| Adis | Hallo Leute, ich habe mit Absicht so eine, vielleicht, etwas provokante Überschrift gewählt. Aber heute als ich nen Kaffee trinken war ist es mir wieder mal aufgefallen. Wieso benutzen Jugendliche eigentlich keine Artikel mehr? Ich verstehe es sicher wenn Ausländer, die der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig sind, aber warum können selbst Gymnasiasten keine Artikel mehr benutzen wenn sie reden. Woher kommt das? Ein andres ist, warum interessiert sich kaum noch jemand was um ihn herum passiert? Die meisten wissen ja nichtmal wer hier Bundespräsident ist. Geschweige dann, haben die irgend ein Interesse wie es diesem Land geht. Ebenso ist es beim Essen. Hier bei uns gibt es wirklich so viele gute Restaurants, deutsche und auch von anderen Kulturen. Aber dafür interessiert sich doch niemand mehr. Da kauf man sich lieber jeden Tag einen Döner, oder nen Burger, anstatt mal dafür am Wochenende schön und gut essen zu gehen. Von Theater oder Konzertbesuchen will ich ja schon gar nicht reden. Oder das man sich auch nur ein bisschen mit der Geschichte auseinandersetzt. Oder mal ein gutes Buch liest. Des gibt es doch heute fast gar nicht mehr. Ich versteh es nicht, vor allem da ich selber ja nicht viel älter bin als die Meisten. Woher kommt dieses Desinteresse an allem? gruß Adis |
| Haevion | Es ist der Wandel der Zeit, der eine starke Vereinfachung der Sprache mit sich bringt. Die "Spielersprache" reduziert sich so z.B. teilweise auf Numerik (1337-Speak). Ich persönlich sehe einfach nicht ein, warum ich meine Sprache vereinfachen sollte, schließlich beinhaltet Sprache eine gewisse Ästhetik, ähnlich der Kunst, die es zu wahren gilt. Das Problem resultiert ganz einfach aus vielen kleinen Faktoren: Musik, Umfeld, Technisierung, Alltagsmonotonie, Kurzlebigkeit... Wieviele man auch von diesen unzähligen Facetten nennen mag - das kommt dabei heraus. |
| Duion | also erstens ist die kultur schon verkommen und zweitens nennt sich das fortschritt |
| mathisschwester | ich denke, dass "interesse" bei den meisten menschen gleich etwas mit "mühe" zu tun hat - und mühe möchte sich kaum noch jemand machen....jetzt würde auch wunderbar das argument "und die medien sind überhaupt an allem schuld" ziehen, aber vielleicht sollte man sich einfach mal wieder einen neuen sündenbock suchen. der mensch wird eben aus allen richtungen beeinflusst und nimmt das ihm angenehmste mit. was mich aber auch wirklich auf die palme bringen kann (gerade hier am board!), ist eine sprachverstümmelung wie "ich les grad [B]nen[/B] buch" !!! aber ich muss mich wohl auch an der eigenen nase packen....denn wie man sieht, schreibe ich alle meine beiträge komplett klein. asche auf mein haupt... [B]I[/B]ch denke, ich werde versuchen, mir die [B]G[/B]roß- und [B]K[/B]leinschreibung wieder anzugewöhnen...:) [B]B[/B]is dahin [B]A[/B]lles [B]L[/B]iebe [B]M[/B]athis |
| Clytie | Also, zunächst einmal: Was ist denn die "deutsche" Kultur"? Da fängt für mich schon mal die Problematik der Frage an. Dann: 1. Die deutsche Sprache ist, wie jede lebende Sprache, Wandel und Veränderungen unterworfen. Meine Großmutter, die noch in der Kaiserzeit großgeworden ist, hat noch französische Begriffe gebraucht, die damals als schick galten und die heute kaum noch einer kennt (oder weiß etwa noch wer, was ein Plumeau ist? Und sie, im Gegenzug, fand es furchtbar, dass der Begriff "geil" so in Mode kam). Zu diesem Wandel tragen auch die Medien, die heute eine weit größere Bedeutung für sämtliche Lebensbereiche haben als früher (wobei auch wiederum festzulegen ist, was denn als "früher" anzusehen ist), ihren Teil bei. Ob diese Veränderungen unbedingt so toll sind und einem gefallen, ist eine andere Frage (Ich find es auch furchtbar, wenn jemand nicht "größer als ", sondern "größer wie" sagt), aber man kann die Welt nicht ändern. Ich denke, die Sprache verändert sich so, wie sie es schon immer getan hat - es fällt uns nur mehr auf bzw. vollzieht sich dieser Wandel vielleicht auch schneller, weil neue Wörter schneller verbreitet werden. 