| Darket | Angela Merkel hat es getan! Ja, sie deren moralische Integrität außer Frage steht und die NIEMALS versuchen würde sich auf Kosten anderer einen politischen Vorteil zu verschaffen. Ok, genug gescherzt, worum geht es? Im weitesten Sinne um die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei. Nein, dies soll keine Debatte über dieses Thema sein, darüber wurde viel diskutiert, ohne dass es ein Ergebnis gegeben hätte. Angela Merkel ist, wie wir alle wissen, dagegen. Schön und gut, ich akzeptiere diese Meinung, ich bin es auch (wenn auch aus anderen Gründen als sie). Nun hat Angela MErkel jedoch etwas getan, was auf den ersten Blick nobel und längst überfällig erscheint: Sie sprach die türkischen Völkermorde an Armeniern und Kurden an und verwendete sie als Argument gegen den EU-Beitritt der Türkei, schließlich seien diese längst nicht gesellschaftlich aufgearbeitet. Und Recht hat die gute Frau, kaum ein national gesonnener Türke würde auch nur zugeben, dass solches passiert ist. Die Sache hat nur einen ganz gewaltigen Haken: Man möge mir meine Voreingenommenheit vergeben, aber ich bin sozusagen familiär in diese Problematik verwickelt. Mein Vater stammt aus der Türkei und kämpft mit vielen Freunden und Bekannten aus Kultur und Politik seit Jahrzehnten darum, dass v.a. der Armenien-Genozid Thema auf der politischen wie gesellschaftlichen Agenda wird. Man möchte meinen Angela Merkel möge ihnen da entgegengekommen sein, doch weit gefehlt: Da eine Aufarbeitung dieser Problematiken bisher de facto nie stattfand, bewirkt Frau Merkel genau das Gegenteil: Sie heizt die Stimmung an, wer von Völkermorden an Kurden oder Armeniern spricht, wird zum sozialen Landes- und Volksverräter, wer seinen Mund aufmacht wird, wie der erfolgreiche Schriftsteller Orhan Pamuk zur Zielscheibe von bestenfalls Spott, Hohn und wüsten Beschimpfungen, im schlimmeren Fall auch das eines ideologisch Verblendeten im Besitz einer Schusswaffe... Der Kampf, den diese verhältnismäßig kleine Gruppe von Menschen führte und führt, um bestimmte Dinge ins nationale Gedächtnis zurückzurufen, war gerade dabei einen gewissen, noch recht kleinen, Erfolg zu zeitigen, die Türken begannen darüber zu sprechen, die Regierung erklärte sich nach 90 Jahren endlich bereit anzuerkennen, dass dort unsagbare Grausamkeiten begangen wurden. Und nun tritt Frau Merkel auf den Plan und verwendet solcherlei Argumente einzig zum Ziel ihren politischen Willen durchzusetzen. Ohne Kenntnis der Situation und ohne Interesse an der eigentlichen Sache. Dass sie damit eine politische Bewegung mit eigentlich identischem Ziel um Jahrzehnte zurückwirft geht ihr am Arsch vorbei, ebenso ob die Türkei diese Thematiken denn nun aufarbeitet oder nicht. Und das mit einem Totschlägerargument, das seines gleichen sucht. Was soll man denn dagegen sagen, dass sie die türkische Gesellschaft auffordert ihre Vergangenheit auf die Tagesordnung zu setzen? Ist eine solche Forderung gerade aus Deutschland nicht sogar nachvollziehbar? Nein, ist sie natürlich nicht, und das auf Grund der völligen Ignoranz gegenüber einer Bewegung von Innen. Vielen Dank Frau Merkel! :mad: |
| BlackDragon | Man verzeihe mir die Kürze, doch bevor ich dazu etwas sage die Gretchenfrage: In wie weit konnte Frau Merkel davon wissen? Ist diese innere Bewegung so stark und das Eingeständnis der türkischen Regierung so offiziell, dass sie davon hätte wissen müssen? [SIZE=1]Das ist jetzt keinesfalls sarkastisch gemeint, sondern einfach nur eine Verständnisfrage[/SIZE] |
