| cocrea | [QUOTE][b]Das Gesundheitsunwesen[/b] – Dr. Rüdiger Dahlke Ausschnitte aus Connection 1/2004 S. 18-21 Nach der bisher weltweit größten Studie über ärztliche Kunstfehler, die von der Harvard University in den USA durchgeführt wurde, kommen dort pro Jahr eine Million Menschen durch ärztliche Kunstfehler zu Schaden, 45 000 bis 98 0000 Menschen sterben dort an Diagnose- und Therapiefehlern. Auf Deutschland übertragen würde das 300 000 Schadens- und 30 000 Todesfälle bedeuten. Insofern ist die moderne Medizin selbst eine der Bedrohungen, vor denen sie uns zu schützen vorgibt. Nachuntersuchungen an gestorbenen Patienten ergeben, [b]dass jede vierte Diagnose – manche Untersuchungen sprechen sogar von jeder zweiten Diagnose – falsch war[/b]. Im schlesischen Städtchen Görlitz obduzierten Pathologen 1987 jeden Verstorbenen und fanden, dass bei 38% der Toten die wirkliche Todesursache nicht mit der im Totenschein verzeichneten übereinstimmte. Langbein und Ehgartner zitieren in ihrem Buch "Das Medizin-Kartell" US-Untersuchungen, die ergaben, dass 1930 noch 73 von 100 Ärzten ein Magenkarzinom richtig diagnostizierten. 1980 aber nur noch 61. Bei Leber-, Gallen- und Lungenerkrankungen nahmen die Diagnosefähigkeiten der Ärzte ebenfalls ab, besser waren sie lediglich bei den Herzkrankheiten geworden. Außer Früherkennung hat die Schulmedizin bei der enormen Verbreitung von Krebs nichts zu bieten, da sie sich mit dem Wesen der Krankheitsbilder gar nicht beschäftigt. Wie aber soll man einer Sache vorbeugen, (sich [i]vor[/i] etwas [i]beugen[/i]), was man weder erkennt noch versteht. Die Schulmedizin verfügt dank der Pharmaindustrie über ein breites Repertoire von Antimitteln von Antibiotika über Antihypretika und Anticida bis zu Antiepileptica und Antidepressiva. Der Rest sind vor allem ´Hemmer´ und ´Blocker´ wie Säurehemmer und Beta-Blocker. [b]Wer aber seinen Gegner nur hemmt, blockt und ihm Antimittel entgegenstellt, wird ihn seinem Wesen nach nie kennen lernen und kann sich folglich auch nicht freiwillig vor ihm beugen.[/b] Früherkennungsmaßnahmen Der schwedische Krebsexperte Giran Sjönell, kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Sjönell untersuchte die Daten von über 600 000 Frauen, die sich regelmäßig Vorsorgeprogrammen zur Früherkennung von Brustkrebs unterzogen hatten. Die Sterblichkeit war durch diese Maßnahme kaum, nämlich gerade einmal um 0,8% gesenkt worden. Fast 100 000 Frauen hatte eine falsche positive Diagnose erhalten. Bei 16 000 Frauen wurden unnötige Gewebeentnahmen vorgenommen. 4 000 Frauen wurde sogar tumorverdächtiges Gewebe oder gar die ganze Brust irrtümlich entfernt. Selbst wenn es gelingt, Rückfälle und Metastasierungen mittels intensiver Diagnostik durchschnittlich ein Jahr früher zu erkennen, bleibt die Überlebenszeit davon gänzlich unbeeinflusst. [b]Patienten in Kontrollgruppen, denen die Früherkennung erspart blieb, hatten genau die gleiche Überlebenszeit. [/b] Irren ist offenbar nicht nur menschlich, sondern in noch stärkerem Ausmaß ärztlich. ... Als Forscher fragten, was aus Kindern wird, die in den ersten beiden Lebensjahren einmal Antibiotika bekommen hatten, stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, später Allergiker zu werden, für sie über 50% größer ist. [b]Organe werden bisher im großen Stil nur bei Frauen weggeschnitten.[/b] (zus.gefasst) ... Bei 60-jährigen Männern finden sich tatsächlich in 60% der Fälle Prostatakarzinome, bei 70-jährigen sogar in 70%. Aber kein Urologe ist bisher auf die Idee gekommen, vorsorglich Amputation ab 50 zu empfehlen. [b]Große Studien mit über einer Million untersuchten Frauen aus USA und England belegen heute, dass sich durch Hormontherapie das Brustkrebsrisiko bei der Kombinationstherapie von Östrogen und Gestagen um sage und schreibe 66% erhöht hat. Zwanzig Jahre lang hat man hier Frauen im großen Stil zu Brustkrebs verholfen, obwohl es genug Warnungen gab. [/b] Wer viel verdient, wird sich in der Regel privat versichern, was zumeist billiger ist. Wer dagegen wenig verdient, muss sich pflichtversichern, was meist teurer ist. Das allein ist eigentlich schon ein Skandal. Es wird aber noch schlimmer, denn der Reiche hat für seinen geringeren Einsatz die freie Arztwahl, der Ärmere mit seinem hohen Einsatz aber durchaus nicht. ... Große Teile der Naturheilkunde und Psychotherapie finden so ohne Krankenschein statt und müssen in diesem System der Klassenmedizin ausgerechnet von den weniger betuchten Patienten privat bezahlt werden, während bei den Reicheren selbstverständlich die Kasse zahlt. Natürlich haben gerade solche Ärzte, die sich Zeit nehmen wollen für ihre Patienten und die sich über den schulmedizinischen Horizont hinaus weitergebildet haben, am ehesten den Mut, das kranke System zu verlassen. Wie krank das Gesundheitswesen tatsächlich ist, wird schon daran deutlich, dass es nicht nur die Patienten, sondern auch die Ärzte, die ihm noch mehr ausgeliefert sind, krank macht. Laut Umfrage unter Berliner Ärzten bereut jeder zweite und sogar zwei von drei Ärztinnen ihre Berufswahl. Tabletten- und Alkoholabhängigkeit sind überdurchschnittlich hoch. Hinzu kommt die höchste Selbstmordrate unter Akademikern. Das vielleicht grundsätzlichste Problem unseres Gesundheitssystems ist mit seiner Organisation verbunden. Ärzte im Kassensystem sind der einzige Berufsstand, der nicht für Erfolg, sondern für Misserfolg belohnt wird. ... Krankenscheine sind Besitzstand des Kassenarztes. ... [b]Alle Therapieansätze, die auf Eigenverantwortung setzen und wirkliche Heilung im Auge haben wie etwa das Fasten oder die Krankheitsbilder-Deutung werden insofern zur Bedrohung für den ärztlichen Besitzstand.