| roddy | Ich war heute bei einem Vietnamesen essen. Von meinem Platz aus konnte ich einen Südländer sehen, habe gehört, dass er auf Englisch bestellt hat, also sicher kein Deutscher war. Mir ist irgendwie gleich aufgefallen, dass er viel höflicher wirkte als "wir Deutschen". Nachdem er mit Essen fertig war, hat er sich noch eine Viertelstunde mit dem Wirt unterhalten und gelacht. Ich kann mir irgendwie diese Szene nicht mit zwei Deutschen vorstellen. Meine ich das nur, oder sind die Menschen fremden gegenüber nirgends so unhöflich und unfreundlich wie in Deutschland? |
| Sanctuary | Ich denke du meintst das nicht nur so, es ist einfach so...okay, die Ami`s sind zwar auch nicht netter(man zieht, dass ich deutscher bin, muss mich rechtfertigen)... Aber die Deutschen sind eigentlich immer unhöflich und rücksichtslos, warum weiß ich auch net, Süddeutsche sind jedoch netter als Nordeutsche(bin Norddeutscher:eek: )... Wenn ich mal überlege wie die deutschen immer sofort aus der Haut fahren nur weil man mal net deren Wünsche erfüllen kann...schreCKlich!!! |
| draculetta | Tja auch wenn ich Sanctuary grundsätzlich recht gebe, daß die Deutschen in ihrer Grundstimmung eher unfreundlich sind, muß ich doch anmerken, das, das Benehmen eines jeden Menschen doch sehr von seiner Persönlichkeit abhängig ist. Das soll heißen, nicht jeder Deutsche verhält sich, wie die Axt im Wald, das kommt immer auch noch auf den Menschen und seine Umgangsformen an. Jedoch kann mal wohl behaupten, andere Mentalität anders Menschenverständnis und eben auch andere Umgangsformen. Nehmen wir das Beispiel China, ihr werdet dort nie!!!! in der Öffentlichkeit einen unhöflichen Menschen erleben, auch wenn das in gewisserweise eine Show ist, herrscht dort ein ganz anderer Umgang mit einander, weil der Gesellschaftsstruktur eine ganz andere Wertigkeit zur Grunde liegt. Die Deutschen sind in ihrer Art halt etwas ungehobelt...aber das heißt ja nicht, daß man sich damit abfinden muß, ganz im Gegenteil ein Jeder kann dazu beitragen das, das irgendwann mal anders wird.... liebe grüße |
| Menedemos | Ich bin mir zwar durchaus nicht sicher, daß das Thema in "Nebelpfade" paßt, aber es ist auf jeden Fall sehr interessant. Ich kann euch eigentlich allen nur zustimmen: Ja, die Deutschen sind eher unfreundlich. Ja, in Norddeutschland ist das noch ausgeprägter. Ja, es kommt auch sehr auf den einzelnen Menschen an und generalisieren darf man nicht. Ja, es kann jeder einzelne was dagegen tun. Ein gutes Beispiel wirkt wahre Wunder und wirkt ansteckend. Und wenn man nur im eigenen Umfeld damit anfängt - auch damit ist schon viel erreicht. Das mit Norddeutschland erkläre ich mir kulturell: Der Norden ist protestantisch geprägt, während der Süden doch sehr katholisch, von Italien etc. aus beeinflußt ist. Auch wenn die Leute heute nicht mehr sehr gläubig sind, sind diese Mentalitätsunterschiede heute noch spürbar. Ich habe bis heute noch keine rechte Erklärung gefunden, wie genau nun der Zusammenhang zwischen Protestantismus und Unfreundlichkeit zu erklären ist. Nur eine Hypothese (ich hoffe, ich langweile euch nicht damit): Der Protestantismus hat ein sehr negatives Menschenbild: [i]Jeder[/i] ist ein Sünder. Das führt dazu, daß man den Mitmenschen gering schätzt und das Positive am Menschen nicht sieht, zweitens ist man mit sich selber unzufrieden, was einen natürlich auch selbst nicht gerade umgänglicher macht. Außerdem fordert der Protestantismus paradoxerweise, daß man den Mitmenschen lieben [i]muß[/i]. Ich glaube, das ist das Allerschlimmste. Wer gezwungen ist, [i]den[/i] Menschen zu lieben, wird kaum echte Gefühle der Zuneigung entwickeln können. Gerade auch hier im Board fällt mir zumindest auf, auf was für menschenverachtende Haltungen man oft trifft. Der Mensch sei ein Tier, ja schlimmer noch als ein Tier, der Mensch gehört ausgerottet etc... Ja wer eine