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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Sozialhilfekampf
SarinVor einem halben Jahr habe ich Sozialhilfe beantragt. Der Grund war, weil ich ein halbes Jahr mit meiner Ausbildung aufhören musste. In der Zeit hatte ich kein Bafög mehr.
Also beantragte ich Sozialhilfe. Doch so leicht wie es scheint ist dies nicht. Mich hat ziemlich viel gestört. Ich meine es wäre nur ein halbes Jahr. Da haben die einen Aufstand gemacht. Weil ich nicht 21 sei. Und weil ich nur nebenwohnsitzlich hier wohne. Doch wenn ich an meine Nachbarn von meinen Eltern denke, kommt es mir hoch. Die Tochter ist 24 und hat keine Ausbildung, ist verheiratet und hat nen Mann der Invalide ist, weil er sich mit Drogen runter richtete und die haben ein Kind. Kriegen aber in Massen Sozialhilfe und das seit Jahren.
Nun bin ich zum Sozialamt. Was die von mir verlangten wollte ich nie war haben. Ich habe es im Februar 04 beantragt und konnte im Mai endlich damit rechnen. Ich kriege das Minimum was man überhaupt kriegen kann. Man meinte ebenfalls zu mir, das ich kein Anspruch auf Wohngeld hätte. Ok.... jetzt meinte die zu mir als ich wegen Wohngeld fragte. Ja ok sie kriegen wohngeld... ich dachte super etwas extra.... doch nein... das ist in der Sozialhilfe auf einmal mit drinne, und wird auf eine komische Weise verechnet. Was sie mir erklärte aber ich für total unnütze halte. Alles was ich zusätzlich kriegen sollte, war in der Sozialhilfe drin. Nichts extra, nein alles schon drin. Da frag ich mich doch.
Dann fingen die an ich soll mich an einer Arbeitssuche beteiligen. Aber hallo... ich habe mit meiner Ausbildung wegen gesundheitlichen Gründen aufgehört,... und jetzt wollen die das ich arbeite. Ich bin nicht zu faul nein. doch ich musste meine Arbeit unterbrechen. Aber da weiß keiner was beim anderen los ist. Sie haben Dinge gesagt. Ich solle mich nicht aus der Stadt entfernen. Einmal war ich zwar in der Stadt hatte meine Handy aus, und hörte das Festnetztelefon nicht. 3 Tage war ich nicht erreichbar, und als ich das Telefon dann hörte. Kamen fragen wie ob ich ausserhalb war und warum ich nicht rangehe.
Ich frage mich nur warum die so ein Aufstand machen nur wegen einem halben Jahr Sozialhilfe. Danach will ich garnichts mehr. Anderen leben Jahre darauf und da fragt keiner nach und bei mir wird es so behandelt als ob ich nen Schwerverbrecher wäre. Leute dies es brauchen und sich nicht auskennen kriegen nüscht und die die das Sozialamt anzocken und sich die Lücken suchen wo sie Geld kriegen, leben fein. Und das stört mich einfach tierisch.
FeeDas Spiel kenne ich:

Vor einigen Jahren - ich war gerade von einem 6 -monatigen Auslandaufenthalt zurück, hatte erstmal keine Arbeit und lebte die ersten Wochen von dem ersparten Lohn von der Arbeit, die ich im Ausland hatte. Nach ca. 3 Monaten war's alle. Inzwischen war ich zu meinem Freund gezogen, der in einer anderen Stadt lebte. Also beantragte ich dort Sozialhilfe und als ehrliche Bürgerin gab ich arglos über alles Auskunft unter anderem auch, daß ich mit jmd. zusammenlebe - das war mein Fehler. Daß ich gerade mal 3 Monate mit ihm zusammen war und man nach so kurzer Zeit noch gar keine gemeinsame Lebensführung hat und er darüber hinaus auch nur Arbeitslosenhilfe bekam, war vollkommen unwichtig. Mir wurden sage und schreibe 70 DM als Hilfe gewährt. Lachhaft! Es gibt einen Spruch: Zum leben zu wenig und zum sterben zu viel. Der traf hier dann aber sicher nicht zu - gestorben wäre ich damit sicher ganz gut. 70 DM - ich dachte, ich muß gleich losheulen, als mir das eröffnet wurde.

Zum Glück wandelte sich alles zum Guten und ich bekam eine ABM-Stelle. Ich will mir gar nicht ausmalen, was sonst geschehen wäre.

