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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Der Kanzler, die Bild und die Pressefreiheit
DarketJaja inzwischen hat es auch der letzte Trottel in diesem Lande mitbekommen: Der bundeskanzler redet nicht mehr mit Deutschlands journalistischen Schmutzfinken Nr. 1! Deutschlands Medienvertreter sind in zwei LAger gespalten, die einen wähnen die schleichende Abschaffung der Pressefreiheit und die anderen können über beide Seiten nur müde lächeln. Wie steht ihr dazu? Darf es sich ein Mann in Amt und Würden wie Gerhard Schröder leisten mit einem Blatt, dass nach eigener Schätzung am Tag 12 Millionen Menschen in Deutschland erreicht einfach nicht mehr zu reden? Schadet das der Pressefreiheit? Könnt ihr es nachvollziehen? Schließlich ist eine nicht erst seit kurzer Zeit währende Kampagne gegen die Regierung in besagtem Blatt nicht zu leugnen (jedenfalls was die Schlagzeile angeht). Findet ihr es vielleicht sogar gut, dass der Kanzler die medial organisierte Verdummung und Einseitigkeit nicht mehr mitmacht?

Ich persönlich muss sagen, dass ich von dieser Maßnahme einiger Maßen begeistert war und bin. Zwar demonstriert Schröder damit wieder seinen, nicht zu leugnenden Opportunismus, schließlich wurde er nicht umsonst als "Medienkanzler" bezeichnet, jedoch ist der Aufschrei der Empörung von Seiten der Bild eine absolute Lächerlichkeit. Sie schreibt seit 98 durchgehend negativ über die Regierung, so dass mir Schröders Maßnahme nicht unnachvollziehbar erscheint und vorallem finde ich die Beschwerde von Seiten eines Blattes, dessen Chefredakteur anlässlich seiner Hochzeit Helmut Kohl als Trauzeugen lud nicht wirklich glaubwürdig (um das Niveau nochmal zu betonen: er heiratete Dieter Bohlens Biographin :rolleyes: )
SelianOb es stimmt das die Bild eine Kampagne gegen den Kanzler am laufen hat weiß ich zwar nicht aber unabhängig davon ist es ein Armutszeugnis wenn ein Kanzler wie ein kleines Kind mit einer Zeitung nicht mehr spricht. Boulevardzeitungen gehören genauso zur Presse wie andere Zeitungen auch.

Abgesehen davon ist es gar nicht nötig eigens eine Kampagne gegen den Kanzler anzuleiern da es schon ausreicht die Taten der Regierung niederzuschreiben. Wenn ein Bundeskanzler nicht mal mehr Kritikfähig ist sind wir arm dran.

Die Bild ist die Zeitung des "kleinen Mannes" genauso wie die SPD ursprünglich die Partei jener Gruppe war. Die Bild bleibt ihrer Linie immerhin treu, das die SPD ihre Klientel im Stich läßt ist nicht die Schuld der Bild.

Als Kanzler sollte man über so einem Kinderkram stehen.
SpawnWas hat die BILD denn schon mit "Kritik" zu tun ???

Außer reißerischen Hetzkampagnen schreiben die nun wirklich nichts.

Blättere die auch nur selten durch wenn ich eine in der Bahn finde, daher bin ich nicht sonderlich gut informeirt, aber ansonsten ist es mir auch egal.

Falls das dazu führt das die BILD mal etwas angepasster schreibt wäre es vorteilshaft, erwarte aber eher das Gegenteil das es wegen slch einem Verhalten noch schlimmer wird.
AdisIch finde es ziemlich gut, dass er es gemacht hat. Einer Zeitung wie der Bild sollte meiner Meinung nach gar niemand mehr ein Interview geben ....... die sind doch einfach nur lächerlich. Ich verstehe sowieso nicht wie man so was überhaupt lesen und glauben kann.

Übrigens ist des net des erste mal. Kohl hat auch mit mehreren Zeitungen nicht geredet und ihnen keine Interviews gegeben.

Also was solls. Ich hab die eh noch nie gelesen.


gruß Adis
SephiGrundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Bild keine Ansprüche auf Interviews vom Kanzler hat. Es geht hier ja nicht um das Versorgen mit grundsätzlichen Informationen, oder das Verbieten von Artikeln, sondern um die Auswahl mit welchen Journalisten ich eine persöhnliche Unterhaltung führen möchte. Und dazu kann und sollte keiner gezwungen werden.

Nur bei weitgergehenden "Bestrafungen" wie das ausschließen von Auslandsreisen wird das ganze schon etwas zweischneidiger für mich:

Einerseits sehe ich die Bild (oder vergleichbare Zeitungen) als eines der Übel der Gesellschaft an, dessen einziger Zweck es ist durch Desinformation, Verunglimpfungen und Sex möglichst eine viel Geld einzuspielen und die Meinung im Land nach den Willen der Eigner zu manipulieren. Dabei wird der eigentliche Zweck den Medien in der Demokratie meiner Meinung nach haben, also das Volk zu informieren, Wissen zu vermitteln, zur politischen Beteiliglung zu motivieren und auch zu "lehren" nicht im geringsten erfüllt. Daher würde ich, auf den ersten Gedanken, gerne soweit gehen, der Bild einige Rechte der Pressevorteile abzusprechen.

Andererseits ist es natürlich nicht möglich hier eine Grenze zu ziehen: wer entscheidet was eine "gute" Zeitung ist, und wer es "verdient" auf Kanzlerreisen mitgenommen zu werden. Somit muss man der Bild wohl auch alle Rechte einer "seriösen" Zeitung einräumen, obwohl ich mich gelegentlich Frage ob es nicht bessere Lösungen gibt die trotzdem nicht zu einer Zensur führen. Die Medien allgemein haben in der heutigen Gesellschaft der apoltischen, uninteressierten Masse halt erhablich zuviel Macht.
ShanianaWichtig erscheint zu bemerken:
Die Bild-Zeitung berichtet NICHT sonderlich negativ über den Kanzler. Das ergaben die Nachforschungen der dafür zuständigen Medienbehördenagentur... was auch immer... denn in den letzten Monaten berichteten andere Blätter, so auch der Spiegel oder die FAZ oder so, wesentlich öfter negativ. Kein Wunder... :))

Das man die BILD verbieten müsste - Enteignet Springer! - ist eine andere Sache, hat nix mit olle Bundeskasper zu tun...
Red_SparrowIch finds sehr gut vom Kanzler. Hätte nicht gedacht, dass er die Eier hat es zu riskieren nicht mit dem Schmutzblatt zu reden.

Wie Spawn bereits sagte, außer Hetzkampagnen, Sex und Gerüchten schreiben die nichts, jornalistisch ist das indiskutabel.

Nur weil ne Zeitung wasweissichwieviel Leser hat muß noch lange kein Kanzler sich darauf herablassen mit den Schmutzfinken zu reden.

Der Aufschrei der Empörung der BLÖD, uiuiuiuiui... die schreien doch immer mit Riesenlettern, nur dass derjenige der schreit nicht unbedingt recht hat...

"Grufti-Band verhöhnt ermordete Geisel" sag ich nur... aber auf wieviel Leichen die BILD schon verbal masturbiert haben, dass kümmert den deutschen Spießbürger kein Stück...

Allein der Weg vom Bahnhof zur Uni reicht schon, um in mir Breichreiz und Abscheu auszulösen. "Wüsten-Hitler" und anderen Propaganda-Dreck, neee sorry...

