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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Gleichgültigkeit statt Hilfsbereitschaft?!?
BlackTristaniaaus aktuellem Anlass frage ich mich mal wieder, ob es sowas altmodisches wie Hilfsbereitschaft überhaupt noch gibt? Vielleicht ist sie ausgestorben, hab lange nichts von ihr gehört...An ihrere Stelle steht wohl die coole Gleichgültigkeit.
hab mich heut dermassen über diese verdammte Gleichgültigkeit mancher Leute aufgeregt, war ziemlich spät dran und er Zug war schon am Einfahren, als ich an den Bahnsteig kam.
Am Bahnsteig lag ein Mann in einer Lage aus Blut und Erbrochenem, die Wartenden warfen aus sicherer Entfernung gleichgültige Blicke auf ihn. Der Zug hielt und einer der Türen öffnete sich genau vor dem Mann.
Etwa 20 bis 30 Leute stiegen aus gafften den Mann an und liefen zügig weiter, "bloss nicht stehen bleiben, geht mich doch nichts an" Einige stiegen sogar noch über ihn drüber, wie konnte er nur die Frechheti besitzen ihnen im Weg zu liegen? sie hatten es sicher eilig...*kopfschütteln*
Wieso hilft da Keiner??? Was denkt man sich dabei an einem offentsichlich Hilfsbedürftigen vorbeizulaufen??
Wäre man an seiner Stelle würde man doch auch Hilfe brauchen...
und ich lebe noch nicht mal in einer Großstadt, sondern in einem kleinen Städtchen
HaevionHast Du geholfen? ;)
MacWar auch meine erste Frage die mir in den Kopf gekommen ist....



Auf der einen Seite habe ich ganz am Rande minimal Verständnis, das es schwer für jemanden ist der nicht täglich damit zu tun hat auf so jemanden zuzugehen und die Ekelgrenze zu überwinden und ich persönlich ziehe im Dienst immer Handschuhe an, schon aus purem Eigenschutz.

Und während ich vermutlich sehr maschinell reagieren würde und emotional nur verfluche das der grade in meiner Freizeit dort liegen muss (Handschuhe hab ich mittlerweile dabei :D) fällt es "normalen" eben schwerer in die "Scheisse" zu greifen und gehen dabei das Risiko ein einen Menschen sterben zu lassen.

Deshalb grobe Meinung dazu :

Sicherheitskamerafilm auswerten und alle wegen unterlassener Hilfeleistung anklagen, ganz besonders den Zugführer oder sonstiges Bahnpersonal in der Nähe die schon ihrer Stellung wegen verpflichtet wären als erste zu helfen.

Aber hier bei mir hab ichs auch schon live erlebt, kollabierter Patient in der Straßenbahn, das höchste der Gefühle für den Fahrer war den Rettungsdienst anzurufen ansonsten ist der nicht aus seiner Kanzel gekommen....in der Klinik dann verstorben....
Sanna I.S.P.[QUOTE]... war ziemlich spät dran und er Zug war schon am Einfahren, als ich an den Bahnsteig kam. [/QUOTE]

klingt schon fast wie eine vorgezogene rechtfertigung für eine unterlassene hilfeleistung ...

ich denke eigentlich nicht, dass die menschen aus gleichgültigkeit an so einem fall vorbeilaufen, wenn auch das einen teil ausmacht;
viel eher stimme ich da Mac zu, dass man sich einfach zu sehr ekelt (und es gitb ja auch tatsächlich viele leute, die zum einen kein blut aus nächster nähe sehen können, oder auch erbrochenes). ich vermute, dass sich die leute schon denken, "ein armer kerl der da liegt" eventuell sogar etwas mitleid aufbringen, aber dann eben weitergehen, weil
1) keine lust und zu bequem
2) stress, weil zu spät dran
3) sie in einer solchen lage absolut hilflos wären, weil sie einfach nicht wissen, was zu tun ist
4) gleichgültig bzw weil dieser vorfall zwar das gewissen beunruhigt, aber man wird es schon wieder verdrängen können
5) sie die situation gar nicht wirklich wahrnehmen, sondern einige details einfach übersehen (egal wie offensichtlich manche situationen sind, kann das passieren)
6) sie die begegnung mit dem (möglichen) tod doch, wenn irgendwie möglich scheuen, weil das bei den meisten leuten einen ziehmlich bitteren nachgeschmack bereitet, besonders im hinblick auf das eigene leben.

