört ect. Aber auf keinen Fall verurteilen und hassen.
JimmyVoiceNoch ne Anmerkung: Mit linksliegen lassen meine ich jetzt familieren Bereich. Linksliegenlassen(ist sicher ein blöder Ausdruck) dient dazu zu zeigen das nur er diese Behandlung/Enzug ect. machen muss.
Gerade in der Familie ist es so das der Alkoholkranke immer noch ein Alibi für sich hat, wenn er merkt das die anderen sich ja um ihn kümmern. Er sieht dann einfach die Verantwortung nur bei den anderen und nicht bei sich.
Er muss sich behandeln lassen, weil er selber es will und nicht weil die anderen es von ihm wollen bzw. verlangen.
Erst wenn er versteht, das er für seine Krankheit verantwortlich ist und nicht die Umstände, erst dann ist er auch wirklich bereit.
NnordyAlso Leute, ich kann mich zum einen SisterofMercy anschließen. Zum anderen muß ich - als direkt Betroffene, da mein Vater schon seit bzw. vor meiner Geburt vor 28 Jahren Alkoholiker ist - mal meinen Senf dazu geben.

Also: Alkoholiker sind weder verachtens- noch hassenswert. Es gibt unterschiedliche Gründe die zur Sucht führen. Die einen trinken Alkohol, wieder andere - und davon gibts ja hier auch einige - schnippeln an sich rum, andere pfeifen sich einen Joint rein, gehen shoppen oder was weiß ich was. Es ist als allererstes mal ein Hilfeschrei, daß der Mensch mit einer best. Situation nicht klar kommt - oder mit seinem Leben an sich. Warum das verachtens- oder hassenswert sein soll versteh ich nicht. Klar können sie aus der Sucht nur allein rauskommen. ABER: Man kann sehr wohl was tun, um sie zu unterstützen! Mein Vater ist seit 5 Jahren trocken, und letztendlich hat er es natürlich selbst geschafft. Aber es gab einen äußeren Auslöser und es gab die Familie, die zu ihm gehalten und ihn durch die schwierige Zeit gebracht hat.
Glaub mir, lieber Nero, über 20 Jahre mit einem Alkoholiker zusammen leben bringt Dir bedeutend mehr Erfahrung und Ahnung zu dem Thema als ein Jahr KH mit Nachtschichten, wo es Dich wahrscheinlich - mir würde es nicht anders gehen - ankotzt, wenn wieder mal eins von dieser jammerlichen Weicheiern klingelt, weil ers allein nicht mehr aufs Klo schafft....
Das zeugt, wie SoM schon sagte, von unglaublicher Menschenverachtung und einem Zynismus - ebenso wie der Triebtäter-Vergleich - der mir die Schuhe auszieht.
Alkohol ist eine Sucht wie viele andere auch. Am Anfang tut mans um seine Sorgen zu vergessen, und bald wird es Gewohnheit. Der Mensch - und da können wir, obwohl viele Goths ja gern zur geistigen Elitengruppenbildung neigen, uns nicht ausschließen - ist nun mal ein Gewohnheitstier. Wenn man merkt, daß man andere in seiner Umgebung damit belastet, und sich dann bemüht, etwas zu ändern - und die meisten Alkoholiker machen diesen Realisierungsprozeß durch - dann ist das der erste, wichtige Schritt. Der Weg zum Trockenwerden ist lang, sehr lang, und verdammt hart.
Das mit dem Jammern ist ebenfalls eine Phase und normal, die zum Realisierungsprozeß dazu gehört. Trotzdem kann es noch Jahre dauern, bevor sich derjenige entschließen kann, eine Therapie zu beginnen. Ihn deswegen zu hassen, als schwachen Menschen zu verurteilen und ihn zu rügen, er belaste das Familienleben, ist Banane. Man kann und muß lernen, damit umzugehen, nicht zuletzt auch deshalb, weil Alkoholismus wohl mit die am weitesten verbreitete Sucht hierzulande überhaupt ist. Denjenigen "abschreiben" ist der falsche Weg. Oft kann auch aus dem familiären Umfeld der Auslöser kommen, um eine Therapie zu beginnen. Das geht aber nur dann, wenn sich die Familie auch noch darum schert. ABer so eine Art "wegschieben" ist meiner Meinung nach eher der Weg zur egomanischen Struktur, denn da wird jemand ausgegrenzt, der "ineffektiv" und "belastend" ist. Da braucht es nicht viel, um dann Vergleiche zu anderen Familienmitgliedern zu ziehen, die in einer ähnlichen Situation sein könnten: Die Oma, die dement wird, das Kind, das querschnittsgelähmt ist... Ist natürlich überzogen, aber ich denke, die Richtung ist die gleiche...
MenedemosVerschoben in den Kaiser.
cocrea[B]»Die Sucht nach Alkohol entspricht auf einer niedrigen Stufe dem geistigen Durst des Menschen nach Ganzheit, in mittelalterlicher Sprache: nach der Vereinigung mit Gott.« C. G. Jung, in einem Brief an Bill Wilson, Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker[/B]

[COLOR=teal]»Alles kann eine Sucht sei. Diese bemerkenswert Wahrheit ... hat uns als Gesellschaft so überwältigt, dass wir völlig aus dem Häuschen geraten sind. ... Aus dieser Perspektive kann man sagen, dass fast jeder Amerikaner eine Sucht hat.« Stanton Peele; The Diseasing of America[/COLOR]

[B]Sucht ist das zwanghafte Bedürfnis nach einer Substanz oder einem Ereignis außerhalb des eigenen Selbst, das wichtiger wird als die eigene innere Klarheit. In dieser Klarheit sein, heißt so zu leben, wie es gesund ist für Leib und Seele. Das heißt, der Mensch macht sich und anderen nichts vor und ist im Einklang mit seiner Spiritualität. Anne Wilson Schaef, »Co-Abhängigkeit«, 1986[/B]

[COLOR=teal]Co-Abhängige meinen, es sei ihre Lebensaufgabe, für die anderen Antworten und Erklärungen zu finden. Interpretieren heißt aber, Co-Abhängigkeit zu praktizieren. Wer gesund werden will, muss selber mühsam seine eigenen Antworten finden, und das sollte Bestandteil der Therapie sein. Wer als Therapeut glaubt, er müsse interpretieren und Lösungen für andere parat haben, ist selber krank. Anne Wilson-Schaef, Co-Abhängigkeit, Die Sucht hinter der Sucht, 1993, S. 105 f[/COLOR]

ein suchtkranker ist der sklave seiner sucht/süchte, gesteuert von einem sich entfremdeten selbst und lügt gewöhnlich sich und andere an, um nicht durch das tal der entzugstränen gehen zu müssen, um endlich mit sich selbst freundschaft schließen zu können– auf dem boden der scheußlichen wahrheit angelangt.