[/b] Die alte chinesische Ansicht, dass der Arzt nur so lange gut bezahlt werden sollte, wie seine Schutzbefohlenen gesund sind, wird hier ins Gegenteil verkehrt. Für mich müsste die Medizin der Zukunft den ganzen Menschen in den Vordergrund stellen, anstatt zu versuchen, seine Einzelteile, wenn schon alles zu spät ist, von Spezialisten reparieren zu lassen. Die MEDI-zin könnte sich dann auch wieder um die MITTE des Menschen kümmern wie es in ihrem Namen noch anklingt. Arzneimittel heißen im Lateinischen Re-MEDI-um, was nichts anderes meint als ´zurück zur Mitte´. Literaturempfehlung: R. Dahlke, Krankheit als Symbol – Krankheit als Sprache der Seele, Bertelsmann link: [url]www.dahlke.at[/url][/QUOTE] Int. Fakt: Die Bestseller-Liste der New York Times umfasst 30 – 50% Bücher über die persönliche Entwicklung. wer hat was un-wesentliches zum gesundheits - un - wesen beizutragen? wer betrachtet sich als mündigen patienten (wörtlich: der geduldige)? was passiert mit mündigen patienten - noch? gruß, cocrea [COLOR=teal][I]"Ich glaube, es gibt gewisse Tore, die einzig die Krankheit öffnen kann. Es gibt jedenfalls einen Gesundheitszustand, der uns nicht erlaubt, alles zu verstehen. Vielleicht verschließt uns die Krankheit einige Wahrheiten, ebenso aber verschließt uns die Gesundheit andere oder führt uns davon weg, so dass wir uns nicht mehr darum kümmern. Ich habe unter denen, die sich einer unerschütterlichen Gesundheit erfreuen, noch keinen getroffen, der nicht nach irgendeiner Seite hin ein bisschen beschränkt gewesen wäre, wie solche, die nie gereist sind." André Gide [/I] [/COLOR] |
| cocrea | das thema ´gesundheitsunwesen´ wurde von mod gin´iro kommentarlos von d&l nach kb verschoben. ich lehne es ab, eine (von einigen usern vehement propagierte) pro und kontra streitdiskussion zu führen bzw. mich als strangeröffnerin in diese fiktive/unterstellte ´pflicht´ nehmen zu lassen. ich habe in einem von hier verschobenen strang (thema: >weltweite studie "World Internet Project" über effekte des www - nun in t&s), den ich seinerzeit hier eröffnet hatte, deutlich gemacht, dass ich bis auf weiteres keine stränge mehr im kaiser bart eröffnen werde, eben aufgrund dieses mE von userseite erfundenen und reininterpretierten STREITZWANGS im wippschaukelverfahren. nach these (dahlke) antithesen (userbeiträge) könnte sich eine synthese und mehr abzeichnen --- und falls dies hier der fall sein sollte, wohin kann/wird dieser strang eventually verschoben? dort könnte die endgültige heimat dieses strangs sein. wenn mods nun statt meiner ein eröffetes thema nachträglich in kb eröffnen, schulterzuck. heimaten kann sich user nicht unbedingt aussuchen. kb möge nun die ersatzheimat dieses strangs sein. wellkamm gruß, cocrea |
| Julya | [quote]Wer viel verdient, wird sich in der Regel privat versichern, was zumeist billiger ist. Wer dagegen wenig verdient, muss sich pflichtversichern, was meist teurer ist. Es wird aber noch schlimmer, denn der Reiche hat für seinen geringeren Einsatz die freie Arztwahl, der Ärmere mit seinem hohen Einsatz aber durchaus nicht. [/quote] Also, dem muß ich ja mal widersprechen. Privatversicherungen sind sehr teuer. Wenig verdienende sind gesetzlich versichert und die Beiträge kommen bei normalem Einkommen sicherlich nicht an die Beiträge von privaten Versicherungen ran. Jeder kann sich privat versichern und man wäre ja schön blöd, wenn man in einer der gesetzlichen Versicherungen bleibt, die schlechtere Leistungen haben, anstatt in eine private zu gehen, weniger Beiträge zu zahlen und bessere Leistungen zu bekommen. Und in Deutschland hat [b]jeder[/b] Mensch frei Arztwahl! Und nochwas zur Psychotherapie: Ich habe bisher von keiner Person gehört, die eine Psychotherapie brauchte und wo die Kasse diese dann nicht bezahlt hat. |
| 2378 | [QUOTE] Privatversicherungen sind sehr teuer. Wenig verdienende sind gesetzlich versichert und die Beiträge kommen bei normalem Einkommen sicherlich nicht an die Beiträge von privaten Versicherungen ran. [/QUOTE] Ich muss dir wiedersprechen. Für eine gute Versorgung muss du dich zusätzlich privat versichern und unter einem bestimmten Einkommen darf man sich nicht Privatversichern. Es hat schon seinen Grund warum alle Beamten Privatversichert sind und es ist ein besserer Schutz für meist weniger, aber selten mehr Geld. Erst im Alter wird es wirklich teuer - aber da bekommt man wenigstens etwas Leistung für sein Geld. [QUOTE] Und nochwas zur Psychotherapie: Ich habe bisher von keiner Person gehört, die eine Psychotherapie brauchte und wo die Kasse diese dann nicht bezahlt hat. [/QUOTE] Das erste mal bekommst du meist deine Theraphie, danach sehr oft nicht mehr. Ich habe mitbekommen, dass Leute die sie sehr dringend brauchen (Manisch-Depressiv mit Schizophrenen Phasen) nur sehr wenig Stunden bekommt oder bei Leuten mit Borderliner es fast vorweg abgeleht wird, weil es ja keine Heilungschancen gibt... |
| Julya | Ich war bis vor Kurzem noch gesetzlich versichert, davor viele Jahre privat. Bis auf die Chefarztbehandlung im Krankenhaus hat sich für mich nichts geändert. Mir wurden schon zwei Therapien, zwei Verlängerungen und ein Klinikaufenthalt bezahlt. Ist meine Krankenkasse da so eine große Ausnahme? Mittlerweile bin ich pflichtversichert, das liegt aber an meiner Selbständigkeit und nicht an meinem Einkommen. Und ich bin fest davon überzeugt, daß jeder, der wirklich eine Therapie braucht, auch eine bekommt. Wenns beim ersten Mal nicht klappt, muß man es eben weiter versuchen... edit: Odessa, das mit dem Mindestumsatz war mir entfallen. Da habt ihr recht. |