2. Zur Frage der Allgemeinbildung: Wenn man heute auf der Straße Leute nach Dingen fragt, die du zur Allgmeinbildung zählst, bekommt man sicher eine andere Zusammensetzung möglicher Antworten als "früher"(wiederum die Frage.... - aber das hatten wir ja schon ;)), aber wer heute jung ist, eignet sich eben das an, was für ihn persönlich wichtig ist - was in engem Zusammenhang mit dem steht, was die Gesellschaft für wichtig hält. Weshalb sollte man über Bundespräsidenten Bescheid wissen, wenn ohnehin viele Menschen sich nicht für Politik interessieren? Es werden ja z.B. die Eltern der Leute, die man auf der Straße befragt, nicht unbedingt miteinbezogen - die wissen das meistens wahrscheinlich auch nicht... 3. Zum Essen: Man mag doch meistens eher das, was nicht das ist, was man von zu Hause kennt, oder? Ich kenne eine Menge Leute, die gern und gut essen gehen, aber zum einen kriegt man die deutsche Küche ohnehin meistens zu Hause vorgesetzt bzw. erinnert es an damals, als man noch bei Mutti wohnte. Zweitens ist es auch eine Preisfrage - ein Döner ist halt einfach billiger als ein richtig gutes Jägerschnitzel in einem guten Restaurant - da zahlt man gut und gerne das Doppelte, wenn nicht mehr. Bei mir um die Ecke gibt es übrigens einen Imbiss, der unglaublich leckere, aber preiswerte Schnitzel aller Art vertreibt, und die wissen vor allem am Wochenende nicht, wo sie mit der ganzen Arbeit hinsollen und verdienen sich eine goldene Nase; die Kundschaft geht durch alle Altersstufen. 4. Theater- und Konzertbesuche: Da zu glauben, dass das heute "kaum mehr jemand" tut, ist ebenfalls eine irrige Annahme. Zum einen war und ist dieser kulturelle Bereich schon immer nur von einigen Gesellschaftsschichten bevorzugt besucht worden (womit ich nicht sagen will, dass das Interesse für Theater und (klassische) Konzerte allein von der Gesellschaftsschicht abhängt). Es ist vielleicht eher eine Frage des Alters und dessen, was man an Möglichkeiten der Freizeitgestaltung vorgelebt bekommt. Eine Bekannte von mir hat z.B. das Theater und die Oper eher durch Zufall entdeckt, als sie merkte, dass für ihren Musikgeschmack kaum mehr Veranstaltungen existierten, und hat ihre elfjährige Tochter mal mitgenommen, als ein Stück gespielt wurde, mit dem man auch in dem Alter schon etwas anfangen kann - sie hat ihr gesagt: "Ich weiß nicht, ob dir das gefallen wird, aber du kannst es dir ja mal ansehen - vielleicht ist es ja doch was für dich." Das Mädel war ziemlich begeistert und nimmt mittlerweile sogar schon Freundinnen mit. Sowas halte ich für einen Ausnahmefall. Viele Eltern, die ich so kenne, hängen ihr Freizeit- und Kulturvergnügen an de Nagel, wenn sie Kinder haben, bzw. haben sie häufig Schwierigkeiten, noch die nötige Zeit und Energie aufzubringen, um dorthin zu gehen. Da bleibt man lieber zu Hause und sieht fern; kann man schon verstehen. Später finden die Kinder es natürlich uncool, ins Theater zu gehen, weil es die Eltern tun - und man will sich schließlich von ihnen abgrenzen. Des Weiteren ist der gesamte kulturelle Bereich hier in Deutschland auch oft so von einer Art Heiligenschein umgeben, der nahelegt, dass so etwas immer hochkünstlerisch-anspruchsvoll und kaum für Sterbliche zugänglich ist, dass viele Leute schon von vornherein keine Lust auf sowas haben - was auch u.a. mit genau den Aussagen zu tun hat, die in diesem Thema bereits deutlich gewordensind: Wenn ich dauernd gesagt kriege "Du interessierst dich ja nur für anspruchsloses Zeug, guck mal, meine Interessen sind viel toller" - wer hat da schon Lust, sich mit jenen anderen Interessen zu beschäftigen? Würd ich auch nicht tun. Ich kann verstehen, dass dich das aufregt - ich nehme an, dass es in deinem Umfeld zumindest so ist, dass sich kaum jemand für so etwas