Christina Grof, eine bekennende genesende Alkoholikerin und spirituelle Mentorin, Ehefrau des bekannten Bewußtseinsforschers Stanislav Grof, die ich mal als ihre Dolmetscherin in beeindruckender Weise erlebt habe, bezeichnet das allgegenwärtige Suchtphänomen innerhalb der westlichen Suchtgesellschaft als "Elefanten im globalen Wohnzimmer". Die auf Nichts-Sehen(können-wollen-dürfen), Nichts-Hö-ren(können-wollen-dürfen) und Nichts-Sagen(können-wollen-dürfen) getrimmten Angehörigen der suchtbefallenen Weltfamilie leugnen zu 95 % beharrlich die raumausfüllende Anwesenheit des Riesentiers, das sie schier erdrückt. Ein offenkundiger Realitätsverlust! Dies ist der ´Abgrund der Falschheit´, der Ge- und Durchtriebenheit eines falschen Selbstes.

Sobald Suchtgenesende es wagen, den "Elefanten" öffentlich zu thematisieren, wird er beginnen sich aufzulösen. Nur davor haben die Süchtigen und ihre Kumpane - im Stadium VOR Erreichen des point of no return (wendepunkt) - die vorsorgliche Ausgrenzung von möglichen ´Spielverderbern´, die sündenbockjagd, gesetzt. Das Motto Süchtiger, die mE zu einer aufrichtigen Freundschaft mit sich und anderen nicht fähig/willig sind, lautet: Don´t call me on mine, so I won´t call you on yours. Sag mir nicht, was bei mir im Argen liegt (wozu ein wahrer Freund seinen Freund einlädt und umgekehrt), dann werd ich deinen Makel dir gegenüber auch nicht ansprechen. So sieht Kumpanei und suchtkaschierung unter S(r)aufbrüdern und -schwestern aus, die mit aufrichtiger Freundschaft, so wie ich sie verstehe, nichts zu tun hat.

Christina Grof, intime Kennerin der Suchtszene, empfiehlt Familienangehörigen, Freunden, Kollegen und Bekannten von Süchtigen (und dies ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung), sich von Süchtigen fernzuhalten und sie nicht zu enablen (dh weiterhin in ihrer sucht zu unterstützen, zu befähigen, den suchtumstand zu decken und zu deckeln = verleugnen) und damit in einer koabhängigen beziehung mit ihnen (stecken) zu bleiben, sondern [B] sich zu distanzieren und (sich) das suchtverhalten allgemein und bei sich selbst bewusst zu machen[/B].
sie bestätigt, daß viele den absoluten Tiefpunkt ihrer Sucht nicht überleben werden, doch manche genau dadurch von ihr genesen und großartige Ressourcen für die Problemlösung unter Beweis stellen.

noch zwei bemerkenswerte aussagen zum prozess der selbstwerdung, genesung, sich aus der ent- und befremdung lösend:

[COLOR=orange]»Mein Weg zur Heilung – Jenseits von Wissenschaft und Therapie«, Anne Wilson Schaef, dtv Verlag, 1995, ISBN 3-455-08529-6
"Meiner Meinung nach m u s s jeder Veränderungs- oder Entwicklungsprozess die Auseinandersetzung mit dem Suchtprozess beinhalten." S. 14

"Keiner von uns entkommt dem Suchtprozess (dem illusionären Paradigma), weil er die Grundlage unserer Gesellschaft bildet (es ist nur die unserer Arroganz, die uns zu dem Glauben bringt, wir könnten ihm entgehen), und dass wir alle uns diesem Suchtprozess und der Form, die er in jeder und jedem von uns annimmt, stellen müssen. ... Diese Krankheit ist voller Tücken, und diejenigen, die glauben, sie besiegt zu haben oder nicht von ihr beeinflusst oder befallen zu sein, befinden sich vermutlich im Zustand der Verleugnung." S. 126 [/COLOR]

gruß, cocrea
Allanon@cocrea und sister haben es erkannt

Wir alle sind süchtig, nach irgendwas. Nur das "Was" bringt andere Folgen mit sich. Daher sollte grundsätzlich niemand wegen seiner Sucht, egal welcher bestraft werden, sondern notfalls therapiert werden.

Außnahme, es kommt jemand durch die Sucht zu schaden, dann müssen Therapie und Strafrechtliche Konsequenz im Einklang die Folge sein.

Wer die reine Bestrafung vorzieht, wie z.B. bei Alkoholikern ist ignorant, Punkt. Selten so einen Unsinn gehört.:q
Nnordy@cocrea: Versteh ich das richtig daß die Dame es in Kauf nimmt, daß viele Süchtige draufgehen, weil sie von allen verlassen werden????? (von wegen Tiefpunkt der Sucht usw.) Das läßt für mich Rückschlüsse auf die Beurteilung von Süchtigen in den Augen der Dame zu. Nach dem Motto: Wenn 2 es schaffen kümmeren mich die 98 Schwachen, die es nicht schaffen, nicht...? Nur mal so als Frage in den Raum gestellt....
Co-Abhängigkeit hin oder her, aber nach dem Erkennen daß man Hilfe braucht finde ich es falsch mich als Angehöriger weiterhin beharrlich abzuschotten. Mein Vater hat mir mal gesagt, daß es ihm in der Therapie sehr geholfen hat zu wissen, daß wir als seine Familie da sind und ihm - mental - da durch helfen. Es ist somit eine gleichzeitige Befreiung von Abhängigkeit UND Co-Abhängigkeit. (Und um es nochmal zu wiederholen: Mein Vater ist seit 5 Jahren ohne Rückfall trocken.)
Wann beginnt Co-Abhängigkeit? Und wer glaubt wirklich daß die Familie den Süchtigen ständig deckt????? Das kann nur jemand wirklich beurteilen, der es schon erlebt hat - das ist meine Meinung dazu.
cocrea[QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i]
[B]@Versteh ich das richtig daß die Dame //c. grof// es in Kauf nimmt, daß viele Süchtige draufgehen, weil sie von allen verlassen werden????? (von wegen Tiefpunkt der Sucht usw.) Das läßt für mich Rückschlüsse auf die Beurteilung von Süchtigen in den Augen der Dame zu. [/B][/QUOTE]

