| AndreasR | Hallo, ich bin gerade bei der Recherche für ein dokumentarisches Filmprojekt zu dem Thema "Die deutsche Verwirrung" bzw. "Die deutsche Dekadenz". Es soll dabei um den Versuch gehen, gesellschaftliche 'Besonderheiten' auf psychologisch motivierte Fehlentscheidungen Einzelner zurückzuführen um somit dem Typus des "Deutschen" näher zu kommen (was, wenn man so will, nicht einwandfrei ist, da davon ausgegangen wird, dass es diesen Typus auch gibt). Weil in diesem Forum viel los ist und teilweise sehr interessante (und für mich schon anregende) Diskussionen geführt wurden, wollte ich gerne diese wenigen Fragen aufstellen und euch bitten, vielleicht einige Gedanken von euch darüber zurück zu lassen: Was empfindet ihr in eurer Umgebung als dekadent und vom Verfall gezeichnet? Warum? Welche Menschen werden in Deutschland ignoriert und warum/von wem? Welche Menschen kommen euch verblendet, realitätsfern, verschleiert vor? Habt ihr konkrete Vorstellungen über eine Alternative zu der Realität, die wir uns hier (oder andere für uns hier) erschaffen haben? Was ist für euch typisch Deutsch? Was empfindet ihr an eurem Alltag als Belastung, mit der (dem Anschein nach) nicht nur ihr allein, sondern auch die meisten anderen leben müssen? Vor allem würde ich mich freuen, wenn die Fragen möglichst persönlich beantwortet würden, zb. auf Frage 3 nicht einfach "die Politiker". Auch sind sie keineswegs nur auf Gesamtdeutschland, sondern auch auf das Alltagsleben konzentriert. Wem noch andere oder bessere Fragen einfallen, darf sie gerne ergänzen oder das Thema mit weiteren Anregungen bereichern. (Natürlich erwarte ich von niemandem, dass er ALLE beantwortet) Wer weitere Fragen hat oder mir irgendwie weiterhelfen kann/möchte, kann mir auch gerne eine e-mail schicken. VIELEN DANK, Andreas Roller [email]A.Roller@gmx.at[/email] |
| Ishvara | Ja, die Dekadenz der Deutschen, klasse Thema. Mir drängt sich zur Zeit das Gefühl auf, das es dem Deutschem Volk irgendwie einfach zu gut geht. Der Lebensstandard in Deutschland steigt seit Ende des Krieges kontinuirlich an. Der durchschnittliche Deutsche hat wesentlich mehr Freizeit als in den 60er, z.B eine Hausfrau hat heute doppelt soviel Freizeit wie in den 60er. Das was wir Deutschen vor 20 Jahren noch als Luxusgüter bezeichnet haben, ist heutzutage Standard. Noch vor zwanzig Jahren, hatte nicht jeder Haushalt Telefon oder fliesend Wasser, heute ist das völlig normal. Obwohl es uns seit Ende des Krieges immer besser geht und wir immer mehr besitzen, immer mehr Vorteile haben, machen wir was? Wir nörgeln an allem rum, beschweren uns über zuviel Steuern und zu hohe Abgaben, wollen immer weniger Arbeiten aber ständig mehr Lohn, wenn ich diese Gewerkschafter schon höhre, 35 Stunden Wochen und alle zwei Stunden 5 min Pause und eine Stunde Mittag und dafür aber 5,8% mehr Lohn. Hat das schon mal jemand von euch nachgerechnet? alle zwei Jahre streiten die Gewerkschaften um mehr Lohn, dann hohlen die so circa 2-3% raus, aber wie hoch ist die Inflationsrate? Sicherlich nicht so hoch! Wir sparen unser Geld, weil wir ja achso wenig davon haben, und reden ständig darüber wie schlecht es uns geht. Und wie schlecht geht es uns? Uns geht es wunderbar, wir haben alles. Deutschland hat, mit Ausnahme der europäischen Kleinstaaten, die beste Infrastruktur Europas, wir haben den höchsten Lebensstandard in Europa. In Südfrankreich, Süditalien, Südspanien, habe ich Dörfer gesehen, in denen die Menschen in Häusern lebten, bei denen schon fast kein Putz mehr zum runterbröckeln war, deren Straßen aus Schotter und Staub bestanden und die ihre Toilletten im Hinterhof hatten, mit einem Telefon pro Dorf. Gibt es so etwas noch in Deutschland? Ich habe so etwas in unserem Land noch nie gesehen. Dort ist das völlig normal. Aber wir haben mehr als alle anderen und beschweren uns dauernd darüber wie schlecht es uns doch geht. Wir sind ein Wehleidiges, in Selbstmitleid versunkenes Volk, ohne kulturelle und geschichtliche Identität. Das ist typisch Deutsch. |