Aber so ist das: von wegen ehrlich währt am längsten. Das gilt in unserer heutigen Welt schon längst nicht mehr.
SarinOhja.... bei Ausfüllen gab ich meinen Mitbewohner an und musste den klar machen das wir kein Paar sind. Ich hab mich vom dem Sozialamt verarscht gefühlt. Alles was ich angab wurde hundert mal nachgefragt. Und die haben jede Kleinigkeit genutzt um den Antrag herrauszuzögern. Am Anfang fand ich es lustig, die haben mir verboten ein Antrag auf Sozialhilfe zu stellen.
Ich bekomme bis August 298 € Sozialhilfe. Davon gehen 180 € Miete weg. Dann bleiben mir 118 € übrig. Davon muss ich Rechnungen bezahlen und wenn alles niedrig bleibt habe ich dann noch 50 € für Zigaretten und alles andere im Monat. Egal wie man es anstellt. Ich möchte mal wissen wie man leben soll. Das soll mir einer mal von denen vor machen.
godess of fire@ Sarin

ich kann dich verstehen. Weißt du, ich kann dir sagen warum die so lange brauchen und immer wieder neue ausreden parat haben.
Bei uns war es auch so. Deine Eltern werden überprüft, ob sie nicht für deinen Lebensunterhalten sorgen können. Und wenn die wissen. wieviel deine Eltern verdienen, so geben sie dir nur den geringsten satz, weil deine Eltern dir geld geben. Normaler weiße müssten sie dir sogar das Geld geben. Dein Kindergeld usw.
Außerdem dauert es noch so lange, weil DU von STAAT geld haben willst. Anders herum würde es viel schneller gehen.
Ich kann über die deutsche Sozialhilfe nur lachen. Sei froh, wenn du das nie wieder machen musst. Überhaupt, sollte jeder froh sein, der das nicht machen muss.
SarinIch habe es gehasst diese Sozialhilfe zu beantragen, aber ich wusste nicht wie ich leben sollte. Aber die bei mir haben mich nur abwertend angeschaut. Und das letzte war, als ich mir mein Bekleidungsgeld (für ein halbes jahr 50 €) bei der STadtkasse abholen musste, fühlte ich mich wie im Knast. Die Leuten waren so unfreundlichen und behandeln dich nur als ob du garnicht arbeiten willst oder so. Man kommt da rein in nen raum 1x2 m dann ein glasscheibe und dahinter die die dirdas geld geben. Ich hab mich noch nie so schlecht und abwertend gefühlt. Aber das einem die Leute dann gleich auch noch so ein kaltes gefühl entgegen bringen tut weh. Und macht es auch n icht besser Sozialhilfe zu beantragen. Ich wünsche das keinem.
ShintasmunHi zusammen
Also mir gehts genauso, ich beantrage auch grade sozialhilfe und es is die Hölle Vorallem bei mir is schwierig wiel meine Eltern ein Haus gemietet haben und ich oben wohne, aber haushaltsmässig nix mit denen zu tun habe, da meinen die ich soll doch von meinen eltern Geld kriegen, die sind aber selber pleite Und das hab ich dem Bematen auch gesagtund der meinte, ja dann geben sie alle unnötigen Sachen weg so wie Haustiere oder Internet, "aha" Das is mein Lebensinhalt ich wüsst nicht was ich ohne meine tiere machen soll, ich wär total einsamund das INternet ist leider meine einzige Kontaktmöglichkeit naja ich hoffe das ich bald das Geld sehe.
euch allen viel Glück shinta
SarinIch find es ne schweinerei wie die behörden mit einem umgehen, bei denen kriegt man wohl erst was, wenn man am ruin steht. Ich meine, vor mir war eine die sah wirklich, ziemlich versifft aus und bei denen hab ich nur mitbekommen, das die keinerlei Probleme beim beantragen hatte. Und ich geb mir Mühe ziehe mich wirklich sehr ordentlich an... und bei mri machen die streß. Also ich denke nicht das man das bild von absuluter verwarlosung rüber bringen muss. Aber das wollen die sehen bevor die was annehmen.
hagzissa13Hallo Sarin,

bitte gestatte mir die Frage, warum Du Dich nicht (zusätzlich) mit einigen Jobs in der Zeit über Wasser hälst?
Während meines Studiums kannte ich das gar nicht anders, als auch mal zwei, drei Jobs gleichzeitig zu haben (da ich auch kein Bafög bekam), um zu (über-)leben. Für solche Jobs (z.B. in Altenheimen, als Kellner, Regale in Supermärkten auffüllen...) braucht man keine Ausbildung und als Übergangslösung für ein halbes Jahr geht das allemal...

