German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Agenda 2010
TiberonJaa, ob die Agenda nun zur 'Rettung der Nation' beiträgt oder nicht, ist mir eigentlich Wurscht.
Allerdings stellt sich mir die Frage, was überhaupt noch irgendwie 'hilft' die [i]soziale[/i] ;) Marktwirtschaft aufrechtzuerhalten.
Den, wenn ich mich so umschau fehlts an ARBEIT
Dazu mal ein paar Gedanken:


nur mal 2 Beispiele, wo ich Zahlen kenne

- in der Vermessungstechnik 'vernichtet' ein GPS-gestütztes Messgerät im Aussendienst bis zu 75% der Arbeitsplätze
- in der Forstwirtschaft kann - modernes Gerät vorausgesetzt - 1 Arbeiter so schnell arbeiten, wie vor nicht all zu langer Zeit 6-8 Forstarbeiter

da gäbes wohl noch 1000e Beispiele - 10.000e, wenn ich noch etwas abstrakter rangeh (wenn der bundesweite Energieverbrauch um 1% gesenkt wird, wird ein Kraftwerk überflüßig)
Durch Automation/Computing usw. werden immer mehr Arbeitsplätze wegfallen und es wird nix geben, eine entsprechende Menge an Arbeitsplätzen zu schaffen.

Ich-AG - au weia, so'n Scheiß kann echt nur den realitätsfremden Politikern einfallen.

Es gibt einfach nicht genug zu tun - und kommt mir keiner mit "...aber die 2000000000000Mrd Überstunden ..."
Also mir gehts nicht drum, ob nun doch genug Arbeit da ist (stimmt nämlich nicht)
und selbst wenn, dann denk ich an in 30 Jahren

Kurzum, wie soll die Marktwirtschaft - die ja drauf baut, das die Leute was kaufen können - funktionieren, wenn, und nun werd ich etwas utopisch, 10% der Bevölkerung alle Arbeit verrichten können?


edit: bitte hier mal Orthographie und Grammatik ignorieren. Danke
SenecaVielleicht gibt es garnicht zu wenig Beschäftigung, sondern zu viele Menschen in der Nation...!

Nein, jedem muss klar sein, das es so nicht weitergehen kann.
Es kann aber auch nicht sein, das immer mehr, vor allem junge Menschen (und ich kenne zuviel davon), unser soziales Netz, das für Notfälle gedacht ist, als eine Art Grundversorgung betrachten, und benutzen.

Ich höre gerade, das Hessen die Haushaltssperre ausgerufen hat...das dürfte lustig werden...!
Sehen wir es doch mal so, derzeit geht es den privaten Haushalten noch besser als dem Land, das lässt eigentlich nur einen Schluss zu, er bedarf viel mehr Privatinitiative, man kann einfach nicht mehr erwarten, daß der Staat für alles aufkommt.
Egal ob Jugendzentren, Feuerwehren, Schwimmbäder oder Naturschutz, ohne ehrenamtlicher Mitarbeiter würde vielerorts nichts mehr laufen, und immer mehr Kommunen sind bereit auch in bisher rein internen Bereichen ehrenamliche Arbeit anzunehmen, um überhaupt noch etwas auf die Beine stellen zu können.

Vielleicht lernt der Deutsche Stattsbürger nun bald auf die harte Tour, das man nicht immer nur nehmen und meckern kann.
Aus diesem Verständniss könnte sich auch irgenwann einmal eine vernünftige Politik, inklusive Politiker ergeben.

Unsere derzeitigen Politikerriege reagiert doch nur noch auf Bild-Schlagzeilen...!
Tiberonhmm.. da ist auf jedenfall was dran. von meiner jetzigen Arbeit abgesehn, gings mir finanziel nur dann gut, wenn das Geld vom Staat kam ..

und trotzdem kommt mir das K..., wenn ich denke, was mein leicht :p verdienter (Brutto-)Euro noch an Kaufkraft hat, wenn ich ihn nem Kassierer in die Hand drück.
SenecaDer einzige Grund für den Erhalt des Status Quo ist der Mangel an Alternativen....
Oder Die Angst von denen die glauben, noch an ihren Besitzständen festhalten zu können...!

Ich würde mir auch gerne eine Arbeitslosenversicherung leisten können, Kündigungschutz uns Urlausanspruch, dummerweise gilt das für mich nicht, genausowenig wie die gesetzliche Krankenversicherung... ich darf alles selbst bezahlen... und dabei bin ich auch noch von der Auftragslage und dem Wohlwollen bzw. der Zahlungmoral der Kundschaft abhängig...

Ich habe nun mal nie eine Anstellung bekommen, solange ich denken kann...!
SenecaPS: was das Argument mit den Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst angeht...das Land ist Pleite...!
Stattdesse werden die Einrichtunge geschlossen, wenn sie kein Ehrenamtlicher weiterführt...!

Schwimmbäder, Feuerwehren, Umweltprojekte, Sportvereine die keine Zuschüsse mehr bekommen...etc..kann ja alles ruhig vor die Hunde gehen...!

Hallo... das Wort heißt [b] Haushaltssperre[/b] und ist seit Jahrzehnten mal wieder Realität.

Vom Land gibt's nichts mehr, also selber machen oder nach hause gehen und jammern.
Aber im Fordern und Jammern haben wie ja alle viel Erfahrung...!
dark.existencetja, reformen braucht das land, das steht sicherlich ausser frage. das problem ist nur dass keiner den ersten schritt wagt! und damit meine ich nicht die meiner meinung nach nicht sonderlich überzeugende agenda 2010, sondern wirkliche veränderungen im system.
ich sehe keinen grund dafür, weshalb beamte keine steuern zahlen sollten, wie es z.b. (soweit ich weiß) in der schweiz der fall ist. oder was meint ihr dazu? jeder arbeitende deutsche sollte auch steuern zahlen müssen, zu gunsten der allgemeinheit.
und die vorschläge das rentenalter zu erhöhen?? Was soll das bitte bezwecken? mit 40 ist man eh uninteressant für den großteil der arbeitgeber.
die sonstigen steuererhöhungen sind auch ehr fragwürdig, auf jedefall sollte auch deren zweck klar erkennbar sein. die erhöhung der tabaksteuer durchzuführen um die tabakindustrie zu subventionieren ist nicht gerade massenwirksam....

p.s. bitte korrigiert mich wenn ich falsche fakten genannt habe :)
dark.existenceok von den geringeren Bruttolöhnen hatte ich keine ahnung, danke für die belehrung :) bin doch noch schüler ;)
sogesehen hat aber jede art von reform neben seinen vorteilen auch schattenseiten, irgendetwas findet sich immer.... naja hätten wir unwiderlegbare konzepte dann wären wir wahrscheinlich nicht hier :D
wie auch immer... hat der kapitalismus als wirtschaftssystem eigentlich noch zukunft oder befindet er sich in einer sackgasse die in naher zukunft zuerst in resignation und dann zum sturz der bestehenden weltordnung führen wird? ich weiß, das passt nicht unbedingt zum ausgangsthema aber bei der angesprochenen fragestellung ergibt sich zwangsläufig diese frage.
ich meine, wodurch sollen in zukunft noch arbeitsplätze entstehen? die rationalisierungspolitik vieler unternehmen nimmt langsam ernstzunehmende ausmaße an... was soll diese entwicklung noch stoppen? für mich als pesimmist kommt nur der kollaps in frage, der zugleich der beginn einer neuen weltordnung einleiten wird. eine wahrlich philosophisches thema, naja.
marx' theorie der ausbeutung und verelendung ist in gewissem maße auch schon eingetreten. nur eben nicht auf nationaler sondern ehr auf international ebene auf kosten der ökologie und ländern der dritten welt.

gut genug des geschwafels, seht ihr noch möglichkeiten zukünftiger, sinnvoller arbeitsplatzbeschaffung? ich nicht.... böse zukunft die mir da bevorsteht :confused:
GurabuluHmm, ich glaube dass es noch sehr, sehr lange dauern wird, bis den Menschen die Arbeit ausgeht. Vielleicht wird das auch nie passieren.

Denn ich glaube, dass der Mensch immer mehr will als er jetzt hat. Antrieb ist also da.

Und zu den Rationalisierungen die Tiberon angesprochen hat: Zugespitzt formuliert stellte sich das Problem auch bei der Dampfmaschine. Durch eine Maschine wurde eine ganze Halle voll mit Webern überflüssig. Trotzdem beklagt heute niemand die Erfindung der Dampfmaschine, oder gar die Erfindung als Urübel der Menschheit, weil Urursache für die Arbeitslosigkeit....