| fallendermond | [QUOTE][i]Original geschrieben von AndreasR [/i] [B] Welche Menschen werden in Deutschland ignoriert und warum/von wem? von der allgemeinheit (besonders medien, wie zum beispiel frensehprogramme) werden mei er meinung nach besonders anders gekleidete und enkende ignoriert, weil sie nicht ins bild passen und, wenn noch mehr von soclh einer art bewegung wüssten würden sie ja vielleicht mehr über vieles nachdneken und es nicht einfach hinnehmen, wie es ist. was meienr meinung nach in dieser gesellschaft einfach viel zu häufig vorkommt, ist, dass versucht wird jemanden in eine schublade zustecken oder ihn wenigstens mit meist unbegründeten vorurteilen versucht einzuschätzen, was an sich schon gar nicht wirklich auf den ersten blick geht. genauso diese ganzen klieschees und diese möchtegernweiss ich was, die diesen klischees gerecht werden wollen umd das zu sein, was sie nicht sind. Habt ihr konkrete Vorstellungen über eine Alternative zu der Realität, die wir uns hier (oder andere für uns hier) erschaffen haben? ich finde man sollte dieses ganze staatensystem noch mal auflösen und gnaz von vorn beginnen - allein auf sozialen grundsätzen, welche nicht vorbeschrieben, sondern vorraussetzbar sind. dann würde unsere welt oder zumindest ein teil, für die, die es wollen anders und in meinem sinne bsser sein. natürlich muss jeder für sich slebts entcheiden, was für ihn richtig ist und was nicht. ich denke, dass es durchaus leute gibt, die in der ausbeutung durch den kapitalismus etwas gutes sehen, wobei ich diese menschen dann aber eher bei den reichen vermute. der mond [/B][/QUOTE] |
| Castrop | @Ishvara Parallel zu den von Dir beschriebenen Phänomenen verprollt das öffentliche Leben, angefangen vom ständig primitiver werdenden Fernsehprogramm, die Menschen laufen auf der Straße herum, als wenn sie sich aus der Rot-Kreuz-Tüte bekleiden und die eigene Sprache wird vernachlässigt. |
| Selian | @Ishvara Meinst du nicht das du hier arg dramatisierst und das ganze arg einseitig darstellst? Ich denke die wenigsten klagen darüber das es ihnen jetzt schon schlecht geht, als darüber das es in Zukunft schlechter wird. Und hier liegt genau der Unterschied. Jeder kann seine Situation nur vom Istzustand bewerten. Jemand der in den Nachkriegsjahren aufwuchs hat zwar im Vergleich zu heute eine beschissene Zeit erlebt, kannte es aber nicht anders und lebte in einem Land des Aufschwungs, Besserung war in Sicht alle waren in Aufbruchstimmung. Derzeit ist es genau andersrum. Es geht zwar dem Großteil der Leute (auch nicht wirklich allen!) gut aber jeder merkt das es Bergab geht, das es in Zukunft wohl eher schlechter werden wird. Dadurch entstehen Zukunftsängste. Das sich die Lebensumstände verschlechtern ist unstrittig, man erkennt es an immer höher steigenden Steuerabgaben, der dauerndhohen Arbeitslosigkeit die nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, genauso wie an einschneidenden Maßnahmen im Gesundheitssektor um nur mal einige Punkte zu nennen, sicherlich gibt es noch weitere. Wenn man nun die entsprechenden Probleme anführt handelt es sich erstmal um Fakten, das dann als "an den Steuern rumnörgeln" abzutun ist nicht wirklich hilfreich. Die Alternative wäre ja alles stillschweigend zu akzeptieren und für automatisch richtig zu befinden was es wohl auch nicht sein kann. Letztlich stellt sich die Frage nach den Gründen für diese Stagnation bzw diese Verschlechterung der Lage. Man müßte dir Recht geben wenn die Gründe einzig und allein in den deiner Meinung nach zu hohen Gehaltsforderungen der Gewerkschaften bei zu wenig Arbeit zu finden wären. Das würde ich aber heftig bestreiten. Die Gewerkschaften sind nur eine etwas hilflose Antwort auf Arbeitgeberverbände. Was die Leute wirklich auf die Palme bringt ist wenn sie sehen das ihre Gelder offensichtlich verplempert werden, das es ihnen unabhängig vom aktuellen Wohlstand "besser" gehen könnte. Es ist zu Recht nicht zu vermitteln das der Durchschnittsbürger wieder mehr Steuern zahlen soll, wenn man dann sieht wie Vodafone seine RL-Monopoly-Verluste in Höhe von 50 Milliarden(!!!) Euro steuerlich geltend machen will um seine Mißwirtschaft auf den Ottonormalbürger abzuwälzen. Es ist auch nicht wirklich vertretbar wenn ein Konzern wie Telekom Arbeitsplätze wegrationalisiert und Gleichzeitig einen ebenfalls unfähigen Vorstandschef mit 12 bis 65 Millionen Euro "weglobt" (da gibts unterschiedliche Angaben, die Wahrheit liegt vermutlich wie immer in der Mitte). Das nurmal 2 Beispiele von offensichtlichem Wirtschaftspolitischem Nepp der stattfindet, während man dem dummen Bürger weiterhin erklärt das es alles so nicht weiter gehen kann und er den Gürtel enger schnallen müsse, was im allgemienen höhere Steuern bedeutet. Der neueste Hit ist es den Leuten zu erklären das alle wieder länger arbeiten müssen, der Wirtschaft zum wohle, da es den Unternehmen so schrecklich schlecht geht. Hast du dir schonmal überlegt was geschieht wenn plötzlich alle Leute 2 Stunden die Woche mehr arbeiten? Wäre dann nicht jeder 19. bis 20. Arbeitsplatz wiederum überflüssig? Die Unternehmen würden sich sicherlich über solche Einsparprogramme freuen, für den Arbeitsmarkt wäre es katastrophal. Du vergißt das beim Thema Lohnerhöhung Nullrunden mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr sind, diese 2-3% die du anführst kann man wohl nicht ernsthaft für alle Gewerkschaften aufrechterhalten. Ich