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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Deutscher Volkssport " Amerikabashing"
overdoseMittelstandsmagazin Criticón: Deutscher Volkssport "Amerikabashing"

Verfasser: Dirk Maxeiner und Michael Miersch


Bonn - Die Deutschen haben ein erstaunliches Talent entwickelt, von jedem beliebigen Thema in wenigen Sätzen auf die USA zu kommen (und damit die Ursache jeglichen Übels). Das geht etwa so: "Schönes Wetter heute" – "Ist aber nicht normal für unsere Breiten" – "Die Amerikaner ruinieren das Klima". Egal ob im Taxi, beim Friseur oder im Massage-Salon, aufrechter Anti-Amerikanismus gehört zum guten Ton. Er wird deshalb gerne auch bei gemeinsamen Mahlzeiten jeder Art erst mal abgefragt, damit man es sich danach in der kollektiven US-Verdammung schön gemütlich machen und, Prösterchen, warm im Blut für Öl baden kann.

Nun haben wir wirklich keine Lust, ständig den Party-Pupser zu spielen. Nach wenigen Gesprächsminuten ist in der Regel sonnenklar, dass man sich in vermintem Gelände oder gar weit hinter den feindlichen Linien befindet. Mitunter hilft eisernes Schweigen über die Runden, doch bedauerlicherweise wird es oft als Zustimmung empfunden. Das führt dann beispielsweise dazu, dass ein Tischnachbar vertraulich enthüllt: "Ist Ihnen aufgefallen, dass sich am 11. September kein einziger Jude in den Zwillingstürmen aufhielt?" Ein Outing lässt sich dann nicht mehr vermeiden und unsere Sympathiekurve fällt unter Null.

Antisemitische Gerüchte sind nur die Schaumkrone einer trüben Welle, die große Teile der Medien und des Kulturbetriebs erfasst hat. An der Spitze der Bestsellerlisten thronen seit über einem Jahr Werke, in denen die Bush-Regierung als Bande halbdebiler, machtgeiler und kriegslüsterner Rabauken charakterisiert wird. Beim Boom des Amerikabashing geht es nicht wirklich um die Analyse von Fehlern der Bush-Regierung, genauso wenig wie es bei vielen Israel-Schmähungen nicht wirklich um Sharons Siedlungspolitik geht. Michael Moores Bücher beispielsweise werden in den USA als witzig-polemische Kritiken gelesen. Hierzulande dienen sie als Gesinnungsausweise für Nationalpazifisten. Moors Einspruch gegen den amerikanischen Waffenkult landet in einem Eintopf aus Coca Cola-Imperialismus, Bombenkriegsdebatte, Indianerromantik und Vietnamdemo-Nostalgie.

Die deutsche Überheblichkeit gegen alles was amerikanisch ist, geht mit erstaunlicher Ahnungslosigkeit einher. Man frage einmal Freunde und Verwandte (wir haben es ausprobiert): Welcher Präsident prägte das Wort "Schurkenstaaten"? Wer sprach als erster von "Regimewechsel im Irak"? Wer hat das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet? Die Antwort wird mit hoher Wahrscheinlichkeit lauten: George W. Bush. Leider ist sie falsch. Richtig muss es heißen: Bill Clinton. Aber wer will sich sein Weltbild schon durch Fakten kaputtmachen lassen.

In Deutschlands Buchläden sind viele Hunderttausend Bücher lieferbar. Nur gut zwei Dutzend davon vermitteln in populärer Form Faktenwissen über die Geschichte der USA. Doch die interessieren allenfalls ein paar Historiker und Anglisten. Zum Vergleich: Zu den Indianerstämmen Nordamerikas werden zehn mal soviel Bücher verlegt.

Wenn diese erschütternde Einseitigkeit eine Spezialität des Buchmarktes wäre, könnte man sie noch als flüchtige intellektuelle Mode abtun. Doch nahezu die komplette Fernsehe- und Hörfunkberichterstattung und die überwiegende Zahl der Zeitungen und Zeitschriften verbreiten das gleichen Amerikabild. Eine Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung über Fehlprognosen während des Irakkrieges ("Hunderttausende Tote", "Millionen von Flüchtlingen") kommt zu dem deprimierenden Resümee: "Offenbar führt auch der zweifelsfreie Beleg, Unsinn geredet zu haben, nicht zu nachhaltigem Ansehensverlust."

Gegenüber der Medien-Berichterstattung misstrauisch geworden haben wir uns angewöhnt, die Originaltexte der Ansprachen von Bush, Rice und Powel aus dem Internet zu beschaffen. Beim Aufschlagen der Zeitungen oder Verfolgen der Fernsehnachrichten, kommen wir oft aus dem Staunen nicht raus. Welche Passagen zitiert und in welchen Zusammenhang gestellt werden, zielt ganz offensichtlich darauf ab, eine einseitige Erwartungshaltung zu bedienen. Neu entdeckte Massengräber im Irak sind nirgends ein großes Thema. Die Demokratisierung und der zügige Aufbau der Infrastruktur findet in den Medien ebenfalls kaum statt. Statt dessen wird jede schlechte Nachricht, die ins vorgefasste Bild passt, munter gesendet, gedruckt und ausgewalzt.

Vor einiger Zeit besuchten wir eine Podiumsdiskussion im Münchner Amerikahaus. Mit Sorgen gerunzelter Stirn und akademischem Duktus wurde ergründet, wie arg Wolfowitz und seine "NeoCons" Präsident Bush im Griff haben. Drei prinzipielle Positionen schälten sich heraus: Vollständig, ein Bisschen und gar nicht. Nun, wir wissen es nicht. Es hat uns nur gewundert, dass niemand die nahe liegende Frage stellte, ob die "NeoCons" vielleicht Argumente haben, über die man mal nachdenken könnte. Beispielsweise, ob eine Art "demokratischer Imperialismus" gegenüber Diktatoren und Islamisten gar nicht so dumm wäre. Oder ob konsequente Terrorismusbekämpfung in Kombination mit einem universellen Anspruch auf Freiheit und Menschenrechte Gutes bewirken könnte. Kein Wort dazu. Vom moderaten Kritiker bis zum glühenden US-Hasser (weiter reichte das Spektrum nicht) raunten alle immer nur das Mantra "Wolfowitz". Gerne auch: "Die Wolfowitze dieser Welt".

Das ganze erinnert uns an die frühen achtziger Jahre. Auf Veranstaltungen von RAF-Sympathisanten zischten Redner mit dem stechenden Blick der Eingeweihten immer nur "Trilaterale Kommission". Diese erklärten sie, sei so eine Art Kondensat aus "Militärisch industriellem Komplex", "Internationalem Finanzkapital" und Helmut Schmidt. Dort werde ausbaldowert, dass die "Genossen im Knast" durch "Isohaft" gefoltert würden.

