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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: "kleine Kügelchen"
MahsheedMöchte ich ein Streitgespräch? Nun ja, eigentlich nicht. Das erstellte Thema ist eher "besinnlicher" Natur. Dennoch bestehen bereits kontroverse Ansichten hierüber. Der Anlass, mich hiermit zu beschäftigen, stellte die Nachricht über den Tod eines Menschen dar, mit dem ich die gleiche Kindergartengruppe besuchte. Jemand, der vor einiger Zeit seine Heimatstadt verließ und weit in die Welt hinaus zog, den es weit in den Norden verschlug... Kiel, Elbmarsch, Hamburg. Und der an Weihnachten, zu seinen Eltern aus Krankheitsgründen zwangszurückgekehrt, an den Folgen einer Krebserkrankung verstarb. Ich kam nicht umhin, nach möglichen Ursachen forschen zu wollen, wohl ein zwangartiges Unterfangen von mir, von einigen Dingen nicht lassen zu können. Natürlich muss gar nicht radioaktives Material zu der Erkrankung geführt haben. Auf das Thema atomare Bedrohung bin ich übrigens nicht zum ersten Mal aufmerksam geworden. Es fesselt mich regelmäßig. Dabei stieß ich auf folgende Artikel, die ich hier einfach mal in Auszügen zitieren möchte.
Mahsheed[size=1]"Kiel will Häufung von Leukämiefällen aufklären

Kiel (AFP) - Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat Vorwürfe von ehemaligen Mitgliedern der Leukämiekommission zurückgewiesen, nicht ernsthaft an einer Erklärung für die Häufung von Leukämiefällen bei Kindern in der Nähe des Atomkraftwerks Krümmel interessiert zu sein. Die Regierung nehme die Fälle von Krebserkrankungen "sehr ernst" und werde "weiterhin versuchen, ihre Ursachen ohne Tabus aufzuklären", erklärte das Kieler Umweltministerium.

Am Montag waren sechs von acht Mitgliedern der aus Wissenschaftlern bestehenden Leukämie-Kommission zurückgetreten. Sie warfen den Landesbehörden vor, nicht wahrhaft an der Aufklärung der Erkrankungsfälle interessiert zu sein. Die Kommissionsmitglieder erklärten, der Normalbetrieb der Atomanlage Krümmel führe nicht zu einem erhöhten Blutkrebsrisiko. Stattdessen vermuteten sie "geheimgehaltene kerntechnische Sonderexperimente" als Ursache."

[url]http://www.kernenergie.de/kernenergie/de/interaktiv/forum/showPost.php?navid=11&postId=1487[/url]

Im Folgenden die Erklärung der ausgetretenen Wissenschaftler:[/size]

"Erkenntnisse der schleswig-holsteinischen Fachkommission Leukämie im Zeitraum 1993-2004 zur Ursache der in der Nahumgebung der Geesthachter Atomanlagen aufgetretenen Leukämie-Häufung bei Kindern


Die "Wissenschaftliche Fachkommission zur Ursachenaufklärung der Leukämie-Erkrankungen im Raum Geesthacht/Elbmarsch beim Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung" wurde 1992 von der schleswig-holsteinischen Landesregierung eingesetzt, nachdem in der Samtgemeinde Elbmarsch eine auffällige Häufung kindlicher Leukämie-Erkrankungen aufgetreten war. Außer dem Vorsitzenden hat sie sieben stimmberechtigte Mitglieder. Fünf dieser Mitglieder sind Mitautoren des vorliegenden Berichts.

Die Samtgemeinde Elbmarsch liegt auf der niedersächsischen Elbseite gegenüber den Geesthachter Atomanlagen (Kernforschungsanlage GKSS 1 und Kernkraftwerk Krümmel). Die Kommission sollte der Frage nachgehen, ob die Erkrankungen durch radioaktive Emissionen erzeugt sein könnten. Andere in Frage kommende Ursachen für Leukämie wurden unter anderem von der niedersächsischen Leukämiekommission untersucht und sind ausgeschlossen worden.

Die durch das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin durchgeführte "Norddeutsche Leukämie- und Lymphomstudie" kam 2002 zu dem Ergebnis, dass zwischen dem Betrieb des Kernkraftwerks Krümmel und dem Auftreten von Leukämie-Erkrankungen in der Bevölkerung kein Zusammenhang nachweisbar sei. Dabei wurde ein Normalbetrieb mit kontinuierlichen Emissionen innerhalb der genehmigten Grenzwerte angenommen. Einen solchen Zusammenhang hat die Kommission niemals unterstellt, sondern ist der Frage nach ungenehmigten Freisetzungen nachgegangen.

In einer Erklärung vom Dezember 1997 sah die Kommission den Strahlenverdacht erhärtet auf Grund von Untersuchungsergebnissen über Chromosomenveränderungen in der Bevölkerung ("Biologische Dosimetrie") und Befunden über erhöhte Umgebungsradioaktivität (Beta- und Gammastrahler), die mit den Angaben über die radioaktiven Emissionen der Anlagen nicht in Einklang stehen. Die Höhe des Leukämie-Effektes erschien jedoch nur erklärbar durch dicht ionisierende Strahlung, wie z.B. inkorporierte Alphastrahler, die in der vorgeschriebenen Umgebungsüberwachung nicht spezifisch kontrolliert werden. Das schlagartige Auftreten der Erkrankungen war nur vereinbar mit einer unfallartigen Freisetzung von Radioaktivität und dem jahrelangen Anhalten des Effektes mit einer langen Halbwertszeit der freigesetzten Nuklide. Daher richtete sich das Interesse auf ein Ereignis im September 1986, bei dem eine Kontamination der Luft auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel (KKK) aufgetreten war. "


(Das war die Einleitung.)
Mahsheed"Durch Untersuchungen verschiedener Arbeitsgruppen in den letzten Jahren kommen wir zu folgenden Feststellungen:

In der Umgebung vom KKK und der benachbarten GKSS liegt eine erhöhte radioaktive Kontamination des Bodens vor, deren Abstandsgradient auf die Quellen KKK und GKSS hinweist.

Auf Dachböden von Häusern der Samtgemeinde Elbmarsch wurden Plutonium-isotope und Americium festgestellt, deren Zusammensetzung ausschließt, dass es sich um den durch Fallout der früheren Atomtests verursachten Background handelt. Diese Transurane können jedoch auch nicht aus dem KKK-Betrieb stammen.

Transurane und weitere Kernbrennstoffe (angereichertes Uran und Thoriumderivate) lassen sich ebenfalls im Boden der KKK- und GKSS-Umgebung nachweisen. Sie werden von der ARGE PhAM, 2 Weinheim, mit aufgefundenen Mikrosphären in Zusammenhang gebracht, die sie besonderen kerntechnischen Experimenten zuordnet. Art und Aufbau der Mikrosphären zeigen laut ARGE PhAM die Herkunft aus einer Hybridanlage, bei der die Techniken der Kernfusion und -spaltung vereint zur Energiefreisetzung benutzt werden sollten.

Massenspektrometrische Analysen an Mikrosphären ergaben Plutonium-, Uran- und Thoriumanteile und bestätigen somit die These von ARGE PhAM.

Im September 1986 wurden radioaktive Spaltprodukte freigesetzt. Ob die beobachteten Kernbrennstoffe und Transurane zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in die Umgebung gelangten, ist nicht bekannt.

Ein im September 1986 aktenkundig gewordener Brand auf dem GKSS-Gelände zwischen GKSS und KKK bestätigt das Unfallszenario.

Das schon früher gefundene Tritium in Baumringen aus dem Jahr 1986 bestätigt die Hybridthese (Fusion unter Verwendung von Tritium) und stellt einen zeitlichen Bezug zu dem Unfallereignis her.

Abweichend von den Annahmen der Dezember-'97-Erklärung kommt die Mehrheit der Kommission nunmehr zu dem Schluss, dass zwar das Kernkraftwerk Krümmel wegen einer Reihe ungeklärter Vorkommnisse und des lokalen Kleinklimas nach wie vor als Mitverursacher der Leukämie-Erkrankungen in Frage kommt, die wesentliche leukämierelevante Umgebungskontamination jedoch von geheim gehaltenen kerntechnischen Sonderexperimenten auf dem GKSS-Gelände verursacht sein dürfte.

Aus den Messergebnissen der Umgebungsüberwachung zum September 1986 und der Dosimeter auf dem Maschinenhausdach des KKK lassen sich Luftkontaminationen rekonstruieren, die das Tausendfache der dortigen Tschernobyl-bedingten Luftaktivität betragen haben.

Die aus den Dachstaubmessungen ableitbaren Anteile an Transuranen in der Inhalationsdosis machen den Leukämie-Effekt plausibel, da kleine Kinder und Embryonen besonders empfindlich sind und diese Nuklide bei vorgeburtlicher Belastung über den mütterlichen Stoffwechsel sehr starke Wirkungen auf das sich entwickelnde blutbildende System ausüben.

Wir bedauern, dass der jetzt erreichte Erkenntnisstand eine so lange Zeit benötigt hat, machen jedoch die erheblichen Widerstände dafür verantwortlich, die unseren Aufklärungsbemühungen durch Landes- und Bundesbehörden entgegengesetzt wurden. "
Mahsheed"Insbesondere wurden unsere Untersuchungen durch den Umstand erschwert, dass die schleswig-holsteinische Reaktoraufsicht - bis vor kurzem noch "Abteilung Reaktorsicherheit" des Ministeriums für Finanzen und Energie (MFE) - zwar nicht nominell, jedoch de facto der behördliche Ansprechpartner der Kommission war. Diese hat jedwede Unregelmäßigkeit seitens der kerntechnischen Betriebe und damit jedwede Lückenhaftigkeit ihrer eigenen Aufsicht bestritten und zu allen genannten Ergebnissen Gegenbehauptungen konstruiert.

[U]Die selektive Berücksichtigung gutachterlicher Argumente gipfelte in einem besonderen Einsatz des langjährigen Referatsleiters der Abteilung Reaktorsicherheit im MFE, Dr. W. Wolter, in dessen Amtszeit die Errichtung des KKK sowie die anschließenden Betriebsjahre mit dem Anstieg der Leukämiefälle fielen. Nach Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand trat er als Mitarbeiter eines Büros SÄST auf und fertigte als angeblich unabhängiger Gutachter für das Ministerium Expertisen zur Widerlegung von Kommissionsbefunden an, begutachtete somit seine eigene Behördentätigkeit. [/U]

Zudem stand uns die einhellige Bereitschaft fast aller anderen Behörden und staatlichen Untersuchungsstellen entgegen, die Positionen des MFE zu dulden oder zu unterstützen, ohne unsere Argumente angemessen zu diskutieren. Eine Anerkennung der erarbeiteten Argumente und Unterstützung vieler und wichtiger weiterer Aufklärungsbemühungen hat die Kommission nur durch Nicht-Regierungsinstitutionen wie IPPNW, 4 Bürgerinitiative, 5 BUND, 6 CDAK 7 und GSS 8 sowie Einzelpersonen erfahren. Bürgerinitiative und IPPNW haben bezeichnenderweise auch die Mittel bereitgestellt, die zur Finanzierung der entscheidenden Messungen der letzten Jahre erforderlich waren.

Für die Strahlenthese sprechen nicht nur die nachgewiesenen Zellmutationen bei Einwohnern der Elbmarsch und die beobachteten Kontaminationen, die mit den offiziellen Angaben nicht übereinstimmen, sondern auch die medizinisch-biologischen Eigenheiten des kindlichen Leukämieclusters. Strahlentypisch sind die Alters- und Geschlechtsverteilung. "
Mahsheed"Die auffällige Verschiebung der Erkrankungshäufigkeit zu sehr jungen Lebensaltern gegenüber normal steht in Einklang mit der besonderen Strahlenempfindlichkeit im frühen Kindesalter. Daher wäre es kein Widerspruch, würden noch ausstehende epidemiologische Untersuchungen, die das Leukämiephänomen in ihrem zeitlichen Verlauf korrekt würdigen, zu dem Ergebnis kommen, dass in der erwachsenen Bevölkerung kein Zusammenhang zwischen Geesthachter Anlagen und Leukämiehäufigkeit ableitbar ist.

Die Tatsache, dass überwiegend Jungen betroffen sind, entspricht den Ergebnissen an den Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.

Aus Angaben des Deutschen Krebsregisters ist zu entnehmen, dass eine Häufung anderer kindlicher Krebserkrankungen bis heute bei Geesthacht nicht feststellbar ist. Dies spricht für die von uns angenommene selektive Wirkung der alphastrahlenden Nuklide auf das Knochenmark im Gegensatz zu einer gleichmäßigen Ganzkörperbestrahlung.

Nach Angabe des Deutschen Kinderkrebsregisters ist die Rate kindlicher Leukämiefälle in der 5-km-Umgebung des Kernkraftwerks Krümmel bis in die Gegenwart signifikant erhöht geblieben (etwa 3-fach), betroffen waren seit 1995 ausschließlich Kinder unter 5 Jahren. Dieser Tatbestand erfordert es, die Erhebungen fortzusetzen und die Ursache(n) umgehend zu beseitigen.

Zur weiteren Abklärung der Ursache(n) der beobachteten Umgebungskontamination und der Frage, welche Belastungspfade für den anhaltenden Effekt verantwortlich sind, werden folgende Zusatzuntersuchungen für aussagekräftig gehalten:

Die Höhe der Kontamination durch angereichertes Uran, Thorium, Plutonium und Americiumisotope sollte durch nuklidspezifische Messungen im Boden in verschiedenen Tiefen und Abständen vom vermuteten Freisetzungsort bestimmt werden. Die Frage, ob sie zeitgleich mit den Spaltproduktabgaben im September 1986 freigesetzt wurden, kann dabei durch entsprechende Korrelationsuntersuchungen geklärt werden.

Die nach 1995 erkrankten Kinder wurden alle nach 1986 geboren. Die Frage, ob eine erhebliche anhaltende Inkorporation bei den Eltern vorliegt, könnte durch eine weitere Untersuchung mit biologischer Dosimetrie geklärt werden.

Die Daten der Norddeutschen Leukämie- und Lymphomstudie sollten benutzt werden, um eine Erhöhung der Leukämierate in der Bevölkerung in Bezug auf den Zeitpunkt 1986 als vermuteten Beginn der Strahlenbelastung zu überprüfen (wurde unseres Wissens bereits in Auftrag gegeben)."
Mahsheed"Die unterzeichnenden Kommissionsmitglieder gehen davon aus, dass es mit den ergänzten Bestimmungen der Umgebungskontamination und den Ergebnissen des Strahlenbiologischen Gutachtens 9 möglich sein würde, Dosis-Wirkungs-Relationen herzustellen, die das beobachtete Leukämievorkommen erklären können, sowie vorbeugende Maßnahmen gegen weitere Bevölkerungsexposition durchzusetzen.

Nach unseren leidvollen Erfahrungen während der letzten 13 Jahre mit dieser Kommissionsarbeit können wir allerdings nicht erkennen, dass die Landesregierung Schleswig-Holstein - entgegen ihrem eigenen ursprünglichen Auftrag der "Aufklärung der Ursachen der Leukämiehäufung in der Umgebung von KKK und GKSS" - eine Aufklärung wirklich wünscht.

[U]Dafür spricht auch die Unterlassung einer von uns geforderten Unterstützung durch Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt bei der Aufklärung des Brandes im September 1986 auf dem Gelände zwischen GKSS und KKK. [/U]

Wir haben das Vertrauen in diese Landesregierung verloren. Wir treten daher mit sofortiger Wirkung aus dieser Kommission aus, bedauern diesen Schritt nur gegenüber den von den Atomanlagen an der Elbe (und anderswo) auch weiterhin gefährdeten, aber von der Landesregierung im Stich gelassenen Menschen.


Prof. Dr. rer. nat. Otmar Wassermann (Vorsitzender der Kommission)
und die Kommissionsmitglieder
Dr. med. Helga Dieckmann MPH
Prof. Dr. rer. nat. Inge Schmitz-Feuerhake
Prof. Dr. med. Horst Kuni
Prof. Dr. med. Roland Scholz
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Edmund Lengfelder
Mahsheed[size=1]Ein anderer Text, von dieser Seite stammend:
[url]http://www.atomenergie-und-gesundheit.de/pflugbeil2.html[/url][/size]

"Radioaktivitätsfunde eines atomenergiefreundlichen Instituts

Jüngstes Beispiel: die Diskussion um die Kernbrennstoffkügelchen, die bei Nukem in Hanau großtechnisch hergestellt wurden. Sie spielen bei der Analyse möglicher Ursachen der weltweit größten Häufung von Leukämieerkrankungen bei Kindern in der Elbmarsch eine zentrale Rolle – in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Krümmel und zum Kernforschungszentrum in Geesthacht (GKSS).

Seit Jahren bemühen sich die Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) und die Gesellschaft für Strahlenschutz, herauszubekommen, worauf die Leukämiefälle zurückzuführen sind.

Die typische Haltung der Regierungsvertreter und der Betreiber kerntechnischer Anlagen ist dabei: abstreiten, nicht erinnern, die um Aufklärung bemühten Wissenschaftler diffamieren. Die Diskussion war gründlich festgefahren, als unerwartet ein bis dahin eher für die Nutzung der Kernenergie engagiertes Institut, die ARGE PhAM, Bodenproben beidseits der Elbe nahm und verschiedene Arten von „Kügelchen“ fand – und zwar Bruchstücke solcher Kügelchen und verschiedene Isotope, die dort überhaupt nicht hingehörten.

Recherchen haben den Verdacht genährt, dass im Forschungszentrum Geesthacht an Projekten gearbeitet wurde, über die man heute nicht gerne redet.

[...]

Unerwartete Schützenhilfe ergab sich aus eigenen Recherchen in der Bundesbehörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes. Das MfS interessierte sich auffällig für die Grauzone zwischen Bomben und Kraftwerken:

Aufschlussreich waren Akten, die sich mit Überlegungen zum Einsatz von Kernwaffen für terroristische Zwecke befassen. Aus „zuverlässigen Quellen der Abteilung 5 der Hauptabteilung XVIII“ gibt es da eine „Einschätzung des gegenwärtigen Entwicklungsstandes“. Die Studie aus dem Jahr 1987 untersucht Entwicklungen in der BRD, den USA, der Schweiz und Saudi-Arabien.

Sie beginnt interessanterweise nicht mit militärischen Überlegungen, sondern mit dem Hinweis auf die Kernfusion als möglicher Lösung der Weltenergieprobleme. „Eine Lösungsmöglichkeit könnte das Einschießen von kleinen bis kleinsten Fusions-Fissions-Kügelchen in den Reaktor darstellen.“

Doch dann heißt es: „Interessanterweise sind in der letzten Zeit die Erfolg versprechendsten Fusionskonzepte in einer ganz anderen Richtung angelegt worden“, die ergeben habe, dass bei „Fusions-Fissions-Kügelchen eine andere Anwendung wesentlich interessanter ist“.

Das werde „durch die Zielrichtung der US-amerikanischen Atompolitik unterstützt“, bei der „das Streben der Kernwaffenforschung eindeutig zu kleineren und leichteren Kernladungen ... geht“. Das MfS nennt Kügelchen mit Abmessungen im Millimeter- bis Zentimeter-Bereich, die gigantische Sprengstärken entwickeln.

Physikalisch funktioniert das Ganze etwa so, dass die Kügelchen zunächst zu einer Implosion gebracht werden (dazu gibt es verschiedene Tricks wie Laserstrahlen und andere). Dabei entsteht ein Druck, der die Dichte einer winzigen Menge spaltbaren Materials im Innern des Kügelchens so stark erhöht, dass es zu einer Kernspaltung (Fission) kommt.

Die folgende Fusionsreaktion ist das eigentliche Ziel. Dabei kommen vor: Uranoxid, Urancarbid, Uransilizid, Uran-, Plutonium-, Americium-, Curium-, Californium-Isotope, Deuterium und Tritium.

Genau diese Materialien liegen in der Elbmarsch offen in der Landschaft herum. Und es ist völlig ausgeschlossen, dass es sich dabei um natürliche Bestandteile des Bodens handelt.

Wichtig ist, dass man so zu interessanten Sprengwirkungen mit Spaltmaterialien weit unterhalb der bekannten kritischen Massen kommen kann.

Auf gut Deutsch: Man bekommt Miniatombomben, die in einem Kugelschreiber untergebracht werden können. Das MfS beschreibt die Einsatzbereiche:

- Ersatz konventioneller Munition durch wesentlich kleinere und leichtere Geschosse mit besserer Zielgenauigkeit, Flächenbombardements möglich;

- Submunition, intelligente Munition;

- Taktische Kernwaffen in Flugzeugen und U-Booten, in denen bisher die Anzahl der mitgeführten Kernwaffen durch deren hohes Gewicht stark begrenzt war;

- Krieg der Sterne: Platzierung der Sprengladungen lange vor dem Einsatzfall, Zündung aus dem Weltraum durch Laser geringer Leistung oder Verwendung als Geschosse in elektromagnetischen Kanonen im Weltraum zur Zerstörung von Interkontinentalraketen und Satelliten ...

- Diversion und Sabotage: leicht transportierbare kleine Sprengsätze ... schlechte Nachweisbarkeit der Sprengung in einem Kernkraftwerk, weil danach sowieso alles verstrahlt ist.
MahsheedDas MfS fand es bemerkenswert, dass die besonders geeigneten Isotope Americium 243, Curium 245 und Californium 249 beispielsweise bei einer Grenzkontrolle schwer aufzuspüren sind. Denn diese Isotope senden Alphastrahlen aus, die bereits von einer dünnen Folie oder Kugelschreiberhülle wirksam eingeschlossen werden können.

Das MfS verweist auch darauf, dass die Miniatombomben wegen der langen Halbwertszeiten der relevanten Isotope auch viele Jahre irgendwo versteckt liegen können, ohne ihre Funktionsfähigkeit zu verlieren.

Und dieses Interesse war mit Sicherheit nicht nur platonisch, denkt man an die Aufgaben der „Arbeitsgruppe des Ministers/Sonderfragen“ (AGM/S) des MfS.

Das war eine Gruppe von hoch qualifizierten Einzelkämpfern, die – wie in bekannten Spionagekrimis – als scheinbar harmlose Bürger bis heute unentdeckt in Deutschland leben und einst auf das Stichwort für einen bestimmten Mord- oder Sabotageanschlag warteten.

Es liegt auf der Hand, dass für ihre Zwecke Miniatombomben die optimale Lösung dargestellt hätten. Es gibt Listen des MfS mit bedeutenden „Zielobjekten in der BRD“, unter denen acht Kernkraftwerke und andere kerntechnische Anlagen waren.

In der Literaturrecherche des MfS wird auf die Zeitschrift Atomkernenergie-Kerntechnik hingewiesen, in der allein zwischen 1982 und 1985 zehn Veröffentlichungen mit durchschnittlich zehn Literaturhinweisen zur Thematik zu finden sind.

Von den Autoren wird Professor Friedwardt Winterberg genannt, der zunächst in der Gesellschaft für Kernenergieverwaltung in Schifffahrt und Industrie in Hamburg und am Forschungsreaktor in Geesthacht (GKSS) gearbeitet hat, später nach Reno (Nevada, USA) ging, aber die Zusammenarbeit mit der GKSS weitergeführt hat. Er verfügt über mehrere Patente und hat sich intensiv mit den militärisch nutzbaren Aspekten des Themas befasst.

In der Zeitschrift fallen mehrere Arbeiten von K.-D. Leuthäuser aus dem Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalyse (INT) bei Kiel auf, die sich mit den „Kügelchen“ befassen, vom MfS aber übersehen wurden.

Sowohl die Zeitschrift Atomkernenergie als auch das INT und die GKSS wurden wesentlich von Professor Erich Bagge mitbegründet. Er gehörte zu den deutschen Physikern, die es glücklicherweise nicht geschafft hatten, für Adolf Hitler die Atombombe zu bauen.

Anders als etliche seiner berühmten Kollegen wie Max Born, Otto Hahn, Walter Gerlach, Werner Heisenberg, Max von Laue, Heinz Maier-Leibnitz, Fritz Strassmann und Karl Wirz hat Bagge jedoch die von Carl Friedrich von Weizsäcker initiierte Göttinger Erklärung vom 12. April 1957 nicht unterzeichnet.

Dieser bemerkenswerte Text begann so: „Die Pläne einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr erfüllen die unterzeichnenden Atomforscher mit tiefer Sorge.“ Die Unterzeichner erklären, es wäre „keiner der Unterzeichnenden bereit, sich an der Herstellung, der Erprobung oder dem Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise zu beteiligen“. "
Mahsheed[size=1]Kleine Bürgerinitiativen versuchen regelmäßig, an Bundesbehörden zu appellieren:

[url]http://www.bbu-online.de/Presse.htm[/url]

[/size]
"Dass im Atomkraftwerk Pilippsburg seit Mitte der 80er Jahre in schwerwiegendster Weise bis Ende 2001 gegen Sicherheits-Vorschriften verstoßen und dies weder vom mitzuständigen TÜV erkannt/aufgedeckt wurde und auch in Ihrem Ministerium unbemerkt blieb, hat in der Bundesrepublik Deutschland, ja auch in Europa großes Aufsehen erregt. Dabei wurde u. E. nicht nur das Ansehen des AKW-Betreibers En-BW, sondern auch das der Baden-Württembergischen Landesregierung, d.h. der Atom-Aufsicht Ihres Ministeriums schwer geschädigt, zumal Sie als eigentliche notwendige Konsequenz es leider unterließen, En-BW- die Betriebs-Genehmigung wegen fehlender Zuverlässigkeit und Fachkunde gemäss Vorschrift nach § 7 des Atom-Gesetzes zu entziehen.

Leider müssen wir Ihnen aufgrund eines Erinnerungshinweises nun mitteilen, dass sich Mitte der 80er Jahre ein weiterer Skandal-Fall in Form eines mehrjährigen Korruptions-Bestechungs-Vorgangs im AKW-Philipps-burg ereignete.

D.h. im Rahmen des europaweit bekannt gewordenen Atom-Müll-Skandals der "Trans-Nuklear, Hanau" (einer Nukem-Tochter mit Mehrheitsbeteili-gung RWE und Degussa) erhielten wir folgende zuverlässige Hinweise:

Der für Atom-Müllentsorgung zuständige verantwortliche Mitarbeiter des AKW-Philippsburg ließ sich bestechen bzw. korrumpieren, denn er erhielt von mindestens Mai 1983 bis Oktober 1986 durch den Beauftragten der Trans-Nuklear Hanau insgesamt mindestens ca. DM 366.000,-- und vergab daraufhin die von TN-Hanau gewünschten Aufträge, obwohl im AKW Philippsburg eine eigene Konditionierungsanlage vorhanden war, die aber zu Gunsten der TN einfach nicht genutzt wurde.

Hierbei soll es sich um Atommüll in z. T. flüssiger Form aber auch in fester Form gehandelt haben, der dann von TN Hanau zur belgischen Atom-Bearbeitungs-Anlage der SCK/CEN in Mol transportiert und dort z. T. verdampft, verbrannt bzw. verfestigt/komprimiert/konditioniert und deren Reste nach Deutschland zurücktransportiert wurden.

Nach unbestätigten Informationen hat die TN Hanau insgesamt ca. 4000 Fässer/Gebinde mit Atommüll (Höhe der darin enthaltenen Philippsburger Menge ist unbekannt) aus deutschen Anlagen nach Mol geliefert. Bei einer deutschen Stichproben-Kontrolle des in Mol bearbeiteten/verdichteten/ d. h. reduzierten Atom-Mülls (Prüfstelle/Fa. uns unbekannt), stellte sich dann u.a. heraus, dass es sich z. T. um Atommüll handelte, der z. T. Plutonium und andere Nuklide enthielt, als aus Deutschland nach Mol geliefert. Nachforschungen ergaben, dass in Mol Atommüll aus einem belgischen Störfall-Reaktor – vorschriftswidrig und auftragswidrig – beigemischt worden war. Weiter stellte sich heraus, dass Leitungs-Personal der belgischen Mol-Anlage ebenfalls von TN Hanau bestochen / korrumpiert wurde.

Nach Aufdeckung dieses deutsch-belgischen Atommüll-Skandals verfügte u. Erinnerung nach der damalige Bundesumweltminister Dr. Klaus Töpfer, dass jedes einzelne aus Mol zurückkommende Atommüll-Fass inhaltsmässig auf Radioaktivität und radioaktive Anteile im Kernforschungszentrum Karlsruhe bzw. Jülich untersucht werden sollte. Angeblich sind daraufhin ca. 120 Mol-Fässer untersucht worden, aber weitere Untersuchungen, angeblich aus Kostengründen, unterblieben."
Mahsheed[size=1]oder dieses hier[/size]

"12.11.04
Grenzwertüberschreitung bei Radioaktivitätsabgabe über das Betriebsabwasser beim AKW / Biblis Block A / BBU und BUND Hessen kritisieren erneuten Verstoß des Kraftwerksbetreibers RWE Power AG gegen Bestimmungen des Atomgesetzes, der Strahlenschutzverordnung und der Genehmigungsauflagen und fordern die sofortige Abschaltung des AKW Biblis

Das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat am 11.11.04 mitgeteilt, dass sich im AKW Biblis Block A bei der kontrollierten Abgabe des Radionuklids Tritium in das Betriebsabwasser eine Überschreitung des Halbjahresgrenzwertes ergeben habe.

Eduard Bernhard, energiepolitischer Sprecher des BBU: "Wir halten diesen Störfall für sehr bedenklich, da jede Abgabe von Radioaktivität aus einem AKW eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung darstellt. Es stellt sich die Frage, ob Block A langsam leck wird. Es ist nicht zu verstehen, dass zwar alte Autos mit leckender Ölwanne aus dem Verkehr gezogen werden, ein leckendes AKW aber nicht sofort abgeschaltet wird."

[size=1]
Die Bitten dieser Bürgerinitiativen sind sicher ehrenwert, werden jedoch offensichtlich nicht in ausreichendem Maß befolgt oder bestehen aus unwesentlichen Zugeständnissen der angesprochenen Behörden und Dienststellen.

Über richtig und falsch ist das letzte Wort natürlich wie immer nicht gesprochen. Doch die Resultate, die leider nicht von schön redenden Worten beeinflussbar sind, sprechen ihre eigene Sprache.

Welchen Handlungsspielraum hat man als machtloser Mensch, der Angst um seine eigene Gesundheit und die seiner Freunde und Bekannten hat? Das Verlassen auf die Messungen und Auswertungen, auf die Aussagen Anderer bezüglich Sicherheit und eingehaltener Verantwortung ist offensichtlich ein Spiel, das mit russischem Roulette zu vergleichen ist. In einer Frage, in der es um Leben oder Tod geht, darf es keine unklaren Entscheidungen geben oder Wagnisse. Doch - wer fragt nach dem "Dürfen". Es darf, was gerade muss. Und was muss, das muss. Und muss manchmal eben Leben kosten. [/size]

Es könnte zumindest sein, dass es günstig ist, sich vor einem Umzug, wohin auch immer, zuvor darüber zu informieren, ob sich ein Atomkraftwerk in unmittelbarer Nähe befindet. Das meine ich wirklich sehr ernst.
MahsheedUm mit diesem Thread vielleicht etwas Nützliches zu tun, wollte ich damit beginnen, Orte zu sammeln.

Orte in Deutschland und an den deutschen Grenzen, an denen und in deren Umkreis eventuell solche nuklearen, unkontrollierten Verunreinigungen stattfinden könnten.

Es ist mir bisher nicht gelungen, eine Liste mit allen Orten per google-Suche zu finden. Deshalb muss man wohl alle Informationen in Kleinstarbeit zusammen tragen und immer wieder aktualisieren.

Ahaus / Gronau (NRW)
Brake/Esenshamm/Nordenhamm
Brokdorf
Brunsbüttel (Schleswig-Holstein)
Emmerthal / Grohnde (bei Hannover)
Essenbach
Garding (Forschungsreaktor)
Geesthacht/Elbmarsch ("Krümmel")
und Lauenburg (direkt neben "Krümmel", sog. Forschungsreaktor FRG1)
Gorleben
Grafenrheinfeld
Grohnde
Gronau
Grundremmingen- Landkreis Günzburg (Bayern)
Hanau ("NUKEM/Degussa")
Heilbronn (Neckarwestheim) / Ludwigsburg
Jülich
Kahl am Main (Versuchsatomkraftwerk)
Karlsruhe (Wiederaufbereitungsanlage)
Lingen (Emsland)
Lubmin / Greifswald (Zwischenlager)
Lüchow - Danneberg
Morsleben (Endlager für schwach- bis mittelradioaktiven Müll)
Mülheim-Kärlich (AKW zwischen Koblenz und Neuwied)
Philipsburg KKW
Rheinsberg
Salzgitter ("Schacht Konrad")
Spangdahlem (Militär-Basis)
Stade
"Wismut"
PelloquinHallo

Sprachlos bin ich angesichts der von Dir aufgeführten Artikel; sprachlos angesichts dieser Skrupellosigkeit, die so bedenkenlos Menschenleben dem eigenen Profitstreben opfert.

Und wie schlimm es ist, dass dieses Treiben von Staatsanwalt und Polizeibehörden auch noch gedeckt wird.

Leider Gottes ist diese Geschichte kein Einzelfall:

Nicht weit von meiner Heimatstadt, im nur 23 Kilometer entfernt liegenden Spangdahlem befindet sich eine Basis des US-Militärs, die im Verbund mit der nahegelegenen Basis Ramstein den größten US-Militärstützpunkt außerhalb der USA darstellt.
Im Zuge der Schließung der Rhein-Main-Airbase in Frankfurt bis 2005 und der Verlagerung dieser Kapazitäten nach Ramstein und Spangdahlem wird eine Erweiterung dieser Standorte vorgenommen. In den Kriegen der Zukunft soll Ramstein als Personaldrehkreuz und Spangdahlem als zentrales Munitions- und Treibstofflager dienen, und damit eine wesentliche Schlüsselposition einnehmen. [Quelle: [url="http://www.agf-trier.de/html/body_air_base_spangdahlem.html"][/url]]


"5.000 Soldaten und 7.000 Angehörige sind in Spangdahlem stationiert. Wer sich dem Ort nähert, ahnt davon nichts. Hier, 20 Kilometer westlich von Bitburg, soll einer der größten Militärflughäfen der USA sein? Hinter diesen sieben Bergen der Eifel vermutet man eher einen Freizeitpark. Doch von Spangdahlem starten A-10 Tarnkappenbomber. "Zwölf davon gingen beim Kosovokrieg jede Nacht hoch. Die kamen frühmorgens zurück, begleitet von F-16-Kampfjets", erzählt ein Anwohner. Beladen waren sie mit "Panzerbrecher-Munition", 4.000 Schuss pro Minute, mit einem Kern aus radioaktivem Uran-238, das beim Einschlag freigesetzt wird. Gelagert wird diese Munition, zusammen mit Nuklearsprengköpfen aus Zeiten des Kalten Krieges, nur wenige hundert Meter vom Kindergarten und der Grundschule Binsfeld. Auch im Golfkrieg 1991 wurden die Urangranaten eingesetzt. Bei irakischen Kindern im Raum Basra ist das Uran noch heute nachweisbar. Zehntausende sind an Leukämie, Nieren-, oder Leberversagen gestorben. Beim kommenden Golfkrieg werden es nach Schätzungen der Universität Toronto zusätzliche 35.000 Menschen sein, die noch lange nach Kriegsende an der Uranstrahlung sterben.

Doch auch im Umfeld der Airbase ist Krebs keine seltene Todesursache. Da von offiziellen Stellen hinsichtlich der Risiken nur Beschwichtigendes zu hören ist, hat ein Bürger auf eigene Faust recherchiert, wie in Binsfeld und den umliegenden Orten gestorben wird. Sein Ergebnis: In 95 von 97 Fällen soll Krebs in den letzten Jahren die Todesursache gewesen sein. Als Auslöser im Verdacht steht der von der Air Force verwendete Treibstoff JP-8. Besonders gefährlich soll er sein, wenn er unverbrannt eingeatmet wird, wie es bei Starts und Landungen oder beim Warmlaufen von Triebwerken im Umfeld von Flughäfen geschieht. "Unverantwortliche Panikmache! JP-8 ist harmloser als Autoabgase", sagt der Ortsbürgermeister. Pfarrer Leo Koch betreut seit acht Jahren die Katholiken der Region. Die inoffiziellen Krebszahlen decken sich mit seinen Beobachtungen. Auch er sieht den Zusammenhang zwischen Krebstoten und Airbase: "Auffällig ist vor allem, dass es viele junge Menschen trifft, kein Alterskrebs also, sondern Menschen die unter 60, unter 40 Jahre alt sind." Und der Pfarrer erzählt von der Ohmacht der Bürger, die schon vor Jahren gegen den Fluglärm - und aktuell - gegen die Enteignung ihrer Felder zum Zweck der Flugplatzerweiterung geklagt haben: "Die Leute sind verarscht worden, man hat sie über den Tisch gezogen, und kein Politiker, egal welcher Partei, hat ihnen geholfen." Von solchen Vorgängen hört Patti an diesem Nachmittag zum ersten Mal. Sie zählt zu den wenigen Amerikanerinnen, die ein Geschäft in Binsfeld betreiben: "Black Forest Clock Factory", steht auf dem Eingangsschild. Schwarzwälder Uhren aus der Eifel. Dass in ihrer Nachbarschaft Landwirte enteignet werden, um die Airbase auszubauen, will sie nicht glauben. Fast hält sie es für einen Scherz, dass die US-Streitkräfte den Stützpunkt Rhein-Main im Jahr 2005 schließen und zum Teil hierher verlegen wollen. Nur 500 Meter vor den Häusern Binsfelds werden dann Transportmaschinen abgestellt. In gleicher Entfernung sollen an Testständen deren Triebwerke überprüft werden. Unter Vollauslastung würde der Abgasstrahl, angereichert mit unverbranntem JP-8, Binsfeld mit Windstärke 7 treffen. Vor zwei Wochen rückten Bautrupps aus Ostdeutschland an und rammten Stahlpfähle für den Zaun in den Boden, hinter dem die Airbase erweitert werden soll. Günter Schneider wird enteignet. "Zum Wohle der Allgemeinheit", wie es im Grundgesetz heißt."

[Quelle: [url="http://www.anti-atom-aktuell.de/archiv/140/140spangdahlem.html"][/url]]


Anmerkung: Ich selbst wurde von der Richtigkeit dieser Berichte überzeugt, als ich mit einem in unmittelbarer Nachbarschaft der Base lebenden Zivildienstleistenden aus meinem Team ins Gespräch kam, der mir davon berichtete, dass sein Bruder wegen eines Tumors im Krankenhaus behandelt werden mußte, und dass seine Freundin infolge von Leukämie starb.

Nicht wenige in seinem Dorf vermuteten die Ursache für die häufigen Krebserkrankungen in der Bevölkerung in der Praxis des US-Militärs, aus Sicherheitsgründen vor der Landung die Treibstofftanks zu leeren.

Über den Wäldern und Dörfern der Eifel.
hagzissa13Der Verdacht liegt nah, ganz klar! Und ich finde es gut, daß man die Augen nicht verschließt, sondern kritisch umgeht mit solchen Dingen.

Auch ich bin in unmittelbarer Nachbarschaft eines AKW's großgeworden (Mülheim-Kärlich, am Mittelrhein zwischen Koblenz und Neuwied gelegen). Das AKW war jedoch nicht lange am Netz, offizielle Untersuchungen oder Verdacht auf Anstieg von Lymphom- oder hämatologischen Erkrankungen in unserem Gebiet konnte ich nicht finden bisher.

Jedoch ist eins interessant: In unserer benachbarten Vulkaneifel ist die natürliche Radioaktivität wesentlich höher, als in "normalen" Gebieten in Deutschland und auch dort habe ich nichts über erhöhte Erkrankungsraten gefunden.


Hagzissa

- per aspera ad astra -
MahsheedIch habe die von euch genannten Orte gleich nachgetragen.

Man findet ohnehin kaum Material über die Krebsrate. Ich habe bisher nirgendwo eine Statistik auffinden können, in der ersichtlich ist, wieviele Menschen pro Jahr sterben, woran sie sterben und das Ganze seit den letzten 50 Jahren via Diagrammdarstellung. Nirgends! Wenn jemand etwas auftreiben könnte, würde mich das verwundern und sehr interessieren. Wobei dann noch die Frage nach der Ehrlichkeit der Angaben bliebe.

Ich möchte gar nicht an Verschwörungen glauben, dennoch mahnen einige der hier dargestellten und für mich glaubwürdigen Berichte zur Vorsicht und skeptischen Betrachtung von öffentlichen Angaben.

Ich habe heute auch gelesen, dass die Firma SIEMENS alle der 19 Atomkraftwerke in Deutschland (und viele im Ausland natürlich auch) mit/besitzt.

Ich habe weiter heute zum ersten Mal sehr anschaulich betrachten können, dass sämtliche einflussreiche Unternehmen, Behörden und politische Organe zusammenarbeiten, zusammenwirken wie ein riesiges, ineinander greifendes Geflecht.

Bahn AG, Post, Universitäten, wichtige Gremien und Ausschüsse, Gewerkschaften, Politik, Behörden, alle wichtigen Banken, ZDF, Sat 1, Pro 7 Bayer AG, Axel Springer Verlag, Zeitschriften diverser Art. Überall stecken Aufsichtsratsmitglieder, Vorsitzende von SIEMENS mit drin (oder Mitglieder, die anderswo mit SIEMENS zusammen agieren) - alles hängt untrennbar und völlig abhängig voneinander, verschwistert und verbrüdert und zu Loyalität verpflichtet zusammen.

Wie sollen denn da auch (normal-)bürgerfreundliche Beschlüsse und Entscheidungen gefällt werden?
Pelloquin[quote]Ich habe weiter heute zum ersten Mal sehr anschaulich betrachten können, dass sämtliche einflussreiche Unternehmen, Behörden und politische Organe zusammenarbeiten, zusammenwirken wie ein riesiges, ineinander greifendes Geflecht.
[/quote]

[size=1][i]Grausam laut und unablässig eine Maschine dröhnt die Seelen zermahlend Leben verhöhnt...[/i][/size]



Das ist es. Und es ist nicht nur bei uns so. Es geschieht nahezu überall auf der Welt.

Ein aktuelles Beispiel dafür:

[i]Aus Angst vor negativen Folgen für den Tourismus - eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes [Thailand]- werden Warnungen möglicherweise nicht vollständig und rechtzeitig weitergegeben. "Vor fünf Jahren hat das staatliche Wetteramt eine Warnung vor einer möglichen Flutwelle herausgegeben, nachdem sich ein Erdbeben bei Papua-Neuguinea ereignet hatte. Danach gab es massive Beschwerden der Tourismusbehörde, dass eine solche Warnung dem Tourismus schade", sagte Sumalee Prachuab, der das nationale Seismologische Institut leitet.

Seitdem sei das Wetteramt zur Zurückhaltung bei solchen Meldungen angehalten. ... [/i] [[Url="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-334655,00.html"][/url]]

Man könnte noch unzählige andere Beispiele anführen, die einen entweder resignieren oder aber in Gewaltphantasien schwelgen lassen.

So ist es zumindest bei mir. Ich taumle immer wieder von dem Zustand einer nahezu teilnahmslosen Apathie hin zu so unbändiger wie ohnmächtiger Wut ob dieser himmelschreienden Boshaftigkeit.

Allein die Tatsache, dass da noch andere sind, die nicht aufgeben und die Welt nicht kaltblütigen Monstern überlassen wollen, lässt mich hoffen und mein möglichstes tun, um meinen Teil dazu beizutragen, dass es nicht noch schlimmer wird.

(Was rede ich, mein möglichstes habe ich noch nicht getan. Es gibt so viel zu tun)

Es sind die kleinen Sandkörnchen, die die Welt kitten und davor bewahren, völlig auseinanderzufallen.
MahsheedKleine Sandkörnchen, du meinst also diese kleinen Kügelchen der anderen Sorte ...

Vermutlich wäre es ohne diese Sandkörnchen (in Gestalt von Bürgerinitiativen, z. B.) noch rigeroser. Beispielsweise tragen nur sie dazu bei, dass solche wie die oben beschriebene Untersuchung durchgeführt werden, wenn "des Staates Hand" die Geldmittel dazu verweigert. Sie bestätigen oftmal ohnehin das, was man sich bereits dachte. Vielleicht gelingt es Einigen darunter wirklich an das Gewissen wichtiger Funktionäre zu appellieren. Richtig glauben kann ich daran nicht. (Man kann sich alles schön reden. [COLOR=skyblue]"Wir wollen alle Energie, Strom nutzen - also müssen wir eben auch die Konsequenzen daraus ziehen und die Opfer, die uns dieser Luxus bringt, tragen."[/COLOR], [COLOR=royalblue]"Ein bisschen Schwund gibt´s immer."[/COLOR],[COLOR=blue]"Wenn diese Maschinerie nicht existieren würde, wäre der deutsche Staat nicht dort, wo er sich jetzt (noch) befindet. Nur diese Größe und diese Verquickung mit expandierender Tendenz schafft ein Überlebenkönnen des Firmenverbundsystems "Deutschlands" unter all den anderen turbokapitalistischen Systemen. Was nicht mit wächst, wird geschluckt. Und was geschluckt wird, geht unter. Um nicht geschluckt zu werden, ist es ebenso bedeutsam, sich atomar hoch zu rüsten, um im Vergleich nicht hintenan zu stehen. Dass dabei Menschen drauf gehen, kann passieren. Im Dienste höherer Aufgaben, wie sie der Schutz der Stellung des Landes darstellen, müssen nun mal Opfer erbracht werden, schöner wär´s für alle, wenn´s auch ohne Opfer ginge." [/COLOR]

Wenn unliebsame Atomgegner Schwierigkeiten machen, wird der nuklear verseuchte Müll eben illegal entsorgt und mal eben in die Landschaft abgeladen. In der Presse kursieren solche Skandale, WENN sie denn mal auffliegen, auch so gut wie gar nicht - kein Wunder, wenn dem eigenen Atomkonzern ohnehin einflussreiche Medien wie Funk, Fernsehen und Zeitschriften mit gehören.



Apropos Erdbeben:

[I]"Siemens ist inzwischen das einzige deutsche Unternehmen, das die Atomenergie technisch wie politisch weiter vorantreibt.

So plant das Unternehmen ein Atomkraftwerk in der Türkei zu errichten. Es soll in Akkuyu, in der Nähe der Stadt Silifke, an der Mittelmeerküste errichtet werden. Das AKW soll ausgerechnet in einer durch Erdbeben gefährdeten Region stehen. Dabei könnte ein Beben größeren Ausmaßes das Kühlsystem zerstören und eine Kernschmelze auslösen.
Es darf vermutet werden, daß die Türkei auch eine militärische Nutzung - d.h. die Herstellung von Atomwaffen aus Spaltmaterial -anstrebt."[/I]

Gefunden auf der Seite [url]http://ag2100net.de/tuatom0.htm[/url]
Tiberon[QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i]
[B]Wenn jemand etwas auftreiben könnte, würde mich das verwundern und sehr interessieren.[/B][/QUOTE]Unter Umständen findest du beim [url=http://www.destatis.de/d_home.htm]Statistischen Bundesamt Deutschland[/url] bzw. bei der dort hinterlegten [url=http://www.gbe-bund.de/]Gesundheitsberichterstattung[/url] etwas.
(Mir ists zuviel, um es so neben der Arbeit zu lesen)
MahsheedDanke, Tiberion. Leider finde ich das alles auch recht unübersichtlich und glaube, dass ich ohne fachmännische Hilfe da keinen rechten Eindruck erhalten kann. Selbst bestimmte Zahlen würden mir nichts sagen, weil mir die Fähigkeit fehlt, sowas zu deuten und entsprechend auszuwerten. Immerhin habe ich nun mal einen Ort für solche Statistiken kennengelernt.
Tiberon[url=http://www.gbe-bund.de/cgi-express/oowaro/ExpSrv634/dbxwdevkit/xwd_init?isgbetol/xs_start/32716106/64138223]Entwicklung der Sterberate durch Krebs[/url]
wobei da halt zu den Ursachen nun garnix steht
PelloquinJa, ich meine diese kleinen Kügelchen der anderen Sorte...

Ein paar von ihnen haben nachfolgende Seite ins Netz gestellt. Zwar konnte ich da auf Anhieb auch keine Tabelle finden, die das Sterben in der BRD dokumentiert, aber dafür habe ich dort einige bemerkenswerte Artikel gefunden, worin unter anderem die Verschleierungstaktik gerade solcher Behörden beschrieben ist, die ihrem offiziellen Auftrag nach doch die Bevölkerung vor Schaden bewahren sollen... Und wie die Presse sie dabei auch noch unterstützt. Sogar die [i]Taz[/i] hat die Anlage "Krümmel" von ihrer Verantwortung freigesprochen... [siehe Artikel [b]Stx392[/b] - (Die Artikel sind mit der Vorsilbe Stx in absteigender Reihenfolge numeriert)]

[url="http://www.strahlentelex.de/Epidemiologie.htm#Register"][/url]
MahsheedÜber die TAZ habe ich mich schon zum zweiten Mal gewundert. Unvoreingenommen braucht man wirklich keiner Zeitung Vertrauen schenken.

Das in dem Artikel angesprochene Wismut ist mir noch ein Begriff. Aus der Erzählung meiner Eltern und meiner Großeltern habe ich davon gehört. Die Arbeiter bei dieser Wismut-Fabrik sind alle nicht alt geworden. Früher wussten die Menschen, dass einer von ihnen stirbt, wenn sich an seinem Körper schwarze Flecken bilden. "Der schwarze Tod" haben sie dazu gesagt. Im Erzgebirge wurden die uranhaltigen Abfallgesteinsbrocken auf eine Halde, also einen riesigen Acker geworfen. Dort strahlten sie in der Nähe von Wohn-, Urlaubs- und Kurerholungsorten lustig vor sich hin.

Es bedarf an sich keiner Studien und auch nicht des unglaubwürdigen Widerspruchs der Verantwortlichen, um zu begreifen, was es bedeutet, in der Nähe eines Ortes zu wohnen, wo mit strahlenden Substanzen gearbeitet wird. Wenn auch keine eindeutigen und die Annahme der Bevölkerung bestätigenden Statistiken und Belege auftauchen, so spricht sich doch ganz schnell herum, dass die Leute in den Gebieten an Krebs erkrankt weg sterben wie die Fliegen.

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