ja, nordy, das meint die dame. lass sucht und süchtige STEHEN. wende dich ab, bis sie dich um hilfe bitten, sobald sie aus EIGENER ERKENNTNIS und WILLENSENTSCHEID an der schwelle des todes (wendepunkt, point of no return) die umkehr beschlossen haben. vorher nicht, weil du dann nicht nur ein leben, sondern auch noch DEIN leben möglicherweise vor die hunde gehen lässt. diese auskunft ist nix für schwache, mitleidsgetrimmte gemüter. wir im wms, whitemalesystem sind nahezu ALLE multisüchtige. es bedarf der radikalität (zur wurzel gehen) um das in einem klima der verleugneten verleugnung überhaupt an-zuerkennen. und es bedarf eines radikalen inneren rucks, um sich von falschen ich (suchtsteuerung) dem selbst zuzuwenden, das unter einem schuttberg begraben liegt.

Sorgen ertrinken nicht in Alkohol. Sie können schwimmen.
Heinz Rühmann [* 1902] Schauspieler

[QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i] [B]Wenn 2 es schaffen kümmeren mich die 98 Schwachen, die es nicht schaffen, nicht...?[/B][/QUOTE]
die 98 schwachen dazu gehören wir fast alle. sie kümmern uns, so glaub ich. wenn du dich von ihnen/deiner coabhängigen schwäche bestimmen lässt, trägst du zur mehrung der sucht bei - als sog. enabler. sich bei sucht nicht hilfsbereit zu verhalten, leuchtet unserer chrixtlichen näxtenliebe-vorstellung schwerlich ein. und genau das IST nächstenliebe, aus einer erkenntnistieferen warte.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i][B]Mein Vater hat mir mal gesagt, daß es ihm in der Therapie sehr geholfen hat zu wissen, daß wir als seine Familie da sind und ihm - mental - da durch helfen. [/B][/QUOTE]
du beschreibst den fall, den ich/chr. grof oben genannt hat.
mein neffe sagte mir neulich ähnliches. als er in der geschlossenen psychiatrie war, lief seine familie amok. seine frau, seine mutter, seine großeltern, hielten je nach art und können zu ihm. es hat ihm geholfen. lt. seinen ärzten ist er ein psychiatrisches wunder, denn sein hirn müsste ausgebrannt sein, seine fähigkeiten auf gemüselevel, er setzte sein studium fort und hat eine familie zu versorgen. seine kinder sind sein drive, sich nicht hängen zu lassen. der kick musste von ihm selbst kommen, und er kam.

gruß, cocrea
LaChatteWahrscheinlich ist es auch ein grosser Unterschied, ob man sagt "Ja, du bist mein Mann, ich liebe dich und stehe zu dir, aber dieses Verhalten akzeptiere ich nicht, und ich fördere es auch nicht" -. oder andererseits "Willst du noch eine Flasche Bier, Schatz?"

Man kann doch sehr wohl einer Person vermitteln, dass man sie liebt, ohne gleichzeitig ihre Suchtmuster zu unterstützen?
Kaijaleider viel zu viele alkoholiker ,tun leider nichts dagegen,weils es ihnen scheiß egal ist,obwohl sie wissen das sie ihren mitmenschen nichts gutes damit tun,sie lassen sich einfach nicht helfen. denen fällt das nach einer zeit schon gar nicht mehr auf,und die trinken alkohol wie wassser.

leider sind viel zu viele junge leute so naiv und meinen das so eine wie ich mit alkohol total übertreibt,die sehen das irgentwie gar nicht ein das alkohol etwas schlimmes anstellen kann. sie haben zwar davon gehört ,aber das interssiert die gar nicht. ich könnte mich über diese idioten und wenn ich sage idioten ,dann meine ich auch idioten nur aufregen.solche leute sind es bei denen es einmal so sein könnte,dass sie ihren mitmenschen schlimmes antun. wenn die mitmenschen aber klug sind lassen sie es sich nicht gefallen und dann aber brauchen sich diese alkoholiker aber echt nicht mehr wundern,wenn sie alleine am tisch sitzen,saufen und sich wundern und trauig sind warum sie verlassen worden sind. sie tun mir überhaupt nicht leid. weil erstens muss man kein alkohol trinken,das ist nichts lebenswichtiges und wenn sie sich nicht helfen lassen gehört ihnen wirklich schon wie gesagt in den hintern getretten.
Allanon[QUOTE][i]Original geschrieben von Kaija [/i]
[B] wenn sie sich nicht helfen lassen gehört ihnen wirklich schon wie gesagt in den hintern getretten. [/B][/QUOTE]


Wer ohne Sucht ist, der werfe den ersten Stein, bzw. trete einem Alkoholiker sprichwörtlich oder tätlich in den Hintern. Auf @Kaija, nur Mut, tritt zu, tritt jemanden, der sowieso schon am Boden liegt.:rolleyes:
EAP´sdaughter88Eigentlich habe ich dieses Thema aufgestellt, weil ich selber ´nen starken Bezug dazu habe: Meine Tante ist seit 10 Jahren alkoholabhängig und wurde von ihren Eltern schon dreimal zum Entzug gedrängt. Das hat natürlich nicht geholfen und jetzt lebt sie arbeitslos in den Tag hinein und schafft es, dass wir uns alle sinnloserweise Sorgen machen.
Natürlich hat meine gesamte Familie meine Tante mal geliebt, die meisten tun es immer noch. Doch diese Sucht hat aus ihr ein launiges, jähzorniges und unsympathisches Wesen gemacht, das nur noch ab und zu die uns bekannten Charakterzüge zeigt.
Und mit "hassen" meinte ich nicht, Alkoholiker verbal und tätlich anzugreifen, wo immer man sie findet, sondern ob man als "Angehöriger" die Hoffnung einfach aufgeben kann/sollte, dass dieser Mensch die Sucht je wieder los wird.