Mit der Coupé redet der Kanzler ja auch nicht, warum also mit der Gehirnverstuhlung, genannt BILD?
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]Die Bild-Zeitung berichtet NICHT sonderlich negativ über den Kanzler. Das ergaben die Nachforschungen der dafür zuständigen Medienbehördenagentur... was auch immer... denn in den letzten Monaten berichteten andere Blätter, so auch der Spiegel oder die FAZ oder so, wesentlich öfter negativ. Kein Wunder... :)) [/B][/QUOTE]Das schafft nicht mal die BILD, ihn so lächerlich zu machen, wie er das selbst immer wieder tut.
Als Bundeskanzler hat er alle nur denkbaren medialen Möglichkeiten, um sich selbst und seine Ansichten darzustellen. Wenn er die nur nutzt, um sich selbst zur Witzfigur zu machen, ist das vor allem SEIN Problem. Was sollen die Leute sagen, die von BILD, SPIEGEL und anderen Blättern gemordet werden, ohne sich dagegen wehren zu können? [QUOTE][B]Das man die BILD verbieten müsste - Enteignet Springer! - ist eine andere Sache, hat nix mit olle Bundeskasper zu tun... [/B][/QUOTE]Ich bin gegen Zensur, also auch gegen Verbot der BILD. Nur sollten die bestehenden Gesetze genutzt werden, um die BILD für jede ihrer Beleidigungen, Herabwürdigungen und anderweitige Verletzungen von Persönlichkeitsrechten büßen zu lassen. Dann würde sich das Verhalten sicher in absehbarer Zeit ändern. So lange weiterhin per Gesetz Kapitalrechte über Menschenrechte gestellt werden, ändert sich nichts, da ist alles Lamentieren zwecklos.
DarketPreisfrage: Wer hat Wallraff gelesen? Man kann über den Mann geteilter Meinung sein, man kann glauben, dass er Stasi-IM war oder nicht, aber seine Reportagen und BErichte über BILD und andere deutsche Mißstände sind mit das beste, was auf dem Sektor je passiert ist. Nun gut, man kann jetzt sagen, dass sich in den letzten 30 Jahren selbst bei BILD und co einiges geändert hat, aber das Grundprinzip bleibt das selbe: Wir hören ein Gerücht? Naja drucken wirs erstmal als Tatsache, passieren kann ja doch nix. Ich hab vor einigen JAhren mal eine Woche lang BILD "gelesen", als Experiment. In einer Woche standen bestimmt 5 oder sechs Widerrufe versteckt auf Seite 27 oder wo auch immer.
Das Spiegel oder FAZ im Endeffekt mehr negatives schreiben mag stimmen, aber wenn ich die (naja zumindest den Spiegel lese ich relativ regelmäßig) lese, stelle ich fest, dass ich zwar nicht immer zustimme, aber das das wenigstens Journalismus über einem gewissen Mindestniveau bleibt ist unbestreitbar. Spiegel, FAZ und die meisten anderen in diesem Lande, die ja durchaus berechtigt kritisieren sind in der LAge darzulegen, WARUM denn etwas falsch läuft. BILD betreibt in HAmburg Gratiswahlhilfe mit Stories im Sinne von: "Super Ole!" und "Promis für Ole!". Allein sowas ist schon völlig daneben und das würde ich schon als Kampagne bezeichnen (wenn auch nicht gegen den KAnzler).
Mein Problem mit dem Boulevard ist, dass gerne (meist von ihm selbst) behauptet wird Boulervardjournalismus sei der schwierigste Journalismus, da man so schreiben muss, dass es für jeden verständlich ist. Wenn die Realität denn so aussähe wäre mein Problem sehr viel kleiner, meine Kritik ist, dass der Boulevard nicht einmal versucht schwierige Sachverhalte für jeden Verständlich zu erklären, sondern, dass er sich die Sachverhalte so vereinfacht, dass sie in eine Schlagzeile aus maximal 5 Worten passt und das wird der Realität einfach nicht gerecht (auch wenn die Buchstaben dieser Worte eine Höhe von 10 cm haben).
Beispiel: Schröder bastelt Gesundheitsreform, die jeden zwingt beim Arzt vierteljährlich 10 Euro abzudrücken. Der Boulevard schreibt nicht warum Schröder das macht und was daran nicht stimmt und nicht funktioniert, er schreibt, dass er ein Monster ist, dass vielen armen Rentnern und anderen ans Portemonaie will. Es fehlt die dreidimensionale Betrachtung, es ist in Ordnung dagegen zu sein, aber wer nicht in der Lage ist zwischen schwarz und weiß zu unterscheiden und sich dann fragt warum einige einen plötzlich nicht mehr leiden können ist doch wirklich nen bissel naiv.
Red_SparrowMeinst Du der hart arbeitende Mann auf'm Bau möchte komplizierte politische Sachverhalte im Detail erklärt bekommen, wenn er in der Pause mal in die Zeitung schaut?

Und DA genau setzt die BLÖD an... Panikmache, simple Strukturen und schwupps hat eine Partei, die die Interessen dieses Mannes kaum oder gar nicht vertritt eine Stimme mehr...

Und auch abseits der Politik wird Panik verbreitet, verleumdet, Halbwahrheiten, ja sogar LÜGEN verbreitet.
Dann kommt halt ein kleiner Widerruf auf Seite 2+ unten in der Ecke... Ja und Leichen, die werden in der BLÖD besonders gerne gefleddert...

[SIZE=8]ERSCHÜTTERND: BILD ZEITUNG IST NECROPHIL![/SIZE]

[SIZE=1]...in einem gewissen Sinne...[/SIZE]
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Red_Sparrow [/i]
[B]Und DA genau setzt die BLÖD an... Panikmache, simple Strukturen und schwupps hat eine Partei, die die Interessen dieses Mannes kaum oder gar nicht vertritt eine Stimme mehr...
[/B][/QUOTE]
Meinst du jetzt die SPD? ;)
Allanon"Bild sprach zuerst mit den Toten", dieser Satz kommt ja nicht von ungefähr.

Ich habe einige Fälle in Stuttgart mitbekommen, in denen die Bild schlichtweg geloge hat, bzw. Dinge dazuerfunden hat um die Story besser aussehen zu lassen.

Die Bild representatiert zu 100% den bestehenden Kapitalismus, denn sie richtet sich in ihrer Auslegung und ihren Inhalten voll und ganz nach ihren Kunden, und die wollen schließlich nicht die Wahrheit hören und detailierte recherchierte Berichte, sondern oberflächlichen exhibitionistischen Müll, den selbst der Dümmste unter uns versteht.

Daher kaufe ich selbst auch keine.

Und was den Kanzler angeht, so ist es sein gutes Recht Interviews zu verweigern. Und wenn er die Bild als keinen geeigneten Interview-Partner sieht, dann kann er mit der Bild genau so verfahren, wie mit irgendeiner Rechts-Presse und auf jegliches Interview verzichten.