solche Haltung kultiviert, der kann doch unmöglich freundlich zu den Menschen sein. Ich bin mir ziemlich sicher, daß solche Haltungen in Italien zum Beispiel (auch wenn jetzt viele geneigt sein werden, mir zu widersprechen), die absolute Ausnahme sein würden, während sie in Deutschland (gerade auch unter Intellektuellen und Philosophen) fast zum guten Ton gehören, um ernst genommen zu werden. Ja, machen wir uns doch nichts vor: Wenn in Deutschland einer sagen würde, daß der Mensch im Durchschnitt ein liebenswertes Wesen ist, würde er doch schief angeschaut werden. Aber bei einer solchen Grundeinstellung - wie kann man da erwarten, daß die Leute nett miteinander umgehen? Ich weiß nicht genau, ob ich Recht habe, aber ich glaube jedenfalls, daß wir in Deutschland unser extrem negatives Menschenbild überdenken müßten, ohne uns freilich den Zwang aufzuerlegen, alle Menschen lieben zu müssen. Aber die allgemeine Mentalität zu ändern, ist wohl nicht möglich. Sehr gut ist es aber, liebenswürdige Umgangsformen sowohl an Ausländern als auch an manchen Deutschen genau zu beobachten, sie zu übernehmen und dann als ebensolches gutes Beispiel zu wirken. Man selber verliert dadurch nichts, man lebt dadurch nur angenehmer (solange man natürliche Freundlichkeit nicht mit Selbstverleugnung verwechselt). |
| Menedemos | @ OrcaDesign Hmm, deine Beobachtungen über Skandinavien bringen mich nun ins Grübeln. Wie du weißt, war ich noch nicht dort. Aber ich glaube es dir gern. Dann stimmt meine Protestantismustheorie anscheinend doch nicht so ganz. Aber ich kann dir sagen: Wenn man gen Süden fährt, sind die Leute AUCH freundlicher. Liegt wohl doch alles am alten Preussen... (Anmerkung an Menedemos: Buch über Preussen lesen! Zwecks NEUER Theorie! ;) ) Ich meine, daß mit Preussen hab ich mir schon auch gedacht, aber ich sah die Wurzel tiefer, eben im Protestantismus Preussens. Aber dein Skandinavien-Argument überzeugt mich. Dem Individualismus würde ich jetzt aber auch nicht die Schuld geben. Sind wir denn so individualistisch? Gerade Preussen, das du ansprichst, war ja ziemlich individualismus-feindlich. Zumindest sind wir nicht individualistischer als andere Europäer, meine ich zumindest. |
| Seneca | Man sollte auf jeden Fall zwischen Freundlichkeit, und Höflichkeit unterscheiden. MIr fällt diese Diskrepanz schon innerhalb des eigene Bundeslandes auf, nämlich Hessen. Während der Ton in Frankfurt eher professionell freundlich ist, schlägt einem In der Kasseler Gegend schon mal die typische "Schnodderichkeit" entgegen...die auf ihre Art überaschend ehrlich ist...! Ich persönlich fühle mich von den "gesalbten Worten" dagegen oftmals eher verarscht...! Aus diesem Grund kaufe ich z.B. Autos auch lieber bei einem immer etwas ölverschmierten KFZ-Meister, als bei einem gebügeltem "Sales Manager". |
| Hoffnung | Ihr habt etwas in euren Überlegungen vergessen. Es wird beschrieben das ein Gast, anscheinend Ausländer, ergo jemand der wahrscheinlich seinen urlaub in Deutschland verbringt so freundlich war. Wenn man im Urlaub ist verhält man sich auch anders. Was das Nord Südgefälle angeht, hab ich leider die Erfahrung machen müssen, das man sich als Süddeutsche meist in Norddeutschland schon fast verteidigen muss das man Süddeutsche ist. Manchmal nervt es ziemlich, aber was solls. Norddeutsche werden hier ja auch eher liebevoll "veräppelt" ala Preußen kommen*g* Was Ausländerfreundlichkeit angeht, kommt es auch auf die Menschen an, in Gruppen können sie ziemlich freundlich sein, im einzelenen weniger. Es kommen also mehrere Aspekte dazu. Ich habe früher ab und an bedient, und kann auch sagen das es muffel auch unter Ausländische Gäste gibt, genauso wie es Büffel unter Deutschen gibt, es kommt ganz auf die Tagessituation an. Genauso wie auf das Wetter, lass es schön sein und nicht zu heiß und schon ist fast jeder nett, lass es stechend oder