@Allanon: "In den Hintern treten" meint doch eher helfen als verachten, oder?
:rolleyes:
Drachenzeiten@EAP´sdaughter88: ja, ich denke schon, daß man in einigen Fällen leider die Aussichtslosigkeit etwas zu ändern, akzeptieren muß. Allerdings ist das von Person zu Person unterschiedlich. Sucht ist für mich nur ein Symptom eines oder mehrer tieferliegender Probleme und bevor die nicht angegangen werden (von den Süchtigen selbst und feiwillig) sehe ich nicht allzuviele Chancen, denn dann wird es immer wieder zu Rückfällen kommen. Ich bin selbst in einer Alkoholiker-Familie aufgewachsen und habe vor drei Jahren den Kontakt zu meiner Mutter endgültig abgebrochen weil ich es nicht mehr ertragen habe und absolut keine Hoffnung auf Veränderung habe. Das liegt an ihr und ihrer Weigerung sich mit ihren zugrundeliegenden Problemen auseinanderzusetzen.
Dazu arbeite ich neben dem Studium in einer Kriseneinrichtung für u.a. Junkies und Alkoholiker, da habe ich mehr gesehen als mir lieb ist. Viele kommen immer wieder, weil sie dem Suchtdruck nicht widerstehen und immer wieder abstürzen - beim kleinsten Problem greifen sie wieder zur Flasche oder Spritze und ein Reflektieren der eigenen Verhaltensweisen findet sich selten. Das heißt allerdings nicht, daß ich den Respekt vor ihnen verliere, aber es nervt auf Dauer einfach.
Auf der anderen Seite hat sich eine Freundin letztes Jahr zu einer Therapie entschieden und zieht sie seitdem auch durch. Da sie ihre Probleme erkennt und reflektiert und kämpft wie eine Besessene, werde ich auch zu ihr stehen, wenn sie einen Rückfall haben sollte.
Hoffnung gibt es also immer, aber wenn du merkst, daß Du nicht mehr kannst, ist es manchmal besser, sich da rauszuziehen...
Viele Grüße
Nada
EAP´sdaughter88@Drachenzeiten: Du glaubst nicht, wie gerne ich mich raushalten würde. Aber die Menschen, an denen mir wirklich was liegt (also meine Eltern und die Eltern meiner Tante, also meine Großeltern) schöpfen immer wieder Hoffnung, sogar bei jeder kleinsten Stimmungsbesserung meiner Tante, nur, um dann wieder enttäuscht zu werden. Soll man da nun versuchen ihnen diese Hoffnung auch noch auszureden? Weil, mitansehen kann ich das nicht wirklich. Ich glaube genau das macht diese Abneigung gegenüber Alkoholikern aus:

Man sieht keine Ambitionen, die Sucht zu überwinden, aber trotzdem machen sich alle anderen von ihrer hilflosen Position aus fertig. :(
Kaijaer hätte nicht mit alkohl trinken anfangen müssen ,das meine ich damit. und nein ,ich wüsste ehrlich gesagt nicht nach was ich süchtig bin.

natürlich ,kenne ich jemanden der süchtig ist ,sonst könnte ich dazu ncihts sagen. kennst du denn einer der so ist? wärst du schon mal wegen dem so gut wie weg gelaufen? musst du dir gemeinheiten über dich anhören und das jeden tag? und du kannst nirgenst hin weil er immer da ist,nein ich denke nicht. du hast keine ahnung wie das ist und wenn deine mutter zum psychologen musste. und da soll ich noch verstäntniss für ihn zeigen? du müsstets mal sehen wie er aussieht wenn er betrunken ist,ich weiß nicht seien augen werden so hässlich und er hört einfach nicht mehr auf gemein zu sein.

es tut mir leid das ich mich nicht sehr verständlich zeige.
:rolleyes:
Bürgermeister[QUOTE][i]Original geschrieben von NeRO-PraeToRiaN [/i]
[B]
jemand der seine sucht erkennt und sich ihrer probleme bewusst ist , aber trotzdem nichts dagegen tut verdient nen kräftigen tritt in den hintern. wenn die bereitschaft die lage zu ändern dannimmernoch nciht vorhanden ist, finde ich diese person nur noch bemittleidenswert, unabhängig davon ob ich mit ihr abgeben möchte oder nciht [/B][/QUOTE]
Hallo????
Glaubst du, mit einem Tritt in den Hintern, kannst du einen Alkoholiker dazu bewegen, seine Sucht aufzugeben? Wie soll bei jemanden eine Bereitschaft zum umdenken entstehen, wenn er das Problem nicht erkannt hat. Ich habe während meiner Zivizeit Obdachlose, Junkies und Aklis betreut. Nach meiner Erfahrung waren Junkies sich ihrer Sucht bewusst. Die Alkoholiker hingegen waren der Meinung, das sie ihre Trunksucht jederzeit beenden könnten. Und ein Umdenken wird man mit "einem Tritt in den Hintern" wohl nicht bewirken. Den Leuten ist auch nicht klar, das z.B. die gescheiterte Ehe oder die Obdachlosigkeit mit dem Alkoholismus zusammen hängt. In den Augen eines Alkoholikers haben alle anderen die Schuld.
Ich würde einen Alkoholiker auch nicht auf die selbe Schiene stellen wie ein Triebtäter. Raucher sich auch abhängig. Sind die jetzt auch automatisch Triebtäter?
Ich denke nicht.