Jetzt haben also Wolfowitz und seine "NeoCons" die Trilaterale Kommission abgelöst. Aus dem Hinterzimmer des Weißen Hauses steuern sie das Weltgeschehen. Der Glaube an eine Verschwörung finsterer Mächte hat sich von einigen Hundert RAF-Sympathisanten auf hunderttausende Normalbürger ausgedehnt. Es mag daran liegen, dass bei den "NeoCons" obendrein noch die "amerikanische Ostküste" im Spiel ist. Die "Weisen von Zion" lassen grüßen. Obskure Welterklärungsmodelle haben die viel zitierte "Mitte der Gesellschaft" erfasst. Es sind zumeist die unpolitischen und eher desinteressierten Menschen, die sich die Welt mit Verschwörungen erklären. Die, die sich wenig informieren, ungern dazulernen, und immer schon alles geahnt haben. Sie müssen ihre geistige Nahrung nicht mehr aus fotokopierten Traktaten mit Sektengeruch beziehen, sondern finden in der Auslage jeder Buchhandlung reichlich Stoff.

Wenn renommierte Verlage und Sendeanstalten die kruden Verschwörungstheorien und Falschbehauptungen von Bröckers, Bülow und Co. unters Volk bringen, sind Kategorien wie "Aufklärung", "Kritik" und "Skepsis" vollkommen fehl am Platze. Hier findet keine Debatte statt sondern eine Kampagne. Sie nährt sich aus Selbstgerechtigkeit und Ressentiment. Die gebildeten Schichten dieses Landes sausen ohne Tempolimit auf dem deutschen Weg. Doch wohin wollen sie?

[url]http://www.criticon.de[/url]

Als Clinton noch Präsident war, da war Amerikabashing kein Thema. Ich würde sagen, der Texaner ist schuld.:D
Aber guter Artikel, reflektiert das, was ich auch täglich erlebe. Eure Meinung?
ange gardienHallo overdose!

Interessanter Beitrag, wirklich. Bin gespannt wie sich der Thread entwickelt.
"Amerikabashing" ist nicht erst seit Clinton sondern seit den 60er Jahren ( Beginn des Vietnamkriegs ) mehr oder weniger "in".
Nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa ( aber natürlich nicht nur auf diesen Kontinent beschränkt ).
Gerade bei uns ist es schick über "die Amis" zu lästern, was wohl auch an einer etwas linkslastigen Mainstreambewegung in den Medien liegt.

Wie jedes andere Land auch haben die USA helle und dunkle Kapitel in ihrer Geschichte. Unbeliebt sind sie meiner Meinung nach weil sie erfolgreich sind ( die einzig wirkliche wirtschaftliche und militärische Supermacht ), was bekanntlich Neider auf den Plan ruft, und weil sie in missionarischem Eifer versuchen ihren Lifestyle anderen Ländern nahe zu bringen. Das ist vielleicht sogar gut gemeint , kommt aber nicht überall gut an.
Hier liegt für mich das größte Problem der Amis: Ihre Unfähigkeit sich in andere Kulturen hinein zu denken.

Gerade in Deutschland wird den USA oft vorgeworfen immer nur zum eigenen Vorteil zu handeln. Dies mag sicher stimmen, aber eigentlich ist das doch normal und nicht nur auf die Amerikaner beschränkt. Im Grunde ist Deutschland das einzigste Land, das ich kenne, welches sich ständig selber vors Schienbein tritt...

Ein weiterer Vorwurf, die Amis seine alle doof, mag sicher seine Berechtigung haben. Allerdings gibt es dort nicht nur Dumpfbacken sondern durchaus auch geistige Eliten, und wer die Amerikaner pauschal als doof abstempelt sollte sich mal in einer deutschen Stadt in die Fussgängerzone stellen und Fragen zur Allgemeinbildung stellen...

Der nächste Punkt wäre die derzeitige US-Regierung. Und hier lässt sich, meiner Meinung nach, absolut nicht von der Hand weisen das George W. Bush seit seinem Amtsantritt eine sehr unglückliche Figur darstellt und unter äußerst Fragwürdigen Bedingungen an die Macht kam.
Um auf Michael Moore zurückzukommen: Seine Bücher und Filme sind sehr polemisch, keine Frage. Oft werden Fakten weggelassen oder in einem anderen Zusammenhang dargestellt. Aber er lügt nicht. Und wenn das was er in Fahrenheit 9/11 behauptet auch nur zur Hälfte stimmt, sind Bush, Cheney und Konsorten Verbecher.
Jede Demokratie hat bekanntlich die Regierung die sie verdient. Ich bin mal gespannt wie die Präsidentenwahlen ausgehen.
Ich hoffe das Bush nicht wieder gewählt wird.
HiIchBinsHm, die Kernaussage der beiden Verfasser könnte man in etwa mit "Kritik an Amerika ist nicht erlaubt" zusammenfassen. Im kritischen Umgang mit der amerikanischen Außenpolitik werfen sie mit dem Vorwurf der Einseitigkeit um sich, sind aber selbst kein bisschen besser.

Dass sich die USA in den vergangenen zwei Jahren durch eine kurzsichtige Außenpolitik, eine verfehlte Sicherheitspolitik und ein selbstherrlich-arroganzes Auftreten bei politischen Gipfeln immer wieder selbst an den Pranger gestellt haben, führt nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA zu massiver Kritik an Bushs Vorgehen. Berechtigterweise, übrigens.

Ich persönlich brauche keinen Michael Moore, um zu verstehen bzw. darauf aufmerksam zu werden, dass die USA in der Weltöffentlichkeit ihrer selbst auferlegten Verantwortungsposition nicht gerecht wird. Ich freue mich sehr darüber, dass in Europa ein eigenes Selbstbewusstsein groß geworden ist, das sich nicht mehr treudoof an den USA orientiert, sondern eigene Werte und einen kritischen, bewussten Umgang mit den internationalen Konflikten entwickelt hat. Ich verstehe das "Amerikabashing" als Konsequenz eines gestiegenen Interesses an der Weltpolitik. Ob Außen- oder Umweltpolitik, die USA haben in den vergangenen Jahren versagt, erst vor kurzem ihre Zustimmung zum Kyoto-Abkommen erneut verweigert und müssen mit den Konsequenzen ihrer eigenen Kompromisslosigkeit leben. Selbstisolation is the new Weltpolizei.
overdoseHallo Ihr beiden,

natürlich ist es falsch, alle Amerikaner über einen Kamm zu scheren. Es gibt dort genug intelligente Menschen, die sich gegen die Aussenpolitik ihres Staates aussprechen. Allerdings werden die Amerikaner auch sehr stark von ihren Medien gelenkt und die sind in der Regel regierungstreu und unkritisch. So wird dort Meinungsmache publiziert, fast so wir hier in D's mit der Bild-Zeitung.

Meine Einstellung: Kritik ist angebracht und notwendig, viele Dinge sind nicht in Ordnung in den USA, aber diese rassistisch angehauchten anti-amerikanische Hetze ist mir ein Dorn im Auge.
Die Menschen, die sich so verhalten, sind keinen Deut besser als die amerikanischen Superpatrioten die glauben, weil sie in Amerika sind sind sie was besseres.
HiIchBinsBemerkenswert finde ich vor allem, dass die Kritik an Bushs Führungsstil in Europa (das sollte man keineswegs nur auf Deutschland beziehen) deutlich lauter ist als in Amerika - im Gegenteil, die Führungsstärke wird von vielen Amerikanern als positive Eigenschaft Bushs gesehen und könnte womöglich einer der entscheidenden Faktoren für seine Wiederwahl im November werden.