| 2378 | Das liegt an deiner Kasse, deiner Krankheit (Heilungschancen) und wie viel Energie du hast um etwas durchzubekommen. Erkläre jemand depressiven mal, dass er eben es nochmal versuchen muss, wenn er bis zum ersten Antrag sich schon einen Monat aufraffen musste... Das andere hat Odessa schon angesprochen, es sind die Beiträge. Ich zahle bei einem Einkommen von 790 Euro 56 Euro Versicherung, mein Arbeitgeber die selbe Summe nochmal. Es kann doch nciht sein, dass also auf 790 Euro 112 Euro Krankenversicherung entstehen, aber ich dafür kämpfen muss, gegen meine Rückenschmerzen Krankengymnastik zu bekommen, bei so schlimmen Verspannung, dass ich kaum noch aufstehen kann vor Schmerzen, bekomme ich auch keine Massagen. Ich bekomme nur den "guten" Tipp mich zu entspannen und soll eine Asperin nehmen. Danke... dafür zahle ich soviel pro Monat? |
| 2378 | Auch mit 790 Euro Einkommen bekomme ich keine komplette Befreiung :(. Mehrfach versucht, aber irgendwie muss ich erst noch aus eigener Tasche 200 Euro draufzahlen, dass ich soviel beommen. Tja... ich habe aus Geldgründen die Pille abgesetzt (für mich kein reines Verhütungsmittel, sie sorgt auch dafür dass die Zeit während meiner Tage nicht so schlimm ist, dass ich mir was antue) und schon fing das Elend wieder an... nächste Woche ab zum Frauenarzt, nocheinmal muss ich es mitmachen und dann gibt es wieder Hormone. Sind zwar nur 45 Euro alle drei Monate (ich vertrage die normale nicht, da keine Laktose vertrage). Ach ja.. so tolle Nahrungsergänzungmittel die dafür sorgen,d ass ich in Maßen Laktose vertrage, gibt es sowieso auf Rezept. Von Berufswegen bedeutet dass ca. 1 mal pro Monat ziemliche Magenkrämpfe weil ch eine Woche ausserhalb essen gehen muss (im Hotel wohne) und die sicher für mich nicht extra kochen... |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von 2378 [/i] Das liegt an deiner Kasse, deiner Krankheit (Heilungschancen) und wie viel Energie du hast um etwas durchzubekommen. [/QUOTE] An der Kasse: Mag sein... ist die GEK und die Leute dort sind wirklich lieb. An meiner Krankheit: Sicher nicht. Ich werde das hier nicht ausbreiten, aber das kann definitiv nicht der Grund sein. edit: achja, ich finde 56 ¤ nicht sehr viel... ich zahle derzeit mehr als dreimal so viel. O.T.: [size=1]die sache mit der pille kenn ich auch. hab sie auch aus geldgründen abgesetzt und bin nun drei tage im monat kaum fähig, aufrecht zu laufen... du hast mein mitgefühl.. :rolleyes: [/size] |
| cocrea | [COLOR=coral]Ich glaube, dass der Arzt der Zukunft nicht nur Mediziner, sondern auch Lehrer sein muss. Denn seine wahre Aufgabe wird darin bestehen, die Leute zu lehren, wie man ein gesundes Leben führt. Die Ärzte werden darum nicht etwa weniger, sondern noch mehr zu tun haben als heutzutage. Es ist nämlich viel schwerer, die Menschen gesund zu erhalten, als sie nur von irgendeiner Krankheit zu kurieren. D. C. Jarvis, "5 x 20 Jahre leben", 1986 [/COLOR] [COLOR=skyblue]Arzt, hilf dir selber, so hilfst du auch deinem Kranken noch. Das sei seine beste Hilfe, dass er den mit eigenen Augen sehe, der sich selber heil macht. Friedrich Nietzsche[/COLOR] gruß, cocrea |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] [B] Bis auf die Chefarztbehandlung im Krankenhaus hat sich für mich nichts geändert. Mir wurden schon zwei Therapien, zwei Verlängerungen und ein Klinikaufenthalt bezahlt. Ist meine Krankenkasse da so eine große Ausnahme? Mittlerweile bin ich pflichtversichert, das liegt aber an meiner Selbständigkeit und nicht an meinem Einkommen. Und ich bin fest davon überzeugt, daß jeder, der wirklich eine Therapie braucht, auch eine bekommt. Wenns beim ersten Mal nicht klappt, muß man es eben weiter versuchen... [/B][/QUOTE] Ja, leider kommt aber genau die "Bewilligung" auf den Arzt an. Es gibt immer mehr "Weicheier" unter den Aerzten, die sich nicht trauen, wichtige Sachen zu verordnen, weil sie das dann angeblich selbst bezahlen muessen. Das medizinisch notwendige Dinge nach wie vor von der Kasse bzw. KV bezahlt werden, ignoriert derjenige dann, denn u.U. muesste er dann halt mal ein paar Zeilen dazu schreiben, warum das ganze medizinisch noetig ist, wenn die KV/Kasse nachfragt. Leider sparen sich viele Aerzte diesen eventuellen Mehraufwand und nehmen die bequeme Loesung, einfach nichts zu verschreiben. Nagelt man diese dann fest (man muss das dann schriftlich haben und das machen viele aus Angst nicht, denn die wissen ja dann ganz genau, was man damit vorhat) und meldet sie bei der Kasse, gibt's richtig Zoff und ich glaube, dann will man auch nicht mehr zu diesem Arzt, da das Vertrauensverhaeltnis wohl ziemlich zerstoert ist. Zur Zuzahlungsproblematik: Es ist wirklich eine Unverschaemtheit, was da manchen abverlangt wird. Ich benoetige regelmaessige Physiotherapie, was allein pro Monat 50 Euro an Zuzahlung ausmacht. Verdienen tu ich gerade mal 492 Euro Brutto (ja, ist nur ein Nebenjob, aber muss trotzdem momentan davon leben). Aber trotzdem duerfen die einem dann noch die Kohle abzwacken. Diesen Monat hab' ich mir den Haxen gebrochen, das waren dann: 10 Euro fuer's Krankenhaus, 10 fuer die Medikamente aus der Apotheke, 10 fuer den Hausarzt, der die Ueberweisung an den weiterbehandelnden Unfallchirurgen ausstellte, nochmal 10,60 fuer Heparin-Spritzen, 10 fuer die Fussschiene. Da freut man sich wirklich! Und dann hoert man, dass Politiker maximal 20 Euro im Jahr!! bezahlen muessen. Da koennte ich nur noch kotzen. Das schaerfste ist dann auch noch, einem Kollegen haben sie auf der Kasse erzaehlt, vor Juni/Juli wuerden sie noch nicht mal die Befreiungsantraege bearbeiten. Frage: Warum zahl ich ueberhaupt noch monatliche Beitraege? Und warum wird die sozial-solidarische Komponente bei den Kassen dadurch aufgebrochen, dass ploetzlich "gesunde" Menschen billiger davon kommen, z.B. durch Bonusprogramme und Beitragssenkungen? Was koennen die Kranken dafuer, dass sie krank sind? Sollte man die auch noch dafuer bestrafen? Ach, ich hoere jetzt besser mal auf, bei dem Thema findet sich kaum ein Ende:( |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B..Du sprichst mir aus der Seele! Und woanders hauen wir das Geld raus, ich denk da an div. Patienten in der PSY bei uns die beim bald 80. Alkoholentzug