Will sagen, technische Innovation macht wohl häufig bestehende Arbeitsplätze überflüssig. Dafür werden aber später an anderer Stelle Arbeitsplätze entstehen. Zu wenig Arbeitsplätze im allgemeinen dürfte es wohl aufgrund technischen Fortschritts nicht geben(nach der Massenarbeitslosigkeit der 1930er gab es in den 60er – da gab es viele Rationalisierungen in Vgl. zu 30ern – Vollbeschäftigung), sondern es gibt viele Arbeitslose, die ein anderes Qualifikationsprofil aufweisen, als für die freien Arbeitsplätze benötigt. (ist nicht immer die Rede von einigen Hunderttausend Stellen.?)

Zur langfristigen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dürfe m.E. nach v.a. eine gute Bildungspolitik beitragen. Kurzfristig Leute wieder in Arbeit zu bringen hilft ihnen zwar, aber bei der nächsten Wirtschaftskrise werden sie wieder entlassen.

Was kann man machen? Die Krise ist aktuell. Also müssen schnelle Maßnahmen ergriffen werden; m.E. sollte man zwar über grundsätzliche Änderungen an unserem Wirtschaftssystem nachdenken, nur dürften sie sehr umstritten sein, was bedeutet, dass sie wenn nur sehr langfristig umgesetzt werden würden. Also hülfen sie jetzt nicht so wirklich, sprich man braucht Maßnahmen, die durch kleine Eingriffe große Wirkungen zeigen können.
z.B.
-Schwarzgeld aus Ausland zurückholen in dem Amnestie gewährt(sonst käme es nie zurück) und darauf kleinen Steuersatz von etwa 10%: das brächte mehrere Milliarden binnen Jahresfrist; in anderen Ländern vielfach erfolgreich praktiziert.
-Lohnnebenkosten senken, durch verminderte Ausgaben für die medizinische Versorgung; nicht Leistungen kürzen; sondern Behandlungen effektiver und ökonomischer machen: Positivliste für Medikamente, Behandlungsrichtlinien für einzelne Krankheiten(von Experten ausgearbeitet, statt dass jeder Arzt das macht, was er für richtig hält bzw. vor 20 Jahren im Studium gehört hat......; ich will damit Ärzten nicht Unfähigkeit unterstellen, nur ist die Medizin so komplex geworden, dass man nicht die optimale Behandlung für jede Krankheit wissen kann, noch dass man über alle Neuentwicklungen informiert sein kann(wenn man das wollte müsste man vermutlich seine ganze Arbeitszeit mit der Lektüre von Zeitschriften zubringen...)
-was spricht gegen Erhöhung Tabaksteuer. D ist in europäischem Rahmen noch in akzeptablen Bereich(vgl. England) und alle Welt ist sich einig, dass Rauchen nicht gut ist. Habe in Deutschlandfunk vor kurzem was von einer Studie gehört, wonach knapp 20% weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfingen, wenn die Packung 1DM/¤ (?) teurer wäre.
-Steinkohlesubventionen abbauen. Die Kohle könnte man auch billigst auf dem Weltmarkt einkaufen. Und die dort arbeiten? Werden arbeitslos, kriegen aber knapp 20000¤ Entschädigung. Warum? Momentan wird im Kohleabbau jeder Arbeitsplatz mit 70.000 DM subventioniert, also mehr, als der Arbeitnehmer verdient! Könnte da mit Sicherheit 1 Mrd sparen....(gut diese Maßnahme wirkt nicht so kurzfristig....)
-

Zu Keynes: den wieder ausgraben fände ich nicht so gut. Ob ökonomisch gesehen seine Theorie jemals funktionierte, unter den Bedingungen der Globalisierung funktionieren könnte(nur ein Land betreibt nachfrageorientierte Politik) weiß ich nicht, bei letzterem würde ich zweifeln; was ich aber glaube ist, dass Keynes in der Wirklichkeit schlecht funktioniert – ganz einfach, weil Konjunkturprogramme von Politikern aufgelegt werden: Politiker wollen wieder gewählt werden: Geld ausgeben sieht jeder gern, es hinterher wieder einsparen nicht, also wird es nicht gemacht. Warum sonst steigen permanent die Schulden; früher in konjunkturellen Aufschwüngen wurden die Schulden nie – wie die Theorie es fordert – beglichen. Die Menschen sind zu dumm für Keynes könnte man sagen....
TiberonJa, es ist ja auch alles andere als schlecht, wenn Arbeit erleichtert, oder gar überflüssig wird.
Nur versagt dann ein System, in dem man als Arbeitsloser (oder vielleicht besser - Arbeitsfreier) wie ein Aussätziger behandelt wird.

Leider hab ich keine Ideen, oder kann zumindest nicht einschätzen, wie realistisch die wären ..

Mir z.B. würdes durchaus gefallen, nur 3-6 Monate im Jahr arbeiten zu müssen ..
Oder nur 6 Stunden am Tag ..

Ach und das uns die Arbeit nie ausgehn wird ist imho falsch.
Schau ich mich bei mir auf Arbeit um, werden letztendlich um die 5000!! Leute beschäftigt, die zur Volkswirtschaft nicht wirklich produktiv beitragen.
Tiberonnur so als kleine Frage zwischendurch ...

Wäre es denn nicht möglich sich vom Konzept der Vollbeschäftigung zu trennen und endlich vom inzwischen erreichten Fortschritt zu profitieren ?


ach, und wer ist Keynes ?
SenecaWer darf dann davon profitieren...!
Trinity GothDenk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um die Schlaf gebracht.....sagte Heinrich Heine vor langer Zeit

Irgendwie fühl ich mich so, wenn ich an die Zukunft dieses Landes denke... die Agenda 2010 ist ein weiterer Schritt Richtung Demotage dessen, was einmal ein Staat war in dem man einigermaßen vernüftig leben konnte. Unsere Zukunft wird wahrscheinlich aussehen wie in Amerika, keine wirkliche soziale Versorgung mehr.

Traurige Grüsse
Trinity
Selian[I]Agenda 2010[/I], das klingt gut, da haben die Marketingexperten der SPD ihren Job wohl ganz gut gemacht. Aber was bitte verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Wo könnte man das besser in Erfahrung bringen als bei den Schöpfern dieses Reformprogrammes...so bewegte ich mich doch ziemlich neugierig auf die Seite der Partei, bei der nach eigenen Aussagen Erneuerung Tradition hat. Okay, da hab ich die Tradition wohl etwas verschlafen, aber egal...mal sehen...

Ziel der Agenda ist folgendes:
Zitat:
[I]"Durch die Maßnahmen der Agenda 2010 wird Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts wieder bei Wohlstand und Arbeit an die Spitze gebracht."[/I]

Unter dieser Zielsetzung habe ich mir mal die einzelnen Punkte angeschaut. Nun würde es zu weit führen hier jeden einzelnen Punkt aufzugreifen, denn es sind doch recht viele, aber mein Gesamteindruck ist der das im Großen und Ganzen nur Umverteilung betrieben wird.
Um wenigstens ein Beispiel dafür zu liefern nenne ich einmal die Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Ab Januar 04 wird also die BFA die Kosten für ca. 1 Millionen arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger übernehmen.
Das ist nur eine Umverteilung von Kosten der einen Kasse zu einer anderen.

Im Arbeitsrecht sollen einige Dinge geändert werden, Kündigungsschutz, Gesellen die sich nach 10 Jahren Selbständig machen können, Änderrungen im Steurrecht und im Buchführungsgesetz uswusw...

Da ist für mich jetzt nicht so die sensationelle Änderung bei, wo ich sagen würde, ja das könnte sich spürbar auswirken...