interessiert. Das war bei mir genauso - der Text, den du geschrieben hast, könnte genauso von mir stammen, als ich knapp 20 war. Es ist scheiße, so allein zu sein mit seinen Interessen, aber man kann die anderen nicht zwingen, sich für Dinge zu interessieren, die man selber gut findet - man kann es ihnen höchstens anbieten. Und im Allgemeinen (das geht jetzt nicht gegen dich persönlich) geht es mir auf den Geist, dass hier sehr häufig darüber gejammert wird, dass "früher" ja alles besser war. Wann war denn "früher"? Habt ihr da gelebt - vor zwanzig, fünfzig, hundert Jahren? Könnt ihr es wirklich beurteilen? Sicher nicht, wenn ich mir das Durchschnittsalter der Mitglieder hier so angucke. Auch die Pauschalisierungen (ein "gutes" Buch - was ist denn "gute" Literatur?, oder auch "die Jugend von heute" etc.) halte ich für fehl am Platz. Die Welt ändert sich nun einmal, dagegen kann man nichts tun. Man kann höchstens im kleinen versuchen, die Richtung zu beeinflussen, in die sie sich in bestimmten Bereichen entwickelt. Zum Beispiel so, wie es besagte Bekannte tut. Oder ihr überredet Freunde, doch mal mitzukommen, damit sie sich sowas wenigstens mal angucken, oder ihr erzählt, warum ihr dieses oder jenes gut findet, ohne es ihnen aufzuschwatzen. Aber hört mit dem Gejammer auf, das bringt überhaupt nichts. Clytie (schon mal in Deckung vor nach ihr geworfenen "guten Büchern" gehend);) |
| Duion | so lange man mit der sprache die man spricht ausdrücken kann was man sagen will und wenn das auch noch andere verstehen, wo ist da dann das problem? |
| Schwarzer Prinz | joo, kann man wohl zustimmen ( orig. posting ). wobei ich in punkto bundespräsident + politik sehr wohl verstehen kann, dass das keinen mehr interesiert. bei dem chaos u. der ungerechtigkeit dieser "politik".... wobei mir auch egal ist wenn jemand "net" oder "oda" schreibt, da man weiß wat gemeint ist ( ups..meinte natürlich "was" ) :D achso: zum essen gehen ! schön und gut, aber wer kann sich heutzuatge noch leisten richtig gut essen zu gehen? klar ziemlich viele,die die halt arbeiten u. gutes geld verdienen o. "die oberen 10000" aber die meisten die eher wenig verdienen, arbeitslose, studenten, tlw. rentner, kranke etc... werden sich das kaum leisten können, daher ist ein döner für 2,50 - 3,- halt die kostengünstige u. zumeist schmackhafte alternative. wobei ich burger king, mcdonalds und so für weder schmackhaft noch kostengünstig halte *würg* |
| Darket | [QUOTE]"ich les grad nen buch" [/QUOTE] Ja, ich gebe es zu, auch ich neige gerade hier zu dieser gewissen, sprachlichen Vereinfachung, allerdings finde ich es sehr entspannend hier eine Schriftsprache zu pflegen, die nicht pedantisch kontrolliert wird. Ich behaupte von mir mich sowohl schriftlich, wie auch mündlich ganz gut mitteilen zu können, allerdings kann auch ich nicht leugnen mich gängigen Sprachtrends angepasst zu haben, da kommt man denke ich auch schwer drum herum. Was andere kulturelle Bereiche angeht weiß ich nicht ob ich bedingungslos den Eingangssteller zustimmen kann. Beim Besuch von Theaterstücken z.B. ist das so eine Sache, ich bin in letzter Zeit desöfteren mit der Schule im Theater gewesen und die Vorstellungen waren durchweg ausverkauft. Hier in Berlin haben sich neulich sogar Leute um die Karten geschlagen! Mangelndes Interesse drückt das denke ich jedenfalls nicht aus. Mit dem Besuch klassischer Konzerte sieht das doch einfach so aus, dass das einfach nicht mehr die Musik der entsprechenden Generationen ist. Ich gehe auch nicht rein, weil es mich spätestens nach ner halben Stunde langweilt, aber das hat doch nix mit Kulturverfall zu tun. Beim Stand der Allgemeinbildung seh ich das allerdings ähnlich, am besten deutlich wird das an deutschen Schulen. ICh hab gerad vor nen paar Wochen Abi geschrieben und sitze mit Leuten in einem (Leistungs)kurs, die die Bedeutung des Wortes Pazifismus nicht kennen und die sich einbilden die Bundesrepublik hätte eine Gesamteinwohnerzahl von unter zehn Millionen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, diese Leute haben mit mir zusammen Abi geschrieben, haben also voraussichtlich im Sommer Hochschulreife....und da wundert sich noch jemand, dass hierzulande Fachkräftemangel herrscht. |
