| Mahsheed | Die gedankliche Mauer zwischen Ost und West ist in den Köpfen der deutschen Bevölkerung nach wie vor vorhanden, demnach gibt es noch immer "Ossi" und "Wessi", für die man solch hässlich klingende Wörter erfunden hat. Und es wird sich zeigen, ob das nur eine Frage der Zeit sein wird, ob sich diese Wogen mal gänzlich glätten. Nun aber meine Frage, die sich auf die Grenzen im Kopf bezieht, denn per Gesetz sind natürlich alle gleich-deutsch: Wie lange bleibt man Ossi? Und wie lange bleibt man Wessi? Ist das allein davon abhängig, wo man geboren wurde? (Ossi bleibt ewig Ossi, da kann man nüx machen? Und Wessi bleibt Wessi, da kann man auch nix machen?) Spielt es eine Rolle, wohin man zieht und wie lange man dort lebt? Wenn ja, wie groß ist die Zeitdauer, in der man sich "ent-ossiet" und "ver-wessiet", "ent-wessiet" und "ver-ossiet"? Hängt es vom Dialekt ab, ob jemand nach 40 jährigem Wohnortwechsel Wessi oder Ossi bleibt? Wie ist das mit einem Kind, dass von zwei Ossis im Westen gezeugt und geboren wurde? Klein-Ossi oder Klein-Wessi? |
| Kato | für mich sind ossis die leute die diesen geilen aktzent haben.. des es olles lug ünd betrug |
| Any Body | die kategoriesierung nach wessi und ossi ist vermutlich normal... doch ich sehe sie nicht als negativ an... es beschreibt die region deutschlands, in der man geboren und aufgewachsen ist... ... was ich als äußerst angenehm ansehe und in meinen augen einen ostdeutschen zu einem liebevollen ossi macht, ist u.a. der dialekt. ... vergleichbar mit den eigenheiten eines bayern. dieser wird seinen dialekt nicht ablegen, nur weil er nach norddeutschland zieht... als zugereister westdeutscher im falle eines umzugs in den osten, würde die grenze in meinem kopf schlecht einzubrechen sein... ebenso wie die grenze nicht einzubrechen ist, dass man als westdeutsches "landei" in eine westdeutsche großstadt gezogen ist... meine wesensart werde ich dadurch nicht großartig ändern... ... doch bestimmt haben mich gewohnheiten und geflogenheiten im laufe der jahre beeinflusst... |
| decay73 | Ich find das gemein. Früher war ich stolz, ein (Teil-)Ossi zu sein. Und jetzt? Nichts ist wie es einmal war und im Zuge der 'Osterweiterung' Deutschlands ist den Ostfriesen dann auch noch diese -seinerzeit unverwechselbare- Auszeichnung genommen worden. Tze, tze... |
| Mahsheed | @ Odessa Jetzt aber nicht auf die Idee kommen, dass ich den Thread wegen dir und deinen Gedanken im Nachbarthread eröffnet habe. Diese Frage hier ist dadurch wieder aufgelebt; beschleicht mich aber schon einiges länger und soll mich endlich mal ent-schleichen. ;o) |
| Mahsheed | Klar, normal ist ohnehin vieles. Was ich meine ist, dass kaum von Sachsen-Anhaltinern oder Brandenburgern oder Mecklenburg-Vorpommern gesprochen wird. Sobald eines der neuen Länder gemeint ist, dreht es sich um den "Ossi" und das nicht ohne Grund. |
| OrcaDesign | [QUOTE]als zugereister westdeutscher im falle eines umzugs in den osten, würde die grenze in meinem kopf schlecht einzubrechen sein[/QUOTE] *lach - das erinnert mich an so manch lustige Situation in meiner Anfangszeit in Ilmenau, wenn ich mich mit den Leuten dort über die Vergangenheit unterhalten habe... ist ein wenig surreal, wenn man dann in alter Gewohneit von "drüben" spricht und damit eigentlich genau das meint, wo man grad steht und was der Gesprächspartner grad gerade nicht als drüben versteht. Fünf Jahre später war's genau andersherum - man sieht, alles nur eine Frage der Umerziehung :D! Was das Ossi/Wessi-Geplänkel angeht: irgendwie muß man da nicht wirklich viel drauf geben, wenn