drückend heiß sein, schon sind sie aggressiv ecetera. Der Deutsche kommt gerne schnell auf den Punkt stimmt, was ich eher als Vorteil sehe, da man danach entspannter feiern kann, als die Spannung noch zu ertragen ob es zu einem Abschluß kommt oder nicht, und man den Vertrag nun bekommt weil die Party gut war, oder ob man ihn bekommt weil die Angebotene Leistung stimmt. Ich weis etwas unrealistisch... Was den katholismus im Süden angeht, es stimmt er wird eher hier zelebriert, aber es stimmt nicht das die Normen allzu eng sind, auch der Kathlik hat dazugelernt... Was die Menschenhasser angeht, man braucht ihnen nur das Leben eines Tieres aufzeigen, schon kommen viele zum Überlegen, denn es ist einfach über Menschenhass zu reden ihn auch auszuführen, aber zu überlegen was es bedeutet als Tier zu leben ist schon was anderes, vonwegen Gewalt ecetera... Aber das wäre jetzt doch etwas offtopic... Macht auch bitte einen Unterschied zwischen ländlicher Bevölkerung und Städtern, da ist ein enromer Unterschied. Und ich hab auch schon unhöffliche Schweden Norweger ecetera erlebt. Ergo zusammengefasst: Menschen im Urlaub verhalten sich anders als wenn sie sich zu Hause aufhalten. Traditionen und Regionen gestalten auch das Verhalten, müssen es aber nicht bestimmen. Nicht jeder Bayer sauft und prügelt sich schließlich durch die Gegend genausowenig wie jeder Norddeutsche Krabbenfischer ist.. Stadt und Landbevökerung haben eine andere lebensweise. So das war mein senf dazu... |
| decay73 | *senftubeaufmach* [QUOTE][i]Original geschrieben von Hoffnung [/i] [B]Was das Nord Südgefälle angeht, hab ich leider die Erfahrung machen müssen, das man sich als Süddeutsche meist in Norddeutschland schon fast verteidigen muss das man Süddeutsche ist. Manchmal nervt es ziemlich, aber was solls. Norddeutsche werden hier ja auch eher liebevoll "veräppelt" ala Preußen kommen*g* [/B][/QUOTE] Na hier muß ich dann doch mal kurz eingreifen, Hoffnung, und meine norddeutsch geprägte Sozialisation und meine familiären Ursprünge in Ostfriesland vereidigen. [I]Natürlich[/I] muß ein Süddeutscher im Norden Rechenschaft darüber ablgen, was er denn da will, wenn ihm sonst nicht viel mehr einfällt, als Ostfriesenwitze. Und umgekehrt ist es doch wirklich genauso...das sind wohl die üblichen "Wettkämpfe der Kulturen". Und zu dem unfreundlichen, mürrischen Norddeutschen muß ich auch noch kurz was sagen. [I]Natürlich[/I] ist ein Norddeutscher im ersten Moment recht unfreundlich und wortkarg. Aber wenn man ihn mal kennen gelernt hat, entpuppt er sich oft schnell als zuverlässiger, ehrlicher Freund. Und das ist mir ehrlich gesagt lieber, als oberflächlich-lustige Begegnungen, die am nächsten Tag aber wieder vergessen sind (so wie mir das z.B. im Rheinland passiert ist). Was eben auch ein Grund für die vermeintliche Unfreundlichkeit sein kann, ist die Wortkargheit. Es wird gelebt nach dem Motto "Wer viel redet hat nichts zu sagen". Aber auch das ist doch eigentlich die ehrlichere Variante einer Unterhaltung. (achja, und die plattdeutsche Sprache ist alles andere als hart und kantig...das aber nur am Rande...*g*). Vor der allgemeinen Griesgrämigkeit der Deutschen ist ja auch die schwarze Szene nicht mehr gefeit. In letzter Zeit sitze ich doch erstaunlich oft kopfschüttelnd vor dem Rechner, weil immer und überall in den Nachwelten unreflektiertes "is doch eh alles scheiße" zu lesen ist, anstatt sich mal Gedanken über ein paar Lösungen zu machen...und genau das scheint mir eine typische deutsche Grundeinstellung zu sein: Sich zurücklehen und meckern, anstatt nach vorne zu sehen und Lösungen zu finden. So kann man das Leben natürlich nicht genießen, was zu noch mehr Griesgrämigkeit führt... [B]ein Teufelskreis![/B] :) ~decay~ |