| rochus | hi (oder soll ich hallo sagen?), ja, mir gefällt das alte auch besser: mittelhochdeutsch! ist eine sehr schöne sprache - aber mir gefällt eben nicht nur die sprache sondern das ganze mittelalterliche flair ;) haha.. spaß bei seite: solange man das versteht - zumindest beim lesen - was der andere meint, ist auch ein "net" und so weiter okay! mir ist es wurscht, ich selbst neige auch dazu und zudem schreib ich meistens alles klein - noch furchtbarer! (wobei es früher ja sogar auch im deutschen so war, dass alles klein geschrieben wurde und ich glaube mich erinnern zu können dass es erst seit ungefähr 1900 eine echte unterscheidung gibt..). sprachlich gesehen: was will man machen? die jugend versucht sich doch immer, von den alten abzugrenzen! ich selbst tu das zwar nicht so extrem, aber wenn mich manche leute mit meinem kumpel labern hören, dann verdrehen die nur die augen (okay, es geht auch übers programmieren und da ist eben das denglisch besser geeignet, weil es für viele fachwörter einfach keine bessere übersetzung gibt. bsp.: "debugger". wie übersetzt man das? "fehlersuchmaschine"? "fehler-zur-laufzeit-sucher"? oder wörtliche "entschaber" oder "entungezieferer"? ich glaub man sieht, was ich mein..). ansonsten kann ich mich eigentlich nur clytie anschließen! gruß rochus |
| Tynio | [QUOTE]also erstens ist die kultur schon verkommen und zweitens nennt sich das fortschritt[/QUOTE] Ist es für dich wirklich Fortschritt, dass Menschen kaum noch normal miteinander reden und kein kulturelles Interesse mehr haben? :confused: Ich find das ziemlich arm. Mir fällt auch sehr negativ auf, dass gerade jüngere Kinder, so fünfte Klasse, aber auch Ältere kaum noch Bücher lesen. Höchstens mal Harry Potter, aber den schaffen sie nur in einem halben Jahr und verstehen tun sie ihn meist auch nicht. :rolleyes: Vielleicht es eine Folge der wenigen sozialen Kontakte dass die Restaurants nicht mehr so besucht werden wie früher? Denn alleine geht man dort ja auch nicht gerne hin... Wenn dann mit dem Partner oder mit der Familie. |
| Travis28 | Ich denke auch, daß man den angeblichen "Verfall" der Kultur tiefer hängen sollte *sichdenvorrednernanschließ*. Jede Zeit hat eben ihren ganz eigenen Zeitgeist - der Vor- und Nachteile gleichermaßen hat, er ist nicht absolut schlechter, sondern nur anders. So ist doch gegenüber früher vieles freiheitlicher geworden, gerade im sexuellen Bereich, was ja eigentlich schön ist. Vieles ist freiheitlicher und weniger spießig, die Konventionen bröckeln - im Guten wie im Schlechten. Ich empfehle, die positiven Seiten zu sehen und nicht vergangenen und untergegangenen Werten nachzuweinen. An anderer Stelle spriest eine andere und eben neue Art von Kultur. |
| mathisschwester | mit " ich les grad nen buch" meinte ich nicht abkürzungen und dergleichen...ich selst schreibe auch oft "ich lese nen beitrag" (blödes beispiel)...aber dann würde es ja heißen "ich les grad'n buch" (da [B]ein[/B] buch und nicht [B]einen[/B] !) hatte ich mich da missverständlich ausgedrückt? sorry! naja, aber ich denke, die message ist trotzdem angekommen... liebe grüße mathis |
