| belly.white | demokratie soll das thema sein "einer für alle und jeder gegen jeden?" ( um erik zu zitieren) entwicklungs-und meinungsfreiheit? gewaltenkontrolle? "krankenschwester" des kapitalismus? ------------------------------------- was kann/sollte geändert werden?? |
| LaChatte | "ein Machtbrechungssystem" Moritz Leuenberger, Philosoph unter Bundesräten. |
| Seneca | ... Democracy is the worst form of government except for all those others that have been tried. -Winston Churchill. |
| Miau | @Seneca Bloß weil Churchill das sagt, muß es ja nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. |
| Seneca | Es ist aber anscheinden so, als wäre dieses Übel derzeit von allen bekannten Übeln das geringste.... Rollen wir den Falll doch mal von der anderen Seite auf... Leben wir in einer Demokratie...? (La Chatte mal ausgenommen) «Die EU ist ein Musterbeispiel einer Oligarchie. Die Entscheidungsmacht, der sich 360 Millionen Menschen widerspruchslos zu unterziehen haben, liegt alleinig bei den 15 Staats- und Regierungschefs der EU, den 15 Ministern des EU-Ministerrats und den 20 EU-Kommissären, total also bei 50 Personen. Keiner dieser Akteure ist für dieses Amt vom Volk gewählt worden. Vom Volk gewählt worden sind nur die EU-Parlamentarier, deren Institution aber lediglich ein demokratisches Aushängeschild ist, um die Völker zu täuschen. Sie hat keinerlei Gesetzgebungsgewalt, kann weder die Staats- und Regierungschefs noch die Minister kontrollieren oder zur Rechenschaft ziehen, ist somit bei der Würdigung der EU-Staatsform ohne jegliche Bedeutung.» Aus einem Inserat des EU-Gegners Willy Futterknecht (natürlich ein Schweizer) Vielleicht sollte man eine Demokratie erst mal verwirklichen, bevor man sie verdammt...! Ganz besonders die Verfassung der BRD verhindert doch echte Demokratie zugunsten einer oligarchischen Bürokratie. Politik und Bürger sind weitestgehend voneinander entkoppelt. Das Grundgesetz wurde nicht zuletzt deshalb so wenig basisdemokratisch angelegt, damit man einen zweiten Hitler verhindern kann....! Nicht mal eine einfache Volksabstimmung ist nach dem GG geseztlich möglich....! |
| Miau | @Seneca Ist die Demokratie mit dem Menschen von heute, dessen Ideale von Bildzeitung, Sechserpack und Big-Brother bestimmt werden, verwirklichens- und wünschenswert? |
| Seneca | Ich denke, das die Menschen von heute unterschätzt werden was ihre Urteilsfähigkeit angeht...auch die Einfachsten... Es ist ein Fehler sogenannter akademischer Eliten, allen anderen ihr Urteilsvermögen abzusprechen, nur weil sie die Bild lesen, und Big Brother ansehen. Ich hatte diese Vorbehalte auch...gleich nach dem Abitur auf einem "Eliteinternat"...! Dann habe ich eine Handswerkslehre gemacht, um die Wartezeit auf meinen Studienplatz sinnvoll zu nutzen.... Seitdem weiß ich, daß ein einfacher Handwerker oft mehr vom tatsächlichen Leben und den Zusammenhängen in der Gesellschaft versteht, als es ein Elfenbeinturmbewohner je könnte. |
| Miau | @Seneca Mir sind Handwerker in realiter und als Typus auch lieber als die halbgebildeten Schmalspurzeitgeistkarrieresurfer. Man kann mit ihnen über Gott und die Welt plaudern, sie machen i.d.R. ihre Arbeit tüchtig und sind überwiegend verläßliche Kerle. Aber sie das Land regieren lassen, wie soll das funktionieren? Ich sage Dir etwas, wir bräuchten Herzöge, im klassischen Sinne, mit moderner Gewandung. Das meint verdiente Männer, die auch etwas zu verlieren haben, aber unabhängig genug sind, daß sie durchaus in der Lage und bereit sind, dem höheren Gemeinwohl zu dienen. Acht, Träume... [COLOR=firebrick]MIAU[/COLOR] |