natürlich können (je nach einstellung) all diese gründe die fahrlässige gefährdung eines menschenlebens nicht rechtfertigen, vielleicht sollte einfach jeder sich mal selbst an die eigenen nase fassen, ob er/sie geholfen hätte ...

ich für meinen teil, könnts auch nicht einfach so schnell beantworten, ob ich geholfen hätte. bei diversen miterlebten autounfällen und dergleichen, helfe ich zwar immer (egal ob am unfall beteiligt, oder nicht), aber da ist die hilfeleistung irgendwie "einfacher" zu erbringen.
SEIROMEMDas Bild, welches Du beschreibst, erinnert mich an die vielen Obdachlosen, die aus welchem Grund auch immer auf der Strasse leben, in einen Kreislauf hineingeraten sind, aus dem nur schwer wieder auszubrechen ist. Wie kann Ihnen geholfen werden, warum hat man ihnen nicht schon früher geholfen, damit sie gar nicht erst in diesen Studel hineingeraten? Wollen Sie die Hilfe anderer, die Ihnen vielleicht schon früher versagt wurde oder leben Sie in ihrer eigenen Welt, in der Ihnen nur noch Väterchen Schnaps Träume verspricht?

***

Warum hat hier niemand geholfen? Warum hast Du nicht geholfen? Angeprangert all jene, die es wie Du vermutlich auch, es eilig hatten um rechtzeitig in dem gewohnten Kreislauf des alltäglichen Lebens gefangen zu sein.

Was hilft es andere anzuprangern zu verurteilen? Werden Sie dadurch hilfsbereiter? Wird Hilfsbereitschaft immer gesehen? Viele kleine Dinge des Alltags laufen leichter, weil andere mitdenken und unterstützen, doch gerade diese werden heutzutage auch sehr schnell ausgenutzt und machen es so lange mit, bis bei ihnen die Klappe fällt....

Gleichgültigkeit oder Egoismus? Selbstschutz oder Kraftlosigkeit? Die Verantwortung, die bei Hilfeleistungen übernommen wird, endet m.E. nicht damit, dass man sie an der nächstbesten Krankenstation abläd, sondern bedeutet auch, dass man dieser Person immer wieder Aufmerksamkeit schenkt und sich nach dem Wohlergehen erkundigt. Vielleicht ist es zu übertrieben, aber andernfalls wäre es doch unehrlich. Einem Menschen, der in die Gosse geraten ist, wodurch auch immer, ist nicht mit einmaliger Hilfestellung geholfen. Um andere "Welten" wieder betreten zu können braucht er jemanden oder viele, die ihm helfen diese wieder betreten zu können und es bedarf des eigenen Willens, aus diesem "Teufelskreis" wieder herauszubrechen.

***
BlackTristaniaJa, ich habe geholfen.Habe gekuckt, ob der Betroffene ansprechbar ist und als er nicht reagiert hat auch nciht aufs Rütteln an der Schulter hab ich nen Krankenwagen gerufen. Die haben ihn dann mitgenommen, was er nun hatte weiss ich nicht.

Sanna I.S.P. , zu deinem Ziatat, das war keine AUsrede, denn ich hatte ienen langen Arbeitstag hinter mir und habe den Zug verpasst, weil ich mich um den Mann gekümmert hab...

Sicherheitskammeras auswerten:) Gute Idee, nur wer soll das machen und ausserdem sind das größtetnteils Atrappen...

Seiromen, dein Beitrag ist serh interessant, ich denke schon, dass du damit recht hast.
Der Mann trug aber einen guten Anzug;)

Wenn sich Jemand vor "sowas" ekelt, ist das zwar verständlich, aber man muss nicht umbedingt anfassen um zu helfen, Handy und Notruf wurde hier ja schon erwähnt!
"ich konnte nicht helfen, weil ich kein Blut sehen kann" das ist übrigens der meist gesagteste Satz, von Personen, die an einem Unfall vorbeifuhren und danach gestoppt und befragt wurden.