| Darket | Frau Merkel hat sich schlichtweg einen Dreck dafür interessiert, sie brauchte ganz offensichtlich ein politisches Argument, dass sie für ein bestimmtes Ziel instrumentieren konnte. Hätte sie auch nur den Hauch eines Interesses für die eigentliche Sache, hätte sie sich vorher schlau gemacht und eventuell die Konsequenzen ihres Handelns bedacht. Es ist nicht so, dass diese Leute als eine Geheimbewegung fungiert hätten. Die ganze Geschichte war schon Wochen vorher durchaus zum Thema gemacht worden, oben genannter und in der Türkei sehr populärer Schriftsteller hat vor Wochen öffentlich erklärt, was damals passierte und was er davon hält (nämlich nix). Die Türkei diskutierte das Thema kontrovers, doch nun hat das ein Ende. |
| 2378 | Hm... erstmal - die Dame hat m. M. nach mehr auf dem Kasten als viele anderen Leute und nun ja - jetzt zu dem Thema... Wieso zum Teufel ist es schlimm, dass ein dt. Politiker das anspricht und als Grundbedingung gibt, für einen Eu-Beitritt bzw. als ein Gegenargument....? Muss sich nicht fast jeden Land was einen Völkermord begangen hat, es gefallen lassen, dass auch andere Menschen aus anderen Ländern darüber sprechen und richten und die dürfen dann nicht mit der Aufarbeitung aufhören... Es tut mir leid, aber ich verstehe da nicht wirklich diese schlimme Problematik, deswegen müsste man mir die mal erklären.... |
| oskadis | Willkommen auf der politischen Ebene, Darket. Politik hat oft nichts mit Realität wie nicht Berufspolitiker sie sehen zu tun... hab ich zu oft mitkriegen müssen. Was Frau Merkel angeht, muß ich hier zustimmen, daß sie mehr auf dem Kasten hat als viele ihr zugestehen wollen. Und wenn wir hier in Deutschland schon das Dritte Reich aufarbeiten kann die Türkei es ruhig mit diesen Angelegenheiten tun - die liegen sogar länger zurück als was hier ausgefressen wurde. Da sollte man meinen, daß da eher eine historische Perspektive möglich wäre. Schade. Gruß ~Oskadis~ |
| Apex | Nunja wie es sich hier darstellt ist aber nun A.M. mehr oder weniger daran schuld, dass die Kontroverse jetzt zum erliegen gekommen ist. Sicherlich sollte man sowas ansprechen können, doch man sollte auch ein Gespür für Situationen haben und wenn ich jetzt meine subjetkive Meinung äußern darf: Frau Merkel ist ein außenpolitischer Elefant im Porzelanladen. |
| 2378 | Ich selber behaupte nur, dass die Dame oft einfach viel zu direkt für die Politik ist - obwohl ich gerade das gut finde... Jetzt würde ich aber zu gerne verstehen, wieso es jetzt gerade deswegen zum erliegen gekommen ist... 2378 |
| Darket | Api, Du hast verstanden was ich sagen wollte. Ich habe ganz ehrlich mit solchen Reaktionen gerechnet, weil dass was Merkel da von sich gegeben hat wie gesagt ein Totschlägerargument ist, wie soll man dagegen argumentieren? [QUOTE]Und wenn wir hier in Deutschland schon das Dritte Reich aufarbeiten kann die Türkei es ruhig mit diesen Angelegenheiten tun [/QUOTE] Genau das war mein erster Gedanke, aber bei näherem Hinschauen besteht ein gewaltiger Unterschied. Die Türkei hat nie dafür auf den Deckel gekriegt, den Deutschen wurde die Aufarbeitung von außen quasi aufgezwungen, was angesichts der konkreten Situation auch nicht schlecht war. Das osmanische Reich, das die politische Verantwortung für den armenischen Genozid trägt, verschwand von der Bildfläche bevor eine Aufarbeitung überhaupt hätte angedacht werden können. Die Türkei als Nachfolgestaat sah nie eine Notwendigkeit für die Aufarbeitung geschweige denn die Anerkennung einer Verantwortung, das Thema wurde schlicht totgeschwiegen. Der Vergleich mit dem dritten Reich hinkt dahingehend, dass viele Türken schlicht garnicht wissen was damals passiert ist. Ich habe den Armenien-Genozid damals in der Schule behandelt und hatte zwei tükische Mädchen in meinem Kurs. Die haben das, was der Lehrer erzählt hat schlicht nicht geglaubt, wie auch, wenn man über einen so wichtigen Punkt der eigenen Geschichte nie vorher etwas gehört hat? Von daher ist eine ablehnende Reaktion, wenn da jemand von außen kommt und sowas erzählt fast schon nachvollziehabr, wieso sollte man einer Frau Merkel glauben, die ja offenbar sowieso etwas gegen das eigene Land zu haben scheint (sie ist seit ihrer Idee der "Privilegierten Partnerschaft" bekannt und alles andere als beliebt). Das Problem ist, dass diese Geschichte einigen politischen Fraktionen in der Türkei (namentlich den Faschisten der Grauen Wölfe) gewaltigen Auftrieb verleiht, obwohl sie schon fast in der Versenkung verschwunden waren. Es geht nicht darum, das Thema weiter totzuschweigen, aber die Diskussion von außen hineinzutragen, nochdazu mit unpopulären, politischen Hintergedanken ist absolut nicht förderlich, erst recht, wenn die Debatte langsam und mit deutlich mehr Fingerspitzengefühl von innen geführt wurde. |
| 2378 | Hmm.... ich glaube dass ich leider immer noch nicht 100% verstehe, wieso dies so bei der Bevölkerung gewirkt hat. Hier ein eigener Gedanke: Wenn von außen das Thema angesprochen wird und von außen man die Regierung dazu zwingt es aufzuarbeiten, wäre das nicht der schnellere und bessere Weg... Ich denke gerade an die Sache bei uns mit der Teilung und dem was in der DDR teilweise passierte - da gab es auch keine wirklcihe Aufarbeitung bzw nur schrittweise, weil keiner sie dazu von außen zwingt. Würde das aber sein, geht es viel schneller von statten, auch wenn erstmal die Bevölkerung nur schimpfen würde... Wenn ich mir das hier durchlese: [url]http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern[/url] glaube ich sogar, dass es nur was wird wenn man es von außen anspricht und manche Staaten versuchen das ja auch.... |
| Darket | Ich empfehle zu dem Thema die Lektüre von Franz Werfels "Die vierzig Tage des Musa Dagh". [QUOTE]Hmm.... ich glaube dass ich leider immer noch nicht 100% verstehe, wieso dies so bei der Bevölkerung gewirkt hat. [/QUOTE] In der Türkei gibt es quasi zwei bedeutende politische Richtungen: Die Religiösen und die Nationalen. Nun sind die Grenzen zwischen diesen beiden Gruppen jedoch recht fließend, es gibt sogar faschistische Organisationen, die sich den Islam ebenfalls auf die Fahnen geschrieben haben. Die Türken sind in der Regel sehr nationalbewusst. Wenn nun Frau Merkel einem patriotischen Türken soetwas erzählt, wird dieser dem zunächste wenig Glauben schenken, schließlich hat er noch nie wirklich davon gehört. Diese ganze GEschichte ist in der Türkei kein historischer Fakt, der in der Schule behandelt wird. Diesen Zustand aufzubrechen ist ein langfristiges Ziel, keines, dass Frau Merkel mal eben ansprechen und danach vergessen kann. Sie greift damit die Türken in ihrem nationalen Ehrgefühl an und stärkt politische Fraktionen, die sich auch in Kenntnis des Genozids immer geweigert haben anzuerkennen, dass er passiert ist. Generell würde auch nichts dagegen sprechen so etwas von außen anzusprechen, jedenfalls wenn keine Aussicht auf BEsserung in Sicht ist. In diesem Fall war es jedoch so, dass die Diskussion seit einigen Wochen INNERHALB der Türkei geführt wurde und das auf kontroverse Art und Weise. Es sah so aus, als würde die derzeitige Regierung die GEschehnisse anerkennen und die BEvölkerung beschäftigt sich seit Wochen mit kaum einem anderen politischen Thema. Wenn ich so ein Thema guten Willens von außen hereinbringen möchte, dass würde ich mich vorher wenigstens schlau machen inwieweit dies nützen oder schaden könnte. Ohne diese Überlegung würde ich mir den Vorwurf der politischen Manipulation gefallen lassen müssen. Angela Merkel hat wissentlich oder unwissentlich damit einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Sie stärkt die EU-Gegner in der Türkei, nämlich die Grauen Wölfe, die schon fast in der politischen Versenkung verschwunden waren. |
| Mondsilbertaufe | Ein schlauer Schachzug von ihr. Und gleichzeitig tritt sie durch diese einfache Aushebelaktion die Beiweisführung an, dass die Türkei nicht in die EU gehört. Konservativer Wahlkampf. Es geht gar nicht um die Türkei, ist nur ein klitzekleines Ablenkungsmanöver. Die aufgewärmte Visa-Affaire tut ihr übriges. |
| oskadis | [QUOTE][i]Original geschrieben von oskadis [/i] [B]kann die Türkei es ruhig mit diesen Angelegenheiten tun - die liegen sogar länger zurück als was hier ausgefressen wurde. Da sollte man meinen, daß da eher eine historische Perspektive möglich wäre. Schade. [/B][/QUOTE] Darket, ließ mein Zitat wieder durch. Deine Argumentation in Antwort an mein Statement hinkt. Was hab ich mit dem Dritten Reich zu tun? Ich habe es nie kennengelernt. Warum sollte ich auf andere hören was da war? Das wäre meine Antwort als advocatus diaboli. Die Tatsache, daß das Osmanische Reich nicht mehr existiert ist in dem Sinne auch nicht sehr überzeugend, da wir auch nicht mehr das Deutsche Reich sind, sondern die Bundesrepublik Deutschland und hier immer noch das III. Reich aufgearbeitet wird. Ich könnte sogar noch zwei andere Beispiele bringen: Holland und Indonesien. Darüber redet niemand hier, aber Holland bemüht sich immer noch die Massaker in Indonesien gegen Ende ihrer Kolonialherrschaft aufzuarbeiten. Spanien und die Indios aus Südamerika. Da läuft immer noch eine ganze Menge bezüglich aufarbeitung ... und wie lange ist DAS nun her? Zeit spielt keine Rolle. Ob der damalige Staat in genau der damaligen Form existiert spielt auch keine Rolle. Es kommt auf das Volk an, welches Verantwortlich zeichnet. Deutsche, Holländer, Spanier und Türken. Deswegen gibt es auch ein Recht, das Völkerrecht heißt und nicht Staatenrecht. Die Türkei ist der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, so wie Spanien des Spanischen Königsreichs der damaligen Zeit, Holland des damligen Holländischen Königsreiches und die BRD des III. Reichs. Ich hoffe ich konnte mich klar ausdrücken. Im übrigen schließe ich mich 2378 an. Wenn von außen nichts kommt, kann man ruhig so lange in Wohlgefälligkeit versinken wie man will und die Dinge so lassen wie sie immer waren (es sei denn das damals unterdrückte Volk wird irgendwann das stärkere). Und ob Frau Merkels Aussage mit Wahlkampf zu tun hat oder nicht ist mir egal. Sie hat was wichtiges angesprochen, Punkt. Niemand hat darüber sinniert ob Schröders Haltung zum Irakkrieg Wahlkampftaktik war oder nicht, oder? Gruß ~Oskadis~ |
| Apex | Also man unterbreche mich wenn ich mich täusche...aber der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit ging eigendlich auch kein Druck von außen vorraus oder? Ich meine die Alliierten waren mit einer rudimentären Entnazifizierung (wirklich nur rudimentär) grundsätzlich zufrieden und im Deutshcland der 50er Jahre hat man die Verbrechen der Nazizeit mehr oder weniger tod geschwiegen. Eine Aufarbeitung in Deutshcland fand auch erst statt, als Kinder der Nachfolgegeneration, in den 60ern, ihre Eltern fragten: "Sacht mal habt ihr auch damals den ganzen Dreck mitgemacht?" Ich glaube ohne diesen Aufarbeitungswillen der 60er Generation wäre so etwas wie ein Frankfurter Auschwitz Prozessoder die Abschaffung der Verjährung von Mord niemals möglich gewesen. Wichtig ist, dass ein Wille zur Aufarbeitung von dem türkischen Volk selbst ausgehen muss. Nun schien sich ein solcher Wille zur Aufarbeitung des Völkermordes an den Armeniern in der türkischen Gesellschaft zu entwickeln, aber dieser ist nun mehr oder weniger dahin, dank einer deutschen Elefantin, die es wohl gar nicht gerne gesehen hätte, wenn die Türken sich hier mit den Armeniern aussöhnen und somit ein weiterer Grund für einen Nichtbeitritt der Türkei zur EU wegfiele. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] [B]Nunja wie es sich hier darstellt ist aber nun A.M. mehr oder weniger daran schuld, dass die Kontroverse jetzt zum erliegen gekommen ist. Sicherlich sollte man sowas ansprechen können, doch man sollte auch ein Gespür für Situationen haben und wenn ich jetzt meine subjetkive Meinung äußern darf: [/B][/QUOTE]Du verlangst schier Unmögliches! Woher sollen Leute, die immer nur ihre Ellenbogen benutzt haben, plötzlich Feingefühl haben? [QUOTE][B]Frau Merkel ist ein außenpolitischer Elefant im Porzelanladen. [/B][/QUOTE]Sie ist nicht nur ein außenpolitischer Elefant im Porzelanladen, sondern noch viel mehr ein Elefant im innenpolitischen Porzelanladen. Ich glaube, sie ist derzeit die meistgehasste Ostdeutsche in Ostdeutschland. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von 2378 [/i] [B]Wenn von außen das Thema angesprochen wird und von außen man die Regierung dazu zwingt es aufzuarbeiten, wäre das nicht der schnellere und bessere Weg... [/B][/QUOTE]Jaja, das war schon immer der beste und schnellste Weg ... eine Aufarbeitung auf lange Zeit zu verhindern. :mad: Siehe Sowjetunion, DDR, Kuba, Nordkorea, Aghanistan, Irak ... [QUOTE][B]Ich denke gerade an die Sache bei uns mit der Teilung und dem was in der DDR teilweise passierte - da gab es auch keine wirklcihe Aufarbeitung bzw nur schrittweise, weil keiner sie dazu von außen zwingt. [/B][/QUOTE]Da gab es gerade darum keine Aufarbeitung, weil sich die Elefanten aus der BRD früher genauso in die inneren Auseinandersetzungen in der DDR eingemischt haben wie heute in der Türkei, mit genau der gleichen Unkenntnis, Arroganz und Großkotzigkeit. Und als es die Ossis trotzdem geschafft hatten, ihre Unterdrücker zum Teufel zu jagen, hat man dem Spuk der Aufarbeitung ganz schnell ein Ende bereitet und sie in die BRD eingemeindet. [QUOTE][B]Würde das aber sein, geht es viel schneller von statten, auch wenn erstmal die Bevölkerung nur schimpfen würde... [/B][/QUOTE]Genau das ist ja passiert: Die Bevölkerung der ehemaligen DDR hat erst mal nur geschimpft ... und dann damit begonnen, ihre ehemaligen Unterdrücker zu verherrlichen. Prima Aufarbeitung ist das! Und in Russland werden schon wieder Stalin-Denkmäler aufgestellt ... :( |
| shameofthefate | Ok, nur mal so eine Anmerkung... Wenn wir schon dabei sind über Völkermorde und außenpolitische einmischung reden, (mag sein, jedes Land hat dreck am stecken...) reden wir hier von einem Thema das in der Eu weite Kreise gzogen hat, tut mir einen gefallen, geht auf die straße und fragt einen in deutschland lebenden Türken.. der hustet euch eine wenn ihr pech habt........ also.. wir haben uns den spaß gegönnt (wir soll heißen wir waren zu dritt) und haben mal ein bisschen rumgefragt..... nun, über den genozid wußten vielleicht 3 % was.. davon nivht einer türkischer abstammung... vielleicht sollte man das Thema wirklich anders angehen.. ich bin der Meinung das hier ein "sanfte Gewalt" von nöten ist, also aufklärungsarbeit, warum sollte man nicht damit beginnen der ganzen Welt zu zeigen wo in der Vergangenheit bei jedem Volk die Mißstände waren.. das sich mal alle Papiertiger sih um den Tisch setzen und sagen "Wir wühlen den scheiß jetzt durch" inkl Türke und Ammiland für die sklavenmorde (die hier komischerweise noch garnicht fielen.....:( ) also sollte man schon etwas druck ausüben, wenn nämlich ein Mensch egal wo er ist mit den verbrechen seiner Vorfahren konfrontiert wird fängt er nämlich an drüber nachzudenken... in sofern wäre allgemein für jedes Land einegewisse tranzparenz wünschenswerter....... Ich hoffe ihr versteht meinen Gesichtspunkt nicht falsch und denkt das ich versuche zu sagen das Angie recht hat, ich bin nur der Meinung das JEDES Land seine Geschicht mal durchrollen müsste und die Ganze Scheiße mal offen legen müsste, vielleicht wäre dann auch mal schluß mit diesen "aber ihr habt..." anschuldigungen... Das nur mal als anmerkung (app ich bin der Meinung das der ganze mist unsere heutige zeit ggf nurnoch historisch-politisch betreffen sollte, wie einige andere sachen auch....) |
| Darket | [QUOTE]ich bin der Meinung das hier ein "sanfte Gewalt" von nöten ist, also aufklärungsarbeit, warum sollte man nicht damit beginnen der ganzen Welt zu zeigen wo in der Vergangenheit bei jedem Volk die Mißstände waren.. [/QUOTE] Was ich schon von Anfang an zu erklären versuche ist, dass die sanfte GEwalt ja da war! Orhan Pamuk ist ein in der Türkei sehr bekannter und angesehener Literat. Dieser Mann hat sich in die Öffentlichkeit gestellt und gesagt wie es war(interessanter Weise nur einige Wochen vor Frau Merkel). Der Unterschied besteht schlicht darin, dass ein Türke versuchte den Türken zu erklären, dass Aufarbeitung und Auseinandersetzung not tut. Er hat Jahrzehntelang mit anderen (u.a. meinem Vater) daran gearbeitet so weit zu kommen, dass man die Thematik überhaupt öffentlich ansprechen konnte und Frau Merkel ist nicht so blöd ernsthaft zu glauben, dass sie eine Problematik, deren Ursprung fast 100 Jahre zurückliegt mal eben so aus dem Weg räumen bzw. zu einem zufriedenstellenden Abschluss bringen kann. Orhan Pamuk unterscheidet sich von Frau Merkel in wichtigen Punkten (er ist Türke, er war zumindest bei den Türken nicht völlig unpopulär...) und das befähigt ihn im Vergleich zu Frau Merkel mit seiner Aussage positives zu bewirken. Angela Merkel hat jedoch mit ihrer Attacke die Arbeit und Bemühungen von Jahrzehnten zerstört, da liegt das Problem! |
| 2378 | ... bzw. die Leute die es nicht sehen wollten oder glauben wollten, haben mit Fr. Merkel einen guten Grund gefunden, dass sie es jetzt nicht aufarbeiten müssen... Aber... ich glaube, dass solche LEute immer einen Grund dafür finden - schl. hat man es ja sogar soweit geschafft, dass 2005 das Thema in Brandenburg wieder indirekt aus dem Stundenplan genommen wurde, weil es zuviele Aufschreie gab und man hat auch versucht zu verhindern, dass es Länder als Völkermord ansehen... und... wenn soviel verbortheit da ist... dann glaube ich auch nicht daran, dass eine keline Gruppe es wirklich komplett schafren kann, nur in kleinen Schritten und das können sie jetzt auch noch schaffen - es würde länger dauern, aber genauso gut gehen... und.. ich finde es immer noch okay dass die Dame das gesagt hat, weil sie eben dazu offen eine Stellung genommen hat, dass hatte in Deutschland (soewit ich gesehen habe) bisher noch niemand gewagt, aber Frankreich und Kanada haben es schon vor Jahren gemacht... (hoffe es ist nicht zu konfus... - sorry bin etwas durcheinander heute) |
| shameofthefate | stimme ich dir zu 2378 |
| demelza | Hallo Oskadis, zu den von dir genannten Ländern... [QUOTE][i] Holland und Indonesien. Darüber redet niemand hier, aber Holland bemüht sich immer noch die Massaker in Indonesien gegen Ende ihrer Kolonialherrschaft aufzuarbeiten... Spanien und die Indios aus Südamerika. Da läuft immer noch eine ganze Menge bezüglich aufarbeitung ... und wie lange ist DAS nun her? [/i][/QUOTE] ... könnte ich ein Beispiel nennen, das noch näher an der Gegenwart liegt als die o.g. Länder: Die Vertreibung der Sudetendeutschen nach Ende des 2. Weltkriegs aus dem damaligen Staatsgebiet der Tschechoslowakei. Das Thema hat noch in den 80er Jahren den Präsidenten der Tschechoslowakei beschäftigt, und inzwischen wurden aus CZ zwei einzelne Staaten: die Tschechei und die Slowakei. ob dieses Kapitel aus der Vergangenheit jetzt aber noch "aufgearbeitet" wird, weiß ich leider auch nicht |