| Julya | Achjee... was die Sprache bzw Schrift angeht, könnte ich mich auch aufregen. Es gibt fast niemanden mehr, der die Rechtschreibung (weder die neue, noch die alte) oder die Kommasetzung beherrscht. Tippfehler kann jeder mal machen, hin und wieder stößt man auch an Worte, die man nicht schreiben kann, das passiert sogar mir und ich bezeichne mich schon fast als Rechtschreibfanatikerin ;) und auch das Kleinschreiben finde ich nicht so schlimm, wenn Punkt und Komma regelmäßig -und vor allem auch richtig- gesetzt werden. Ich hatte mal eine Weile die schlimmsten Wörte gesammelt, die mir in Foren über den Weg gelaufen sind, aber ich finde den Zettel leider nicht mehr. Ich mußte mir die Worte teilweise laut vorlesen, damit ich wußte, was gemeint war. Viele schreiben so wie sie sprechen und das lässt mir die Nackenhaare zu Berge stehen. Ich bin schon viele Jahre im Internet in Foren unterwegs und mein subjektives Gefühl ist, daß es wirklich immer schlimmer wird. Aber auch in Zeitungen und Magazinen: Ich [i]suche[/i] wirklich nicht nach Fehlern, aber sie springen mich nahezu an. Ich finde es peinlich, wenn man nicht einmal seine eigene Sprache in Schrift und Sprache richtig beherrscht. Was das Essen angeht: Ich finde auch, daß es eine Unsitte ist, sich irgendwo was 'auf die Hand' zu holen und dann kleckernder- und rumsauenderweise auf der Straße entlangzuhetzen. Natürlich kann man das mal machen, man hat auch nicht immer Zeit zum ausgiebig Essen, aber ich habe mir sagen lassen, daß dies vor allem ein deutsches 'Phänomen' sei. Im Fernsehen bekommt man hin und wieder ja solche Umfragen mit, wo auf der Straße irgendwelche Leute nach allgemeinen Dingen gefragt werden. Ich weiß nun auch nicht grade sämtliche Namen unserer Politiker, aber in einer Umfrage neulich wurden Leute auf der Straße gebeten, die ehemalige Grenze in eine Deutschlandkarte reinzuzeichnen. (Meiner Meinung nach sollte das wirklich jeder grob beherrschen) Da kamen Grenzen zustande, von denen Honecker geträumt hätte: Vom Fichtelgebirge ins Ruhrgebiet, oder von der Mecklenburgischen Seenplatte nach Ecke Bremerhaven, oder von Hamburg bis fast nach München... :eek: Mein Augenmerk liegt hauptsächlich auf der Sprache, aber auch alle anderen Gebiete scheinen immer uninteressanter zu werden... Und nicht nur bei Kindern und Jugendlichen! ~Julya~ |
| GenocideMachine | grade beim essen zuhause geht doch ne menge verloren an "wissen"... wer beherrscht denn noch das, was unsere großmütter konnten? z.b. gute soßen machen, suppen köcheln, plätzchen backen - ohne vorgefertigte mischungen wohlgemerkt? es ist aufgabe der eltern, solches überliefertes wissen weiterzugeben, aber die wenigsten sind bereit dazu bzw. haben die nötige zeit... allgemein gesehen ist es aufgabe der eltern, ihren kindern unsere "kultur" nahe zu bringen - aber wie bereits gesagt (ich meine das hätte auch schon jemand vor mir erwähnt): den meisten fehlt es einfach an zeit... das ist kein phänomen der "heutigen jugend", sondern vielmehr ein phänomen unserer null-zeit-gesellschaft. wenn viele familien bereit wären, mehr zeit miteinander zu verbringen, würden sich vll. solcher "probleme" von alleine lösen... kommunikation zwischen den verschiedenen generationen ist der schlüssel.... |
| Allanon | Wenn jemand aus Faulheit, bzw. Bequemlichkeit, Humor oder ähnliches Abkürzungen im Sprachgebrauch vormimmt, so sehe ich nichts schlechtes dabei. Ist allerdings jemand nicht mehr in der Lage vollständige zusammenhängende Sätze zu bilden, klingt es erstens zurückgeblieben, zum anderen leidet auf Dauer die Kommunikation, da man sich die fehlenden Teile aus den gesprochenen Sätze dazudenken darf. Dies kann im schlimmsten Fall in einem Ratespiel enden. Es ist ohnehin schon schwer genug, in Diskussionen aufgrund verschiedener Interpretationen, die Message des Sprechers richtig zu entschlüsseln, selbst dann wenn er in sauberen klaren Worten spricht. Ist dann jemand nicht mal mehr fähig seine Gedanken als gesprochenen logischen Code wiederzugeben, wird er schon selbst Probleme damit haben, diesen zu entschlüsseln, bzw. wird die Fähigkeit verlieren seine Wahrnehmungen, seine Gedanken und seine Worte in Einklang zu bringen. |