@selian

was die Linie "des kleinen Mannes" angeht, so ist die Linie der Bild-Zeitung heute, wohl nicht mit der deiner Meinung nach ehemaligen Linie der SPD zu vergleichen. Es sei denn du gehst von vornherein davon aus, daß die SPD ihre Bürger/Wähler mit derselben Auffassung wie die Bild ihren Leser als kleines "Konsum-Dummchen" angesehen hat.
DarketDas überwiegende Leserpublikum der BILD mag zwar aus dem (stark schwindenden) Wählerklientel der SPD kommen, der BILD selber und früher auch dem ganzen ASV war das jedoch immer ein Dorn im Auge. Das hat garnichts mit der politischen Positionierung einer Zeitung oder des Verlagshauses zu tun, wie bestimmt viele von euch gehört haben kauft die SPD grade große Teile der FR, BILD ist nur das einzige erfolgreiche Blatt das aktiv gegen die traditionelle politische Vertretung ihrer eigenen Leser vorgeht, in letzter Zeit mit immer mehr Erfolg (was allerdings bei aller Böswilligkeit meinerseits nicht nur BILD und co zuzuschreiben ist ;) ).

Und Red_Sparrow du hast völlig recht, die NAchfrage besteht eben nicht in der nach komplizierten Sachverhalten, also bringt BILD auch keine, soweit ist alles in ORdnung, das skandalöse und gefährliche besteht darin den Menschen zu verkaufen, dass alles auf den einfachen Nenner zu bringen ist, den BILD ihnen präsentiert. Jeder, der sich ein wenig mit dem Thema auseinandergesetzt hat weiß, dass die BILD im LAufe ihrer Geschichte mehr als nur ein tragisches (teilweise auch tödliches) Einzelschicksal zu verantworten hat und ich meine jetzt nicht nur die Fälle Dutschke und Ohnesorg. Das allein ist schlimm genug, wenn nun allerdings dauerhafte politische Agitation ohne Halt und irgendwelche Belege betrieben wird, dann betrifft das eigentlich alle. Axel Springer hat zu Lebzeite mal gesagt das Wort Realität bringe ihn um und ich behaupte, dass er damit in Bezug auf das, was in den 70ern sein privater Kettenhund genannt wurde den NAgel auf den Kopf getroffen hat.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Allanon [/i]
[B]@selian

was die Linie "des kleinen Mannes" angeht, so ist die Linie der Bild-Zeitung heute, wohl nicht mit der deiner Meinung nach ehemaligen Linie der SPD zu vergleichen. Es sei denn du gehst von vornherein davon aus, daß die SPD ihre Bürger/Wähler mit derselben Auffassung wie die Bild ihren Leser als kleines "Konsum-Dummchen" angesehen hat. [/B][/QUOTE]

Allanon, die SPD läßt das Konsum weg.

Über die "Qualität" der Bild braucht man nicht zu diskutieren, dazu gibts ja auch schon nen anderen Thread. Dazu müßte man bei der Beurteilung seriöserweise berücksichtigen das die Bild nunmal ein Boulevardblatt ist und somit das macht was ein Boulevardblatt nunmal macht. Es gibt übrigens noch andere solcher Blätter Express z.b.

Fakt ist das die Bildzeitung wohl in erster Linie den kleinen Arbeiter als Zielgruppe hat. Fakt ist auch das die SPD einmal als die Arbeiterpartei in Deutschland galt.
Die Bild ist ihrer Zielgruppe treu geblieben. Die SPD nicht.

Von der Kundschaft her müßten sich Bild und SPD wunderbar verstehen, das dem nicht so ist sagt alles.
Nun ging es hier ja um die Frage ob ein Kanzler sich so verhalten sollte. Natürlich hat er das Recht eine Zeitung "auszuperren", das steht ausser Frage. Wenn er aber ausgerechnet die Zeitung seiner Wähler boykottiert, ist das nicht sonderlich clever.
Caranaldion[QUOTE][i]Original geschrieben von Sephi [/i]
Es geht hier ja nicht um das Versorgen mit grundsätzlichen Informationen, oder das Verbieten von Artikeln, sondern um die Auswahl mit welchen Journalisten ich eine persöhnliche Unterhaltung führen möchte. Und dazu kann und sollte keiner gezwungen werden.
[/QUOTE]

Das sehe ich genauso, und daher ist der Vorwurf der " schleichenden Abschaffung der Pressefreiheit" in meinen Augen absolut gegenstandslos .

Andererseits denke ich, daß Schröder auf eine gewissen Weise Opfer der Geister wurde, die er selber rief. Es ist schliesslich kein Novum, daß die Bild-Zeitung das Prinzip des Windfähnchens verfolgt, und es hätte klar sein müssen, daß Herr Schröder da keine Ausnahme darstellt.
Daher kann ich Schröder'S Entschluss zwar nachvollziehen, aber wirklich eine glückliche Alternative war das mit Sicherheit nicht (wenn auch die "beste" (?) im Rahmen der akutell gegebenen Möglichkeiten).

Wobei die Bild Zeitung nun auch nicht das einzige Medium ist, dem Schörder keine Interviews mehr erteilt, mit dem Fernsehmagazin "Panorama" (ARD glaube ich, da bin ich mir aber nicht sicher) verhält es sich gleich.
Shaniana@Turningpoint:
Volle Zustimmung... muss ich sagen, dass ich das ähnlich sehe... kein Verbot, aber eben bei jeder Lüge eines auf'n Deckel...

@Darket:
Wallraff ist großartig, ja...
ich meinte aber auch nur, dass die nach diesem Skandal eben mal überprüft haben, ob die BILD nun besonders negativ berichtet, und was kam heraus? Tut sie nicht... weil der Kasper eben gerade selber so viel Müll macht.
Dass sie sonst schon mal zum Mord aufruft oder Menschen zum Selbstmord treibt, wär' für unseren gerhard doch kein Grund, sein Bild nicht mehr auf der Titelseite sehen zu wollen...
DarketAlso bitte wer redet denn schon mit Panorama? Spitzenpolitiker jedenfalls schon lange nicht mehr. Verachtung ist halt nicht nur das Los des billigen Gossenjournalismus sondern auch das der gut recherchierten, überparteilichen und dennoch unbequemen Gegenseite...
ShanianaDa hast Du natürlich auch wieder recht. Als Frontal noch gut war, mit Kienzle und Hauser, da haben die auch ständig gezeigt, wie jemand "Kein Kommentar" rief und die Kammera abgedeckt wurde... :)
DarketNein BILD berichtet im Schnitt bestimmt nicht mehr negatives als andere, was mich halt stört ist, dass die meisten anderen (es gibt ja auch regionale Skandalblättchen, grad wir hier in Berlin kämpfen da noch mit zwei anderen) ihre Kritik belegen können. Die FAZ würde nicht schreiben dass der Schröder ein ganz böser Mensch ist, der ganzen Familien das Blut aussaugt, die würde schreiben, dass dieses und jenes aus diesen und jenen Gründen halt nicht so klappt wie er möchte.
SelianÜbrigens betrifft es nicht nur BILD Journalisten die vom Kanzler aus bzw nicht eingeladen werden, sondern auch andere.
Hier ein Interview mit einem Journalisten vom Stern, gedruckt in der FAZ. Ein direktlink dorthin funktioniert leider nicht, deswegen kopier ich das mal hierher.

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Interview
Dahinter steckt ein System

07. März 2004 Was ist eigentlich los in Berlin? Die Regierung boykottiert Journalisten, die Bundespressekonferenz legt Protest dagegen ein. Das sieht nach Verhältnissen aus, wie wir sie in einer Demokratie nicht unbedingt für üblich halten müssen.