Daß viele den Staat schröpfen ohne Ende macht mich auch sauer... ich kann Deinen Ärger über Deine Nachbarn schon verstehen... aber helfen tuts ja nix: DU brauchst Kohle zum Leben! Und durch das Aufregen über etwaige Schmarotzer in der Nachbarschaft füllt sich das eigene Portemonaie ja auch nicht wirklich... ;)


Hagzissa

- per aspera ad astra -
SorrowOfDarknessHallo an alle!

Finde das Thema sehr interessant. Intereessant, mal die andere Seite vom Tisch denken zu "lesen" :-)
Ich habe letztes Jahr mein STudium abgeschlossen und bin im Sozialamt gelandet :-) Habe so gesehen praktische Erfahrungen. Ich habe jeden Tag Leute in meinem Büro, alle haben andere Lebensgeschichten, die einen bleiben nur kurz, die anderen lange. Und bei jedem muss man individuell entscheiden, bei jedem muss man sich anders geben.

Ich kann euch schon gut verstehen. Leider ist es in den meisten Fällen so, dass die SAchbearbeiter keine Zeit haben, genervt sind und es dann an ihrem Klientel auslassen. Mir wird bisher gesagt, wie nett ich doch bin. Klar, ich bin erst seit einem Jahr dabei und ich bin einfach ein Mensch, der zumindestens versucht, den anderen am SChreibtisch zu verstehen. Es ist traurig, wenn ihr so abserviert werdet und auch noch falsche Informationen bekommt! Wohngeld bekommt man nicht? Hä? Seit wann das denn....nur in einer Stadt aufhalten? Wo gibst denn so was? Ich finde auch traurig, wenn man gesagt bekommt, man soll seine Haustiere weggebn und I-Net...so einfach ist das nicht. Und ich weiß, wie wenig Sozialhilfe ist! Berechne es ja jeden Tag von neuem, für jeden einzelnen, es kommt immer auf den Fall an.

Aber lasst nicht eure Eut an den einzelnen Sachbearbeiter aus, der kann meist nichts dafür (außer natürlich wenn er selber zu einem patzig wird). Es gibt Gesetze, an dir wir uns halten müssen, an die ich mich auch halten muss, und wenn sie noch so ungerecht sind. Dazu gehört unter anderem auch, dass junge Menschen bis 25 Jahren ohne Ausbildung vorranigig wieder zu den Eltern zurück müssen. Und wenn das nichtgeht, muss das erst vom Sozialdienst überprüft werden. Für den Menschen selber ist das aber meistens sehr schwer. Ist aber Gesetz.
Und wenn man mit dem Freund zusammenzieht: es ist auch Gesetz, dass ehehänliche Gemeinschaften genau so wie Ehepaare behandelt werden müssen. Bedeutet: der PArtner zahlt mit. Ist oft nicht gerecht, aber ist so. Andererseits ist es doch auch ungerecht, dass ein Ehemann zahlen muss, aber der Lebensgefährte, mit dem man schon 20 Jahgre zusammen ist, nicht....oder? Es gibt nun mal Gesetze, die für en einen gut sind und für den anderen schlecht. Aber wie soll man die Gesetze anders schreiben? Man kann doch nicht jeden einzelnen Fall aufschlüsseln.
Klar, Ermessensspielraum gibt es für uns Sachbearbeiter, aber nicht in jedem Fall.

Ich habe seit einer Woche ca. 160 Fälle. Wir sind alle überbelastet, zu wenig Personal. Ich bin total im Postrückstand, ständig stehen Leute vor mir, ohne Termin. Ich habe keine Zeit, die Post (sprich Anträge) in Ruhe zu bearbeiten oder ans Telefon zu gehen. Das nervt einfach. Es gibt keinen Tag, an dem ich das Büro verlasse mit einem sauberen aufgeräumten Schreibtisch. Deshalb versucht bitte auch zu verstehen, wenn die Sachbearbeiter genervt reagieren. Das istkeine Entschuldigung, aber man muss auch die andere Seite sehen.

Bezüglich wenig Geld kann ich euch nur raten, nehmt noch nen Nebenjob an. Ihr könnt dazu verdienen! es wird nicht alles angerechnet! Ihr habt ca. 150 € für euch! Und wenn ihr sachen braucht, dann beantragt sie einfach! Ihr habt Anspruich darauf! Und wenn das nicht so schnell gehen sollte: meine Erfahrung ist die, dass wenn das Klientel nervt, die Anräge schneller bearbeitet werden :-) Leider haben bei uns im Amt alle Kollegen Postrückstände mit ca. 2 Aktenordnern! Da sind Anträge drinne von vor 2 Jahren...mehr als arbeiten können wir aber nicht, aber Personal wird auch nicht eingestellt. Genauso wird an den Büros gespart (schreckliche Büros, ich weiß :-)).