man selber oft genug als Ossi gehalten wird - oder im Osten manche damit überraschen kann, wenn diese mitbekommen, daß man ja so eigentlich auf der anderen Seite des Zauns geboren wurde. Da merkt man nur, wieviele nach Schema F denken - jemand hat die und die Ansicht, aha, Schublade auf und diejenige Person reingesteckt - in dem Fall denn die Schublade "Bürger der ehemaligen DDR" (was die meisten wohl unter Ossi verstehen - wenn es nicht gerade wieder um Dialekte geht, denn da denkt ja wieder jeder nur an die Sachsen :rolleyes: ). Ist für mich diesselbe einfältige Einteilung wie ich sie 18 Jahre lang zuvor kennenlernen durfte in Bayern, wo's für die meisten in ihrer Denkweise auch nur Bayern (genaugenommen damit immer gemeint: Oberbayern) und Preißen gibt. Mir san mir, der Rest san Preißn. Und Unterbayern so was halbes :D. [quote]Hängt es vom Dialekt ab, ob jemand nach 40 jährigem Wohnortwechsel Wessi oder Ossi bleibt?[/quote] Für mich ist "Ossi" jemand, der seine Wurzeln in den neuen Bundesländern hat, und mehr auch schon nicht (wenn's als Begriff überhaupt sein muß - irgendwann gewöhnt man sich den Schmonz ab, wenn man "da" wohnt und früher oder später diese undifferenzierte Unterteilerei als unsinnig erkennt). Aber um das auszudrücken, verwende ich denn gleich lieber die gleichwertigen Begriffe wie auch schon früher...so wie ein Hesse eben ein Hesse ist und war, ist nen Thüringer halt nen Thüringer (und kein Mecklenburger oder Berliner - was den Begriff des "Ossi" aber einschließen würde) - wenn man schon solche Einteilungen braucht, um sein Weltbild aufrechterhalten zu können... :rolleyes: @Kato: und für Amis sind Deutsche alle die, die diesen geilen Dialekt mit Worschtsemmel und Oachkatzlschwoaf haben. Ist als Aussage dasselbe. ;-) |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von OrcaDesign [/i] Was das Ossi/Wessi-Geplänkel angeht: irgendwie muß man da nicht wirklich viel drauf geben, wenn man selber oft genug als Ossi gehalten wird - oder im Osten manche damit überraschen kann, wenn diese mitbekommen, daß man ja so eigentlich auf der anderen Seite des Zauns geboren wurde. Da merkt man nur, wieviele nach Schema F denken[/QUOTE] Tja das ist komisch, aber scheinbar augenblicklich (für die Meisten noch) unvermeidbar. Irgendwie sind alle gleich; und es ist Zufalls-, Glücks-, oder Unglückssache, ob jemand hie oder da in die Welt gesetzt wurde. Es hätte jeden von uns so oder so erwischen können. Der Gedanke macht uns alle gleich, dennoch dominiert der andere Gedanke; dass wir nicht gleich sind. Insbesondere spreche ich von der angenommenen Mentalität. Da fällt mir gerade noch ein Beispiel ein ... Eine Freundin erzählte mir, dass sie anfangs sehr beliebt in ihrer Schulklasse war. Das ging einige Jahre so. Irgendwann aber fragte die Lehrerin einmal nach Geburtsorten. Und da kam eben heraus, was vorher keinem geläufig war: ... Ihr ahnt es sicher. scroll please! Genau, es war keine gebürtige Wessi. Seither wurde sie getreten, gehänselt und ausgestoßen, allein deswegen. |
| OrcaDesign | >dennoch dominiert der andere Gedanke; dass wir nicht gleich sind. Insbesondere spreche ich von der angenommenen Mentalität. Was ja so auch zutreffen mag - so wie es für jeden selbstverständlich ist, daß ein Bayer ein paar andere Eigenheiten haben wird als der durchschnittliche Ostfriese (oder Vorlieben wie für Tee... Bier... Weißwurst... Kuddeln... Schweinshaxe... ordne mal jeder für sich grad die Begriffe einer Region zu), so ist es auch erst recht natürlich der Fall bei einem zweigeteilten Deutschland der Fall gewesen, wo 50 