| LaChatte | Ich befürworte die Sprachtheorie, denn das Hochdeutsche hat schon einen sehr militärischen, abgehackten Ton. Da macht sich mein Freund, ein Franzos, auch immer darüber lustig. Er meint, wenn man einer Frau sagt "Ick liebe dick!" kann sie ja nur die Flucht ergreifen, weil sie Angst kriegt, erschossen zu werden.:confused: Das Schweizerdeutsche ist zwar rauh und eine Bauernsprache (mit einigen Ausnahmen wie Baseldyytsch), aber es hat viel weniger diesen kommandierenden Ton. Ähnlich wie die süddeutschen Dialekte... Sie haben Ecken und Kanten, sind aber eher langsam und gemütlich. Allgemein stelle ich aber auch fest, dass die romanischen Länder generell freundlicher, herzlicher und offener sind, bei der ersten paar Begegnungen. Wenn man jemanden besser kennt, ist das wieder etwas anderes, aber darum gehts hier wohl nicht wirklich... |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Wenn man jemanden besser kennt, ist das wieder etwas anderes, aber darum gehts hier wohl nicht wirklich... [/B][/QUOTE] Doooch, ich finde genau darum sollte es auch gehen, und nicht nur um die erste oberflächliche Begegnung. Btw, wenn die Ostfiesen erst mal ihren Tee fertig haben und anfangen über Gott und die Welt (und vor allem über den Nachbarn und das Wetter) zu schnackeln, gehts kaum gemütlicher, gediegener und zufriedener...*g* ~decay~ [I](Verteidiger der norddeutschen Kulur)[/I] |
| hagzissa13 | @ roddy: Ich kann mir diese Szene sehr wohl mit zwei Deutschen vorstellen! Ich glaube zwar schon ein wenig an sowas wie "Mentalität", aber im Grunde liegt es doch wirklich an der Person selbst und sorry, aber ich kenne sehr viele, sehr kommunikative Deutsche, die dort in diesem Restaurant an jenem Tisch hätten sitzen können... Hagzissa - per aspera ad astra - |
| Luchs | Hallo Ich komme aus der "Mitte" sprich bergisches Land, durfte 2 Jahre bei den Ostfriesen verbringen und bin jetzt seit ebenfalls fast 2 jahren in stuttgart. was die sprache angeht: schwäbisch hört sich für mich jedesmal entsetzlich keifig an, grade bei frauen - wobei es in stuttgart nicht so schlimm ist wie karlsruhe (ok, das sind badenser.. ;) ) mir zumindest erscheint platt dann doch angenehmer und gemütlicher. was dagegen die menschen angeht: irgendwo sind sie hier im süden offener, herzlicher als im norden, dafür fehlt dort die oberflächlichkeit. und so ein schnöner schnack beim tee ist durch nichts zu ersetzen. und als man mich das erste mal um 11 aus nem biergarten (wasen, stuttgart) geworfen hat dachte ich auch, ich werd nicht mehr. und die vielgerühmte mitte? oberflächlich, wenn auch auf den ersten blick herzlicher als die ostfriesen. und irgendwo zerissen zwischen gemütlichkeit und hektik. hm, irgendein fazit? die menschen sind alle schlecht, egal wo sie herkommen.. sieht man von rühmlichen ausnahmen ab ;) ausserdem scheint an "wie du in den wald reinrufst.." immernoch was dran zu sein. und das wirkst auch, ob ich nun schwarz rumrenne, oder brav im bürooutfit. gruß die große mieze |
| Unapproachable | Die Axt im Walde, die Deutsche Gründlichkeit, an all dem ist schon etwas Wahres dran, finde ich. Ein Beispiel: Erna und Ehrich, ich nenne sie einfach mal so, machen Urlaub mit dem Caravan auf einem Campingplatz am Gardasee. Abend, es war 20:00 Uhr, sitze ich mit meiner Horde beim gemütlichen Snack vor unserem Auto. Nebenan lief die Tagesschau. Sie war vorrüber, als Ehrich aus seinem Gefährt heraustrat, bewaffnet mit ner Spraydose. Wie sich sehr schnell herausstellte, es handelte sich um Insektenspray, welches Ehrich nun in rauhen Mengen an seinen Wohnwagen sprühte, während Erna im Innern des Gefährts beinahe erstickt sein muß. Der Nebel zog zu uns herüber, worauf ich den guten Mann fragte, ob das denn nun wirklich sein müsse. Er sähe doch, daß das Zeugs zu uns herüberzieht, somit auch über unsere Lebensmittel. Wer nun ernstfhaft glaubt, er hätte seine Aktion eingestellt, dem sei gesagt, weit gefehlt! Das muß jetzt sein, weil es immer so ist, ein kurzer Blick, und er machte munter weiter. Unsere Lebensmittel landeten im Müll, der Abend war gelaufen, und am nöchsten Tag setzten wir unser Auto an einen anderen Standplatz. Ich denke, wer sich in der Welt dermaßen aufführt, und es gibt ne Menge davon, der muß sich über einen miesen Ruf und das Gespött der anderen nicht wundern. Natürlich gilt dies nicht für alle Deutschen. Viele Grüße, Unapproachable |