sind, den sie immer wieder nach wenigen Tagen abbrechen, weil sie wieder volltrunken vom Krankenhaus-Kiosk zurückkommen und sagen dass sie eigentlich gar keine Lust haben trocken zu werden, aber die paar Tage immer gern "mitnehmen" grad im Winter weil sie ja volle Verpflegung kriegen bei uns, schönes warmes Zimmer, Luxus pur sogar mit Fernsehen und Aroma-Bad, und DAS zahlen die Kassen anstandslos... Da gehen TÄGLICH bundesweit zig-tausend Euronen unserer Beiträge drauf, und an dem Kranken der KEINE Schuld hat an seiner Krankheit (krankes Herz, Krebs oder so), da kassiert man dann doppelt und dreifach ab. Es ist echt zum Kotzen! Grüsse, ilo [/B][/QUOTE] Ganz genau, da geht mir auch der Hut hoch (habe verzweifelt einen halbwegs passenden, nicht ordinaeren Ausdruck fuer meinen Aerger ueber solche Praktiken gesucht). Oder was auch endgeil ist: Die gesetzlichen Krankenkassen muessen -so sie denn Ueberschuss erwirtschaften- das Geld an die AOK abdruecken, da die ja saemtlich Sozialhilfeempfaenger etc. als Mitglieder hat. Ist ja prinzipiell auch okay, aber: Warum sehe ich jedesmal, wenn ich mal bei der AOK-Geschaeftsstelle vorbeilaufe, wieder einen neuen Aushang mit einem Gratisangebot fuer Mitglieder, wie "Rueckenschule", "gesundes Kochen", "Entspannungsgymnastik" usw.? Meine Kasse bietet das auch an - gegen Cash, selbst von den Mitgliedern. Warum muss eine Kasse mal eben von Bonn nach Berlin umsiedeln, wo doch eigentlich gar kein Geld da ist, die Kassen leer sind? Kann man dann die Millionen Euronen, die sowas verschlingt, nicht vielleicht mal einsparen, um die Mitglieder nicht noch zusaetzlich zu belasten? Nein, anscheinend nicht. Ich finde, man sollte mal das Uebel an der Wurzel packen und ganz besonders die AOK, aber auch andere Kassen dazu zwingen, einfach wirtschaftlich arbeiten zu muessen und keine Beitraege unsinnig zu verschwenden. Bei uns musste letztens eine Patientin im Wohnmobil auf dem Krankenhausparkplatz nach 'ner OP naechtigen, weil die Kasse abgelehnt hat, den stationaeren Aufenthalt zu bezahlen, obwohl der Arzt die medizinische Notwendigkeit festgestellt hatte. So konnte der Arzt dann wenigstens ab und zu nach ihr sehen. Wenn ich sowas lese, koennte ich nur noch kotzen! |
| LaChatte | Naja, solange wir eine reine Reparaturmedizin haben, wird sich das nicht bessern... Prävention wär gesünder, allerdings gibt es da nur wenig mehr als Lippenbekenntnisse - da es erwiesen ist, dass tatsächlich die allermeisten Kranken irgendwie irgendwo etwas zu ihrer Krankheit beitragen, durch Stress, Selbstvergiftung oder einfach generell eine ungesunde Lebensweise. Oder auch nur dadurch, dass sie a) sich ein gesundes Leben nicht leisten können - Bio ist nun einfach teurer als konventionell - oder b) die Informationen nicht bei den Leuten ankommen, die es am nötigsten hätten. Erwiesen ist auch, dass ein Mensch grundsätzlich sich selbst heilt, und dass alle Medizin höchstens Anleitung und Unterstützung sein kann, nicht mehr. |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Naja, solange wir eine reine Reparaturmedizin haben, wird sich das nicht bessern... Prävention wär gesünder, allerdings gibt es da nur wenig mehr als Lippenbekenntnisse - da es erwiesen ist, dass tatsächlich die allermeisten Kranken irgendwie irgendwo etwas zu ihrer Krankheit beitragen, durch Stress, Selbstvergiftung oder einfach generell eine ungesunde Lebensweise. Oder auch nur dadurch, dass sie a) sich ein gesundes Leben nicht leisten können - Bio ist nun einfach teurer als konventionell - oder b) die Informationen nicht bei den Leuten ankommen, die es am nötigsten hätten. Erwiesen ist auch, dass ein Mensch grundsätzlich sich selbst heilt, und dass alle Medizin höchstens Anleitung und Unterstützung sein kann, nicht mehr. [/B][/QUOTE] Naja:rolleyes:, das ist hoffentlich nur eine vereinzelte Ansicht! Wie bitte willste denn Stress vermeiden in der heutigen Arbeitswelt? Also wenn mein Chef mir mal wieder in letzter Minute was auf's Auge drueckt, was bis gestern fertig sein musste, trage ich somit dazu bei, dass ich stressbedingte Erkrankungen kriege? Das kann nicht Dein Ernst sein. Ungesunde Lebensweise? Klar, ich wuerd' auch lieber tagsueber durch die Gegend huepfen anstatt mit vermutlich extrem schaedlicher Koerperhaltung vor dem Rechner in 'nem Buero hocken zu muessen. Geht aber nun mal nicht und wenn ich nicht arbeitslos sein moechte, muss ich das hinnehmen. Klar ist das nicht gesund... Und nur Biokost zu sich zu nehmen, ist ja wohl auch nicht das Allheilmittel - zumal es gerade auch bei Bioprodukten oftmals Nachweise ueber eigentlich nicht dafuer nicht zugelassene Substanzen gibt. Ich gebe Dir recht, wenn Du bspw. solche Dinge wie Rauchen, Trinken oder Medikamentenmissbrauch meinst, das kann man in den meisten Faellen verhindern. Praevention? Klar, da muesste viel mehr getan werden: Wie kann es bspw. sein, dass meine Kasse z.B. keine Hepatitis-Impfung bezahlt, die Kosten aber fuer eine eventuelle Leberentzuendung, die um ein vielfaches hoeher liegen, uebernimmt? Auch muessen immer mehr wichtige Schutzimpfungen selbst bezahlt werden, was viele aus dem Grund dann halt nicht mehr machen lassen. Der Mensch heilt sich selbst?? Das klingt wie von irgend so'nem Guru, 'tschuldigung. Also das meinst Du nun hoffentlich nicht wirklich ernst, denn wenn es so waere, braeuchten wir ja weder Aerzte noch Medikamente noch sonstwas, waere das schoen. Frag' doch mal z.B. einen Dialysepatienten, warum er sich nicht einfach selbst heilt, anstatt alle paar Tage mittels chemischer Substanzen und medizinischer Geraete sein Blut mehr schlecht als recht reinigen zu lassen. Und das ist nur ein Beispiel, dafuer liessen sich endlos viele finden... |
