| Philalethes | Ein Mange an Höflichkeit ist ein Mangel an Bildung. Inwieweit besteht eures Erachtens ein Zusammenhang zwischen Höflichkeit und Bildung? |
| shining night | Meine meinung ist, das ein Mangel an Höflichkeit ein Mangel an Erziehung ist, denn es kann ja(mal ganz krass ausgedrückt) jemand "strohdumm" sein, er kann sich aber trotzdem Höflich dem Gegenüber äußern und benehmen. Höflichkeit ist für mich Sache der Erziehung und nciht der Bildung. somit besteht für mich kein zusammenhang von Bildung und Höflichkeit. ich sags nochmal,das ist meine sicht der dinge. hoffe dir wenigstens ein bisschen weitergeholfen zu haben. |
| Shiva | Öhm,meinst du jetzt das fehlende Höflichkeit eine Lücke in der Bildung darstellt? Ich sehe eigentlich keinen Zusammenhang zwischen Bildung und Höflichkeit. Es gibt genügend Menschen die hochgradig intelligent und gebildet sind, und sich totzdem (oder grade deswegen) unhöflich benehmen(Ich persönlich denk da jetzt an arrogante Professoren).Andererseits gibt es auch viele Menschen die weniger gebildet und trotzdem sehr höflich sind. Ich sehe keinen Zusamenhang. |
| Elaine | Man sollte zumindest davon ausgehen, dass es so ist. Leider sind die Erfahrungen im täglichen Leben meist anders. Ist es denn nicht so, dass grade die Leute die gebildet sind (ich meine jetzt damit nicht alle die studiert haben, studieren etc., jedoch die Mehrzahl an Akademikern wie Ärzte etc) meist arrogant und völlig unhöflich, den Normalbürgern gegenüber sind. Weil sie einfach denken, dass sie was besseres sind? Einfache Leute, die vielleicht nicht so viel Schulbildung/Allgemeinbildung besitzen, sind meiner Erfahrung nach meist freundlicher, hilfsbereiter wie Menschen mit akademischen Graden. Elaine |
| Shiva | HeHe, hast du meine Gedanken gelesen Elaine? |
| Elaine | Shiva, wahrscheinlich *fg* ... das dachte ich mir nämlich auch, als ich Deine Antwort sah ;) |
| Cornixkolonne | [QUOTE]Ist es denn nicht so, dass grade die Leute die gebildet sind (ich meine jetzt damit nicht alle die studiert haben, studieren etc., jedoch die Mehrzahl an Akademikern wie Ärzte etc) meist arrogant und völlig unhöflich, den Normalbürgern gegenüber sind.[/QUOTE] Natürlich kommt dies vor, aber ich denke, es handelt sich dann eher um eine Art joviale Arroganz (zeitweise eben bei Ärzten anzutreffen), aber das ist doch nicht der einzige Fall, in dem es an höflichem Benehmen mangelt. Arroganz ist meiner Ansicht nach nicht das einzige Höflichkeitsdefizit, genausogut könnte man argumentieren, dass es "Ungebildeten" teilweise oft an Rücksichtnahme und Zurückhaltung mangelt, wenn dies angebracht ist. [QUOTE]Meine meinung ist, das ein Mangel an Höflichkeit ein Mangel an Erziehung ist, denn es kann ja(mal ganz krass ausgedrückt) jemand "strohdumm" sein, er kann sich aber trotzdem Höflich dem Gegenüber äußern[/QUOTE] Wenn ein Mensch sich höflich verhält, ist das doch ein Zeichen, dass er eben NICHT "strohdumm" sein kann, denn das lässt doch eigentlich darauf schließen, dass er sich seiner Wirkung auf die Umwelt und deren Interessen zumindest bewusst ist und versucht, sich diesen durch sein Verhalten anzupassen? Erziehung ist doch eventuell auch als eine Art von Bildung zu kategorisieren... Charakter-Bildung, Persönlichkeits-Bildung... Höflichkeit ist dann wohl ein Teilaspekt der Bildung. Wer höflich ist, muss nicht zwangsweise auch sonst umfassend "gebildet" sein, wer nicht höflich ist, muss nicht unbedingt ungebildet sein - und umgekehrt. Zwischen Freundlichkeit und Höflichkeit würde ich auch noch unterscheiden. Höflichkeit assoziiere ich eher auch mit "Parkettsicherheit", etwas, was "der Anstand gebietet". Freundlichkeit eher mit einem natürlichen Charakterzug / einer bestimmten Grundhaltung. |
| ilumina | Jajaja......gute Manieren und Höflichkeit schwinden leider immer mehr!!! @ Odessa Genau so sehe ich das auch und stimme somit Deinem Post voll und ganz zu!!! Leute, die sich aufführen wie die Axt im Walde, sind mir ebenfalls ein Greuel!!! |