| Tiberon | Vielleicht tröstets ja, wenn ihr lest, wie's den Chinesen in Bezug auf die sprachliche 'Entartung' noch 'schlimmer' geht ;) [url=http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/te/15310/1.html]Telepolis-Link[/url] Und das mit dem Essen versteh ich nicht ganz .. ist nicht "das schmeckt wie bei Muttern" eines der größten Komplimente? Auch kann ich mir eine Suppe kochen wie sie Mutter macht. Denn das mit der Zeit ist das Problem jedes Einzelnen. Die älteren Generationen [u]wollen[/u] Wissen, Werte, Tradition, was auch immer weitergeben. Es liegt dann schon an uns, einfach mal innez uhalten und bloß zuzuhören ... |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Also ich schreib gerne "so wie ich rede",weil ich das als "meine" Art der Ausdrucksweise empfinde. Heisst: ich stehe zu meinem Dialekt, bin stolz darauf, gebe das auch schriftlich zu erkennen. Ein Mensch ohne Dialekt ist irgendwie für mich "arm", kulturell gesehen...die "Heimatsprache" ist die, die teilweise schon von Dorf zu Dorf in den Ausdrücken variiert, die aber jedem Menschen seine "Zugehörigkeit", ein Stück Identität, "mitgibt", die ihm niemand nehmen kann...daher schreibe ich oft statt "nicht" einfach "ned", weil das eben MEINE Art ist zu schreiben, es ist eine Hommage an das WeissBlau in mir, an Schriftsteller wie Ganghofer und Thoma, an das "Königlich Bayerische Amtsgericht" und an so liebenswerte (noch wirklich gute) TV-Serien wie "Münchner G´schichten" (das schreibt man wirklich so, das "e" entfällt im Bayerischen) und "Irgendwie und sowieso"...[/QUOTE] Das meinte ich gar nicht, liebe Ilo. Mir gefallen zwar einige Dialekte nicht besonders, aber ich finde, daß sie eine nette Bereicherung der Sprache darstellen können. Auch geschrieben. Ich suche schon die ganze Zeit den Zettel mit meinen Beispielen, aber ich finde ihn nicht ärgerlicherweise nicht wieder. Bei solchen Worten, die ich meine, merkt man, daß die Leute einfach nicht [b]wissen[/b], wie etwas richtig geschrieben wird. [size=1]Argh, ich ärgere mich so sehr... Da hab ich ewig gesammelt und jetzt könnte ich mal die 'Schmankerl' zum Besten geben und der Zettel ist weg... :mad: [/size] |
| rochus | mmh. essen, wo ich gerade dabei bin ;) ich kann von mir behaupten, dass ich nicht so kochen kann wie meine mutter. gut, ich hab auch nicht wirklich zeit, das endlich mal zu lernen - wobei ich es mir schon lange mal vorgenommen hab. dafür kann ich auf meine art essen zubereiten, das vielleicht nicht gerade typisch deutsch ist (eher so ein mix aus französisch, italienisch und griechisch..) aber mir schmeckt es besser als alles andere :p zur sprache: mich regt es auch auf, wenn jemand keine sätze mehr bilden kann. okay, auch ich mach meine fehler und hab mal nen satz den ich selber danach nicht mehr rauskrieg, weil ich einfach angefangen hab zu schreiben, dann gedacht habe und anders weitergetippt hab, aber mein gott, ich denke, solange der sinn erhalten bleibt, ist es mehr oder weniger egal. ich müsst ja hier auch öfters mal noch ein "e" hinter die wörter hängen (bsp: habe statt hab, müsste statt müsst) aber ich schreibe so, wie ich teilweise auch rede (dann müsst ich hin und wieder beim ist das "t" weglassen.. ;) ) und bisher hat sich niemand beschwert, dass es unlesbar sei, zumal es - außer man ist aus hannover - fast überall wohl so ist, dass man das e fallen lässt. mmh. was mich eher aufregt ist, wenn die leute nicht zwischen "das" und "dass" unterscheiden können. es mag zwar vorkommen, dass man im eifer des gefechts mal ein doppel s statt nem einfachen s schreibt, aber in einem längeren text, wo es einfach jedes mal falsch ist, merkt man ja, ob die person den unterschied kennt oder nicht. dieser fehler unterbricht den textfluss so enorm, dass ich schon des öfteren nen satz zweimal oder gar dreimal lesen musste, bis ich ihn endlich kapiert habe. was ich aber sehr mag: verschachtelte sätze :D wa, das macht so einen spaß die zu entschlüsseln (ich mag kryptographie bzw. in dem fall kryptoanalyse sowieso *g*). gruß rochus |