| cocrea | [QUOTE][i]Original geschrieben von AngelusUmbrae [/i] [B]Der Mensch heilt sich selbst?? --- Also das meinst Du nun hoffentlich nicht wirklich ernst, denn wenn es so waere, braeuchten wir ja weder Aerzte noch Medikamente noch sonstwas, waere das schoen. Frag' doch mal z.B. einen Dialysepatienten, warum er sich nicht einfach selbst heilt, [/B][/QUOTE] au, deine überraschung re selbstheilungskräfte spricht mE bände für das nichtwissen des (sich unmündig halten lassenden) pot. patienten. es kostet MEHR ENERGIE, einen kranken zustand als den gesunden aufrecht zu erhalten. das prinzip der selbstheilung nennt sich auch homöostase. es sind die verqueren denkweisen einer hochgradigen multiplen suchtgesellschaft, die auf dem trennungsgedanken (dualismus) beruht, die sich nicht vorzustellen vermag, dass der kranke der chef eines heilungsteams ist. in dem buch ´auch du kannst dich heilen´ stellen die sensitive und intuitive diagnostikerin carolyn myss und der neurochirurg das neue gesundheitsmodell vor, das den patienten in den mittelpunkt des heilgeschehens stellt - basierend auf genau diesem verständnis für das du, au, mangels beispielen noch kaum verständnis hast. zitat cocrea aus nw:[QUOTE]carolin myss, konnte dem neurochirurgen dr. norman shealy, der sie schulte, über meilen hinweg nur auf nennung des geb.datums und namens des patienten, binnen einer minute die telefonische diagnose sagen /wozu sie ohne ärztliche begleitung in dtschl. vorschrifts- und scheinchenmäßig nicht berechtigt wäre/, mit 95% trefferquote, vorausgesetzt sie war nicht müde oder erschöpft. mit maschinellen messmethoden brauchten mediziner in manchen fällen 2 jahre, wobei die treffer geringer waren, von den kosten gar nicht zu sprechen. [/QUOTE] ein patient kann über seinen gesundheitszustand besser bescheid wissen, wenn er sich das erlaubt, als die diagnosemächtigen ärzte, die sich so oft irren. vor meiner op versuchte mir der chefchirurg weiszumachen, dass der krankheitsherd an der galle sitzen könnte. ich widersprach und deutete auf die schmerzende stelle. seine reaktion: wissen sie überhaupt, wo die galle sitzt. ich deutete mit dem finger drauf, er verstummte. das war ein bsp.: die ärzte reagierten pikiert auf eine mündigere patientin, die in lebensgefahr schwebte, doch für eine simulantin gehalten wurde. anderntags sagten mir die ärzte: wir sagen es ihnen gleich. sie fragen ja doch nach. nachfragen, in fragen stellen, in sich reinhorchen. ... so vieles. gruß, cocrea |
| decay73 | Wie so oft: es geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Ein Patient, der sich selbst möchglichst kennt und auf seinen Körper zu hören in der Lage ist, und einen Arzt, der dem Patienten zuzuhören in der Lage ist. Wer evtl. Selbstheilungskräfte aktivieren kann, ist sicher im Vorteil. Aber man kann es nicht generell erwarten. Und gefährlich wird es, wenn man deswegen von (schul-)medizinischen Methoden abrät. Zusammen wird ein Schuh draus... ~decay~ |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Wie so oft: es geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Ein Patient, der sich selbst möchglichst kennt und auf seinen Körper zu hören in der Lage ist, und einen Arzt, der dem Patienten zuzuhören in der Lage ist. Wer evtl. Selbstheilungskräfte aktivieren kann, ist sicher im Vorteil. Aber man kann es nicht generell erwarten. Und gefährlich wird es, wenn man deswegen von (schul-)medizinischen Methoden abrät. Zusammen wird ein Schuh draus... ~decay~ [/B][/QUOTE] Danke, Du hast exakt das ausgedrueckt, was ich mit meinem Posting aussagen wollte. Sicherlich hat der Mensch gewisse Selbstheilungskraefte, klar, aber nicht immer sind diese ausreichend bzw. koennen eine gute Heilung bewirken. Was wuerde z.B. meine Selbstheilungskraefte bewirken koennen, nachdem ich mir vor 2 Wochen den Fuss gebrochen habe? Das er vielleicht irgendwann schief zusammenwaechst? Wenn ueberhaupt? Klar, der Knochen muss von selbst wachsen, aber man muss ihn trotzdem unterstuetzen, indem man den Fuss ruhig stellt und nicht belastet. Magnetfeldtherapie regt das Knochenwachstum an und Physiotherapie verlangsamt das Einsteifen des Sprunggelenks. Aber auch meine Selbstheilungskraefte koennen nicht bewirken, dass der in 3 Wochen schon wieder stabil ist, leider:(... Und was waere gewesen, wenn der Knochen stark disloziert gewesen waere? Dann waere er abgestorben ohne operative Korrektur... |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von cocrea [/i] [B]au, deine überraschung re selbstheilungskräfte spricht mE bände für das nichtwissen des (sich unmündig halten lassenden) [/B][/QUOTE] Ich weiss darueber Bescheid, das hast Du wohl missverstanden... [B][QUOTE] pot. patienten. es kostet MEHR ENERGIE, einen kranken zustand als den gesunden aufrecht zu erhalten. das prinzip der selbstheilung nennt sich auch homöostase. es sind die verqueren [/B][/QUOTE] Ach ja? Das ist eine sehr gefaehrliche Aussage imho. Dann duerfte es in logischer Konsequenz ohne Eingriffe von aussen keine Kranken mehr geben (klar, die, bei denen die Selbstheilungskraefte versagen, sterben halt, meinst Du das?)