VOn Etwas Mitleid hat kein Verletzter / Hilfsbedürftiger etwas.
Bleibt nur zu hoffen, dass all Jene, die es zu eilig haben oder die sich ekeln oder sonst irgendeine Ausrede haben, mal nicht die gleiche Einstellung entgegengebracht kriegen, wenn sie am Boden liegen.
Vielleicht wachen sie dann auf, wenn Leute über sie rüber steigen und die Nase rümpfen statt stehenzubleiben.
Sanna I.S.P.@Black_Tristania

dann entschuldige ich mich für die unterstellung und kann dir nur ein lob für deine tätigkeit aussprechen.
SEIROMEMGut, dass Du geholfen hast. Black Tristania.

Was mir allerdings an Deinen Antworten nicht gefällt ist, dass Du es nicht gleich gesagt hast.

Willst Du Dich mit dererlei Verhalten Dich als erbarmender Samariter dastellen um "gefeiert" zu werden?

Wenn Du geholfen hast, dann müsste es Dir doch eigentlich genügen, etwas Gutes für Deine Seele getan zu haben, warum also diese in meinen Augen herablassende Art allen Antwortenden gegenüber?
disturbed@ black tristania

erst einmal finde ich es gut, das du geholfen hast. Das sieht man heutzu tage leider nicht mehr oft.

@seiromem
wenn du jemanden in einer Notsituation hilfst, dann ist es ja schön das dich allein der gedanke erfreut, das du jemanden geholfen hast. Aber Menschen brauchen nun einmal anerkennung und lob für ihre leistungen, die nicht jeder gibt.
BlackTristaniaich habe nicht gleich geschrieben, dass ich geholfen habe, eben, weil ich mich NICHT als Samariter dastehen möchte, weil ich das nciht gemacht habe um gelobt zu werden, sondern weil ich denke, ich möchte auch, dass mir Jemand hilft, wenn ich Hilfe brauche.

ich wollte auf keinen Fall herablassend gegenüber Antwortern sein!!!:( ich freue mich über jede Antwort und Interesse am Tema. Das Thema ist für mich aber nicht, dass ich geholfen habe, sondern das Soviele nicht geholfen haben. Eben die große Gleichgültigkeit statt der zu erwartenden Hilfsbereitschaft.

@ Sanna I.S.P.
musst dich nicht entschuldigen, vielleicht hätte ich an deiner Stelle auch so gedacht.:rolleyes:

@SEIROMEN
ich hoffe ich konnte oben ausdrücken, was ich mit diee Tread bezwecken wollte und was nicht?
ich möchte mich nicht feiern lassen, dass ist mir eher unangenehm, da habe ich ganz andere Probleme, die aber nicht in diesen Beitrag gehören.
Tut mir leid, wenn ich etwas hochnäsig rübergekommen bin, das bin ich nicht.

@ SistersOf Mercy
genaus só war dieser Beitrag gemeint:)
FeuerschattenHmm, tcha, warum werden Menschen anderen in Notsituationen nicht helfen?
Vielleicht aus Angst, Faulheit, Ignoranz des Leides anderer, oder einfach nur Hass auf Menschen oder der heimlichen Freude am Leid anderer.
Zumindest letztere beiden Gründe waren aus eigener Erfahrung Gründe genug für mich Zeit meines Lebens mich in solchen Situationen abzuwenden. Bis denn der Augenblick kam, in dem ich mit gebrochenen Knochen auf einem gut belebten Platz lag und Hilfe benötigte. Und sich denn die Leut von mir abgewendet haben, mit der Begründung sich mit einem Handy nicht auszukennen um den Notarzt zu rufen.
Insgesammt hat diese ganze Situation und die Zeit danach sehr viel in mir verändert. Nicht dass ich dies anderen Leuten wünschen würde, doch vielleicht muss man erst selber ähnliches erlebt haben, bis man sich überwinden kann um ehrlich Hilfe leisten zu können.
Denn mittlerweile habe ich ausreichend Verständnis lernen dürfen um mich vor Menschen in Not nicht einfach so abzuwenden. Im Rahmen dessen, was ich selber leisten kann, denn der Not und dem Elend in manch anderen Ländern kann ich noch nicht aktiv begegnen.
ShintasmunHallo
Ich finde es auch schlimm, das viele Menschen nicht helfen auch weil ich es schon öfter in der Situation des jenigen war dem geholfen werden hätte können, ich finds oft schockierend die Menschen gehen vorbei und tun so als sei nichts gewesen oder als würden sie nicht hören oder nicht sehen, selbst wenn jemand ruft, kann mir bitte jemand helfen, reagieren viele Leute nicht.
Ich merke auch oft wie gleichglültig manche Menschen oft sind gegeüber gefühlen anderer Menschen. Ein beispiel, ich wurde vor ein Paar Monaten von meiner Ex vor die Tür gesetzt und wusste nicht mehr wohin, ich weinte und war total desorientiert weil ich auch fast blind war und keiner reagierte ich hatte das gefühl als hätten alle Leute irgendie Orenschützer und Augenklappen drauf.
Ich denke Menschen schotten sich oft einfach auch ab, denken ich habe schon meie eigenen Sorgen, egal ob es jetzt wirklich sorgen sind oder nicht und möcht mich nicht noch um andere kümmern die Hilfe brauchen.
lg shinta
Minos1984Alles, was das Böse braucht, um zu triumphieren, sind genügend gute Menschen, die nichts unternehmen.