@EAP'sdaughter88
Ich würde versuchen, diesen Menschen auf sein Problem aufmerksam zu machen, anstelle ihn zu hassen. Mit Hass wirst du in diesem Fall nichts erreichen. Durch deinen Hass wird sich die Person nicht ändern. Der Suff wird kann unter Umständen nur schlimmer werden(warum werde ich gehasst? Ich muß das Problem auf meine Art lösen, also trinke ich noch mehr).
Kaijaunterstellen tu ich es den alkoholikern,die selbst sagen das sie alkoholiker sind und denen es bewusst ist ,das psychopathen werden,wenn sie was getrunken haben,trotzdem nicht auf den rat hören ene therapie zu machne und ihre kinder und frauen/männer weiter terrorisieren. kannst du dir vorstellen wie schlimm das für die familie ist,vorllem für ein kind?!

dann sag mal solchen leuten gehört nicht in den hintern getreten. ich kanns ja nicht mehr verstehen wenn es einem nicht bewusst ist,was trotzdem schlimm ist. bei akloholiker die eine therapie machen,ist nichts ein zu wenden,die versuchen nämlich von ihrer sucht weg zu kommen und das finde ich richtig toll.

weißt du verschtäntniss voll sein in allen ehren aber bei manchen dingen kann man eben nicht verstäntniss voll sein. jeder mensch ist in gewissen bereichen unverstäntnissvoll,in je weniger natürlich um so besser aber manche sachen darf man nicht tolerieren,denn das ist vielleicht sogar nocht schlimmer als etwas nicht zu tolerieren.
Nnordy@Kaija: Gut, das ist dein Standpunkt. Wie gesagt, mein Vater IST Alkoholiker und ich habe 20 Jahre mit ihm zusammen gelebt und ja, es war nicht einfach, es war zu Zeiten mal mehr und mal weniger schlimm und es gab Zeiten da wußte ich nicht mehr weiter. ABER: Du nimmst nur die Symptome war und vergißt darüber, daß es Ursachen für die Sucht gibt. Du nimmst an, alle Süchtigen sind schwach. Das ist falsch.
Du bist, glaube ich, noch sehr jung - was weißt Du, ob Du in 10 Jahren - aus Frust, Liebeskummer, Verzweiflung, Arbeitslosigkeit etc. - nicht auch eine Sucht entwickelst? Es gibt Leute, die sind chatsüchtig. Raucher sind süchtig, Junkies, Leute die Medikamente in sich reinschütten, Alkoholiker, Workaholics sind ebenfalls süchtig... Es gibt genug Süchte für uns alle, glaub das ruhig! Ich wäre halt nur vorsichtig damit, Menschen zu verurteilen, wenn man nicht weiß, WARUM sie so geworden sind. Außerdem mutiert nicht jeder Alkoholiker zum Monster (das nur mal nebenbei). Ich hab mich auch oft gefragt "warum" und habe erst spät erkannt, woran es bei meinem Vater lag. Und wie gesagt, viele Alkoholiker kämpfen Jahre und Jahrzehnte mit der Sucht und kommen nicht los davon. Aber ein Tritt in den Hintern ist nicht bei jedem der Punkt an dem eine Bewußtwerdung einsetzt, weil alle Menschen unterschiedlich sind.

Ich würde mich, wie auch oben schon gesagt, hüten, mit Steinen zu werfen. Wir sitzen nämlich alle im Glashaus, auch Du!
EAP´sdaughter88Im Großen und Ganzen kann ich nur Kaija zustimmen. Man sollte einen Alkoholiker, der vorhat seine Sucht zu besiegen, so gut es geht unterstützen. Wenn man aber merkt, dass keine Einsicht, geschweige denn Besserung in Sicht ist, dann ist meiner Meinung nach jede weitere Hoffnung sinnlos.
@Bürgermeister: Mit dem „Aufmerksammachen“ ist das so ´ne Sache. Nach meiner Erfahrung will der Alkoholiker nichts von seinem Problem wissen und wird schon lange nicht mehr auf seine Krankheit angesprochen, weil alle Angst haben, dass sich seine Stimmung wieder verschlechtern könnte. Ich glaube eher, dass man in so einem Fall nur mit vollständiger Abwendung was Positives erreicht (auch wenn´s naiv klingt).
@SisterOfMercy: Trotz deiner versöhnlichen Worte finde ich es nicht wirklich unmenschlich zu sagen, die meisten Alkoholiker seien selbst an ihrer Sucht schuld, wenn man natürlich bedenkt, dass es da eine ganze Menge begünstigender Einflüsse gegeben haben kann. Denn egal wie schlecht die Gegebenheiten sind, ein einigermaßen vernünftiger Mensch, würde nicht im Alkohol die Lösung seiner Probleme suchen und selbst wenn, würde er versuchen, das Problem wieder los zu werden (und dabei die Hilfe seiner Mitmenschen nicht auszunutzen, um sich Geltung zu verschaffen). Wenn er aber stattdessen zu einem selbstmitleidvollen Wesen wird, das nur noch ein Schatten seines früheren Selbst ist, dann lässt sich so eine gewisse Abneigung leider nicht zurückhalten.
Drachenzeiten[QUOTE] Aber die Menschen, an denen mir wirklich was liegt (also meine Eltern und die Eltern meiner Tante, also meine Großeltern) schöpfen immer wieder Hoffnung, sogar bei jeder kleinsten Stimmungsbesserung meiner Tante, nur, um dann wieder enttäuscht zu werden. Soll man da nun versuchen ihnen diese Hoffnung auch noch auszureden? Weil, mitansehen kann ich das nicht wirklich. [/QUOTE]