... [B][QUOTE] denkweisen einer hochgradigen multiplen suchtgesellschaft, die auf dem trennungsgedanken (dualismus) beruht, die sich nicht vorzustellen vermag, dass der kranke der chef eines heilungsteams ist. in dem buch ´auch du kannst dich heilen´ stellen die sensitive und intuitive diagnostikerin carolyn myss und der neurochirurg das neue gesundheitsmodell vor, das den patienten in den mittelpunkt des heilgeschehens stellt - basierend auf genau diesem verständnis für das du, au, mangels beispielen noch kaum verständnis hast. [/B][/QUOTE] Nein,unterstelle mir bitte nichts, das habe ich so nicht gesagt, Du weichst hier eindeutig ab: Du sprichst ueber Muendigkeit von Patienten, die ich in keinster Weise in Abrede gestellt habe. Und dass der Patient im Mittelpunkt des Heilgeschehens stehen sollte, ist ja wohl auch klar, schliesslich muss ihm geholfen werden. [B][QUOTE] zitat cocrea aus nw: ein patient kann über seinen gesundheitszustand besser bescheid wissen, wenn er sich das erlaubt, als die diagnosemächtigen ärzte, die sich so oft irren. vor meiner op versuchte mir der chefchirurg weiszumachen, dass der krankheitsherd an der galle sitzen könnte. ich widersprach und deutete auf die schmerzende stelle. seine reaktion: wissen sie überhaupt, wo die galle sitzt. ich deutete mit dem finger drauf, er verstummte. das war ein bsp.: die ärzte reagierten pikiert auf eine mündigere patientin, die in lebensgefahr schwebte, doch für eine simulantin gehalten wurde. anderntags sagten mir die ärzte: wir sagen es ihnen gleich. sie fragen ja doch nach. [/B][/QUOTE] Tut mir leid, Dein Beispiel ist etwas konfus: Du sprichst von lebensbedrohender Situation und dass die Aerzte Dich fuer eine Simulantin gehalten haben? Das muesstest Du doch etwas naeher beschreiben. Und die von Dir geschilderte Geschichte ist wohl nicht uebertragbar auf die Allgemeinheit. Klar, Aerzte machen Fehler, es sind erstens Menschen und zweitens gibt es auch unter den Aerzten absolute Vollnieten und brilliante Leuchten, wie ueberall sonst auch. Nur ist es halt im Versagensfall meist tragischer. Ich habe mich in meinem Leben auch schon oft genug mit Aerzten angelegt, diskutiert und mich teilweise auch auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus entlassen lassen. Also kenne ich mich da schon etwas aus. Genauso oft habe ich aber auch Aerzte getroffen, die brilliante Arbeit abgeliefert haben, sonst wuerde ich u.a. heute hier nicht sitzen und schreiben koennen! P.S. Und das Du Dein Hirn abschalten sollst, verlangt keiner von Dir, im Gegenteil mit geht vieles besser, auch beim Arzt! |
| cocrea | au, dein satz re selbstheilungskräfte ("das meinst du doch wohl nicht ernst!" oder so) war auslöser, dich als [B]exemplarische patientin[/B], die ES mit sich machen lässt zu nehmen, die ES, ihre heilung, nicht maßgeblich verantwortet. ich nehm mir nicht raus, dich als person zu kennen. bitte zieh dir nicht allgemeine schuhe an, es sei denn sie passen. ;-) [QUOTE]von au: [B]Dann duerfte es ... ohne Eingriffe von aussen keine Kranken mehr geben [/B][/QUOTE] kein mensch ist eine insel. in einer kranken umwelt, grenzt es an ein wunder, nicht krank zu sein. und die kranke umwelt wendet enorm viel (verleugnungs)energie auf, um ihren suchtzustand nicht aufdecken zu müssen. [QUOTE]von au: [B]Und die von Dir geschilderte Geschichte ist wohl nicht uebertragbar auf die Allgemeinheit.[/B] [/QUOTE] durchaus ist sie ein beispiel dessen, was möglich ist. die ärzte schwenken um --- und informieren, wenn der patient sich an seiner heilung beteiligt. in unserem krankenzimmer wurde viel gelacht. die pfleger und ärzte kamen gern, um sich daran zu laben und ihren beitrag an energie mitbeizusteuern. eine ärztin bemerkte: so sollte es in jedem krankenzimmer sein. die kraft kam von den patienten, nicht in erster linie vom kh-personal. bekenne, ich geh nur etwa alle zehn jahre zum schularzt, dann aber richtig, gleich ins krankenhaus zur not-op. ich verdanke den schulärzten mein leben. achtung: wehe, du lieferst dich nachts selbst ein - verzichtest (der kosten und der zeit wegen) auf den notarztwagen, dann gilst du als verdächtiges subjekt, das ärzte ärgern geht, weil MAN tut sowas nicht, MAN nimmt die autorität des arztes in anspruch. 3 tage zuvor hab ich mich von einem vertretungsarzt bei meinem hausarzt untersuchen lassen, der nicht wusste, was mit mir los war, der rätselte. er vergaß, mein blut zu untersuchen. mein hausarzt war äußerst bedröppelt, dass in seiner praxis beinah ein todesfall aufgetreten wäre, weil sein vertreter aufm schlauch stand, mich nicht sicherheitshalber ins krankenhaus eingewiesen hatte. ich konnte --ohne ärztliche notarzt-einsatzwagen-einweisung --- nachts um 23:30h die notfallchirurgen nicht überzeugen, dass ich die hand des todes (darmdurchbruch) über mir spürt. nicht mal die stelle, wo es weh tat, wollten sie mir glauben. erst als sie den bluttest sahen, rannten sie los - und plötzlich waren überall grüne männchen/weibchen um mich versammelt: akuter bauch. das mikrospop war die sprache, die die ärzte für voll nahmen. ich war nur eine aufmüpfige patientin, die wissen wollte, warum sie mir stillschweigend ne riesenkanüle in den arm bohrten. am anderen morgen eröffnete mir der behandelnde arzt/lebensretter als erstes: "frau ..., wenn es uns nicht gäb, gäb es sie nicht mehr." chirurgen sind begeisterte lebensretter. ich hatte trotz massiver wundschmerzen ein ekstatisches gefühl, als ich hörte, dass ich dem sensenmann von der schippe gesprungen war. es tat sich ein miteinander auf, kein gegeneinander. der chefarzt, der den ernst der lage verkannt hatte, konnte sich nicht entschuldigen, dafür kam er jeden 2. tag nach der ärztevisite in mein krankenzimmer und meinte: ich bin ihr arzt und sie sind meine patientin --- und nahm mich ernst, ging auf fragen ein, erklärte mir extra, was die jüngeren ärzte schon getan hatten. so wie es dem geduldigen (= patient) schwerfällt, sich von dem ´arzt, flick mich zusammen´konsumenten-haltung´ zu lösen, so schwer ist es für ärzte, den mund aufzumachen und den patienten zu informieren (auch über seine rätselei, eseleien), ernstzunehmen ALS tonangebenden! PARTNER im heilprozess. der impetus liegt auf dem kranken, nicht auf dem arzt PLUS heilungsteam, das genauso zählt. auch ein neuer gedanke. was systemimmanent kränkt --> krank macht -> chronisch krank macht, ist die jahrtausendealte eingeschleifte hierarchische struktur. oben die allmächtige arzt-ROLLE (geber), unten die kleine patientenROLLE (nehmer). kannst du dir/ihr euch vorstellen, dass sich das gefüge im heilgewerbe nun zu verschieben beginnt. und die leeren kassen tragen enorm dazu bei. das ´gesundheits´system hat sich krank gewirtschaftet. katastrohe heißt im griechischen: umkehr. it´s on the way. gruß, cocrea |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von cocrea [/i] [B] achtung: wehe, du lieferst dich nachts selbst ein - verzichtest (der kosten und der zeit wegen) auf den notarztwagen, dann gilst du als verdächtiges subjekt, das ärzte ärgern geht, weil MAN tut sowas nicht, MAN nimmt die autorität des arztes in anspruch. 