Es ist so, daß die Bundesregierung mit der Krise des Kanzlers offenbar die Nerven verloren hat. Vor den jüngsten Auslandsreisen Schröders in die Türkei und in die Vereinigten Staaten sind ein Kollege und ich vom "Stern" ausgeladen worden, begründet wurde dies mit Platzmangel. Ich habe das schon damals nicht geglaubt. Der Kollege, der für die Türkeireise ausgeladen wurde, hatte nach dem Rücktritt Schröders vom SPD-Vorsitz eine scharfe Abrechnung mit der Politik des Bundeskanzlers geschrieben. Ich hatte eine Kolumne mit dem Titel "Kanzler von Neverland" verfaßt. Ich habe die Ausladung als Reaktion darauf verstanden. Anzumerken ist, daß ich seit einem Jahr - seit Februar 2003 - kein Interview mehr mit dem Bundeskanzler bekommen habe. Ich habe meine Anträge nicht gezählt, doch ich schätze, es war mindestens ein halbes Dutzend. Es gibt bei uns also eine interessante Parallele zu den Kollegen von der "Bild"-Zeitung. Als ich erfahren habe, daß dort Kollegen von den gleichen Reisen ausgeladen wurden, war mir klar, daß ein System dahintersteckt. In der Öffentlichkeit hat die Regierung immer nur von der "Bild"-Zeitung gesprochen, weil die Argumentation einfacher war. Aber es handelt sich hier nicht um ein spezielles Problem der "Bild" - die Regierung hat Probleme mit Journalisten, die sie scharf kritisieren.

Wir haben es also nicht nur mit einem Regierungssprecher zu tun, der ausfällig wird, sondern mit einem System.

Ich halte den Regierungssprecher in seiner Statur für viel zu klein, als daß er eine solch weitreichende Maßnahme beschließen könnte. Ich denke, das wurde von Gerhard Schröder und seinem persönlichen Umfeld beschlossen, der Regierungssprecher exekutiert es bloß. Es gibt auch kein Bemühen von anderen in der Regierung, den Boykott zu revidieren. Insofern gehe ich fest davon aus, daß dies ein Umgang ist, den der Bundeskanzler - auch der Kanzleramtsminister - beschlossen hat.

Wie erklärt sich, daß der einstige "Medienkanzler" jetzt Journalisten jagt?

Dieser Bundeskanzler ist von den Medien lange Zeit verwöhnt worden. Daran hat er sich gewöhnt. Jetzt hat er große politische Schwierigkeiten und ist offenbar überrascht, daß er trotz der im Vermittlungsausschuß beschlossenen Reformen nicht in ein ruhiges Jahr geht und die Kritik in der Presse anhält. Also stellt er die Strategie um und beginnt, die Journalisten in "gut" und "böse" zu sortieren. Das wird ja auch mit dem Springer-Verlag gemacht. Die "Bild am Sonntag" gilt zum Beispiel als gut. Dabei hat sie interessanterweise die Geschichte, die in der "Bild" erschienen ist, über die Frage, wie die Frau des Bundeskanzlers mit der Krise ihres Mannes umgeht, ebenfalls gemacht. Allerdings mit dem Unterschied, daß Doris Schröder-Köpf die Geschichte in der "Bild am Sonntag" bis auf den Wortlaut per Fax zuvor genehmigt hat. Also stimmt das Feindbild Springer auch nicht, ist aber nach außen hin und in den eigenen Reihen gut zu verkaufen. Doch es geht nicht um Springer, es geht um scharf-kritischen Journalismus, und an dieser Stelle ist der "Stern" genauso betroffen wie die "Bild"-Zeitung. Dabei sollte sich die Regierung doch lieber einmal fragen, was in ihrem eigenen Kommunikationsapparat nicht funktioniert, hier wird die Wut auf den Unmut der Bürger mit der Regierung an den Journalisten ausgelassen.

Die Bundespressekonferenz protestiert. Wie geht es weiter? Glauben Sie, daß die Regierung ihr Verhalten ändert?

Die Bundespressekonferenz, die Kollegen dürfen der Regierung das nicht durchgehen lassen. Wenn es einreißt, daß Journalisten nach der Maßgabe politischer Opportunität behandelt werden, wohlgemerkt von Bundesbehörden wie dem Presseamt, das aus Steuergeldern finanziert wird, dann ist zu befürchten, daß nicht nur diese Regierung sich künftig so verhält. Es geht hier nicht nur um zwei oder drei Journalisten oder Zeitungen. Der Vorgang hat grundsätzliche Bedeutung. Wir dürfen den Regierungssprecher nicht auslassen. Möglicherweise muß man mit dem Bundeskanzler selbst sprechen. Der Regierungssprecher ist schließlich kein Parteisekretär, und dies ist keine Privatveranstaltung. Es behindert einen bei der Berichterstattung erheblich, wenn man bei wichtigen Auslandsreisen der Regierung nicht dabeisein kann. Es geht um die Behinderung freier Berichterstattung. Das ist ernst zu nehmen, das ist kein Spaß mehr. Es geht um die Freiheit der Presse.


Interview Michael Hanfeld

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 07.03.2004, Nr. 10 / Seite 35
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ShanianaNa die armen Journalisten. Es ist doch so: solange er ihnen nicht die INFORMATIONEN vorenthält, ist es nicht undemokratisch oder eine Zensur oder so; wer nicht mit jedem Interwievs geben will, muss das ja auch nicht machen. Und das ist auch gut so, wie wir hier immer sagen... ;)
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]Na die armen Journalisten. Es ist doch so: solange er ihnen nicht die INFORMATIONEN vorenthält, ist es nicht undemokratisch oder eine Zensur oder so; wer nicht mit jedem Interwievs geben will, muss das ja auch nicht machen. Und das ist auch gut so, wie wir hier immer sagen... ;) [/B][/QUOTE]

Findest du?
Die Konsequenz ist doch das der Kanzler am Ende nur noch die Journalisten mitnimmt die wohlwollend berichten. Ob das etwas mit Journalismus zutun hat, wage ich mal zu bezweifeln.
ShanianaIst doch seine Entscheidung. Und solange die nicht von Pressekonferenzen ausgeschlossen werden oder die Texte niocht bekommen... da können sie ja immer noch berichten. Nur eben, was der Bundeskasper in seiner Privatmaschine gegessen hat, dass wissen'se nicht...
SelianNein, sie wissen gar nicht was auf der Reise passiert ist, mit wem er worüber gesprochen hat. Die Informationen auf der Pressekonferenz sind Propaganda der Partei, dort wird nur das erzählt was man in die Öffentlichkeit bringen will ungeachtet dessen ob es stimmt oder nicht.

Wieviele Zeitungen darf man denn ausschließen bevor es kritisch wird?
ShanianaNein, sie können ja mitreisen, der Kanzler lässt sie nur nicht mehr in seine Privatsphäre, und das ist auch nicht nötig. "Ausschließen" darf man keine Zeitung...
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]Nein, sie können ja mitreisen, der Kanzler lässt sie nur nicht mehr in seine Privatsphäre, und das ist auch nicht nötig. "Ausschließen" darf man keine Zeitung... [/B][/QUOTE]
Der Kanzler verweigert bestimmten Zeitungen ein Interview, das ist defacto ein Ausschluß. Es gibt zwei Formen von Zensur (vlt auch mehr). Jedenfalls, in einem Fall könnte jemand alle Zeitungen "abschaffen" bis auf eine einzige, die er kontrolliert. Das wäre wohl der Extremfall und bei uns derzeit nicht zu realisieren. Die zweite Möglichkeit wäre direkte Informationen nur noch an ausgewählte Zeitungen weiterzugeben und das wird hier offensichtlich - wenn auch im Anfangsstadium - praktiziert.