Außerdem sollen die Krankenkassenbeiträge unter 13% gedrückt werden. Ein nobles Ziel. Ob das letztlich über eine Umstrukturierung der Krankenkassen zu erreichen ist wird man sehen. Schröder meint 350 Krankenkassen wären einfach zuviel. Da könnte er recht haben, allerdings kostet doch jede Abschaffung einer Krankenkasse, oder eine Zusammenlegung mehrerer Krankenkassen Arbeitsplätze, oder irre ich mich da? :rolleyes:

Soweit so gut, nun gehts ans eingemachte. Die Senkung von Lohn- und Einkommenssteuersätzen. Darüber werden sich wohl alle Arbeitnehmer freuen. Ja ich auch. Da gibt es aber auch wieder einige Haken. Leider will die Regierung auch an der Ökosteuer festhalten, plant sogar diese bis 2008 festzulegen. Damit verteuern sich Benzin, Strom, Heizöl weiter. Die Erhöhungen auf den Tabak sind schon bekannt. Könnte mir als Nichtraucher wurscht sein ist es aber nicht, darauf geh ich später nochmal gesondert ein.
Nun liegt es mir fern über die diversen Erhöhungen zu klagen, das würde eh nichts ändern, aber solche Steuersenkungen auf der einen Seite und Erhöhungen auf der anderen Seite sind für mich ein schlechter Witz, das ist auch nur wieder pure Umverteilung, damit wird überhaupt nichts erreicht.

Außerdem ist mir nicht verständlich, wozu in einer dramatischen Finanzkrise wie sie zur Zeit herrscht ausgerechnet der Spitzensteuersatz mitgesenkt wird. Der sinkt ab '04 von 48,5% auf 47% okay is nix aber dann... '05 wird er von 47% auf 42% gesenkt. So sehr es auch die Gutverdienenden freuen wird ich halte es in der augenblicklichen Lage für den blanken Wahnsinn. Während Steuerersparnisse in den unteren Einkommenregionen immer wieder in die Wirtschaft zurückfließen, ist das bei hohen Einkommen nur noch eingeschränkt der Fall. Da wird das "Mehrgeld" halt auch noch in Aktien angelegt.
Wenn da mal nicht die Lobbyisten mitgedreht haben? :rolleyes:

Wer nun bis hierher gelesen hat, wird nun noch mit einem guten (oder traurigen?) Kalauer belohnt...

In der Agendaschrift findet sich dann noch folgendes unter "Zahlen, Daten und Fakten zur Finanzpolitik":

[I]Bundeshaushalt 2003
Der Bundeshaushalt 2003 sieht eine Nettokreditaufnahme in Höhe von 18,9 Mrd. € vor-– das ist die niedrigste Neuverschuldung seit der Wiedervereinigung. Leitidee unserer Politik ist die Konsolidierung des Bundeshaushalts auf der einen Seite und die Stärkung der Zukunftsinvestitionen auf der anderen Seite. [/I]

Soso, hört sich ja gut an...niedrigste Neuverschuldung seit der Wiedervereinigung, auch wenn ich 18,9 Milliarden immer noch für ein ordentliches Sümmchen halte. Aber moment mal, da war doch was...da wurde letzte Woche doch im Radio gemeldet...überleg...genau da kam die Meldung, die Neuverschuldung 2003 betrage nun doch...ähem...35-40 Milliarden Euro...

Okay, irren ist Menschlich, kein Problem....aber das ist das doppelte???!!! Wenn ich nun noch den Zeitraum dieser zwei Meldungen abschätze, 4 Wochen? Weiß net genau, kommt aber schon hin. Entschuldigung, das ist für mich das Paradebeispiel für Null Durchblick, keine Ahnug von Nichts, jonglieren mit Zahlen und das ganze unglücklich bis peinlich.

Nun verbinde ich nochmal die geplanten Steuersenkungen, die sich teilweise mit den Steuererhöhungen egalisieren und denke an die ständigen Neuverschuldungen. Und da frage ich mich gerade, was ist ein Konzept bis 2010 wert bei dem schon nach 4 Wochen krasse Fehlkalkulationen ans Licht kommen?

Immerhin bin ich mir nun im klaren darüber wozu die Agenda dient. Sie dient zur Beruhigung des Pöb...des Bürgers, indem man ihm glauben macht, man habe nun ein langfristiges Konzept in der Schublade, bei dem sich nur alle in Geduld üben müssen.
Möglicherweise ist es Vorrausschauend auf den nächsten Bundestagswahlkampf ausgelegt, bei dem man dann nur noch auf die Agenda zeigt und beteuert das 2010 alles besser wird.

__________________

Nun wollte ich noch was zur Tabaksteuer los werden, die ja hier auch schon angesprochen wurde, irgendwer meinte, die könne ruhig weiter erhöht werden. Das ist für mich nicht richtig und zwar unter mehreren Aspekten. Zum einen ist es einfach nur ungerecht, Dinge Willkürlich zu besteuern, nur weil sich dauernd neue Haushaltslöcher auftun. Daneben wird den Leuten Geld entzogen das sie nun nicht mehr für andere Dinge ausgeben. Es ist immernoch so das die Leute nur ausgeben können was sie haben. Und wenn jemand in der Woche 10 Euro mehr für Zigaretten ausgeben muß, muß er diese 10 Euro an anderer Stelle sparen. Das ist einfach nur logisch. Okay, bei Vielverdienern ist das nicht so, aber wieviel Großverdiener gibts wohl in Deutschland?

Nun kann man darüber diskutieren ob die Leute deswegen aufhören sollten zu Rauchen, mittlerweile muß man leider sagen, NEIN, Um Gottes Willen, Rauchen sie was das Zeug hält, für's deutsche Vaterland. Das kann doch wohl nicht die Lösung sein, oder? Ich würde gerne sehen wenn ab Januar alle Menschen in Deutschland aufhören zu Rauchen. Hans Eichel würde das vermutlich nicht so gerne sehen, dann hätte der Mann ein dickes Problem. Aber zu seinem Glück ist das ja Utopie.

Für mich ist es einfach Scheinheilig, seine Haushaltslöcher auf Kosten bestimmter Gruppen (vornehmlich Raucher, Autofahrer) zu stopfen und dann auch noch so zu tun als wolle man die Menschen damit bewegen auf entsprechende Dinge zu verzichten. Das ist lächerlich und das allerletze was man erreichen will, dann würde ja plötzlich Geld fehlen.

__________________

Wer etwas nachlesen möchte, der Link zur Agenda...

[URL=http://www.spd.de/servlet/PB/menu/1025385/index.html]Agenda 2010[/URL]
belly.white>Außerdem ist mir nicht verständlich, wozu in einer dramatischen >Finanzkrise wie sie zur Zeit herrscht ausgerechnet der >Spitzensteuersatz mitgesenkt wird.

antyzyklische reaktion (während der rezession werden die steuersätze gesenkt und die staatsausgaben erhöht u.a. um kaufkraft mehr spielraum zu lassen - aber wo kein spielraum ist ...) - dient (angeblich?)der stabilisierung und ist glaub ich auch auf keynes zurückzuführen


>ür mich ist es einfach Scheinheilig, seine Haushaltslöcherauf
>Kosten bestimmter Gruppen (vornehmlich Raucher, Autofahrer) >u stopfen und dann auch noch so zu tun als wolle man die >enschen damit bewegen auf entsprechende Dinge zu >erzichten. Das ist lächerlich

subventionierung des tabakanbaus sonstewo (gibbets doch, nech) die raucher will hier niemand vor sich selbst beschützen

cu
GurabuluNoch zu [B]Ökosteuer[/B] : Von der Idee her ist sie ja nicht da um Geld für den Staat reinzuholen, sondern zur ökologischen Umorientierung der Wirtschaft.


noch zu den Texten von TheRaven und Selian sind mir so einige kurze Ideen gekommen, recht unsortiert:


[B]TheRaven[/B] erstellt am 23-05-2003 um 17:31 zu soziale Grenzen der Produktionssteigerung. Ein Mensch kann eben nur in einem Auto zur Zeit fahren usw. ...

natürlich kann man nur mit einem Auto zur Arbeit fahren; aber wenn du die Autos von heute und von vor 50 Jahren vergleichst, sind die heutigen Autos technisch viel ausgereifter, brauchen viel mehr einzelne technische Teile, sprich sind viel aufwendiger zu produzieren. Um diese Autos zu produzieren müsste man entweder mehr arbeiten oder bei gleicher Arbeitszeit mehr leisten, sprich man braucht Produktionssteigerung. Außerdem gibt es den Trend zum kleinen Stadtauto, sprich Smart, am besten zum Spaß noch ein Sportauto/S-U-V....


[B]TheRaven[/B] : zudem ist die Ausweitung von höheren Konsumprivilegien für die breite Masse ja auch auf höchster Ebene unerwünscht

verstehe ich nicht, bitte um mehr Erklärung. Selbst wenn das stimmt, könnte sich das ja ändern. Meines Wissens ist solch eine Einschränkung des Kundenkreises im Kapitalismus/Marktwirtschaft ja eigentlich schlecht, sprich es gibt die Tendenz, diese zu beseitigen...