3 tage zuvor hab ich mich von einem vertretungsarzt bei meinem hausarzt untersuchen lassen, der nicht wusste, was mit mir los war, der rätselte. er vergaß, mein blut zu untersuchen. mein hausarzt war äußerst bedröppelt, dass in seiner praxis beinah ein todesfall aufgetreten wäre, weil sein vertreter aufm schlauch stand, mich nicht sicherheitshalber ins krankenhaus eingewiesen hatte. [/B][/QUOTE] Na, dann bin ich froh, dass ich nicht vor 2 Wochen in dem Krankenhaus (oder soll ich sagen kranken Haus?:() war, denn bei mir war's anders und ich hab' mich selbst eingeliefert...Leider ist es halt oft so, dass die Nachtdienste nicht von den erfahrensten und besten Aerzten uebernommen werden muessen, meist sind es junge Assistenzaerzte, denen einfach die Erfahrung fehlt oder die schlichtweg ihre Zeit absitzen wollen, bis sie die elterliche Praxis uebernehmen duerfen...Meine Ex-Freundin hat so eine mal zum Roentgen geschickt, weil die sich ein Glas in die Hand gerammt hatte beim Spuelen! Da haette ich ausrasten koennen und hab' ihr auch gesagt, dass das ja jetzt wohl voelliger Kaese war (FYI: Glas ist auf einem Roentgenbild nicht sichtbar; ausgenommen Bleikristallglas, was aber ausgeschlossen wurde). Naja, und nach einiger Unterhaltung stellte sich heraus, dass sie eh keinen Bock auf ihren Job da hatte, sondern nur da war, damit sie Papis Praxis spaeter uebernehmen koenne:(. [B][QUOTE] ich konnte --ohne ärztliche notarzt-einsatzwagen-einweisung --- nachts um 23:30h die notfallchirurgen nicht überzeugen, dass ich die hand des todes (darmdurchbruch) über mir spürt. nicht mal die stelle, wo es weh tat, wollten sie mir glauben. erst als sie den bluttest sahen, rannten sie los - und plötzlich waren überall grüne männchen/weibchen um mich versammelt: akuter bauch. das mikrospop war die sprache, die die ärzte für voll nahmen. ich war nur eine aufmüpfige patientin, die wissen wollte, warum sie mir stillschweigend ne riesenkanüle in den arm bohrten. [/B][/QUOTE] Tja, das ist merkwuerdig, normalerweise schwingen die "Metzger" doch nur allzu gern das Messer...Meine Fussfraktur wollten die andauernd operieren, ich aber nicht. Und der niedergelassene Unfallchirurg bei dem ich jetzt zur Weiterbehandlung bin, meinte nur, er wuerde den Teufel tun und den Bruch operieren lassen... [B][QUOTE] am anderen morgen eröffnete mir der behandelnde arzt/lebensretter als erstes: "frau ..., wenn es uns nicht gäb, gäb es sie nicht mehr." chirurgen sind begeisterte lebensretter. ich hatte trotz massiver wundschmerzen ein ekstatisches gefühl, als ich hörte, dass ich dem sensenmann von der schippe gesprungen war. es tat sich ein miteinander auf, kein gegeneinander. der chefarzt, der den ernst der lage verkannt hatte, konnte sich nicht entschuldigen, dafür kam er jeden 2. tag nach der ärztevisite in mein krankenzimmer und meinte: ich bin ihr arzt und sie sind meine patientin --- und nahm mich ernst, ging auf fragen ein, erklärte mir extra, was die jüngeren ärzte schon getan hatten. [/B][/QUOTE] Tja, viele sehen sich halt nach wie vor als eine Art Halbgott anstatt als Dienstleister. Aber wenn man weiss, was sie hinter ihren Fachausdruecken verstecken wollen, kann man die ganz schnell ruhig stellen;) [B][QUOTE] so wie es dem geduldigen (= patient) schwerfällt, sich von dem ´arzt, flick mich zusammen´konsumenten-haltung´ zu lösen, so schwer ist es für ärzte, den mund aufzumachen und den patienten zu informieren (auch über seine rätselei, eseleien), ernstzunehmen ALS tonangebenden! PARTNER im heilprozess. der impetus liegt auf dem kranken, nicht auf dem arzt PLUS heilungsteam, das genauso zählt. auch ein neuer gedanke. was systemimmanent kränkt --> krank macht -> chronisch krank macht, ist die jahrtausendealte eingeschleifte hierarchische struktur. oben die allmächtige arzt-ROLLE (geber), unten die kleine patientenROLLE (nehmer). [/B][/QUOTE] Das haengt auch immer von dem Patienten selbst ab. Diese Rollenverteilung findet sich auch nicht nur im Gesundheitswesen wieder, sondern auch anderswo. Und wer damit unzufrieden ist, kann ja was dagegen tun.Punkt. [B][QUOTE] kannst du dir/ihr euch vorstellen, dass sich das gefüge im heilgewerbe nun zu verschieben beginnt. und die leeren kassen tragen enorm dazu bei. das ´gesundheits´system hat sich krank gewirtschaftet. katastrohe heißt im griechischen: umkehr. it´s on the way. [/B][/QUOTE] Ui, starker Tobak, den Du da von Dir gibst. Nein, ich denke nicht, dass die leeren Kassen Anlass dazu sein werden. Vielmehr sehe ich nun die Gefahr, dass vieles einfach unterlassen werden wird, was wichtig ist - egal, ob das nun schlecht fuer den Patienten ist oder nicht. |