denke nicht das die Inflation seit Einführung des Euros jemals glaubwürdig berechnet wurde, denn Fakt ist das sich innerhalb eines Tages diverse Produkte um 100% verteuert haben, weil einfach das DM Schild durch € ersetzt wurde. Andere Sparten haben es nicht ganz so arg getrieben aber dennoch kräftig erhöht. Ich kann mich nicht daran erinnern für eine Portion Gyros jemals mehr als 11 DM bezahlt zu haben, 7,50€ sind dagegen mittlerweile Normal. Wie war das mit der Inflation? Dein Vergleich mit den Europäischen Ländern hinkt auch etwas. Seni hat im D&D mal einen Thread eröffnet, der besagt das das Pro-Kopf-Einkommen der deutschen unter den EU Schnitt gefallen ist... Vielleicht solltest du dir das einmal anschauen... [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=28146[/url] Sicherlich ist nicht alles schlecht in Deutschland und es geht den meisten immer[i]noch[/i] gut aber das wird sich definitiv ändern. Und so rosig wie du Deutschland beschreibst ist es es nicht wirklich. Mag sein das die Infrastruktur in Deutschland hervorragend ist. Aber um welchen Preis? [i]Hey, wir haben ein Super Straßennetz, okay die Sozialhilfe müssen wir kürzen und Gesundheitspolitisch gehts den Leuten in Zukunft schlechter aber diese 6 Spurautobahn ist echt Supi.[/i] Ich denke man sollte manchmal auch über die Proritäten nachdenken, Kritik sollte hier zumindest erlaubt sein... jenseits von Nörgeln und Jammern... VW hat seine Produktion mittlerweile zu großen Teilen nach Osteuropa verlagert, natürlich weil es dort billiger ist. Dummerweise hab ich noch nicht erlebt das die VW's deswegen billiger werden, im Gegenteil die werden immer teurer. Wer tatsächlich zu Unrecht jammert sind Großkonzerne die wie Parasiten durch die Länder ziehen und schauen in welchem Land sie die Leute am meisten abzocken können. Das geht nicht selten auch zu Lasten Mittelständischer oder kleinerer Betriebe, die den Großkonzernen zugearbeitet haben und damit ebenfalls überflüssig werden. Irgendwann wird sich Europa auf einem halbwegs einheitlichen Wohlstandsniveau befinden und es wird nicht das Westeuropäische sein. Mir liegt es wirklich fern zu jammern oder den Schwarzmaler zu spielen. Mir persönlich geht es gut und das weiß ich wirklich zu schätzen, deswegen könnte mir das alles wurscht sein. Im Grunde hab ich aber nur das Glück in einer Branche zu arbeiten, der es (noch?) ganz gut geht und in einem Unternehmen zu arbeiten das trotz EU-Erweiterung noch in Deutschland investiert und genau darüber bin ich mir im klaren. Ich sehe das das nicht mehr der Normalfall ist und das es Insgesamt anders aussieht. Und davor sollte niemand die Augen verschließen. Übrigens, gestern haben nicht wenige Siemens Mitarbeiter für ihre Arbeitsplätze demonstriert, weil der Konzern mittelfristig 5000 Arbeitsplätze ins Ausland verlegen will. Nun geht es Siemens nicht schlecht aber in Ungarn ist's halt billiger. Wer jetzt noch nicht versteht... @AndreasR Auf deine Fragen bin ich absichtlich nicht eingegangen, da ich sowohl die Fragen an sich als auch einen Fragebogen generell für ein dokumentarisches Filmprojekt für ungeeignet halte. Oder filmst du hinterher die Antworten? ;) |
| Castrop | @Selian Deine Logik ist interessant. Wenn Du der Ansicht bist, daß die Erhöhung/Rückführung der wöchentlichen Arbeitszeit zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen führt, dann hätte ja der Ritt in Richtung 35 - Stundenwoche zu einer Masseneinstellung führen müssen, oder? Ob die Erhöhung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden möglicherweise zu einer Erhöhung der Produktivität führen könnte? In keinem Land der Welt wird nämlich so wenig gearbeitet und in keinem Land der Welt gibt es so viel Urlaub wie in D. Dein Schluß deutet in die hausbackene Richtung, daß die Arbeit so etwas wie ein fester Kuchen sei, den man nur anders auszuschneiden bräuchte. Dem ist aber nicht so. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Castrop [/i] [B]@Selian Deine Logik ist interessant. Wenn Du der Ansicht bist, daß die Erhöhung/Rückführung der wöchentlichen Arbeitszeit zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen führt, dann hätte ja der Ritt in Richtung 35 - Stundenwoche zu einer Masseneinstellung führen müssen, oder?[/b][/quote] Mit entsprechendem Lohnausgleich, natürlich! Allerdings will den niemand, was verständlich ist. [quote][b]Ob die Erhöhung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden möglicherweise zu einer Erhöhung der Produktivität führen könnte?