Jahre lang verschiedene Regierungsformen einwirkten. Daß dann noch verbunden mit den ohnehin erwähnten regionalen Eigenheiten - fertig ist der Wessi... oder Ossi. Wie gesagt, als "Ossi" kann ich wenn überhaupt nur einen bezeichnen, wenn er/sie die DDR-Zeit miterlebt hat und es mir in meiner Aussage auch nur darum geht - als regionale Einteilung ist das für mich viel zu pauschal und nichtssagend... als ob ein Sachse das gleiche wäre wie ein Mecklenburger oder ein Berliner - Leute, da liegen Welten im Gemüt dazwischen, nicht nur im Dialekt ;). >Irgendwie sind alle gleich Hoffentlich nicht, wäre ja schade um das Land, wenn's überall derselbe Einheitsbrei wäre ;-)). Ich find's nur nen ziemliches Armutszeugnis, und das hab ich recht oft erlebt, daß vieles einfach über einen Kamm geschert wird, was so gar nichts miteinander zu tun hat - also mit welcher Ignoranz teils Dinge pauschalisiert werden... Beispiel: Freunde aus Bayern kommen für ein paar Tage zu Besuch vorbei, nach Thüringen. Einer der ersten Sätze "mei, hier schaut's ja aus wie im Osten!". Nein, Irrtum, "hier" schaut's aus wie in [i]Thüringen[/i]! Schieferdach und Putz ist nunmal typisch für solche alten Bergmannsdörfer, für diese Region... und absolut nicht für den Osten :rolleyes:. Aber das sind so Dinge, die viele einfach nicht zu unterscheiden Willens sind... 50 Jahre lang "Ossi", war halt bequem, das beizubehalten. Das allerbeste war noch, wo mir jemand in einem Gespräch im Zug weismachen wollte, daß Thüringen eine Stadt (!) in Sachsen wär... :eek: (das mein ich mit "Ignoranz" - die fehlende Bereitschaft dazu, überhaupt schonmal zwischen Osten und Sachsen zu trennen; und vorher einem was davon erzählen, wo man schon alles auf der Welt so war, quasi einen auf weltoffen tun) edit: [quote]Genau, es war keine gebürtige Wessi. Seither wurde sie getreten, gehänselt und ausgestoßen, allein deswegen.[/quote] zu Deinem Beispiel. Mahsheed: das kenn ich aus eigener Erfahrung zu gut... war nicht viel anders, wenn so einige Leute in Bayern es spitz kriegten, daß man ja gar kein gebürtiger solcher ist. Sondern halt nen "Preiß" (a Hess') -> kann man eigentlich nur eines draus folgern: die Menschheit ist dumm und braucht offensichtlich solche Unterteilungen, um sich als Gruppe wohl fühlen zu können. |
| Demon17 | wie definiert sich denn ein Wessi? Weil ich hab mich noch nie so definiert .:D |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von OrcaDesign [/i] Was ja so auch zutreffen mag - so wie es für jeden selbstverständlich ist, daß ein Bayer ein paar andere Eigenheiten haben wird als der durchschnittliche Ostfriese (oder Vorlieben wie für Tee... Bier... Weißwurst... Kuddeln... Schweinshaxe... ordne mal jeder für sich grad die Begriffe einer Region zu), so ist es auch erst recht natürlich der Fall bei einem zweigeteilten Deutschland der Fall gewesen, wo 50 Jahre lang verschiedene Regierungsformen einwirkten. [/quote] Dagegen kann ich gar nichts sagen, weil ich das auch so empfinde. Um einen Teil von Menschen bestimmter Regionen in einigen Dingen unterschiedlich handeln und empfinden zu lassen benötigt es nicht mal solche Sachen wie das Einwirken verschiedener Regierungssysteme. [quote]Wie gesagt, als "Ossi" kann ich wenn überhaupt nur einen bezeichnen, wenn er/sie die DDR-Zeit miterlebt hat [/quote] Würdest du für das Miterleben da eine bestimmt Altersgrenze nach unten sehen? [quote] >Irgendwie sind alle gleich Hoffentlich nicht, wäre ja schade um das Land, wenn's überall derselbe Einheitsbrei wäre ;-)). [/quote] Beispielsweise denke ich dabei an die vielen verschiedenen