| LaChatte | [QUOTE]Ui, starker Tobak, den Du da von Dir gibst. Nein, ich denke nicht, dass die leeren Kassen Anlass dazu sein werden. Vielmehr sehe ich nun die Gefahr, dass vieles einfach unterlassen werden wird, was wichtig ist - egal, ob das nun schlecht fuer den Patienten ist oder nicht.[/QUOTE] Oft ist es offenbar tatsaechlich besser, gewisse Operationen zu unterlassen... Die Weltwoche hat heute einen Artikel drin ueber das Schweizer "Gesundheits"wesen und stellt unter anderem folgendes fest: - die Anzahl an ausgefuehrten Operationen auf einem bestimmten Gebiet haengt in erster Line von der Anzahl der in diesem Kanton taetigen Spezialisten ab, also zB je mehr GynaekologInnen pro Einwohner praktizieren, desto mehr Gebaermutterentfernungen werden gemacht - und das, ohne dass sich die Bewohner von anderen Regionen kraenker oder sogar medizinisch unterversorgt fuehlten - es existieren sehr wenige Studien ueber den langfristigen Erfolg von Behandlungen, also zu Fragen wie "Wie geht es den Leuten fuenf oder zehn Jahre nach einer xyz-Operation?" - und die wenigen vorhandenen Studien deuten generell in die Richtung, dass viele Operationen auf Dauer weder die Sterblichkeit verringern, noch die Lebensqualitaet erhoehen. Klare Standards und Vergleichsmoeglichkeiten, um verschiedene Therapien vergleichen zu koennen, fehlen weitgehend. - die Schweizer Aerzteschaft weigert sich weitgehend gegen ein transparentes Beurteilungssystem, damit sich Patienten in der Wahl ihres Krankenhauses von objektiven Kriterien leiten lassen koennen; dies betrifft fragen wie "Wie sieht es aus mit krankenhausinternen Infektionsherden? Wie ist die Erfolgsrate bei der Therapie xyz?" - die Aerzte behaupten, dass eine staatlich verordnete Kontrolle und Offenlegung der Resultate ihnen die Motivation "zur selbstaendigen Selbstkontrolle" nehmen wuerde:rolleyes: Da entsteht schon manchmal der Verdacht, dass weniger mehr waere... und ueberhaupt, wie koennen ueber haupt Entscheidungen getroffen werden, wenn nicht einmal vernuenftige Untersuchungen ueber die Langzeitwirkungen von Therapien bestehen? |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Oft ist es offenbar tatsaechlich besser, gewisse Operationen zu unterlassen... Die Weltwoche hat heute einen Artikel drin ueber das Schweizer "Gesundheits"wesen und stellt unter anderem folgendes fest: [/B][/QUOTE] Haettest Du meinen Beitrag vielleicht etwas aufmerksamer gelesen, haettest Du festgestellt, dass dieses Problem schon in Deinem Sinne aufgezeigt wurde, aber nun ja..darfst das gerne auch noch einmal herausstellen;) [B][QUOTE] - es existieren sehr wenige Studien ueber den langfristigen Erfolg von Behandlungen, also zu Fragen wie "Wie geht es den Leuten fuenf oder zehn Jahre nach einer xyz-Operation?" - und die wenigen vorhandenen Studien deuten generell in die Richtung, dass viele Operationen auf Dauer weder die Sterblichkeit verringern, noch die Lebensqualitaet erhoehen. Klare Standards und Vergleichsmoeglichkeiten, um verschiedene Therapien vergleichen zu koennen, fehlen weitgehend. Da entsteht schon manchmal der Verdacht, dass weniger mehr waere... und ueberhaupt, wie koennen ueber haupt Entscheidungen getroffen werden, wenn nicht einmal vernuenftige Untersuchungen ueber die Langzeitwirkungen von Therapien bestehen? [/B][/QUOTE] Solche Studien gibt es schon...natuerlich nur fuer Verfahren, die auch schon lange existieren. Da auch die Medizin stark vom technischen Fortschritt gepraegt wird, wird so ein Unterfangen natuerlich immer schwieriger. Auch denke ich, wenn bspw. eine neue Krebstherapie auf den Markt kommt und Du leidest gerade unter einer Krebsart, die mit herkoemmlichen Methoden nicht zu bekaempfen ist, aber vielleicht mit dieser neuen, wirst Du auf Langzeitstudien etc. dankend verzichten, weil das sowieso die einzige Chance ist, die Du hast... Also, man muss immer -wie im uebrigen Leben auch- eine Kosten/Nutzen Rechnung aufstellen und auch etwas die kleinen grauen Zellen bemuehen:D |
| cocrea | [QUOTE][i]Original geschrieben von AngelusUmbrae [/i] [B]Haettest Du meinen Beitrag vielleicht etwas aufmerksamer gelesen, haettest Du festgestellt, dass dieses Problem schon ... aufgezeigt wurde... [/B][/QUOTE] au, der autor r. dahlke ist im zitierten artikel ebenfalls auf die unnötigkeit von vorsorglichen operationen/genauer gesagt, organentfernungen und mangelnde selbstreflexion im ärztevolk eingegangen. es sei dir, lc, und ... gestattet, bereits ausgesagtes zu wiederholen. es kommt so schon mancher neue aspekt dazu. und was für das unwesen der gesundheit/krankheit gilt ist durchaus übertragbar auf anderen un-wesen. gruß, cocrea |
| AngelusUmbrae | [QUOTE][i]Original geschrieben von cocrea [/i] [B] es sei dir, lc, und ... gestattet, bereits ausgesagtes zu wiederholen. es kommt so schon mancher neue aspekt dazu. und was für das unwesen der gesundheit/krankheit gilt ist durchaus übertragbar auf anderen un-wesen. [/B][/QUOTE] Yep, und eigene, belegbare Beispiele sind allemal interessanter, als irgendwelche -meist pauschalisierte- Aussagen von Autoren.... |
| cocrea | au, ich schätze es wenn eigene aussagen (erlebnisse) von forenschreibern nicht über und auch nicht unter die pauschaliertERen aussagen von professionellen sachbuch/artikelautoren gestellt werden -- und wenn sie nebeneinander koexistieren können und sich sogar gegenseitig befruchten können, wie es zB in diesem strang der fall ist. lg, cocrea |
| LaChatte | [QUOTE]Yep, und eigene, belegbare Beispiele sind allemal interessanter, als irgendwelche -meist pauschalisierte- Aussagen von Autoren....[/QUOTE] Bitte... Ich begleitete meinen Freund einmal in die universitaere Schmerzsprechstunde; sein amutiertes Bein macht dauernd Probleme. Nach einem halbstuendigen Gespraech kam heraus, dass sie ihm entweder ein Geraet ins Rueckgrat einbauen koennen, oder die Nerven per Spritze irgendwie lahmlegen koennen... wobei nicht mal sicher ist, ob dies dann funktioniert. Auf meine scheue Frage, ob sie auch alternative Therapien in Betracht zoegen, kam die Antwort "Wissen Sie, so koennen Sie ganz schnell ganz viel geld verlieren", also im Klartext: alles "alternative" ist Quatsch, obwohl die Schulmedizin auch nicht helfen kann.... ein (unangenehmes) Beispiel von vielen... Waehrend ich gerade bei chronischen Krankheiten bei alternativen Therapien oft erstaunliche Heilerfolge beobachten konnte - und das vor allem, weil sich die Therapeutin nicht allein auf den koerperlichen Aspekt konzentrierte, sondern den mentalen, spirituellen und emotionalen Aspekt ebenfalls mit einbezog - und vom Klienten (nicht Patienten) eine aktive Mitarbeit forderte. |