| BlueBird | Stimmt, die Fäkalienanfälligkeit vieler Beiträge, oftmals im Zusammenhang mit Liebesgeschichten, finde ich auch sehr auffällig und bedenklich. |
| Asmodai | Als Deutscher im Ausland sollte man sich zuerst umhören ob schon Deutsche vorher dort waren. Wenn ja kann man sich benehmen wie man will ;-) ( siehe Mallorca ) Naja, Scherz beiseite. Ich weiß nicht, aber ein bisschen Benehmen sollte doch ein jeder von uns von seinem Zuhause mitbekommen haben. Und das man sich im Ausland ( wo man meistens die Sprachen und Gepflogenheiten nicht kennt ) zurückhaltend Verhalten sollte versteht sich eigentlich von selbst. Aber es soll ja immer noch "Bauern" unter uns geben..... ;-) |
| Desira | Treffender kann man es wohl nicht sagen ;) |
| BlueBird | Ich habe etliche Leute erlebt, die ein sorgenfreies Leben führten und denen solange wie möglich alles abgenommen wurde. Wenn denen nur eine Kleinigkeit schief läuft, dann rasten sie aus und werden hysterisch, eben weil sie nie gelernt haben, daß Schmerzen und Rückschläge zur ganz normalen Lebensentwicklung gehören. Nun können sie nicht damit umgehen. |
| Nachtelfchen | hm...ist witzig, aber ich hab deutsche (die meisten, die ich kenn, kommen aus süddeutschland) immer als aufgeschlossen und freundlich erlebt. hier in der schweiz hingegen sind die leute viel unaufgeschlossener und mürrischer, dazu auch sehr zurückhaltend. einen schweizer kennenzulernen ist in erster linie mal mühsam. ich weiss nicht warum, aber irgendwie sind viele jeglichem neuen zuerst mal abgeneigt. naja, vielleicht war das jetzt fütterung eines klischeetierchens, ich weiss nicht... grüssle vom nachtelfle, jenseits von süddeutschland |
| BlueBird | @Nachtelfchen Solche Klischees haben meist einen wahren Kern. So bin ich immer wieder von der Alltagshöflichkeit und Zuvorkommenheit der Österreicher überrascht, speziell außerhalb Wiens. Mir ist natürlich auch klar, daß die Menschen dort auf ihren Vorteil bedacht sind und genauso arbeiten müssen, wie hier, aber es läuft alles viel geschmeidiger und zuvorkommender. Allein schon im Cafe, der Ober sagt "Danke", wenn man reinkommt, "Danke", wenn man die Bestellung aufgibt, "Danke", wenn er den Cafe bringt und nochmal "Danke", wenn man zahlt. Das kostet ihn nichts, versetzt mich in einen Zustand warmer Zufriedenheit und ihm bringt es Trinkgeld ein. Wie oft ich es hier im Cafe erlebe, daß das Personal die Bestellung kommentarlos entgegennimmt oder höchstens mit einem Nicken quittiert... Was mir da so durch den Kopf geht, schreibe ich lieber nicht. |
| Sirius | Also ich durfte mich ja nun auch einige Jahre in Ultra-Oberbayern aufhalten und habe dort keineswegs festgestellt, das die Einheimischen freundlicher oder unfreundlicher sind, als hier in der Hauptstadt. Es gibt immer solche und solche. Es gab dort Leute, die zu mir als zugezogenen sehr nett und aufgeschlossen waren und es gab auch welche, die mich gleich als "Saupreiß" ablehnten, ohne mich überhaupt zu kennen. |
| BlueBird | @SisterofMercy Ein wahres Wort, das Du da sprichst. Aufmerksamkeit im negativen Sinne. Und wo kommt es her? Aus den frühen Kindertagen, wir reißen die Decke vom Tisch, wenn wir ins Bett sollen; schmeißen uns am Supermarkt an der Kasse zu Boden, weil es keine Schoko gibt; machen ins Höschen, weil die Familie nicht in den Zoo geht. Und alles wiederholt sich, nur auf einer anderen Ebene, weil die kleinen Häschen keine Lust haben erwachsen zu werden. Dieser Zustand kann bei vielen Menschen ein lebenslänglicher sein. |