| Tiberon | um bei Churchill zu bleiben ... 'Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem Wähler' Der Handwerker weiß für gewöhnlich wirklich oft mehr vom Leben, was aber vor Allem daran liegen dürfte, daß er zur größten sozialen Gruppierung gehört. |
| LaChatte | Seneca, du täuschst dich - ich lebe in einem Staat, der sich Republik nennt, und manchmal aber lieber Monarchie wär, und das basisdemokratische Element wird in diesem Staat eher spontan und unreglementiert in Form von Streiks gelebt. Vive la France!:D Allerdings arbeite ich in der Schweiz. Und fühle mich wohl so ;) Immerhin laufen die lateinischen Völker weniger Gefahr, dauerhaft einer Diktatur sich zu unterwerfen, dafür sind sie einfach zu undiszipliniert... [QUOTE]Es ist ein Fehler sogenannter akademischer Eliten, allen anderen ihr Urteilsvermögen abzusprechen[/QUOTE] Oh ja! [QUOTE]Nicht mal eine einfache Volksabstimmung ist nach dem GG geseztlich möglich....![/QUOTE] Als ich mich als ungefähr zwanzigjährige das erste Mal mit einem Deutschen über Politik unterhielt, und dabei erfuhr, dass es in Deutschland keine Abstimmungen gab, war ich regelrecht schockiert... ich empfinde Volksabstimmungen als solche Selbstverständlichkeit. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Miau [/i] [B]@Seneca Mir sind Handwerker in realiter und als Typus auch lieber als die halbgebildeten Schmalspurzeitgeistkarrieresurfer. Man kann mit ihnen über Gott und die Welt plaudern, sie machen i.d.R. ihre Arbeit tüchtig und sind überwiegend verläßliche Kerle. Aber sie das Land regieren lassen, wie soll das funktionieren? Ich sage Dir etwas, wir bräuchten Herzöge, im klassischen Sinne, mit moderner Gewandung. Das meint verdiente Männer, die auch etwas zu verlieren haben, aber unabhängig genug sind, daß sie durchaus in der Lage und bereit sind, dem höheren Gemeinwohl zu dienen. Acht, Träume... [COLOR=firebrick]MIAU[/COLOR] [/B][/QUOTE] So läuft der Laden derzeit doch schon, die Politik ist dabei lediglich das Kasperletheater welches man der Bevölkerung vorspielt. Oder wie Frank Zappa es sagte: "die Politik ist die Unterhaltungsbranche der Großindustrie...!" Herzöge und Fürsten nennt man heute "Vorststandsvorsitzende", und diese Erpressen ihrer Vasallen, auch Politiker genannt, welche wiederum ihre Leibeigenen ausbeuten...die Fürstentümer stehen untereinander im Krieg (Konkurrenz), oder sind Alliert (Konsortium) manchmal unterliegt ein Herzog, das führt zu seiner Abdankung (Abfindung) und zur Übernahme der Firma (unfriendly takeover). Andere Fusionieren, um unangreifbarer zu werden.... |
| LaChatte | [QUOTE]Man kann mit ihnen über Gott und die Welt plaudern, sie machen i.d.R. ihre Arbeit tüchtig und sind überwiegend verläßliche Kerle.[/QUOTE] ich finde, das sind schon ziemlich gute Voraussetzungen... die Basisqualitäten "Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit"können ja längst nicht bei allen Politikern beobachtet werden, da gibts Windfähnchen und da gibts Mauscheler und da gibts "Ehrenworte" und da gibts noch ganz viele so Sachen, die keinem aufrechten Menschen gut anstehen. |
| MissPan | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B] 'Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem Wähler' [/B][/QUOTE] was dann wohl bedeutet, daß meine stimme/ meinung nur dann gefragt ist, wenn es darum geht, jemandem wieder für 4 jahre seinen sitz nebst daran hängender annehmlichkeiten zu sichern... wunderbar, da fühlt man sich als wähler doch gleich viel besser.:rolleyes: es mag durchaus studierte bzw. kluge köpfe unter den politikern geben, nur scheinen die wenig bis gar nicht zu wort zu kommen. warum sollte es so unwahrscheinlich sein, daß ein normaler bürger verstand genug hat, die probleme zu erkennen und zu einer lösung beizutragen? und nebenbei bemerkt, ich halte es durchaus für legitim, daß wir bürger bei bestimmten entscheidungen gefragt werden sollten. in anderen ländern scheint das doch auch zu funktionieren, warum sollte gerade das deutsche volk zu dumm für ein mitspracherecht sein? |