[B]TheRaven[/B] :Unsere jetzige noch vergleichsweise Überbeschäftigung erreichen wir ja nur durch Überproduktion und gigantische Exporte. Würden wir nur für den Eigenbedarf produzieren, dann wäre unsere Arbeitslosigkeit schnell bei 30,40 % Ravens Meinung

Na ja, den gewaltigen Exporten stehen ja gewaltige Importe entgegen. Und diese Exporte brauchen wir vielleicht, weil wir mit den Auslands(urlaubsreisen) das Kapital wieder ins Ausland bringen????


[B]TheRaven[/B] : Tageszeitung, Schulbildung für alle, Kühlschrank, Fernsehen, CD-Player, Internet ... allles nicht notwendig im Prinzip und einfach eine Konsumbedarfserweiterung der breiten Mehrheit, denn wer möchte davon schon ausgeschlossen sein? Würden wir immer noch so konsumieren wie zu Anfang des 19. Jahrhunderts dann wäre die Arbeitslosigkeit vermutlich bei über 90% ...

Glücklicherweise wurden die Bedürfnisse nach CD-Playern geweckt, ich wollte nicht in den (technischen, medizinischen) Verhältnissen des 19. Jhs leben.


Lohnnebenkosten wichtig, meiste Menschen heute nämlich in terziären Sektor beschäftigt.


[B]TheRaven[/B] :"Zudem ... ich betone es mal wieder aufs Neue: ich bin der Meinung, dass Änderungen im Rahmen der EU vollzogen werden müssen. Nationale Änderungen können schon bald fast keinen Einfluss mehr haben"

Meinerseits völlige Zustimmung. Könnte dann aber nicht Smith mit seiner angebotsorientierten Wirschaftpolitik aktuell sein? EU ist dann praktisch wieder ein klassischer Staat mit relativ wenig Export/Import(zumindest in Vergleich zu internen Handelsströmen...)



Zu [B]Selian[/B] erstellt am 25-05-2003 um 19:21
Zu Zusammenlegung Arbeitslosen- und Sozialhilfe:
Zwar villeicht nur Umlegung Kosten, vielleicht aber viel effizienter. Weiß es nicht.


Den Spitzensteuersatz zu senken halte ich auch für falsch. Um die 50% halte ich auch für richtig; mit dem Geld was dadurch reinkommt sollte man eher den Eingangssteuersatz senken. Finde ich irgendwie gerechter. Aber sollte wohl auch wirtschaftlich was bringen. Ich meine, die - sagen wir mal „angespannte“ - Wirtschaftslage sei zu einem guten Stück auf mangelnde Inlandsnachfrage zurückzuführen. Da die ärmeren Haushalte alles Geld das sie haben wieder ausgeben(die Reichen können noch was bei Seite legen, sparen), dürfte es besser sein, ihnen weniger Geld „abzunehmen“, dafür aber die Reichen mehr zu belasten.

P.S. Irgendwie scheint mich der Computer/Nachtwelten nicht zu mögen. Ich kann ihn/es nicht auf einfache Art überzeugen, so schöne Zitate zu setzen..... Deshalb auch leider nicht so übersichtlich, wie ich gern hätte...
SenecaJedes vierte Unternehmen will Deutschland verlassen...!

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat vor kurzem angedroht, den Firmensitz ins Ausland zu verlegen. Ein Einzelfall? Nein. Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Jedes vierte deutsche Unternehmen prüft ernsthaft, wichtige Produktionsteile oder gar seinen Firmensitz ins Ausland zu verlegen. Die Folge: Immer mehr Arbeitsplätze gingen verloren und Finanzminister Eichel würden weitere Milliarden-Einnahmen in seinem Steuersäckel fehlen.
Infineon - Chip-Hersteller will vor drückender Steuerlast fliehen
Auch der Mittelstand will weg...!
Aber nicht nur Großunternehmen wandern immer mehr ab - mittlerweile würden auch immer mehr mittelständische Firmen über eine Verlagerung nachdenken. Viele Unternehmen haben ja bereits schon seit langem lohnintensive Produktionsbereiche dahin verlegt, wo die Arbeitskraft und die Sozialabgaben nicht so hoch sind. Doch nicht nur der Export von Arbeitsplätzen droht verstärkt - jetzt ständen laut Umfrageergebnis auch immer mehr Unternehmensbereiche wie Forschung, Verwaltung, Entwicklung oder sogar der Firmensitz zur Debatte. Droht Deutschlands Wirtschaft durch die Abwanderung der Firmen der finanzielle Exit?

Eine ketzerische Frage nu also...wer finanziert demnächt unsere tollen sozialen Errungenschaften...?
Das Heer der Arbeitlosen etwa...?
Selian@Belly

Es ging mir um den Spitzensteursatz. Nicht um die unteren Steuersätze, da halte ich es ja auch für sinnvoll diese zu senken. Aber Spitzensteuersätze zu senken ist einfach blödsinn in der aktuellen Situation.

@Gurabulu

Na wie effinzient kann das schon sein? Effizient genug um damit Arbeitsplätze zu schaffen? Nur weil einige Sozialhilfeempfänger nun von der BFA ihr Geld kriegen?

@Raven

[QUOTE][i]Original geschrieben von TheRaven [/i]
[B]Nichts, völlige Zustimmung. Zudem sind bei solchen Steuern wie der Tabak- und der Mineralölsteuer es feste Beträge, die auf den Verkauf aufgeschlagen werden. Daher sollten sie eh inflationsbedingt angepasst werden in regelmäßigen Intervallen.
[/B][/QUOTE]

Die Tabaksteuer soll um einen Euro / Packung erhöht werden. Da kann man wohl nicht mehr von Inflationsbedingter Anpassung sprechen.
Sollen wir das mal ins Verhältnis zur Inflation stellen? ;)

Und doch, die Regierung behauptet tatsächlich, man würde die Tabaksteuer der Gesundheit zuliebe erhöhen.

zitat Ulla Schmidt:
[I]"Sie wissen, dass wir pro Jahr über 110.000 Menschen haben, die in Folge des Tabakkonsums sterben. Wer sehr früh beginnt zu rauchen, hat in vielen Fällen ein um siebzig Prozent höheres Risiko an Krebs zu erkranken. Und ich habe das immer gesagt, wir haben hier eine Verantwortung wahrzunehmen." [/I]

Die Verantwortung möchte sie halt mit der Tabaksteuer wahrnehmen...blubb...danke, setzen Frau Schmidt, sehr Nobel von ihnen...
Wenn es ihr tatsächlich um die Gesundheit der Leute ging müßte sie die Zigaretten entweder so teuer machen das sie sich niemand mehr erlauben kann oder sie verbieten. Beides wäre Bundeshaushalt natürlich nicht sehr zuträglich.
Gurabulukurz zur Frage, warum so viele Unternehmen drohen, ins Ausland abzuwandern.

Wenn ich der ZEIT glauben darf(und es mir recht notiert habe) sollte es nicht an zu hohen Steuern/Abgaben liegen:

- D hat neben Spanien europaweit die niedrigste Abgabenquote!(ZEIT 19/03 30.04.03 S. 18)

- für Wirtschaft: D hat mittlerweile relativ niedrige: Belastung aus Kapital&Gewerbesteuer etwa 39%, das ist USA Niveau. ABER dazu kommen noch (für Deutschland) Abschreibungsregeln etc. die noch mal sinken lassen.(ZEIT 20/03 8. Mai S. 21)

Dass Infineon wegen niedriger Steuern abwandern will, liegt wohl daran, dass in Schweiz in einem Kanton die Unternehmen die Steuern aushandeln können, sprich es wird etwas weniger als im Herkunftsland rauskommen. Dagegen sollte man aber die Schweiz dazu bringen, nicht mit Steuerdumping als Steueroase aufzutreten....


Welche Gründe gibt es denn neben Steuern, dass Unternehmen abwandern?

-die hohen Löhne? D soll ja sehr gut qualifizierte Arbeiter haben, sprich man wird wohl nicht mehr viel verlagern können. Die Produktion, die leicht verlagerbar sind, dürften schon längst alle weg sein.

-die Macht der Gewerkschaften? Eher nicht, in meine in der ZEIT gelesen zu haben, dass in Deutschland (gerade wegen der Gewerkschaften) im internationalen Vergleich wenig gestreikt wird, insofern wenig Geldverlust droht.