[/b][/quote] Nein, kann es nicht. Ich arbeite nicht produktiver weil ich 2 Std länger arbeite, ich schaffe in einer Stunde genausoviel wie vorher. Die Effektivität für das Unternehmen ergibt sich erst daraus das sie weniger Leute brauchen um die gleiche Arbeit zu verrichten. Erklär mir doch mal bitte, wie es sich beispielsweise bei der Bahn anders auswirken sollte, wenn alle 2 Stunden mehr arbeiten. Werden deswegen mehr Züge eingesetzt und mehr Passagiere befördert? Nicht? Wenn die gleiche Anzahl an Zügen eingesetzt werden, müssen zwangsläufig Leute entlassen werden, denn ich denke nicht das die Bahn plötzlich pro Zug einen Angestellten mehr mitfahren läßt, das wäre für die Bahn schließlich unproduktiver als vorher. Gehen wir davon aus bei VW arbeiten ab Morgen alle 2 Stunden länger, es wird aber niemand entlassen. Dadurch entsteht eine Mehrproduktion, was geschieht damit? Die haben ja jetzt schon Probleme ihre Autos loszuwerden und bieten nicht umsonst niedrigZinsfinanzierungen an. Du glaubst doch nicht ernsthaft das die deswegen die Autos billiger machen? [quote][b]In keinem Land der Welt wird nämlich so wenig gearbeitet und in keinem Land der Welt gibt es so viel Urlaub wie in D.[/b][/quote] Und dennoch ist Deutschland Exportweltmeister, Deutschland exportiert sogar mehr als die USA. Das wiederum liegt an der Produktivität die in Deutschland weit höher ist als in anderen Ländern. [quote][b]Dein Schluß deutet in die hausbackene Richtung, daß die Arbeit so etwas wie ein fester Kuchen sei, den man nur anders auszuschneiden bräuchte. Dem ist aber nicht so. [/B][/QUOTE] Das es ein fester Kuchen ist, hab ich nicht behauptet. Aber es ist ein sich langsam anpassender Kuchen. Nach deiner Theorie müßte die Mehrproduktion die schon im ersten Monat nach der +2Std Einführung entsteht reissenden Absatz finden, wie soll das gehen? Es ist wohl auch eine Mähr, das man einfach immer nur mehr Produzieren muß um die Wirtschaft auf Trab zu halten... Wäre das so, müßte es derzeit so sein das in der Produktion Engpässe entstehen, das ist aber Definitiv nicht so. Vielleicht könntest du ja einmal näher ausführen was deiner Meinung nach geschieht wenn alle 2 Stunden mehr arbeiten... Vor allem interessiert mich - sofern niemand entlassen wird - was mit der Überproduktion geschieht, beispielsweise in Banken die sich nicht einfach mehr Kunden beschaffen können um ihre gestiegenen Mitarbeiterressourcen auszulasten... |
| Castrop | @selian Ist doch ganz einfach, wenn wir zur [COLOR=darkblue]ursprünglichen[/COLOR] Arbeitszeit zurückkehren, denn um nichts anderes handelt es sich, leistet der einzelne Mitarbeiter für sein Geld mehr, also wird auch sein Arbeitsplatz produktiver. Bei Arbeitszeitverkürzung wird kein zusätzlicher Mitarbeiter mehr eingestellt, man wird nur versuchen, mehr Maschinen einzusetzen oder durch Verbesserung der innerbetrieblichen Arbeitsabläufe die Kosten zu senken. Ich kenne die mittelständische Industrie von innen und genauso läuft es. Nimm' doch als Beispiel den einzigen Buchhalter eines kleinen Betriebes (so ca. 50 Mitarbeiter), der nun in der Woche zwei Stunden weniger arbeitet. Dafür soll ein weiterer Mitarbeiter eingestellt werden? Wenn er nun seine Arbeit nicht mehr schafft, wird man ihm entweder die Überstunden bezahlen (Verteuerung) oder die EDV verbessern oder einen externen stundenweise bezahlen. Aber einen weiteren Buchhalter einstellen? Wie soll sich das denn rechnen? Auf jeden Fall führt eine ARbeitszeitverkürzung zu steigenden Kosten und die müssen entweder in der Form von steigenden Preisen an die Kundschaft weitergegeben werden (es gibt aber auch noch Konkurrenz) oder sie müssen an anderer Stelle eingespart werden. Eine dritte Möglichkeit sehe ich nicht. Gehe mal in einen real existierenden Betrieb und unterhalte Dich mit den Verantwortlichen über das Thema. Du wirst das Unternehmen nachdenklich verlassen. |
| six darkness | was ist typisch deutsch?? ich wuerde sagen Neid. Neid ist in meinen augen die deutsche Form von Anerkennung. @Ilo viele von deinen worten was deutsche angeht sind war........... |
| Ianus | mitleid bekommt man geschenkt neid muss man sich verdienen. ich glaube es ist weniger neid als eher misgunst, was den deutschen ein stückchen näher definiert... |