| White_Fang | Ich denke Plebiszite sind eine falsche Form Gesetze zu schaffen, da die Volkstimmung ständig schwankt. Volksabstimmungen fördern nur populistische Methoden der Politikbeeinflussung. Ich persönlich wäre nicht glücklich über einen Volksentscheid über die Todesstrafe, oder „Ausländer raus“ oder ob man Entwicklungshilfe leisten sollte. Politiker werden von Interessensverbände und nicht zuletzt vom Wähler (als einer der stärksten Interessensverbände) dazu gedrängt falsche aber massenwirksame Entscheidungen zu treffen. Ein Politiker wird praktischer zur Lüge, oder nennen wir es Euphemismus gezwungen, wenn er gewählt werden will. Und zum Thema Wahllügen, oder „Manipulation des Volkes“, kann ich dazu auch nur sagen, dass es zum Lügen immer zwei gibt, einer der lügt, und einer der sich belügen lässt. Wenn das Volk in der Masse öffentliche Informationen nicht nutzt um realistische Versprechen von unrealistischen zu selektieren, und im Gegenteil Menschen in Ämter wählt die immer einen möglichst leichten Weg ohne Opfer versprechen ist es selbst für die Politik des Landes verantwortlich. Und ehrlich gesagt, bezweifle ich das ein Handwerker oder sonst jemand aus der Mittelschicht ein höheres soziales Gewissen hat als unsere Eliten. Sie sind auch nur Menschen, wie Politiker, nur wird zweierlei Maß angelegt. Während die Mittelschicht Mensch sein darf, müssen Politiker bzw. Eliten Übermenschen sein. Sie müssen als Personen öffentlichen Interesses, ihre Arbeit gut machen, eine Bilderbuch Ehe führen, Gesund und Vital sein, Fehlerfrei und etc. Einige Forderungen sind sicher gerechtfertigt, andere bei weitem überzogen. Und ich finde allgemein diese Pauschalisierungen über das negative Image von Politkern reichlich scheinheilig, unsachlich, unrichtig und polemisch. Politiker, nicht alle das ist klar, aber eine große Menge leisten sehr gute und sehr fordernde Arbeit, die sie 24 Stunden am Tag vereinnahmt, mit einem relativ geringen Gehalt und öffentlichem Undank. Natürlich sollte gerade in einer Demokratie die Politik nicht unabhängig vom Volkswillen agieren. Das tut sie auch nicht, zumindest in den westlichen Ländern. Aber sie sollte sich auch nicht ausschließlich auf den Volkswillen berufen, denn der ist, leider unberechenbar. Vielmehr sollten die Politiker als Moderatoren dienen, die auch politische Richtlinien und Konzeptionen planen die über einen längeren Zeitraum greifen, und dabei ist es unvermeidlich Entscheidungen auch gegen die Mehrheit des Volkes zu treffen. Ich persönlich bin ja für eine Ratiokratie, die sich nach einem ethischen Utilitarismus richtet. Sprich: Es wird getan was nützlich ist, solange „nützlich“ ein ethisches Fundament besitzt. In der Theorie. |
| gekitsu | bezueglich der plebiszite kann ich white fang nur vollstens zustimmen. dass unkontrollierte basisdemokratie dazu neigt, in die hose zu gehen ist eigentlich hinlaenglich bekannt (sollte es zumindest sein). immerhin reicht ein potenter redner (oder eine dicke bildzeitungsueberschrift) um die volksmeinung durchaus im grossen stil zu beeinflussen. und fuer so einmalig halte ich menschen wie joseph goebbels nicht, als dass man die moeglichkeit der beeinflussung durch so jemanden einfach ausser acht lassen sollte. |