Edmund Burke
rainravenIch muß zu meiner Verteidigung sagen, daß ich tatsächlich nichts Erbrochenes ansehen kann, da fange ich auch gleich an zu kotzen. Ich hab einen empfindlichen Magen. Ich kann nicht mal mit ansehen, wie man altes oder verdorbenes Essen ins Klo kippt, da würgt es mich schon.

Allerdings gehen die meisten Notsituationen ja zum Glück nicht mit Erbrochenem einher. Meine Mutter ist immer gleich zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird, und sei es nur, z.B. jemanden anzusprechen und zu bitten, den Notarzt anzurufen (sie hat kein Handy). Von ihr hab ich meinen hilfsbereite Ader geerbt.
Ich kann auch nicht an einer offensichtlich Hilfe benötigenden Person vorbeigehen, ohne was tun zu müssen. Allerdings ist das oft nicht leicht zu beurteilen. Wenn sich welche schlägern (oder ein Mann einer Frau ans Leder will), und man geht dazwischen, dann kann man das Pech haben, daß es ein sich krachendes Pärchen ist, die das öfter machen und daß man auch selber noch was abkriegt oder zumindest ein "Halt dich da raus, du Arsch" kassiert. Wenn ein Typ reglos in einer Hauseinfahrt liegt, kann es auch ein (den Rausch aus- oder nur )schlafender Obdachloser sein, den ich dann nicht unbedingt wecken möchte.

Genau mit diesen Gedanken beschäftigte ich mich vor ein paar Tgen, als ich am Eingang einer Tanzschule vorbeiging, in der ein schlafender Mann in einem weinroten Anzug mit ein paar vollen Plastiktüten lag. Seine Füße ragten auf den Bürgersteig heraus. ich hatte ihn fast nicht gesehen, und mir ging im ersten Moment nur durch den Kopf "Huch-da wohnt ja einer!", als ich fast über ihn stolperte. Ich ging im benachbarten Lebensmittelladen einkaufen, und als ich herauskam, war schon ein Rettungswagen da, der einen Krankenstuhl ausgeladen hatte, aber die Sanitäter unterhielten sich ganz locker mit dem nun erwachten und dort auf der Stufe sitzenden Mann. So schlecht schien es ihm nicht zu gehen. Er war zwar unfrisiert und -rasiert, aber er sah nicht irgendwie krank aus.
Ich dachte darüber nach, ob irgendjemandem auch der liegende Mann aufgefallen war und ob man deswegen die Rettung gerufen hatte oder ob die zufällig vorbeigekommen waren und ob sie nun vergeblich da waren oder ob der Mann wirklich Hilfe benötigte. Wie hätte ich das erkennen sollen, fragte ich mich. War ich jetzt ein schlechter Mensch? Oder wie peinlich wäre mir das gewesen, jetzt umsonst die Sanitäter geholt zu haben, wenn sich herausstellt, daß der Typ da nur geschlafen hat, weil er keine Wohnung hat oder vielleicht zuhause rausgeschmissen worden war? Müßte ich das dann auch noch zahlen?