Als ich las das der Kanzler die Bild boykottiert, dachte ich mir er ist dumm.
Nun wo ich erfahren habe das es offensichtlich auch andere Zeitungen betrifft finde ich es nicht mehr nur dumm sondern wenigstens zweifelhaft.

Letztlich sagt es etwas über die Geisteshaltung eines Staatsoberhauptes aus. Was kommt als nächstes? Boykottiert er Gespräche mit der Opposition weil die anderer Meinung sind?

Da war doch mal was. Er hat eine Zeitung verklagt die schrieb das er sich die Haare färben würde. Ziemlich arm für einen Bundeskanzler. Der Mann der gemeinhin als Medienkanzler galt demonstriert mehr als jeder andere seine Unfähigkeit mit Medien umzugehen, wenn er diese nicht kontrolliert.
ShanianaDu kannst doch einen Mann - egal wie dumm und unfähig er ist - nicht ZWINGEN, mit einer Zeitung zu reden, ein Interview zu geben, in seinem Flugzeug sich begleiten zu lassen.

Solange diese Jungs auskunft bekommen über SACHTHEMEN, und die bekomen sie immer noch, ist meiner Meinung nach alles in Ordnung...
DarketWo wir vorhn bei Panorama waren: In ihrer letzten Ausgabe haben die genau darüber berichtet. Dabei wurde ein Journalist des Spiegel interviewt, der von Helmut Kohl 13 Jahre lang geschnitten wurde. Er kam auf keine Auslandsreise mit der Regierung mit und bei der Bundespressekonferenz bekam er nie das Wort. Er hat gesagt die BILD solle sich nicht so aufregen, es sei überhaupt kein Problem die entsprechenden Informationen über dritte zu bekommen. Insofern glaube ich, dass zumindest der Interview Boykott keine Attacke gegen die Prssefreiheit ist. Die Auslandsreisen sind denke ich was anderes, wobei ich auch nicht weiß wer solche Reisen eigentlich finanziert, was diese Journalisten für Vorteile haben und wie sie überhaupt ablaufen.
ShanianaAlso im SPIEGEL ist ja häufiger mal ein Bericht über so eine Reise... neben den Sachthemen, die jeder weiß, kommt dann da auch so ein "Erschöpft goss er sich seinen Rotwein ein..." und das ist zwar niedlich, ich muss es aber nicht haben... insofern Zustimmung @Darket, mal wieder...
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]Du kannst doch einen Mann - egal wie dumm und unfähig er ist - nicht ZWINGEN, mit einer Zeitung zu reden, ein Interview zu geben, in seinem Flugzeug sich begleiten zu lassen.
[/B][/QUOTE]
Es geht nicht um die Frage ob ein Reporter im Flugzeug fliegen darf, sondern das hier ein Kanzler mehreren Zeitung Interviews verweigert weil diese nicht in seinem Sinne berichten.

Und ja, ich finde schon das ein Kanzler verpflichtet ist mit Journalisten zu sprechen und zwar ohne willkürlich zu selektieren!
DarketNein, das Recht auf Interviews hat glaub ich niemand. Niemand muss überhaupt Interviews geben. Das einzige was passieren muss ist der Informationsfluss zwischen Politik und Bevölkerung und dafür ist theoretisch garkein Interview nötig, die sind nur Gimmicks. Solange der Kanzler also über Pressekonferenzen u.ä. der Öffentlichkeit mitteilt was er tut bzw. tun will ist alles in Ordnung, da ja auch Interviews im Prinzip nur solches beinhalten.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]Solange der Kanzler also über Pressekonferenzen u.ä. der Öffentlichkeit mitteilt was er tut bzw. tun will ist alles in Ordnung, da ja auch Interviews im Prinzip nur solches beinhalten. [/B][/QUOTE]
Da gibt es aber einen gewaltigen Unterschied. Wie ich schon sagte ist eine PK in erster Linie Propaganda, alles was der Kanzler dort sagt hat er sich gut überlegt und sagt es freiwillig. Ein wichtiger Aspekt in einer Demokratie ist es fragen stellen zu dürfen. Nun ist es zwar auf einer PK erlaubt fragen zu stellen allerdings läuft es da derzeit genauso das der Kanzler nur Fragen von Zeitungen zuläßt die ihm in den Kram passen. Wenn man kritische Fragen nicht zuläßt, [b]alleine schon wenn man die Fragesteller selektiert kann etwas nicht stimmen...[/b]

Der Kanzler sollte aufpassen das er vor der nächsten Wahl nicht von diversen Zeitungen boykottiert wird.
DarketBei den PKs kann nach wie vor jeder Fragen, ich seh die hin und wieder auf Phoenix. Ausdrücklich abgelehnt wurden ausschließlich Interviews. Und das mit dem Recht fragen zu dürfen ist zwar richtig und wünschenswert, in der Praxis jedoch unrealistisch, ich habs selbst ausprobiert und Bundestagsabgeordneten und Parteifunktionären geschrieben ohne je wieder etwas davon gehört zu haben. Ich krieg ja auch keinen Gesprächstermin vom Kanzler um mir die Steuerreform erklären zu lassen.
Natürlich kann man drüber reden ob das nicht ein Riesenfehler ist, ich denke allerdings dass Schröder eh nix mehr zu verlieren hat und deswegen langsam mutig wird, schaden kanns eigentlich nicht.
ShanianaNee, zu verlieren hat der nix mehr, aber ich denke, dass ist mehr eine Trotzreaktion eines verärgerten Platzhirsches... und wie gesagt: ein Interview ist eine Bonusveranstaltung, zu der kann niemand gezwungen werden. Wo kämen wir denn sonst hin? Ich zwinge ich, Du mich zu einem Interview...
DarketNaja wenn es eine politische Aussage wäre nicht mehr mit der BILD zu reden (was es ja leider in diesem Fall nicht ist) wäre das für mich ein Grund ihn zu wählen, naja ist vielleicht auch eine Aussage über derzeitige Wählbarkeit von allen....
SelianIch denke man sollte hier schon unterscheiden ob wir über einen Ottonormalbürger reden oder jemanden mit einem öffentlichen Amt, insbesondere den Bundeskanzler. Und es geht wohl auch nicht darum jemanden zu einem Interview zu zwingen.

Das Spiel der Medien und der Politik ist ein Hin und Her. Politiker stellen sich der Presse, dafür sorgt diese im Gegenzug dafür das ebenjene Politiker in der Presse auftauchen. Selbst schlechte publicity ist publicity.

Die Frage ist eigentlich, was hat der Kanzler nun an Berichterstattung von Bild und Stern zu erwarten? Schlimmer gehts immer.

Ich denke Gerhard verrechnet sich hier etwas. Es ist ein Irrtum von ihm zu glauben er könne bestimmte Zeitungen (noch dazu welche mit hoher Auflage) gegen das Schienbein treten ohne das da etwas zurückkommt.

Er soll sich bloß nicht beschweren wenn vor der nächsten Wahl ein Interview mit dem Kanzlerkandidaten der Union abgedruckt wird und die SPD außen vor bleibt. Denn vor der Wahl wird er Interviews auch und gerade in der Bild bitter nötig haben.