| Fremder | Nun, ich kann nicht sagen, ob die Menschen im Norden, Süden, Osten oder Westen freundlich oder unfreundlich sind. Ich hatte vor einiger Zeit eine Beziehung in Rostock. Ich würde von den Eltern und Bekannten meiner Freundin so herzlich aufgenommen, wie ich es in meinem Leben nicht gekannt habe. Gleichzeitig haben dort sehr viele Leute auf der Straße uns schief angesehen und hasserfüllte Kommentare abgegeben, die ich hier nicht näher aufführen möchte. "Wie es in den Wald ruft"... So ist es. Ich erlebe es nicht selten, dass ich mit Menschen jeder Art ins Gespräche komme, allerdings nur wenn es mir gut geht, und ich nicht gerade in Selbstmitleid bade, weil mir das Leben "exkrementös" vorkommt. Menschen aller Herkunft gehen auf einen ein, wenn man gut gelaunt ist und einen sympathischen Eindruck macht. Unabhängig von Kleidung, Aussehen oder Herkunft. Manchmal ist es schwer, das Gute im Leben zu sehen. Man weiß, dass es irgendwann weitergeht, dass man irgendwie an allem wächst. Aber es ist schwer dies in solchen Momenten zu begreifen. Man legt sich entweder in das Gefühl rein, klagt anderen sein Leid, redet darüber, schreibt Gedichte oder lenkt sich ab. Und manchmal steht man am Abgrund, sieht wie Kieselsteinchen in die Finsternis taumeln....... Und steht da, nackt, beraubt aller Hoffnung. Und ein Fremder ist verloren In einem Land, in dem ihn keiner versteht Keiner spricht die gleiche Sprache. Doch er schleppt sich trotzdem weiter. Und der Fremde trank vom Wein der langen Rede... |
| Trauerwesen | Ich habe ein halbes Jahr im Ausland verbracht und habe alle möglichen Nationalitäten kennegelernt, und wir Deutschen haben einen Ruf als zu ernster, spiessiger, unhöflicher Mensch. Trotzdem kame mir die Menschen dort höflich entgegen, offen, freundlich, zuvorkommend. Und ich fühlte mich wohl, nicht wie ein Fremder oder so (was Ausländer hier bestimmt denken). Naja, ich kam zurück und hatte Integrationsprobleme, obwohl ich deutscher war! Denn hie sind alle (meine viele) einfach nur stumpf. macht man hier mal einen Scherz der liebgemeitn war, denken die Kunden gleich man sei nicht ganz richtig im Kopf. Etwas Lockerheit kann dem Land nicht schaden! Wir Deutschen sind zu verschlossen und distanziert |
| Sirius | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Sirius : Das "saupreiss" ist aber ab und an durchaus liebevoll gemeint, genau wie das Kompliment "Du bist echt a varreckta Hund" ;-) liegrü, o. [/B][/QUOTE] Das ist mir schon klar, aus dem Mund eines Kollegen oder Kumpels hätte ich das auch entsprechend als Schabernack interpretiert, aber wenn mich völlig fremde Menschen nur wegen meines Dialektes anmachen (wobei das "Saupreuß" noch harmlos war) und wg. meiner nicht-Bayrischen Herkunft beschimpfen, bin ich durchaus der Ansicht, das die Süddeutschen im Schnitt nicht mehr oder minder freundlich sind, als alle anderen. Das der Deutsche an sich im Ausland einen eher schlechten Ruf hat, ist ja nun nichts neues, aber die Leute verhalten sich halt trotzdem freundlich zu uns, weil wir als reiche Touristen ja ordentlich Geld ins Land tragen. Ich selbst versuche im Ausland stets, mich neutral zu verhalten, also nicht übertrieben höflich, aber auch keinesfalls wie die Axt im Walde. Ausserdem kann ich es überhaupt nicht leiden, wenn Deutsche im Ausland den Einheimischen ihre Sprache aufzwingen wollen. Es fällt immer wieder auf, das Touris die Einheimischen auf Deutsch zutexten, ohne zu fragen, ob das Gegenüber das gebelle überhaupt versteht. Meines Erachtens gehört zum Mindestmaß der Höflichkeit, wenigstens auf Englisch zu fragen, ob Deutsch verstanden wird und falls nicht und man kann kein Englisch, ist immer noch eine Verständigung mit Händen und Füßen möglich. |