Man sollte bei Kritik bzw. "anti-amerikanischer Hetze" allerdings nicht in ein schwarz-weiß-Denken abgleiten. Nicht jede Kritik ist anti-amerikanisch. Abgesehen davon haben sich die USA unter Reagan nicht gerade mit Ruhm in Form von sachlicher Kritik, insbesondere an der BRD-Politik, bekleckert ;)
KalypsoHallo zusammen,

Ich denke diese Artikel spiegelt die reale Situation nicht wirklich wieder.
Natürlich werden die USA in Deutschlan häufig - auch unsachlich - kritisiert, doch bedeutet dies doch nicht das diese Kritik unberechtigt wäre, denn schließlich ist wohl allen Menschen, die sich zumindest gelegentlich informieren, klar, dass die Regierung den USA doch recht häufig Menschenrechte mißachtet.
Ergo ist Kritik berechtigt, auch wenn die Allgemeinheit dies eher undifferenziert tätigt.
Dennoch bin ich nicht der Meinung, Deutschland sei USA-feindlich,
denn der kulturelle Einfluss dieser ist nicht zu verachten.
Fast alle Filme die wir sehen stammen aus den USA, die Gesellschaft übernimmt US-amerikanische Trends und sogar unsere Sprache ist überfüllt mit Anglizismen.
Also kann von Anti-Amerikanismus keine Rede sein und die Kritik an der Politik der Vereinigten Staaten hat doch auch schon abgenommen, seid der Krieg im Irak nicht mehr so intensiv in den Medien angeklagt wird.

Gruß

Kalypso
overdoseAntiamerikanisches Verhalten grassiert schon lange in D's. Der Irak-Krieg hat es aber erst öffentlich gemacht, z.B. Proteste von Schülern und Studenten, die in den Medien gezeigt wurden.
Demon17Ich hab mich damals auch gewundert, warum alle Welt einem Diktator wie Saddam Hussein nachtrauert Die Bombenopfer zählt, die Toten dieses Regimes jedoch nur wahrnimmt, wenn sie zu tausenden mit Gitfgas umgebracht werden, wie die Kurden im Nordirak. Von den zigtausen anderen, kein Wort in den Medien. Ich denke es ist eindeutig, das die Moral dieser Leute hinkt.

In Deutschland führe ich das auf eine Art Entlastungsfunktion zurück. Jahrzehntelang waren wir die bösen Deutschen mit dem Holocaust und endlich sind auch mal die anderen Schuld. Es ist ja bezeichnend, wie gerade die Linke der 70er und 80er ihre Faschismuskritik mit an Antisemitismus grenzender Israelkritik verband. Die Opfer der Amerikaner in Vietnam z.B. wogen auch damals schwerer in den Medien als die des Warschauer Paktes. Das ist doch nichts neues und läßt sich eigentlich auch nachvollziehen. Weltbilder sind nun einmal beschränkt und Moral zwingt zur Schwarz-Weiß-Malerei. Wer von solchen Leuten eine ausgewogene Meinung erwartet ist naiv. Eigentlich ist nur die Opferrolle politisch-moralisch korrekt. Insofern bin ich ganz froh das die Amis da nicht ganz so gehemmt sind, wie die Europäer in Jugoslawien z.B.

Andererseits bin ich auch ganz froh, das Deutschland keine Truppen im Irak hat, weil man bei solchen Missionen keine Dankbarkeit erwarten darf und die innere Sicherheit darunter leidet. Siehe Madrid. Ich glaube auch nicht, das ein altes Kulturland wie der ORAk das seit 5 oder 6tausend Jahren mit diktatorischen Mittel regiert wird wie der Irak, in der Lage ist demokratisch stabile Strukturen zu entwickeln, lasse mich aber gern eines besseren belehren. Für die Kurden im Nordirak wird oder hat sich die Lage verbessert, die Schiiten werden vielleicht auch profitieren, alles unter der Voraussetzung, das sie ihre Fundamentalisten platt machen natürlich. Aber es kann natürlich auch zu einem schrecklichen Bürgerkrieg kommen, sobald die fremden Truppen abgezogen sind. Insofern sehe ich gerade im Irak absolut keinen Ansatz zu moralisch einwandfreien Standpunkten.

Was den latenten Antiamerikanismus in Deutschland generell angeht, so glaube ich nicht, das er besonders stark ausgeprägt ist. Auch die Amerikaner sind ignorant, was das Verständnis anderer Kulturen und Länder angeht und machen insofern bei ihrer Aussenpolitik viele überflüssige Fehler. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Das Deutschlandbild vieler Amerikaner hat mit der Realität auch nichts zu tun. Frag die mal wie der deutsche Bundeskanzler heißt?

Auch würden sich die Beziehungen im Falle eines Wahlsieges der Demokraten sicher rasch verbessern. Ich mein Clinton war sehr beliebt in Deutschland, genau wie Carter und Kennedy. Kerry wird uns sicher mit der Supermacht schnell versöhnen. Die Negativbilder sind halt Nixon und Reagan, ich find die Buschs sind da noch ganz erträglich und selbst Reagan war bis auf seinen Neoliberalismus mit seiner schwerterklappernden Entspannungspolitik ganz erfolgreich. Der amerikanische Konservatisismus hat halt in seiner einmaligen Form in Europa keine Gegenstück. Die Torries in England sind am Boden, Strauss gibts auch nicht mehr... Außerdem find ich die amerikanischen Waffengesetze, (jedem sein Maschinengewehr) die Gesundheits und Sozialpolitik auch zum kotzen. Aber das ist ja nun mal Sache der Amerikaner.:rolleyes:

never surrender

demon17
HiIchBinsDas Kernproblem des Irakkonfliktes liegt nicht nur in der Auferlegung einer erzwungenen Demokratie. Die USA gehen leider vollkommen naiverweise davon aus, dass sich ein System der Volksherrschaft, das in den USA mehr oder weniger funktioniert, auf den Irak übertragbar ist, übersehen dabei aber Glaubenskonflikte und die Tradition eines religiös geprägten Politikverständnisses. Genau deswegen stehen die USA den zahllosen Anschlägen, die im Irak verübt werden, so hilflos gegenüber, und das wird sich weder bei einem Verbleib im Irak noch bei einem Abzug der Truppen großartig ändern.
Black Reaper[QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i]
Hallo overdose!

Interessanter Beitrag, wirklich. Bin gespannt wie sich der Thread entwickelt.
"Amerikabashing" ist nicht erst seit Clinton sondern seit den 60er Jahren ( Beginn des Vietnamkriegs ) mehr oder weniger "in".
Nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa ( aber natürlich nicht nur auf diesen Kontinent beschränkt ).
Gerade bei uns ist es schick über "die Amis" zu lästern, was wohl auch an einer etwas linkslastigen Mainstreambewegung in den Medien liegt.
[/QUOTE]

Wie lange das America-Bashing schon anhält kann ich nicht sagen, vor Bush junior war Politik noch kein großes Thema für mich...
Allerdings muss ich leider zustimmen, wenn du sagst, es sei schick, über "die bösen Amis" zu lästern. Ich fürchte, ich bin selbst nicht ganz frei von dieser Tendenz, versuche ich doch, trotz allem immer die Ganzheit der Fakten zu sehen (anstatt der doch recht einseitigen Darstellung von Leuten wie Herrn Moore).