Ein wie ich finde interessanter Beitrag der beide Seiten rausstellt - zum einen den Populismus der Bild, zum anderen die fehlende Souveränität der Regierung damit umzugehen - findet sich in der[URL=http://www.zeit.de/2004/09/03_Populismus] Zeit[/URL]
Caranaldion[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
Insofern glaube ich, dass zumindest der Interview Boykott keine Attacke gegen die Prssefreiheit ist. [/QUOTE]

Genau das ist der Knackpunkt, denke ich. Und daher ist auch der der FAZ-Bericht des Stern Journalisten im letzten Teil, wo von einem Angriff auf die Pressefreiheit gesprochen wird, (zu) ungenau. Lediglich einzelnen Journalisten wird die Informationsquelle "Interview" gesperrt, man kann aber doch erst dann von einer Zensur reden, wenn die betroffene Zeitung [i]gar keine Informationen[/i] mehr erhält. Und das ist nicht der Fall. Darüber hinaus gibt es noch Nachrichtenagenturen und Pressemitteilungen.
ShanianaHast Recht, Selian, DUMM ist's allemal, aber eben nicht unbedingt rechtlich oder moralisch verwerflich... und dumm... na ja, war ja nun nicht der erste dicke Fehler des Bundeskaspers...
DarketHervorragender Artikel in Deutschlands wahrscheinlich einzigem ernstzunehmendem, regelmäßig erscheinendem Druckezeugnis.
Die fehlende Souveränität bei der Sache zweifle ich auch nicht an, das es nicht besonders klug für einen Politiker und wahrscheinlich niemanden ist ein Blatt wie BILD zu ignorieren ist ziemlich selbstverständlich.
Schwarzer Prinzeigentlich sollten sich schröder + bildzeitung doch gut verstehen haben immerhin was gemeinsam:

beide sind indiskutabel !

naja, mein vater sacht immer dass in bild gute sport berichte stehen, deshalb kauft er sich die, nun gut wäre ich formel 1
o. fussbal fan, könnte ich dass evtl. nachvollziehen.

aber er liest ja auch westfälische rundschau, die ich doch
um einiges besser finde als bild.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i]
[B]Ein wie ich finde interessanter Beitrag der beide Seiten rausstellt - zum einen den Populismus der Bild, zum anderen die fehlende Souveränität der Regierung damit umzugehen - findet sich in der[URL=http://www.zeit.de/2004/09/03_Populismus] Zeit[/URL] [/B][/QUOTE]Ja, recht interessanter Artikel, der einige bemerkenswerte Thesen enthält:

[COLOR=limegreen]Was wie eine gezielte Kampagne wirkt,
ist oft nur ... Teil "des fast schon verzweifelten Kampfes um Auflage".

Kampagnen ... bestünden auch im Weglassen und Verschweigen.

Marketing mit Angstmachen: ein Modell für die Zukunft?

Gefühle wie Schadenfreude, Neid, Geiz und Gier spielen dabei eine große Rolle.

Nebensachen werden zur Hauptsache ... [/COLOR]

Wie wahr wie wahr ... :(
Während sich der Bundes- und andere Kasper mit den Presse-Kaspern in der Öffentlichkeit um Nichtigkeiten streiten, sind sie sich einig darin, über ihre europaweit geplanten massiven Einschränkungen von persönlichen Grundrechten und Freiheiten lieber den Mantel des Schweigens zu hüllen, so zum Beispiel über ihren heute verabschiedeten
[URL=http://www.heise.de/newsticker/meldung/46051][b]"Aktionsplan der EU zur Bekämpfung des Terrorismus".[/b][/URL] :eek:
ShanianaHilfe!!!
Ein Linkslinker im Kampf gegen Schröder und die Bild! :=)
Ich fürchte, da bist Du verloren...
Shira69oH!
das hatte ich ja noch garnich mitbekommen, dass schroeder nich mehr mit der bild redet... dafuer interessierts mich wohl einfach zu wenig :D
aber nun denn, zum thema:
Ich finde es ist eine tolle massnahme!
bild sollte sowieso vollkommen abondoniert werden!:q
LG,
ShiRa
DarketDass sie es sollte ist keine Frage, die Frage ist die Motivation aus der es geschieht, aus persönlicher Gekränktheit oder weil halt einfach nur schlechtes über einen drinsteht ist ne kritische Sache. Wenn er sich hinstellt und sacht: Ich red nichmehr mit BLID, ich pflege ein gewisses Niveau, dann würd ichs akzeptieren, mich drüber freuen und Schröder allein dafür wählen!
CaranaldionWarum ist der Kanzler [I]verpflichtet[/i], Journalisten Interviews zu geben ? Die einzige Verpflichtung, die er hat besteht in meinen Augen in generellem Informationsfluß. Und der ist nach wie vor gewährleistet, sei es durch Presseagenturen (Reuters, dpa) oder offizielle Pressemittleilungen.
Lediglich der Informationskanal "Interveiw" wird ausgeblendet.
Shaniana"Bin mir irgendwie sicher, dass sogar eine Bild-Zeitung dann dagegen fast machtlos wäre und auch nur positiv berichten könnte."

Nupp. Die Bild ist ja nicht gemein zu Schröder, weil sie schmollt, sondern, weil sie ein klares politisches Ziel verfolgt. Die Abwahl der SPD und eine rechtskonservative Unionsregierung, möglichst NICHT unter Frau Merkel... insofern ist's nicht so, dass durch eine andere Interviewstrategie sich plötzlich die Berichterstattung ändert...

Und, wie gesagt: solange die BILD alles erfährt, udn das tut sie wegen der Pressefreiehit sowieso, ist alles in Ordnung... :_)
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]Nupp. Die Bild ist ja nicht gemein zu Schröder, weil sie schmollt, sondern, weil sie ein klares politisches Ziel verfolgt. Die Abwahl der SPD und eine rechtskonservative Unionsregierung, möglichst NICHT unter Frau Merkel... insofern ist's nicht so, dass durch eine andere Interviewstrategie sich plötzlich die Berichterstattung ändert...
[/B][/QUOTE]
Also sorry, aber das halte ich doch für ziemlich weit hergeholt. Denkst du ernsthaft wenn die CDU heute an der Macht wäre würde die BILD mit denen anders umspringen? Wieso sollten sie?

Für die BILD ist nicht relevant wer an der politischen Macht ist. Für diese Zeitung geht es (wie für jede) nur um ihre Auflage. In Anbetracht dessen das die BILD ein Boulevardblatt ist kann sie gar nicht großartig anders berichten als sie es derzeit tut ohne ihre Leser zu verprellen.

Nochmal zu der "Verpflichtung" auf Interviews.
Ich denke das wir hier nicht über eine Verpflichtung im rechtlichen Sinne sprechen ist jedem klar. Allerdings ist es Bestandteil öffentlicher Führungspositionen das die Machthaber sich auch der Öffentlichkeit in Form von Interviews stellen. Es geht nicht darum das man durch eine PK erfährt welches Gesetz verabschiedet wurde.

Als potentieller Wähler möchte ich gerne erfahren was DER Machthaber des Landes in Zukunft noch vor hat und das möchte ich auch zwischendurch mal von ihm persönlich hören/lesen. Wenn das nur über dritte geht wird er sich hinterher immer damit aus der Affäre ziehen das er dieses und jenes nie gesagt habe.