@EAP´sdaughter88: Ja, ich weiß genau, was Du meinst. Gerade, wenn es um Familienangehörige geht, ist es natürlich schwierig sich rauszuhalten. Und die Hoffnung auszureden wirst Du wahrscheinlich sowieso nicht schaffen, wenn Deine familie das nicht will. Aber zumindest Du kannst versuchen, Dich abzugrenzen. Wenn Du sie nicht mehr sehen willst und nichts über sie hören willst, mußt Du das Deiner Familie deutlich machen.
Will Dir ja nichts einreden, aber in erster Linie geht es um Dich und wenn Du die Situation nicht verkraftest, solltest du Dich da rausziehen, sonst macht es Dich noch weiter fertig.
Ich habe diese Prozedur jetzt mit mehreren Leuten durch und das mit meiner Mutter war das Schwierigste, aber seitdem geht es mir um einiges besser!
Wünsche viel Kraft
Nada
Bürgermeister@EAP'sdaughter88
hm... ich denke mit der Abwendung liegst du in diesem Fall warscheinlich gar nicht so falsch. Wobei Abwendung nicht gleich hassen oder treten heißt.
Kaijaer war schon immer so er hat zwei exfraun die es beide nicht mehr aushielten.

ausserdem dauernt diese leere versprechungen das er sich ändert,das tut er aber nicht.

ich bleib bei meiner meinung und wie gesagt trifft mein "unverstäntniss" nicht auf alle alkohliker zu,es ist nun mal so das es gemein ist wenn alkoholiker das alles genau wissen,wei sie werden können,vorallem wenn sie dann doch ein schlechtes gewissen haben. aber es gibt sicher welche bei denen das verloren geht und dann haben sie nicht mal mehr ein schlechtes gewissen.

was schlimm ist man kann einen süchtigen ja nicht zwangsweise zur therapie schicken und manche lebenspartner fürchten sich so sehr das sie sich nichts mehr sagen traun.

zumindest ich trinke keinen alkohol mehr,weil ich ihn weder sehen,lesen noch hören kann. ich würde nie wieder ein schluck wagen. ich esse nicht mal rumkugeln oder sontiges süßes zeugs wo alkohol drin ist. ich ha irgentwie so eine sperre gegen das entwickelt. ich finds auch nur noch ekelhaft.
NeRO-PraeToRiaNich nehme den vergleich alkohol triebtäter zurück


@sistersofmercy nein ein jahr nachtdienst macht mich sicher nicht zum spezialisten, das jahr hat mich einfach so geprägt wenn es alkoholsüchtige geht, die kaum das sie aus der klinik waren auch schon wieder drinne warn



ich bin jung und lernfähig
cocreain strengen strängen wie diesem hier besteht wenig chance, dass sich ein trinker, vieltrinker, alkoholiker zu wort meldet. ff hat heute einer ... [name it yourself] in einem anderen board zu diesem thema vorgebracht, extra angemeldet dafür:

[COLOR=burlywood] xyz Registriert am: 29/01/2004 Foren-Beiträge: 1 Re: Co-Abhängigkeit / Co-Alkoholismus 02/02/2004 12:15
Nachdem ich als Com-Neuling diesen Beitrag sehr interessiert mitverfolgt habe,beschloß ich,als Betroffener der anderen Seite ein paar Worte an euch zu richten.
Natürlich habe ich die Hoffnung, nicht irgendwelchen ketzerischen oder voreingenommenen Antworten zum Opfer zu fallen, und vielleicht sieht ja die / der eine Dame oder Herr der hier Schreibenden nach meinem Beitrag Einiges aus der anderen Sicht.
Fakt ist, ich trinke.
Ich zähle mich nicht zu den tendenziellen Alkoholikern, sondern zu den Menschen, die den Alkohol benutzen, wenn sie Stress,Ärger im Beruf,Probleme haben und nicht damit umzugehen wissen. Weil Menschen wie ich einer bin, es nie gelernt haben.
Das ist keine Entschuldigung, sondern lediglich eine Feststellung.
Ich trinke nicht täglich, ich habe keine Entzugserscheinungen wenn keine alkoholischen Getränke zur freien Verfügung stehen, bin nicht agressiv, und beruflich durchaus in der Lage, herrausfordernden Situationen zu meistern, ohne mich betrinken zu müssen. Wäre es anders, wäre ich nicht mehr berufstätig.
Fakt ist auch, dass ich den Alkohol zum Entspannen einsetze, zum Abschalten, zum Ärger abbauen,zum Vergessen, und zu vielen anderen Gelegenheiten, für die die hier anwesenden Forumsschreiber sicher eine andere Ersatzlösung haben.
Wann ich angefangen habe, Alkohol als einen potentiellen Problemlöser zu betrachten, kann ich nicht mehr genau datieren,es kamen viele Dinge zusammen, die da wären : meine Scheidung ergo der Verlust meines Hauses und meiner Existenz, der Unfalltod meiner Tochter, Verlust von Freunden etc.
Es kommt der Tag, an dem man sich fallen lässt , die Kontrolle verliert, und sich dabei in dem Augenblick einfach besser fühlt, weil das bekannte Enthemmungssyndrom einsetzt.Nach 2-3 Whisky konnte ich sogar weinen - Anfangs - danach wurde es mehr.
Ich möchte aber anmerken, dass ich den Alkohol nicht tagsüber getrunken habe, sondern lediglich Abends.
Als die schlimmste Phase vorbei war, und ich wieder mit beiden Beinen fest auf dem Boden stand, kamen andere Probleme und Sorgen, und somit die nächste Flasche Whisky.
Da der Mensch immer auf irgendeine Art und Weise mit Sorgen behaftet ist, ist es sehr komplex, die Einfachheit einer Whiskyflasche gegen noch mehr Komplikationen mit dem Wissen um die Ausseinandersetzung
auszutauschen.
Für die Damen hier möchte ich noch sagen, während meiner Ehe habe ich nicht getrunken, nur das übliche Glas Wein ab und zu, oder auch mal ein Bier.
Zu guter Letzt noch ein Satz:
Ich brauche keinen Alkohol, und ich bin kein Mann, der sich das einredet. Der urtypische Alkoholiker ist derjenige, der morgens zur Flasche greift, und den Tag somit einigermaßen übersteht.
Ich kann mittlerweile - dank sehr guter Freunde über Probleme reden, versuche sie aufzuarbeiten, und setze mich damit auseinander.
Aber ich bin der Ansicht, dass der Begriff "Alkoholiker" doch etwas anders definiert werden muss, denn auch ein Vieltrinker kann den richtigen Umgang mit Alkohol lernen, ein richtiger Alkoholiker kann nur den Umgang ohne ihn begreifen
In diesem Sinne xyz[/COLOR]

eine userin, deren beruflich erfolgreicher lg über viele jahre alkoholiker war (und sich wie xyz erfahren hatte), starb letztlich an den folgen des alkoholkonsums. er war ein feinsinniger mensch, nicht gewalttätig. er verlor seinen job, nicht wegen des trinkens, danach setzte er den großen pseudoproblemlöser auch tagsüber ein.