| Andrea_Palladio | @sirius Hast Du das Phänomen schon mal von folgender Seite betrachtet: Du hattest in Bayern aus irgendwelchen Gründen Streß. Sei es, daß Du Dich vor anderen Leuten in die Tram gedrängelt hast, sei es, daß deren Blutzucker zu hoch war. Was passiert: Die Menschen machen ihr Gegenüber an einer Auffälligkeit fest "Langer", "Kleiner", "Dicker", "Punk", "Türke", in Deinem Fall war es der Dialekt. Menschen sind so. Wenn Du Dich ungerecht behandelt fühlst, gehst Du dann in Dich und sagst Dir: "So ein(e) seltsame(r) Vertreter(in) der Gattung Homo Sapiens" oder schießt Dir nicht auch eher "Die blöde Oma" (Merkmal Alter) oder "Der doofe Ami" (Merkmal Fremdheit) durch den Kopf? Und wieso soll sich der Normalverbraucher im Ausland heute noch anpassen? Ist doch sein Problem, wenn er in der Provinz nicht verstanden wird? Und in den Touristenzentren haben sich die Leute, die von ihm leben, längst an den Kunden angepaßt? Und weshalb denn auf Englisch ? Deutsch war mal die Lingua Franca Mitteleuropas und bis vor wenigen Jahrzehnten hat Englisch auf dem Kontinent keine Rolle gespielt. Fahr mal in sämtliche osteuropäischen Länder oder ins Baltikum, da kommst Du mit Deutsch gut und leicht durch. Und ich würde es begrüßen, wenn der bedeutendste Nettozahler in der EU endlich mal Deutsch als dritte offizielle Amtssprache neben FRZ und E. in Brüssel durchsetzen würde. |
| disturbed | Na ja, wenn man das geanze mal genau betrachtet dann sind wir deutschen doch schon ein ziemlich verwöhntes Volk. Wir haben so einen hohen Lebensstandart wie es fast kein anderes Land hat. Wir sind vie zu verwöhnt und bei uns muss immer alles schnell gehen. Weil wir doch keine Zeit habenund arbeiten gehen müssen. :cool: |
| Duion | wieso sollte man nicht besser leben dürfen als andere wenn man es sich doch verdient hat? |
| Dr. Feelgood | In der vergangenen Woche hat mein Freund Rau seine Abschiedsrede gehalten und unserem Volk ebenfalls Verzagtheit und Muckertum vorgeworfen. Da ist mir sofort wieder eingefallen, wie vor zwei Jahren die deutschen Sportler bei der Winterolympiade in den USA eine Medaille nach der anderen abgeräumt erobert haben - alles durch die Bank weg sehr sympathische Menschen, mit Selbstzweifeln, harten Vorbereitungskämpfen. Dann hat sich der Onkel Johannes nach Amerika bequemt, war in der Zeitung mit einem Kirgisenmützchen bekleidet abgelichtet und meldete sich wie folgt zu Wort: "Nun hoffe ich, daß diese Sportler nicht übermütig werden." Der hat es gerade nötig, jeder andere Staatschef hätte gejubelt und ihnen gratuliert, was sie doch für Klassejungens und -mädels sind und aus Berlin kommt der bundesdeutsche Bedenkenträger angeflogen und tut so, als wenn er es mit einer Bande Spinner zu tun hätte. Schön, daß Du gehtst, Rau, dafür behälst Du jetzt Deinen Dienstwagen mit Chauffeur und Dein hohes Einkommen. Wollen wir hoffen und beten, daß Herr Köhler es besser macht. |
| decay73 | A propos Miesepeterstaat. Ich hab da gerade etwas bei n-tv gefunden, was zeigt, daß D. so ein schlechter Standort, wie immer getan wird, nun auch nicht ist: [QUOTE]Freitag, 28. Mai 2004 Löhne sind nicht alles [b]Standort Deutschland? Ja, bitte! [/b] Deutschland ist für ausländische Manager ein attraktiver Standort. Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von Ernst & Young unter gut 500 Führungskräften, die dem "Handelsblatt" vorliegt. Auf der Liste der attraktivsten internationalen Standorte rangiert Deutschland auf Platz drei hinter China und den USA. Der Umfrage zufolge wollen 40 Prozent der internationalen Top-Manager ihre Aktivitäten hierzulande ausbauen. Frankreich rangiert weit abgeschlagen hinter Großbritannien, Polen, Indien und Tschechien. Für Deutschland sprachen bei den Standortentscheidungen vor allem eine gute Verkehrs- und Telekominfrastruktur sowie und die Möglichkeit, Produktivitätszuwächse zu erzielen. Im Europa-Ranking schneidet Deutschland bei diesen Faktoren am besten ab. Niedrige Löhne waren bei der Auswahl zweitrangig. Aus Sicht von 40 Prozent der Befragten hat Deutschland auch die qualifiziertesten Arbeitnehmer - Großbritannien und die skandinavischen Länder folgen mit großem Abstand. Bestnoten gibt es auch für Forschung und Entwicklung. Bei den Arbeitskosten landet Deutschland - erwartungsgemäß - auf einem der hintersten Plätze. Hier liegen Tschechien, Ungarn, Polen und Großbritannien vorn. [/QUOTE] Vielleicht sollte man versuchen dies auszunutzen, anstatt immer gleich alles schlecht zu reden...und dann kann man sich besser auf das noch verbliebene Problem konzentrieren. ~decay~ |