Letzten Endes schickt jede Partei einen Kanzlerkandidaten ins Rennen der die Bundestagswahl für die Partei gewinnen soll. Ein Kanzlerkandidat (und damit seine Partei) der sich Interviews bestimmter Zeitungen entzieht ist für mich nicht wählbar, wie auch? Hab ja keinen blassen Schimmer was der so vorhat. Es sei denn ich kaufe mir die per Kanzlersgnaden zugelassenen Blätter bei denen davon auszugehen ist das sie ihre gestellten Fragen zuvor brav eingereicht haben, damit der Kanzler auch hier wieder selektieren kann welchen Fragen er sich stellt und welchen nicht.

Nun gehört die Bild sicherlich nicht zu meinen ersten Informationsquellen und der Stern auch nicht. Aber welche Zeitungen es betrifft ist für mich nicht relevant, Morgen boykottiert er die Zeitung die ich häufig lese und dann?
Nein, das kann es nicht sein. Das ist eines Bundeskanzlers und Medienprofis unwürdig. Aber wie ich schon sagte, schauen wir was die nächste Wahl bringt... ;)

An stelle der Bild und des Sterns würde ich ein klärendes Gespräch mit dem Kanzler suchen (kein Interview) um die Sache aus der Welt zu schaffen. Wenn er darauf nicht einsteigt, würde ich ihm klarmachen das wir von nunan auf Interviews mit ihm verzichten, auch zur Bundestagswahl...
Caranaldion@ Odessa

Zugegeben - die Gefahr, daß dieses Selektieren u.U. Kreise zieht, ist potentiell gegeben. Aber das würde sich meines Erachtens in Grenzen halten, da es zum einen dem Vorwurf der Meinungsfreiheitsbeschneidung (wie gerechtfertigt oder ungerechtfertigt der auch sein mag) Aufwind verleihen würde, und zum anderen einen Schnitt ins eigene Fleisch bedeuten würde (Publicity etc.) .

Aber Du hast recht , angenommen, die Liste der intervwieboykottierten Medien würde wachsen, es wäre irgendwann wirklich lächerlich.
Aber bei Höchstmass an Konsequenz, die Monsieur Le Kanzler an den Tag legt, redet er früher oder später sowieso wieder mit der Bild.
Shaniana@Selian:

"Für die BILD ist nicht relevant wer an der politischen Macht ist."

Dafür hat sie sich aber seeehr massiv beteiligt am Wahlkampf für den Stoiber-Edi. Und seit den Zeiten des guten alten Axel SPringer selig waren die schon immer für Meinungsmache hin zu einer politischen Richtung zuständig... weil sie durch die Besitzstandswahrung ihre eigenen Interessen vertreten sehen und durch eine von einer linken Regierung propagierten Aufklärung Nachteile, nämlich weniger dumme Leser, erleiden müssten...:D
ApexAlso das Kanzler lieber der einen Zeitung ein Interview geben ist doch schon immer so gewesen, von Adenauer bis Schröder haben alle Kanzler diversen Zeitungen/Zeitschriften Interviews verweigert. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern das Herr Kohl jemals der TAZ oder der jungen Welt ein Interview gegeben hätte ;)

Und der Informationsfluß bleibt ja gewährt denn sämtliche Regierungseinrichtungen haben eine Informationspflicht und Zeitungen wie die Bild können immer noch über die Presseagenturen an ihre Informationen kommen die sie dann auf ihre eigene persönliche Art interpretieren können :rolleyes:

Im Grunde genommen ist ein Interview nichts anderes als eine PR wirksame Variante der Pressemitteilung, welche die Bild ja auch weiterhin bekommt. Von daher wird sich nichts ändern denke ich.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]@Selian:

"Für die BILD ist nicht relevant wer an der politischen Macht ist."

Dafür hat sie sich aber seeehr massiv beteiligt am Wahlkampf für den Stoiber-Edi. Und seit den Zeiten des guten alten Axel SPringer selig waren die schon immer für Meinungsmache hin zu einer politischen Richtung zuständig... weil sie durch die Besitzstandswahrung ihre eigenen Interessen vertreten sehen und durch eine von einer linken Regierung propagierten Aufklärung Nachteile, nämlich weniger dumme Leser, erleiden müssten...:D [/B][/QUOTE]

Bist du der Meinung die BILD könnte entgegen dem schreiben was ihre Leser erwarten?

@api
haben sich denn die taz oder die junge Welt je um ein Interview bemüht? ;)

In der Regel ist es ja so das einseitig politisch orientierte Zeitungen kein Interesse daran haben politisch andersdenkende zu Wort kommen zu lassen, denn das könnte ja den Leser entgegen des Verlagsinteresses beeinflussen...

Gut, es ist auch klar das man nicht jeder Schülerzeitung ein Interview geben kann (nein damit will ich nicht sagen, die taz wäre...), aber wir reden hier über zwei in ihrem Segment führende Zeitungen.
ApexNaja ich schätze mal wenn Herr Kohl für ein Interview bereitgestanden hätte wäre die TAZ bestimmt über ihn hergefa...hätte sdie TAZ die Chance sicher wahrgenommen ;)

Abe mal im ernst diverse konservative Politiker haben zum Beispiel auch shcon der Frankfurter Rundschau ein Interview verweigert und die Rundschau hat ja nun nicht gerade eine kleine Leserschaft. Interviews gibt man generel nur Leuten von denen man weiß das sie entweder neutral objektiv berichten oder das sie politsch die selben Ansichten vertreten. Das war schon immer so und wird auch immer so sein (zumindest glaube ich nicht das sich das bald ändert), alles andere wäre ja schon so was wie ein politischer Selbstmord.
Shaniana"Bist du der Meinung die BILD könnte entgegen dem schreiben was ihre Leser erwarten?"

Die Bild entscheidet doch kräftig mit, was ihre Leser wollen. Die Bild bestimmt, was viele Leute denken, die Bild gibt nicht die Meinung der Leute wieder, sondern sie MACHTsie. Und da liegt die große Gefahr.

Du weißt ja:
"Die Leute sind blöd."
Selian@Api

Im Grunde muß es für jeden Politiker ein gefundenes Fressen sein bei "auswärtigen" Zeitungen reden zu dürfen, denn dort ist die Werbung am wichtigsten. In der eigenen Presse braucht man sich eh nur feiern zu lassen. Wahlkampf heißt ja Stimmen hinzuzugewinnen, nicht nur die vorhandene zu halten. Die Sache bei der Frankfurter Rundschau ist mir nicht bekannt. Ich denke es ist ganz normal das Politiker und auch andere öffentliche Personen immer mal Interviews ablehnen. Aber die grundsätzliche Interviewbereitschaft aufzukündigen ist da schon was anderes.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Shaniana [/i]
[B]Die Bild entscheidet doch kräftig mit, was ihre Leser wollen. Die Bild bestimmt, was viele Leute denken, die Bild gibt nicht die Meinung der Leute wieder, sondern sie MACHTsie. Und da liegt die große Gefahr.[/b][/quote]
Ich glaube da wird sie in großem Maße überschätzt. Die BILD kann vorhandene Stimmungen verstärken aber nicht umkehren.

Die BILD kann nur so populistisch schreiben das die Steuern runter müssen, weil es nicht von der Hand zu weisen ist das das Volk sich ob der derzeitigen Steuerlast in die Enge gedrängt fühlt. Es wäre ihr z.b. nicht möglich eine Stimmung nach höheren Steuern zu erzeugen und dem Bürger zu vermitteln das sowas einfach Notwendig sei.

