| LaChatte | Das Thema hat in [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=37592]"Ausländer in Deutschland"[/URL] seinen Anfang genommen, und um nicht allzuweit abzuschweifen, eröffne ich hier der Globalisierung ihren eigenen Thread. Leitfragen sollen/dürfen/müssen sein: - Was ist Globalisierung? - Welche Chancen und Gefahren bietet sie? - Welchen Beitrag können wir leisten, um die Entwicklung in eine von uns gewünschte Richtung zu bewegen? [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] "Gegner der Globalisierung" zu sein ist schon mal ein sehr unrealistischer Standpunkt - die Frage ist eher, wie mit der Globalisierung umzugehen ist. Sie ist nun mal da. Um wirklich diese Einstellung konsequent zu leben, dürftest du ausschliesslich Produkte konsumieren, die in Deutschland hergestellt und verarbeitet werden. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass dein Kaffee und die Ananas zum Dessert "made in Ausland" sind.[/QUOTE] [QUOTE][i]Original geschrieben von White_Fang [/i] [B]Also ich bin ebenfalls Gegner der Globalisierung. Meines Erachtens sind die Profiteuren der sogenannten Globalisierung fast auschließlich große westlich orientierte Konzerne, zumindest in der neoliberalen Art wie die Globalisierung zur Zeit vorangetrieben wird. Natürlich ist eine ökonomische Vernetzung der Welt in der Theorie eine schöne Sache. Aber in der Praxis bedeutet das eine zunehmende Monopolisierung und Stärkung des Großkapitals, und Schwächung sozialer Systeme. Gegner der Globalisierung sein, bedeutet nicht, den Internationalen Handel abzulehnen. [/B][/QUOTE] [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]@decay wir definieren wohl Globalisierung etwas verschieden - für mich bedeutet Globalsierung einfach die Tatsache, dass die Welt zum Dorf geworden ist. Per Internet kannst du dich mit Leuten in Australien und China unterhalten, und mit den nötigen finanziellen und logistischen Mitteln kannst du jeden beliebigen Punkt der Erde innerhalb von 24 Stunden erreichen. Und in jedem durschnittlichen europäischen Haushalt finden sich Gegenstände, die um die ganze Welt gereist sind. Dass von diesen Möglichkeiten bisher nur die Unternehmen profitieren und dazu oft die gesetzlichen Differenzen zwischen den Ländern zu ihrem Vorteil schamlos ausnutzen, finde ich auch einen Skandal. Es wird höchste Zeit, dass endlich auch mal die Politik und die Rechtssprechung globalisiert wird - Mindestlöhne bitte nicht nur für Deutschland, sondern auch für Malaysia. Und vom Bewusstsein her wünsche ich mir auch, dass Menschen sich eher als Weltbürger wahrnehmen und nicht mehr als Deutsche, Türken, Schweizer. [/B][/QUOTE] (Anmerkung: der Beitrag von decay, auf den ich mich bezog, hab ich nicht mehr gefunden. Liegts am Pastis oder ist er tatsächlich nicht mehr da?) [QUOTE][i]Original geschrieben von Leland Gaunt [/i] [B]@LaChatte Deutschland kann nicht für die ganze Welt da sein. Und ja - ich denke, dass ein Land in gewissem Sinne egoistisch sein muss; dass es nämlich sicherstellen muss, seiner Bevölkerung Sicherheit und Wohlstand geben zu können. Wenn es unserem Land gut geht, dann haben wir auch die Mittel, Menschen in anderen Ländern zu helfen. Es kann keine Lösung sein, unbegrenzt Ausländer aufzunehmen. Vielmehr müsste man dafür sorgen, dass sie es in ihren Heimatländern gut haben. Das wäre für mich ein Weg, gegen die Globalisierung vorzugehen; sicherzustellen, dass Menschen nicht wegen Armut o.ä. ihre Heimat verlassen (müssen), sondern darin verwurzelt bleiben. Ich habe außerdem nicht gesagt, dass ich nicht von der Globalisierung betroffen bin. Es ist rührselig zu sagen [I]Ab sofort esse ich nur noch deutsche Äpfel[/I]. Radikal aber rührselig. Die Globalisierung ist nicht aufzuhalten, und selbst wenn alle Menschen die denken wie ich die Möglichkeit hätten, so zu leben, würde das nichts ändern. Es bekümmert mich, wie sehr diese Welt den Bach hinunter geht, aber ich glaube nicht, dass ich daran viel ändern kann. Leland [/B][/QUOTE] [QUOTE][i]Original geschrieben von White_Fang [/i] [B] Es steht zwar @Decay darüber, aber ich fühl mich dennoch angesprochen Globalisierung ist soweit ich weiß, ein relativ feststehender Begriff, und beschränkt sich auf die Ökonomie. „Globalisierung, Schlagwort der Politik, Ökonomie und Soziologie, das die transnationale Verflechtung der Volkswirtschaften und Märkte bezeichnet. Grundlegend ist dabei die Ausbildung eines Weltmarktes und eine noch nie da gewesene Mobilität des Kapitals“ (Microsoft Encarta) Die Welt wurde zum Dorf? Wo denn bitte? Du meinst wohl eher der reichte Teil der Welt der sich Internet leisten kann, wurde vernetzt. Von „Globalisierung“ kann keine Rede sein, eher von globaler Timokratie. An der Globalisierung effektiv beteiligt, ist nur ein relativ kleiner Teil der Menschheit. Die anderen Ländern, werden zu Rohstoffliteraten, Touristenziele oder Billiglohnländer degradiert. Zwei drittel der Menschen, jetten nicht, spekulieren nicht an der Börse oder chatten. Es gibt auf der Erde, abgesehen von dem Finanzmarkt, eben keine globalen Interessen. Das sieht man schon am regelmäßigen scheitern fast jeder internationalen Umweltkonferenz. Die Globalisierung die du meinst ist nur eine Scheinbegrifflichkeit, weil sie eben nicht global ist, sondern nur eine erhöhte Mobilität der reichen Minderheit. Und die Globalisierung die ich meine ist nur ein Globales ausbeuten und Eliminierung von Konkurrenten. Deshalb bin ich auch Globalisierungsgegner. P.S.: Das du diese Missstände ebenfalls, kritisierst weiß ich, ich wollte nur klarstellen was Globalisierung effektiv bedeutet. [/B][/QUOTE] |
| LaChatte | So, das wär mal das Ausgeschnittene... @Leland dafür zu sorgen, dass es den Menschen gut geht, wo sie sind - das heisst, dafür zu sorgen, dass weltweit ein ähnliches Niveau an Wohlstand herrscht (und nicht etwa an Not) halte ich schon mal für eine gute Idee. Denn viele Einwanderer, die ins Paradies Europa kommen, erwarten wohl wirklich, dass ihnen hier die gebratenen Tauben in den Mund fliegen - fälschlicherweise. @White Fang Ich denke, wir sind uns wohl im Inhaltlichen ziemlich einig. Allerdings fände ich es schade, das schöne Wort "Globalisierung" als Euphemismus für "Missbrauch und Ausbeutung" zu verwenden. Und du wirst mir recht geben, dass die Wirtschaft heute durchaus auch Macht hat, Politisches zu bestimmen und ihre eigenen Vorstellungen in den Gesetzen niederschlagen zu lassen. Von daher erachte ich es als sinnvoll, Globalisierung tatsächlich als globales Phänomen zu untersuchen, das alle Bereiche betrifft, und mich nicht allein auf die wirtschaftliche Seite zu beschränken. |
| LaChatte | So wie sich Globalisierung heute darstellt, ist sie uns bestimmt nicht dienlich und fördert Krieg, Armut, Hunger und Krankheiten. Und die hitzige Diskussion über Ausländer hier zeigt ja deutlich, dass wir uns nicht in einem Traumschloss einschliessen können und den andern sagen "sollen sie doch Kuchen essen!" Allerdings sollte das kein Grund sein, zu resignieren und zu sagen "ich kann ja doch nichts tun", sondern eher, positive Aspekte der Globalisierung zu unterstützen, zum Beispiel Fair-Trade-Produkte gegenüber herkömmlichen Produkten. Wenn wir hier nur einen Euro mehr zahlen für Fair-Trade-Kaffee, so haben wir mit diesem Euro einer Familie in der Dritten Welt ein gutes Essen bezahlt. Nein, den Film hab ich nicht gesehen. |
| Seneca | Genaugenommen ist das, was wie gerade als sogenannte Globalisierung erleben, eigentlich eine Zentralisierung von Machtinteressen. Die Angebliche Vernetzung der Welt ist dabei weiterhin eine Illusion...ein großteil des Internets ist bereits zensiert, oder wird weiträumig überwacht. Desweiteren nutzt es einem Afrikaner wenig, wenn er zwar Internet aber kein sauberes Wasser hat. |
| ange gardien | Ich denke man darf "Globalisierung" nicht mit internationalem Handel vergleichen. Den gab es schon im Altertum, und im Nachkriegsdeutschland war es schon selbstverständlich morgens sein Käffchen zu trinken und in der Mittagspause eine Banane zu futtern, als es das Wort Globalisierung in den Köpfen der Menschen noch gar nicht gab. Für mich bedeutet Globalisierung das, wie schon vorher geschrieben, die Welt wirklich zum Dorf wird. Aber nicht für die Menschen sondern für die Wirtschaft. Das wäre jetzt noch gar nicht schlimm, wenn die Unternehmen so etwas wie soziale Verantwortung an den Tag legen würden. Sicherlich gibt es auch einige die das tun, aber wie die Realität aussieht kann jeder sehen der Zeitung liest oder sich die Nachrichten im Fernsehen anschaut. Momentan werden nämlich die Chancen genutzt welche die Globalisierung bietet. Leider nicht zum Wohl der Menschheit sondern zum Wohl einiger Unternehmen, sogenannter "Global Player". Globalisierung macht für sie Länder als Produktionsstandorte austauschbar und das macht sich in Deutschland bei den Arbeitslosenzahlen und in anderen Ländern teilweise am Grad der Ausbeutung von Mensch und Umwelt bemerkbar. Dabei folgen diese Firmen eigentlich "nur" dem wirtschaftlichen Gesetz der Gewinnmaximierung. Das Problem ist das es für die Politik nicht mehr möglich ist das Ganze in verträgliche Bahnen zu lenken, da die Wirtschaft inzwischen mächtiger ist als Regierungen. Ich stehe der Globalisierung inzwischen sehr skeptisch gegenüber, ihre Auswirkungen auf die Welt werden eher negativ sein. Außerdem muss man inzwischen von zwei Globalisierungsbewegungen reden. Der westlich geprägten wirtschaftlichen Globalisierung, und der Ausbreitung des Islam, die inzwischen eine Form annimmt die man durchaus auch als Globalisierung bezeichnen kann. Bemerkenswert ist das zweitere in den Ländern Erfolg hat die hauptsächlich zu den Verlieren der wirtschaftlichen Globalisierung gehören. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Genaugenommen ist das, was wie gerade als sogenannte Globalisierung erleben, eigentlich eine Zentralisierung von Machtinteressen. [/B][/QUOTE]Das Perverse an der ganzen Sache ist, dass diese Zentralisierung von Macht nicht einmal mehr den Mächtigen wirklich Vorteile im Sinne einer Verbesserung der Lebensqualität bringt ( siehe Thread [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=35415][b]"Top-Manager"[/b][/URL] ). :( [QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i] [B]Außerdem muss man inzwischen von zwei Globalisierungsbewegungen reden. Der westlich geprägten wirtschaftlichen Globalisierung, und der Ausbreitung des Islam, die inzwischen eine Form annimmt die man durchaus auch als Globalisierung bezeichnen kann. Bemerkenswert ist das zweitere in den Ländern Erfolg hat die hauptsächlich zu den Verlieren der wirtschaftlichen Globalisierung gehören. [/B][/QUOTE]Das sind in meinen Augen nur zwei verschiedene Ansichten der Zentralisierung von Macht: Völker, die zu selbstbewusst und bildungshungrig werden (wie zum Beispiel das afghanische Volk) werden mittels von den Wirtschaftsmächten herangezogenen Diktatoren in die Knechtschaft zurückgeworfen. Und wenn sie sich, wie das irakische Volk, gegen den Diktator erheben, wird dieser zum Schein entfernt, das Volk erneut geknebelt und einem neuen Diktator unterstellt, der von den Wirtschaftsmächten sogar ganz offen militärisch unterstützt wird. Ich frage mich nur immer wieder: Wem nützt das Ganze, wenn es nicht einmal den Mächtigen wirklich nützt? :mad: |
| Tiberon | Ihr redet hier aber schon über zwei verschiedene Sachen. LaChatte's Globalisierung ist das Verständniss als Weltbürger - wobei ich selbst nicht weiß, ob ich soetwas anstreben würde, ist mir meine ethnische Identität doch durchaus wichtig. Die zweite Globalisierung ist alles andere als ein Segen für die Menschen, gibt sie doch der Wirtschaft einfach nur nochmehr Macht. Und keinem global agierender Konzern geht es in erster Linie um das Wohl seiner Kunden. Globalisierung heißt z.B. auch für Weltbank und Konsorten, daß Strom-, Wasserversorgung usw. privatisiert werden. Ein Umstand der nicht nur in Mittel- und Südamerika ganz erheblich zur Verarmung der Bevölkerung beigetragen hat. Ein interesanter Film in dem Zusammenhang: [url=mmst://mid.video.csupomona.edu/SILandau/MayanUprisinginChiapas-245.wmv]The 6th Sun[/url] (eine Stunde Mediastream, ca. 100Mb) |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Globalisierung heißt z.B. auch für Weltbank und Konsorten, daß Strom-, Wasserversorgung usw. privatisiert werden. Ein Umstand der nicht nur in Mittel- und Südamerika ganz erheblich zur Verarmung der Bevölkerung beigetragen hat. [/B][/QUOTE]Genau da liegt der Unterschied zwischen dem globalen Denken, das LaChatte meint, und das beim heutigen Stand von Wissenschaft und Technik zum Überleben wichtiger denn je ist, und der [b]Privatisierung,[/b] die im Kleinen wie im Großen zur Verarmung der Menschen führt, führen muss, weil sie schon vom Grundprinzip her [b]ausschließend[/b] ist ( siehe auch [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=30028]"Das Ende des Mangels"[/URL] ). |
| Suicide-Smurf | Ich habe einiges noch nicht verstanden... Was ist daran verwerflich wenn eine Firma durch Standortverlegung im Ausland produziert? Werden dadurch die Leute vor Ort geschädigt? Warum? Ist es die Moral? Ich gehe jetzt mal nicht von Kinderarbeit oder Zwangsarbeit aus, sondern eine Arbeit wo sich Leute freiwillig melden und ihren Lohn erhalten. Eine Gegenfrage: Wenn Ihr vor dem Regal steht kauft ihr dann auch das teuerste aus Nächstenliebe? Ich denke ihr werdet das kaufen wofür ihr bereit seid den Preis zu zahlen. Für den einen tuts das billigste, für den anderen nicht.... konnte mir leider Tiberions Film noch nicht anschauen Privatisierung heisst nichts immer schlechtes. Durch Privatisierung wird der Wettbewerb gefordet was auch einige Vorteile hat (billiger, innovativer)... |
| Seneca | War die Ausbreitung des Römischen Reiches von Iberia bis zum Kaukasus, vom Britannien bis Ägypten, nicht auch ein Akt der Globalisierung...? Das würde Zeigen, das auch die Globaisierte Weltordning nicht von Dauwer sein wird, eben weil das "reich" zu groß und unübersichtoch wird, und jeder einzele letlich doch eher auf seien Vorteil schielt....die Globalisierte Welt, wie sie LaChatte vorschwebt, bedarf eines gänzlich anderen Menschengeschlechtes als des unseren...vieleicht eines Produkts der Eugenik...? |
| LaChatte | [QUOTE]War die Ausbreitung des Römischen Reiches von Iberia bis zum Kaukasus, vom Britannien bis Ägypten, nicht auch ein Akt der Globalisierung...?[/QUOTE] Die Verhältnisse waren aber auch etwas anders... die Römer hatten zur Verwaltung ihres Reiches nicht mal Papier, geschweige denn Telefon, Kopierer, Fax und Internet. Ein kleiner Herrscher konnte so in aller Ruhe und gemütlich in seiner Ecke des Reiches diskret eine Armee aufbauen, ohne dass jemand was davon gemerkt hätte... heute hat niemand mehr so viel Zeit aufgrund langer Kommunikationswege. Ich habe letzthin von James Clavell "Gai-Jin" gelesen, dort geht es um die Zeit, als die europäischen Nationen in Japan Fuss zu fassen versuchten und einen Stützpunkt in Yokohama aufbauten. Eine Anfrage der lokalen europäischen Behörden nach Hause (zB London, Paris) und zurück brauchte sage und schreibe sechs Monate! Heute ist die Übermittlungszeit geringer, als die Zeit, die man dafür braucht, einen Brief zu schreiben. [QUOTE]die Globalisierte Welt, wie sie LaChatte vorschwebt, bedarf eines gänzlich anderen Menschengeschlechtes als des unseren...vieleicht eines Produkts der Eugenik...?[/QUOTE] nein, nicht der Eugenik - nur ein bisschen Verantwortung, ein bisschen langfristiges Denken, ein bisschen Menschenliebe. [QUOTE]LaChatte's Globalisierung ist das Verständniss als Weltbürger - wobei ich selbst nicht weiß, ob ich soetwas anstreben würde, ist mir meine ethnische Identität doch durchaus wichtig.[/QUOTE] Das geht doch ohne weiteres zusammen - du kannst dich ja wohl auch deinem Dorf zugehörig fühlen und dich gleichzeitig als Deutschen, Europäer, Weltbürger sehen? Auch wenn Coca Cola weltweit gleich schmeckt - Basler Läckerli und Baselbieter Kirsch werden, auch wenn sie mal globale Marken werden sollten, ihren Ursprung behalten. Genauso wie schottische Whiskys, die ja von ihrer ganz bestimmten Quelle abhängig sind, oder gute Weine, die auch ihren ganz bestimmten Boden brauchen - da wird Verwurzelung in einer Gegend ein einzigartiges Qualitätsmerkmal. [QUOTE]ber nicht für die Menschen sondern für die Wirtschaft. Das wäre jetzt noch gar nicht schlimm, wenn die Unternehmen so etwas wie soziale Verantwortung an den Tag legen würden. [/QUOTE] Wenn sie es nicht von sich aus tun, so sollten wir als Konsumenten sie dazu zwingen. Denn ein Markt besteht nur, wo auch eine Nachfrage ist. |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Suicide-Smurf [/i] [B]Privatisierung heisst nichts immer schlechtes. Durch Privatisierung wird der Wettbewerb gefordet was auch einige Vorteile hat (billiger, innovativer)... [/B][/QUOTE] Im Bereich der Grundversorgungen kann es nichts Gutes bringen. Trinkwasser, Strom usw. sollte in einer vernünftigen Gesellschaft so günstig wie nur irgend möglich zur Verfügung stehen. Einem Anspruch, dem private Unternehmen einfach nicht gerecht werden können. LaChatte, das ist ein Argument .. |
| Loup de nuit | Hmmm, so weit mir das möglich ist vermeide ich es Ware von entsprechenden Konzernen zu erwerben. Nur wie will man das dem Gros der Konsumenten verdeutlichen. Da gibt es z. B. einen internationalen Sportausrüster (deutscher Herkunft), der in sehr "dubiosen" Ländern Ware einkauft. Wo er wirtschaftlich z. Z. genau steht??? Irgendwo unter den ersten fünf weltweit! Dies sei nur ein kleines Beispiel für tausendfache Probleme. Die nur jeder für sich irgendwie bearbeiten kann, wenn er willens ist Entscheidungen gegen die Norm (Masse) zu treffen. Das einzige was noch in der Macht des kleinen und verlorenen einzelnen Wesens steht, wäre zu kommunizieren, zu diskutieren und so möglichst viele Menschen zum Denken anzuregen. Wie häufig das gelingt??? Keine Ahnung, aber ich gebe den Versuch nicht auf. Es gibt immer Menschen, die vielleicht einfach nur freundlich auf etwas hingewiesen sein möchten und dann in der Lage sind selbstständig darüber nachzudenken und zu entscheiden. Das jedenfalls ist meine kleine persönliche Strategie, die Globalisierung im minimalsten Maße in eine humanere Richtung zu drängen, denn sie findet, wie bereits erwähnt, ja schon seit vielen Generationen statt und hat leidglich erst seit "relativ" kurzem diesen Namen bekommen. |
| LaChatte | [QUOTE]Manchmal wünschte ich wirklich, es gäbe keine Coca-Cola, keinen Computer, keine Kaufhäuser. [/QUOTE] Auf Coca-Cola kann ich gut verzichten, aber meinen Computer und das Internet find ich eine tolle Sache.:) [QUOTE]Das beste wäre es wirklich, man zöge sich in ein kleines Haus mit Garten zurück und lebte von seinen Früchten...[/QUOTE] Ich denke, das ist ein durchaus realistisches Ziel, das du auch verwirklichen kannst - vielleicht nicht heute oder morgen, aber in zwei oder auch fünf Jahren. Das ist auch ein Traum von mir, aber ein noch ziemlich ferner, im Moment kommts nicht in Frage... aber was gibts Besseres als einen frisch geschnittenen Salat aus dem eigenen Garten? [QUOTE]Hmmm, so weit mir das möglich ist vermeide ich es Ware von entsprechenden Konzernen zu erwerben. Nur wie will man das dem Gros der Konsumenten verdeutlichen.[/QUOTE] Gerade kleine, lokale Firmen können durch Qualität und persönliche Beratung und flexibles Eingehen auf Kundenwünsche sich profilieren, was Grosskonzerne trotz aller Anstrengungen nie so schaffen können. Und Qualität kann einfach überzeugen... was Körperpflege betrifft, finde ich die allermeisten Produkte aus dem Supermarkt einfach nur noch eklig im Vergleich zu den Dingen, die ich in meinem kleinen Lädeli kaufe - und es ist es mir wert. Und Globalisierung finde ich insofern toll, dass ich eine voll "globalisierte" Ausbildung mache, die Elemente von Asien und Europa in sich trägt - dass eine Afrikanerin mir hier ein afrikanisches Essen mit den richtigen Gewürzen etc zubereiten kann - und und und. |
| Loup de nuit | An der Globalisierung findet sich leider nicht viel Positives, aber aus genau diesem Grunde sollte man sich vermutlich recht differenziert mit dem Thema auseinandersetzen. Dass ich etwas nicht gut finde, bedeutet noch lange nicht, dass ich es nicht irgendwie beeinflussen kann. Leider, wie so häufig, müssen auch hier die mir so verhassten Worte der winzigsten Tropfen auf die besonders heissen Steine fallen, derer man besonders viele benötigt um nur eine winzige Stelle des Steins feucht zu halten und um sehr vielleicht in sehr ferner Zukunft eine kleine Kerbe in einen der Steine gehöhlt zu haben... Nichtsdestotrotz ist jeder noch so winzige Tropfen wichtig, denke ich. |
| Suicide-Smurf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Im Bereich der Grundversorgungen kann es nichts Gutes bringen. Trinkwasser, Strom usw. sollte in einer vernünftigen Gesellschaft so günstig wie nur irgend möglich zur Verfügung stehen. Einem Anspruch, dem private Unternehmen einfach nicht gerecht werden können. LaChatte, das ist ein Argument .. [/B][/QUOTE] Ok ich stimm dir zu. Im Bereich Grundwasserversorgung ists vlt besser, wenn die Regierung es übernimmt. Das garantiert dann auch das alle angeshclossen werden und nicht ein paar ausgelassen werden da es zu teuer wäre. Aber in einem vollständigen Konkurrenzmarkt mit Gewinnmaximierung als Ziel produzert ein Unternhemen immer preisgünstiger als ein staatliches. [quote] LaChatte ein bisschen Menschenliebe. Wenn sie es nicht von sich aus tun, so sollten wir als Konsumenten sie dazu zwingen. Denn ein Markt besteht nur, wo auch eine Nachfrage ist. [/quote] Menschen lieben sich aber nicht. Sie lieben nur sich selber. Bestenfalls ein paar wenige Freunde, Verwandte. Solange man mit egoistischem Verhalten besser davon kommt als mit Gemeinschaftsdenken wird das niemand tun. Warum auch? [quote]aber was gibts Besseres als einen frisch geschnittenen Salat aus dem eigenen Garten? [/quote] Vlt ein Salat aus dem Supermarkt So ein eigener Salat ist verdammt zeitaufwendig: Salat setzen, Salat giessen, Wutannfall wegen Läuse, Wutanfall wegen Schnecken vs 1 euro irgendwas Beim Geschmack hab ich bis jetzt kein grossen Unterschied festgestellt :/ |
| gekitsu | naja... also ueber die geschmacksfrage koennten wir streiten :) ich hatte neulich von ner bekannten nen salat ausm garten bekommen und das war doch was ganz was anderes als das supermarkt-labberzeugs. ist ein aehnlicher unterschied wie abgepackte pilze vom supermarkt contra frisch gesammelte steinpilze aus dem wald oder steaks von der fleischtheke contra steaks vom bauernhof. aber solange man noch nebenher fuer ein geregeltes einkommen sorgen muss ist der eigenanbau wohl wirklich zu zeitaufwendig - eben deswegen haben sich ja andere drauf spezialisiert damit jeder seinen salat gemuetlich einkaufen kann. und ja.. das mit der menschenliebe stimmt. menschenliebe tritt destenfalls da zutage wo man sie sich leisten kann (sprich: es einem selbst gut genug geht). im zweifelsfall tritt der selbsterhaltungstrieb an diese stelle - und der ist wie der name sagt sehr egozentrisch. |
| Amygdala | [QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i] [B] Außerdem muss man inzwischen von zwei Globalisierungsbewegungen reden. Der westlich geprägten wirtschaftlichen Globalisierung, und der Ausbreitung des Islam, die inzwischen eine Form annimmt die man durchaus auch als Globalisierung bezeichnen kann. Bemerkenswert ist das zweitere in den Ländern Erfolg hat die hauptsächlich zu den Verlieren der wirtschaftlichen Globalisierung gehören. [/B][/QUOTE] Gerade in Afrika, aber auch in anderen Ländern der sogenannten Dritten Welt versucht das Christentum noch aggressiver, Mitglieder anzuwerben, das sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden... Papstbesuch, anyone? |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Suicide-Smurf [/i] [B]Aber in einem vollständigen Konkurrenzmarkt mit Gewinnmaximierung als Ziel produzert ein Unternhemen immer preisgünstiger als ein staatliches. [/B][/QUOTE]Nur dann, wenn es schon mehr Ressourcen vereinnahmt hat als der Staat selbst, und so in der Lage ist, den Staat (z.B. durch militärische Bedrohung) zu erpressen. [QUOTE][B]Menschen lieben sich aber nicht. Sie lieben nur sich selber. ... Solange man mit egoistischem Verhalten besser davon kommt als mit Gemeinschaftsdenken wird das niemand tun. Warum auch? [/B][/QUOTE]Das Hauptproblem ist, dass sich die Menschen [b]NICHT[/b] selbst lieben, sondern sich durch Werbung und Propaganda dazu verleiten lassen, gegen ihr eigenes Wohlergehen und gegen ihre eigenen Bedürfnisse zu handeln. Oft erkennen sie erst, wenn sie dem Tod schon ins Auge blicken, dass sie gegen sich selbst gehandelt haben. Denken an sich selbst und daraus resultierendes Gemeinschaftsdenken, wie in Wörgl oder nach dem Ende des 2. Weltkrieges praktiziert, lebt leider meist erst dann wieder auf, wenn anders kein (Über-)Leben mehr möglich ist. :( [QUOTE][B]So ein eigener Salat ist verdammt zeitaufwendig: ... Beim Geschmack hab ich bis jetzt kein grossen Unterschied festgestellt :/ [/B][/QUOTE]Versuch's mal mit selbst gepflanzten und geernteten Tomaten ... |
| Sanna I.S.P. | [QUOTE][I]Original geschrieben von Suicide-Smurf[/I] Aber in einem vollständigen Konkurrenzmarkt mit Gewinnmaximierung als Ziel produzert ein Unternhemen immer preisgünstiger als ein staatliches.[/QUOTE] nicht preisgünstiger; staatliche unternehmen bieten oft dinge viel billiger an, als dies einem privaten unternehmen je möglich wäre. zum einen erhält der staat viele rohstoffe billiger, und kann sie auch wesentlich günstiger an seine betriebe weitergeben, als dies an private geschieht. des weiteren hat der staat die möglichkeit, gerade soche grundversorgungen billig anzubieten, die aber unmöglich wirklich gewinnorientiert geführt werden können, wie zum beispiel infrastruktur. bei den lebenswichtigen versorgungen wie wasser wäre es auf dauer gesehen nicht klug, diese zu privatisieren - wie schon erwähnt, müssen die unternehmen ja gewinnorientiert handeln, und fordern daher preise ein, die sich nicht danach richten können, ob sie auch durch den schlechtverdienendsten entrichtet werden können, geschweige denn von denen, die gar nichts verdienen. [QUOTE][I]Original geschrieben von gekitsu[/I] aber solange man noch nebenher fuer ein geregeltes einkommen sorgen muss ist der eigenanbau wohl wirklich zu zeitaufwendig - eben deswegen haben sich ja andere drauf spezialisiert damit jeder seinen salat gemuetlich einkaufen kann.[/QUOTE] ja, der eigenanbau im sinne von vollversorgung bestimmt, da gebe ich dir recht. aber das eine oder andere gemüse im garten zu ziehen, sollte bei geringer beschneidung der freizeit durchaus möglich sein. und man muss ja nicht unbedingt die anspruchsvollsten sorten anbauen - es gibt viele gemüsearten, die sehr resistent sind, und wenig pflege bedürfen. doch im grunde ist es wahrscheinlich genauso befriedigend, sein gemüse beim bauern um die ecke zu kaufen, den hat nur leider nicht jeder, besonders nicht in er stadt. zur globalisierung allgemein: im sinne von LaChattes ausführungen, und der globalisierung die sie meint, nämlich diejenige, die einen gegenseitigen austausch fördert, oder sogar erst wirklich ermöglicht, ist es eine tolle sache. hingegen die globalisierung, welche nur den konzernen hilft, ihre gierigen hände weiter in andere gefilde auszustrecken, kann ich wenig positives abgewinnen. aber ist es nicht so, dass beide formen unzertrennlich miteinander verbunden sind? es ist die möglichkeit auf eine weltweite zusammenkunft, eine globale zusammenarbeit, die für beides erst die vorassetzungen schafft - ob positv oder negativ. eines davon ist nicht ohne das andere auszuschließen, nicht wenn sich die menschen dahinter nicht zu anderen werten besinnen wollen. |
| Suicide-Smurf | [b][i][u]TheTurningPoint[/b][/u][/i] [quote]Nur dann, wenn es schon mehr Ressourcen vereinnahmt hat als der Staat selbst, und so in der Lage ist, den Staat (z.B. durch militärische Bedrohung) zu erpressen. [/quote] Wie meinst du das? Wenn Firmen Reosurcen besetzen und dann die Regierung damit erpressen? [quote]Das Hauptproblem ist, dass sich die Menschen NICHT selbst lieben, sondern sich durch Werbung und Propaganda dazu verleiten lassen, gegen ihr eigenes Wohlergehen und gegen ihre eigenen Bedürfnisse zu handeln. Oft erkennen sie erst, wenn sie dem Tod schon ins Auge blicken, dass sie gegen sich selbst gehandelt haben. Denken an sich selbst und daraus resultierendes Gemeinschaftsdenken, wie in Wörgl oder nach dem Ende des 2. Weltkrieges praktiziert, lebt leider meist erst dann wieder auf, wenn anders kein (Über-)Leben mehr möglich ist. [/quote]Ich glaube es ist eher die Situation. Es gibt tausend Situationen bei denen das denken an sich selbst (unabhängig davon was die anderen machen...) Vorteile bringt- auch wenn sie gemeinsam besser davon gekommen wären. Es ist wohl das Riskio das niemand eingehen möchte... [quote]Versuch's mal mit selbst gepflanzten und geernteten Tomaten ...[/quote] Tomaten. Neee. Ich mag keine Tomaten. Auch wenn mich meine Mutter immer mit eigenen beglücken will. Dann lieber Gurken oder gar Kartoffeln *g.. Dort spürt man auch einen Unterschied. Trotzdem ist der Zeitaufwand zu gross... [b][i][u]Sanna I.S.P.[/b][/u][/i] [quote]nicht preisgünstiger; staatliche unternehmen bieten oft dinge viel billiger an, als dies einem privaten unternehmen je möglich wäre. zum einen erhält der staat viele rohstoffe billiger, und kann sie auch wesentlich günstiger an seine betriebe weitergeben, als dies an private geschieht. des weiteren hat der staat die möglichkeit, gerade soche grundversorgungen billig anzubieten, die aber unmöglich wirklich gewinnorientiert geführt werden können, wie zum beispiel infrastruktur. bei den lebenswichtigen versorgungen wie wasser wäre es auf dauer gesehen nicht klug, diese zu privatisieren - wie schon erwähnt, müssen die unternehmen ja gewinnorientiert handeln, und fordern daher preise ein, die sich nicht danach richten können, ob sie auch durch den schlechtverdienendsten entrichtet werden können, geschweige denn von denen, die gar nichts verdienen. [/quote] No Way! Ich hab geschrieben Konkurrenzmarkt und Tiberion zugestimmt, dass es bei Grundwasser die Regierung übernehmen sollte. Ansonsten: Bei einem Konkurrenzmarkt hat jeder einzelne Anbieter keine wirkliche Auswirkung. Folglich wird das Produkt zu Herstellungskosten verkauft. Ferner besteht bei diesen Unternehmen zwang kosten zu senken um die Gewinne erzielen zu können. Ein staatliches Unternehmen muss nichts senken ? Warum auch´? Gibt ja sonst niemanden [quote] hingegen die globalisierung, welche nur den konzernen hilft, ihre gierigen hände weiter in andere gefilde auszustrecken, kann ich wenig positives abgewinnen.[/quote] Was ist daran verwerflich im AUsland zu prdouzieren? Mal abgesehen von Kinderarbeit und Zwangsarbeit Klar ist es gierig und bringt Gewinne! Aber solange die Leute sidch dort freiwillig zur Arbeit melden können oder auch nicht ist die Sache doch in Ordnung..? |
| LaChatte | [QUOTE]Es gibt tausend Situationen bei denen das denken an sich selbst (unabhängig davon was die anderen machen...) Vorteile bringt[/QUOTE] Wenn es die Leute doch tatsächlich tun würden... aufhören zu rauchen, aufhören, Alkohol zu konsumieren, sich ein bisschen bewegen, darauf achten, unbelastete Nahrung zu sich zu nehmen - mit dieser Sorte Egoismus ginge es der Welt bald deutlich besser. Aber es gibt hier eine breite Palette an selbstzerstörerischem Verhalten, das durch Werbung noch gefördert wird. [QUOTE]Bei einem Konkurrenzmarkt hat jeder einzelne Anbieter keine wirkliche Auswirkung. Folglich wird das Produkt zu Herstellungskosten verkauft.[/QUOTE] Wenns bei der Konkurrenz bleibt, OK. Faktisch gibts aber oft Kartelle oder sogar Monopole, sobald mal ein Anbieter die andern aus dem Feld geschlagen hat. Und dünn besiedelte Gebiete werden von marktwirtschaftlich organisierten Unternehmen selten berücksichtigt, oder wenn, dann zu Höchstpreisen. [QUOTE]Was ist daran verwerflich im AUsland zu prdouzieren? Mal abgesehen von Kinderarbeit und Zwangsarbeit[/QUOTE] Mal abgesehen von Kinderarbeit und Ausbeutung, nein, es ist nicht verwerflich... aber offenbar ist es oft nicht einmal lohnenswert. Oft würde es sich für europäische Firmen lohnen, hierzulande eine hoch automatisierte Produktion aufzubauen, die wenig hoch qualifiziertes Personal zur Wartung und Überwachung braucht (und eine hohe Qualität garantiert), als im Ausland zu produzieren, wo zwar die Löhne billig sind, die Qualität aber auch nicht unbedingt gehalten werden kann. |
| Sanna I.S.P. | [QUOTE]Ferner besteht bei diesen Unternehmen zwang kosten zu senken um die Gewinne erzielen zu können.[/QUOTE] jep, und wenn das nicht reicht, oder man einfach andere wege einschlägt, wird das, was man anbietet auch an weniger menschen, aber dafür mit umso höheren preisen verkauft, ergo ein wohl nicht gering einzuschätzender anteil der bevölkerung (abhängig von der art der leistung, die erbracht wird) kann durch seine finger schauen. oder man lagert die produktion aus, in länder, in denen billiger produziert werden kann, was eine schwächung der heimischen wirtschaft zur folge hat. [QUOTE]Was ist daran verwerflich im AUsland zu prdouzieren? Mal abgesehen von Kinderarbeit und Zwangsarbeit Klar ist es gierig und bringt Gewinne! Aber solange die Leute sidch dort freiwillig zur Arbeit melden können oder auch nicht ist die Sache doch in Ordnung..?[/QUOTE] die tatsache ist die, dass wenn ein unternehmen in ein land "auswandert", dass vom entwicklungsstand und den einkommen weit hinter solchen wie deutschland oder österreich liegt, es oft aufgrund der schlimmen lage von arbeitern in diesem land in der lage ist, wochenstunden von den arbeitern zu verlangen, die bei uns niemand leisten würde (weil diese es einfach unbedingt brauchen), und ihnen weit weniger geld zu zahlen, als innländischen heimischen angestellten. denn in ländern wie rumänien zb. sieht es mit gewerkschaft nicht besonders rosig aus, und die arbeiter müssen die arbeit nehmen, die sie kriegen können. in ordnung, naja ... wirtschaftlich betrachtet ist das eigentlich nicht so toll, da durch fehlende löhne von heimischen arbeitskräften de facto auch die kaufkraft gesteigert wird, von der ja schließlich und endlich auch die gesamtwirtschaftliche situation abhängig ist. das geld, das diese firmen und unternehmen im ausland ausgeben und dann im innland zum zigfachen wieder einnehmen, steht oft in keinem realen bezugsverhältniss. und ihre gewinne werden dann auch nicht im stammland ausgegeben (was der wirtschaft sicher gut tun würde), sondern vielfach wieder dazu eingesetzt, in noch ärmeren regionen, mit noch schlechteren arbeitsplatzverhältnissen neue werke zu errichten, und werkstoffe wie auch anderes ebenso möglichst günstig aus möglichst armen ländern zu beschaffen. und das ist in ordnung? unsere wirtschaft geht auf diese weise zu grunde! der staat verarmt zusehends, weil die steigenden arbeitslosen auch auf der tasche liegen (noch, wer weiß wie lange das noch so bleiben wird...). die einzigen, die davon profitieren sind die konzerne - unsere wirtschaft, der staat, oder die bevölkerung sieht davon so gut wie nichts. |
| Trigant | ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, also reißt mir nicht den kopf ab ;) hab nur ienen standpunkt den ich bisher hier noch niht entdeckt hatte und mal zum besten geben wollte: ICh sage die Globalisierung is ein Produkt des Westens für modernen Kolonialismus. Die Produkte, die um die welt gehen bevor sie fertig sind sowie die herstellung bzw förderung von rohstoffen werden größtenteils in billiglohnländern gemacht und dann in den westen FERTIG" verschifft. das wurde schon einmal so gemacht, nur ist es 400 jahre her und wurde damals kolonialisierung genannt.. was hat sich denn großartig von damals bis heute geändert, abgesehen von der Propaganda? etwas kontrovers, aber ich will provozieren ;) |
| Sanna I.S.P. | [QUOTE]... dann in den westen FERTIG" verschifft ...[/QUOTE] also fertig war damals überhaupt gar nichts; gerade das war es ja, was die wirtschaft und entwicklung dieser staaten bis heute negativ beeinflußte (und immer noch tut). sie wurden der möglichkeit beraubt, eigene produkte fertig zu produzieren - stattdessen ließ man sie eben rohstoffe scheffeln, die anschließend nach europa transportiert wurden, und auch in europa verarbeitet wurden. damals war es vor allem der rohstoffreichtum, der ausgenutzt wurde, heute ist es hauptsächlich die billige arbeitsleistung, die gefordert wird. aber das prinzip ist recht ähnlich, das stimmt schon, abgesehen von der tatsache, dass es damals eher darum ging, die ungeheuren mengen an rohstoffen auszunutzen (und natürlich auch darum, diese billigst zu beschaffen), während heutzutage dies NUR noch darauf basiert, möglichst viel geld zu scheffeln, denn arbeitskräfte und potenzial gäbe es hier auch zu hauf. |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Suicide-Smurf [/i] [B]... Aber in einem vollständigen Konkurrenzmarkt mit Gewinnmaximierung als Ziel produziert ein Unternhemen immer preisgünstiger als ein staatliches. ...[/B][/QUOTE] Auch das könnte man [url=http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/18291/1.html]in Frage stellen[/url], denn Gewinnmaximierung heißt nicht nur, daß ein Produkt so günstig wie möglich erzeugt, sondern auch so teuer wie möglich verkauft wird. Und seit wann kümmert es die 'Marktwirtschaft', wenn die unteren 5 oder 10 oder 15% nach der Gewinnmaximierung nicht mehr zur Zielgruppe gehören ... |
| decay73 | [quote][i]Original geschrieben von Heiner Geissler[/i] [b]"In der globalen Wirtschaft herrscht die pure Anarchie. Die Gier zerfrisst den Herrschern ihre Gehirne.“[/b][/quote] In [URL=http://www.zeit.de/2004/47/Ohnmacht_2fArbeiter]der Zeit Nr. 47/2004[/URL] bekommt Heiner Geissler einen Wutanfall. Sein Text beginnt mit einem Zitat von Karl Marx/Friedrich Engels aus dem „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1848: [quote][i][b] »Das Kapital hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Die Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmäßig allen Wechselfällen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt.«[/i] [/b][/quote] Und was haben wir jetzt, 146 Jahre später? Die Großkonzerne können machen was sie wollen, die Arbeitnehmervertretung steht mit dem Rücken zur Wand und hat eigentlich schon verloren, es gibt „100 Millionen von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Europa und den USA und 3 Milliarden Arme, die zusammen ein geringeres Einkommen haben als die 400 reichsten Familien der Erde“ und immer mehr sind der Meinung, daß die Gesellschaft funktionieren muß wie DaimlerCrysler. [quote][i]Original geschrieben von Heiner Geissler[/i] [b]Die Kommunisten wollten den Konflikt lösen, indem sie das Kapital eliminierten und die Kapitaleigner liquidierten. Bekanntlich sind sie daran gescheitert. Heute eliminiert das Kapital die Arbeit. Der Kapitalismus liegt derzeit genauso falsch wie einst der Kommunismus. Der Tanz ums goldene Kalb ist schon einmal schief gegangen.[/b][/quote] [b]Wo bleibt der Aufschrei?[/b] |
| Tiberon | Wie soll der Aufschrei denn aussehen? Tiberon [size=1]Hure der Finanzoligarchie[/size] |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Wie soll der Aufschrei denn aussehen? [/B][/QUOTE] Na wie üblich halt. Attac zum Beispiel gibt sich ja schon einige Mühe, nur kommt das in den einzelnen Ländern nicht wirklich an und der Protest setzt sich dort nicht fort. Natürlich muß eine Protestbewegung ebenso agieren wie die sog. Global-Player der weltumspannenden Wirtschafts-"elite". Aber irgendwie funktioniert das noch nicht wirklich. Attac und andere Gruppen sind dafür noch zu klein und finden vergleichsweise wenig Gehör, was m.E. auch daran liegt, daß sich kaum jemand wirklich dafür interessiert, was woanders passiert - außer wenn er ein paar vereinzelte Proteste im Fernsehen sehen kann. Daß ihn das dann auch betrifft, schnallt er (bzw. sie) dummerweise nicht (Genua läßt grüßen). |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]In [URL=http://www.zeit.de/2004/47/Ohnmacht_2fArbeiter]der Zeit Nr. 47/2004[/URL] bekommt Heiner Geissler einen Wutanfall. Sein Text beginnt mit einem Zitat von Karl Marx/Friedrich Engels aus dem „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1848[/B][/QUOTE]Ein guter Anlass, in [URL=http://www.sozialistische-klassiker.org/ME/Me03.html]das Manifest[/URL] mal wieder reinzuschauen. Noch interessanter finde ich aber [URL=http://www.sozialistische-klassiker.org/Engels/FE03.html]diesen Entwurf von F.Engels,[/URL] der die Zusammenhänge m.E. besser verständlich macht als die erstgenannte Schrift. [QUOTE][B]Und was haben wir jetzt, 146 Jahre später? [/B][/QUOTE]Offenbar hat sich an den Verhältnissen seit [b]156[/b] Jahren kaum etwas verändert. :rolleyes: [QUOTE][B]Die Großkonzerne können machen was sie wollen ... und 3 Milliarden Arme, die zusammen ein geringeres Einkommen haben als die 400 reichsten Familien der Erde [/B][/QUOTE]Und warum ist das so? Wieso können die Großkonzerne machen was sie wollen? [QUOTE][B]-------------------------------------------------------------------------------- Original geschrieben von Heiner Geissler Die Kommunisten wollten den Konflikt lösen, indem sie das Kapital eliminierten und die Kapitaleigner liquidierten ... -------------------------------------------------------------------------------- [/B][/QUOTE]So sehr ich den Heiner Geissler schätze, aber hier liegt er etwas falsch. Die Kommunisten wollten nicht das Kapital und dessen Besitzer eliminieren, sondern nur das vorhandene Kapital aus dem Eigentum der 400 reichsten Familien in das Eigentum der 3 Milliarden Armen überführen, also mit anderen Worten [b]das Privateigentum an Kapital abschaffen.[/b] Dazu ein Auszug aus dem [URL=http://www.sozialistische-klassiker.org/Engels/FE03.html]Entwurf von F.Engels[/URL] : 15. Frage: Die Abschaffung des Privateigentums war also früher nicht möglich? Antwort: Nein. ... Für die Manufaktur und für die erste Entwicklungsstufe der großen Industrie war aber keine andere Eigentumsform möglich als das Privateigentum, keine andre Gesellschaftsordnung als die auf dem Privateigentum beruhende. Solange nicht so viel produziert werden kann, daß nicht nur für alle genug vorhanden ist, sondern auch noch ein Überschuß von Produkten zur Vermehrung des gesellschaftlichen Kapitals und zur weiteren Ausbildung der Produktivkräfte bleibt, solange muß es immer eine herrschende, über die Produktivkräfte der Gesellschaft verfügende und eine arme, unterdrückte Klasse geben. ... Jetzt aber, wo durch die Entwicklung der großen Industrie erstens Kapitalien und Produktivkräfte in einem nie vorher gekannten Maße erzeugt und die Mittel vorhanden sind, diese Produktivkräfte in kurzer Zeit ins unendliche zu vermehren; wo zweitens diese Produktivkräfte in den Händen weniger Bourgeois zusammengedrängt sind, während die große Masse des Volks immer mehr zu Proletariern wird, während ihre Lage in demselben Maße elender und unerträglicher wird, in welchem die Reichtümer der Bourgeois sich vermehren; wo drittens diese gewaltigen und leicht zu vermehrenden Produktivkräfte so sehr dem Privateigentum und den Bourgeois über den Kopf gewachsen sind, daß sie jeden Augenblick die gewaltsamsten Störungen in der gesellschaftlichen Ordnung hervorrufen, jetzt erst ist die Aufhebung des Privateigentums nicht nur möglich, sondern sogar durchaus notwendig geworden. 16. Frage: Wird die Aufhebung des Privateigentums auf friedlichem Wege möglich sein? Antwort: Es wäre zu wünschen, daß dies geschehen könnte, und die Kommunisten wären gewiß die letzten, die sich dagegen auflehnen würden. Die Kommunisten wissen zu gut, daß alle Verschwörungen nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich sind. Sie wissen zu gut, daß Revolutionen nicht absichtlich und willkürlich gemacht werden, sondern daß sie überall und zu jeder Zeit die notwendige Folge von Umständen waren, welche von dem Willen und der Leitung einzelner Parteien und ganzer Klassen durchaus unabhängig sind. Sie sehen aber auch, daß die Entwicklung des Proletariats in fast allen zivilisierten Ländern gewaltsam unterdrückt und daß hierdurch von den Gegnern der Kommunisten auf eine Revolution mit aller Macht hingearbeitet wird. Wenn man sich die [URL=http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/18732/1.html]aktuelle Entwicklung in Venezuela[/URL] anschaut, wirken diese Worte ziemlich gegenwartsnah ... Andererseits muss ich nach dem Lesen des Engels-Textes Noam Chomsky zustimmen, dass sich der größte Feind des Kommunismus hinter dem Pseudonym [b]LENIN[/b] versteckte. :mad: |