[QUOTE]Wie jedes andere Land auch haben die USA helle und dunkle Kapitel in ihrer Geschichte. Unbeliebt sind sie meiner Meinung nach weil sie erfolgreich sind ( die einzig wirkliche wirtschaftliche und militärische Supermacht ), was bekanntlich Neider auf den Plan ruft, und weil sie in missionarischem Eifer versuchen ihren Lifestyle anderen Ländern nahe zu bringen. Das ist vielleicht sogar gut gemeint , kommt aber nicht überall gut an.
Hier liegt für mich das größte Problem der Amis: Ihre Unfähigkeit sich in andere Kulturen hinein zu denken.[/QUOTE]

Wieder Zustimmung, allerdings habe ich keine Abneigung gegen Amerika, weil sie erfolgreich sind, sondern eher aufgrund des Weges, den sie dafür beschreiten... Ich bin jedenfalls froh, hier in Deutschland eine soziale Sicherung zu haben. In wie weit diese Sicherung sinnvoll ist, und wo sie schon in Versicherungs-Wut übergeht, ist eine andere Frage. Zudem nehme ich ihnen ihre Missionierungs-Versuche übel, da meines Erachtens jede Art von Missionierung nicht freiwillig ist, sondern erzwungen. Und, wie du schon sagtest, ihr Einfühlungsvermögen in andere Kulturen lässt doch sehr zu wünschen übrig.

[QUOTE]Gerade in Deutschland wird den USA oft vorgeworfen immer nur zum eigenen Vorteil zu handeln. Dies mag sicher stimmen, aber eigentlich ist das doch normal und nicht nur auf die Amerikaner beschränkt. Im Grunde ist Deutschland das einzigste Land, das ich kenne, welches sich ständig selber vors Schienbein tritt...[/QUOTE]

Natürlich handeln die USA zu ihrem eigenen Vorteil. Was ich persönlich ihnen übel nehme, ist ihre Vorschiebung falscher Tatsachen, um ihre Ziele zu erreichen. Grundsätzlich dürfen sie gerne einen Teil des Erdöls im Irak haben, dafür dass sie den Diktator beseitigt haben, aber dann soll man doch bitte eine UN-Resolution verabschieden, wozu gibt's die UN denn bitte? Und wenn dann nur die USA in den Irak einmarschieren, können auch gerne nur die USA ihre Belohnung einstreichen.

Eine Frage an dich habe ich noch: Inwiefern tritt sich der deutsche Staat ständig selbst vor's Schienbein?

[QUOTE]Ein weiterer Vorwurf, die Amis seine alle doof, mag sicher seine Berechtigung haben. Allerdings gibt es dort nicht nur Dumpfbacken sondern durchaus auch geistige Eliten, und wer die Amerikaner pauschal als doof abstempelt sollte sich mal in einer deutschen Stadt in die Fussgängerzone stellen und Fragen zur Allgemeinbildung stellen...[/QUOTE]

Durchaus richtig, auch in Amerika gibt es (wie hier) "dumme Leute" und die geistigen Eliten. Allerdings ist in Amerika das Allgemeinbildungsniveau deutlich niedriger als hier in Deutschland. An der Schule meines Cousins waren mal amerikanische Schüler in Form eines Austausches zu Besuch. Und ihr Bildungsstand lag weit unter dem meines Cousins, bei dem seine Eltern jahr für Jahr bangten, ob der das Schuljahr schafft.

[QUOTE]Der nächste Punkt wäre die derzeitige US-Regierung. Und hier lässt sich, meiner Meinung nach, absolut nicht von der Hand weisen das George W. Bush seit seinem Amtsantritt eine sehr unglückliche Figur darstellt und unter äußerst Fragwürdigen Bedingungen an die Macht kam.
Um auf Michael Moore zurückzukommen: Seine Bücher und Filme sind sehr polemisch, keine Frage. Oft werden Fakten weggelassen oder in einem anderen Zusammenhang dargestellt. Aber er lügt nicht. Und wenn das was er in Fahrenheit 9/11 behauptet auch nur zur Hälfte stimmt, sind Bush, Cheney und Konsorten Verbecher.
Jede Demokratie hat bekanntlich die Regierung die sie verdient. Ich bin mal gespannt wie die Präsidentenwahlen ausgehen.
Ich hoffe das Bush nicht wieder gewählt wird. [/QUOTE]

Volle Zustimmung, wozu wiederholen, was (von dir) schon so trefflich formuliert wurde.

Gruß,

Black Reaper
Zaphotinteressant ist allerdings, dass das gnadenloseste Amerikabashing - sieht man mal vom Orient ab- in USA selbst statt findet. Warum sollen wir da nicht auch mitmischen dürfen? ;)
uthoIn Anbetracht des Moralischen Anstrichs den sich die US-Aussenploitik selbst gibt ; wird es meiner Meinung nach Zeit den Holzprügel an die Seite zu legen - und dafür mit der Eisenstange "weiterzubashen" .
Je höher die moralischen Standards - nach denen man das eigene Handeln erklärt , desto schärfer fällt die Kritik aus - wenn man sich nicht daran hält , wie in diesem Fall bei Georgies Administration .
uthoVon meinem Standpunkt aus ist die Kritik an den USA - speziell hier in Deutschland - eher zurückhaltend . Dieses vor Allem weil die Medien darauf verzichten die wirklich interessanten Geschichten publik zu machen .
Ich möchte an diesem Punkt nur zwei kleine Beispiele anmerken , die jeder Interessierte selbst nachrecherchieren kann .

Totgeschwiegen wurden zum Beispiel die politisch revolutionären Innovationen die von dem rennomierten Amerikanischen Verfassungsrechtler Alan Dershowitz gemacht wurden .
Mr Dershowitz ist geistiger Vater des Lagers auf Guantanamo - und hat im Zuge seiner „rein theoretischen Arbeit“ die judikativen Grundlagen für den Umgang mit den Gefangenen geschaffen . In dieser Arbeit argumentiert Dershowitz für den „flexiblen“ Einsatz spezieller Ärzte (siehe project artichoke) um durch den Einsatz von Folter (u.A. sterile Kanülen unter Fingernägel) , Drogen und schmerverstärkenden Medikamenten die Effizienz der Verhöre zu steigern .

Ebenfalls ist der Wolfowitz-Plan eher unbekannt . Jener Plan , erstellt in der Mitte der Neunziger von Dicky Cheney - und überarbeitet vom Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz - definiert klar und ohne Umschweife die strategischen Zielsetzungen der USA in der Golfregion . Jeder der lesen kann sieht darin sehr deutlich weshalb dieser Krieg nötig war - und was als nächstes kommen wird . Dieses Dokument - das an politischer Aussage mit „Mein Kampf“ gleichzusetzen ist , wird in den europäischen Medien konsequent mit Missachtung gestraft ; vermutlich doch um die USA nicht zu brüskieren .

Damit öffnet man die Tür für mehr gute Amerikaner/Patrioten/Menschen wie Mr Dershowitz und Mr Wolfowitz .

Der Geist ist aus der Flasche , von da her wird auch John Kerry keinen relevanten Unterschied machen können . Der Haß den George und seine Crew gesäht haben - wird erst in der nächsten Generation seine Früchte tragen und so die Zukunft vergiften .
Kerry kann nur eins schaffen - die "demokratische" Partei in den Augen der Amerikaner zu diskreditieren (siehe Jimmy Carter) .


