| Eisdrache | Ein Thema, was seid gestern eigentlich jeden hier interessieren sollte. Es waren Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg, in beide Landtäge haben es die nationalen Parteien (NPD in Sachsen, DVU in Brandenburg wen ich mich richtig erinnere) in den Landtag geschafft, die DVU sogar zum zweiten mal. Was eigentlich wirklich das Problem ist ist nicht die Tatsache das jene Parteien an Prozenten zulegen, sondern eben der Umgang mit eben jenen. Wer gestern die Tagesschau gesehen hat, konnte genau betrachten wie die Vertreter der anderen Parteien den Tisch verließen, sobald der Reporter eine Frage an den Vertreter der NPD bzw. DVU stellte. Selbst der Reporter unterbrach jene Vertreter recht schnell, ließ nicht ausreden und achtete genaustens darauf das eine klare Stellungnahme nicht möglich war (insofern man von Vertrerten dieser Parteien eine solche Stellungnahme erwarten kann) Muss es jedoch in einen Demokratischen System möglich sein sich auch mit Vertretern dieser Parteien auf einer sinnvollen Ebene auseinanderzusetzen? Eine sinnvolle Auseinandersetzung ist in meinen Augen kein geschlossenes Verlassen eines Diskussionsforums? Es muss doch gerade in solch einen Fall möglich sein mit Argumenten und vor allen auch Taten zu zeigen, das Politik aus extremen Richtungen in eine Sackgasse führt (zumindest die meisten Politiker in einen demokratischen System scheinen sich was diesen Sachverhalt angeht einig zu sein). Nein, statt dessen geht man, und überlässt das Schlachtfeld den wenigen Autonomen, welche selber am äusseren Rand der Gesselschaft stehen und probieren mit lauten Zwischenrufen aufmerksamkeit zu erregen. Jetzt die Frage...die sich eigentlich stellt: Muss ich in einer Demokratie als Politiker nicht in der Lage sein mit allen anderen gewählten Volksvertretern zu diskutieren?? Oder wirken symbolische Handlungen wie sie gestern zu beobachten waren doch? Beenden ist dies alles zumindest von meiner Seite aus mit einen berühmten PDS Zitat: Demokratie geht anders. Ich warte, gespannt. Eisdrache |
| Darket | Oh prima, es gibt noch nen ernstzunehmenden Thread zu diesem Thema ;) Generell hätte ich gestern Abend vor dem Fernseher Beifall klatschen können als die Vertreter der anderen beteiligten Parteien den Diskussionstisch verließen. Ich hatte schon bei den ersten Hochrechnungen darüber nachgedacht, was wohl die beste Reaktion darauf wäre und bin zu genau diesem Schluss gekommen, ich hätte es genauso gemacht. Beeindruckt hat mich die totale Geschlossenheit dabei. Den politischen Diskurs mit diesen Parteien zu suchen halte ich für aussichtslos, da sie nicht in der Lage sind sich auf einem realistischen Niveau der Debatte zu bewegen, d.h. sie versuchen öffentlichkeitswirksam Propaganda zu betreiben, gegen die eine Partei mit mehr Bodenhaftung nicht ankommen kann. NPD&co versprechen alles mögliche, was schlicht nicht durchsetzbar ist und versuchen sich mit billiger Propaganda in den Vordergrund zu drängen. Der politische Boykott ist meines Erachtens die einzig richtige Auseinandersetzung mit diesen Leuten. Guido Westerwelle brachte gestern Abend im Interview ein gutes Beispiel, das Land Baden-Würtemberg. Dort saß die NPD 10 Jahre lang im Landtag, wurde konsequent ignoriert und inzwischen kräht da kein Hahn mehr nach denen. Und um ein prominentes und sehr trauriges Beispiel der Geschichte anzuführen, die NSDAP: Die wurden mit minimalem Stimmenanteil in den Reichstag gewählt, beteiligten sich aktiv am politischen Geschehen und den Diskussionen und gewannen daraufhin erdrutschartig an Stimmen, mit bekannten Konsequenzen (diese Historie führte ja letztendlich zur Einführung der 5%-Hürde). |
| gekitsu | naja... das mit der npd bzw dvu und medien ist so ne geschichte.. hat wer den ersten auftritt (ard oder zdf, weiss nimmer genau) von diesem npd-fritzen gesehen? ging auf keine frage ein, nur phrasendrescherei und noch nichtmal eine aussage WOFUER er eigentlich ist, sondern nur WOGEGEN. prinzipiell befuerworte ich deinen ansatz, dass jeder gleich behandelt werden sollte, egal von welcher partei er kommt - allerdings kann ich solche handlungen gut nachvollziehen wenn derart disqualifizierende aktionen vorausgingen. schlimm finde ich dabei, dass es scheinbar nicht die inhaltslosigkeit des geschwafels war, die ihn in ungnade fallen liess sondern die tatsache, dass es ein uneloquentes inhaltsloses geschwafel war. was ich an dem abend von seiten der pds gesehen habe war eigentlich nur ein bissel besser in worte gefasst, aber ansonsten gleichwertiger muell - und die pds muss man ja akzeptieren, warum auch immer. es hat mir dann allerdings noch ganz gut gefallen als ein paar aeltere herren von schily bis biedenkopf eine 26-jaehrige pds-stadtraetin auf der sinnlosigkeit ihrer parolen auflaufen liessen (bei sabine christiansen spaeter am abend) - und das trotz dass sie so viel in die kamera geblinzelt und gelaechelt hat dass ich schon dachte sie hat was im auge. |
| ange gardien | @ Darket Ich denke wir haben über diese rechtsextremen Parteien in etwa die gleiche Meinung. Nur bin ich für eine andere Umgehensweise mit ihnen. Anstatt sie links ( oder besser gesagt rechts :D ) liegen zu lassen MUSS man mit ihnen die Diskussion, ja den verbalen Schlagabtausch suchen um den Leuten zu zeigen was für Dumpfbacken sie gewählt haben. Das Problem ist das es dafür Politiker braucht die ein Konzept, eine klare Vision haben wie sie dieses Land regieren können. Und vor allem: SIE MÜSSEN IN DER LAGE SEIN DIESES KONZEPT ZU VERMITTELN. Und da hat die Bundespolitik ( und für nichts anderes wurden die etablierten Parteien von den Wählern abgestraft ) versagt. DVU und NPD wurden nicht gewählt weil sie so gut sind, sondern weil die anderen so schlecht sind. Wir haben eine stümperhafte Bundesregierung und eine Opposition die die wenigen guten Konzepte dieser Regierung zerredet, wenn sie nicht gerade mit sich selbst beschäftigt ist. Den Kontakt zur normalen Gesellschaft haben beide verloren. Das Ergebnis sind Nazis und die PDS ( = Nachfolger der SED - ja, das waren die die an der Grenze Menschen totgeschossen haben die in die Freiheit flüchten wollten, ist noch gar nicht so lange her ). Das die etablierten Parteien kein anderes Konzept haben als diese Rechtsextremen zu boykottieren ( ich nenne es denen feige das Feld überlassen ) ist beklagenswert, wundert mich aber nicht. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung das man diese Leute ( DVU + NPD )am schnellsten wieder los wird indem man sie "richtig" mitarbeiten lässt. Davon haben die nämlich keine Ahnung. Das war bei uns in Ba-Wü auch so. Am Anfang hat man sie ignoriert und damit in eine ( willkommene ) Opferrolle gedrängt. Als man dann dazu überging sie um konstruktive Vorschläge zu bitten - :rolleyes: |
| Nope | ich probiere mich jetzt nicht an lösungsvorschlägen, weil ich von politik leider recht wenig ahnung habe;) ich finde das wahlergergebnis einfach nur schrecklich und mich schaudert es, wenn ich diese inhaltslosen parolen höre, die die npd von sich gibt... bäh.... |
| Darket | Nunja, ich denke wir wissen alle, dass diese Möchtegernpolitiker keine Konzepte haben, die sie auch nur ansatzweise regierungsfähig oder auch nur oppositionsfähig machen. Generell hast Du nicht unrecht, ich glaube man würde die NPD durch die Aufforderung zur Regierungsmitarbeit weit nachhaltiger loswerden als durch jedes Parteiverbot. Das Problem daran sprichst Du selbst an, die totale Konzeptlosigkeit der anderen Parteien, allerdings auch die Tatsache, dass realistischere Ansätze als die, die NPD&co vertreten meist recht komplex und schwerer vermittelbar sind. Politik (also echte Politik nicht dieses rumgemurkse) ist nunmal kompliziert und ich, der sich eigentlich für einen recht intelligenten und halbwegs gebildeten Menschen hält, steige längst nicht durch alle Zusammenhänge durch. Wenn dann dr braune Smpf mit billigen Stammtischparolen hantiert, die auch wirklich jeder Depp verstehen kann, macht das eine echte Diskussion ziemlich schwer. Die Opposition hat es im übrigen immer leichter als die Regierung, das beste Beispiel sind auch die derzeitigen Umfragen auf Bundesebene :rolleyes: [QUOTE]Das die etablierten Parteien kein anderes Konzept haben als diese Rechtsextremen zu boykottieren ( ich nenne es denen feige das Feld überlassen ) ist beklagenswert, wundert mich aber nicht.[/QUOTE] Manchmal ist es allerdings weit effektiver der Schlacht aus dem Weg zu gehen und den Gegner ausbluten zu lassen. |
| Tiberon | Als ob SPD & Co inhaltsvollere Parolen zu bieten hätten ... In diesem Wahlergebniss offenbart sich nur, das die deutsche Pateienlandschaft absolut nichts zu bieten hat - die Demokratie also schlicht eine einzige Farce ist. Die den politisch äußeren Flügeln angehörenden Parteien werden in Zukunft auch immer 'bessere' Ergebnisse erzielen. Vielleicht trete ich morgen ja besser einer Burschenschaft bei, um politisch korrekt und für die Zukunft gerüstet zu sein ... Wenn andere Parteien den Tisch verlassen, ist das aber schon ein Armutszeugnis. Politischer Boykott ist das dümmste was man machen kann. Ich kenne jetzt die jeweiligen Zielsetzungen und Wahlprogramme nicht, doch ist es afair nicht möglich, eine Partei zu gründen, die die Rechtsstaatlichkeit usw. nicht achtet. Und wenn ich davon ausgehe, die NPD & DVU wären so schlimm, wie alle immer tun, nutzt es nen Scheiß, zu versuchen, sie totzuschweigen. Dann muß dem Wähler auch gezeigt werden, warum das denn so sein soll. Wenn 'Franz' der Meinung ist, es wäre richtig z.B. Deutsche bei der Arbeitssuche zu bevorzugen, reicht es doch, ihm klarzumachen, was für Jobs ihm der Ausländer 'wegnimmt'. Schweigen ist Ja-Sagen. Und zeigt in diesem Fall auch, das die ganze restliche Bande (ob sie sich nun CDU oder SPD oder sonstwie schimpft) so dumm ist wie ein Pferdearsch. ange gardien hat vollkommen recht [quote][i]DVU und NPD wurden nicht gewählt weil sie so gut sind, sondern weil die anderen so schlecht sind. ... Trotzdem bin ich der festen Überzeugung das man diese Leute am schnellsten wieder los wird indem man sie "richtig" mitarbeiten lässt.[/i][/quote] |
| ange gardien | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Und zeigt in diesem Fall auch, das die ganze restliche Bande (ob sie sich nun CDU oder SPD oder sonstwie schimpft) so dumm ist wie ein Pferdearsch. [/B][/QUOTE] In dem Fall hast Du recht ;) |
| Tiberon | Heee, ich hatte vorhin schon die andere Version gelesen ... [img]http://www.breit4life.de/php/design/smiley/confused.gif[/img] ;) |
| BlackDragon | Auch ich denke, dass man sich mit diesen Parteien auseinandersetzen muss. Durch Gegenargumente muss man ihnen und auch ihren Wählern vor Augen führen, wie inhaltslos ihre Programme und wie verquer ihre Ansichten sind. Durch konsequentes Schweigen drängt man diese Parteien nur in eine Oferrolle (wurde hier schonmal geschrieben), wodurch sie nur an Boden gewinnen. Auch der Ansatz der Konzeptlosigkeit der derzeitigen Regierung bzw. Oppositionsparteien ist nicht von der Hand zu weisen, aber vielleicht ist dies ja ein Anlass sich endlich mal festzulegen. [I]Was Schweigen bewirkt, sieht man an den 30er Jahren![/I] |
| Darket | [QUOTE]doch ist es afair nicht möglich, eine Partei zu gründen, die die Rechtsstaatlichkeit usw. nicht achtet.[/QUOTE] Ich erinnere daran, dass die NPD nicht deswegen noch existiert, weil sie den rechtstaat achten würde, sondern weil der geschätzte Inlandsgeheimdienst sich zu dämlich angestellt hat. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Eisdrache [/i] [B]Es muss doch gerade in solch einen Fall möglich sein mit Argumenten und vor allen auch Taten zu zeigen, das Politik aus extremen Richtungen in eine Sackgasse führt [/B][/QUOTE]Wo sollen die "demokratischen Parteien" denn gute Argumente hernehmen, wenn ihnen zum Thema "Armut in der Welt" (und im eigenen Lande) nur "Kampf gegen den Terrorismus" (und Kampf gegen "Sozialschmarotzer") einfällt? [QUOTE][B]Nein, statt dessen geht man, und überlässt das Schlachtfeld den wenigen Autonomen, welche selber am äusseren Rand der Gesselschaft stehen und probieren mit lauten Zwischenrufen aufmerksamkeit zu erregen. [/B][/QUOTE]Wenn dann die ("rechten" und "linken") Ausgegrenzten damit anfangen, sich zu kloppen, hat man wenigstens einen vorzeigbaren Grund, die Polizei (und vielleicht auch bald die Armee) herbeizurufen und sie alle zusammen niederzuknüppeln, auf dass es nie wieder jemand wagen möge, aufzubegehren ... "Teile und herrsche" ist schon immer ein hervorragendes Machtmittel. |
| BlackDragon | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Wo sollen die "demokratischen Parteien" denn gute Argumente hernehmen, [...] [/B][/QUOTE] Bewusst provokativ formuliert: Wenn die "demokratischen Parteien" keine Argumente gegen NPD und DVU haben, dann sind wir eventuell mit letzteren besser dran! [SIZE=1]Statement: Ich bin weder DVU, noch NPD Wähler und auch nicht Rechtsextrem.[/SIZE] |
| ange gardien | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Heee, ich hatte vorhin schon die andere Version gelesen ... [img]http://www.breit4life.de/php/design/smiley/confused.gif[/img] ;) [/B][/QUOTE] Da fiel mir siedendheiss ein das man die auch falsch verstehen kann... :D |
| Darket | Ich möchte ja jetzt nicht spießig erscheinen, aber ich behaupte, dass jeder "politische" Ansatz von Parteien wie der NPD ziemlich gut widerlegbar ist. Damit meine ich nicht nur sinnloses Gehetze gegen Ausländer u.a. sondern auch das, was die so als Wirtschaftspolitik bezeichnen. Die NPD warb vor kürzerer Zeit mit dem Slogan "1000 DM Kindergeld für jedes deutsche Kind" Jeder seriöse Politiker (und ja, ich glaube daran, dass es noch welche gibt) kann das anhand von ein paar Zahlen und ökonomischen Zusammenhängen als faules Ei entlarven, das Problem ist jedoch, dass diese Zusammenhänge etwas komplexer sind als dieser Totschläger von einer Parole, womit die Diskussion was die Öffentlichkeitswirkung angeht schnell entschieden ist (sachlich im übrigen auch, aber das interessiert kein Schwein). In Brandenburg ist das natürlich noch etwas komplizierter, denn wie soll man vermitteln, dass die DVU Blödsinn erzählt, wenn man als Innenminister einen Scharfmacher wie den Schönbohm hat? :rolleyes: |
| BlackDragon | [QUOTE]Ich möchte ja jetzt nicht spießig erscheinen, aber ich behaupte, dass jeder "politische" Ansatz von Parteien wie der NPD ziemlich gut widerlegbar ist.[/QUOTE] Davon gehe ich auch aus, bzw. ich hoffe es. Mein Beitrag war für diejenigen gedacht, die geschrieben haben, dass die "demokratischen Parteien" keine Argumente hätten. |
| Wicked_K | Ich finde, hier sind zwei Dinge klar zu trennen: 1. Die Wahl extremer Parteien aus reinem Protest: Auch Protest ist eine Meinungsäusserung und sollte ernst genommen werden. Vielleicht sollten sich die Damen und Herren Politiker mal wieder klar darüber werden, dass sie als Vertreter des ganzen Volkes und nicht nur einzelner Lobbyistengruppen gewählt werden. 2. Die Wahl extremer Parteien aus der Überzeugung heraus, diese könnten Probleme lösen: Das ist wohl der schwierigere Part! Sich sauber mit Stammtischparolen auseinanderzusetzen ist harte Arbeit, aber wäre auch eine Herausforderung die eigenen Inhalte so zu formulieren, dass sie auch der Durchschnittswähler versteht. Allerdings setzt dies Konzepte voraus ... möglicherweise ein Problem?!? Blosses Ignorieren der Vertreter von demokratisch gewählten Parteien heisst in gewisser Weise den Willen des Volkes zu ignorieren - führt doch nur zu noch mehr Unmut! Auch wenn ich die Ergebnisse nicht schön finde, zeigen sie doch, dass auf die gelbe Karte von der Wahl vorher eben konsequenterweise die rote folgt. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i] [B]ich behaupte, dass jeder "politische" Ansatz von Parteien wie der NPD ziemlich gut widerlegbar ist ... auch das, was die so als Wirtschaftspolitik bezeichnen. [/B][/QUOTE]Sei dir da nicht zu sicher. Ein Jugendlicher, der der rechten Szene angehörte, hat mir einige "Schulungshefte" der NPD gezeigt. Um die Argumente darin zu widerlegen, musst du schon ziemlich genau wissen, was du willst, sonst hast du keine Chance. Die sind so ähnlich aufgebaut wie die Schulungsunterlagen für Versicherungsvertreter ... [QUOTE][B]Die NPD warb vor kürzerer Zeit mit dem Slogan "1000 DM Kindergeld für jedes deutsche Kind" [/B][/QUOTE]Wetten, dass sie das schaffen würden? Und wenn sie dafür die Inflation so anheizen müssten, dass ein Brot wieder ein paar Millionen kostet ... [QUOTE][B]das Problem ist jedoch, dass diese Zusammenhänge etwas komplexer sind als dieser Totschläger von einer Parole[/B][/QUOTE]Nur dass die Wählerschar, die diese komplexen Zusammenhänge nicht durchschaut, meist denjenigen wählt, der "einfache Lösungen" anbietet. :rolleyes: [QUOTE][B]In Brandenburg ist das natürlich noch etwas komplizierter, denn wie soll man vermitteln, dass die DVU Blödsinn erzählt, wenn man als Innenminister einen Scharfmacher wie den Schönbohm hat? :rolleyes: [/B][/QUOTE]... und Bayern hat seinen Beckstein, ... und Deutschland hat seinen Otto ... es ist gut vorgesorgt ... :mad: Wicked_K hat vollkommen Recht. Es ist [QUOTE][B]eine Herausforderung die eigenen Inhalte so zu formulieren, dass sie auch der Durchschnittswähler versteht. [/B][/QUOTE] |
| utho | In meinen Augen sind die Extremisten von Rechts und Links unserer "Demokratie" teilweise sogar hilfreich ; denn sie versuchen Opposition zu machen - etwas das SPD und CDU nicht tun . Und es ist doch die soziale Inkompetenz oder Ignoranz der herrschenden (Christlichen) Mitte - die extremistische Parteien ins Leben ruft , ihnen Wähler zutreibt - sie aber andererseits als ... "undemokratisch" dämonisiert . |
| Eisdrache | Das Problem welches jeder kennt der sich mal mit gewissen ländlichen Gebieten im Osten *die Hauptwählerquelle von NPD und DVU* beschäftigt hat kennt, ist wohl auch das an diesen Orten die Perspektive sehr schlecht aussieht, gerade für jüngere Wähler. Kein Ausbildungsplatz, häufig keine gute Schulbildung, keine Disco in die man weggehen und seine Freizeit genießen könnte. Und genau in diese Breschen können rechte Parteien sehr leicht springen, in dem sie sich um "etwas kümmern". Da wird dann ein Dorffest organisiert, oder auch mal eine Fahrt im Kleinbus nach Leipzig. Plötzlich haben diese Menschen, die in ihren Leben zuvor von Politikern "vergessen" wurden einen Ansprechpartner, jemand der ihnen zuhört und sich ihrer Probleme annimmt. Dann ist es sehr leicht den Leuten klarzumachen, das anstelle von "Mustafa an der Dönerbude" auch ein "Jochen im Wienerwald" arbeiten könnte. Und eben dort liegt das Problem, Menschen brauchen Perspektiven. |
| Apex | Hm ich denke es sollte nicht unbedingt ein großes Aufheben darum gemacht werden, dass jetzt die Nazis in zwei weiteren Landtagen vertreten sind. Die Republikaner waren auch mal mit 9% im Landtag von Ba-Wü vertreten und die NPD auch schonmal in Schleswig-Holstein oder die DVU in Bremen. Eine Gemeinsamkeit war bisher immer, dass sich diese Parteien kaum am politischen Geschehen beteiligten und ihre Wähler häufig sehr enttäuschten. Häufig zerstreiten sich die Abgeordneten der braunen Parteien auch im Laufe ihrer Amtszeit untereinander. Ich kann mir gut vorstellen, dass es jetzt wieder so sein wird. Problematischer ist in meinen Augen die Situation in Gebieten wie der sächsischen Schweiz wo sich die Menschen anscheinend schon mit nationalistischen und rassistischen Inhalten identifizieren können. Hier muß tatsächlich auch etwas getan werden um einem noch größeren Einfluss der Nazis Einhalt zu gebieten. Durch Aufklärung sicherlich aber auch indem man auf die Probleme der Menschen in diesen Gebieten eingeht. Bisher schaffte es nur die PDS auf die Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen im Osten einzugehen und verhinderte so in der Vergangenheit, dass sich mehr Menschen den rechtsextremen Parteien zuwenden. Umso alarmierender, dass es dieses Mal nicht so geklappt hat. |
| Darket | [QUOTE]Nur dass die Wählerschar, die diese komplexen Zusammenhänge nicht durchschaut, meist denjenigen wählt, der "einfache Lösungen" anbietet.[/QUOTE] Genau das wollte ich damit sagen, das ist ja das Problem daran sich auf einen ernsthaften Diskurs mit diesen Leuten einzulassen, man verliert ihn in den Augen der Wählerschaft ganz einfach deswegen, weil der eigene Ansatz logischer Weise komplizierter, weil seriöser und nicht so leicht verständlich ist. Natürlich hast Du recht, wir könnten ganz einfach so viel Geld drucken, bis Vater Staat wieder genug hat und die ... äh nachhaltig negativen Konsequenzen einfach ignorieren, Ottonormalwähler gefällt das natürlich ungemein gut, weil er kurzfristig ne Menge mehr Kohle hat... :rolleyes: |
| fragment | Durch den größten Teil der Extremwähler zieht sich ein roter Faden: Sie sind dermaßen ungebildet und unmündig, dass man Ihnen glatt das Wahlrecht entziehen sollte! Ich denke, dass eine anständige Bildungsreform ein guter Ansatz wäre. Ein bis zur 10. KLasse einheitliches Bildungsniveau wie es in Schweden existiert sorgt schonmal dafür, dass niemand auf Hauptschulen verkümmert und nach 9 Jahren nur mit dem allernötigsten Entlassen wird. Die politische Bildung kommt eh schon sehr kurz. 2 Stunden Gemeinschaftskunde in der Woche, in manchen Klassenstufen nur eine, wo neben Politik auch soziale Probleme angerissen werden. Zeit für größere Zusammenhänge oder aktuelle Diskussionen fehlt...man verliert sich da in Sachen wie "Wie organisiert man Plebiszite" oder "wie entsteht Obdachlosigkeit". Letzteres wurde in meiner schulischen Laufbahn mindestens dreimal bearbeitet. Alles wichtige Sachen, keine Frage; aber ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwann mal thematisiert wurde, was denn an den Argumenten und Parolen extremer Gruppierungen falsch ist. Auf den ersten und sogar auf den zweiten Blick scheint es doch zum Beispiel sehr unlogisch Asylbewerber aufzunehmen, wenn die Zahl der Arbeitslosen stetig steigt. Wenn an diesem Punkt die Aufklärung fehlt, meint man doch sehr schnell "die da oben" machen nur Blödsinn. Mit solchen, recht mühsam widerlegbaren Parolen werfen extremistische Parteien sehr gern um sich. Turning Point hat es schon erwähnt, NPD Mitglieder oder ihr Nahe stehende Menschen werden mit Programmheftchen darauf geschult kritischen Fragen auszuweichen oder sie linientreu zu beantworten...meist gespickt mit eben solchen Halbwahrheiten. Die konsequente Nichtbeachtung der DVU und NPD ist, denke ich, richtig. Die Regierung hat derzeit wichtigere Sachen zu tun als sich mit den flachen Parolen von Möchtegern - Visionären auseinanderzusetzen. |
| Darket | [QUOTE]Durch den größten Teil der Extremwähler zieht sich ein roter Faden: Sie sind dermaßen ungebildet und unmündig, dass man Ihnen glatt das Wahlrecht entziehen sollte[/QUOTE] "Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem x-beliebigen Wähler" [I]-Winston Churchill[/I] :rolleyes: |
| gekitsu | ich glaube wir denken da in aehnliche richtungen, darket: im prinzip braeuchte die derzeitige politik mal ein gescheites marketing. wo gibts das sonst dass der kunde das produkt das er kauft eigentlich nicht versteht? ich bin mir ziemlich sicher, dass eine verstaendliche erklaerung der geplanten reformprojekte und gegenvorschlaege wunder bewirken koennte - sowohl was wahlausgaenge als auch die einstellung zur politik allgemein betrifft. die praktischen auswirkungen der ach so empoehrenswerten einzuege in die beiden landtage schaetze ich aehnlich ein wie apex (allerdings befuerchte ich, dass ich ihm auf die rotbesockten fuesse treten muss indem ich die pds munter neben den beiden besagten parteien einreihe). warum man allerdings solchen parteien allerdings auch noch in die haende spielen muss werd ich wohl nie verstehen. |
| Eisdrache | Hmm es ist eigentlich unwahrscheinlich das nur ungebildete Menschen extreme Parteien wählen. Der Anteil an Arbeitslosen unter 30 ist zwar in ihrer Wählerschaft erschreckend hoch, doch danach kommen schon junge Studenten (wen man einen männlichen BWL oder Jurastudenten, mittlere Semester, Burschenschaftsmitglied nach den Problemen fragt die Deutschland zur Zeit hat kommen nicht selten Themen wie : zu hoher Ausländeranteil, Verlust der alten Werte usw, usw.) zur Sprache. Natürlich verpacken diese Leute ihre Ansichten besser als der arme Arbeitslose mit Hauptschulabschluss, man grenzt sich ganz bewusst von den "reaktionären Nationalisten" (eigentlich ein Widerspruch in sich) ab, doch die Gedanken laufen in ganz ähnliche Richtung, eben nur etwas ansehnlicher eingeschnürrt. Und diese Leute sind eigentlich wesentlich gefährlicher (wen man rechte Parteien als Gefahr verbindet) da sie die Bildung und die Rhetorik haben um Massen zu bewegen und auf Wählerfang zu gehen. |
| Kato | nochma zurück zu dem verlassen des studios der anderen parteivertreter und des nichtausredenslassen des herrn (arsch)apfel von der npd: im stadtanzeiger stand , dass das genau das falsche war..ich zitiere mal: " In Frankreich macht Jean-Marie le Pen vom "Front National" seit Jahren vor, wie sich aus der Attitüde des Ausgegrenzten Kapital schlagen lässt. Er weiß, dass er von Journalisten und Politikern anders behandelt wird als alle anderen - und brandmarkt genau das als Schwäche der demokratischen Institution: Was euch nicht passt, daswollt ihr mundtot machen. Bei seinen Sympathisanten führt das zu weiterer Solidarisierung. In der Demütigung ihrer Leitfigur sehen sie sich selbst missachtet" weiterhin "Der Arbeitslose in Riesa oder Grimma, der für die NPD gestimmt hat, hört den Aufschrei des Entsetzens , spürt die flügelschlagende Ratlosigkeit - und sieht sich in seinem Wunsch bestätigt es "denen da oben" zu zeigen" |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von utho [/i] [B]In meinen Augen sind die Extremisten von Rechts und Links unserer "Demokratie" teilweise sogar hilfreich ; denn sie versuchen Opposition zu machen - etwas das SPD und CDU nicht tun .[/B][/QUOTE]Ja, immerhin zwingen sie die etablierten Parteien dazu, sich ihnen gegenüber zu positionieren. Problematisch wird die Sache nur, wenn die Extremisten all zu viele Stimmen erhalten, dann wird es nämlich ungemütlich - und dummerweise zuerst für die sozialen Schichten, die sie gewählt haben ... [QUOTE][B]Und es ist doch die soziale Inkompetenz oder Ignoranz der herrschenden (Christlichen) Mitte - die extremistische Parteien ins Leben ruft , ihnen Wähler zutreibt - sie aber andererseits als ... "undemokratisch" dämonisiert . [/B][/QUOTE]Ob es Inkompetenz ist, oder einfach zur Strategie und Taktik dazugehört, wäre noch zu klären. [QUOTE][i]Original geschrieben von Eisdrache [/i] [B]Plötzlich haben diese Menschen, die in ihren Leben zuvor von Politikern "vergessen" wurden einen Ansprechpartner, jemand der ihnen zuhört und sich ihrer Probleme annimmt. Dann ist es sehr leicht den Leuten klarzumachen, das anstelle von "Mustafa an der Dönerbude" auch ein "Jochen im Wienerwald" arbeiten könnte. Und eben dort liegt das Problem, Menschen brauchen Perspektiven. [/B][/QUOTE]Und deshalb bin ich der Meinung, dass man diese Menschen nicht ausgrenzen darf, so schwer das manchmal auch fallen mag. Wenn wir uns nicht um sie bemühen, dann "bemühen" sich andere Leute um sie ... [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] [B]Bisher schaffte es nur die PDS auf die Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen im Osten einzugehen und verhinderte so in der Vergangenheit, dass sich mehr Menschen den rechtsextremen Parteien zuwenden. Umso alarmierender, dass es dieses Mal nicht so geklappt hat. [/B][/QUOTE]Da sorgen schon die Medienmächtigen und die "demokratischen" Parteien dafür, dass die PDS nicht zu viele Stimmen erhält. Was die PDS betrifft, so bemüht sie sich zwar um die Menschen im Osten und hat teilweise recht gute Argumente und Ideen, aber irgendwie fehlt mir bei ihnen ein schlüssiges Gesamtkonzept, ein klar definiertes Ziel. OK, die anderen Parteien haben auch kein Konzept (oder verheimlichen dieses), aber die PDS macht es sich dadurch unheimlich schwer, sich einerseits vom Kapitalismus und andererseits vom Staats-Sozialismus konsequent abzugrenzen. Im Moment halte ich die PDS für das kleinste Übel unter den wählbaren Parteien - aus der Erfahrung heraus, dass 30 Jahre Leben unter der SED zwar nicht rosig, aber immerhin irgendwie erträglich waren. :rolleyes: Eine wirklich wählbare Partei müsste erst noch gegründet werden, bzw. die PDS stark reformiert werden. |
| Black Reaper | Prinzipiell sollten auch Vertreter der Rechtsextremen ihre Chance bekommen, ihr Programm kurz zu erläutern und die Fragen zu beantworten... falls das passiert, sollten meiner Ansicht nach auch die Vertreter anderer Parteien am Tisch bleiben. Sollte allerdings, wie vorgestern vorgefallen, jemand nur Phrasen dreschen, seine Propaganda verkünden oder ähnliches, so ist ein Verlassen des Tisches durchaus ok, wenngleich dies bei anderen Parteien wahrscheinlich nicht passieren würde... Nun ja, bei den Faschos ist man hierzulande halt immer etwas vorsichtig... Allerdings fand ich überzogen, dass ein Vertreter einer anderen Partei fast SOFORT den Tisch verließ, quasi präventiv, als der Vertreter einer rechtsextremen Partei das Wort zugeteilt bekam. Das halte ich nun auch für unfair gegenüber diesen Leuten, die wie schon gesagt ebenso wie alle ihre Chance bekommen sollten, ihre Position darzulegen. Alles in allem haben die Glatzen-Vertreter aber auch viel geistigen Dünnschiss (entschuldigung für den Ausdruck) von sich gegeben, so dass ein Protest dagegen akzeptiert werden kann... Soweit, der Sensenmann |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von fragment [/i] [B]Durch den größten Teil der Extremwähler zieht sich ein roter Faden: Sie sind dermaßen ungebildet und unmündig, dass man Ihnen glatt das Wahlrecht entziehen sollte! [/B][/QUOTE]Ich werde garantiert niemanden wählen, der von vornherein der Meinung ist, dass man Menschen (aus welchen Gründen auch immer) das Wahlrecht entziehen sollte. :eek: [QUOTE][B]Ich denke, dass eine anständige Bildungsreform ein guter Ansatz wäre. [/B][/QUOTE]Da stimme ich die zu - siehe [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=37851]Schulsystem-Thread.[/URL] [QUOTE][B]Die politische Bildung kommt eh schon sehr kurz. ... ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwann mal thematisiert wurde, was denn an den Argumenten und Parolen extremer Gruppierungen falsch ist. [/B][/QUOTE]Naja, "politische Bildung" erinnert mich immer irgendwie an "Staatsbürgerkunde". :rolleyes: Und die Hintergründe von Argumenten und Parolen wird man - aus gutem Grund - nicht diskutieren, weil sich dann herausstellen könnte, dass das heute wählbare Parteienspektrum auch nichts anderes ist als die "Kandidaten der Nationalen Front" in der DDR, und dass Kapitalismus (inklusive seinem "Staats-Sozialismus"-Ableger) in letzter Konsequenz zu dem führt, was in den deutschen KZs und russischen Gulags Praxis war: Mehrwert-Maximierung ( = Arbeitssklaverei ). [QUOTE][B]Turning Point hat es schon erwähnt, NPD Mitglieder oder ihr Nahe stehende Menschen werden mit Programmheftchen darauf geschult kritischen Fragen auszuweichen oder sie linientreu zu beantworten...meist gespickt mit eben solchen Halbwahrheiten. [/B][/QUOTE]... so wie es auch durch Fernsehen, Radio, Zeitungen und andere eindimensionale (staatliche und private) Medien geschieht ... [QUOTE][B]Die konsequente Nichtbeachtung der DVU und NPD ist, denke ich, richtig. Die Regierung hat derzeit wichtigere Sachen zu tun als sich mit den flachen Parolen von Möchtegern - Visionären auseinanderzusetzen. [/B][/QUOTE]Eigentlich wäre das doch für die SPD eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich gegenüber den anderen Parteien abzugrenzen und ihre Ziele und Handlungen zu erklären. Wenn man ihre gegenwärtigen Handlungen betrachtet, gibt es aber leider nicht viele Merkmale, die sie von denen anderer Parteien (außer der PDS und einigen kleinen Parteien) abgenzen: Lobbyarbeit für die Großindustrie ist halt gerade der große Renner ... [QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i] [B]ich glaube wir denken da in aehnliche richtungen, darket: im prinzip braeuchte die derzeitige politik mal ein gescheites marketing. wo gibts das sonst dass der kunde das produkt das er kauft eigentlich nicht versteht? [/B][/QUOTE]Umgekehrt: Bei einem solch miesen Produkt hilft mittlerweile das beste Marketing nicht mehr viel. Die Menschen wollen es ihnen einfach nicht mehr abkaufen. Wenn man zur Abwechslung mal ein besseres Produkt anbieten und bewerben würde, könnte man eine Menge an Marketing-Kosten sparen. [QUOTE][B]ich bin mir ziemlich sicher, dass eine verstaendliche erklaerung der geplanten reformprojekte und gegenvorschlaege wunder bewirken koennte - sowohl was wahlausgaenge als auch die einstellung zur politik allgemein betrifft. [/B][/QUOTE]Ich denke, die geplanten Reformprojekte sind deutlich genug, eher [b]zu[/b] deutlich. Es gibt eine Vielzahl besserer Produkte, nur haben deren Anbieter weniger (Medien-)Macht und Ressourcen. :( |
| Somnifer | Die Vertreter der Parteien haben (auch als Demokraten) das Recht, eine Diskussionsrunde zu verlassen, um damit ihr Missfallen über den Ausgang der Wahl kundzutun. Sie vertreten eine bestimmte politische Richtung und ihre Wählerschaft, die logischerweise nicht die NPD/DVU gewählt hat, und haben somit auch keinen Wählerauftrag, sich mit diesen Personen an einen Tisch zu setzen. Ganz anders sieht es mit den öffentlich-Rechtlichen aus. Die sind zu einer gewissen Neutralität in ihrer Funktion als Moderatoren verpflichtet - immerhin handelt es sich bei ihnen nicht um Privatsender, die einfach eine populäre Meinung widergeben können, um ihre Quoten nach oben zu treiben. Ich denke auch, dass sie die Rechtsparteien mit ihrem Verhalten in eine Opferrolle drängen, von der diese nur profitieren. Viele haben Rechtsaußen gewählt, weil sie gegen das etablierte System protestieren wollen - wenn eben dieses System sich nun gegen die Rechtsparteien wendet, fühlen die Wähler sich nur darin bestätigt, das einzig Richtige getan zu haben. Insofern finde ich das Verhalten von ARD und ZDF verantwortungslos. Mal ganz abgesehen davon, dass eine Demokratie nur dann funktionieren kann, wenn sie mit extremen Randerscheinungen klarkommt. Und wenn man das nicht kann... tja, dann bleibt immer noch die Möglichkeit des Verbots. Aber WENN man eine Partei zulässt, dann muss man ihr auch die gleichen Rechte zugestehen wie jeder anderen. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Black Reaper [/i] [B]Prinzipiell sollten auch Vertreter der Rechtsextremen ihre Chance bekommen, ihr Programm kurz zu erläutern und die Fragen zu beantworten... falls das passiert, sollten meiner Ansicht nach auch die Vertreter anderer Parteien am Tisch bleiben.[/B][/QUOTE]Man müsste eben, wie es zum Beispiel hier im Forum geschieht, allgemeingültige Regeln festlegen, [b]wie[/b] man miteinander diskutiert. Die Vertreter der Parteien könnten dann entscheiden, ob sie diese Regeln akzeptieren und an der Diskussion teilnehmen wollen, oder nicht. Ungleichbehandlung der Diskussionsteilnehmer führt nur dazu, dass diese die Ungleichbehandlung als Argument nutzen können. Eventuell wäre es angebracht, einige Begriffe und deren Verwendung, wie zum Beispiel die Begriffe "Deutscher", "deutsch" und "Deutschland" vor der Diskussion eindeutig zu klären. :rolleyes: |
| ShadowLaine | Ich weiß nicht... ich fand das Phänomen, dass die Leute einfach aufgestanden und gegangen sind irgendwie äußerst amüsant (sarkasmus)... Interessiert es denn wirklich so viele Leute ernsthaft, was die Faschos denn zu sagen haben? Kann ich mir nicht vorstellen. Gut, die ganzen Argumente, die z. B. Somnifer genannt hat, sind einleuchtend. Aber ich hoffe doch inständig, dass die menschen noch genug Verstand haben, der NPD kein Vertrauen zu schenken... |
| Fuck up Evil | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B] Eventuell wäre es angebracht, einige Begriffe und deren Verwendung, wie zum Beispiel die Begriffe "Deutscher", "deutsch" und "Deutschland" vor der Diskussion eindeutig zu klären. [/B][/QUOTE] hmmm Was kann man denn speziell bei diesen 3 Begriffen falsch verstehen ? ? |
| TheTurningPoint | @ Fuck up Evil : Ist zum Beispiel "ein Deutscher" derjenige, der (fließend) deutsch spricht, deutsch lesen und schreiben kann, "deutsch" aussieht, einen deutschen Pass hat, "deutsche" Kultur besitzt, sich "deutsch" kleidet (also keinen Schleier oder Turban trägt), "deutsche" Politik (z.B. von NPD und DVU) unterstützt, oder der mindestens eine (2,3,4 ...) dieser Eigenschaften besitzt, oder nur derjenige, der alle diese Eigenschaften besitzt? Davon hängt es ja nicht unmaßgeblich ab, wie viele Menschen von einem Gesetz betroffen (oder eben ausgegrenzt) sind, das für "alle Deutschen" gilt ... |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i] [B]ich glaube wir denken da in aehnliche richtungen, darket: im prinzip braeuchte die derzeitige politik mal ein gescheites marketing. wo gibts das sonst dass der kunde das produkt das er kauft eigentlich nicht versteht? [/B][/QUOTE] Da hast Du von Marketing leicht andere Vorstellungen als ich. "Marketing ist die Kunst, Leute dazu zu bringen Sachen zu kaufen [edit: die sie nicht brauchen], mit Geld was sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken die sie nicht mögen." Gruß Stone |
| Black Reaper | [QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i] [B]"Marketing ist die Kunst, Leute dazu zu bringen Sachen zu kaufen, mit Geld was sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken die sie nicht mögen."[/B][/QUOTE] Diese Aussage trifft's wohl ziemlich genau... Ist das ein berühmtes Zitat oder von dir? |
| TheTurningPoint | [IMG]http://www.inidia.de/dialog.gif[/IMG] [URL]http://www.inidia.de/standardtitel.htm[/URL] [URL]http://www.nazis.de[/URL] |
| fragment | Ich glaube im Moment trifft wohl eher zu, dass man Sachen vermarkten muß, die notwendig sind. Hans Müller glaubt aber immernoch, dass nur mal jemand auf den Tisch hauen muß um den unfähigen Politikern zu zeigen wo es lang geht. Ich werde das nie begreifen, warum Menschen grundsätzlich jedem Staatsmann unterstellen, dass er möglichst viel dafür tut es uns schlecht gehen zu lassen. Das plakative Rumgejammer an allen Ecken und Enden würde es ohne Berichterstattung auf Bildzeitungsniveau auch nicht geben! Bei den Hartz IV Demos haben z.B. Leute mitdemonstriert die im endeffekt von den Änderungen profitieren, weil über das Ganze Geschimpfe einfach niemand erwähnt hat, dass es durchaus positive Konsequenzen gibt. In unserer Zeitung (BNN) liest man erst seit kurzem Aussagen, wie "der Kanzler ist auf dem richtigen Weg". Der Grundtenor, egal ob in Magazinen wie Focus, Stern oder Spiegel, Fernsehen oder Zeitungen wird seit 2 Wochen viel positiver. Nachdem man sich 2 Jahre damit begnügt hat über alles zu schimpfen, was beschlossen wurde geht es jetzt langsam damit los über den Tellerrand zu kucken. Und ganz plötzlich merkt man, dass Schweden oder die Niederlande vor uns sehr ähnlich Dinge durchgemacht haben und jetzt ganz gut da stehen. "2006 wird für uns viel schwieriger als wir jetzt glauben", das meint Frau Merkel dazu. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i] [B]Da hast Du von Marketing leicht andere Vorstellungen als ich. "Marketing ist die Kunst, Leute dazu zu bringen Sachen zu kaufen, mit Geld was sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken die sie nicht mögen."[/B][/QUOTE]Ich kenne den Spruch so: "Marketing ist die Kunst, Leute dazu zu bringen Sachen zu kaufen, [b]die sie nicht brauchen[/b], mit Geld das sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken die sie nicht mögen." |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Ich kenne den Spruch so: "Marketing ist die Kunst, Leute dazu zu bringen Sachen zu kaufen, [b]die sie nicht brauchen[/b], mit Geld das sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken die sie nicht mögen." [/B][/QUOTE] Äh ja, stimmt. Da hatte ich im Eifer des gefechts den wichtigsten Halbsatz vergessen :) Danke der Berichtigung, ich editiers oben noch. Achso, der Spruch stammt nicht von mir, mir ist nur eben der Autor entfallen. Gruß Stone |
| gekitsu | und marketing generell im wirklichen leben ohne zynismus bezeichnet den fachbereich produkt/firmen/personendarstellung. wenn ich mir (zum beispiel in der aktuellen vogue) angucke wie attraktiv man luxusartikel darstellen kann - also produkte die nur als verschoenernder ueberfluss dienen - dann meine ich, dass es moeglich sein muss, die produkte der politik etwas publikumsgerechter zu verkaufen. problem: momentan wissen die wenigsten was eigentlich womit geschiet. sie wissen nur, dass sie mehr bezahlen sollen bzw. weniger bekommen. das klingt nicht wirklich gut. etwas transparenz - verwendungszwecke, hintergruende, zielsetzungen - um den genauen sinn des ganzen darzustellen halte ich fuer durchaus sinnvoll. ausserdem macht es eine unwissenheit wie sie derzeit vorherrscht nur denen leicht, die billig mit dem unmut der leute quote machen wollen. stichwort "quittung fuer hartz IV!" |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i] [B]ausserdem macht es eine unwissenheit wie sie derzeit vorherrscht nur denen leicht, die billig mit dem unmut der leute quote machen wollen. stichwort "quittung fuer hartz IV!" [/B][/QUOTE]Das ist doch Sinn und Zweck des ganzen Marketings, welches da gerade abläuft: Allen Menschen weißzumachen, dass Demokratie Chaos ist, und je mehr Demokratie desto mehr Chaos, und der einzige Ausweg scheint ein starker Mann zu sein, der hart durchgreift ... also [URL=http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/14797/1.html]Übersicht[/URL] und [URL=http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/18065/1.html]Durchsetzungsvermögen[/URL] hat ... :mad: |
| Black Reaper | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B] [URL]http://www.inidia.de/standardtitel.htm[/URL] [URL]http://www.nazis.de[/URL] [/B][/QUOTE] Wenn ich mal ganz dumm fragen darf... Was möchtest du mit diesen Links bezwecken? Ich weiß nicht so recht, was ich mit diesen Seiten anfangen soll... |
| gekitsu | sorry TTP, aber das is bloedsinn. der sinn des momentan funktionierenden marketings - das der pds und rechtsextremen parteien - laeuft freilich auf sowas raus. und nebenher kaschieren sie darin ihre eigene konzeptlosigkeit. die npd beispielsweise scheint wirklich nix konkretes zustande zu bringen und die pds hat zwar vorschlaege, aber die sind utopisch. der sinn eines funktionierenden marketings waere die verbreitung von informationen: WAS ist das problem das wir mit massnahme X bekaempfen wollen? WAS muss dazu erreicht werden? und WARUM? WAS wird dazu beschlossen? WAS bedeutet das fuer dich, den waehler? WO fliesst das geld das du mehr abdruecken musst hin? und WARUM musst auch du es abdruecken? WELCHEN effekt erhofft man sich von dem geld? etc etc etc transparenz, die menschen muessen verstehen was genau es damit auf sich hat, warum es sie betrifft, woran gearbeitet wird und mit welchen mitteln... sicher mag es schwerer sein als nur zu tun was von oben kommt, aber demokratie ist nunmal etwas anspruchsvoller als sozialismus ala ddr. |
| utho | [QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i] [B]und marketing generell im wirklichen leben ohne zynismus bezeichnet den fachbereich produkt/firmen/personendarstellung. wenn ich mir (zum beispiel in der aktuellen vogue) angucke wie attraktiv man luxusartikel darstellen kann - also produkte die nur als verschoenernder ueberfluss dienen - dann meine ich, dass es moeglich sein muss, die produkte der politik etwas publikumsgerechter zu verkaufen..... [/B][/QUOTE] In meinen Augen ist der Begriff "Marketing" nur die neudeutsche , politische opportune Formulierung für Etwas das man früher Propaganda nannte . Dieser stigmatisierte Begriff wird nicht mehr genutzt , aber das Phänomen ist omnipräsent . Meiner Meinung nach nutzt die Regierung alle Möglichkeiten ihr Programm zu Vermarkten ; nur leider haben sie es bisher noch nicht geschafft das die Veränderungen des Sozialen Systems der letzten 15 Jahre vom Stimmvieh gefressen werden . Und das trotz der vielen Millionen aus Steuergeldern die an Agenturen gezahlt wurden - um die politischen Entscheidungen der jewaligen Regierungspartei zu bewerben . Wenn ein Produkt bekanntermaßen fehlerhaft ist - nutzt auch die Aufwendigste Werbung nicht besonders . Und übrigens : Transparenz - Marketing focussiert sich auf die positiven Komponenten eines "Produkts" - das wiederspricht in meinen Augen der Notwendigkeit nach Transparenz und Offenheit , die in der Politik gegeben sein sollte . Für mich betreiben die Regierenden Marketing der reinsten Form , ihr Problem dabei scheint eher in jenen Bereichen zu liegen - die das Marketingkonzept bewusst ausgrenzt und dämonisert . Wahre Transparenz könnte wirklich helfen - aber das wird es nicht geben , denn es könnte einen Teil der Bevölkerung entzaubern ; was nur noch mehr Probleme brächte . Nebenbei bemerkt - in den USA kann man zur Zeit sehr gut beobachten wie die Medien eine politische Funktion erfüllen , wer will ausschliessen das sie es auch hier in ähnlichem Maße tun ? |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Black Reaper [/i] [B]Was möchtest du mit diesen Links bezwecken? [/B][/QUOTE]Der Eröffnungsbeitrag thematisiert die Stimmengewinne der rechten Parteien bei den Wahlen in Sachsen. Der erste Link macht Wege deutlich, wie mit diesem Phänomen umgegangen werden kann. Einer dieser Wege - die Akzeptanz der verunsicherten (Rechts-)Wähler als Menschen und darauf aufbauender Dialog [b]miteinander[/b] kann kurz mit [b]"Feinde entdecken den Menschen im Feind"[/b] umschrieben werden. Der zweite Link zeigt die Gefahren auf, die uns drohen, wenn wir es nicht schaffen, den Menschen das Vertrauen in die Demokratie zurückzugeben. [QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i] [B]sorry TTP, aber das is bloedsinn. [/B][/QUOTE]Marketing heißt nicht umsonst [b]Market[/b]-ing: Es soll etwas vermarktet werden. Sinnvollerweise zeigt man der Zielgruppe nicht, das man sie im Visier hat, und sinnvollerweise zeigt man auch nicht, was man verkaufen will. Wenn die Neugier der Zielgruppe weg ist, dann hat man verloren. Gezeigt werden stattdessen entweder Positiv-Visionen (auf das beworbene Produkt hinweisend) oder Negativ-Visionen (auf Konkurrenzprodukte hinweisend), oder eine Mischung aus beiden. Kleine Empfehlung zur Desillusionierung: "Das Verkaufsgenie" ("Quota") von Vercors. :cool: |
| gekitsu | ttp: der unterschied in der analogie zwischen freiem markt und politik ist allerdings, dass wir unser politisches system so und so behalten. ob wir neugier am produkt verlieren oder nicht, kaufen muessen wirs trotzdem. die wahl ist bestenfalls zwischen union, spd, und weiteren verdaechtigen. und nu lass uns aufhoeren worte hin- und herzudrehen... du weisst denk ich auch ziemlich genau was ich mit dem begriff marketing gemeint habe, oder? :) ob wir den jetzt noch zwei seiten lang vor und zurueckzerren aendert nix dran dass etwas mehr transparenz und wissensvermittlung was politische vorhaben betrifft sicher nix schadet. |
| grazia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]Der Sozialismus scheiterte an seinen Ansprüchen, die Demokratie an ihrer Anspruchslosigkeit. [/B][/QUOTE] glatte pauschalaussagen. bitte nenne die (unangemessenen) ansprüche, die den sozialismus zu fall gebracht haben. bitte nenne die (unangemessene) anspruchslosigkeit der westlichen vertreterdemokratie, an der sie scheitern wird? oder schon gescheitert ist, deiner meinung nach. in beiden politsystemen sind es die menschen, das volk, das mehrheitlich den gefahrenen kurs bestimmt bzw. von seinen vertretern /so mies sie auch -gewählt- sein mögen/ bestimmen lässt, die wiederum von ... bestimmt werden. kennst du eine zeit- und ortgemäße alternative? [COLOR=orange] ‚Was tun Sie’, wurde Herr K. gefragt, ´wenn Sie einen Menschen lieben?’ ‚Ich mache einen Entwurf von ihm’, sagte Herr K. ‚und sorge dafür, dass er ihm ähnlich wird.’ ‚Wer, der Entwurf’?´ ‚Nein’, sagte Herr K.‚ ´der Mensch´. – Bertolt Brecht [/COLOR] was, wenn mensch und entwurf, praxis und staatstheorie auseinanderklaffen? was auf der zweierebene nicht hinhaut, haut auch auf der kollektivebene nicht hin. salve |
| Apex | [QUOTE] inwieweit man mit den Feinden der Demokratie, sprich [...] Sozialisten und Kommunisten etc. diskutieren kann, denn sie wollen ja die Ersetzung des demokratischen Systems durch ein anderes.[/QUOTE] Also hier muß ich doch mal energisch Einspruch erheben. Der Sozialismus und der Kommunismus sind keine Systeme welche im Gegensatz zur Demokratie stehen. Wenn man von den Theorien Lenins, Stalins und Mao Tse Tungs absieht, kann man sogar sagen, dass der Kommunismus als das zu erstrebende Ideal eigendlich auch die Perfektionierung der Demokratie ist. So hatte zum Beispiel Rosa Luxemburg eine komplette andere Vorstellung davon wie dieser Idealzustand zu erreichen sei als Lenin. Anders als dieser hielt sie nichts von einer straff gelenkten "Partei neuen Typs" und einer Diktatur im Namen der Klassendiktatur. Nachzulesen ist dies besonders in ihrem Werk "Zur russischen Revolution" welches 1922 postum veröffentlicht wurde. Hieraus stammt auch ihre berühmte Anmerkung "Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden". Ganz nebenbei beriefen sich in der Spätphase der DDR auch einige Teile der Bürgerbewegung auf Rosa Luxemburg. Ein anderes Beispiel wäre auch der Eurokommunismus der kommunistischen Parteien in Spanien und Italien. Dieser bekannte sich auch für den Fall einer sozialistischen Gesellschaftsordnung zum Parteienpluralismus, zum Recht aller auf Opposition, auf Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit sowie auf periodisch wiederkehrende freie Wahlen. Und stellte zwei Forderungen der marxistisch-leninistischen Herrschaftstheorie, nämlich die Diktatur des Proletariats und den proletarischen Internationalismus, zurück. Entschuldigung wenn dies jetzt etwas ausufernd war. Aber mir rollen sich die Zehennägel auf wenn die Leute Sozialismus und Kommunismus mit einer faschistoiden Diktatur gleichsetzen, nur weil die Bolschewisten mal solch eine im Namen des Sozialismus errichteten. Euer kleiner roter Api ;) |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von grazia [/i] [B]bitte nenne die (unangemessenen) ansprüche, die den sozialismus zu fall gebracht haben. [/B][/QUOTE]Lenin und seine Nachfolger haben ihre Theorien auf einem Ideal des Menschen aufgebaut, dem der reale Mensch nicht entsprach, und auch gar nicht entsprechen konnte. [QUOTE][B]bitte nenne die (unangemessene) anspruchslosigkeit der westlichen vertreterdemokratie, an der sie scheitern wird? oder schon gescheitert ist, deiner meinung nach. [/B][/QUOTE]Hier spielt(e) der Mensch eigentlich gar keine Rolle (außer der, Kapital zu vermehren). [QUOTE][B]in beiden politsystemen sind es die menschen, das volk, das mehrheitlich den gefahrenen kurs bestimmt ... [/B][/QUOTE]Sie bestimmen den Kurs nur soweit, als sie von äußeren Faktoren unabhängig sind. In Zeiten, da der Großteil der benötigten Nahrungsmittel und anderen Produkte von irgendwoher kommt, aber nicht selbst produziert wird, ist der Einfluss auf den gefahrenen Kurs ziemlich gering. [QUOTE][B]kennst du eine zeit- und ortgemäße alternative? [/B][/QUOTE]Stärkere Konzentration auf Selbstversorgung, Dezentralisierung von Produktion und Verteilung, soweit möglich. [QUOTE][COLOR=orange] ‚Was tun Sie’, wurde Herr K. gefragt, ´wenn Sie einen Menschen lieben?’ ‚Ich mache einen Entwurf von ihm’, sagte Herr K. ‚und sorge dafür, dass er ihm ähnlich wird.’ ‚Wer, der Entwurf’?´ ‚Nein’, sagte Herr K.‚ ´der Mensch´. – Bertolt Brecht [/COLOR] [/QUOTE]"Realsozialismus" auf den Punkt gebracht: Wenn die Leute nicht so sind, wie wir sie brauchen, müssen wir sie eben "umerziehen". Ich persönlich würde die letzte Frage mit Ja beantworten. [QUOTE][B]was, wenn mensch und entwurf, praxis und staatstheorie auseinanderklaffen? was auf der zweierebene nicht hinhaut, haut auch auf der kollektivebene nicht hin. [/B][/QUOTE]Genauso sieht's aus. :( Der Realsozialismus hat den Menschen nicht gegeben, was sie brauchen, weil vieles davon nicht in seine Theorie passte. Der Kapitalismus gibt vielen Menschen nicht, was sie brauchen, weil sie in seiner Theorie sowieso nur eine Nebenrolle spielen. Meiner Meinung nach kann es nicht schaden, die Menschen wieder in den Mittelpunkt aller Bemühungen zu stellen - aber als Menschen so wie sie sind, und nicht als Ideal- oder Schachfiguren. |
| grazia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]@TTP Danke, Dein Beitrag war besser, als das, was mir dazu eingefallen wäre. Ich bin beeindruckt.[/B][/QUOTE] ttp, danke ebenfalls, dass du nix das antworten in vorzüglicher weise abgenommen hast. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]was die naive Vorstellung Grazias angeht, in beiden Systemen hätte des Volk mehrheitlich über den Kurs bestimmt: es durfte vielleicht die Wagenfarbe bestimmen, nicht aber die Richtung, in die dieser fuhr.[/B][/QUOTE] merci für die blumen, nix. leider träum ich nicht, nix. ich schrieb verkürzt zitiert von einer kette, ausgehend von ..., repräsentiert durch jene, die das volk (ver)treten, die vom tumben, langmütigen volk getragen wird, bis es dann mal wie beim ´wunder von leipzig´ wieder mal skandiert (skandieren darf): "Wir sind das Volk." nur wenn und weil die masse mehrheitlich ... (unwissend) vertritt, kann ... sich durchsetzen. es nützt nix, nix, zu lamentieren, dass dummheit regiert, auch wenn ... die fäden spinnt - after all. [QUOTE][i]Original geschrieben von grazia [/i] [B] es sind die menschen, die mehrheitlich den gefahrenen kurs bestimmen bzw. von ihren vertretern /so mies sie auch ... sein mögen/ bestimmen lassen, die wiederum von ... bestimmt werden. [/B][/QUOTE] ich bitte um differenziertes lesen. nochmal die frage an dich, nix, der du doch bescheid zu wissen scheinst und brechreizende geschichten aus dem rentenversorgungsamt zu berichten wüsstest, was ich dir wohl abnehm: [QUOTE][i]Original geschrieben von grazia [/i] [B]kennst du eine zeit- und ortsgemäße alternative?[/B][/QUOTE] salve |
| grazia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]unterstelle mir etwa nicht, dass ich behauptet hätte, Lösungen zu präsentieren[/B][/QUOTE] tue ich nicht, ich erwäge die möglichkeit, dass dir welche einfallen könnten, weil du auch die problematik schärfer ins auge fasst und evtl. über insiderwissen/aussichten verfügst. (auch wenn das nicht deine aufgabe ist - wer unter den diskutanten ist schon berufspolitiker und ´offiziell´ mit lösungsfindungen betraut?) [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]von Dir hörte ich übrigens ebenfalls wenig Konstruktives [/B][/QUOTE] jeder beitrag ist konstrukt. wie er aufgefasst wird, ist ´subjektives´ empfinden. ttp führte selbstversorgung und weitgehende dezentralisierung an. mein vorschlag zur frage der lösungsmöglichkeiten geht über sachsen hinaus. panokratie? kenn ich nur peripher. ein organismus wächst von unten nach oben und von innen nach außen. eine reformation ebenfalls. über graswurzelarbeit. bewusstwerdungsarbeit. durch innovative unentbehrliche zeichensetzer, die sich nicht entmutigen lassen. Hans Küng, einer der unentbehrlichen vor- und nachdenker, geschasst von der katholischen Kirche, die ihm und sich seit Jahren (s)eine Rehabilitierung versagt, sagte 1999 in einem Fernsehinterview, aus dem Gedächtnis zitiert: *Hinsichtlich der Anforderungen der Realität sind Volk [unterste Schicht der Machtpyramide] und Klerus erstaunlich fortschrittlich eingestellt, die Bischöfe sind weit davon entfernt, der Papst [Spitze der Machtpyramide] am weitesten.* ... gibt den ton an //in der politik wird ... nicht papst/personell genannt// politiker vertreten ..., dafür selten das volk / den wählerauftrag vermittler, szenekenner, journalisten usw. können das wählervolk aufklären wenn das volk spricht (ähnlich einem ausbrechenden vulkan), statt stumm weiterzudulden, was es nicht wissen will/kann/darf, ist der machtspitze der boden entzogen. rom wurde nicht an einem tag erbaut. zerfallen ist das römische reich dennoch. und die röm. kath. kirche wird auch zerfallen, wenn die schäflein weiter entlaufen, verstärkt auch dadurch, dass die skandale des klerus ans licht kommen. Der prozess der loyalitätsverschiebungen ist schmerzhaft und langwierig. schäflein entlaufen, wenn sich innerlich -> äußerliche alternativen aufgetan haben. ob politikverdrossenheit und npd-wählen als alternative durchgeht? eher nicht. zeichen setzen sie. von ner amerikanerin, die zeitweise (noch immer?) aufgrund ihrer äußerungen durch den cia beobachet wurde, hab ich gelernt: >people´s bullshit dedector does just not reach high enough.< was für den scheißemelder gilt, gilt leider auch für den gold(lösungs)melder. und selbst wenn, für lösungsvorschläge brauchte es umsetzungswillige. ich setze auf paradigmenwechsel durch kollektive leiderfahrung. leider. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]und schiebe mir keine Zitate unter [/B][/QUOTE] upps, dumm gelaufen. eine zitatunterschiebung liegt nicht vor. dass die dummheit (nebst anderem) regiert und schwer ausrottbar ist (sh. einstein), ist kein aktuelles zitat von dir, nix. und einstein ist nur einer, der dies u.a. thematisiert hat und sich daran die zähne ausgebissen hat. es ist eine universale aussage. dummheit wirkt meist als wachstumsbremse. doch warum haben die dümmsten bauern die dicksten kartoffeln, frag ich mich. und warum sagt man akademikern nach, dass sie mit jedem titel dümmer werden? "you get dumber by degrees." aus usa [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]lasse Zynismus bei Fragen, die Du stellst, beiseite [/B][/QUOTE] danke für den hinweis. werde mich bemühen. und gelobe nie wieder rente mit versorgung zu verwechseln. pax brecht war sicher ein genialer kotzbrocken und meinte da: [COLOR=orange] "Die Schwachen kämpfen nicht. Die Starken kämpfen vielleicht eine Stunde lang. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich!" Bertolt Brecht [/COLOR] salve |
| grazia | [QUOTE][i]Original geschrieben von grazia [/i] [B]dass die dummheit (nebst anderem) regiert und schwer ausrottbar ist dummheit wirkt meist als wachstumsbremse. [/B][/QUOTE] [COLOR=orange]... denn die Dummheit ist der Mantel aller Macht. Konstantin Wecker [/COLOR] doch nicht zu vergessen. [COLOR=orange]Die Würde des Menschen ist unantastbar. Art. 1 Grundgesetz der BRD, [/COLOR] die Rede ist weder vom Sachsen, noch vom Deutschen, sondern vom menschen. salve |
| Skeptiker | Hmmm.... *grübel* Was ist eigentlich so schwer daran ein Votum der Wähler zu aktzeptieren? Die Wähler wollten das die Stimme der NPD in Sachsen im Parlament tönt und nun tut sie es...! Das ist doch das schöne einer Demokratie, oder? |
| Apex | Yep sie zeigt uns ganz deutlich die Abgründe der Gesellschaft... |
| Skeptiker | [QUOTE]Yep sie zeigt uns ganz deutlich die Abgründe der Gesellschaft...[/QUOTE] ...oder die Bedürfnisse eines Volkes! |
| Apex | Eher einen Protest...auch wenn die Art des Protests ziemlich kurzsichtig und blödsinnig ist. |
| Allanon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] [B]Eher einen Protest...auch wenn die Art des Protests ziemlich kurzsichtig und blödsinnig ist. [/B][/QUOTE] Ein Protest ist immer der Ausfluß aus nicht erfüllten Bedürfnissen, somit kann ich da @Skeptiker nur zustimmen. Mich beängstigen weniger die paar Stimmen für die NPD, als vielmehr das kindische Verhalten der Volksvertreter in CDU, SPD, Grüne und FDP, indem sie nicht fähig sind Auge in Auge mit den Vertretern der NPD zu diskutieren. Wer glaubt auf dieser Seite gebe es nur Flachzangen, der täuscht sich gewaltig und die Vertreter unserer großen Parteien sollten Rückgrat zeigen, alles andere spielt der NPD in das Konzept. Denn sie rechnen mit solch einem Verhalten. |
| B.O.F.H. | [QUOTE][i]Original geschrieben von Allanon [/i] Mich beängstigen weniger die paar Stimmen für die NPD, als vielmehr das kindische Verhalten der Volksvertreter in CDU, SPD, Grüne und FDP, indem sie nicht fähig sind Auge in Auge mit den Vertretern der NPD zu diskutieren. Wer glaubt auf dieser Seite gebe es nur Flachzangen, der täuscht sich gewaltig und die Vertreter unserer großen Parteien sollten Rückgrat zeigen, alles andere spielt der NPD in das Konzept. Denn sie rechnen mit solch einem Verhalten. [/B][/QUOTE] Ja das denke ich auch. Am gefährlichsten sind die intelligenten Leute unter denen. Wenn sich solche rechtsradikalen Kräfte einen Anzug und Lackschuhe anziehen und sich in der Öffentlichkeit zu benehmen wissen, bekommen sie noch viel mehr Zulauf und stimmen auch aus dem sog. bürgerlichen Lager und wenn sog. demokratische Parteien nicht den Arsch in der Hose haben sich mit denen auseinander zu setzen, dann haben wir ganz schnell ein Problem. Siehe z.B. Jörg Haider in Österreich. |
| Skeptiker | [QUOTE]wenn sog. demokratische Parteien nicht den Arsch in der Hose haben sich mit denen auseinander zu setzen, dann haben wir ganz schnell ein Problem[/QUOTE] ... nun vielleicht fehlen auch einfach die Argumente. Über den Mut (oder wie Du meinst den arsch in der Hose) braucht man bei den etablierten Volkszertretern nicht zu sprechen. [QUOTE]haben wir ganz schnell ein Problem. Siehe z.B. Jörg Haider in Österreich.[/QUOTE] Ich sehe aber verstehe nciht. Was ist denn in Österreich nach Haider schlimmes passiert? Haben die da wieder ein Führer, haben die einen Krieg begonnen, gab es mehr Übergriffe auf Fremde oder hat sich (so schockierend es auch für einige sein mag) die Welt einfach weiter gedreht und es ist gar nicht passiert, sieht man von der Panikmache einiger Leute ab?! |
| B.O.F.H. | [QUOTE][i]Original geschrieben von Skeptiker [/i] [B] Ich sehe aber verstehe nciht. Was ist denn in Österreich nach Haider schlimmes passiert? Haben die da wieder ein Führer, haben die einen Krieg begonnen, gab es mehr Übergriffe auf Fremde oder hat sich (so schockierend es auch für einige sein mag) die Welt einfach weiter gedreht und es ist gar nicht passiert, sieht man von der Panikmache einiger Leute ab?! [/B][/QUOTE] Nun, in Kärnten ist zum Beispiel ein Haider-kritischer Theaterintendant quasi rausgeekelt (kam am WE auf 3sat ein Bericht) worden, es wurden Gelder gestrichen, die ein vernünftiges Arbeiten am Theater unmöglich machen. Nach mehrmaligen Einsprüchen seitens des Intendanten fühlte sich dieser psychisch nicht mehr in der Lage dem Druck stand zu halten. es müssen keine Kriege oder Massenverhaftungen oder -deportationen stattfinden....Die Methoden sind heute wesentlich verfeinert und diffuser um Andersdenkende zu beseitigen, mundtot zu machen und gesellschaftlich zu erledigen. |
| Skeptiker | Ich kenne weder Bericht noch Fall (und kann damit nur wenig dazu sagen) aber Gelder für Theater etc. werden überall gestrichen und daß unbequeme Leute gerne aus ihren Positionen entfernt werden ist genauso bei anderen Parteien zu beobachten. Sowas nennt man Politik! :rolleyes: |
| B.O.F.H. | [QUOTE][i]Original geschrieben von Skeptiker [/i] [B]Sowas nennt man Politik! :rolleyes: [/B][/QUOTE] Auf diese Art von Politik verzichte ich gerne:rolleyes: |
| Skeptiker | [QUOTE]Auf diese Art von Politik verzichte ich gerne[/QUOTE] Du vielleicht, aber ein nicht unerheblicher Teil der Bürger Sachsens nicht...! |
| Apex | Naja solange ein nicht unerheblicher Teil Sachsens noch die PDS wählt is alles in Ordnung. Bisher hat es den rechten Parteien immer mehr geschadet als genutzt in einem Parlament vertreten zu sein, von daher mach ich mir um die Nasen noch keine großen Sorgen. |
| Demon17 | Ist auf jeden Fall unheimlich, das die NPD so viele Stimmen bekommt. Ich finde Rechstparteien im Parlament sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Gerade in Sachsen, wo es wirtschaftlich ja noch relativ gut läuft. Die Wirtschaft ist nun mal international, so etwas schreckt nur Investoren ab. Außerdem würde ich mich nicht mehr wohl fühlen. Wer ein bischen historisch denkt, dem wird die Bedrohung kla sein. Auch die PDS halte ich nicht gerade für einen Garanten für Wohlstand und Demokratie. Sicherlich trägt die Selbstgefälligkeit und Korruption in den demokratischen Parteien zusammen mit einem guten Schuß Opportunismus und Unehrlichkeit seinen Teil dazu bei. Aber man verbessert sich nicht wenn man Radikale wählt. |
| bItbreaker | Habt ihr euch mal die Mitglieder der NPD im Parlament angeschaut? Das sind alles maurer, Dachdecker und Arbeitslose, ich weiß nuicht wie die uns voranbringen wollen. |
| Demon17 | Ich auch nicht, aber wenn diese Information richtig ist, dann mache ich mir ernste Sorgen. Denn auf dem Bau werden deutsche Arbeitnehmer häufig von Schwarzarbeitern aus anderen Ländern, oder EU-bedingtem Lohndumping verdrängt. Es könnte damit zusammenhängen und wäre mal wieder ein Beispiel für das Versagen der regierenden Parteien. Dies ist natürlich kein Grund gleich NPD zu wählen, aber damit bekäme diese Richtung so etwas wie ein ernsthaftes Anliegen, das nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen wäre. Ich mein in Hamburg, die Schill-Partei war auch eine Reaktion auf offensichtliche Misstände. Ich finde Schill trotzdem zum kotzen, aber Leute die zulassen das auf den Straßen harte Drogen an Kinder verkauft werden halt auch. |
| Skeptiker | [QUOTE]Das sind alles maurer, Dachdecker und Arbeitslose, ich weiß nuicht wie die uns voranbringen wollen.[/QUOTE] Was habt Ihr gegen Dachdecker? Dürfen nur Doktoren und Professoren ins Parlament? Vieleicht weil die so schön volksnah regieren wie es unsere Bundesregierung tut? Schaut Euch mal an was am reichstag steht: "Dem Deutschen Volke". Was spricht dagegen wenn dann auch mal das Volk dort drin ist und Politik macht? |
| Apex | Hier muss ich Skeptiker mal recht geben, es ist sogar erwünscht, dass im Parlament Abgeordnete aus möglichst vielen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Schichten vertreten sind. Im Moment haben wir wir allerdings soweit ich weiß eine deutliche Mehrheit an Lehrern im Bundestag und wie es in den einzelnen Länderparlamenten aussieht weiß ich nicht. Grundsätzlich ist es jedoch wünschenswert, wenn jede Berufsgruppe und jede Klasse ein paar Vertreter im Parlament hat, auch Arbeitslose und Dachdecker. Das Fachwissen, dass man eventuell braucht kann man sich immer noch aneignen. |