Soll ich jeden schlafenden Penner mustern, ob er irgendwie "ungesund" aussieht? Vielleicht ist es ihm unrecht, wenn ich ihn so anstarre? Oder fremde Leute bleiben dann auch stehen und glotzen, und das will ich nicht. Würde ich auch nicht wollen, wenn ich obdachlos wäre, daß mich jeder anstarrt.

Es ist echt manchmal nicht leicht zu entscheiden, wenn es unklar ist, ob jemand Hilfe benötigt oder ob man nur eine peinliche/unangenehme/gefährliche Situation verursacht...


T.R.
Sirikithalso ich hab erst neuklich nen erste-hilfe-kurs für den führerschein gemacht, da kam das thema hilfe auch zur sprache.
meiner meinung nach gibt es situationen, da ist eigentlich jeder verpflichtet, zu helfen....wenn ich daran denke, dass frauen manchmal in u-bahnen vergewaltigt werden oder leute in belebten einkaufsstrassen verprügelt werden.....da wären die helfer in der überzahl, sie könnten ohne gefahr für sich selbst einschreiten.
ich würde das auf jeden fall tun. alleine in einer seitengasse gegen eine bande neonnazis vielleicht nicht unbedingt, aber zumindest einen notruf/polizei kann man doch immer setzen.
ich muss aber auch gestehen, dass ich meine hilfe in einigen situationen auch darauf beschränken würde. moral hin, pflicht her, aber niemnad würde mich zb dazu bringen, jemanden zu beatmen, der, die spritze noch im arm, in erbrochenem oder Kot irgendwo am Bahnhof liegt.
wenn ich mich zu sehr ekle (also eig. immer bei kot und erbrochenem, da kotze ich gleich mit dazu) bin ich eigentlich aussert stande, mich direkt anzunähern.
genauso würde ich wohl nicht helfen, wenn ich dazu mein eigenes leben in gefahr bringen müsste-das ist mir eben doch noch mehr wert als das der meisten meiner mitmenschen.
roddyIch muss ehrlich sagen, dass ich bis vor Kurzem einfach sehr hilflos und zweifelnd gewesen wäre. Was macht man in so einer Situation? Was sich bei mir geändert hat ist, dass ich mit einem befreundeten Zivi darüber geredet habe. Wenn ein Verletzter da liegt, gibt es ja beispielsweise auch die Möglichkeit, dass der Laie (der ich nun mal bin) eher etwas kaputt macht, als etwas richtig macht. Wichtig ist wohl, dass die Möglichkeit, dass er am eigenen Erbrochenen erstickt nicht gegeben ist, d.h. es muss schnell für eine stabile Seitenlage gesorgt werden. Selbst wenn man den Verletzten dabei so ungeschickt anfasst, dass er Querschnitzgelähmt wird (bei Wirbelsäulenverletzungen durchaus möglich) kann man sein Gewissen damit beruhigen, dass man ihm evtl. das Leben gerettet hat. Danach würde ich wahrscheinlich die 112 wählen. Aber das ist alles theorethisch... Ich weiß nicht, ob ich in dem Beispiel stehengeblieben wäre, ich kann meinen eigenen Ekel vor erbrochenem und blutenden Menschen schlecht einschätzen, war noch nie mit so einer Situation konfrontiert. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich an einen Schalter oder zur Bahnhofsmission gegangen wäre, um dort nach Hilfe zu fragen. Dann wäre ich für den Threadstarter einer der Vielen gewesen, die "nicht geholfen haben" (kein Vorwurf, nur ne Feststellung).