| Castrop | @Odessa Da muß ich mir mal auf die Schulter klopfen, ich würde eine rühmliche Ausnahme bilden, ich könnte und würde jedem, der mich nur fragt, stundenlang etwas über die Schönheit, Geschichte, Brauchtümer, berühmte und weniger berühmte Menschen in diesem Lande erzählen. Mir ist es auf irgendeiner Auslandsreise mal wie Schuppen von den Augen gefallen, im Ausland wünschen wir uns doch auch, daß uns die dortigen Menschen etwas über ihre Heimat berichten können, also gilt dasselbe doch auch für daheim. Ich glaube es war im nördlichen Marokko, als es mir durch den Kopf fuhr: "Die Landschaft sieht hier aus wie die Umgebung von Göttingen, warum fährst Du eigentlich so weit?" Und Theodor Fontane ließ sich auf einer Schottlandreise zu seinen wundervollen Wanderungen durch die Mark Brandenburg inspirieren. Die kann man übrigens auch als Hörbuch erwerben (Verlag Litraton, gesprochen von dem außergewöhnlichen und leider kürzlich verstorbenen Gerd Westphal). Fontane lehrt uns die Heimat mit anderen Augen zu betrachten und daß das (geistige) Abenteuer durchaus vor der Haustür liegt. :) |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Castrop [/i] [B]@selian Ist doch ganz einfach, wenn wir zur [COLOR=darkblue]ursprünglichen[/COLOR] Arbeitszeit zurückkehren, denn um nichts anderes handelt es sich, leistet der einzelne Mitarbeiter für sein Geld mehr, also wird auch sein Arbeitsplatz produktiver.[/b][/quote] So? Was ist denn die ursprüngliche Arbeitszeit für dich? 70 Stunden von Opa Fritz? Ich kann mich nicht daran erinnern das in unserer Firma die Arbeitszeit in den letzten jahren gesenkt wurde, deswegen kann ich auch nicht nachvollziehen weshalb sie nun nach Jahren erhöht werden soll. Auf meine Frage wie sich das praktisch auswirkt bist du gar nicht eingegangen. Die Bahn hat knapp 250.000 Mitarbeiter, das heißt bei + 2 Stunden fallen pro Woche zusätzlich 500.000 Stunden an, was passiert mit diesen Stunden? Wenn die Bahn nicht ganz plötzlich mehr Arbeit besorgt, was äußerst schwierig ist könnte man genausogut 12.500 Mitarbeiter entlassen, denn die nun 237.500 Arbeiter schaffen die gleiche Anzahl an Stunden wie vorher die 250.000 Arbeiter, und mehr Stunden sind ja bisher noch nicht angefallen. Gutes Geschäft für die Bahn, schlechtes für den Staat. [quote][b]Bei Arbeitszeitverkürzung wird kein zusätzlicher Mitarbeiter mehr eingestellt, man wird nur versuchen, mehr Maschinen einzusetzen oder durch Verbesserung der innerbetrieblichen Arbeitsabläufe die Kosten zu senken.[/b][/quote] Das ist auch nicht korrekt. Dort wo durch Maschineneinsatz Arbeitsplätze eingespart werden können, wird das ohnehin gemacht. Kein Unternehmen wartet auf eine tarifliche Arbeitszeitverkürzung um Maschinen in den Betrieb einzubinden. Auch werden die innerbetrieblichen Abläufe ständigen Kontrollen unterzogen, grundsätzlich spart ein Unternehmen Kosten ein soweit es geht. Würde man die Arbeitszeit nun verkürzen bei vollem Lohnausgleich, müßte das Unternehmen wieder weitere Leute einstellen, da ja nun weniger Leute die vorhandene Arbeit nicht mehr bewältigt kriegen. Mehrkosten hat das Unternehmen dadurch nicht, da es fürs Unternehmen egal ist ob es einem Arbeiter für 40 Stunden 2000€ gibt oder 2 Arbeitern für 20 Stunden jeweils 1000€. Das nurmal zur Theorie, abgesehen davon war es nicht meine Forderung die Arbeitszeit zu verkürzen. Wie ich schon schrieb funktioniert das nur mit Lohnausgleich was aber in meinen Augen unsinnig ist. [quote][b]Ich kenne die mittelständische Industrie von innen und genauso läuft es.[/b][/quote] Na da hab ich aber nen anderen Eindruck... [quote][b]Nimm' doch als Beispiel den einzigen Buchhalter eines kleinen Betriebes (so ca. 50 Mitarbeiter), der nun in der Woche zwei Stunden weniger arbeitet. Dafür soll ein weiterer Mitarbeiter eingestellt werden? Wenn er nun seine Arbeit nicht mehr schafft, wird man ihm entweder die Überstunden bezahlen (Verteuerung) oder die EDV verbessern oder einen externen stundenweise bezahlen. Aber einen weiteren Buchhalter einstellen? Wie soll sich das denn rechnen?[/b][/quote] Ist ja wieder Unsinn, der Buchhalter wäre ja nicht der einzige im Betrieb der weniger Arbeitet, sondern das wären 50 Leute die weniger arbeiten, da müßten schon ein paar Mann für eingestellt werden um das aufzufangen, das läuft dann darauf hinaus das ein Mitarbeiter Springer ist und gerade dort Arbeitet wo es nötig ist, sowas ist in Kleinbetrieben sowieso usus, oder macht die Firma zu wenn der einzige Buchhalter Urlaub hat? Aber nochmal, es war nicht meine Forderung die Arbeitszeit zu verkürzen, ich sage nur das es ohne erhöhtes Arbeitsaufkommen unsinnig ist die Arbeitszeit zu erhöhen und habe dafür auch genügend Beispiele genannt auf die du überhaupt nicht eingehst. Ich hab dich gebeten einmal darzustellen was aus deiner Sicht eine Arbeitszeiterhöhung bewirkt und wie das praktisch funktioniert, sowohl im Dienstleistungssektor als auch im produzierenden Gewerbe. [quote][b]Auf jeden Fall führt eine ARbeitszeitverkürzung zu steigenden Kosten und die müssen entweder in der Form von steigenden Preisen an die Kundschaft weitergegeben werden (es gibt aber auch noch Konkurrenz) oder sie müssen an anderer Stelle eingespart werden. Eine dritte Möglichkeit sehe ich nicht.[/b][/quote] Dann hast du das mit dem Lohnausgleich definitiv nicht mitbekommen... [quote][b]Gehe mal in einen real existierenden Betrieb und unterhalte Dich mit den Verantwortlichen über das Thema. Du wirst das Unternehmen nachdenklich verlassen. [/B][/QUOTE] Ich denke der Betrieb in dem ich arbeite, der ist real... und es ist nicht der gleichnamige Supermarkt... ;) |