| Elaine | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cornixkolonne [/i] Natürlich kommt dies vor, aber ich denke, es handelt sich dann eher um eine Art joviale Arroganz (zeitweise eben bei Ärzten anzutreffen), aber das ist doch nicht der einzige Fall, in dem es an höflichem Benehmen mangelt. Arroganz ist meiner Ansicht nach nicht das einzige Höflichkeitsdefizit, genausogut könnte man argumentieren, dass es "Ungebildeten" teilweise oft an Rücksichtnahme und Zurückhaltung mangelt, wenn dies angebracht ist. [/QUOTE] Ich habe ja extra geschrieben, dass ich nícht alle 'Studierten'meine. Dennoch fällt mir diese Arroganz, was m.E. auch eine Art von Unhöflichkeit ist, vermehrt bei diesen von mir angesprochenen Personen auf. Gehe ich nun von meinem Mann z.B. aus, er ist der Gesellschaft nach ungebildet (Hauptschulabschluss, keine Berufsausbildung, keine Englischkentnisse etc.), dann kann ich sowas nicht erkennen. Mein Mann ist die Freundlichkeit und Höflichkeit in Person. Ich habe selten von ihm unhöfliches Benehmen erlebt. Er ist zu Menschen eigentlich immer zuvorkommend, hilfbereit und eben höflich. Ich denke man kann in dieser Hinsicht nicht verallgemeinern. Höflich = gebildet oder Unhöflich = ungebildet. Liegt es nicht auch am Charakter eines jeden einzelnen. Ob man gewillt ist, seinen Mitmenschen höflich zu erscheinen? Und auch die von shining night gemachte Aussage, dass Höflichkeit eine Sache der Erziehung ist, halte ich für richtig! Denn man kann noch so arm, ungebildet etc. sein. Man kann seine Kinder trotzdem höflich und zuvorkommend erziehen. Man muss nur intelligent genug sein (... und Intelligenz ist nicht immer eine Frage der Bildung!!!) Edit: @ Odessa: wie schön Du das geschrieben hast- ehrlich! Ja es sind eigentlich alltägliche Dinge, doch in unserer Zeit gehen eben diese Ding verloren. Leider! Für mich sind sie selbstverständlich. Es ist für mich selbstverständlich, einem nach mir kommenden die Türe offen zu halten oder wenn ich diejenige bin, mich zu bedanken. Es ist für mich selbstverständlich, wenn ich in einen Laden hereinkomme zu grüssen und meine Bestellung mit einem 'Ich hätte gerne 2..., bitte!' zu machen. Ebenso wie es für mich selbstverständlich ist, wenn ich diese erhalten habe, Danke zu sagen. Und den Laden mit einem : 'schönen Tag noch' oder 'schönes Wochenende' zu verlassen. Ebenso wenn ich in einem Restaurant bin. Leider wird man immer mehr blöd angeschaut, wenn man z.B. einen Laden verlässt und ein schönes Wochenende wünscht. Hilfe, darauf muss man ja auch noch antworten :o Ich bin froh darüber, dass bei uns zu Hause eben nicht de schulischen Leistungen gezählt haben, obwohl eben diese auch wichtig waren. Aber nicht wichtiger, als der freundliche Umgang miteinander. Und so halte ich es hier in meiner kleinen Familie auch wieder. Wenn ich etwas von meinem Mann haben möchte, beende oder beginne ich den Satz mit einem Bitte und bedanke mich auch. Selbst wenn mein Sohn (8 Monate) mir freudestrahlend sein Spielzeug entegenhält, sage ich Danke. Er versteht es zwar [B]noch[/B], nicht. Aber wenn er damit aufwächst wird so ein Umgang selbstverständlich für ihn sein. Ebenso, ist es selbstverständlich, dass ich mich in meiner Wohnung nicht aufführe wie in einem Irrenhaus. Das heisst, dass die Musik nie lauter, als Zimmerlautstärke ist. Dass wir uns gegenseitig nicht anschreien etc. Auch wenn ich meine Wohnung verlasse, verhalte ich mich so ruhig wie möglich. Leider ist das gerade hier in unserem Haus nicht die Tagesordnung. Hier herrscht oft eine ungemeine Lautstärke, vorallem zu den Ruhezeiten :mad: ... ich kann sowas nicht nachvollziehen, denn das ist für mich unverständlich. Nochmalig liebe Grüsse, Elaine |
| Loup de nuit | Odessas Knigge trifft es auf den Punkt, wobei ich mir unverschämterweise herausnehme die schweren Kisten lieber selbst zu tragen...;) ...für die habe ich nämlich auch die Verantwortung und meistens fallen sie runter wenn ich Hilfe annehme:( |
| Loup de nuit | Etwas möchte ich doch noch hinzufügen: Bei der Begegnung zweier sich fremder Menschen auf einem einsamen Klostergelände sollte man doch davon ausgehen können, dass ein höflicher abendlicher Gruß erwiedert wird. grmpf!! |
| Elaine | Nein, heutzutage leider nicht mehr :( |