Es wird nicht besser werden - so fuckin`bash ´em harder till they finally learn !!!
PelloquinBoah... so viel geschrieben, und jetzt ist alles weg.

Gott war bestimmt sauer, dass ich schrieb, er soll mit unserem Führer Mr. Bush in der Hölle brennen.

So fasse ich mich nun kurz und erkläre, dass die Herren Autoren sich mit ihren Worten

[i] Es hat uns nur gewundert, dass niemand die nahe liegende Frage stellte, ob die "NeoCons" vielleicht Argumente haben, über die man mal nachdenken könnte. Beispielsweise, ob eine Art "demokratischer Imperialismus" gegenüber Diktatoren und Islamisten gar nicht so dumm wäre. Oder ob konsequente Terrorismusbekämpfung in Kombination mit einem universellen Anspruch auf Freiheit und Menschenrechte Gutes bewirken könnte.[/i]

als Anhänger des Neoliberalismus entlarvt und sich für mich für jede weitere ernstzunehmende Diskussion disqualifiziert haben.

Denn erst Imperialismus, nur schamhaft und äußerst unzureichend verdeckt mit dem Feigenblatt Demokratie, hat die Welt an den Abgrund gebracht, vor dem sie heute steht.

Erst die Verfechter einer völlig entfesselten (von jeglicher Kontrolle des Staates befreiten) Wirtschaft haben mittels der drakonischen Kreditpolitik ihrer Institutionen [i]Internationaler Währungsfonds (IWF)[/i] und [i]Weltbank[/i] unzählige Staaten in den Ruin und deren Völker in Armut getrieben und so den Nährboden für den heutigen Terrorismus bereitet.

Dennoch gebe ich ihnen Recht, wenn sie sagen, dass es nicht richtig ist, ganze Völker für ihre Führer zu verdammen.

Also: Differenzierter kritisieren. Das sitzt dann auch besser. ;)
Black Reaper[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B]Es darf - selbstverständlich -, es muss, gebasht werden. Das meine ich ernst. [/B][/QUOTE]

Nun ja... ich weiß ja nicht. Diese Aussage könnte auch falsch aufgefasst werden... Denn ein undifferenziertes Bashing ist doch an sich unter Niveau... und Niveaulosigkeit möchte ich mir nicht vorwerfen lassen... Ich weiß ja nicht, ob das bei dir anders ist, ich glaube aber nicht...

Kurz gesagt: Let's bash america... aber bitte mit niveau (und dazu gehören auch Grundlagen)
graziaes fing mit terroristen bashing an.

am 20. september 2002 sprach der republikanische vertreter im auswärtigen senatsausschuß, Jesse Helms, von "America Bashing" als neuem deutschen volkssport. Kanzler Schröder, in der heißen phase des wahlkampfs, würde anti-amerikanische stimmung machen. nach dem AT-motto: >und bist du nicht für mich, so bist du gegen mich.< keinen raum gewährend für liberal bystanding, für stimmenthaltung.

dann wurde French (frog) bashing eingeführt von den USA (wer denn genau?), das auf frankreich einprügelte, doch auch das erwies sich eher als schuss nach hinten:
[url]http://www2.welt.de/data/2003/03/28/59900.html[/url]

auf Pres. Bush, der mit vorliebe alttestamentarisch argumentiert und die auge-um-auge ideologie schürt, einzuprügeln, lässt sich mit vorsicht durchführen, denn dieser hat patriot-act-isch gegen solches tun vorgesorgt:
"Eine Freundin, die regelmäßig Anti-Bush-Pamphlete per E-Mail verschickte, machte sich ernsthaft Sorgen um ihre Zukunft. Mir erschien das übertrieben – im "Land of the Free"! Inzwischen ist bekannt, dass in jüngerer Zeit auch völlig unbescholtene Bürger ins Visier der Geheimdienste gerieten. Bush hatte zudem keinen Zweifel daran gelassen: "Wer nicht für mich ist, ist für die Terroristen."

und:
"Hacke nicht auf einem Kriegs-Präsidenten herum!" Das ist ein Satz aus dem Film "Iron Jawed Angels" der deutschen Regisseurin Katja von Garnier, der im amerikanischen Bezahlfernsehen lief. Im Streifen über die US-Frauenrechtlerin Alice Paul, ... war damit zwar Präsident Wilson gemeint, aber welcher Zuschauer denkt dabei nicht an den aktuellen Amtsinhaber?"
[url]http://www.wirtschaftswetter.de/archiv3/uswahl3.html[/url]

auf US-amerika und den normalo-US-amerikaner pauschal einzuprügeln, finde ich DOOF, primitiv. wie bäumt sich doch der deutsche michel auf, wenn ihm persönlich eine nazi-kollektivschuld angehängt wird. und doch? wer hat die wahlkreuze gesetzt?

ross und reiter beim namen und bei den taten zu nennen, ist notwendig, verlangt jedoch mühsames differenzieren und sich informieren.

was waren das für zeiten als in rom die damals aktuell und pc zu bashenden in die arena geführt wurden, den löwen zum fraß, der versammelten masse zur unterhaltung?!
bashing ist wie mobbing ein ungesunder volkssport mit nur vorläufiger druckablasswirkung. der druck steigert sich insgesamt dadurch.

kurz nach 9/11 war es politisch unkorrekt, folgenden witz zu verbreiten:

[I]bush und bin laden spielen schach.
f: wer verliert? a: bush! er hat seine beiden türme verloren/geopfert. [/I]

damals hatte der kanzler (brd) den gebeutelten USA vorschnell die "uneingeschränkte solidarität" zur terrorismusbekämpfung, wie auch immer sie aussehen möge(?) zugesagt. panta rhei.

salve
Tiberon[QUOTE][B]Hier würde sich keine Mehrheit für einen solchen Krieg finden. [/B][/QUOTE]
kommt noch ..
Pelloquin[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B]Differenziertheit? Nur dort, wo sie passt.
Man wird Bush wieder wählen, darauf würde ich Wetten abschließen. Und die Tatsache, dass auch gemäßigte Liberale in den USA "Ihre Freedom Fighters" so lautstark unterstützen, lässt mich frösteln. Dort fehlt es an Differenziertheit, nicht hier...
Mein Verständnis für die Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes ist erschöpft und daraus mache ich keinen Hehl. Ein Freund oder Fan der US-Amerikaner wird in diesem Leben nicht mehr aus mir, keine Chance. - Es gab ja nun beileibe nicht nur den Krieg in Irak.
:( [/B][/QUOTE]

Gleich vorneweg, mit [i]Also: Differenzierter kritisieren. Das sitzt dann auch besser. [/i] wollte ich keinesfalls Dich oder jemand anderen der Postenden hier ansprechen (ich muß gestehen, ich hatte eure Beiträge nur überflogen, denn ich hatte nicht viel Zeit; mein Augenmerk lag auf dem Eingangspost). Wenn es so empfunden wurde, bitte ich dafür um Entschuldigung!!!

Ich richtete diesen Ausspruch vielmehr an uns (amerikakritischen) Deutsche in der Gesamtheit, denn ich habe es satt, die meiner Meinung nach berechtigte Empörung über die amerikanischen Kriegsverbrechen (denn genau darum geht es letztlich) als plumpen Anti-Amerikanismus abgetan zu sehen.