Ich kann diejenigen gut verstehen, die ehrlich sind, Sozialhilfe beantragen, und dann kommt so was...und man hat öfters das Gefühl, dass diejenigen, die unehrlich sind, es einfacher haben, mehr kriegen. Irgendwie stimmts ja auch. Dadurch, dass ich von Anfang an mitbekommen habe, wie unehrlich viele sind (nicht alle!) bekommt man Vorurteile. Ich auch. Ich will die nicht haben, ich will jeden einzelnen Menschen, bisher klappt es, aber viele Sachbearbeiter lassen das richtig raushängen. Auch keine Entschuldigung, nein, aber vielleicht versteht ihr euren Sachbearbeiter ein bißchen.
Letztendlich ist es für beide Seiten schwer, für die Sozialhilfeempfänger und für die Sachbearbeiter.

Lg,
SorrowOfDarkness
Move over Kate[QUOTE][i]Original geschrieben von SorrowOfDarkness [/i]
[B]
Finde das Thema sehr interessant. Intereessant, mal die andere Seite vom Tisch denken zu "lesen" :-)
[/B][/QUOTE]

Fein, erwarte nicht, das irgendjemand hier Dinge wie Bedarfsgemeinschaft, Regelsätze, KdU etc. verstehen [I]will[/I] , *g*...

[QUOTE]Ich habe seit einer Woche ca. 160 Fälle. Wir sind alle überbelastet, zu wenig Personal. Ich bin total im Postrückstand, ständig stehen Leute vor mir, ohne Termin. Ich habe keine Zeit, die Post (sprich Anträge) in Ruhe zu bearbeiten oder ans Telefon zu gehen[/QUOTE]

Und Hartz IV macht die Sache nicht gerade angenehmer, oder?

[QUOTE]Bezüglich wenig Geld kann ich euch nur raten, nehmt noch nen Nebenjob an.[/QUOTE]

Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach...
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Sarin [/i]
[B]
Ich bekomme bis August 298 € Sozialhilfe. Davon gehen 180 € Miete weg. Dann bleiben mir 118 € übrig. Davon muss ich Rechnungen bezahlen und wenn alles niedrig bleibt habe ich dann noch 50 € für Zigaretten und alles andere im Monat. Egal wie man es anstellt. Ich möchte mal wissen wie man leben soll. Das soll mir einer mal von denen vor machen. [/B][/QUOTE]

Ehrlich gesagt, 50€ im Monat würden bei mir nicht einmal für die Lebensmittel reichen (1.65 pro Tag reichen doch gerade mal für Brot vom Vortag mit Butter und Käse). Was ich aber nicht verstehen kann, wie um alles in der Welt kann man dann noch Geld für Zigaretten ausgeben? Rauchen ist Luxus und dafür am lebensnotwendigen sparen... Und die Gesundheit ruiniert es nebenbei auch noch.

Meine 0.02€ dazu
Stonehenge
MadredeusGut zu wissen, dass es noch andere gibt, die so 'ne Erfahrungen wie ich gemacht haben! Ich dachte schon, dass ich die Einzige bin...ich habe im Februar in Essen Wohngeld beantragt und bis jetzt noch keine Antwort bekommen! Vor allem sagten die mir gleich, dass ich eh keines bekommen würde, weil ich zu wenig verdienen würde - ich müsste eigentlich Sozialhilfe bekommen. Als ich dann in Essen auf dem Sozialamt war, haben die mir gesagt, dass ich nichts bekomme...ich weiß wirklich nicht, wie man es schafft, vom Staat was zu bekommen, aber allen, die es geschafft haben, Gratulation!
2378[QUOTE]
es ist auch Gesetz, dass ehehänliche Gemeinschaften genau so wie Ehepaare behandelt werden müssen. Bedeutet: der PArtner zahlt mit
[/QUOTE]

Kann mir jemand dafür den Gesetztext oder sonst sowas nennen? Wäre ziemlich lieb weil ich dazu nichts finde.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Und die Gesundheit ruiniert es nebenbei auch noch.
[/B][/QUOTE]

Das ist doch gut! Ich glaube das nennt man dann "sozialverträgliches Ableben" oder so. Freu dich doch einfach, dann wird es für den Staat und den Steuerzahlern auch billiger (oder auch nicht, weil die Steuern für Tabak fehlen). :rolleyes:

Btw.: Warum eigentlich nicht gleich allen das rauchen verbieten?
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]Das ist doch gut! Ich glaube das nennt man dann "sozialverträgliches Ableben" oder so. Freu dich doch einfach, dann wird es für den Staat und den Steuerzahlern auch billiger (oder auch nicht, weil die Steuern für Tabak fehlen). :rolleyes:

Btw.: Warum eigentlich nicht gleich allen das rauchen verbieten? [/B][/QUOTE]

Mir würde es ja schon reichen, das Rauchen nur dort zu verbieten wo Nichtraucher belästiget werden, also z.B. in Kneipen, Discos usw. außerhalb definierter Raucherräume, öffentlichen Gebäuden...

Ein Raucher lebt nicht unbedingt "sozialverträglich ab". Die Behandlung von Raucherbeinen, Lungenkrebs, Asthma und noch 27 anderen kleinen Gebrechen kostet das Sozialsystem, zu dem wir ja zum Glück (derzeit noch zumindest teilweise) das Gesundheitswesen zählen können, u.U. erklecklichere Summen als es bei diesem oder jenen ein paar bis etliche mehr Jahre Rente täten. Ein weiterer Punkt ist, daß einkommensschwache Raucher ihre Geldreserven schneller verbrauchen als Nichtraucher und somit eher "bedürftig" werden.

Das Steuerargument wird abgemindert durch die Tatsache, daß zumindest in grenznahen Gegenden viele Starkraucher ihren Bedarf z.B. in der Tschechei einkaufen (nagut, vielleicht sichern sie noch ein paar Arbeitsplätze der dortigen fliegenden Händler).

Mein Motto: Ohne Rauch gehts auch!

Gruß
Stonehenge
Apex[QUOTE]Mir würde es ja schon reichen, das Rauchen nur dort zu verbieten wo Nichtraucher belästiget werden, also z.B. in Kneipen, Discos usw. außerhalb definierter Raucherräume, öffentlichen Gebäuden...[/QUOTE]

Also ich sehe das kritisch. Ein Kneipenbesitzer oder ein Discobetreiber sollte selbst bestimmen ob in seinem Laden geraucht werden darf, da hat sich niemand einzumischen. Und wenns dir net passt, dass dort geraucht wird, geh halt net hin.

Und was definierte Raucherräume angeht, ich weiß net, hört sich für mich so nach Reservat an...
SenecaBeschwehrt euch doch nicht jetzt schon, wartet lieber auf den 1. Januar 2005, an diesem Tag werden auf einen Schlag über 500.000 Leute komplett aus der Sozialhilfe herausfallen und garnichts mehr bekommen (so wie ich, falls ich zu dem Zeitpunkt kein Student mehr bin)
EvilbarbieBei uns wollten die eine 15jährige 3 Stunden am Tag arbeiten schicken, weil ihre Mutter aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist arbeiten zu gehen und der Vater mit 43 ( !! ) hierzulande zu alt ist um noch Arbeit zu finden.
Und nächstest Jahr gehen die erst richtig ab.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]

Mein Motto: Ohne Rauch gehts auch!
[/B][/QUOTE]

Und meins: Ohne Alk gehts auch. Und der macht auch ne Menge kaputt...:)

[QUOTE]Um wieder etwas in Richtung On-Topic zu kommen:
Sozialfinanzierung von ordentlicher Nahrung, Miete, Kleidung usw. halte ich für notwendig, Sozialfinanzierung von Zigaretten, Alkohol oder gar "richtigen" Drogen definitiv nicht.
[/QUOTE]

Das hört sich so danach an, als ob man aus Sozialhilfeempfänger bessere Menschen machen will. Wo bleibt da die Selbstbestimmung und Freiheit des einzelnen?

Mir ist schon klar, was du damit meinst, und es ist wirklich gut gemeint und auch gut für denjenigen Menschen, aber man kannn es ihnen nicht vorschreiben, wenn es nicht für alle gilt...übrigens ist ordentliche Nahrung verdammt teuer...
Buzz_Lightyear"Selbstbestimmung und Freiheit des einzelnen" - auf fremder Taschen Kosten!
Das sind ja lustige Bemerkungen.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Buzz_Lightyear [/i]
[B]"Selbstbestimmung und Freiheit des einzelnen" - auf fremder Taschen Kosten!
Das sind ja lustige Bemerkungen. [/B][/QUOTE]

Ja natürlich! Was denn sonst? Lebst du nicht auch vielleicht auf Kosten anderer?