die userin machte xyz unmissverständlich klar, dass er alkoholiker ist. punktum.

sie empfahl die online-community [url]www.a-connect.de[/url] , in der sich nasse und trockene Alkoholkranke und Angehörige treffen und miteinander reden können.

lg, cocrea
herz23@EAP´sdaughter88
Ich finde es wäre eine gute Idee, Alkoholabhänige gesetztlich zu bestrafen.
Auch wenn ich bezweifle, das sich das durchsetzten lässt.
Mein Stiefvater und meine Mutter sind beide Alkoholabhängig.
Der eine ist agressiv und gewaltätig, die andere wiederrum ist ständig verwirrt und schlechter Laune.
Ich leide drunter, nicht nur ich, sondern, das gesamte Umfeld.
Ein/e Alkoholiker/in zerstören nicht nur sich selbst, sondern auch das Leben anderer Menschen ohne es einzusehen oder daran etwas ändern zu wollen.
Ganz klar es ist egoistisch und unmenschlich.
Das ist meine Meinung dazu.
Nnordy@herz23: O, dann müßtest Du aber viele Millionen Menschen in Deutschland bestrafen... Und wie? Mit Geldstrafen, GEfängnis, Zwangstherapie...? Das kommt nie durch - was meinst Du wie viele Politiker, Beamte im öffentlichen Dienst, im Justizapparat, in der Wirtschaft usw. alkoholabhängig sind? Was meinst Du wie viele deiner Freunde bereits alkoholabhängig sind? Ich finds irgendwie merkwürdig daß immer noch die weitverbreitete Meinung herrscht, daß Alkoholiker eine kleine Minderheit sind. Das sind sie NICHT!!!! Schon 16- oder 18-Jährige sind süchtig, genauso wie 30-Jährige, 50- oder 70-Jährige... Und die gesellschaftliche Schicht tut auch nix zur Sache (nur saufen die einen Schampus und die anderen Billig-Plörre). Auch in der Szene selbst gibt es Alkoholiker, wie ich immer wieder bei Disco-Besuchen feststelle... Wenn da jede Woche die gleichen Gestalten stehen die ständig ein volles Glas Bier oder WEin vor sich stehen haben und dabei fleißig trinken, dann läßt auch das Rückschlüsse zu...
Im übrigen wurde hier, glaube ich, schon oft genug gesagt, daß es eben auch die "anderen" Alkoholiker gibt, die etwas ändern (wollen) und sich, wenn auch meist nach etlichen Rückschlägen, vom Alkohol lösen. Ich finds - da ich auch selbst familiär betroffen bin - etwas unfair, wenn hier alle über einen Kamm geschoren werden. Es ist eine unheimliche Leistung, wenn ein Süchtiger es nach jahre- oder jahrzehntelanger Abhängigkeit schafft, von der Sucht loszukommen. Und die Familie kann auch was dafür tun, daß Alkoholiker realisieren, daß sie Hilfe brauchen - da ist eben auch das Umfeld gefordert. In welcher Art und Weise das passieren kann, wurde ja hier schon erläutert...
AngelOfSilenceAlso dazu muss ich jetzt auch mal meinen Senf geben...
Meine Mutter is Alkoholikerin, und das schon recht lange, 8Jahre,... . Und ja, ich war sauer auf sie, fand das egoistisch und so weiter. Mein Pa und ich sind psychisch am Ende gewesen. Sobald ich Alkohol rieche oder meine Ma anschau (und ich seh ihr das sofort an) bekomm ich Muskelzucken usw, also hat wirklich seine Auswirkungen auf mein Leben. Muss mir dann beleidigungen anhören, Vorwürfe, Lügen usw...
ABER Alkoholsucht is ne Krankheit, die den einen schnell erwischt und den anderen eben nich. Und wenn man einmal darin steckt, kommt man nicht leicht wieder raus! Meine Ma hat mehrere Therapien durch und das trocken sein funktioniert doch meist nich, viele Rückfälle... Nur man muss dann sich selbst helfen, bevor man versucht den anderen zu helfen. Als Angehöriger sollte man sich nicht auch noch kaputt machen lassen. Mein Pa und ich sind durch die letzte Therapie meiner Mutter zu ner Angehörigengruppe gestoßen, wurde da angeboten. Dort kann man sich mit anderen über die Probleme unterhalten, ohne jegliche Vorurteile und vor allem is auch ein Therapeut, der einem hilft damit um zu gehen. Könnt hier sicher einiges wieder geben was ich da gelernt hab, aber das nur auf Wunsch... .
Wenn was in der Gesellschaft getan werden müsste, dann mehr Angebote für Erkrankte UND ihre Angehörigen, habs ja selbst Erfahren wies is und erlebs immer noch, nur heut weiß ich was ich zu tun hab wenns so weit is, und das sollten auch noch andere wissen, daher die Hilfe für die Angehörigen.
Alkoholsucht is nichts anderes als z.B. Drogensucht, das sollten manche Leute endlich mal verstehen!!! Das is alles nich so einfach wie die nicht erkrankten sich das vorstellen.
Ach ja, meine Vorstellung wär z.B. auch die Alkoholpreise mal an zu heben. Die Ma meines Freundes hat ne Kneipe und haben da ma geredet. Innerhalb der Getränkeliste muss es nur ein Getränk geben, dass weniger kostet als z.B. Bier. Sowas verleitet ja eh schon zum Alkohol-Konsum... .

