| Deadful shadows | Ich arbeite in einem katholischen Altenpflegeheim und ich liebe meine Arbeit wirklich über alles, aber seit dem letzten Jahr hat der Malteser das Heim übernommen, welches vorher von den Ordensschwestern geleitet wurde, was allerdings auch nicht gerade toll war. Jedenfalls ist mein Chef ein absolutes Arschloch, versteht mich mal, der ist AUTOVERKÄUFER und hat null plan von der Pflege Sterbender und meint MIR (bin vorallem für die Sterbebegleitung zuständig) sagen zu müssen, dass ich ein zu vertrautes Verhältnis zu den Bewohnern pflege.Ey wie bitte???? Dieser Mensch weiß wahrscheinlich nicht, wie es ist, wenn man niemanden mehr hat (weder Partner noch Familie) und wie schön es ist, wenn man in den wohl beschissensten Stunden seines Lebens wenigstens jemanden hat, dem man vertraut? Kann mir mal jemand sagen, wie man mit sowas Dummen und Inkompeteneten klar kommen soll??? Carpe noctem. |
| Darket | Hehehe Vorgesetzte in sozialen Einrichtungen, da könnte ich auch GEschichten erzählen.... Es kommt scheinbar häufiger vor, dass dort Leute ohne eigentliche Sachkenntnis eingesetzt werden, so nach dem Motto: Kohle muss stimmen, Rest is wurscht! Hab auch so einen vor der Nase, und noch schlimmere in den höheren Chargen. Die treffen ihre Entscheidungen nach persönlcihen Abneigungen und noch mehr nach dem Geld. Ich bin wahrlich der letzte, der meint soziale Betriebe sollten nicht betriebswirtschaftlich geführt werden, aber wenn der eigentliche Auftrag auf der Strecke bleibt wird das auch betriebswirtschaftlich nicht lange gut gehen. Aber konket nehme ich mal an, dass Dein Chef es in seiner Unkenntniss der konkreten Zusammenhänge gut gemeint hat. Aus Sorge um Deine Psyche :rolleyes: |
| gekitsu | hmm, ich hatte bei meinem zivildienst damals eine dienststelle von gehobener groesse - da hatte es eigene chefs fuer die verschiedenen chargen: pflegedienst, aerztlicher dienst, wirtschaft etcterea, und die haben die groben unstimmigkeiten schon unter sich ausgemacht - eben weil jeder um das bestmoegliche funktionieren seines bereiches bemueht war. aber in welchem einzelnen altenheimchen kann sowas realistisch durchgefuehrt werden? bei mir hats dazu eine bezirksweite klinik fuer psychiatrie, psychotherapie und forensik gebraucht. noch dazu war da eine gesonderte kriseninterventionsstation und eine neurologische klinik im selben komplex. ich seh das aehnlich wie bei dorfpolizisten: wo wenige im einzelfall viel verantwortung tragen (in der groesseren stadt gibts dann ja schonwieder spezialisierte "fachbeamte" fuer diverse aufgaben, da ist von sich aus die durchschnittliche kompetenz was hoeher als wenn sich zehn bereitschaftspolizisten um alles kuemmern muessen) sollten fuehrungsposten auch mit einem charakterlichen eignungstest einhergehen. aber das ist dann ja schonwieder diskriminierend... stattdessen werden dann autoverkaeufer heimleiter und unbefriedigte, geltungsgeile dorfbeppos werden polizeichefs (und haben dann nix besseres zu tun als unbeshcoltene buerger wegen tragen eines barettes aufs revier zu schleppen - waehrend an wochenenden sich eingereiste neonazis mit punks kloppen und an der schule das drogenangebot besser als in der apotheke ist) |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]Es kommt scheinbar häufiger vor, dass dort Leute ohne eigentliche Sachkenntnis eingesetzt werden, so nach dem Motto: Kohle muss stimmen, Rest is wurscht![/QUOTE] Das verwundert nicht. Ist es doch ein Phänomen des Gesundheitssystems, das bis in die Chefetage reicht. Verträumt denke ich da an die gute Ullala aus der Sonderschule... |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i] [B]Hehehe Vorgesetzte in sozialen Einrichtungen, da könnte ich auch GEschichten erzählen.... Es kommt scheinbar häufiger vor, dass dort Leute ohne eigentliche Sachkenntnis eingesetzt werden, so nach dem Motto: Kohle muss stimmen, Rest is wurscht! [/B][/QUOTE] Woran das liegt ist für mich eigentlich offensichtlich: Das Gesundheits- und Sozialwesen wird zwanghaft versucht, immer mehr auf Marktwirtschaft zu trimmen, ein Arzt oder auch Krankenhaus betrachtet sich als Wirtschaftsunternehmen anstatt als dem Gemeinwohl dienende Instanz. Eine (deutliche) Verschlimmerung dieses Zustandes ist zu erwarten, sollte Rot-Grün in absehbarer Zeit von Schwarz-Gelb abgelöst werden. Anstatt endlich mal auf den Tisch zu hauen und die private Krankenversicherung auf den Mond zu schießen werden lieber aus Geldmangel Krankenhäuser geschlossen oder aber dort als Chef solche Marketingheinis (ist ja ungefähr Verkäufer) eingesetzt, die wenn sie können ihre Untergebenen auch größtenteils anhand "wirtschaftlicher Kriterien" auswählen, sowie im Arbeitsablauf Wirtschaftlichkeit statt Menschlichkeit fordern. Mein Beileid zu Deinem Chef @shadows, ich hatte während dem Zivi das Glück in einem Heim zu sein wo es noch vergleichsweise human zuging (die Chefin war Diakonissin und mit viel Herzblut der Pflege alter Menschen verschrieben). Was ich heute von den ehemaligen Kollegen höre, die Verwirtschaftlichung greift leider immer weiter um sich. Wenn es selbst das bettelarme Kuba hinbekommt kostenlose Gesundheitsfürsorge für alle zu bieten, sollten wir oder besser die Verantwortlichen uns/sich was schämen wenn unser reiches Teutschland für die Gesundheit nicht genug Geld aufbringt. Gruß Stone |
| just_dark | Tja du hast ziemlich pech. Habe Praktikum im Behindertenheim mit Werkstatt gemacht und hatte ähnliche Probleme. dunkelste Grüße just_dark |
| Solstice | Das Problem in den heutigen Gesundheitseinrichtungen ist tatsächlich, dass diese unter zunehmendem Kostendruck wie Wirtchaftsunternehmen geführt werden müssen. Das wäre zunächst ja nicht schlimm, wenn nicht leider die damit beauftragten Wirtschaftler (z.B. Verwaltungsleitung, Geschäftsführung) das Krankenhaus ohne seine speziellen Bedingungen sehen würden. Es werden hier aus der Wirtschaft erprobte Mittel angesetzt, die auf den Krankenhaussektor nicht 1:1 übertragbar sind. Andererseits wird von Chef- und Oberärzten erwartet, dass sie neben ihren medizinischen Kenntnissen am besten noch gleich ein Studium der Krankenhausbetriebswirtschaft absolviert haben. (Wobei ich aus eigener Erfahrung sagen muß, dass die Mehrzahl der Chefärzte sich ohnehin für allwissend und omnipotent halten, so dass eventuelle Defizite in Wirtschaftskompetenz oder sozialer Kompetenz gar nicht erst wahrgenommen werden. Das tun dann andere...:D ) |