| gekitsu | ich glaub das thema ist einfach und schwierig zugleich... grundlegende benimmregeln kennt denk ich jeder, unabhaengig ob hoch- oder baumschule. ich hab in meinem bekanntenkreis leute von historiker bis baumarktkistenschlepper die durchweg hoeflich sind. allerdings kann man manche details wirklich nicht bei einer eher arbeitsorientierteren bildung voraussetzen. wie stehts beispielsweise mit der kuesschen-kuesschen-regel? in frankreich alltaeglich, in manchen laendern asiens unanstaendig. das sind allerdings keine alltaeglichkeiten und insofern vielleicht wirklich nicht unbedingt zum topic gehoerend. aber gewisse feinheiten der etikette kriegt man auf dem bau vielleicht nicht unbedingt mit und benimmt sich dann in einer anderen gesellschaft mitunter etwas daneben - allerdings unabsichtlich. was mir dazu noch einfaellt ist, dass es menschen gibt, die gewisse dinge nicht bemerken. genauso wie es menschen gibt die waehrend des autofahrens wie selbstverstaendlich noch einen habicht im augenwinkel registrieren und menschen die den habicht nie sehen wuerden es sei denn sie wuerden ausschau nach voegeln halten. ich hab teilweise selbst dieses problem - wenn auch nicht in einer sehr drastischen auspraegung. ob man sojemandem wirklich schlechtes benehmen im sinne von unhoeflichkeit unterstellen kann sei dahingestellt - der wille waere ja durchaus da... |
| asamandra | Ich hab letztens in unserem TV-Heft einen Artikel von einem Kinderpsychologen gelesen. Ich weiß jetzt nicht mehr genau alles, aber sinngemäß hat der Typ gesagt, dass Kinder, die eine gute Erziehung und gute Umgangsformen gelernt haben, sich im Leben leichter tun, weil sie nicht durch verschiedene Situationen verunsichert werden. Deswegen tun sich diese Kinder auch in der Schule leichter (da sie ja wie gesagt nicht so verunsichert sind und diese Verunsicherung nicht durch negatives Verhalten kompensieren müssen) und sind/wirken somit intelligenter... |
| Sanna I.S.P. | ich kann im sinne des threaderstellers durchaus zustimmen, wenn er sagt, "ein mangel an höflichkeit ist auch ein mangel an bildung". das problem ist hierbei, dass die meisten menschen unter bidung einfach nur mehr eine schulische bildung meinen und anerkennen; dass zu bildung mehr gehört, als grobe grundkenntnisse in schulfächern, nämlich auch höflichkeit und taktgefühl, wird leider allzu oft einfach ignoriert. zwar können auch diese (zugegeben weit schwieriger zu erlenenden dinge) in einer schule durch lehrer jedweden faches vermittelt werden, doch verhindert oft eine "natürliche" opposition der schüler zum unterrichtenden, dass diese dinge ernstgenommen werden (natürlich gibt es auch genug lehrer, die sich einen dreck um solcherlei dinge kümmern); besonders kritisch wird es dann noch, wenn zu hause weder höflichkeit, noch taktgefühl gelehrt werden, oder einfach bei verwandten und freunden der anwendungsbereich aufhört, und dies auch noch von den eltern vorgelebt wird. erkennen werden es menschen, nämlich ihren mangel an diesen kulturgütern, erst dann, wenn sie durch ihre plumpe art jemanden zur last fallen ... in den meisten fällen muss es soweit kommen, dass dieser mensch auch er selbst ist, sonst kapieren sie wohl gar nichts. taktlose, unhöfliche, laute trampel und rüpel gehören wohl mit zum schlimmsten, was einem begegnen kann; leider führt ihr benehmen und ihre einstellung nicht gerade dazu, diese dinge zu erkennen, die andere an ihnen stört. |
| Loup de nuit | Nicht nur das Sanna. Es werden auch immer mehr!!! |
| Shiva | [QUOTE]Leider ist das gerade hier in unserem Haus nicht die Tagesordnung. Hier herrscht oft eine ungemeine Lautstärke, vorallem zu den Ruhezeiten ... ich kann sowas nicht nachvollziehen, denn das ist für mich unverständlich.[/QUOTE] Das kenn ich. Ich bin in unserem Haus der einzige der die Haustür zuzieht, da sie sonst mit einem lauten Rumms zufliegt der das ganze Haus erschüttert.Die anderen kümmert das einen Dreck, und wenns nacht um eins ist.Das ist ja wohl das letzte!:mad: Ruummms! Aha,Nachbar hat das Haus betreten. |
| Nope | [QUOTE]erlebt man oft das Gegenteil: je höher die Bildung (die "Schulbildung", die vergötterte...) ist, desto weniger ausgeprägt ist oft die Höflichkeit, die "Kinderstube".[/QUOTE] sehe ich anders. besser gesagt, ich kenne es anders. aber nunja... |