In diesem Sinne, erst mal...
Rücksitzpunk[QUOTE][i]Original geschrieben von herz23 [/i]
[B]Ich finde es wäre eine gute Idee, Alkoholabhänige gesetztlich zu bestrafen.
Auch wenn ich bezweifle, das sich das durchsetzten lässt. [/B][/QUOTE]
und wenn wir einmal dabei sind, tun wir die ganzen raucher und andere süchtige auch noch dazu. damit ist dann auch das ganze raucher/nichtraucher-dilemma gelöst. [size=0](nur zur sicherheit: das war zynismus.)[/size]

ich finde es reichlich merkwürdig, dass du in anderen themen vehement für die freigabe von haschisch eintrittst und auf deine rechte als raucher pochst, aber hier plötzlich alle alkoholabhängigen gesetzlich bestrafen willst.

nur die süchte, die man selber hat, sollen erlaubt sein, alles andere ist ja egoistisch. *kopfschüttel*
Kaija@angel,aber ich finde es super das deine mutter sich helfen lässt und versucht davon weg zu kommen. auch wenn sie rückfälle bekommt,sie lässt sich immer wieder helfen und sicher bereut sie das auch total. eigentlich muss man solche leute richtig bewundern.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Allanon [/i]
[B]Wer ohne Sucht ist, der werfe den ersten Stein, bzw. trete einem Alkoholiker sprichwörtlich oder tätlich in den Hintern. Auf @Kaija, nur Mut, tritt zu, tritt jemanden, der sowieso schon am Boden liegt.:rolleyes: [/B][/QUOTE]

dazu muss man aber auch sagen,das "mit in den hintern tretten" nicht gleich körperliche gewalt damit gemeint ist sondern eher die offene und brutale wahrheit,die man solchen leuten erzählen sollte. sowas kann mehr wunder bewirken ,als hintretten.

find ich sehr erschreckend das du gleich an körperliche gewald denkst. ;) das bringt auch nichts.
AngelOfSilence@Kaija
Ob meine Mutter sich wirklich helfen lassen will ist immer so eine Frage für uns, weil wir sie immer erst wieder dazu anstiften müssen, sich Hilfe zu suchen. Momentan is mein Vater krank geschrieben und da trinkt meine Mutter nich, aber mal schaun wies ist, wenn mein Vater wieder arbeitet.

Ja, Alkoholiker sollte man loslassen und nicht fallen lassen um sich selbst zu schützen und ihnen gleichzeitig damit zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann... Brutale Wahrheit kann da schon viel bewirken, allerdings nur wenn die Person keinen hohen Alkohol-Pegel im Blut hat. Ist ja auch abhängig von der Person, wie sie dann darauf reagiert. Gibt sicher auch einige, die dann gerad weiter trinken, weil sie davon nichts wissen/hören wollen und so wieder dieses Problem zu lösen. Da muss man dann auch wieder anders ran.
Kaijaja man muss es ihnen natürlich erzählen wenn sie noch nciht so viel getrunken haben,allerdings merkt man es oft schon gar nicht mehr,wie viel sie getrunken hat.

das mit dem anstiften müssen ist natürlich dumm,aber ihr schafft es da bin ich sicher.

man sollte im notfall echt drogen abhänige,zwangsweise einliefern lassen können,ohne unterschreiben. hört sich brutal an aber ich könnte mir vorstellen das es trotzdem was nützen könnte.
Allanon[QUOTE][i]Original geschrieben von Kaija [/i]
[B

dazu muss man aber auch sagen,das "mit in den hintern tretten" nicht gleich körperliche gewalt damit gemeint ist sondern eher die offene und brutale wahrheit,die man solchen leuten erzählen sollte. sowas kann mehr wunder bewirken ,als hintretten.

find ich sehr erschreckend das du gleich an körperliche gewald denkst. ;) das bringt auch nichts. [/B][/QUOTE]

Das war mir schon klar, genauso wenig waren meine Worte rein als körperliche Gewalt gemeint. Du siehst, wie schwierig eine solche Diskussion wird, wenn man seine Äußerungen, nicht näher erläutert. Undwenn du sagst, man solle ihnen in den Hintern treten, dann erläutere dies bitte beim nächsten mal.;)

Übrigens kann ein Alkoholiker auch ohne Unterschrift, natürlich unter bestimmten Vorraussetzungen, zwangseingewießen werden.

@herz23

Begehen Alkoholiker Straftaten oder Taten die gegen ein Gesetz verstoßen, werden sie dafür bestraft. Ist diese Tat im Vollrausch (Juristen sprechen hier in etwa von 3,0 Promille BAK) begangen worden, dann ist dies zusätzlich im Strafgesetzbuch geregelt. (Paragraphen müßte ich jetzt nachschauen, aber da gibt es den Straftatbestand des Vollrausches). Und ich denke damit ist dem genüge getan. Und alle die Raucher sind, oder einer ähnlichen Sucht nachgehen, wie dem Alkohol nachgehen, sollten sich hier mal lieber zurückhalten, bevor sie Alkoholiker verurteilen.:rolleyes:
Kaijaok,dann wäre das ja geklärt!

das wusste ich nicht,aber ich möchte wissen,in wie vielen fällen das tatsächlich funktioniert.
absolut_death[QUOTE][i]Original geschrieben von EAP´sdaughter88 [/i]
[B]Wenn jemand schon über einen längeren Zeitraum alkoholabhängig ist, sich von niemandem helfen lassen will, trotzdem die ganze Zeit rumjammert, sodass sich alle anderen Sorgen machen, und so irgendwie ziemlich das Familienleben stört, ist es dann richtig diesen Menschen zu verurteilen? [/B][/QUOTE] In diesen Falle ja. Und zwar nicht für die Alkoholsucht als solche, sondern für das verantwortungslose Verhalten der Familie gegenüber. Wer sich um keinen Preis helfen lassen will muss bitteschön mit den Konsequenzen seines Fehlverhaltens leben. Und auch akzeptieren das sich die Familie irgendwann abwendet. Man kann nicht ewig mit dieser Belastung leben ohne selbst zugrunde zu gehen.

absolut_death

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