Baustiele, die du ja auch erwähnt hast ... [quote]Ich find's nur nen ziemliches Armutszeugnis, und das hab ich recht oft erlebt, daß vieles einfach über einen Kamm geschert wird, was so gar nichts miteinander zu tun hat - also mit welcher Ignoranz teils Dinge pauschalisiert werden... [/quote] Das Schlimme ist, dass sowas nicht mal selten in regelrechten Rassismus ausartet. Darüber spricht keiner, keiner benennt es so, aber es hat genau dieselben Züge. Dass es Unterschiede geben mag, streitet keiner ab. Warum aber aus der Konsequenz eines Vergleichs neiden und abwerten, statt leben und leben lassen. [quote]Das allerbeste war noch, wo mir jemand in einem Gespräch im Zug weismachen wollte, daß Thüringen eine Stadt (!) in Sachsen wär... [/quote] Komisch, ist mir auch schon passiert ... (dass jemand Thüringen für eine Stadt hielt). [quote]-> kann man eigentlich nur eines draus folgern: die Menschheit ist dumm und braucht offensichtlich solche Unterteilungen, um sich als Gruppe wohl fühlen zu können. [/QUOTE] Ich finde dabei hoch interessant, wie schnell sich solche Grenzen relativieren, sobald es politische Umstände so erfordern, z. B. schrecken Ossi und Wessi sicherlich gleich betroffen zusammen, wenn ein Nato-Einsatz "der Deutschen" ansteht. Dann gibt es noch die Solidarisierung von bestimmten Gruppen, z. B. "dem Mittelstand", der auch dazu führen kann, dass plötzlich gar nicht mehr zwischen Ossi- und Wessi-Mittelstand getrennt wird. |
| OrcaDesign | Ach Ilo... bemerkst Du dabei was? :-) Das sind exakt diesselben Dinge, die mich an diesem Ossi-alle-eines-Getue auch schon störten... ersetz mal beispielsweise in Deinem Satz Franken und Schwaben mit irgendeinem Neufünfland - und nenn das alles denn Sachsen, warum auch unterscheiden, ist alles dasselbe - und erzähl am besten gleich noch einem Thüringer, daß er sowieso doch auch nen Sachse ist, weil der Dialekt ja schon so ähnlich klingt (nur angeblich nebenbei) - mei, glaub mir, es gibt kaum einen Weg, sich schneller "Freunde" zu machen als diesen. ;-). Die von Dir zitierten Beleidigungen ersetz in dem Zusammenhang denn noch mit "doofer Ossi, sowieso alles Nazis, arbeitsscheues Gesindel", blablabla. Und fertig ist die gleiche, stinkende Kiste. --- Erscheint's nun klarer, warum ich grad Bayern gerne als Beispiel hernehme? Sicher nicht, weil ich etwas gegen dieses Bundesland hätte (wäre irgendwie dämlich, ist nunmal das, was ich meine Heimat nennen würde - und mir ja grad deshalb am vertrautesten ist :))... sondern eben weil's so "schöne" Parallelen aufweist.... weil's immer wieder derselbe Quark ist, den man zu hören bekommt, nur daß die Namen und Vorzeichen wechseln. Am meisten stört man sich logischerweise halt denn an den Aussagen, die einen selber betreffen: in Deinem Fall wohl mitunter denn Aussagen, die sich gegen Bayern richten. Alles andere fällt einem da schon nicht mehr so auf, wenn's wieder mal mehr oder minder unterschwellig so mitschwingt in den Aussagen mancher... jedenfalls Liebeserklärungen sind das ganz selten... und aktives Ausgrenzen wie von Klassenkollegen gehört da ganz sicher nicht dazu :rolleyes: Achso, @demon17: na ist doch ganz einfach: alles was nie jemals einen Ausweis sein eigen nennen konnte, der rot und mit Hammer und Sichel versehen war... oder eben nicht seine Wurzeln in einem der neuen Bundesländern hat, hingegen in den alten... würde ich in meiner jugendlichen Naivität zumindest so definieren, als Umkehrung meiner vorigen Begriffserläuterung ;-). |
| Demon17 | Tja Orca, auf dieses Privileg musste ich allerdings verzichten. Ich wollte eigentlich auch nure arauf aufmerksam machen, das es niemanden gibt, der sich als Wessi bezeichnet, aber viele die sich Ossi nennen.;) @Ilo, vergiss bitte nicht, das die Bayern der einzige Stamm sind, der den Rest der Nation als Saupreussen bezeichnet. Ich denke an solchen unterschwelligen Konflikten ist keine Seite ganz unschuldig. Think twice its magic demon17 |
| surveyor | Am Anfang ging es darum, dass Ossis einen niedlichen Dialekt sprechen. Ich bitte doch zu bedenken, dass nur ca. 30 % aller Ossis Sachsen sind! (Denn es kann ja nur dem sächsischen Dialekt gehen) Jede weitere Verallgemeinerung wäre unzulässig. Ich bilde mir ja auch nicht meine Meinung über Ostfriesen und denke dabei an den bayerischen Dialekt. Und Unterschiede gibt es eben nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Nord und Süd. Und der Mitte und überhaupt und überall. Schweriner würde ich beispielsweise als Norddeutsche und nicht als Ostdeutsche bezeichen, trotzdem aber als Ossis. |
| OrcaDesign | @surveyor: und was kennzeichnet den "Ossi" nun als solchen? Weil... was ich mich in dem Zusammenhang frage: was ist mit einem heute 10jährigen... na nehmen wir mal... Brandenburger? Oder noch gedankenverflickter: was ist jemand, der in Nordhausen geboren wurde, aber in Bebra aufgewachsen ist? (... oder umgekehrt) Ossi oder Wessi? |
| Strunki | Ist es nicht scheiss egal ob Ossi oder Wessi???? Was ein Ossi ausmacht?? Hmmm? Laut einer Umfrage sind Ossis offener in Beziehungen und gehen um einiges lockerer mit der Sexualität um... . :rolleyes: Obs stimmt weiß ich net. Ich weiß nur das es jute Ossis und jute Wessis jibt und blöde Ossis und blöde Wessis... . |
| aaraen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i] [B] Wie ist das mit einem Kind, dass von zwei Ossis im Westen gezeugt und geboren wurde? Klein-Ossi oder Klein-Wessi? [/B][/QUOTE] Öhm...unser Kind wird ein "Mischling". Halb Ossi, halb Wessi. Und die Freunde lästern schon: "Dann könnt ihr euer Kind ja multikulturell und zweisprachig erziehen...höhöhö". Ich hoffe ich kann dem Kleinen was von meiner "Ossi-Erziehung" mitgeben. Ansonsten mache ich mir da um den Einfluss des Vaters keine Sorgen. der ist nämlich für einen Wessi doch sehr sozial. :D Aber ich poste hier gerne im 20 Jahren mal, ob Junior sich selbst als Ossi oder Wessi sieht. ;) |
| LaChatte | [QUOTE]Aber ich poste hier gerne im 20 Jahren mal, ob Junior sich selbst als Ossi oder Wessi sieht. [/QUOTE] in 20 Jahren gibts vermutlich schon wieder andere Hass-Kategorien, wie zum Beispiel "neuer EU-Bürger - alteingesessener EU-Bürger" |
| TheDark | Hi zusammen, ich oute mich mal als wessi, der aus der region der fischköppe kommt. nein nicht ostfriesland, sonder schleswig-holstein. und zugegeben, wir nordlichter sind den den regionalen ansichten etwas "extrem" z.b bayern beginnt hinter der elbe. aber das mal beiseite. die meisten neckerein Wie: Saupreuse, schluchtenscheißer, Schwarbensäckl, etc. sind doch eher leibkosungen der sprache. ähnliches ist es auch mit ossi und wessi, glaubt mir, meine freundin kommt aus Sachsen, genauer aus leipzig. dabei kann sie besser hochdeutsch als ich und ich besser sächsel. interressant weden famielein treffen wo es in diesen ossi/wessi, nennen wir es einfach Wossi, gemisch richtig lustig ist und ich wills auchnicht missen. jedefall mal ein par fakten, di ich beim pendel zwischen ost und west mitbekommen habe: der ossi ist fleisiger als ein wessi und drück sich wesendlich weniger vor der arbeit, als gesagt wir (meit sind wessis sogar fauler) viele wessis machen auf mich, das sie wesendlich verkrampfter