| Tajela | Hmm..@decay, ich weiß net, aber aus eigener Erfahrung heraus, kann ich die Informationen von N-Tv nicht bestätigen. Ich arbeite in der Wirtschaft und sehe immer wieder, dass die Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, weil es in Deutschland sehr teuer ist, zu produzieren. In Tschechien und Russland ist der Produktionsvorgang vieler Güter um fast 5oo% günstiger, was für Deutsche Unternehmen geradezu unmöglich macht, der Konkurrenz stand zu halten. Wie Du selbst gesagt hast, die Löhne in Deutschland sind einfach viel zu hoch im Vergleich anderer Länder (was dann aber mit der EU-Erweiterung auch anders werden dürfte). Ich will nicht in die Kerbe schlagen "Deutschland ist Scheiße", immerhin geht es uns Deutschen besser als vielen anderen Nationen, aber das Deutschland ein attraktiver Wirtschaftsstandort sein soll, kann ich mir irgendwie net vorstellen. Welchen Institution hat denn diese Statistik geführt? |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tajela [/i] [B] Welchen Institution hat denn diese Statistik geführt? [/B][/QUOTE] Na wie da schon steht: Die Wirtschaftsprüfungsgeswellschaft Ernst&Young. Und das die Produktion in Deutschland aufgrund der hohen Löhne teuer ist, wird ja gar nicht abgestritten...aber das ist anscheinend nicht der wichtigste Faktor, aber natürlich auch ein wichtiger. Aber interessant ist doch, daß D. im Ausland für attraktiver gehalten wird, als wir selber es tun. Und manchmal habe ich (auch aus Erfahrung aus dem Unternehmen, in dem ich arbeite), daß viele sich anscheinend lieber zurücklehnen und sagen, daß es alles Mist ist, anstatt sich mal ein wenig anzustrengen. Der Bereich, in dem ich arbeite, würde schon gerne sein Geschäft ausweiten, darf es aber aus "politischen" Gründen nicht. Verständlich ist mir das nicht, aber wenn das allgemein zur Unternehmenphilosophie wird, wundert mich vieles nicht mehr...es fehlt an vielen Stellen doch deutlich an Mut, Entscheidungsfreude, neuen Ideen und Risikobereitschaft. Die Führungsebenen sind anscheinend genauso bequem georden, wie es der deutschen Bevölkerung immer gerne vorgehalten wird. ~decay~ |
| Tajela | Decay73: [QUOTE]Na wie da schon steht: Die Wirtschaftsprüfungsgeswellschaft Ernst&Young.[/QUOTE] Sorry, hab ich überlesen!! [QUOTE]Die Führungsebenen sind anscheinend genauso bequem georden, wie es der deutschen Bevölkerung immer gerne vorgehalten wird.[/QUOTE] Da gebe ich dir recht. Ich wollte eigentlich auch nur sagen dass ich es überraschend finde, wie Deutschland im Ausland gesehen wird, ich wollte es nicht direkt anzweifeln. Abgesehen mal davon, ist das ja eh ein sehr komplexes Thema..würde die Produktion hier biliger gemacht, müsste man wohl auch die Löhne senken, dann würden auch wieder alle schreien! Ich persönlich finde auch, dass uns jammern nicht wirklich weiterhilft, zumal wie ich schon sagte, es geht uns nicht so schlecht. Oftmals sind gerade die Leute, die den ganzen Tag über Deutschland wettern, auch die, die beim Sozialamt beide Hände offen halten und somit aktiv den Staat mitzerstören (ich rede jetzt von gesunden , arbeitsfähigen Menschen, die eigentlich keiner Sozialhilfe bedürfen). Natürlich läuft hier vielleicht Einiges daneben, aber was nützt es, darüber zu debattieren..wir alle können unseren Teil dazu beitragen, dass es besser wird! |