Warum muß jemand, der nie auf der Autobahn fährt, für die Freiheit deutscher Autobahnfahrer bezahlen?

Haben arbeitslose Schwerbehinderte kein Recht mehr auf Selbstbestimmung?

Warum muß ich für alkoholbedingte Krankheiten freiheitsliebender Biertrinker bezahlen?

Warum soll ich für freiheitsliebende, risikobereite Sportler Krankenkassenbeiträge bezahlen, damit sie weiterhin ihre Knochen auf der Skipiste brechen können?

Und warum sollen meine Steuergelder für große Opernhäuser verprasst werden, obwohl ich Oper hasse?

Nein, das ist eine absurde Diskussion...
ApexJaja es gab mal ein sehr schönes Wort, leider ist es in Vergessenheit geraten. Solidarität.
Buzz_Lightyear@decay
Wie kann man denn Opern "hassen"?
Nur weil Du sie nicht verstehst, entwickelst Du dermaßen negative Gefühle?
Das hätte ich doch gern mal genauer erklärt.
decay73Nein, mein Lieber, das muß ich dir nicht weiter erläutern und geht eh am Thema vorbei. Was ich deutlich machen wollte, dürfte klar geworden sein...

(Btw, ob ich sie verstehe oder nicht, dürfte sich deiner Kenntnis eindeutig entziehen :rolleyes: )
Buzz_Lightyear@decay
Was Du schreibst, ist aber echt peinlich; erst die Haßattacke gegen Opern, aber Du kannst jedes Libretto zwischen Monteverdi und Wagner auswendig.:rolleyes:
Da lacht ja nich' mal ein totes Huhn.

Was Du eigentlich sagen wolltest, ahnen wir schon, allerdings ist es weicher Käse:
Oper ist Kulturgut, zwar nicht unbedingt der Masse zugänglich, aber doch wichtig, so wie die Schriften Schopenhauers und Schloß Charlottenburg; ob irgendein Proll Geld für Zigaretten hat, dürfte jedoch kaum in die Annalen der abendländischen Geschichte eingehen und ist insofern abzulehnen, zumindest, wenn die Stoffbeschaffung auf Kosten der eh' schon finanziell schwer gebeutelten Allgemeinheit durchgeführt wird.:o

P.S.:
Oder wie STonehenge es weiter unten formuliert, kann man es auch unterstützen und zwar Wort für Wort.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]Und meins: Ohne Alk gehts auch. Und der macht auch ne Menge kaputt...:)
[/B][/QUOTE]

Klar gehts ohne Alkohol (trinke selber keinen). Kaputt macht aber nicht "der Alkohol" selbst etwas, sondern ein Teil seiner Konsumenten (wenn sie anschließend Auto fahren, Schlägereien anfangen etc pp.) Bei Zigaretten bin ich auch schon beim bloßen Konsum in meiner Gegenwart betroffen (hier liegt ein Unterschied).

[QUOTE][b]
Das hört sich so danach an, als ob man aus Sozialhilfeempfänger bessere Menschen machen will. Wo bleibt da die Selbstbestimmung und Freiheit des einzelnen?

Mir ist schon klar, was du damit meinst, und es ist wirklich gut gemeint und auch gut für denjenigen Menschen, aber man kannn es ihnen nicht vorschreiben, wenn es nicht für alle gilt...
[/B][/QUOTE]

Die Freiheit haben zu rauchen soll jeder dort wo er niemanden damit belästigt, aber man soll ihm diesen Unfug/Luxus nicht von Staats wegen finanzieren sondern er soll dieses bitteschön mit selbst ermeckertem Geld tun wenn er es halt nicht lassen kann.

[QUOTE][b]
übrigens ist ordentliche Nahrung verdammt teuer... [/B][/QUOTE]

Das ist ein wahres Wort. Und um zu vermeiden, daß die saure Stütze eben lieber in Zigaretten statt hochwertige Lebensmittel investiert wird würde ich es für einen geschickten Ansatz halten, diese zum Teil als "Bezugsscheine" auszugeben. Stellt man diese noch für regionale Bioläden/-Lebensmittel aus, so würden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen:

a) Der Sozialhilfeempfänger hat die Möglichkeit sich ausreichend und gesund zu ernähren ohne dafür am Geld zu ermangeln, dafür weniger Geld für Zigaretten, Schnaps...
[Ziel der Sozialhilfe ist es ja genau, den Lebensunterhalt, also eine Art Existenzminimum zu sichern und nicht etwa den Bedürftigen irgendwelchen Luxus zu finanzieren, den sie sich womöglich noch mit Abstrichen am Lebensnotwendigen finanzieren]