Oh Gott...

Glaube mir, Nix, ich teile Deine Empörung, und manchmal frage ich mich, ob die Lösung für die Probleme dieser Welt nicht doch in den Lauf eines Scharfschützengewehrs passt.

Aber so hoffnungslos (und naiv) bin ich noch nicht, als dass ich darin wirklich eine Lösung sähe.

Nein, ich habe immer noch Hoffnung, dass Amerika noch nicht verloren ist.

Die Bemühungen unzähliger Gruppen aus den unterschiedlichsten Richtungen, Amerikas Nichtwähler an die Urnen zu bringen, um gegen Bush zu stimmen, lassen mich hoffen.

Unzählige Bands aus ALLEN Bereichen (sogar Puff Daddy macht Werbung für Kerry!!!) rufen ihre Fans auf, sich registrieren zu lassen und Bush abzuwählen (keiner ist wirklich von Kerry überzeugt, aber alle sind sich einig, dass Bush weg muß).

Oder [url="http://www.punkvoter.com/home/home.php"]Punkvoter[/url]: Bush hat der zu ihrer eigenen Parodie verkommenen US-Punkszene Feuer unter dem Arsch gemacht, ihr neues Leben eingehaucht. So formte sich aus dieser Szene ein riesiges Informationsnetzwerk, das alles daran setzt Bush aus dem weißen Haus zu jagen.

Und schließlich... Nach dem, was ich in letzter Zeit gehört habe, wird das Ende des Bush-Regimes im Irak besiegelt werden. Von seinen eigenen Truppen.

Dieser Tage erscheint ein neues Buch von Michael Moore, in dem er im Irak stationierte amerikanische Soldaten zu Wort kommen und ihre Erlebnisse und die Stimmung in der Armee schildern lässt.

Ich habe einige deutsche Auszüge bei Spiegel-Online gefunden, wobei ich die auf der Moore-Seite zu lesenden englischsprachigen Auszüge noch eindringlicher sind. Sie sind hier zu finden: [url="http://www.michaelmoore.com/books-films/willtheyevertrustusagain/"][/url]


[list]VON: Al Lorentz
DATUM: Samstag, 22. Mai 2004, 10.32 Uhr
BETREFF: Ein alter Frontsoldat dankt Ihnen

Lieber Mr. Moore,
ich bin eine alter Soldat, der zurzeit im Irak im Felde steht. Ich danke Ihnen und Leuten wie Ihnen, dass sie diese wunderbaren Kids, die im Militär dienen, nicht für einfache Kriegsknechte halten, die man ohne Bedenken ganz nach Laune von ein paar Narren in sinnlose Kriege schicken sollte. Jeder von uns Soldaten schwört einen Eid, die Verfassung der Vereinigten Staaten zu wahren und zu verteidigen. Dieser Krieg hat nichts mit der Wahrung und Verteidigung dieser Verfassung zu tun.
[b]Zweck unseres Militärs ist es, unsere Republik zu verteidigen, und nicht ausländische Diktatoren zu stürzen, in fremden Ländern die "Demokratie" aufzubauen oder die Welt für alle anderen zu einem besseren Ort zu machen. [i]Dies mögen ja noble Ziele sein, aber es ist nicht Aufgabe einer freien und demokratischen Gesellschaft, sie überall durchzusetzen, sonst hört sie auf Republik zu sein, und wird zu einem Imperium.[/i][/b] (!!!)




VON: Django
DATUM: Donnerstag, 27. Mai 2004, 15.07 Uhr
BETREFF: Ein Soldat im Irak

Lieber Mike,
Ich bin ein Soldat, der im Irak stationiert ist. Ich bin schon seit über einem Jahr hier und habe viele Freunde und Kameraden sterben oder Gliedmaßen verlieren sehen. Ich habe ein paar Bedenken, Ihnen zu schreiben, wegen der Bestimmung, nicht negativ über den Präsidenten zu reden, aber eigentlich halte ich ihn ja nicht für den richtigen Präsidenten. Er vertritt nicht die Mehrheit unserer Nation und hat auch niemals in unserer Haut gesteckt. (in der von Soldaten im Krieg, von Arbeitern, gebildeten Leuten usw.)
Wir werden unser Leben für unsere Kameraden opfern, aber ich habe nicht das Gefühl, hier mein Land gegen einen Feind zu verteidigen, der wirklich eine Bedrohung für unsere Nation darstellt.



VON: Kyle Waldman
DATUM: Freitag, 27. Februar 2004. 2.35 Uhr
BETREFF: Keiner

Michael Moore,
meine Zeit im Irak hat mich einiges über das irakische Volk und den Zustand dieses vom Krieg heimgesuchten, bettelarmen Landes gelehrt. Im Rahmen der humanitären Hilfe habe ich ein paar Familien näher kennen gelernt, die in diesen beiden Häusern lebten, und sie sind es, die in Zeiten des Krieges am meisten zu leiden haben, vor allem wenn dessen Ziele so unsinnig waren.
Da gab es ein paar Bauern, die wussten nicht einmal, dass es den ersten Golfkrieg "Desert Storm" oder auch diesen Krieg überhaupt gegeben hat. In diesem Augenblick erkannte ich, dass dieser Krieg von den wenigen veranlasst wurde, die von ihm profitieren würden, und es dabei keineswegs um das Volk ging. Wir Koalitionstruppen haben diese Leute nicht befreit; wir haben sie sogar noch tiefer in die Armut gestürzt. Ich sehe auch in nächster Zukunft keinen wirtschaftlichen Aufschwung für dieses Land voraus, wenn ich sehe, wie Bush dessen Öleinkünfte bereits umgeleitet hat, um sicherzustellen, dass es für unsere Geländewagen immer genug Benzin geben wird.
Wir sollen hier Frieden schaffen, dabei wurden wir nur für Zerstörung ausgebildet. Wie sollen gerade mal 200.000 Soldaten dieses ganze Land kontrollieren?



VON: Michael W.
DATUM: Dienstag, 13. Juli 2004, 12.28 Uhr
BETREFF: Kumpel, der Irak ist echt beschissen

In den wenigen Monaten, die meine Einheit jetzt im Irak stationiert ist, haben wir einen Mann verloren und viele (auch ich) sind bereits bei Kampfhandlungen verwundet worden. Und wofür? Zumindest hätte unsere Regierung dafür sorgen können, dass alle unsere Fahrzeuge eine geeignete und wirksame Schutz Ausrüstung und Panzerung bekommen.
In den frühen Morgenstunden des 10. Mai, auf den Tag genau einen Monat vor meinem 30. Geburtstag, gerieten ich und zwölf andere im südöstlichen Bagdad in einen perfekt angelegten Straßenhinterhalt. Wir wurden mit Handfeuerwaffen, einer raketengetriebenen Granate und zwei am Straßenrand gut getarnten Bomben angegriffen. Diese Bomben zerstörten fast einen unserer "Hummer", durchsiebten meine Freunde mit ihren Splittern und töteten sie beinahe.
Sie hätten keinen Kratzer bekommen, wenn die bereits die neuartige Schutzausrüstung gehabt hätten.
Das Ganze ist einfach zu lächerlich, was mich zu meinem nächsten Punkt bringt. Ein bei Blackwater angestellter Mitarbeiter verdient 15.000 Dollar im Monat, um denselben Job wie meine Kumpel und ich zu erledigen. Ich bekomme hier drüben 4000 Dollar im Monat. Was geht denn hier vor?



VON: Stabsgefreiter Willy
DATUM: Dienstag, 9. März 2004, 13.23 Uhr
BETREFF: Vielen Dank

Mike,
Es ist hart, meinen Oberfeldwebel sagen zu hören: "Wenn Sie sich dazu entschließen, einen bedrohlich aussehenden Zivilisten töten zu wollen, erschießen Sie ihn. Ich fülle lieber einen Haufen Formulare aus, als einen meiner Soldaten von so einem Kopftuchträger totschießen zu lassen."
Selbst wenn jemand nur bedrohlich aussieht, sind wir angewiesen zu handeln, bevor der uns etwas antut. Ich wurde nicht in einer solchen Angst aufgezogen, und es wird seine Zeit brauchen, bis ich mich daran gewöhnt habe.
Die Ansichten der Leute über diesen Krieg haben sich um 180 Grad gedreht, seit wir hier sind. Bereits in der ersten Woche wurde einer von uns bei einem Mörserangriff getötet, und seit dem haben sich die Dinge total verändert. Soldaten rufen ihre Familien an und fordern sie auf, John Kerry zu unterstützen.



VON: Anonym
DATUM: Donnerstag, 15. April 2004, 12.41 Uhr
BETREFF: Von einem KBR-Lastwagenfahrer im Irak

Mike,
Ich bin ein Lastwagenfahrer von Kellogg, Brown and Root (KBR), einer Tochterfirma von Halliburton, der gerade im Irak arbeitet. Seit ich diesen Job vor einigen Monaten antrat, tragen 100 Prozent (ganz richtig, nicht 99 Prozent) der Arbeiter, die ich hier kenne, viel mehr Stunden in ihren Arbeitszeiterfassungsbogen ein, als sie tatsächlich gearbeitet haben. Da gibt es noch so viel, was ich Ihnen erzählen könnte. Aber Tatsache ist, dass den amerikanischen Steuerzahlern und dem irakischen Volk bereits viele Millionen Dollar durch das unglaubliche Ausmaß von Habgier und Missbrauch geraubt wurden, das hier herrscht. [/list]
grazia[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B] Deutschland hat seine Lektion gelernt. Hier würde sich keine Mehrheit für einen solchen Krieg finden. [/B][/QUOTE]
[I]Haben die Deutschen so viel aus ihrer Geschichte gelernt, dass sie gegen Extremismus und Populismus immun geworden sind? Die Meinungsforscher bestätigen das nicht. Das Bedürfnis nach markigen Politikern, die für alle Probleme eine simple Lösung haben, ist in Deutschland nicht geringer als in anderen Ländern Westeuropas. An der Nachfrage liegt's also nicht, sondern am Angebot. ...
Mit Antisemitismus lassen sich heute tatsächlich keine Wählermassen mehr mobilisieren. Das Erfolgsrezept der Populisten in den Nachbarländern ist seit Jahren die Verquickung der Themen "Überfremdung" und Kriminalität.[/I]
[url]http://www.zeit.de/archiv/2002/40/populismus_glosse.xml[/url]

und wie sieht es mit deutscher kriegsbefürwortung aus?

[I]Während im Vorfeld des Afghanistan-Krieges 64 Prozent der deutschen Befragten einen Militärschlag der USA befürwortet hätten, seien es jetzt mit Blick auf den Irak nur neun Prozent. Bei der Frage nach einem Mitwirken im Rahmen eines UN-Mandats ist das Land so gespalten wie das hiesige Parteienspektrum: 47 Prozent der Deutschen lehnten einen Irak-Krieg auch dann ab, wenn es dafür ein UN-Mandat gebe, berichtete Wittich. Eine militärische Beteiligung hatten nach der Umfrage beim Afghanistan-Krieg 58 Prozent der Deutschen bejaht. [/I]
[url]http://www.welt.de/data/2003/02/04/38897.html[/url]

salve
Darket[QUOTE]Bei der Frage nach einem Mitwirken im Rahmen eines UN-Mandats ist das Land so gespalten wie das hiesige Parteienspektrum: 47 Prozent der Deutschen lehnten einen Irak-Krieg auch dann ab, wenn es dafür ein UN-Mandat gebe[/QUOTE]
Das finde ich dahingehend schon bedenklich, da inzwischen mit Sicherheit feststeht, dass dieser Krieg illegitim war, ein Mandat der UNO hätte den Krieg auch nur auf dem Papier legitimiert. Das finde ich angesichts der sehr stark variierenden Ergebnisse der Umfrage nur im Bezug auf das Mandat schon ziemlich fragwürdig.
Tiberonkam nicht vorhin in den Nachrichten, daß man überlegt ein paar Leopards runterzuschicken?
ich möchte wetten, das wir die nächsten 50 Jahre noch einen Angriffskrieg seitens Deutschland erleben
graziabush, rumsfeld und co. geben mittlerweile offen zu, dass sie gelogen haben, ahem, dass sie belogen wurden, und der irak niemals massenvernichtungswaffen hatte (dies war ein vorgeschobener kriegsgrund). und dennoch sieht das wahlvolk der USA papa bush als den starken übervater - der die USA vor dem bösen feind, den terroristen, beschützen wird, koste es (sie) was es wolle.
das volk hat mehrheitlich diese diffuse angst, der feind könne es wieder angreifen. bush hämmert immer wieder die gleichen freedom(for sheep)formeln ein - und sie ziehen.

die kath. kirche hat jahrtausende lang erfolgreich ihr unternehmen führen können mit der angst vor bösen (genannt teufel). ein genial entworfenes feindbild hat was.
der komic-schreiber Walt Kelly schreibt in >Pogo< "We have met the enemy, and he is us." doch solches will ein volk möglichst noch nicht wissen. was wenn der feind ...

die angst färbt die lüge schön und wieder schön. und die hoffnung auf den "starken mann", selbst wenn er nur ne marionette der lügenstricker ist, die genau auf diese elemente im wahlvolk abzielen, wird bush wohl auch die nächste wahlperiode bescheren.
die geschichte(-n) wiederholt sich, bis ...

"International gerät Bush jetzt unter Druck, seine Glaubwürdigkeit ist mittlerweile schwer angeschlagen. Anders reagieren dagegen die eigenen Landsleute: Der Präsident hat durchaus gute Chancen, wiedergewählt zu werden. Und das angesichts der Tatsache, dass jetzt schon mehr als 1000 US-Bürger während des Irak-Krieges und danach getötet wurden."
[url]http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,2201188,00.html[/url]

salve
Miau@Grazia
Der eine Unterschied zwischen Bush und Hitler ist der, das letzterer bei Amtsantritt nur von Frieden sprach, während ersterer einen an den Haaren herbeigezogenen Krieg führt, in dem das Volk massiv belogen wurde und sein Vater ebenfalls einen an den Haaren herbeigezogenen Krieg geführt hat (Lügenmärchen vom Blutbad der Irakis im Babyhospital in Kuwait).

Der zweite Unterschied liegt darin, daß Herr Hitler das Land ganz legal in eine Diktatur umwandelte (Ermächtigungsgesetz) und da gibt es anschließend nichts mehr zu wählen (wobei er zu diesem Zeitpunkt immer noch keinen Krieg geführt hat), während die Amerikaner wohl könnten, aber zweimal nicht wollten und wahrscheinlich auch diesmal nicht mehr wollen werden.

Ich glaube, daß die Demokratie eine besonders perdide Form des Sich-aus-der-Verantwortung-Stehlens ist.
Wollten die Menschen Napoleon, Stalin, Dschingis-Khan?
Dumme Frage selbstredend, sie waren auf einmal da, ergriffen den Mantel der Geschichte, richteten ihr Unheil an, traten irgendwann ab und die leidgeplagten Menschen konnten sich den Schweiß von der Stirn abwischen, sich wieder ihren Äckern und Werkstätten zuwenden und murmeln:
"Was der da oben aber auch wieder mit uns angestellt hat, geht auf keine Kuhhaut."
Das Übel konnte wenigstens personifiziert werden und der kleine Mann bekam nicht auch noch Ex-Post die Verantwortung dafür in die Schuhe geschoben.
In der sogenannten Demokratie treten die selben Schlächter auf, aber die Perfidie besteht darin, daß man anschließend auch noch das Volk dafür verantwortlich machen kann und das ist eigentlich so teuflisch, daß mich wundert, weshalb es noch niemand gemerkt hat. :eek:

[COLOR=firebrick]MIAU ![/COLOR]
utho[QUOTE][i]Original geschrieben von grazia [/i]
[B]
...die kath. kirche hat jahrtausende lang erfolgreich ihr unternehmen führen können mit der angst vor bösen (genannt teufel). ein genial entworfenes feindbild hat was.

[/B][/QUOTE]

Trifft den Nagel auf den Kopf !!!
utho[QUOTE][i]Original geschrieben von Miau [/i]
[B] ....Ich glaube, daß die Demokratie eine besonders perdide Form des Sich-aus-der-Verantwortung-Stehlens ist.......
In der sogenannten Demokratie treten die selben Schlächter auf, aber die Perdidie besteht darin, daß man anschließend auch noch das Volk dafür verantwortlich machen kann und das ist eigentlich so teuflisch, daß mich wundert, weshalb es noch niemand gemerkt hat.

[/COLOR] [/B][/QUOTE]

Wir erleben im Moment eine Herrschaftsform , die auf den Erfahrungen (der Mächtigen) basiert - und Nutzen aus der Manipulierbarkeit der Herde (Volkskörper,Stimmvieh) zieht .
Fehlende Bildung macht manipulierbar - wie die USA es vormachen . Der durchschnittliche Ami ist cool - aber fett ungebildet und total indoktriniert - was ihn zum idealen Opfer von politischer Beeinflussung macht .

Die Einschnitte im Deutschen Bildungssystem zeigen auch schon ihre Wirkung - die Leute werden leichtgläubiger und beginnen Alles zu fressen was ihnen die Medien präsentieren .
Miau@Utho
Sicher, aber wie soll sich das jemals ändern?
Die normalen Menschen haben eben damit zu tun, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ihre Kinder, so sie noch haben, großzuziehen und ab und an mal einen Waldspaziergang zu machen.
Dabei liegt es wohl bei jedem einzelnen, ob er sich ein sittliches Rückgrat bewahrt, oder nur noch in die Welt von Sechserpack und Blödelshow abdriftet.
Grundsätzlich kann man den Menschen, die von Natur aus nicht alle zur Stärke geboren sind und nun einmal der Führung bedürfen, da nicht unendlich viel Vorwurf machen.
Sie bedürfen sittlich und moralisch gefestigter Vorbilder, im Großen , wie im Kleinen.
Man braucht nur in ein Geschäft zu gehen und man wird am Wesen der Angestellten schnell feststellen, wie der Chef ist.
Beispiel:

Ludwig Erhard war der letzte, der die Sentenz vom Maßhalten gepredigt hat. Seinen Berufskollegen war das ein Dorn im Auge, denn das hätte vom Volke Opfer und klare Sicht verlangt.
Deswegen beschloß man lieber die Büchse der Pandora, Verzeihung, das Füllhorn der staatlichen Wohltaten zu öffnen und vor dem Scherbenhaufen stehen wir jetzt.

[COLOR=firebrick]MIAU ![/COLOR]
utho[QUOTE][i]Original geschrieben von Miau [/i]
[B]@Utho

.... beschloß man lieber die Büchse der Pandora, Verzeihung, das Füllhorn der staatlichen Wohltaten zu öffnen und vor dem Scherbenhaufen stehen wir jetzt.

[COLOR=firebrick]MIAU ![/COLOR] [/B][/QUOTE]

Das Füllhorn der Staatlichen Wohlfahrt ?
Ich gehe mal davon aus - das du dich mit dieser Aussage auf die Bundesrepublik vor der "Wiedervereinigung" beziehst .

Die Einrichtung der Sozialversicherung hatte zu ihrer Zeit konkrete Politische Intentionen , wie es auch das sichere Soziale Netz der alten BRD hatte - inzwischen sind diese politischen Indikationen wegefallen , damit auch die Notwendigkeit so etwas wie den Sozialpakt einzuhalten .

Die Sozialversicherung wurde ins Leben gerufen um die Bedrohung des Sozialismus zu bekämpfen - wenn sie nun zu einer Pandora-Box geworden sein sollte , dann hat das vermutlich wieder mit einem Reichtumsgefälle in unserer Republik zu tun .
Miau@Utho
Ähemm, wenn ich Ludwig Erhard anführe, werde ich mich wohl auf die Zeit vor 1990 beziehen, verstehe nicht ganz, weshalb Du da so zweifelnd anfragst.

Weshalb es damals geschehen ist, finde ich nicht so interessant, es war eben falsch.
Und Deine Schlüsse kann ich nicht nachvollziehen, das System ist schlicht nicht mehr finanzierbar, andere Länder wie Schweden mußten das lange vor uns erkennen.

Klar, daß es niemandem gefällt, wenn er seine liebgewordenen Besitzstände aufgeben muß, aber muß das Kind erst ganz in den Brunnnen fallen und sich das Genick brechen oder wollen wir nicht lieber ein Schutzgitter einbauen?

Wobei, wenn wir mal für einen klitzekleinen Augenblick einen ganz ehrlichen Blick in die Volksseele werfen, folgendes zu sehen ist:

"Ich weiß schon, daß es nicht mehr so weitergehen kann, wie bislang, aber hoffentlich hält es so lange, wie ich lebe..."

Menschlich nachvollziehbar, aber nicht sehr schön.



[COLOR=firebrick]MIAU ![/COLOR]
utho[QUOTE][i]Original geschrieben von Miau [/i]
[B]@Utho

..... Weshalb es damals geschehen ist, finde ich nicht so interessant ...

[COLOR=firebrick]MIAU ![/COLOR] [/B][/QUOTE]

Nun , in meinen Augen ist die Gegenwart ein direktes Produkt der Vergangenheit - und daher nicht isoliert zu sehen ; zumindest solange man versucht sich an Tatsachen zu orienteren .

Übrigens : Das "Ursache-Wirkung Prinzip" spielt auch in Politik , Ökonomie und Meinungsmache eine Rolle .

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