| MissPan | [QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i] [B] und fuer so einmalig halte ich menschen wie joseph goebbels nicht, als dass man die moeglichkeit der beeinflussung durch so jemanden einfach ausser acht lassen sollte. [/B][/QUOTE] will heißen, den deutschen ist der kritische umgang mit der eigenen vergangenheit und das ziehen entsprechender konsequenzen daraus abzusprechen? haben unsere großmütter und -väter mithin auch unser mitspracherecht verwirkt? |
| Miau | @Seneca Lecker, ein Zappa-Zitat, der arme F.Z., er hätte ernsthaft außer Konkurrenz mitkandidiert, wenn ihn der Krebs nicht dahingerafft hätte. Einer der klugsten, freundlichsten und gescheitesten Personen des öffentlichen Lebens der letzten 20 Jahre und ein Jahrhundertkerl von einem Musiker. Das wäre durchaus ein Herzog in meinem Sinne gewesen, finanziell unabhängig, lauter, einen weiteren Horizont und soweit beurteilbar, keine persönlichen Interessen im Falle einer Wahl. Aber weiter als bis zum roten Teppich bei Vaclav Havel hat er es leider nicht gebracht... Das ist eigentlich ein guter Moment, mal wieder "One size fits all" rauszukramen. [COLOR=firebrick]MIAU ![/COLOR] |
| belly.white | Zitat: -------------------------------------------------------------------------------- Original geschrieben von gekitsu und fuer so einmalig halte ich menschen wie joseph goebbels nicht, als dass man die moeglichkeit der beeinflussung durch so jemanden einfach ausser acht lassen sollte. -------------------------------------------------------------------------------- haben die breiten medien denn nicht auch schon genug beeinflussende funktionen (mit negativen/positiven folgen?)? in welche richtung darfs denn gehen ?: "uns gehts prima, lasst uns kaufen?" |
| LaChatte | [QUOTE]Natürlich sollte gerade in einer Demokratie die Politik nicht unabhängig vom Volkswillen agieren.[/QUOTE] Die DEFINITION von Demokratie, bzw die Übersetzung lautet "Herrschaft des Volkes". Und wo das Volk nicht herrscht, ist der Name Demokratie nicht wirklich verdient. zB in Deutschland. der "demos" ist da nur sehr beschränkt entscheidundsfähig. [QUOTE]Und ehrlich gesagt, bezweifle ich das ein Handwerker oder sonst jemand aus der Mittelschicht ein höheres soziales Gewissen hat als unsere Eliten[/QUOTE] Und ehrlich gesagt, bezweifle ich das ein Mitglied einer Elite ein höheres soziales Gewissen hat als ein Handwerker. Warum denn auch? [QUOTE]aber eine große Menge leisten sehr gute und sehr fordernde Arbeit, die sie 24 Stunden am Tag vereinnahmt, mit einem relativ geringen Gehalt und öffentlichem Undank.[/QUOTE] immerhin verdienen Politiker immer noch ein bisschen mehr als die berühmten 1 Euro pro Stunde... und mein Mitleid spare ich auf auf die Zeit, wo auch mal bei den Politikern gespart wird. [QUOTE]haben die breiten medien denn nicht auch schon genug beeinflussende funktionen (mit negativen/positiven folgen?)? [/QUOTE] Richtig. Und es ist bedeutend einfacher, 500 oder auch 1 000 ofrt auch 10 000 Menschen per Zeitungsartikel zu beeinflussen, als 80 000 000 Menschen. Ist das nicht einleuchtend? |
| White_Fang | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Die DEFINITION von Demokratie, bzw die Übersetzung lautet "Herrschaft des Volkes". Und wo das Volk nicht herrscht, ist der Name Demokratie nicht wirklich verdient. zB in Deutschland. der "demos" ist da nur sehr beschränkt entscheidundsfähig. [/QUOTE] Was ist denn beschränkt? Man darf frei, geheim und gleich wählen, jeder darf eine Partei gründen, jeder darf seine Meinung frei äußern, jeder darf sich für ein politisches Amt bewerben, die Politik ist dem Volk rechenschaftspflichtig. Nur weil einige ihre demokratischen Rechte nicht Nutzen, heißt es nicht, dass sie nicht vorhanden sind. [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] Und ehrlich gesagt, bezweifle ich das ein Mitglied einer Elite ein höheres soziales Gewissen hat als ein Handwerker. Warum denn auch? [/QUOTE] Habe ich auch nie behauptet. Ich verstehe bloss nicht warum der gemeine Handwerker immer Idealisiert dargestellt, und die Eliten immer dämonisiert werden. Weil der Handwerker ehrlich ist? Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung etc pp. Die Mittelschicht bereichtert sich ebenfalls nur allzuhäufig an der Gesellschaft. Unter den Eliten gibt es sicher viele Philanthropen, und soziale Menschen. [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] immerhin verdienen Politiker immer noch ein bisschen mehr als die berühmten 1 Euro pro Stunde... und mein Mitleid spare ich auf auf die Zeit, wo auch mal bei den Politikern gespart wird. [/QUOTE] Und er leistet auch viel. In der freien Wirtschaft würde so mancher Politiker für die gleiche Arbeit das zehn bis hundertfache verdienen. [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] Richtig. Und es ist bedeutend einfacher, 500 oder auch 1 000 ofrt auch 10 000 Menschen per Zeitungsartikel zu beeinflussen, als 80 000 000 Menschen. Ist das nicht einleuchtend?[/QUOTE] Die Bildzeitung erreicht 18,8 % der Deutschen, dass ist grob aufgerundert etwa jeder fünfte. Und das diese zum Teil Propagandistisch ist und selten objektiv ist, sollte wohl klar sein. Das ganze Volksentscheide von diesem einen Magazin abhängig sein sollte, ist nicht mein Verständnis von Demokratie. Und es ist falsch zu denken, Volksentscheide wären frei von Manipulationen. Wer entscheidet was das Volk entscheiden soll? Mit der Richtigen Propagande bekommen man mittels Volksentscheide alles legitimiert, ich finde das auch nicht demokratisch. |
| belly.white | ____________________________von white_fang Ich persönlich bin ja für eine Ratiokratie, die sich nach einem ethischen Utilitarismus richtet. Sprich: Es wird getan was nützlich ist, solange „nützlich“ ein ethisches Fundament besitzt. In der Theorie. __________________________ und wie sähe das im praktischen aus? ethisch dann im sinne von "einigermaßen sozial" oder ...? g. schröder hat ja (angeblich?) im 2. jahr seiner regierungszeit das system zu seinen gunsten "verfeinert" und den dualismus von regierung und bundestag entschärft bzw. das parlament in eine untergeordnete rolle gezwängt (hab ich da was durchenandergebracht?) ist das so? (wie) geht das? wie kann ich mir das vorstellen? |
| LaChatte | [QUOTE] Dieser Volkswille sei zu respektieren, betonte Bundesrat Blocher am Sonntag vor den Medien. [/QUOTE] (edit: dieses Zitat ist natürlich nicht von den Nachtwelten, sondern vom Eidgenössischen Justizdepartement) "Der Volkswille ist zu respektiern". Votum eines umstrittenen, polarisierenden Bundesrates, den ich einfach gut finde, obwohl er politisch ungefähr genau das Gegenteil von dem vertritt, was ich gerne hätte. [QUOTE]Was ist denn beschränkt?[/QUOTE] Die Mitbestimmung des Volkes an Sachgeschäften. Auch wenn alle Bürger und Bürgerinnen sich wählen lassen wollten, im in der Sache mitbestimmen zu können, so sind die Plätze in den Parlamenten doch begrenzt. Demokratie bedeutet für mich, nicht nur einen Vertreter / eine Vertreterin wählen zu können, sondern als Bürgerin meine Stimme zu Sachgeschäften abgeben zu können. Die Abstimmungen in der Schweiz haben mehrfach gezeigt, dass das Volk anders stimmt, als die Politiker es wollen. Wenns nach den Politikern ginge, so wären wir jetzt auch in der EU und hätten eine erleichterte Einbürgerung, andererseits wäre Rothenturm von einem Moor in ein betoniertes Moorgelände transformiert worden, und der Schutz der Alpen wäre nicht in der Verfassung verankert. Ob das gut sei oder schlecht, darüber kann man sich natürlich streiten (und darüber wird auch gestritten). Doch auf alle Fälle bekommt das Volk genau die Politik, die es verdient. [QUOTE]Die Bildzeitung erreicht 18,8 % der Deutschen, dass ist grob aufgerundert etwa jeder fünfte. Und das diese zum Teil Propagandistisch ist und selten objektiv ist, sollte wohl klar sein. Das ganze Volksentscheide von diesem einen Magazin abhängig sein sollte, ist nicht mein Verständnis von Demokratie.[/QUOTE] Erstens: sind Politiker nicht auch abhängig von den Medien? Und überlegt sich nicht mancher, was er denn genau sagen will, wenn er von Bild hört, "in diesem Falle bringen wir eine positive Story, wenn Sie was anderes sagen, zerreissen wir Sie in der Luft". Und hält ihr euch selbst für so dumm, dass ihr dem Bild alles glaubt? [QUOTE]Habe ich auch nie behauptet. Ich verstehe bloss nicht warum der gemeine Handwerker immer Idealisiert dargestellt, und die Eliten immer dämonisiert werden. Weil der Handwerker ehrlich ist? Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung etc pp. Die Mittelschicht bereichtert sich ebenfalls nur allzuhäufig an der Gesellschaft.[/QUOTE] Ich behaupte, die Verteilung von korrekten Leuten und Schlawinern/Betrügern ist quer durch die Gesellschaftsschichten ungefähr gleich. Ich verstehe den in Deutschland so beliebten Ruf nach den Eliten nicht. Hat ein "Führer" nicht mehr als gereicht? |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von White_Fang [/i] [B]Was ist denn beschränkt? Man darf frei, geheim und gleich wählen, jeder darf eine Partei gründen, jeder darf seine Meinung frei äußern, jeder darf sich für ein politisches Amt bewerben, die Politik ist dem Volk rechenschaftspflichtig. Nur weil einige ihre demokratischen Rechte nicht Nutzen, heißt es nicht, dass sie nicht vorhanden sind.[/B][/QUOTE] Auch ich finde diese 'Rechte' viel zu ungenügend. Denn selbst wenn sich jeder für ein Amt bewerben darf, hat das mit können noch nichts zu tun. Und inwiefern ist die Politik rechenschaftspflichtig? Genau wegen dem Fehlen der Rechenschaft interessiert sich doch auch kein Schwein mehr dafür, was die Helden da oben machen .. Weils völlig wurscht ist. Dir werden keine wirklichen Rechte in die Hand gegeben. In Deutschland ist des Volkes Wille irrelevant. Alles nur Kasperletheater .. |
| belly.white | wie groß war eigentlich die wahlbeteiligung bei der letzten bundestagswahl? |
| LaChatte | [QUOTE]wie groß war eigentlich die wahlbeteiligung bei der letzten bundestagswahl?[/QUOTE] Bei einer Grundidee wie "das sind eh alles die gleichen Nilpen, was spielts für eine Rolle" kann ich es niemandem verdenken, nicht wählen zu gehen - echt, was spielt es für eine Rolle? |
| Tiberon | ja spielt es denn eine Rolle? |
| belly.white | klar, egal ob nilpe ein oder nilpe zwei- alles wird schlechtmießarm, keine frage ich finde den vorwurf "du gehst nich wählen, dir is alles egal, du bist "feind" der demokratie" auch ziemlich überzogen und naiv dennoch ist die wahl EINE möglichkeit sich politisch zu beteiligen (und in der repräsentativen demokratie ist das eben eine mehr oder minder schwerwiegende wahl der "qual", meiner meinung nach immernoch besser als die direkte demokratie (nicht nur wegen irgendwelcher manipulationsgefahr, sondern vielmehr wegen den unglaublich vielen speziellen themenbereichen- wer hat dafür zeit?; oder präsidiale demokratie) der bundesbürger