| LaChatte | [QUOTE]Mehrkosten hat das Unternehmen dadurch nicht, da es fürs Unternehmen egal ist ob es einem Arbeiter für 40 Stunden 2000€ gibt oder 2 Arbeitern für 20 Stunden jeweils 1000€. [/QUOTE] Ganz egal ist es nicht, denn Leute schaffen ziemlich gut 20 Stunden konzentrierte Arbeit pro Woche, aber nicht 40 Stunden... da kannst du locker 10 Stunden für herumtrödeln abziehen. Besonders, wenn es keine wahnsinnig spannende oder bereichernde Arbeit ist. |
| Castrop | @Selian Wozu machst Du Dir eigentlich die Mühe hier soviel virtuelle Tinte zu verspritzen? Du hast keinen blassen Schimmer, nimmst Belehrungen aus der Praxis nicht an, was soll das? Verrätst Du uns mal freundlicherweise Deinen beruflichen Hintergrund? So eine Aussage, wie "Ich denke..." zaubert lediglich das Sandmännchen herbei. rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Also ich arbeite an die 45 Std. pro Woche, Lachatte, und hab in der letzten Woche gerade mal 3 Std. an Pausen gehabt, insgesamt - und die hab ich mit autumnight, Caranaldion, MissPan und Menedemos vertelefoniert. Wohlgemerkt - 3 Std. an Pause in einer ganzen Arbeitswoche, die täglich um 6.30 begann...von Trödeln hab ich persönlich eigentlich in den ganzen Jahren im Krankenhausdienst nie etwas gemerkt:( [/B][/QUOTE]"Trödeln" ist etwas unglücklich gewählt. Ich würde es eher mit "unkonzentrierter arbeiten" beschreiben, das hat nicht von vornherein so einen negativen Beigeschmack. Ich habe aber selbst die Erfahrung gemacht, daß ich bei längerer Arbeitszeit unkonzentrierter bin. Wenn du ehrlich dir selbst gegenüber bist, stellst du bei dir selbst auch eine Erschöpfung fest nach einer zu langen Arbeitszeit, wo du deine "Schützlinge" nicht mehr so aufmerksam betreuen [b]kannst,[/b] wie du es selbst gern würdest. [QUOTE][B]Wobei diese "Dekadenz" (wenige Reiche die fast nix tun, während ein Gros der Bevölkerung unterbezahlt schuftet) vermutlich nicht nur "typisch deutsch" ist, früher war das mal ein Zeichen der sog. "Entwicklungsländer" (Reicher Massa oben, armes Volk unten). Macht mir Angst, dass wir hier in diesem ja wirklich entwickelten und reichen Land diese Zustände auch mehr und mehr haben.... und es wird noch schlimmer werden, da bin ich mir sicher. [/B][/QUOTE]Ja, [b]das[/b] ist das wirklich Frustrierende. [QUOTE][B]Six: das mit dem Neid - das seh ich auch so. In Deutschland ist es fast unmöglich, zu sagen "Hey Leute, ich hab mir einen neuen BMW gekauft, ein Supergeschoss und ich freu mich so darüber". SOFORT wirst Du blöd angemacht, schief angeschaut und musst Dich rechtfertigen dafür (ging meinem arab. Exmann so). [/B][/QUOTE]Mißgunst (Neid im negativen Sinne) würde ich, neben Prinzipienreiterei, auch als eine typisch deutsche Eigenschaft ansehen. [QUOTE][B]KEINEN interessiert, dass Du dann für dieses Auto - wie besagter Exmann - in 4 Jahren wöchentlich (!) 60 bis 70 Stunden gearbeitet hast, und das an 7 Tagen in der Woche, und dass das Wort "Urlaub" oder "Nachtruhe" ein Fremdwort war. [/B][/QUOTE]Den kann ich dann aber auch im positiven Sinne nicht beneiden. Das erweckt in mir eher eine Art von Mitleid, wenn sich jemand selbst sein Leben (seine Lebenszeit) wegnimmt, nur um materieller Luxusgüter willen. Da beneide ich (im positiven Sinne) mehr die Leute, die es schaffen, sich mehr eigenes Leben zu erkämpfen und zu gönnen, die sich den Luxus leisten, von "verordnetem" Luxus unabhängig zu sein. |
| Apex | @Odessa Das viele Deutsche wenn sie nach Deutschland gefragt werden nicht zuerst an das Gute sondern eher an das schlechte Denken sehe ich persönlich als einen riesigen Vorteil. Denn dies ist in meinen Augen immer noch besser als "nur" das Gute zu sehen und die Augen vor dem schlechten zu verschließen wie es in vielen anderen Ländern normal ist. Gut man sollte nicht vergessen das es in Deutschland auch schöne Sachen gibt, aber ich glaube das vergessen die wenigsten. Es ist nunmal wohl ein Vorteil wenn man die Probleme in seinem Land sieht und versucht etwas dagegen zu tun...und hier liegt ein wirklich großes Problem... Die Menschen sehen in deutschland die Probleme...sie prangern sie auch an...ach was sie beklagen sich in jeder freihen Minute darüber, aber was man denn tun könnte um die Situation zu verbessern daran denken die wenigsten...geschweige denn dass sie etwas tun. Ein höchstmaß an politischer Beteiligung scheint bei den meisten das Lesen einer bestimmten Zeitung aus dem Hause Axel Springer zu sein und dann nachzuplappern was da drin steht. Das Problem ist nicht, dass man zuerst das Schlechte sieht...das Problem ist, dass man nichts dagegen tut. |
| decay73 | Irgendwie lassen sich die Deutschen doch in zwei Gruppen aufteilen: Die einen sehen immer nur das schlechte, und die anderen meckern darüber, daß erstere immer nur das Schlechte sehen. Irgendwie geben sich die zwei Gruppen nicht viel. :rolleyes: Nur ein ganz paar wenige [b]machen[/b] einfach... |
| Apex | Naja Ilo ich sehs aber leiber so das man erstmal das schlechte in Angriff nimmt als sich auf dem Guten auszuruhen und ich glaube wirklich das dies in vielen Ländern so ist. In vielen auch nicht aber es gibt viele die sich in diese richtung entwicklen und damit quasi in ihren eigenen Untergang aber gut... Ich könnte dir schon sagen was ich an Deutschland mag wenn du micht fragst und ich kenne viele die das auch könnten. Also es ist nicht so dass man die Guten Seiten an Deutschland nicht sieht. [QUOTE]Ist das auch typisch deutsch geworden? Dass so erschreckend viele junge Leute den Hintern nicht mehr hochkriegen und sich für nix mehr engagieren? Nur noch motzen, mosern, kritisieren an allem - aber selber es nicht mal gebacken kriegen, ihr eigenes Leben in Angriff zu nehmen und das ist nun mal für die meisten (da nicht Millionäre) durch Arbeit?[/QUOTE] Du sprichst mir sowas von aus der Seele Ilolein... |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Castrop [/i] [B]@Selian Wozu machst Du Dir eigentlich die Mühe hier soviel virtuelle Tinte zu verspritzen? Du hast keinen blassen Schimmer, nimmst Belehrungen aus der Praxis nicht an, was soll das? Verrätst Du uns mal freundlicherweise Deinen beruflichen Hintergrund? So eine Aussage, wie "Ich denke..." zaubert lediglich das Sandmännchen herbei. rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: [/B][/QUOTE] @Castrop Wieso erklärst du nicht einfach mal wie sich eine Arbeitszeiterhöhung auswirkt und wieso erklärst du nicht einfach was am Beispiel mit der Bahn falsch ist. Irgendwie gehst du da nicht drauf ein? Wenn das "Ich denke" das einzige ist wo du was zu erwidern hast, na dann gute Nacht. Übrigens, bei VW gibt es mittlerweile seit ca 10 Jahren eine 4 Tage Woche, die entstand daraus das Massenentlassungen anstanden. Seinerzeit einigten sich Vorstand, Betriebsrat und Gewerkschaft darauf das alle mit entsprechendem Lohnausgleich weniger arbeiten sollen um damit die anderen Arbeitsplätze zu sichern. Bei VW funktioniert es seit 10 Jahren aber ich bin sehr auf deine Argumente gespannt, weshalb das eigentlich falsch ist. @LaChatte Wenn einer bei 40 Stunden 10 Stunden rumtrödeln kann, können 2 bei 20 Stunden jeweils 5 Stunden rumtrödeln ;) |
| AndreasR | Vielen Dank für die vielen Antworten, ich werde bis zum Wochenende mal versuchen, hier einige Punkte zusammen zu fassen. Danke vielmals an alle! |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Ist das auch typisch deutsch geworden? Dass so erschreckend viele junge Leute den Hintern nicht mehr hochkriegen und sich für nix mehr engagieren? Nur noch motzen, mosern, kritisieren an allem - aber selber es nicht mal gebacken kriegen, ihr eigenes Leben in Angriff zu nehmen und das ist nun mal für die meisten (da nicht Millionäre) durch Arbeit? [/B][/QUOTE]Ich habe in meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft viele Jugendliche, darunter auch einige, die so handeln, wie du es beschrieben hast. Aber es gibt genausoviele unter ihnen, die ihr Ding machen, z.B. mitten in der Nacht aufstehen und in der Bäckerei anfangen, damit die Leute pünktlich früh ihre frischen Brötchen haben. Letztere sind halt nicht so im Blickfeld, weil sie entweder arbeiten oder schlafen, um für die nächste Schicht neue Kräfte zu sammeln. Wenn man genauer hinschaut, kann man deutliche Zusammenhänge zwischen dem jetzigen Verhalten und der früheren Erziehung feststellen. Diejenigen, die als Kinder immer (materiell) alles hatten und sich um nichts kümmern mußten, betrachten das auch heute als normal. Diejenigen, die schon als Kinder ihre Pflichten im Haushalt hatten, und auch einen Einblick in die finanzielle Lage der Eltern hatten, erfüllen auch heute ihre Pflicht. Mein Fazit daraus: Es schadet nichts, schon Kinder mit vorhandenen Schwierigkeiten vertraut zu machen und sie an der Bewältigung und Lösung dieser Schwierigkeiten zu beteiligen. Wenn man den Kindern immer nur eine heile Welt vorgaukelt, braucht man sich nicht wundern, wenn sie dann mit der Realität nicht zurechtkommen. "Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Es gibt keine Liebe ohne Wahrheit." (Lacrimosa) |
| shiphrah | [QUOTE]Was empfindet ihr in eurer Umgebung als dekadent und vom Verfall gezeichnet? Warum?[/QUOTE] TV-Verhalten und -interesse [QUOTE]Welche Menschen werden in Deutschland ignoriert und warum/von wem?[/QUOTE] misshaendelte und vernachlässigte und ihre Eltern (Tabu-Thema), Alkoholkranke, alte Menschen Welche Menschen kommen euch verblendet, realitätsfern, verschleiert vor? viele Poltiker, noch mehr politisch desinteressierte, ungebildete, nur materiell orientierte Menschen Habt ihr konkrete Vorstellungen über eine Alternative zu der Realität, die wir uns hier (oder andere für uns hier) erschaffen haben? Vorstellungen hat sicher jeder, die Frage sollte eher lauten, ob der Mut dazu besteht. Was ist für euch typisch Deutsch? Gewerkschaften und Sozialsystem, praktische Hausfrauenföhnfrisur, Straße kehren, Kirmes und all son Zeug |
| Selian | Mal so am Rande, man sollte höchstens von einer Dekadenz der Wohlhabenden reden (und selbst da trifft das nicht auf alle zu). Es gibt auch in Indien oder in Pakistan Wohlhabende Menschen (überall halt), die Leben zum Teil nicht weniger Dekadent. Irgendwie erweckt "Dekadenz der Deutschen" den Eindruck als gäbe es sowas nur hier, was wohl kaum stimmt. Im Grunde ist es wiedermal eine schlechte Verallgemeinerung... Man denke nur mal daran das z.b der Prinz von Zamunda sogar jemanden hat, der ihm den kleinen Prinz sauber macht. Wenn DAS nicht dekadent ist. ;) |
| 2378 | Und ich weigere mich von der Dekadenz der Wohlhabenden zu reden.... immer öfter beobachte ich... dass die verwöhnten Kiddis auch aus Familien mit weniger Geld kommen und die Eltern aber mitziehen wollen die Kinder hören zu Schulzeiten schon, dass sie viel Streß haben (in der 4. Klasse Anti-Streßkurse ist für mich nur noch krank) und lernen auch nicht mehr damit umzugehen.... |
| AndreasR | Selian, natürlich stimme ich dir zu wenn du schreibst: "Irgendwie erweckt "Dekadenz der Deutschen" den Eindruck als gäbe es sowas nur hier, was wohl kaum stimmt. Im Grunde ist es wiedermal eine schlechte Verallgemeinerung..." Aus genau diesem Grund habe ich anfangs schon geschrieben das Thema ist heikel, da davon ausgegangen wird, so etwas wie einen "typischen Deutschen" gibt es (was verallgemeinert, stimmt). Allerdings war nicht gemeint, dass es nur die deutsche Dekadenz gibt, vielmehr wollte ich das Besondere an dieser Form der Dekadenz erkennen und es gegenüber der anderen ausgrenzen. Man kann also schon von der "Dekadenz der Deutschen" sprechen, doch soll keiner meinen, sie selbst sei etwas typisch Deutsches, sie gibt es sicher überall. Zu der vorigen Frage was ich mit den Antworten beabsichtige und der Aussage, sie seien für ein dokumentarisches Projekt ungeeignet (ich weiß nicht mehr von wem): Das Projekt befindet sich erst in der Phase der Recherche, im Moment ist es mir wichtig, viele Menschen dazu zu befragen und Meinungen, Stimmungen, Eindrücke zu sammeln. Was letztlich mit diesen Antworten geschehen wird, kann ich noch nicht beantworten, wahrscheinlich werde ich sie aber nicht einfach abfilmen :-) Die Zusammenfassung eurer Punkte dürfte bald fertig sein.... Danke nochmals. |
| B.K. | Was empfindet ihr in eurer Umgebung als dekadent und vom Verfall gezeichnet? Warum? Als dekadent empfinde ich zurzeit die meisten Menschen in Deutschland. Es geht hauptsächlich nur um Konsumieren und um „ besser sein als andere „. Das fängt damit an , das fast jeder das neuste Handy, die neusten Klamotten oder sonst was tolles hat. Selbst Kinder werden davon nicht verschont. Sie geraten in die gesellschaftliche Aussenseiterstellung , nur weil sich kein Handy oder die neusten Sammelkarten leisten können. Man wird von den Medien so sehr beeinflußt , das manche Menschen sogar daran glauben , das nur Öberflächlichkeiten Erfolg im Leben bringt. ( Nur schöne Menschen haben Geld , Freunde, Spass und einen Freundin/ Freund ). Kaum jemand ist wirklich zufrieden, mit dem was er/sie erreicht hat. Jeder möchte von allen immer nur mehr. ( mehr Geld, mehr Spass, mehr zwischen Menschlichenkontakt ). Welche Menschen werden in Deutschland ignoriert und warum/von wem? Ignoriert werden alle Menschen ,die nicht der Norm entsprechen ,von Menschen ,die der Norm entsprechen. Einige Beispiele : Behinderte , Alte, Schwache oder Menschen die eine andere Lebenseinstellung haben als die Mehrheit in der Gesellschaft. Was ist für euch typisch Deutsch? Die Deutschen sind verscheinlich das einzigste Volk auf diesen Planeten, welches nicht stolz ist auf ihr Land. Aufgrund ,der nicht zu bestreitenden , Schuld an den zweiten Weltkrieg und dem Holocaust scheinen wir uns ständig gegenüber Ausländern zu rechtfertigen. Im Auslandsurlaub versucht die Mehrzahl der Deutschen andere Deutsche zu meiden. Außerdem ist die größte Leidenschaft der Deutschen das Meckern. Und als letztes zu „typisch Deutsch „ fällt mir ein, das es zu fast jedem Essen eine Soße gibt. |