Und einen Krankenwagen zu rufen ist schon kritisch. Ich kenn mich mit der Gesetzteslage nicht genau aus, hab jedenfalls mal beim Notruf einen Mords-Anschiss bekommen. Wir waren grillen und ein Freund hat mit einer Axt rumgespielt und sich selbst am Finger geschnitten. Als ich die 112 gewählt habe und mein Alter preisgegeben habe (wir waren damals 16) wurde mir solange ins Gewissen geredet, bis ich den Notruf quasi "zurückgenommen" habe - weil: Krankenwagen ist ja teuer und laut dem netten Mann am Telefon muss ich ihn zahlen, wenns doch nicht so schlimm war. Dass ich das natürlich nicht im Geringsten einschätzen konnte (ich war sehr geschockt von der Situation) hat der Mann wohl genauso wenig bedacht, wie dass ich danach noch verwirrter und hilfloser dastand und überhaupt nicht mehr wusste was ich machen sollte. Im Endeffekt hat mein Vater uns dann abgeholt und meinen Freund ins Krankenhaus gefahren. Ob die stark blutende Wunde jetzt Grund genug oder nicht für einen Krankenwagen gewesen wäre, weiß ich bis heute nicht...
ApexAlso normalerweise zahlt man ncihts wenn man einen Notruf absetzt. Es sei denn natürlich aus böswilliger Absicht. Lieber einmal zuviel als einmal zu wenig den Notruf gewählt. Der Herr am anderen ende der Nortufleitung hat ziemlich verantwortungslos gehandelt in meinen Augen, denn immerhin kann er ja nicht wissen wie die Situation genau ist und wenn jetzt wirklich was gewesen wäre (dein Freund Bluter etc.) wäre er eigendlich dran Schuld gewesen wenn ihm was passiert wäre. Wenn man nach bestem Gewissen versucht zu helfen und einen Notruf absetzt der vielleicht auch falsch ist wird man normalerweise nicht haftbar gemacht.
roddySorry, wenn ich so plump nachfrage. Ich will damit nicht sagen, dass du Müll redest oder so. Aber es würd mich interessieren, woher du deine Informationen hast. Das ist nämlich so ein Thema, zu dem ich immer wieder widersprüchliche "Meinungen" / "Wahrheiten" gehört habe...
Sandfrauob es keine hilfsbereitschaft mehr gibt?
vor kurzem erzählte mir ein freund dass er gerade im vorgarten erde mit einer kleinen hacke umgegraben hat, als eine alte frau vorbei kam und ihm doch riet eine großere hacke zu nehmen weil er sich dabei hinknien musste und dies nich gut für den rücken war. wäre nicht so schädlich.
er holte sich eine größere und es ging tatsächlich besser.
wollte ihr noch hinterher um ihr zu danken was aber nicht mehr geklappt hat..
auch ich bin oft im zweifeln mit der hilfsbereitschaft.
nicht nur bei solch verletzten menschen auch bei privaten dingen, wenn eben mal etwas nicht gut läuft und es merken menschen im bekanntenkreis und einfach nicht hilfen. sie merken es, schauen blöd aber zucken nur mit den schultern oder lachen weil es ja nur so "problemchen" wären..
aber auch an diesem genannten beispiel gerade merkt man doch dass es eben auch menschen von der anderen sorte gibt. welche die offen auf einen zugehn, wenn sie merken dass man hilfe braucht.
und meiner meinung nach gibt es wirklich sehr wenige von dieser sorte wie ihr schon längst gesagt habt.

sandfrau
ApexMir wurde das so beim Feuerwehrgrundlehrgang vermittelt. Lieber einmal zuviel den Notruf gewählt als einmal zuwenig.
MissPan[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Für eine Minute Gespräch, für eine Frage eines Menschen, mit dem sie 4 Jahre lang lebte. Den sie liebte, irgendwann mal.

[/B][/QUOTE]

weißt du, was in den 4 jahren vorgefallen ist?
MissPanich erinnnere mich nur an aussagen wie "laß ihn doch auflaufen, soll er doch sehen, wie er klar kommt. laß dich nicht erpressen." usw.

von daher würde ich nicht über sie urteilen wollen, denn er/sie kann dir viel erzählen... aber alles?
MissPanwenn sie der grund für seinen aufenthalt bei euch ist, ist mir ehrlich gesagt ein rätsel, warum man ihn dann noch bei ihr anrufen läßt.
das hätte sicherlich auch ein arzt oder pfleger erledigen können, gerade wenn diese vorgeschichte bekannt ist.
von solchen menschen ist wohl kaum ein entgegenkommen zu erwarten - auch keine minute zeit.

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