kann sich doch zb in der kommune rumstreiten und seine interessen vertreten und damit fängts doch schon an! wer macht das schon? es gibt genug kleinunternehmer, die die stadträte anranzen, warum der und der auftrag an die und die firma von auswärts gegangen ist - tja, warum? weil kein mensch im stadtrat weiß, ob der sich das zutrauen kann etc. nu bin ich leider auch alles andere als ein grenzenloser aktivist, trotzdem empfinde ich viele leute als schon so weichgespült und lahmgelegt, meinetwegen von den umständen, den politischen erfahrungen, die sich wohl oft auch negativ auf einen auswirken, das kann ich nicht leugnen- es geht nur noch meckern, nix weiter nur fehlt zur schonmal angedachten ratiokratie irgendwie der ratio !? |
| LaChatte | [QUOTE] meiner meinung nach immernoch besser als die direkte demokratie (nicht nur wegen irgendwelcher manipulationsgefahr, sondern vielmehr wegen den unglaublich vielen speziellen themenbereichen- wer hat dafür zeit?[/QUOTE] nehmen wir mal gerade Hartz IV - ich bin überzeugt, da hätten sich sehr viele die Zeit gern genommen, denn die Antwort "ja oder nein" hat sehr direkte Auswirkungen auf den ganz persönlichen Geldbeutel. Und generell sind Gesetze ja auch etwas, was nachher gelebt wird und was die Leute merken, und nicht etwas Theoretisches, das mit dem Leben nichts zu tun hat. |
| Darket | Weil hier schon so viele schöne Zitate zu dem Thema gepostet wurden, werfe ich auch mal eines in die Runde: "Demokratie ist nichts anderes, als das Niederknüppeln des Volkes durch das Volk für das Volk." [I]Oscar Wilde[/I] Auch wenn ich nicht zu 100% seiner Meinung bin, steckt ein Körnchen Wahrheit drin, oder nicht? |
| Darket | Oscar Wilde zitiere ich oft und gern, der Mann war einfach zu schlau um ihn zu ignorieren ;) |
| Telecaster | Ich glaube, daß Wilde es sich energig verbeten hätte, als "schlau" bezeichnet zu werden. |
| Setesh | nur um etwas richtig zu stellen: in der schweiz läuft auch nicht gerade viel so wie es sollte... nur um weiterer schönmalerei über die ach so tolle schweiz vorzubeugen. auch bei uns ist die demokratie fürn a.... die herren und damen in der regierung machen auch nicht gerade das was das volk will. und die abstimmungen... die hälfte der bevölkerung weiss dank der schlechten informationen nicht einmal worum es geht und die andere hälfte hört auf einseitige propaganda. ergebniss: niemand ist wirklich zufrieden... |
| LaChatte | Setesh bestimmt ist die Schweiz auch nicht das Paradie auf Erden - aber in einigen Dingen hat sich der Volkswille durchaus gegen die classe politique durchgesetzt, zum Beispiel beim nicht-EU-Beitritt (was ich richtig finde) oder gegen das neue Mietrecht letzthin. Hätte das Parlament entscheiden dürfen, wärs anders gelaufen. |
| Sephira Chockma | jaja Demokratie... Amerika macht uns ja mal wieder vor wie demokratische Wahlen funktionieren....:mad: |
| TheTurningPoint | Ein Beispiel, wie "Demokratie" in der EU funktioniert: [URL]http://www.heise.de/newsticker/meldung/52639[/URL] :mad: |
| ZZ Beavis | Der Linke kommt!!!! He he genau mein Thema. So klar text: Demokratie ist ein Schauspiel für Idioten! Demokratie funktioniert etwa so gut wie der Kommunismus heute! Und das sagt ein Links Politischer! Ein Beispiel: 40% wählen SPD 51% wählen CDU... Resultat CDU kommt an die "Macht" doch die SPD bekommt etwa genauso viele Sitze wie die CDU +/- Bündnisse. So da ham wir das Gemüse unstreitigkeiten über Reformen bla bla bla demokratie klappt nicht vorn und hinten nicht! sprach der Beavis |
| ZZ Beavis | Um Opodeldox (eine Band) zu Zitieren: [QUOTE]Wer wirklich regiert sind die Konzerne[/QUOTE] |