| Clytie | Vielleicht ist die Sache mit dem Essen auch eine Art Mode - ich beobachte in meinem Bekannten- und Freundeskreis, in dem viele Leute so um die 30 sind, dass sich nach zehn, fünfzehn Jahren, in denen man sehr viel Neues ausprobiert hat (griechisch, chinesisch, indisch oder thailändisch kochen; Döner selber machen oder sich durch das Angebot von Mäckes durchessen, Sushi ausprobieren usw.) viele auch wieder für Gerichte interessieren, die es früher zu Hause zu essen gab: Nachdem es noch vor einigen Jahren verpönt war, sowas wie Jägerschnitzel, Schweinebraten oder Frikadellen zu fabrizieren oder auch einfach nur zuzugeben, sowas gerne zu essen, mischt sich der alte mit dem neuen Geschmack. Vielleicht liegt das auch ein bisschen daran, dass man doch ein bisschen häuslicher wird... Dass sich vorwiegend Deutsche an irgendeinem Döner- oder sonstigen Stand schnell was Essbares reinschieben und dann weiterhetzen, ist allerdings nicht richtig - wenn man sich umguckt, sind wir zwar eins der wenigen Länder hier in Europa, in denen man sich allgemein für ein gemütliches Essen in Gesellschaft eher selten Zeit nimmt (in Frankreich und Italien dagegen ist so etwas ja ein ganz fester Bestandteil des täglichen Lebens), aber z.B. in Großbritannien fand ich das noch stärker ausgeprägt, weil dort die Arbeitszeiten für viele Menschen länger sind bzw. viele Leute mehrere Jobs haben und somit kaum Zeit bleibt, zwischendrein was Richtiges zu kochen - meine damalige Mitbewohnerin oder auch die Eltern einer Familie, in der ich auf die Kinder aufgepasst habe, arbeiteten von Morgens acht bis z.T. Abends um zehn und waren dazwischen nicht eine Minute zu Hause. Die Kinder kriegten in der Schule schnell zwischendurch was zu essen, und die Eltern begnügten sich Mittags mit einem schnellen Sandwich im Park oder so. Clytie. |
| Darket | Zur Sprache: Es ist teilweise traurig zu sehen, wie sie mißhandelt wird. Deutsch ist die einzige Sprache, von der ich behaupten würde ich würde sie können, mein Englisch ist miserabel und sonst hab ich inner Schule Latein und Alt-Griechisch gelernt, wovon ich aber allerhöchstens Grundkenntnisse mitgenommen hab. Ich hab mir zwar fest vorgenommen Türkisch und Spanisch zu lernen, aber wann ich dazu mal komm ist fragwürdig. Also ist deutsch die einzige Sprache, in der ich mich wirklich artikulieen kann und dementsprechend hat sie schon ne gewisse Bedeutung für mich und es regt mich manchmal echt auf, was damit produziet wird. Allerdings meist nicht in geschriebener Form, da fällt es mir schwerer drauf zu schließen, dass jemand das einfach nicht kann, aber das gesprochene Wort bringt mich mitunter auf die Palme und manche Leute fühlen sich von mir schon richtig genervt, weil ich reflexartig ne ganze Menge verbessere. |
| Adis | Ich finde es schön, dass die meisten hier wohl doch ähnlich denken wie ich. Ich habe halt auch das Glück ne Freundin zu haben, die die Sache auch so ähnlich sieht und mit der man solche Sachen dann halt auch Teilen kann. Ich wollte mit dem Thread sicher nicht sagen früher war alles besser. Ich bin selbst erst 21 und hab keine Ahnung wie es früher war. Ich habe halt nur das Gefühl, dass die Sprache vor allem sich in den letzten Jahrhunderten immer weiterentwickelt hat. Aber heute scheint es mir fast so als ginge es wieder rückwärts. @Odessa Du schon wieder ;)!!!!!!! Aber mist, ich muss dir leider schon wieder recht geben. Ich sehe des genau so. Bauerntheater oder Dialekte sind ebenso Teil der Kultur. Auch wenn es vielleicht von vielen als die Kultur des kleinen Mannes gesehen wird. Wenn ich mit meiner Familie rede, oder mit anderen Leuten aus dem Banat, reden wir natürlich auch Dialekt. Oder ich denke auch mit Freunden wenn ich rede, denke ich auch das es ziemlich schwäbelt. Aber trotzdem wird auch da gramatikalisch richtig geredet, und es werden net einfach Artikel und so weggelassen. Um nochmal darauf zurück zu kommen. Was ist für euch eigentlich "deutsche", oder allgemein, Kultur? Für mich ist es, dass ich in der Lage bin die Sprache zu sprechen, dass ich wenigstens Grundlagen der Geschichte kenne. Ja das ich mich auch mit den herrausragenden Persönlichkeiten etwas befasse, und wenigstens weiss wer Göthe, Schiller, Wagner, oder auch im negativen Hittler war. Dass ich ein bisschen Ahnung von habe was wo liegt ...... und ja für mich gehört es auch dazu, dass ich mir wenigstens einmal im Jahr einen Besuch in der Schwarzwaldstube oder in der Stubenmeisterei leiste. Aber ebenso gehört dazu, ein wenig Ahnung zu haben wie man mit seinen Mitmenschen umgeht, auf gute Umgangsformen achte ..... und bei mir gibt es auch noch für manche Damen den mittlerweile schon fast verpönten Handkuss. euch allen eine schöne Nacht noch Adis |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von Adis [/i] Ja [b]das[/b] ich mich auch mit den herrausragenden Persönlichkeiten etwas befasse, und wenigstens weiss wer [b]Göthe[/b], Schiller, Wagner, oder auch im negativen [b]Hittler[/b] war.[/QUOTE] Der gute Mann schrieb sich 'G[b]oe[/b]the'.... Und der andere hieß 'Hi[b]t[/b]ler... :rolleyes: [size=1]Sorry, [b]da[/b] konnte ich jetzt nicht widerstehen... ;)[/size] edit: und da wäre auch noch das 'dass/ß' :p |
| Adis | *gggggg* ...... hey aldä .... las den scheiss Gut, wo du Recht hast, hast du Recht ..... *ausredeüberleg* ..... ich hab heute nacht nur drei Stunden geschlafen, und bin seit um 7.00 wach!!!!!!!!!! :P. Wie man überhaupt auf die Idee kommt Hitler mit zwei T zu schreiben, weiss ich grad aber auch nicht. Vor allem sieht es ja auch einfach nur lächerlich aus ..... gut bei Goethe war es wohl einfach nur Faulheit ..... aber hast trotzdem Recht. *peinlichberührtdavonschleicht**undschnellnocheditiert* :P gruß Adis |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Vielleicht tröstets ja, wenn ihr lest, wie's den Chinesen in Bezug auf die sprachliche 'Entartung' noch 'schlimmer' geht ;) [url=http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/te/15310/1.html]Telepolis-Link[/url][/B][/QUOTE]Einen Chat im Internet mit der Alltagssprache zu vergleichen ist so ähnlich wie der berühmte Vergleich von Äpfeln und Birnen. Der Verfasser des Artikels war offenbar noch nicht in einem deutschen oder amerikanischen Chat. Wenn sich da 20 Leute aufhalten, mußt du einfach schnell sein. Da sind solche Kürzel wie 4u, 2u oder ih8 ebenso gang und gäbe wie 18fca, 17mny usw. Andererseits sind solche Chats eine flüchtige Sache. Da sind mir Foren dann doch lieber. :rolleyes: [QUOTE][B]Und das mit dem Essen versteh ich nicht ganz .. ist nicht "das schmeckt wie bei Muttern" eines der größten Komplimente? Auch kann ich mir eine Suppe kochen wie sie Mutter macht. Denn das mit der Zeit ist das Problem jedes Einzelnen. Die älteren Generationen [u]wollen[/u] Wissen, Werte, Tradition, was auch immer weitergeben. Es liegt dann schon an uns, einfach mal innezuhalten und bloß zuzuhören ... [/B][/QUOTE]Ein wenig Unabhängigket kann auch nicht schaden. Kochen ist genauso eine Kunst wie Musizieren, Zeichnen, Malen, Schneidern, Töpfern und was es sonst noch alles gibt, mal ganz abgesehen von dem Spaß, den das alles machen kann. |
| Apex | Also jetzt muß ich doch mal als Nachtwelten Stammchatter hier eingreifen. Also von flüchtig kann gar keine Rede sein, ich chatte hier schon seit mittlerweile 2 Jahren und hab in der Zeit ein paar gute Bekanntschaften gemacht. Und es kommt auch hin und wieder zu sehr kontroversen Diskussionen (so zum Beispiel zwischen mir und Seli was die Folter angeht ;) ). Sicher ist es die meiste Zeit nur Small Talk aber ich finds ganz nett da man nach einiger Zeit auch seine Mitstammchatter kennt. Und billiger wie telefonieren ist es alle mal. Wenn ihr mal Lust habt schaut ruhig mal rein in unseren kleinen Irrenchat. :D PS.: Ich weiß meine Zeichensetzung is schrecklich und meine Rechtschreibung quasi neualt, aber ich bemühe mich ;) |