Die Bild kann populistisch und polemisch über TollCollect berichten, es wäre ihr aber unmöglich im Volk eine Stimmung zu erzeugen die Verständnis für dieses hin und her hat.

Die Bild kann die Gesundheitsreform zerreißen und anprangern das nun jeder 10 €uro pro Quartal bezahlen muß, es wäre ihr nicht möglich bei ihren Lesern Verständnis dafür einzuheimsen das solche Maßnahmen ergriffen wurden.

Fakt ist, was den Leser politisch unzufrieden macht, kann auch die BILD nicht schön schreiben und alleine vor dem Versuch wird sie sich schwer hüten.

[quote][b]Du weißt ja:
"Die Leute sind blöd." [/B][/QUOTE]
Nein, das will ich gar nicht wissen. Ich bin doch auch einer dieser Leute ;)
ShanianaDer ist von beckett, nicht von mir...

Aber die Bild kann dafür sorgen, dass die Leute blöd bleiben, dass sie das alles nicht verstehen, dass sie offen sind für den billigen Populismus.

Natürlich kann sie uns keine höheren Steuern verkaufen. Aber sie könnte die Sympathien bei Israel seeehr leicht verändern: jeden Tag hungernde Palis mit dem entsprechenden Text dazu: nach einem Monat denkt der Pöbel: Israel ist böse.
Nur ein paar Wochen täglich abgeschlachtete Schulkinder nach einem Attentat, dazu die passenden Texte: der Sperrzaun wäre gerechtfertigt in den Augen der Masse.

Und die Bild-Jungs nutzen das kräftig aus!
Darket[QUOTE]würde die BILD mit denen anders umspringen? Wieso sollten sie?[/QUOTE]

@Selian
Ja würde sie, es ist deutlich zu spüren. Wiegesagt ist es bekannt wo Kai Diekmanns politisches Herz schlägt (auch schon erwähnt: sein Trauzeuge: Helmut Kohl). Und desweiteren ist spätestens seit dem Hamburg Wahlkampf seeeeehr deutlich geworden wem die BILD die Daumen hält: "Super Ole" und andere sind mir in Erinnerung geblieben.
[QUOTE]Ich glaube da wird sie in großem Maße überschätzt. Die BILD kann vorhandene Stimmungen verstärken aber nicht umkehren. [/QUOTE]
Ich denke schon, dass sie es kann, es klappt nicht immer, aber es geht. Bestes Beispiel ist der kollektive und geschlossene Einsatz gegen jede Form des Antisemitismus, den die ganze Springerpresse seit JAhrzehnten pflegt (ist ja nicht alles schlecht bei denen). Es gilt in diesem Land als journalistisch-historische Tatsache, dass die Springerpresse maßgeblich zum Abbau des Antisemitismus in Deutschland beigetragen haben. Insofern kann sie auf Dauer Stimmungen durchaus stark beeinflussen, allerdings denke ich auch, dass es nicht mit zwei Jahren mieser Berichterstattung getan ist.

Ich denke aber, dass sich ein Spitzenpolitiker in diesem Land nicht auf jedes journalistische Niveau herablassen muss. Wie oben schon mal erwähnt wurde redet der Kanzler ja auch nicht mit der Coupe! Außerdem muss ich einer Zeitung, die politisch genau auf der anderen Seite steht wie ich doch nicht auch noch zusätzlich Leser verschaffen, wenn auf der Titelseite was vom großen Kanzlerinterview steht. Keine Frage, ich kann es natürlich, wenn ich gut genug bin. Dann erzähl ich denen, dass ich recht hab und sie nicht, wenn ichs aber nicht kann wär ich doch schön blöd meinem gegner auch noch das Schießpulver zu liefern.
AdisHat der Kanzler eigentlich der Bild schon mal ein Interview gegeben?
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i]
[B]Ich glaube da wird sie in großem Maße überschätzt. Die BILD kann vorhandene Stimmungen verstärken aber nicht umkehren. [/B][/QUOTE]Das glaubst du.
Wenn es einen Grund gibt, die Stimmung zu kippen, dann findet sich auch ein Weg. Da kann z.B. ein Politiker noch so gut sein, wenn er weg muß, dann findet sich schon eine Monica, die schmutzige Wäache wäscht, oder es findet sich rein zufällig beim CIA eine Liste von Stasi-Agenten ... [QUOTE][B]Die BILD kann nur so populistisch schreiben das die Steuern runter müssen, weil es nicht von der Hand zu weisen ist das das Volk sich ob der derzeitigen Steuerlast in die Enge gedrängt fühlt. Es wäre ihr z.b. nicht möglich eine Stimmung nach höheren Steuern zu erzeugen und dem Bürger zu vermitteln das sowas einfach Notwendig sei. [/B][/QUOTE]Ach, dazu brauchts bloß einen Bericht über einen Kinderschänder und den smarten Hinweis, daß die Polizei mehr Geld braucht, um das Schwein zu fassen ... [QUOTE][B]Die Bild kann populistisch und polemisch über TollCollect berichten, es wäre ihr aber unmöglich im Volk eine Stimmung zu erzeugen die Verständnis für dieses hin und her hat. [/B][/QUOTE]Durch ständige Berichte über "das ewige Hin und Her" bringt man aber die Leute dazu zu sagen "Nun baut das Ding endlich", ohne darüber nachzudenken, daß die höheren Maut-Gebühren (die mit Sicherheit auch noch für PKW kommen werden) eine Form der Steuer-Erhöhung sind (wo du glaubst, das wäre den Leuten nicht beizubringen). Und [URL=http://www.heise.de/newsticker/meldung/45920]über den eigentlichen Zweck der "Mautbrücken"[/URL] spricht BILD natürlich erst recht nicht. :mad: Es wird nämlich dann möglich, eine sekundengenaue und kennzeichengenaue Erfassung sämtlicher Fahrzeugbewegungen auf den Autobahnen zu erstellen, d.h. die können dir auf die Sekunde genau sagen, wann und wo du dich auf der Autobahn bewegt hast, und niemand fragt danach, wie lange diese Daten gespeichert werden. (Wenn die neuen Perso's da sind, können sie dir auch noch genau sagen, was du wo und wann am Zielort gemacht hast - RFID macht's möglich) [QUOTE][B]Die Bild kann die Gesundheitsreform zerreißen und anprangern das nun jeder 10 €uro pro Quartal bezahlen muß, es wäre ihr nicht möglich bei ihren Lesern Verständnis dafür einzuheimsen das solche Maßnahmen ergriffen wurden. [/B][/QUOTE]Ein paar kleine Berichte über die "Sozialschmarotzer" die ständig "krank spielen" und sich auf dem Rücken der Arbeitenden gesundfaulenzen - und schon ist die Mehrheit davon überzeugt, daß man diesen Schritt gehen muß ... [QUOTE][B]Fakt ist, was den Leser politisch unzufrieden macht, kann auch die BILD nicht schön schreiben und alleine vor dem Versuch wird sie sich schwer hüten. [/B][/QUOTE]Man kann aber immer noch die Schuldigen frei wählen. Wenn die jetzige Regierung abgewählt ist, dann liegt es eben später daran, daß die Opposition alle Entscheidungen boykottiert. Und im Zweifelsfalle bleiben immer noch die "Asylanten und andere Ausländer" als Prügelknaben - je nachdem, wie man es gerade braucht. :mad:
Darket*Obiges mal unterschreib*

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