-irrationale Erwägungen? zum teil vielleicht, aber mit Sicherheit können die nicht alle motivieren, insofern weiß ich wirklich nicht, warum die alle abwandern wollen(wenn das mit den niedrigen Steuern stimmt).

Für am wahrscheinlichsten halte ich, dass viele die starke Regulierung stört.

Regulierung ist auch Arbeitsschutz, Umweltschutz, somit in großen Teilen nicht abzubauen. Ein anderer Teil dürfte aber abzubauen sein, obwohl solch Entbürokratisierung vermutlich nicht alle Unternehmen dazu bewegen wird, hierzubleiben.

Realistisch gesehen wird man auch schlecht wieder höhrere Zölle für das was aus dem Ausland kommt erheben können(das wäre nur langfristige Lösung, die uns jetzt nicht hilft) Insofern bin ich ein bißchen ratlos.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von TheRaven [/i]
[B]Gerne, aber von beginn der Tabaksteuer-Geschichte an ;) ... ernsthafter: Sowohl die Mineralölsteuer als auch die Tabaksteuer sind [b]nicht[/b] jedes Jahr seit ihrer Einführung entsprechend angehoben worden, sondern immer mit großen Protesten zu einzelnen Gelegenheiten. Ob es jetzt unter dem Strich aber mehr ist als es sosnt gewesen wäre bezweifle ich irgendwie :rolleyes:
Das die Argumente über einen gesundheitspolitischen Effekt Blödsinn sind sollte jedem denkenden Menschen klar sein (sicherlich nicht der Grund der Steuererhöhung). Aber es wird trotzdem einen (äußerst geringen) in dieser Richtung haben. [/B][/QUOTE]

Okay, wie du willst...seit Anbeginn der Geschichte kann ich leider nicht mit dienen, aber ich gehe mal gute 30 Jahre zurück, das ist schon ne Menge finde ich.

Tabaksteuereinnahmen:

1970: 6,5 Milliarden DM
1975: 8,8 Milliarden DM
1980 11,2 Milliarden DM
1985 14,4 Milliarden DM
1990 17,4 Milliarden DM
1995 20,5 Milliarden DM
2000 11,4 Milliarden € etwa 22,3 Milliarden DM
2002 13,7 Milliarden € etwa 26,7 Milliarden DM

Auf eine Zigarette entfallen zur Zeit im Schnitt 12,7 cent Tabaksteuer, ab Januar wären es ca 18 cent. Das ist noch einmal eine Erhöhung um ca 40% mit einem Schlag.

Das ist Inflation der ganz üblen Sorte ;)

Nochmal, eigentlich kanns mir wurscht sein, weil ich nicht betroffen bin, aber eine solche Politik halte ich einfach nicht für korrekt.
Gurabuluzu obigem Beitrag von Selian:

die gestiegenen Einnahmen aus der Tabaksteuer belegen nicht zwingend, dass die Steuern pro Packung bzw. Zigarette höher geworden sind.

Vielleicht wird auch nur mehr geraucht. In den letzten Jahren wird doch immer früher angefangen, auch Mädchen/Frauen tun dies, die medizinische Versorgung ist besser geworden(man kann länger rauchen), Bevölkerung ist gewachsen(zum Teil auch durch Einwanderung oder weil Leute länger leben)


Außerdem könnten die Zigaretten an sich teurer gemacht worden sein. Wenn die Tabaksteuer preisabhängig ist, würde sich das auch niederschlagen.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Gurabulu [/i]
[B]zu obigem Beitrag von Selian:

die gestiegenen Einnahmen aus der Tabaksteuer belegen nicht zwingend, dass die Steuern pro Packung bzw. Zigarette höher geworden sind.

Vielleicht wird auch nur mehr geraucht. In den letzten Jahren wird doch immer früher angefangen, auch Mädchen/Frauen tun dies, die medizinische Versorgung ist besser geworden(man kann länger rauchen), Bevölkerung ist gewachsen(zum Teil auch durch Einwanderung oder weil Leute länger leben)[/B][/QUOTE]

Du hast recht, es wäre noch interessant zu erfahren wie sich das Rauchverhalten über die Jahre verändert hat.
Dazu hab ich gestern schon entsprechendes gesucht, aber nicht gefunden.
In den letzten Jahren hab ich persönlich eher den Eindruck das die Zahl der Raucher abnimmt, aber das kann natürlich täuschen.
[QUOTE][B]
Außerdem könnten die Zigaretten an sich teurer gemacht worden sein. Wenn die Tabaksteuer preisabhängig ist, würde sich das auch niederschlagen. [/B][/QUOTE]
Das erhöht dann die Mehrwertsteuereinnahmen, die ja auch auf Zigaretten anfällt. Die Tabaksteuer ist eine festgelegte Steuer unabhängig vom Zigarettenpreis.

Letztendlich bleiben ja viele Faktoren noch unberücksichtigt. Auffällig ist das die Einnahmen recht konstant alle 5 Jahre um ca. 2,5 - 3 Milliarden gestiegen sind. Hätte ja eigentlich ab 90 höher steigen müssen (Wiedervereinigung). Dafür aber von 2000 auf 2002 innerhalb von 2 Jahren eine Steigerung um fast 4,5 Milliarden. Ich gehe aber nicht davon aus, das die Zahl der Raucher in den 2 Jahren um 20% gestiegen ist.
TiberonIst die Drohung div. Firmen ins Ausland abzuwandern denn wirklich ernstzunehmen ?
Also ich kann das nicht irgendwie ernstnehmen - hab hierzu aber nur mal eine Vorlesung gehört ...

Ach, und Tabaksteuer schafft keine Arbeitsplätze ;)
aurora borealis@TTP

[quote] Außerdem sollen die Krankenkassenbeiträge unter 13% gedrückt werden. Ein nobles Ziel. Ob das letztlich über eine Umstrukturierung der Krankenkassen zu erreichen ist wird man sehen. Schröder meint 350 Krankenkassen wären einfach zuviel. Da könnte er recht haben, allerdings kostet doch jede Abschaffung einer Krankenkasse, oder eine Zusammenlegung mehrerer Krankenkassen Arbeitsplätze, oder irre ich mich da? [/quote]

sicher geht es hier auch um Arbeitsplätze, aber es ist allgemein bekannt, dass generell in Verwaltungen zu viele Personen sitzen, die zu viel Geld kosten.
Was die Krankenkassen betrifft, verlangen manche nach einer einzigen – das wäre auch wiederum falsch. Jedoch hat Wettbewerb die höchste Priorität.
Beiträge, Service, Leistungskatalog.
Das Problem bisher ist u.a. wenn eine der Krankenkassen die niedrigsten Beiträge hat, weil sie kein aufgemotztes Verwaltungsgebäude bauen, auf engem Raum zusammensitzen etc. und enorm Kosten sparen, dass diese Ersparnis nicht gelobt, sondern auf die anderen Kassen umverlegt wurde. Wer spart, wird bestraft.

[quote] Immerhin bin ich mir nun im klaren darüber wozu die Agenda dient. Sie dient zur Beruhigung des Pöb...des Bürgers, indem man ihm glauben macht, man habe nun ein langfristiges Konzept in der Schublade, bei dem sich nur alle in Geduld üben müssen.
Möglicherweise ist es Vorrausschauend auf den nächsten Bundestagswahlkampf ausgelegt, bei dem man dann nur noch auf die Agenda zeigt und beteuert das 2010 alles besser wird.[/quote]

als Politiker hat man es nicht einfach.
Er soll Reformen einführen, die möglichst schon am nächsten Tag Wirkung zeigen sollen.
Allerdings ist das, was im Moment betrieben wird, mehr oder minder immer noch Symptombekämpfung. Die Suche nach Möglichkeiten, wo man Geld abzapfen kann, um ein Finanzloch woanders stopfen zu können.
Es ist nichts längerfristiges.
Längerfristig muss sich aber nicht nur die Politik ändern, sondern die Gesellschaft an sich.
Und hier liegt doch das Hauptproblem.
Dem Kündigungsschutz soll es an den Kragen – warum? Weil man sich dann noch mehr ins Zeug legen muß? Warum funktioniert das in anderen Ländern so gut?
Weg vom Hedonismus und Egotrip, das wäre auf jeden Fall schon mal ein Anfang.
Kontra zu sein ist immer einfacher.

Die Leute meckern, kaufen aber z.B. dennoch die teueren Markenprodukte, aber da ist auch nur die Werbung schuld.

Was die Tabaksteuer betrifft, ist es – ebenso wie Öko- oder Mehrwertsteuer immer das gleiche, dass man sich dessen bedient, wo >wir alle den Gürtel noch enger schnallen müssen<, das klingt so herrlich (selbst)gerecht.
Wenn die Tabaksteuer 10jährige davon abhält, mit Rauchen anzufangen, bin ich dafür. Glaube ich aber nicht. (netterweise sollen Kinder bis 12 im Auto mit Kindersitz fahren. Ja wunderbar. Kippe im Mund, aber auf dem Kindersitz.)
tonkpilszitat SLIME: politik ist scheiße!!!
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von tonkpils [/i]
[B]zitat SLIME: politik ist scheiße!!! [/B][/QUOTE]

Bei so einer billigen Aussage bin ich nicht wirklich traurig das ich Slime nicht kenne... :rolleyes:
pulSarSlime ist eigentlich mit der Ur-Vertreter des Deutsch-Punk.

Knüppel-Punk... irgendwo...
hart, radikal.
und längs vergangenheit,
da mittlerweile alte Herren.


Slime ist Sysonüm für jugendlichen Aufruhr (ich gestehe - ich hab auch noch Tapes daheim) und macht sogar spaß.

aber ist nix für die Ewigkeit - zumindest nicht, wenn man beginnt ein wenig differenzierter zu denken.


ich würd sagen genau das richtige für pubertäre hirne, die sich nicht die mühe machen - oder machen wollen - über die reduzierte weltsicht einer einfachen parole hinauszudenken.
shizzo"...Deutschland verrecke, damit wir leben können..." Slime....

fand ich auch mal toll, Songs für die Pubertät, heute sind dafür die Onkelz zuständig, andere Einstellung zwar, aber nehmen tun sich beide nicht viel...

Und zur Beruhigung, auch der Sänger von Slime ist inzwischen ein "linker Spießer" geworden, fährt Taxi in Hamburg, hat Familie und von den alten "Bekannten" will er nix mehr wissen...
Interviewanfragen zu "damals" werden abgelehnt....

ok, weiter zur Agenda 2010..
Gurabuluim ersten Beitrag ging es ja darum, dass uns die Arbeit langsam ausgeht, die Agenda 2010 also nur kurzfristig und wenig bewirken könnte.

Dazu ist mir jetzt eingefallen:
Man geht davon aus, dass Schwarzarbeit knapp 20% des BSP ausmacht. Scheinbar gibt es doch viel Arbeit, man muß sie nur in den offiziellen Arbeitsmarkt bringen....

Wollts nur gesagt haben, weiß ja nicht, ob es noch wen interessiert.
aurora borealisSchwarzarbeit ist billiger und spart einiges an Bürokratie.
Daran wird auch die Agenda nichts ändern.
LaChatteSchwarzarbeit ist unfair, da die Ausfälle bei den Steuern - wieder einmal - von den korrekten Steuerzahlern aufgefangen werden müssen.

Aber das Problem liegt wohl schon in der sich verändernden Gesellschaft: Es ist wahr, dass es immer weniger Arbeitskraft braucht, um alle unsere materiellen Bedürfnisse befriedigen zu können, und diese Entwicklung wird noch weiter gehen.

Andererseits gibt es mehr als genug unbezahlte Arbeit, die dringend gemacht werden müsste. Als Beispiel: Viele Rentner sind noch fit und würden gerne ihre Erfahrungen weitergeben. Wie wärs mit Nachhilfestunden für Schüler? Besuchen in Krankenhäusern? Coaching für Jungunternehmer? Es wäre bestimmt möglich, die Rentner für gewisse Aktivitäten zu verpflichten, und würde der ganzen Gesellschaft menschlichen und wohl auch finanziellen Gewinn bringen.

Irgendwie braucht es eine radikale Änderung des Systems, aber wie die aussehen soll? Keine Ahnung.

Was mein Soziologieprofessor mal angesprochen hat: Zins und Grundbesitz sind ungerecht, denn sie machen die Reichen reicher, ohne dass sie dafür etwas tun müssen. Längerfristig sehe ich einen Weg schon in der Abschaffung von Zins und Grundbesitz, aber die Umsetzung dürfte eher schwierig sein.
abyss[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Schwarzarbeit ist unfair, da die Ausfälle bei den Steuern - wieder einmal - von den korrekten Steuerzahlern aufgefangen werden müssen.
[/B][/QUOTE]

=> das ist korrekt - allerdings ist mittlerweile die höhe der steuern und abgaben zumindest für einige unfair. ich kann denjenigen verstehen, der nach abzug von steuern und sozialabgaben seine familie nicht ernähren kann, wenn er dieselbe arbeit schwarz erledigt jedoch schon. jeder ist sich selbst der nächste, und auch ich bringe erst mal meine schäfchen ins trockene, bevor sich mein soziales ego meldet.
hier liegt eine soziale ungerechtigkeit vor, die es in einem sozialstaat so eigentlich nicht geben sollte.

[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]
Aber das Problem liegt wohl schon in der sich verändernden Gesellschaft: Es ist wahr, dass es immer weniger Arbeitskraft braucht, um alle unsere materiellen Bedürfnisse befriedigen zu können, und diese Entwicklung wird noch weiter gehen.
[/B][/QUOTE]

=> dies ist ein grund, es gibt aber noch einen wichtigen anderen: große unternehmen verlagern ihre produktionsstätten ins ausland (wohin sie dann auch ihre gewinne abführen und den staat um seine steuern prellen), weil dort der produktionsfaktor "arbeit" wesentlich günstiger ist als in deutschland. was hier bleibt sind die arbeitslosen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]
Es wäre bestimmt möglich, die Rentner für gewisse Aktivitäten zu verpflichten, und würde der ganzen Gesellschaft menschlichen und wohl auch finanziellen Gewinn bringen.
[/B][/QUOTE]

=> um somit noch mehr arbeitsplätze einzusparen? darauf würde dein vorschlag hinauslaufen!

[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]
Was mein Soziologieprofessor mal angesprochen hat: Zins und Grundbesitz sind ungerecht, denn sie machen die Reichen reicher, ohne dass sie dafür etwas tun müssen. Längerfristig sehe ich einen Weg schon in der Abschaffung von Zins und Grundbesitz, aber die Umsetzung dürfte eher schwierig sein. [/B][/QUOTE]

=> das ist utopie! den grundbesitz kannst du nur abschaffen, wenn du den kommunismus einführst - und die weltgeschichtliche entwicklung des 20. jahrhunderts hat uns doch eines gelehrt: der kommunismus ist eine schöne utopie, aber er funktioniert nicht.

mfg

abyss
ApexIch würde nicht sagen das der Kommunismus nicht funktioniert...zumindest gibt es keinen Beweis dafür weil entschuldigung es gab noch keinen Staat der den Kommunismus durchgesetzt hat wer mit jetzt mit der Sowjetunion oder den Ostblockstaaten kommt das waren faschistische Systeme und hatten kaum etwas mit realem Kommunismus zu tun. Nun ja das ökonomische System in der DDR hat funktioniert es gab kaum Arbeitslose oder Sozialfälle war aber ahlt nicht dafür gemacht neben einem kapitalistischen zu bestehen. Es war nicht perfekt den es war ja nun tatsächlich so das immer noch die einen mehr hatten als die anderen und damit alles andere als Sozialistisch. Und das die Menschen unterdrückt wurden war sicherlich falsch und mußte Zwangsläufig zum Sturz des Regimes führen.

Was ich sagen will ist dasKommunismus keine Utopie ist sondern durchaus erreichbar allerdings muß sich dazu etwas in den Köpfen der Menschen ändern und das kann durchaus dauern. Revolution muß nicht in den Straßen oder im Parlament stattfinden, die Revolution beginnt in den Köpfen.

Apex
LaChatteUnd wenn wir etwas brauchen im Moment, sind es wohl Utopien, da die alten Lösungen einfach nicht funktionieren. Einfach ein bisschen Geld von einer Kasse in die andere schaufeln bringts einfach nicht mehr.
Gurabuluzum Thema Kommunismus: Ich glaube, das hängt vom Menschenbild ab, da gibt meine ich im Platz der Philosophen was zu.

Mal ein Gedankenexperiment: Würden alle Schwarzarbeiter regulär arbeiten, gäbe es viel mehr Krankenkassenbeiträge, Steuern etc. Die momentanen Ausgaben würden also auf mehr Köpfe verteilt, die Belastung eines jeden würde also drastisch sinken. So könnte, was momentan nur in Schwarzarbeit finanzierbar ist, auch regulär finanziert werden.


Für mehr Geld im Staat könnte man was gegen Steuerflucht tun. Die USA haben das von privaten wohl sehr effektiv unterbunden - Länder bzw. Banken die wohl nicht Daten über Einlagen von Privaten an die US-Behörden geben, erhalten keinen Zugang zu dem Finanzplatz New York. So etwas müßte auch EU intern gemacht werden.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]
Was ich sagen will ist dasKommunismus keine Utopie ist sondern durchaus erreichbar allerdings muß sich dazu etwas in den Köpfen der Menschen ändern und das kann durchaus dauern. Revolution muß nicht in den Straßen oder im Parlament stattfinden, die Revolution beginnt in den Köpfen.

Apex [/B][/QUOTE]

Auch wenn's mit der Agenda nichts mehr zu tun hat, ein Gedanke der mir beim Lesen durch den Kopf ging...

Könnte man etwas in den Köpfen der Menschen ändern, wäre Kommunismus dann überhaupt noch nötig? Ist Kommunismus nicht ein System um Dnge zu regulieren, die in den Köpfen der Menschen offensichtlich nicht berücksichtigt werden (können, wollen?) ?


-----

Zum Thema Schwarzarbeit.

Wie hoch der Schaden wirklich ist der durch Schwarzarbeit entsteht, halte ich für sehr schwer einzuschätzen. Raven sagte es schon richtig, vieles was heute Schwarz gemacht wird, würde gar nicht gemacht werden, weil es auf "normalem" Wege einfach zu teuer wäre. In diesem Fall entsteht kein wirklicher Schaden.

Auf jeden Fall sind es zwei Dinge die aus Regierungssicht überlegt werden sollten.
Erstens was kann man gegen Schwarzarbeit unternehmen?
Höhere Strafen, stärkere Kontrollen...

Zweitens und nicht zu vernachlässigen, wie kommt es zu einem so hohen Maße an Schwarzarbeit?
Klar die Antworten sind nicht so schwer...hohe Steuern und Lohnnebenkosten sind ein garant für viel Schwarzarbeit also sollte man vielleicht auch das mal überdenken. Aber dann müßte man ja noch vieles andere überdenken, da ist es doch bequemer sich auf Punkt 1 zu fixieren.

Nun steht ja doch die große Steuerreform bevor und man darf gespannt sein was wirklich umgesetzt wird. Augenscheinlich dürfen sich wohl alle über etwas niedrigere Steuern freuen. Wie das dann effektiv aussieht ist wohl eine andere Frage. Ob es wenigstens die weitere Stufe der Ökosteuer und Erhöhung der Tabaksteuer wettmacht wird sich zeigen, da kenne ich noch keine Zahlen. Prinzipiell halte ich es eher für den richtigen Weg um der WIrtschaft so neue Impulse zu geben. Allerdings sollte das auf keinen Fall durch neue Schulden realisiert werden, das halte ich für viel zu gefährlich und kurzfristig gedacht. Denn mehr als ein Impuls wird es nicht sein können und wie lange der anhält ist auch fraglich...
Tiberon[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Und wenn wir etwas brauchen im Moment, sind es wohl Utopien, da die alten Lösungen einfach nicht funktionieren. Einfach ein bisschen Geld von einer Kasse in die andere schaufeln bringts einfach nicht mehr.[/B][/QUOTE]wie wahr, wie wahr ...
wobei:
[QUOTE][i]Original geschrieben von abyss [/i]
[B]das ist utopie![/B][/QUOTE]das war Realität
und zwar im Mittelalter
als Zins noch als Wucher geächtet und verboten war,
einem die Schulden alle 7 Jahre erlassen wurden, und
auch die Grundstückspreise alle 50 Jahre 'resetet' wurden


wer sich dahingehend etwas mehr intressiert, sollte evtl.
mal auf [url]www.geldreform.de[/url] vorbeischaun ...
Donn[quote]Beginn von Exporten in die Kolonien und später durch die Erweckung neuer Bedürfnisse. Tageszeitung, Schulbildung für alle, Kühlschrank, Fernsehen, CD-Player, Internet ... allles nicht notwendig im Prinzip und einfach eine Konsumbedarfserweiterung der breiten Mehrheit, denn wer möchte davon schon ausgeschlossen sein? Würden wir immer noch so konsumieren wie zu Anfang des 19. Jahrhunderts dann wäre die Arbeitslosigkeit vermutlich bei über 90% ...[/quote]

Abgesehen davon, dass das mit dem Export in die Kolonien Quark ist, führ Dir mal vor Augen, wie es wäre, würden alle noch wie vor 200 Jahren konsumieren.

1: es wird mit Holz und Holzkohle geheizt. Am Anfang des 19. Jahrhundert ist Steinkohle eigentlich nur in der Stahlgewinnung eingesezt. Zum Suppekochen ist die viel zu teuer. Wenn man in Betracht zieht, dass die Weltbevölkerung zwar nicht so groß wäre wie heute, aber trotzdem viel größer als zur Zeit der fraglichen geschichtlichen Epoche, dürfte man annehmen, dass es nicht mehr allszu viele Wälder in Europa und Nordamerika geben dürfte.

2: Bildung ist ein Konsumgut. Die Masse der Menschen bestände aus Analphabeten. Die Gesellschaft wäre so gut wie überhaupt nicht durchlässig.

3: Gesundheit ist ein Konsumgut. Die Masse der Menschen würde in inakzeptablen Bedingungen leben. Unterernährung und schlechte Wohnverhältnisse potentieren die Auswirkungen von Seuchen noch zusätzlich.

4: Sozialer Unfriede wäre vorprogrammiert. Wahrscheinlich hätten die von Marx prognostizierten Klassenkämpfe längst stattgefunden und wir befänden uns jetzt in einer Lebenswirklichkeit, von der wir heute keinerlei Vorstellung haben können.

Nun zu diesem DDR-Zeugs:

Die Wirtschaft der DDR war die meiste Zeit desolat. Der Wettbewerb mit dem Kapitalismus hat mitnichten die Planwirtschaft zerstört. Es war eben jener Kapitalismus, der die Planwirtschaft am Leben erhielt.
Gurabuluirgendwann ging es mal um Steinkohlesubventionen:

in der neuen ZEIT von heute Nr. 31/03 ist der Hauptartikel des Teils Wirtschaft darüber (S. 17/18)

Als Rechtfertigungsvorschlag für die Subventionen wurden hier schon einmal die Exportmöglichkeiten deutscher Technologie vorgeschlagen.
Die Fakten: Jährlich gibt es etwa 3 mrd ¤ Subventionen. Die Untertagebranche macht 600 Mio ¤ Umsatz im Ausland, das sind 0,1 % des deutschen Exports. Im Inland gibt es in diesem Bereich(Technik-Zulieferer) 10 000 ArbeitsplätzeAngesichts der Subventionshöhe würde ich sagen, ganz schön teuer erkauft.
40 000 Menschen arbeiteten an Rhur und Saar noch im Bergbau. Fielen die Subventionen und so die Arbeitsplätze weg, hätte das keine katastrophalen Folgen fürs Rhurgebiet. Die Arbeitslosigkeit erreichte dann noch nicht mals die Höhe, die heute in Ostdeutschland alltäglich ist.
alphaquadrantDie Bundesregierung in Berlin startete Ende Dezember 2003 eine teure Werbeaktion unter dem Titel "Das war 2003 : Reformen für die Zukunft". Deutschland beweise Mut zur Veränderung und gemeinsam hätten wir die Weichen hin zu einem modernen Sozialstaat gestellt - für mehr Aufschwung und Wachstum in unserem Land, so die Einleitung in einer Anzeige. Nachfolgend möchte ich den sechs Punkten der Werbeanzeige der Bundesregierung, mit der sie ihre eigenen Leistungen lobt, die Realität entgegen halten, denn offenbar schweben jene Damen und Herren bei einem Monatsgehalt von jenseits der 10.000 Euro im Schlaraffenland und glauben an den alten Spruch:
"Was, das Volk hat kein Brot mehr; dann soll es eben Kuchen essen."

Nun zu den einzelnen Punkten der Werbeanzeige.

Mehr Geld für eigene Wünsche

Angeblich würden die Menschen sowie Unternehmen um 15 Milliarden Euro entlastet und damit hätten die Steuerzahler "mehr Geld für ihre Anschaffungen und Wünsche". Nun, wer zum Beispiel sechs Millionen Dollar pro Jahr verdient, wie der Deutsche-Bank-Chef Ackermann, der wird tatsächlich "mehr Geld für eigene Wünsche"; zur Verfügung haben. All jene Millionen Arbeitslose, Solzialhilfeempfänger, Rentner und Kranke werden weniger Geld zur Verfügung haben.

Mehr Chancen für den Arbeitsmarkt

Angeblich habe die Bundesregierung den Arbeitsmarkt zukunftssicher gemacht. Es seien über eine Million Mini- und Midijobs für geringfügig Beschäftigte entstanden, dies sei ein Erfolg für Beschäftigte, Unternehmen und Haushalte. Job-Center "beschleunigen und verbessern die Vermittlung Arbeitssuchender" - Erwerbslose können diese Aussagen wohl nur als zynisch ansehen, denn zum einen dienen viele der Mini-Jobs dazu, die Unternehmer von Lohnnebenkosten zu entlasten und sie sind in Bereichen angesiedelt, die den Beschäftigten keinerlei Entwicklungsperspektiven bieten, sie vielmehr in einem permanenten Zustand von Abhängigkeit und dem nackten Überlebenskampf verharren läßt. Sklaventum des 21. Jahrhunderts nach europäischen Vorstellungen. Jene, die noch in Arbeit sind, sollen künftig leichter entlassen werden können, müssen im Falle der Entlassung jede Arbeit annehmen. Man fragt sich, wann den ersten Frauen und Männern vom Arbeitsamt die Weisung erteilt wird, als Prostituierte zu arbeiten, schließlich ist Prostitution seit 2001 eine anerkannte Beschäftigung.

Mehr Zukunft für das Gesundheitssystem

Die Gesundheitsreform (Frage: Kann Gesundheit reformiert werden ? Wenn ja: wie ?) verbessere die "Qualität der medizinischen Versorgung für alle gesetzlich Versicherten" , außerdem werde Ihr "Gesundheits- und Kostenbewußtsein gefördert". Die Kranken reiben sich verwundert die Augen und fragen sich nach einem Blick ins Portemonnaie, ob sie angesichts der gähnenden Leere, nachdem sie zehn Euro an den Hausarzt zahlten und weitere erkleckliche Beträge an Apotheken und andere gezahlt haben, sich das Kranksein überhaupt noch leisten können. Von Sozialhilfeempfängern ganz zu schweigen : sollen sie von ihrem Regelsatz, der gerade so das Überleben sichert, all diese Zuzahlungen leisten ? Es ist schlicht menschenverachtend, was hier seitens der Regierung und des Bundestages praktiziert wird. Die Krankenversicherung ist ein Solidarsystem und solange dort üppige Gehälter bezogen, millionenschwere Werbeanzeigen geschaltet werden und für die Vorstände teure Büros bereitstehen, gibt es keinen Anlaß, den Kranken Geld aus den Rippen zu schneiden.

Mehr Dynamik für die Wirtschaft

Die Agenda 2010, so lesen wir unter Stichpunkt Nummer vier des Inserates, fördere das Wachstum, das Rabattgesetz stärkt die Kunden. Und längere Ladenöffnungszeiten machen nicht nur das Einkaufen bequemer, sie kurbeln auch den privaten Konsum an. Muß heute wirklich alles bequemer werden ? Es ist nicht bekannt, daß vor zwanzig Jahren Menschen deshalb verhungert wären oder nichts zum Anziehen kaufen konnten, weil sie keine Gelegenheit gefunden hätten zum Einkaufen. Und mittlerweise ist längst belegt, daß längere Öffnungszeiten mitnichten den Konsum ankurbeln, sondern sie verlagern lediglich den Zeitpunkt des Einkaufs, erhöhen aber nicht die Einnahmen. Dafür tragen die neuen Arbeitszeiten noch mehr zur Zersplitterung von Familien und Beziehungen bei, da die Verkäuferinnen und Verkäufer noch länger in den Tempeln der Kosumwelt bleiben müssen.

Mehr Gerechtigkeit für Jung und Alt

Die Renten würden nachhaltig gesichert und deshalb auch für kommende Generationen bezahlbar. Nun besteht die Politik der Regierung aber primär darin, die Renten faktisch zu kürzen und das Renteneintrittsalter zu erhöhen (eventuell ist dies das Gerechtigkeitsverständnis der Regierung : mehr arbeiten für weniger Geld). Den Menschen, die heute schon erwerbslos sind, gerne aber arbeiten würden, wirklich zu helfen, ihnen Perspektiven aufzuzeigen, dies kommt keinem in den Sinn, die Hauptsache ist, daß der frühere Chaf der Bundesanstalt für Arbeit beziehungsweise Bundesagentur für Arbeit, Gerster, ein teuer renoviertes Büro hatte und teure Beraterverträge abschließen durfte. So aber kommt kein Geld in die Rentenkasse.

Mehr Kinder

Deutschland solle wieder ein Kinder- und famlienfreundlicheres Land werden. Gut gebrüllt, Löwe. "Frühkindliche Förderung" werde gestärkt durch den Ausbau von Betreuungseinrichtungen. Menschen, Paare, die im Alltag um ihre pure Existenz kämpfen und bangen, werden sicherlich nicht animiert, Kinder in die Welt zu setzen. Ich erspare mir eine Aufzählung der kinder- und familienfeindlichen Regelungen, angefangen beim Staat über die Deutsche Bahn bis hin zu Nachbarn, die sich über Kindergeschrei empören oder Restaurants, die am liebsten ein Schild an die Türe hängen würden: "Kinder sind hier unerwünscht".

Das Inserat schließt mit dem Satz: "Die Agenda 2010 bewegt Deutschland". Dieser neoliberale Masterplan sollte Deutschland vielmehr erschüttern, aufrütteln und die Menschen auf die Straße treiben ! Dieser (werbe-) psychologische, man muß es so direkt sagen, Unsinn, der in dieser Anzeige verbreitet wird, täuscht die Menschen ganz gezielt, soll sie einlullen und einschläfern. Um so wichtiger ist Gegenwehr, Protest und aktiver Widerstand.


....fand ich hier:

[url]http://www.chefduzen.de/viewforum.php?f=64&sid=dc31af77fa7aac8989c79ca1e3f5ab18&sid=dc31af77fa7aac8989c79ca1e3f5ab18[/url]
alphaquadranttut mir echt leid f. dich , du must im niemandsland leben.

also hier gibt´s genügend geschäfte, die z.b. v. 8.00 - 19.00
auf haben, glaube nicht dass ich jemals verhungern werde weil
ich net in einen laden komme, auserdem gibt´s ja auch vorausplanung ,
man kann z.b. sachen die man f. eine woche ungefähr braucht
kaufen und läuft nicht jedesmal in geschäfte ( aber frauen sind
da ja anders sowieso :D )
alphaquadrant>>>>>Natürlich verhungert niemand, ganz klar - es geht mir eher darum dass ich es irgendwie schon ´ne Frechheit finde, dass unseren Ladeninhabern vorgeschrieben wird, wie lange sie ihr Geschäft aufhaben dürfen. Wenn jemand rund um die Uhr öffnen will weil er den KUNDEN (und der Kunde bin ich) die arbeiten und deren Zeit begrenzt ist, entgegenkommen will, dann sollte das doch möglich sein, denk ich..

das stimmt wohl


>>>>.und es könnte eben auch ARbeitsplätze schaffen, wenn mehr Leute eingestellt werden würden für dann z. b. die Abend- oder Nachtschicht :-)

nee arbeitsplätze können nur geschaffen werden, wenn die wirtschaft, d.h. der jeweilige betrieb dazu bereit und in der lage ist.

da ja NICHT mehr gekauft wird, durch andere längere öffnungszeiten wird der betrieb auch nicht mehr verdienen und daher auch niemanden einstellen.
aber auch WENN er mehr einnehmen würde, d.h. mehr gewinn, würde heutzutage auch eher ein sog. zeitarbeiter ( also die leute die v. zeitarbeitsunternehmen geschickt werden u. meist einen hungerlohn verdienen ) oder niemand eingestellt. statt dessen müßten die anderen angestellen halt mehr arbeiten !


frank

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur