German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: So demütigen Sie Ihren Arbeitgeber
PaisumaIch habe ein faszinierendes Buchreview über ein Sachbuch entdeckt, das meine Einstellung zu meiner Arbeit und auch meine unbewußten Fluchtstrategien genauestens widerspiegelt. Diese Frau fasziniert mich und ist mein Vorbild. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall kaufen. Hier ist das gesamte Interview! :)



Kultur
04.02.2005 16:38 Uhr


Provokation aus Frankreich

So demütigen Sie Ihren Arbeitgeber

... und werden glücklich dabei! Ein Besuch bei der Französin Corinne Maier, die gerade ein überaus lesenswertes Skandalbuch herausgebracht hat. Es trägt wohl den schönsten Titel des Jahres: "Die Entdeckung der Faulheit".
von Julia Encke

Die Geschichte, um die es hier geht, ist nur vordergründig ein bisschen banal. Es geht erst einmal darum, dass eine intelligente und gebildete Frau in Paris nichts anderes macht als zig Millionen andere intelligente und gebildete Frauen oder Männer auf der Welt auch: Sie geht zum Gelderwerb einer Arbeit nach, die ein bisschen stumpfsinnig ist, mit der sie sich aber trotzdem, wie man so sagt: identifizieren soll.
Der Name dieser Arbeitnehmerin des französischen Energiekonzerns EDF ist Corinne Maier, sie ist jetzt 41 Jahre alt und – wie viele andere Arbeitnehmer auch – total überqualifiziert.
Sie hat Politologie und Volkswirtschaft studiert, inzwischen auch eine Ausbildung als Psychoanalytikerin gemacht, ein paar kluge Bücher veröffentlicht (zum Beispiel über den Strukturalisten Lacan), aber leben konnte sie davon nicht, zumal nicht mit zwei Kindern.
So blieb Corinne Maier bei der Electricité de France – und die Electricité de France dürfte es heute bereuen, eine Frau eingestellt zu haben, die in psychologischer wie philosophischer Hinsicht ausgesprochen gebildet war und nebenbei auch noch ein Talent zur Komik und zur Subversion besaß.
Aufgrund der Haltung, die Corinne Maier bei der EDF entwickelte, wurde aus einer banalen Geschichte ein massiver Skandal – und mehr als das.

Nehmen wir einmal an, lieber Leser, Ihr Chef fragt Sie vorsichtig, ob sein Eindruck ihn täusche, dass Sie sich in den vergangenen Monaten oder sogar Jahren für die Firma nicht gerade aufgeopfert hätten, dass Sie sogar kaum etwas weggeschafft hätten, dass Sie vielmehr sogar ein bisschen faul seien.

Es könnte, und ja, es würde wohl so sein, dass Sie dann heulen und wehklagen und Ihrem Chef aufzählen, wann Sie wieder wie lange im Büro saßen, und dass man Ihre Arbeit nicht immer direkt in bare Münze umwerten könne, dass Sie aber für die Firma nun wirklich schon viele, viele Opfer und so weiter . . . Doch seien Sie ehrlich, hätten Sie sich für Ihr Lamento nicht auch ein wenig selbst gehasst?

Corinne Maier nun wäre – anders als Sie – nie auf die Idee gekommen, in diesem Drama die Opferrolle zu spielen, die für Arbeitnehmer nicht zuletzt von notorisch empörten Gewerkschaften und Betriebsräten traditionell vorgesehen ist.

Madame Maier eignet sich eher zur Täterin. Also schrieb sie ein schlaues und sehr komisches Buch mit dem Titel „Bonjour paresse“ – das nun unter dem Titel „Die Entdeckung der Faulheit“ auch auf Deutsch erschienen ist. In diesem Buch, das eher ein Büchlein ist, erzählt sie nur wenig von entfremdeter Arbeit und deutlich mehr davon, wie man ihr geschickt entgeht. Es ist ein hinreißendes kleines Pamphlet, und man übertreibt nicht, wenn man sagt, dass nach Erscheinen des Buches nicht nur bei der EDF die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerwelt nicht mehr dieselbe war.

„Wer arbeitet, macht einen Fehler“, sagt Corinne Maier und lacht.

Sie lacht wirklich sehr viel, während sie da auf ihrem ausgeblichenen roten Wohnzimmersofa sitzt, in Jeans und Pulli, die Beine übereinander geschlagen, die Arme verschränkt, ein wenig distanziert also, aber eindeutig guter Laune an diesem Nachmittag in Paris.

In ihrem EDF-Büro in Clamart, wo sie inzwischen und zum Glück nur drei Tage die Woche arbeitet, muss sie sich eigentlich sicher sein, dass ihr Chef, so er ihr gegenüber möglicherweise nicht konkrete Gewaltphantasien hegt, ihr zumindest sehr gerne die Leviten lesen würde: Sie in sein Büro zitieren, ihr einen der Ledersessel anbieten, eine Tasse Kaffee vielleicht, besser mal die Fenster schließen, um dann endlich loszulegen, ein für alle Mal.

Was ihr einfalle? Ob sie von allen guten Geistern verlassen sei? Während der Meetings Zeitung zu lesen.

Die Konferenz vorzeitig zu verlassen. Das alles schon eine Unverschämtheit. Aber: auch noch so ein Buch zu schreiben. Ein Skandalbuch, das dem Image des Unternehmens schadet. Pflichtverletzung, mangelnde Loyalität sei das, weswegen er sich gezwungen sehe, die langjährige Zusammenarbeit zu beenden.

Er würde sie gar nicht zu Wort kommen lassen, sie zum Gehen auffordern, die Tür zuknallen, tief durchatmen – und endlich wäre er sie los.
Als „Bonjour paresse“ (wir wollen es etwas enthusiastisch mit „Sei gegrüßt, Faulheit“ übersetzen) in Frankreich erschien, passierte allerdings nichts dergleichen.

Zwar drohte die EDF zunächst mit einem Disziplinarverfahren, was natürlich publik wurde und die Verkaufszahlen enorm in die Höhe trieb. Vom plötzlichen Medien-Interesse überrascht, sah das Unternehmen von dem Disziplinarverfahren jedoch schnell wieder ab.

Niemand brüllte herum, keine Tür knallte, gekündigt wurde ihr auch nicht: „Bis heute hat mein Chef mir gegenüber kein Wort über mein Buch verloren. Er schweigt es tot, er tut so, als ob nichts gewesen wäre. Wir begegnen uns auf dem Flur und grüßen uns freundlich.“

Corinne Maier rückt ihre Nickelbrille zurecht.

Sie ist eine freundliche und bescheidene Intellektuelle, die ihre Worte wägt, auch die klugen Worte und Zitate in ihrem Buch.

250000 Mal hat sich „Bonjour paresse“ allein in Frankreich verkauft, 100000 Mal bisher in Spanien.

Doch merkt man ihr diesen Erfolg nicht an. Sie wirkt so, als wäre nichts passiert, als hätte sie die vielen Journalisten gar nicht empfangen, hier, in ihrer eher spärlich eingerichteten Neubauwohnung in der Nähe der Place d’Italie.

Ob das nicht ein komisches Gefühl ist, am Arbeitsplatz als allseits bekannter Maulwurf des Unternehmens herumzulaufen? „Allerdings. Es ist sogar ein sehr komisches Gefühl. Man weiß ja nicht, was in den Köpfen vorgeht. Es gibt sogar Kollegen, die mich seltsam angucken oder ihre Anspielungen machen. Andere dagegen haben E-Mails geschrieben und gesagt, wie sehr sie über mein Buch lachen mussten, weil sie bestimmte Situationen aus dem Büro wiedererkannt haben.“

» Das Unternehmen, das Sie so wunderbar findet und das von Ihnen verlangt, es auch wunderbar zu finden, setzt Sie im Zweifel wunderbar schnell vor die Tür. «

Man muss sich Corinne Maier als eine glückliche Französin vorstellen.
„Bonjour paresse“ – dessen Titel sich Françoise Sagans „Bonjour Tristesse“ verdankt – rangierte wochenlang in Frankreichs Bestsellerlisten auf Platz eins, noch vor Julie Saint-Anges Knaller „203 Möglichkeiten, einen Mann im Bett verrückt zu machen“.

Corinne Maier hatte da einen kleinen Ratgeber geschrieben, der zu einem Sprengsatz wurde im faden Kosmos, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zurechtgeregelt haben, um es miteinander aushalten zu können.

„Es ist mit der Ratgeberliteratur so eine Sache“, meint sie: „In vielen Fällen geht es nur darum, wie wir uns noch mehr motivieren können, wie wir innerhalb eines Systems noch besser funktionieren. Ich hatte Lust, den Spieß umzudrehen, also ein Handbuch zu schreiben, das die Arbeitsmoral untergräbt. Wer sagt denn, dass ausgerechnet das Büro der Ort sein muss, an dem wir uns, wie es immer heißt: verwirklichen? Am Ende ist natürlich auch das nur Ideologie und Erfindung.“

Corinne Maier gehört nicht zu denen, die lange um den heißen Brei herumreden. Nicht auf ihrem roten Sofa, neben dem sich das zusammengeräumte Spielzeug ihrer Kinder auftürmt, und auch nicht in „Die Entdeckung der Faulheit“: „Dieses Buch wird Ihnen helfen, sich des Unternehmens zu bedienen, in dem Sie beschäftigt sind, während bisher lediglich Sie dem Unternehmen dienten“, schreibt sie gleich zu Beginn.

„Es wird Ihnen erklären, warum es in Ihrem Interesse ist, so wenig wie möglich zu arbeiten, und wie man das System von innen torpediert, ohne dabei aufzufallen.“

Die Botschaft also ist sehr deutlich. Maier ruft zur „inneren Kündigung“ auf, zu dem, was man in Frankreich in einem hübschem Paradox „le désengagement actif“ nennt: „Macht es mir nach, ihr kleinen Angestellten, Lohnabhängigen, Neosklaven, Verdammte des Tertiärsektors, Hilfskräfte des ökonomischen Prozesses, meine Brüder und Schwestern, die von abgestumpften und unterwürfigen Sub-Chefs herumkommandiert werden und gezwungen sind, sich die ganze Woche lang wie ein Kasper zu verkleiden und ihre Zeit mit nutzlosen Meetings und bescheuerten Seminaren zu vergeuden!“

„Sie hatten es einfach satt. Sie wollten Rache, Madame, oder?“ Da winkt sie ab. Über zehn Jahre arbeitet sie jetzt schon als Angestellte bei der EDF, dem großen Staatsmonopolisten.

Eine Berufung sei das nicht gewesen, eher ein Zufall. Nach dem Politologie-Studium habe sie eine Stelle gesucht und dort eben eine gefunden. Nebenher schrieb sie ihre Bücher, über Lacan, über de Gaulle, über Casanova und über das Obszöne. Sie absolvierte ihre Ausbildung als Psychoanalytikerin und praktiziert an bürofreien Tagen heute selbst.

(Fortsetzung folgt)
Paisuma„Ich arbeite nur als Teilzeitkraft bei der EDF und widme mich sonst den Dingen, die mich wirklich interessieren. Ich gehe also nur zum Geldverdienen ins Büro, was man dort natürlich auf keinen Fall sagen darf. Das gehört sich nicht. Im Unternehmen hat man zu sein, weil einen die Arbeit interessiert. Verkündet man etwas anderes, wie ich es in einem Firmen-Seminar ausgerechnet über Motivation einmal getan habe, erntet man Stille und betretene Mienen. Dabei ist es doch eigentlich nur konsequent, in einer Zeit, in der das Unternehmen keinen Ort des Erfolgs mehr darstellt, in der die Renten in Gefahr und Karrieren nicht mehr selbstverständlich sind, dass man sich da mit elegantem Gruß zumindest teilweise aus dieser Welt verabschiedet.“
» Nur die Exponierten unter den Angestellten werden gefeuert, denn nur die Exponierten fallen überhaupt auf. «


Wer wie sie Abschied nehmen und sich in den wohligen Zustand der „inneren Kündigung“ begeben will, statt sich für lächerliche Gehälter weiter zur Sklavin oder zum Sklaven von Unternehmen zu machen, der muss nur ein paar Regeln befolgen. Die Faulheit nach der „Maier-Methode“ zu entdecken, ist keine schwierige Angelegenheit. Sie verlangt nur etwas Geschick. Ein paar Beispiele.

1. Ahmen Sie ohne großen Kraftaufwand das Verhalten der typischen mittleren Angestellten nach, imitieren Sie sein Vokabular, ohne sich dabei allzu stark „einzubringen“. Je besser Sie das unternehmenstypische Phrasendreschen beherrschen, umso eher wird man Ihnen glauben. Wie schreibt Maier: „Das Auffälligste an einem Unternehmen ist seine Phrasendrescherei.“ Gerne zitiert sie hier ihren Landsmann Houellebecq, dessen tragischer Held in der „Ausweitung der Kampfzone“ über dem „Leitschema für den EDV-Plan des Landwirtschaftsministeriums“ brütet, Untertitel: „Versuch der Vorausdefinition verschiedener archetypischer Szenarien, entworfen im Rahmen des Prozesses der Zieldeterminierung.“

2. Nehmen Sie niemals und unter keinen Umständen einen verantwortungsvollen Posten an. Wählen Sie stattdessen die überflüssigsten Stellen: Beratung, Gutachten, Forschung. Ideal ist, sich aufs Abstellgleis befördern zu lassen. Diese oft unproduktiven Stellen sind ohne Einfluss, meist aber auch keinerlei hierarchischem Druck ausgesetzt. Das Gehalt ist dabei oft nicht mal schlechter, sondern – immerhin wurde man ja vielleicht abgeschoben, und womöglich also hat das Unternehmen noch Restbestände von schlechtem Gewissen – besser!

3. Haben Sie ein solches Plätzchen gefunden, dann vermeiden Sie vor allem Veränderungen. Nur die Exponierten unter den Angestellten werden gefeuert, denn nur die Exponierten fallen überhaupt auf.

4. Wenn Sie Leute betreuen, die nur vorübergehend im Unternehmen sind (Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, Zeitarbeiter, Praktikanten), behandeln Sie sie herzlich, denn Sie sollten nie vergessen, dass es die einzigen sind, die wirklich arbeiten.

5. Machen Sie sich klar, dass die ganzen lächerlichen, vom Unternehmen genährten und transportierten Ideologien – darunter fällt auch die von der „großen Familie“ – nicht „wahrer“ ist als der dialektische Marxismus, den das kommunistische System zum Dogma erhoben hatte.

Das ganze Gerede ist nur von begrenzter Dauer und wird mit Sicherheit zusammenbrechen. Wie Stalin schon sagte: Am Ende gewinnt immer der Tod. Oder, anders gesagt: Das Unternehmen, das Sie so wunderbar findet und das von Ihnen verlangt, es auch wunderbar zu finden, setzt Sie im Zweifel wunderbar schnell vor die Tür.

Mahnend hallen solche Worte seit Corinne Maiers Buch in französischen Chef-Etagen wider. Denn schließlich ist die „innere Kündigung“, zu der Maier in ihrer Polemik so gut gelaunt aufruft, nicht ihre eigene Erfindung.

Ein Großteil der Angestellten hat sie längst vollzogen: resigniert, erschöpft, gedemütigt, manchmal beleidigt, weil es an Anerkennung und Lob für gute Arbeit mangelt, weil ihre Meinung kein Gehör findet, weil sie nicht genug Geld kriegen oder sich schlecht informiert fühlen: „Der Einzige, der in diesem Laden gut aufgelegt ist, ist der Telefonhörer!“, ist einer jener Angestelltenwitze.

Den Ergebnissen der jüngsten Gallup-Untersuchung zufolge empfinden 87 Prozent der deutschen Arbeitnehmer keine echte Verpflichtung gegenüber ihrer Arbeit.

18 Prozent haben die „innere Kündigung“ bereits vollzogen, also keine „emotionale Bindung“ an ihren Arbeitsplatz, was in der Schreibtischrealität – sofern die so genannten „Larven“ dort überhaupt auftauchen – schon an Sabotage grenzt.

Nur 13 Prozent nehmen für sich eine „hohe emotionale Bindung“ in Anspruch.

Frankreich liegt mit Deutschland ungefähr gleich auf, hat allerdings noch einen deutlich höheren Anteil an Quasi-Saboteuren. Dort sind es ganze 31 Prozent.

Corinne Maier erklärt mit solchen Umfragewerten die zurückhaltende, fast ängstliche Reaktion der Unternehmensleitung auf ihr Buch. „Man hat das Ganze sehr ernst genommen. Sonst hätte doch irgendjemand ein Wort darüber verloren oder wenigstens darüber gelacht. Gelacht hat von denen aber niemand, jedenfalls nicht öffentlich.“

Bis heute verweigert man bei der EDF jede Stellungnahme. Und auch die Chefs anderer Unternehmen in Frankreich hielten sich während des Medienauftriebs zurück oder stritten ab, dass „Bonjour paresse“ ein Symptom der allgemeinen Krise sein könnte: Von der Zeitschrift Paris Match befragt, gab der Präsident der Eisenbahngesellschaft S.N.C.F., Louis Gallois, eifrig zu Protokoll, dass in seinem Unternehmen die Mitarbeiter keinesfalls faul seien: „Im Gegenteil, sie wollen ihrer Arbeit einen Sinn geben und ihre Kreativität zum Ausdruck bringen!“ Überhaupt habe er die, die für etwas kämpfen, denen, die es sich nur gemütlich machen, immer vorgezogen. Was man so sagt, weil man es sagen muss.


Doch sind die innerlich Gekündigten nun einmal da. Und Corinne Maier hat ihnen ein neues Gesicht gegeben. Faszinierend an diesem Gesicht ist, dass es nicht trübtassig und frustriert in die Welt schaut, sondern lustig.

Wo immer man bisher von „inneren Kündigungen“ hörte, hatte man traurige Gestalten vor Augen, Melancholiker, die den Angestellten aus der Literatur des neunzehnten und beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts glichen: Männer ohne Eigenschaften, wie der Hilfsbuchhalter in Pessoas „Buch der Unruhe“, der „nichts erwartet, weil es ganz nutzlos ist, etwas zu erwarten“; Robert Walsers Bankangestellter Helbling, der „nur so tut als ob er schafft“; oder Melvilles Schreiber Bartleby, der vorzieht, das ihm Aufgetragene „lieber nicht zu tun“.

Mit „Bonjour paresse“ ist Schluss mit der Tristesse. Die beunruhigende Neuigkeit: Der „innerlich Gekündigte“ kann ein durchaus zufriedener Mensch sein! Schon 1883 schrieb der Schwiegersohn von Karl Marx, Paul Lafargue, ein satirisches Pamphlet mit dem Titel „Das Recht auf Faulheit“. Corinne Maier ist gewissermaßen seine Ururenkelin und „Die Entdeckung der Faulheit“ ist nicht weniger als eine veritable Anleitung zum Glücklichsein.

„Sie können jetzt doch eigentlich kündigen, und sich ausschließlich den Dingen widmen, die Ihnen Spaß machen. Das Buch hat Ihnen sicher eine Menge Geld eingebracht“, fragt man also die Autorin zum Abschied.

Doch wehrt sie stolz ab. Da das Unternehmen sie nunmal nicht rausgeschmissen habe, werde sie niemandem den Gefallen tun, von alleine zu gehen: „Ich bin nun zu einem Symbol der Faulheit geworden, und als solches werde ich bleiben. Vielleicht nicht die nächsten zwanzig Jahre, aber eine Weile schon noch. So ist es lustiger, finde ich.“

Und die Regeln, die sie aufgestellt hat, befolgt sie sie selbst? „Ich gehöre sicher nicht zu denen, die sich am Arbeitsplatz wahnsinnig ins Zeug legen. Doch war ich nie eine gute Schauspielerin. Überall dort, wo man so tun muss ,als ob‘, wird es für mich schwierig. Zum Beispiel ist es mir unmöglich, den Büro-Slang zu imitieren. Wörter wie ,Sourcing‘, ,package-Angebot‘, ,player-Modell‘, ,early adopters‘, ,dinks‘ oder ,papyboomers‘ gehen mir ohne weiteres nicht über die Lippen.“

Drüben im Bücherschrank hat sie die moderne Angestelltenliteratur stehen: von Scott Adams über Jean-Pierre Le Goff bis hin zu Laurent Laurent, Houellebecq und Beigbeder. „Ich teile mir bei der EDF ein Büro mit Pierre, einem sympathischen älteren Kollegen, der wie ich auch nur Teilzeit arbeitet und sich ungeduldig auf die Rente freut. Manchmal reden wir den halben Tag lang nur über Literatur – und das sind dann tatsächlich sehr schöne Stunden.“

Man wird den Eindruck nicht los, dass Menschen wie Corinne Maier die Zukunft gehört.

Corinne Maiers Buch „Die Entdeckung der Faulheit – Von der Kunst, bei der Arbeit möglichst wenig zu tun“ erscheint an diesem Wochenende bei Goldmann.

SZaW v. 05./06.02.2005
moreIch denke das ist realistisch gesehen nicht umsetzbar und auch nicht erstrebenswert. Vielleicht geht das in solchen Unternehmen oder vielleicht auch in staatlichen Unternehmen oder Beamtenstuben, aber nicht in der freien Wirtschaft, da bist du schneller draussen wie du "owei" sagen kannst...
Sehr realitätsfremd würde ich meinen..., unsere Arbeitslosenzahlen beweisen das.
MontroseWirkliche Lösungen, wie man die Arbeitswelt besser gestalten könnte, zeigt die Frau nicht auf. So bleibt es bei einem billigen "denen da oben zahlen wir's heim".
Der Frage, wie sie eigentlich selbst als Arbeitgeberin mit ihren Angestellten umgehen würde, entzieht sie sich. Eine Antwort hat sie auch nicht nötig, denn wahrscheinlich kann sie sich nach ihrem Bestseller ohnehin zur Ruhe setzen.

Wieder einmal redet der Wolf den Schafen mit vielen Worten ein, er wolle die Schafe retten. Der französische Energiekonzern EDF zeigt hier etwas mehr Größe: er schweigt. Warum auch sollte er mit dieser Frau streiten? Immerhin schafft und bezahlt EDF und nicht etwa diese Vorzimmerdame Arbeitsplätze.
ange gardienErinnert mich irgendwie an eine Folge der Simpsons, in der Homer Simpson seinem Chef Mr. Burns in den Hintern tritt und sagt: "Das ist dafür das Sie mich jahrelang beschäftigt haben!".

Eine harmonische Arbeitswelt, in der sich die Ziele von Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglichst großflächig überschneiden, kann es nur durch ein Miteinander geben. Leider ist unsere Gesellschaft davon meilenweit entfernt.

Es gibt besch... Arbeitnehmer, ebenso wie Sch...firmen die ihre Angestellten ausnutzen.
Aber der eine kann halt nicht ohne den anderen.
Naja, vielleicht wirds irgendwann mal besser...
Gr. Gaulichterdie rache eines gedemütigten arbeitgebers wiegt die schadenfreude des demütigenden arbeitnehmers um längen auf.

und auf kosten anderer mitarbeiter, die den sinn des zusammenschlusses arbeitgeber-arbeitnehmer verstanden haben, sich einen faulen lenz zu machen, sollte mit sofortiger kündigung einhalt geboten werden. schließlich hängt der arbeitsplatz nicht nur davon ab, wie hoch die nachfrage ist, sondern auch, wie das unternehmen sich auf dem markt positionieren kann durch fähige arbeitnehmer. gut, die deutsche bank bietet da im moment sich vielleicht als kontra-argument an, aber ein arbeitnehmer aus blech und kabeln würde auch nie auf die idee kommen, ein derartiges buch zu schreiben.

gg.grüße
Phyliss[QUOTE]Wenn Sie Leute betreuen, die nur vorübergehend im Unternehmen sind (Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, Zeitarbeiter, Praktikanten), behandeln Sie sie herzlich, denn Sie sollten nie vergessen, dass es die einzigen sind, die wirklich arbeiten.[/QUOTE]

Das hat mir am besten gefallen. Meine ganze Klasse macht Praktikum und 90% davon arbeiten mehr als ihre Arbeitgeber, mehr als die Azubis usw... bzw MÜSSEN mehr arbeiten...

Ich find das Buch auch nicht grade brauchbar, aber Himmel, ich surf schon den ganzen Tag im Internet... Ich will hier nicht aufsteigen, bin in ein paar Monaten wieder weg, wenn ich eine Aufgabe bekomme, dann sage ich, ich brauch zwei Wochen, mach sie in 2 Tagen und den Rest der Zeit werde ich verschont von neuen lästigen Aufgaben...

Als eine neue kam, kam sofort einer an, der hier länger schon angestellt ist, und knallte ihr nen Riesenstapel Hefte auf den Tisch, die würden sich schon ewig sammeln, sie soll die mal ordnen... Er hätte es immer tun wollen, sei aber nicht dazu gekommen.

Und sie war nicht mal Praktikantin. Und so gehts am laufenden Band. Ich kann mich umentscheiden bzw. ich weiss mittlerweile genau, was mir Spaß macht und was für ne Ausbildung ich machen muss. Da engagier ich mich dann auch. Aber wenn man das Pech hat, in einem Job arbeiten zu müssen, der einem nicht liegt, mit dem man eigentlich nichts anfangen kann, wo man sich so durchkämpft - da würd ich auch Geschäftigkeit vortäuschen, schön früher gehen und mich nicht verrückt machen...

Die Arbeitgeber sind zum Teil leider wirklich selbst schuld, dass ihre Mitarbeiter irgendwie...ausflippen und Mist bauen...faul rumgammeln...total intrigant werden....sie werden nicht anerkannt, und wer faul und fett ist, seine Klappe schön aufreisst, siegt. Das sieht man an unseren Chefs teilweise. Immer in Urlaub, nie da, aber fett Kohle scheffeln. Und die kleinsten sind die dümmsten.

So sieht es halt aus. Wie gesagt bei fast allen aus der Klasse. Und das Jahr davor war auch nicht besser, da war ich im Kindergarten beschäftigt, das gleiche in grün. Die kleinen Angestellten putzen und wechseln Windeln, die alteingesessenen hohen Tiere frühstücken gemütlich bzw gehen Kuchen essen. Toll!
TiberonWas will man groß machen, wenn man von seinem Arbeitgeber nur verarscht wird?
Zielgruppe ist nicht jeder einzelne Arbeitnehmer, sondern primär jene, die in großen Firmen arbeiten.
Ich werd mir das auch zulegen, denn Firmen, die sich selbst vor jeder Verantwortung drücken, ist man zu nichts verpflichtet.
AsheCorvenNun ich hab es nicht ganz gelesen, weil ich einer derer bin die im moment bissl was arbeiten.
Auch meine Chefs sind sehr gute Leute sie haben ihre macken aber generell eigentlich komm ich gut mit denen aus. Die Firma verlangt allerdings sehr viel von einem und das auch in fachbereichen von denen ich keinerlei ahnung habe jedoch ist es ausdrücklich erlaubt alle Geräte der Firma auch für private dinge zu nutzen. Ist bedarf an irgendwelchen dingen dann werden sie eben beschafft ...

mir geht dieses gejammere über die Arbeit usw ziemlich auf die nerven. So war ich in genug unternehmen wo man 20 % der Leute rausnehmen könnte und keiner müsste mehr tun. Das Problem was die frau wohl vergisst ist das sie von den kollegen mitgetragen wird und dann macht das mal eine von 1000 dann geht das vielleicht noch aber nun machen das mal 100 von 1000 dann wird es schon eng die Leistung des unternehmens sinkt und die belastung der arbeitenden Leute steigt .... dann sehe ich Mopping o.Ä. irgendwann als reaktion der Kollegen und es wäre auch verständlich.
Die Leute verlieren immer aus den augen das man nicht arbeitet weil es seinem chef gefällt sondern um ein Ziel zu erreichen und auch der chef hat einen Chef und da ist wieder ein vorgesetzter und dann sind da irgendwann die kunden.

Das mit den Besprechungen und einfach gehen mach ich hier nicht anders ... warum auch? Ich vertraue meinen vorgesetzten und erst gestern hatten wir mal wieder ein riesen Meeting und es ging um kleinigkeiten und ich sagte dan eben das wir da nicht diskutieren müssen, wir müssen bestellen und gut und bin gegangen es gibt eben leute die reden gerne und andere die handeln gerne. ich selbst habe bis jetzt (Donnerstag) 54 Stunden diese Woche gearbeitet aber hey, was solls, wir haben hier einen Traum und an dem arbeiten wir und wenn das für unser Produkt gut ist und unser Produkt eben diese aufmerksamkeit benötigt dann müssen wir das tun egal ob es 20 stunden die woche sind oder 70 ....
Tiberon[QUOTE][i]Original geschrieben von AsheCorven [/i]
[B]Die Leute verlieren immer aus den augen das man nicht arbeitet weil es seinem chef gefällt sondern um ein Ziel zu erreichen und auch der chef hat einen Chef und da ist wieder ein vorgesetzter und dann sind da irgendwann die kunden.[/B][/QUOTE]
Erzähl sowas den Deutsche Bank- ... äh .. Hartz IV-Angestellten
;)
Loup de nuit"Lustige" Drückeberger waren mir schon vor dem Buch bekannt - abgesehen davon sind genau sie es, die ein solches Buch niemals lesen würden...Haha! Anleitungen zur lustigen Faulheit empfinde ich als unverantwortlich, da damit diejenigen die ihren Job ordentlich machen und meist ohnehin schon Arbeitsteile der Drückeberger (aus Angst um den Job) übernommen haben noch mehr strapaziert werden. Es soll tatsächlich Menschen geben, die das Geld das sie erarbeiten benötigen. Vielleicht sollte man das der Dame mal klar machen.

Einzig ihre Auffassung zum Thema Besprechungen etc. kann ich verstehen - aber das hatten wir schon mal.

War schon mal jemand von den Drückebergerbefürwortern in der unangenehmen Situationen eine ebensolchen Chef zu haben, der es auch noch schafft sämtliche Anschisse die für ihn bestimmt sind auf seine Untergebenen abzuwälzen (nein, nicht weitergeben, sonder ABWÄLZEN!!)?
PhylissKlar. War ein tolles Erlebnis, jederzeit wieder, alles bestens, super Sache, schnelle Lieferung, Daumen hoch!
Katoich empfehle dir ein anderes buch "power-die 48 gesetze der macht" von robert greene

da steht, dass man exakt da snicht machen darf, sonderm man soll dem chef,sofern er noch eine feste machtstellung hat,immer nachm mund reden, und ihm erst in dne rücken fallen, wenn seine position bröckelt
MontroseDas Buch les ich auch gerade. Nach "Schlachten der Weltgeschichte" "48 Laws of Power". Falls irgendwo eine Stelle als Diktator frei wird, könnt Ihr mir ja Bescheid geben. :D
Katomööhh ich bin gebildet...
ich lese bücher auf englisch....

^^
Paisuma[QUOTE][i]Original geschrieben von Kato [/i]
[B]ich empfehle dir ein anderes buch "power-die 48 gesetze der macht" von robert greene

da steht, dass man exakt da snicht machen darf, sonderm man soll dem chef,sofern er noch eine feste machtstellung hat,immer nachm mund reden, und ihm erst in dne rücken fallen, wenn seine position bröckelt [/B][/QUOTE]


Das ist aber vermutlich ein Buch, in dem es darum geht, wie man in der Firma zu Bedeutung und Aufstieg kommt! ;) In dem besprochenen Buch geht es gerade darum, wie man sich eine ökologische Nische schafft, in der man ruhig vor sich hinarbeiten kann und noch Raum für die Selbstverwirklichung hat.
LaChatte[QUOTE]ich lese bücher auf englisch....[/QUOTE]

für den gebildeten Menschen wär ja ab und zu eine Lektüre auf Französisch eine nette Abwechslung....;)

Und ansonsten beschreibt sie einfach, wie es eben an vielen Orten einfach ist: sinnlose bürokratische Abläufe, schlechte Organisation, eine Firmenleitung, die die Mitarbeiter nicht respektiert... wen wunderts da noch?

Wichtig ist, um der Faulheit pflegen zu können:

- eine kleine, aber immer konstante Leistung zu bringen

und

- immer pünktlich sein! Nichts ist peinlicher, als wenn um 08.02 der Big Boss dich anruft, und du aber erst umd 08.03 eintrudelst, anstatt schon da zu sein und gemütlich den Café zu trinken.:D

[QUOTE]da steht, dass man exakt da snicht machen darf, sonderm man soll dem chef,sofern er noch eine feste machtstellung hat,immer nachm mund reden, und ihm erst in dne rücken fallen, wenn seine position bröckelt[/QUOTE]

bei einer solchen Einstellung wird mir immer leicht kötzelig, solche Leute vertrag ich gar nicht. Intriganten, *börk*! Da hab ich lieber einen ehrlichen Faulenzer.

Und wenn wir schon bei den Lesetips sind: Fredmund Malik, "Führen Leisten Leben" ist ein hervorragendes Buch für Chefs, die ihren MitarbeiterInnen das Faul-Sein gründlich austreiben wollen.:)
demelzaTja, manchmal kommen auch mir Gedanken ähnlicher Art, so nach dem Motto: wie verschaff ich mir meinen eigenen Vorteil - vor allem wenn ich das Gefühl habe, Chefe verarscht seine Angestellten nach Strich und Faden, wenn z.B. folgende Situation auftritt:

1) Montags findet in der Filiale eine Mitarbeiterversammlung statt auf der Angestellte auch die Gelegenheit haben, Fragen zu stellen. Nun kommt Chefe und erwartet von unserer Abteilung, daß einige dieser Versammlung fernbleiben sollen, weil sie ja für die Kunden telefonisch erreichbar sein sollen (als ob es so schlimm wäre, wenn das Büro für eine Stunde unbesetzt ist) - wir könnten ja am nächsten Tag zu der Versammlung in die Zentrale gehen. *autsch* Na klar - ich fahre auch stundenlang mit dem Zug durch die Gegend, um meine Rechte wahrnehmen zu könnnen. Nun kommt aber erst noch der Brüller: Eine Kollegin (die selbst im Betriebsrat sitzt und es besser wissen müßte) wird vor versammelter Mannschaft darauf festgenagelt, eine Zusammenfassung der gestrigen Versammlung zu geben und berichtet nur das, was ihr selbst wichtig erscheint und vermengt separat in einer Sitzung besprochenes mit dem was in der Versammlung gesagt wurde. Verschweigen tut sie beispielsweise daß es dieses Jahr mehr Geld als im Vorjahr gibt, welches an die Angestellten in einer Sonderzahlung ausgeschüttet werden soll. Aber den ganzen Smalltalk, der geredet wurde, vor unseren Kollegen breitzutreten, ist ja auch viel wichtiger.

Wundert es da noch jemanden, wenn ich die Forderungen vom Chefe, mich aus zweiter Hand zu informieren, nicht ernst nehmen kann und ich sie geflissentlich ignoriere? Daß unter solchen Bedingungen jeder innerlich auf Rückzug schaltet, kann ich gut nachvollziehen. Daß dies aber keine Lösung sein kann, und daß eine "Scheißegal-Mentalität" auch wieder schlecht fürs Betriebsklima ist, kann ich genauso nachvollziehen. Und im Endeffekt leisten die wirklich Motivierten darunter bzw. unter Leuten, die innerlich ihren Hut genommen haben bzw. den Betrieb sabotieren.

Natürlich ärgert es mich, wenn ich sehe, wie ein Kollege z.B. den ganzen Tag in gelangweilter Art nur das Nötigste arbeitet oder eine Kollegin vor lauter Gejammere, wie viel Arbeit sie doch hat, gar nicht erst zum arbeiten kommt (wodurch sich ihr Berg vergrößert) - da könnte ich an die Decke gehen.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Aber einen Weg aus diesem Dilemma scheint (nachdem, was ich weiter oben gelesen habe) die Autorin auch nicht aufzuzeigen, lediglich einen Haufen Fragen aufzuwerfen - eine Methode, die mir bei Sachbüchern/Bestsellern dieser Art nich so zusagt. ich muß dam immer an Viviane Forresters Buch "Der Terror der Ökonomie" denken - da schwirrt einem am schluss vor lauter Aufzeigen von Mißständen der Kopf, aber praktikable Lösungsvorschläge habe ich auch da nicht entdecken können. Von daher gesehen, wäre das Buch, um das es in diesem Thread geht, für mich weniger interessant.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Sorry für meinen langen, etwas wirr erscheinenden Beitrag - das mußte ich mir einfach mal von der Seele schreiben.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur