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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Zivildienst = Nachteile bei der Berufswahl?
just_darkServus!
Ich habe eine wichtige Entscheidung zu treffen: Bund oder Zivi?
Eigendlich will ich lieber als Zivi arbeiten, aber einige Personen meinen, dass man früher auf Grund des "nicht zum Bund gehens" Probleme hatte Beamter zu werden. Ist das immer noch so? Und überhaupt, für was habt ihr euch entschieden? Was hat euch gut oder schlecht gefallen?

dunkelste Grüße

just_dark
DarketNein, ist definitiv nicht mehr so! Ich bin Zivi und hatte das unbeschreibliche Vegnügen *hust* eine Woche lang auf einem Lehrgang in der schönen *hustenanfall* Stadt Braunschweig zu weilen, wo u.a. genau diese Frage thematisiert wurde. Dem ist laut den Dozenten in keiner Weise mehr so, im Gegenteil. Es gibt regelrechte Studien darüber welche Qualitäten ehemalige Bundis und Zivis mitbringen. Bei den Zivis stehen heutzutage nicht ganz unbedeutende Punkte wie Teamfähigkeit und soziale Kompetenz zu Buche. Und bevor jemand meckert, nein, das ist keine Verallgemeinerung, das sind die Kriterien, nach denen Arbeitgeber auswählen. Die Berufswahl ist heutzutage weder juristisch noch praktisch eingeschränkt und gerade staatliche Stellen DÜRFEN Zivi und Bund bei der Einstellung garnicht unterschiedlich behandeln.
Ich gebe zu, ich bin ein arroganter Zivi, ich bin stolz auf das was ich tue und das was ich bin und ich rate jedem zum Zivildienst, weil es einfach eine tolle Erfahrung sein kann, die ich für meinen Teil nicht missen möchte. Dazu muss ich natürlich eingestehen, dass ich die andere Seite nicht kenne und nicht beurteilen kann (was nicht heißt, dass ich mich mit boshaften Kommentaren in Richtung der "Konkurrenz" zurückhalte ;) ).
Aber für alle Fragen in Sachen Zivi steh ich gern (auch per PN) zur Verfügung.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von just_dark [/i]
[B]Servus!
Ich habe eine wichtige Entscheidung zu treffen: Bund oder Zivi?
Eigendlich will ich lieber als Zivi arbeiten, aber einige Personen meinen, dass man früher auf Grund des "nicht zum Bund gehens" Probleme hatte Beamter zu werden. Ist das immer noch so? Und überhaupt, für was habt ihr euch entschieden? Was hat euch gut oder schlecht gefallen?
[...]
__________________
={::::>Sei ein Individuum, kein Mitläufer! [...]
[/B][/QUOTE]

Es ist zwar unüblich sich auf die Signatur zu beziehen, aber wenn Du es mit Deiner ernst meinst hast Du Dir die Frage doch eigentlich schon beantwortet :)
Ich hab übrigens Zivi gemacht und bin voll der Meinung, daß es die richtige Entscheidung war. Ehrlich gesagt glaube ich, daß es den meisten Arbeitgebern inclusive Staat schnurzpiepenegal sein dürfte... Da die Bundeswehr nochmal verkleinert werden soll würde "Pappa Staat" sogar ein mittleres Problem bekommen wenn plötzlich alle nur noch Bund statt Zivi machen wollten...

Gruß
Stone
PallorIntressant wird es nur wie Arbeitgeber auf Menschen reagieren die weder Zivi noch Bundeswehr gemacht haben.

Und da die reglung geändert wurde das nur noch ab T2 gezogen wird, fallen nun "relativ gute Menschen" schon durch.

Falls jemand erfahrung damit hat wäre nett wenn er die Posten könnte, ob ein Arbeitgeber verhaltener bei solchen "Versagern" reagieren.

Pendark

P.S.: Wer T3 ist muss sich nicht schämen, ich halte selbst nicht viel von der Musterung. Und ich kenne auch Möglichkeiten t3 zu werden, ohne ein "kaputter" Mensch zu sein, um so diesen Zwangsdienst ganz aus dem Weg zu gehen...
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Pallor [/i]
[B]Intressant wird es nur wie Arbeitgeber auf Menschen reagieren die weder Zivi noch Bundeswehr gemacht haben.[/quote][/b]

Also ich kann aus Erfahrung sagen: Kein Problem.

Die Zeiten, in denen gefrag wird "ham se auch jedient" sind wohl vorbei. :)
CaranaldionIch war Zivi, und kann nicht sagen, davon später irgendwelche Nachteile gehabt zu haben. Im Gegenteil, wäre mein Zivildienst nicht gewesen, wär ich niemals auf die Idee gekommen, den Beruf zu machen, den ich mache.

Ich kann mich Darkets & Decays Post da nur anschliessen.
OrcaDesign[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]Die Berufswahl ist heutzutage weder juristisch noch praktisch eingeschränkt und gerade staatliche Stellen DÜRFEN Zivi und Bund bei der Einstellung garnicht unterschiedlich behandeln.[/B][/QUOTE]
.... irgendein [i]sachlicher[/i] Grund findet sich bei aller Gesetzesgebung dennoch auch weiterhin, wenn dem Personaler eine Nase nicht gefällt, und sei's, weil jemand etwas gegen Zivis haben sollte (warum auch immer).
Ist wie mit Arbeitszeugnissen: keine Gesetzgebung der Welt wird subjektives Empfinden und daraus entstehende Benachteiligung verhindern, es ändert sich nur der Wortschatz oder jene offizielle Angaben. Dann steht halt nicht mehr "war öfter unpünktlich" auf dem Blatt, sondern "war stets pünktlich" (-> eine Selbstverständlichkeit, welche extra erwähnt wird, ist immer negativ zu verstehen -> Zeugniscode).

Wobei ich eher nicht glaube, daß es heute noch von sonderlichen Interesse für irgendjemand wäre, ob man Bundi oder Spaten-Solda... pardon, Zivi war - allein aus einem Grund: die Zeiten, in denen das Militär und seine Angehörigen einen besonderen, guten Ruf bei der Bevölkerung genossen, sind doch schon lange vorbei.
DonaldWieso willst du auch unbedingt Beamter werden??

Ich weiß aus gesprächen mit meinen Chef, ob nun selbst geführt oder mitgehört, dass mein Chef sogar lieber die ehemaligen Zivis nimmt......

Ich glaube er, wenn ich es richtig vernommen habe, ist ihm lieber, dass die Leute eine soziale Ader haben, als dass sie lernen stumpf aus Befehle zu hören..

DAS HEISST NICHT DASS ALLE BUNDESWEHRLER NUR DUMM BEFEHLE AUSFÜHREN...

Aber verdammt viele..........




Von dem her, mach was du willst....

Deine Entscheidung JETZT ist wichtig, nicht, wie irgendein Mensch deine ehemaligen Entscheidungen hinterfragt und dich aufgrund diesen auburteilt....

So einer sollte mal n paar Stunden durch den Schlamm robben........
SenecaIch will es mal so sagen...meinen ersten Job nach meiner Dienstzeit als SAM (auf 18 Monate freiwillig verlängerter Wehrdienst, mit höhren Bezügen) habe ich nur bekommen, weil ich eben genau das vorher gemacht hatte...!

Allerdings war das ein Job in der damals boomenden Sicherheitsbranche...!

Ich denke in den meisten Branchen wird die Frage "...wo haben sie gedient...?" wohl kaum aufkommen, weil es nicht relevant ist...!
DonaldStimmt, denn Sicherheit geht vor.............


Ironie, komm raus, du bist umzingelt...
DonaldSicherheit, von einem, der gelernt hat, mit einer Waffe gezielt umzugehen.....

Ha.....
Desengano*lach* und was ist mit den leuten, die ausgemustert wurden?? denkst du, dass die noch mehr benachteiligt sind??

ich hab ja schon viel blödsinn gehört, aber das toppts dann doch.. oh man..
DarketDessengano, sei Dir da nicht so sicher, lange Jahre war man auf dem Abeitsmarkt der Depp, wenn man nicht gedient hatte.

Orca, mir ist vollauf bewusst, dass eine Vorschrift nicht unbedingt zur Umsetzung fühlt, ich wollte damit nur das weiter oben genannte unterstreichen.

[QUOTE]Ich glaube er, wenn ich es richtig vernommen habe, ist ihm lieber, dass die Leute eine soziale Ader haben, als dass sie lernen stumpf aus Befehle zu hören..[/QUOTE]
Donald, meine zynische Ader und mein Stolz als Zivi stimmen Dir zu, allerdings gibt es auch Vorteile, die die Bundis mitbringen. "Stumpfes Unterordnen" kann auch positiv, als Autoritätsbewusstsein ausgelet werden. D.h. nicht unbedingt blinder Gehorsam, sondern auch die Fähigkeit nicht sofort bei jeder Anweisung nach dem Sinn zu fragen, was in bestimmten BErufen durchaus von Vorteil sein kann.
Tiberon[QUOTE][B]... was in bestimmten BErufen durchaus von Vorteil sein kann. [/B][/QUOTE]Das kann imo in allen Berufen von Vorteil sein.
Bei mir war vor ein paar Jahren die Frage, ob ich schon gedient habe jeweils eine der ersten, wobei sich da ja durchaus was getan haben sollte.
Der Rest dürfte dann inzwischen hauptsächlich vom Gegenüber beim persönlichen Gespräch abhängen, von daher dürfte es auf die Frage, was in diesem Zusammenhang besser sei, so viele Antworten wie auch Ansichten geben.
DarketNaja, wenn man in die Altenpflege möchte isses vielleicht weniger von Vorteil beim Bund gewesen zu sein... ;)
TiberonDa denke ich doch an eine Karrikatur aus dem Eulenspiegel ...

Ein Nazi, der den Rollstuhl eines Opas schiebt und dieser meint: "Endlich mal ein zackiger Zivi"
Darketdas ist garnicht so weit hergeholt wie man glaubt... :rolleyes:
Move over KateIch hab Zivi gemacht (ich muß bei der Verweigerung geistig umnachtet gewesen sein... ähem) und bin gerade deshalb Beamter geworden - ich bin als Öko-Zivi bei einer Kreisverwaltung gelandet und habe dort später meine Ausbildungsstelle bekommen... Heute bin ich bei der dortigen Abfallentsorgung für Recht, Personal und Organisation zuständig.

Nach dem Grundgesetz entscheiden Eignung, Befähigung und Leistung über den Zugang zum öffentlichen Dienst.

Es gibt nur noch ganz wenige Einrichtungen, die ehemalige Zivis zurückweisen dürfen. Ich denke, dass BMin für Verteidigung (hat mit den Standortverwaltungen und den Beschaffungsämtern einen fetten Unterbau) wird ehemalige Zivis zurückweisen dürfen. Unter meinen Abi-Kollegen, die verweigert haben, sind ein Richter (Amtsgericht) und ein Staatsanwalt... Also don't worry...
Darket[QUOTE]Ich denke, dass BMin für Verteidigung (hat mit den Standortverwaltungen und den Beschaffungsämtern einen fetten Unterbau) wird ehemalige Zivis zurückweisen dürfen[/QUOTE]
Glaub ich nichtmal und im Falle des Falles kann man den die anerkennung als KDV auch rückgängig machen.
Move over KateGlaub ich doch - denn wenn das für die Verweigerung maßgebliche Gewissen das Töten von Menschen verbietet, dann müßte es mir auch vorbereitende Handlungen verbieten - und sei es nur die Beschaffung oder Verwaltung von Waffensystemen. Und dann käme der ehemalige ZDL in einen Gewissenskonflikt. Jedenfalls wäre die Loyalität zur obersten Dienstbehörde (Verteidigungsministerium) anzweifelbar.

[QUOTE]und im Falle des Falles kann man den die anerkennung als KDV auch rückgängig machen[/QUOTE]

Na, wie glaubwürdig wäre das denn... Aber andererseits: Dann kann ich ja doch noch zur Freiwilligenannahmestelle marschieren - und dann: "Nach Paris. Mir juckt die Säbelspitze. Auf Wiedersehen auf dem Boulevard... :D "
Grey RainbowAlso mal zurück zur eigentlichen Frage...
Nein, man hat keine Probleme wenn man Beamter werden will nur weil man Zivildienst geleistet hat. So schauts aus. Nicht umsonst ist der Zivildienst rechtlich dem Wehrdienst weitestgehend gleichgestellt, natürlich mit kleinen Einschränkungen (politische Betätigung in Uniform und teilweise Einschränkung anderer Rechte). Kommt natürlich immer auf den Personalsachbearbeiter an der Deine Bewerbung bearbeitet, ob ihm Deine Nase in den Kram passt oder nicht; das hängt aber minimal davon ab ob du Zivi oder Bundi warst.
Kommt halt immer darauf an was Du machen willst als Beamter. Willst Du zum BGS ist es eventuell hilfreich beim Bund gewesen zu sein, willst Du in die Allgemeine Innere Verwaltung is das schnurzpiepegal.
Move over Kate[QUOTE]Willst Du zum BGS ist es eventuell hilfreich beim Bund gewesen zu sein, willst Du in die Allgemeine Innere Verwaltung is das schnurzpiepegal.[/QUOTE] Na, das Beispiel BGS hinkt - wer Polizeidienst macht, ist von der Wehrpflicht befreit... Gell...

Ansonsten beste Grüße nach Kowelenz.
SenecaDer BGS übernimmt sehr oft Unteroffiziere nach Ablauf ihrer Dientzeit bei der BW, sofern diese zwischen 2 und 4 jahren lag.
DarketJep kenne über einige Ecken mehrere Leute, die vom BGS oder von der Polizei nicht genommen wurden und die danach zum Bund gegangen sind und schwups eine Anfrage bekamen ob sie nicht zum BGS kommen möchten...Das ist etwas, das Dir als Zivi so bestimmt nicht passiert, aber dafür weise ich nochmal auf die wertvollen Lebenserfahrungen hin *Werbung für Verweigerung mach*
Grey Rainbow[QUOTE][i]Original geschrieben von Move over Kate [/i]
[B]Na, das Beispiel BGS hinkt - wer Polizeidienst macht, ist von der Wehrpflicht befreit... Gell...
[/B][/QUOTE]

Ich meinte diejenigen die Wehrdienst machen und sich danach beim BGS bewerben. Hab mich verquer ausgedrückt...

Oh, Rhein-Mosel-Eckler anwesend? *jubeljubelfreufreu*
Donn[QUOTE][i]Original geschrieben von just_dark [/i]
[B]Servus!
Ich habe eine wichtige Entscheidung zu treffen: Bund oder Zivi?
Eigendlich will ich lieber als Zivi arbeiten, aber einige Personen meinen, dass man früher auf Grund des "nicht zum Bund gehens" Probleme hatte Beamter zu werden. Ist das immer noch so? Und überhaupt, für was habt ihr euch entschieden? Was hat euch gut oder schlecht gefallen?

dunkelste Grüße

just_dark [/B][/QUOTE]

Sehr, sehr eingeschränkt gilt das auch heute noch.

Wenn Du studierst, promovierst und dann gerne einen Lehrstuhl hättest, kannst Du nur an zivile Hochschulen gehen. Die Profs der Bundeswehrhochschulen sind Offiziere, können also keine Verweigerer sein. Wenn du den Job trotzdem willst, musst Du den Widerruf der Gewissensentscheidung vor einer Komission verteidigen.

Da ich aber nicht glaube, dass dein Berufsziel Dozent an einer Bundeswehrhochschule ist, kann ich Dir nur raten, das zu tun, was Du wirklich willst.
In allen anderen Feldern sind ehemalige Zivis den Ex-Bundis gleich gestellt.
Move over KateNa Donn, wie wahrscheinlich ist das nun wieder? Promovieren und an einer der zwei Bundeswehrunis landen...

Hm, vielleicht solltest Du nochmal darüber nachdenken, doch zum Bund zu gehen, wenn Du mit dem Gedanken spielst, Bundesminister der Verteidigung in einer schwarz-gelben Regierung zu werden... Oder aber, falls Du dich zum NATO-Generalsekretär berufen fühlst... *g*

Aber Du hast eigentlich recht - ich kann mich daran erinnern, dass der Fall von ein - zwei Jahren durch die Presse geisterte...
Donn[QUOTE][i]Original geschrieben von Move over Kate [/i]
[B]Na Donn, wie wahrscheinlich ist das nun wieder? Promovieren und an einer der zwei Bundeswehrunis landen...

Hm, vielleicht solltest Du nochmal darüber nachdenken, doch zum Bund zu gehen, wenn Du mit dem Gedanken spielst, Bundesminister der Verteidigung in einer schwarz-gelben Regierung zu werden... Oder aber, falls Du dich zum NATO-Generalsekretär berufen fühlst... *g*

Aber Du hast eigentlich recht - ich kann mich daran erinnern, dass der Fall von ein - zwei Jahren durch die Presse geisterte... [/B][/QUOTE]

Naja, wie gesagt, es gilt halt sehr, sehr eingeschränkt ;-) Mir würde es eher nicht passieren, aber mein Bruder hat schonmal (scherzeshalber - dass er da nicht wirklich hinwollte, war ihm vorher schon klar) angefragt und wurde ablehnend beschieden. Er ist Konfliktforscher mit dem Fachgebiet irreguläre Konflikte, also genau das, was die Armee des 21. Jahrhunderts angeblich so dringend braucht...

ach ja, ich war schon immer dafür, dass Trittin der nächste Verteidigungsminister wird ;-) Solarpanzer!

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