b) Der biologische Landbau wird gestärkt und Frau Künast kommt ihrem Fernziel 20% etwas näher

c) Es ergeben sich positive Effekte für Gesellschaft und Umwelt, aus a) resultieren ggf. geringere Gesundheitskosten, aus b) folgen mehr Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung, damit ein Gewinn an Lebensqualität für viele sowie größere Unabhängigkeit von Billigimporten und nicht zuletzt aufgrund des weitaus größeren Arbeitsanteils im Biolandbau ein Zuwachs an Arbeitsplätzen und somit eine Verbesserung der Gesamtarbeitssituation, wovon wiederum auch die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger profitieren.

Gruß
Stonehenge
decay73[quote][b]@decay
Was Du schreibst, ist aber echt peinlich; erst die Haßattacke gegen Opern, aber Du kannst jedes Libretto zwischen Monteverdi und Wagner auswendig.
Da lacht ja nich' mal ein totes Huhn.[/quote][/b]
Ich stelle mir gerade die Frage was peinlicher ist: das was ich geschrieben habe, oder deine ständigen albernen und haßerfüllten Kommentare.
Aber verstehen wolltes du es eh noch nie. Also macht es auch weiter keinen Sinn, daß ich auf dein Geschreibsel eingehe...:rolleyes:

Du hast recht, da lacht kein totes Huhn mehr...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Klar gehts ohne Alkohol (trinke selber keinen). Kaputt macht aber nicht "der Alkohol" selbst etwas, sondern ein Teil seiner Konsumenten (wenn sie anschließend Auto fahren, Schlägereien anfangen etc pp.) Bei Zigaretten bin ich auch schon beim bloßen Konsum in meiner Gegenwart betroffen (hier liegt ein Unterschied).[/b][/quote]

Doch, auch der Alkohol macht ne Menge kaputt, wenn man es übertreibt,
z.B ist er an folgenden Krankheiten beteiligt.:
- Leberentzündung (Hepatitis)
- Fettleber
- Leberzirrhose
- Alkoholpsychosen, Nervenschädigungen (Polyneuropathie)
- Kehlkopfkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Magenkrebs
- Leberkrebs
- Herzrhythmusstörungen
- Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
- Bluthochdruck

Mal abgesehen davon, daß rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind.
Die volkswirtschaftlichen Folgen gehen in die Milliarden.

[quote][b]Die Freiheit haben zu rauchen soll jeder dort wo er niemanden damit belästigt, [/b][/quote]
Da stimmt ich dir auch als Raucher absolut zu. Nur irgendwie ist rauchen nicht das einzige gesundheitsschädlich, aber allgemein akzeptierte Problem. Wenn, dann müßte man schon konsequent sein, denn sonst ist es wieder nur ein rumhacken auf bestimmte Gruppen zur eigenen Gewissensberuhigung.



[quote][b]Das ist ein wahres Wort. Und um zu vermeiden, daß die saure Stütze eben lieber in Zigaretten statt hochwertige Lebensmittel investiert wird würde ich es für einen geschickten Ansatz halten, diese zum Teil als "Bezugsscheine" auszugeben. Stellt man diese noch für regionale Bioläden/-Lebensmittel aus, so würden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen:

a) Der Sozialhilfeempfänger hat die Möglichkeit sich ausreichend und gesund zu ernähren ohne dafür am Geld zu ermangeln, dafür weniger Geld für Zigaretten, Schnaps...
[Ziel der Sozialhilfe ist es ja genau, den Lebensunterhalt, also eine Art Existenzminimum zu sichern und nicht etwa den Bedürftigen irgendwelchen Luxus zu finanzieren, den sie sich womöglich noch mit Abstrichen am Lebensnotwendigen finanzieren]

b) Der biologische Landbau wird gestärkt und Frau Künast kommt ihrem Fernziel 20% etwas näher

c) Es ergeben sich positive Effekte für Gesellschaft und Umwelt, aus a) resultieren ggf. geringere Gesundheitskosten, aus b) folgen mehr Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung, damit ein Gewinn an Lebensqualität für viele sowie größere Unabhängigkeit von Billigimporten und nicht zuletzt aufgrund des weitaus größeren Arbeitsanteils im Biolandbau ein Zuwachs an Arbeitsplätzen und somit eine Verbesserung der Gesamtarbeitssituation, wovon wiederum auch die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger profitieren.[/b][/QUOTE]

Jup, es muß darum gehen, auch diesen Menschen ein würdiges, gesundes, und nach Möglichkeit selbständiges Leben führen zu lassen; nicht darum, sie in einer völlig desolidarisierten Welt zu entmündigen und auf ihnen rumzutrampeln (oder der Meinung von grauen Wölfen nachzugeben... ;) ).