sind, als es sein müsste. wärend undese freunde aus dem östliche teile unserer nation. lebensfrohe visonäre sind, wo auch wessie freundlich auf genommen werden. (ein kleiner auszug aus meinen erfahrungen bei pendel auf den Ehemaligen transitstrecken) Das beste ist, pack alle eure koffer und reist in ost und west. und lert euch kennen. ach das selbe zählt hier auch für nord und süd, aber das war ja nicht das thema. |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]---- @Ilo, vergiss bitte nicht, das die Bayern der einzige Stamm sind, der den Rest der Nation als Saupreussen bezeichnet. Ich denke an solchen unterschwelligen Konflikten ist keine Seite ganz unschuldig. ----- Moooment *g*..wer hat angefangen, die Huhn-Ei-Frage mal wieder;-). Davon abgesehen ist "Saubreiss" ja eine liebevolle Bezeichnung, so wie auch das "Du Sauhund, varreckta" oder das "Du bist fei a matz" oder "Du bist nacha aba a luada", einer raffinierten Femme fatale gegenüber...Die Bayern sind etwas rauher und herber in ihrem Charme, aber das muß ja nicht verkehrt sein ;-) PS: Rest der Nation - "die" Nation. "Wir" (ich ja leider nur minimalst, gentechnisch) sind Bayern und somit keine Deutschen. Diesen Unterschied bitte ich doch aufs Pingeligste festzuhalten *Ilo aufm Lokalpatriotismustrip* :D ;) Lieben Gruß an Dich ilo [/B][/QUOTE] Also Ilo wir wissen doch was wir an unseren Bayern haben*g*, aber ich schau halt manchmal Bayern 3 und bekomme halt immer wieder den Eindruck das Bayern der Nabel der Welt sein muss.;) Außerdem ist dieser antbayrische Spott doch auch nur eine Form der Anerkennung. Ich mein was wär Deutschland ohne Strauss und Stoiber? Eine Vermerkelte CDU:rolleyes: , gut das mit dem flüssigen sprechen das üben wir noch, aber sonst...:) ist Bayern doch ein starkes Stück Deutschland und bei der Bildungspolitik hatten Sie ja recht. never surrender demon17 |
| TheDark | @Demon17 waren oder sind Strauss und Stoiber nicht in der CSU. und ist nicht Strauss vor 89 gestoren? so das er frau merkel garnicht mehr kennen gelernt hat. ach ict ja eigendlich auch egal |
| surveyor | @Orca: Der Ossi hat einfach eine andere Art. Es ist schwer, das zu definieren, nur wenn ich einen Ossi treffe... er hat ähnliches erlebt wie ich, wovon der Wessi nunmal keine Ahnung hat. Des Ossis Sprache, Mimik und Gestik kommen mir daher bekannter, vertrauter vor als die des Wessis. Da kann der Wessi natürlich nichts dafür. Jedenfalls versuche ich, auf alle Leute, egal ob aus Nord, Ost, Süd oder West mit der gleichen Offenheit zuzugehen. Es kann ja niemand was für seinen Geburtsort.:rolleyes: |
| Demon17 | @Ilo, ja mei mit dem Hochdeutschen haperts halt ein bisserl, da fangen sie schon mal an zu stottern und vehaspeln sich. Aber bei die großkopfterten Politiker spielt das im Süden wohl keine Rolle. Aber im Ernst ich kann zu Bayern nichts sagen, weil ich da immer nur durchgefahren bin. In meiner gegend galt es vor fünfzig Jahren als ungebildet sich des regionalen Idioms zu bedienen und die Versuche es neu zu beleben sind glücklicherweise misslungen. Ich halte nicht besonders viel von kollektiven Identitäten und ehrlich gesagt finde ich dieses bemühte bayrisch sein auf BR3 auch nicht originell, obwohl es da auch ein zwei Ausnahmen gibt. So ein Journalist der Origale aufspürt und interviewt und einem sehr interessante Menschen näherbringt. Aber das hat nichts mit dieser öden Oktoberfest-Folklore zu tun. Ist Die eigentlich schon aufgefallen, das es sich um lauter Schimpfworte handelt, die Du da als typisch bayrische Charakteristika erwähnst? Ich mein das da Vorurteile bezüglich des Horizontes der Menschen, die sie benutzen entstehen ist doch nachvollziehbar. Natürlich auch nur alles Spass.:rolleyes: never surrender demon17 |
| Demon17 | @Ilo schon gut ...:D |
| emperor | Hallo! Nur eine kurze Antwort meinerseits. [QUOTE]Wann ver-wessiet ein Ossi; und wann ver-ossiet ein Wessi? [/QUOTE] Das wird dann passieren, wenn man solche Fragen nicht mehr stellt. Desweiteren schließe ich meinen Vorrednern an (Ossi, Wessi: Begriffe... wozu...) Grüße, emperor |
| grazia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B] Außerdem glaube ich nicht, dass ein Bayer je als "Südi" bezeichnet würde.. [/B][/QUOTE] als zugroaste im land der bayern, den ´mir-san-mir´s, weiß ich hier zu berichten, dass es auf der welt nur bayern und preussen (saupreissn, japanische, etc. ...) gibt. und nicht zu vergessen, es gibt OBERbayern und mindere Bayern ala: [COLOR=royalblue]"Die Juden sind neben den Altbayern, Schwaben und Franken und den heimatvertriebenen Sudentendeutschen in Bayern ein eigener Stamm." [/COLOR] geäußert von dem oberbayer und OBER der bayern, Edmund Stoiber, bayrischer Ministerpräsident, zitiert nach: Konkret, Heft August 1999 doch, doch das nord-süd-gefälle von hui und pfui existiert und hat schon eine viel längere tradition als das hier zur debatte stehende west-ost-gefälle. es besteht eine vierteilung der welt, geographisch und bewusstseinsmäßig. c.g. jung sprach von einer quaternität, der menschliche schädel setzt sich auch aus zwei hemisphären zusammen, die durch den pons (brücke) verbunden sind. das prinzip der kommunizierenden röhren bewirkt einen gemeinsamen pegel. aufs kommunizieren kommt´s halt an. und manche begriffe dienen mehr der stigmatisierung als der differenzierung. zur hier gestellten eingangsfrage [QUOTE] Wann ver-wessiet ein Ossi; und wann ver-ossiet ein Wessi? [/QUOTE] antworte ich sphinxhaft mit [QUOTE]Wenn ihr aus zwei eins macht, wenn ihr das Innere wie das Äußere macht, und das Obere wie das Untere macht, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einer Einheit macht, so dass das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist, dann werdet ihr in das Reich ... eintreten." Jesus zugesprochen, Thomasevangelium, Spruch 22[/QUOTE] salve |
| Demon17 | Also das finde ich jetzt irgendwie übertrieben grazia, das hat nun wirklich nichts mit dem Reich Gottes zu tun. Nur was Nix da schreibt ist ja nun auch ein bischen einseitig, auch im Osten gibt es inzwischen Wohlstandszonen (siehe Großraum Dresden) und im Westen Armutszonen. (siehe Raum Duisburg) Ich finde es ist den Westdeutschen auch nicht vorzuwerfen, das den Leuten im Osten falsche Versprechungen gemacht wurden. So pauschal geht es nicht. Man muss schon genau hinschauen wer was versprochen und nicht gehalten hat. Schließlich zahlen wir alle bereitwillig durch Sozialabgaben, Steuern und andere Transfer für den Wiederaufbau Ost. Einer der Fehler ist sicherlich die Möglichkeit der Politik zu überschätzen Arbeitsplätze zu schaffen. Das kann sie eigentlich nur in der Phantasie der Politiker. 45 Jahre sind nun mal in 15 Jahren nicht aufzuholen. Rechnen wir mit 15 weiteren und das Ost-West Gelaber ist Schnee von gestern. never surrender demon17 |
| Darket | Reich Gottes? Verdammt solche Vergleiche zieht doch sonst nur wer? Richtig! :rolleyes: |
| Darket | *Hustenanfall krieg und besser die Schnauze halt* |
| Darket | [QUOTE]Zonenrandmelönchen ist eine äusserst liebevoll gemeinte Bezeichnung und das weiß Freund Darket auch[/QUOTE] Ah ja? :D |
| grazia | hab soeben ein interview mit wolfgang herles, politischer Journalist, aspekte zdf, gesehen über sein neues buch [COLOR=royalblue]Wir sind [B]kein[/B] Volk - Eine Polemik[/COLOR] [url]http://www.piper.de/web/books/3492046630.html[/url] klappentext: »Deutschland – einig Vaterland« war immer schon eine Fiktion der Idealisten, eine Wunschvorstellung, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Tatsächlich hat gerade die hart erkämpfte deutsche Einheit 1990 das Land nur noch tiefer gespalten: In Ost und West, in Arm und Reich, in Profiteure und Zahler. Die »blühenden Landschaften in Ostdeutschland« sind ferner denn je, die gesamtdeutsche Wirtschaft wird durch die falsch konzipierte Vereinigung gelähmt. ... Das gesamtdeutsche Nationalgefühl ist ein Relikt aus der historischen Mottenkiste und nicht wieder zu beleben: Weiterhin gibt es zwei Gesellschaften, eine ost- und eine westdeutsche. Schon jetzt ist absehbar: Die "Wiedervereinigung" wird Deutschland länger belasten, als die DDR existiert hat.<< herles wies darauf hin, dass sich im westen das begriffspaar OSSI - WESSI ´eingebürgert´, während im osten nach OSTLER - WESTLER unterschieden wird. er sagt, dass die übereilte währungsumtausch von 1:1 und sozialunion politische kardinalfehler waren. sie dienten kanzler kohl als größter wählerstimmenfang in europas geschichte, um sich weiter am ruder halten zu können. die deutschen sind reformresistent geworden, nicht zuletzt deshalb, weil die einheitskosten sie so überfordert haben, dass sie weitere veränderungen ablehnen. er sieht, dass der westen der brd durch die vereinigung mehr schaden hat als der osten. von patriotismus hält er nichts. er bezeichnet sich als verfassungspatriot. salve |
| TheDark | [QUOTE]geschrieben von Nix: Um also auf die Frage nach der Ver-Wessierung oder Ver-Ossierung nochmal polemisch zu fragen: erst, wenn Scheiße am Mond klebt?[/QUOTE] ums genau zu nehmen, entweder wenns beiden gleich schlecht oder gleich gut geht. @grazia wolfgang herles, hat dabei auch etwas unterschlagen: es wurde nicht nur das vermögen 1 Zu 1 umgerechnet sondern auch die Schulden. also nicht verwunderlich, das auch gut laufende betriebe, dabei schlicht weg ruiniert wurden sind, ohne verschulden der firmenführung. in meinen augen ist die aussage: [QUOTE]Die "Wiedervereinigung" wird Deutschland länger belasten, als die DDR existiert hat[/QUOTE] etwas falsch gewählt (da sie subjektive sugeriert, das die wiedervereinigung generell was negatives war und ist). Das die wiedervereinigung den bürger auf lange sich beschäftigen wird, steht ausser frage. und jetzt mal ein wenig politisches: für die CDU kam die Wiedervereinigung mehr als gelegen. zum einen, da man durch die Neuen mitbürger auf ein weitere wahlperiode an der macht bleiben konnte und die miswirtschaft der 80 jahre die betriben wurde (bereits dort wurden die renten rücklangen bereits anderweitig für unsinnige projekte verpulvert) geschickt auf die wiedervereinigung schieben konnte. Es ist also nicht die schuld der wiedervereinigung, das es momentan alle in den geldbeuteln zwickt. Dient aber gerne als rechtfertigung und das ist in meinen augen mehr als verwerflich. Die auswirkung der meisten ( vorallem Steuerlichen und arbeitsmakt ) Politische entscheidungen, werden wir es in einen zeitraum von 3-8 jahren bewust bemerken und nicht 3 monate nach der verabschidung in bundestag. ich persönlich empfinde die wiedervereinigung als eine bereicherung (nicht nur für mein Leben) sonderan auch für die BRD im allgemeinen!!!! Hey zu den trachten, da können wir ja ein Thread zu aufmachen und uns in den jeweiligen regional trachten presentieren :D :D |