Was man auch nicht vergessen sollte, sind die psychosozialen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, etc., das Gefühl der Nutzlosigkeit und Depressionen.
Die Anzahl der behandlungsbedürftigen Depressiven ist in der letzten Zeit so stark gestiegen wie noch nie und bei keiner anderen Krankheit.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen durch die heutige gesellschaftliche Situation (Nutzlosigkeit, Hilflosigkeit, Zukunfts- und Existenzangst) und daneben die permanenten Sprüche diverser Politiker, in den Selbstmord getrieben werden.

[quote] In Deutschland leiden 4 bis 8 Millionen Menschen an Depressionen, Tendenz steigend. Immer stärker betroffen von dieser Volkskrankheit sind Arbeitslose und Menschen, die den Verlust ihres Arbeitsplatzes befürchten. Symptome der Krankheit sind Vereinsamung, Verarmungsängste und Furcht vor Entwürdigung. Die Appelle der aktuellen Sozialpolitik erreichen diese Menschen nicht. Im Gegenteil: Die Forderungen nach Eigenverantwortung, Flexibilität und neuen Zumutbarkeiten verschärfen die Krankheit und treiben viele Menschen in die Isolation. Mediziner und Sozialpsychiater fordern ein Umdenken, das den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Politik stellt. [i](Quelle: wdr.de)[/i][/quote]


Nee, es mag vieles durchaus einen Sinn machen, aber nicht [b]so[/b].


~decay~
demelza[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Und um zu vermeiden, daß die saure Stütze eben lieber in Zigaretten statt hochwertige Lebensmittel investiert wird würde ich es für einen geschickten Ansatz halten, diese zum Teil als "Bezugsscheine" auszugeben. Stellt man diese noch für regionale Bioläden/-Lebensmittel aus, so würden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen:

a) Der Sozialhilfeempfänger hat die Möglichkeit sich ausreichend und gesund zu ernähren ohne dafür am Geld zu ermangeln, dafür weniger Geld für Zigaretten, Schnaps...
[Ziel der Sozialhilfe ist es ja genau, den Lebensunterhalt, also eine Art Existenzminimum zu sichern und nicht etwa den Bedürftigen irgendwelchen Luxus zu finanzieren, den sie sich womöglich noch mit Abstrichen am Lebensnotwendigen finanzieren]

b) Der biologische Landbau wird gestärkt und Frau Künast kommt ihrem Fernziel 20% etwas näher

c) Es ergeben sich positive Effekte für Gesellschaft und Umwelt, aus a) resultieren ggf. geringere Gesundheitskosten, aus b) folgen mehr Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung, damit ein Gewinn an Lebensqualität für viele sowie größere Unabhängigkeit von Billigimporten und nicht zuletzt aufgrund des weitaus größeren Arbeitsanteils im Biolandbau ein Zuwachs an Arbeitsplätzen und somit eine Verbesserung der Gesamtarbeitssituation, wovon wiederum auch die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger profitieren.

Gruß
Stonehenge [/B][/QUOTE]

Gratulation zu dieser ausgezeichneten Idee.


Nur beim Alkohol, da muß ich noch etwas hinzufügen - Alkohol in großen Mengen zerstört Gehirnzellen (und in Folge den Körper)
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]
Doch, auch der Alkohol macht ne Menge kaputt, wenn man es übertreibt,
z.B ist er an folgenden Krankheiten beteiligt.:
- Leberentzündung (Hepatitis)
- Fettleber
- Leberzirrhose
- Alkoholpsychosen, Nervenschädigungen (Polyneuropathie)
- Kehlkopfkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Magenkrebs
- Leberkrebs
- Herzrhythmusstörungen
- Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
- Bluthochdruck
[/B][/QUOTE]

Zumindest das passiert aber nur bei demjenigen, der ihn auch selbst verkonsumiert. Ich habe es leider unvollständig aufgeschrieben *Asche streu*
Auch demelza hier recht geb.

[QUOTE][B]
Mal abgesehen davon, daß rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind.
Die volkswirtschaftlichen Folgen gehen in die Milliarden.
[/B][/QUOTE]

Blau aufm Bau - was da manche so hinter die Binde kiepen und an Rauch hinausblasen ist schon bedenklich... aber auch in anderen Branchen, da gebe ich Dir recht.

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