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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Neu oder Alt - Die Rechtschreibreform
just_darkAls ich in die erste Klasse kam (jetzt bin ich in der 10) erklärte man uns voller Stolz, das wir eine der ersten Schulen seien in denen ausschließlich die neue Rechtschreibreform unterrichtet würde. Das fanden die Eltern natürlich klasse. Sollte jetzt allerdings die neue Rechtschreibreform zurückgezogen werden hätte ich ein ernstes Problem bei meinem Abi.

Wie geht`s euch bei der Sache?:(
ElbenblattGeht mir ähnlich.
Ich bin jetzt auch in der 10. und gehöre zu den Menschen, die von klein auf mit der neuen Rechtschreibreform großgeworden sind.
Soweit ich das mitgekriegt habe wollen die aber nicht einfach die alter Rechtschreibung einführen sondern noch irgendwas verändern. Das finde ich insgesamt ziemlich dämlich. Mitlerweile haben sich die meisten Menschen so mehr oder weniger an die Reform gewöhnt und jetzt wollen die das schon wieder ändern???
Ich seh da ehrlichgesagt keine Logik.
Außerdem: Ich dachte Deutschland hätte kein Geld. Dann müssen ja z.B. auch alle Schulbücher nue gedruckt werden.....
JulyaAlso, ich wäre froh, würde man diese blödsinnige Reform wieder zurückziehen.

Ich denke, es gibt auch weitaus mehr Leute, die Probleme mit der neuen Schreibweise haben, als Leute, die die neue lernen und die alte lernen müssten.

Man bräuchte ja auch keine neuen Bücher drucken, schließlich sind alle Bücher, außer den neuen, in der alten Schreibweise gedruckt.


Und ich komme da noch nicht so ganz hinterher mit der Rechnung, just_dark....
Du sagst, Du hast die Schreibweise seit der ersten Klasse gelernt und bist jetzt in der zehnten. Das heißt, daß Du seit zehn Jahren diese Schreibweise lernst.
ich war vor zehn Jahren 13 Jahre alt und ich glaube, in der siebten Klasse und ich habe, bis nach der zehnten Klasse noch nichts von der Reform gehört. Erst danach, als ich schon lange aus der Schreiblernphase raus war....
Aber die Reform hat vor maximal sieben Jahren begonnen und ich meine, daß ich das auch neulich irgendwo gelesen hätte...
Also, irgendwas stimmt dann da nicht... :rolleyes:
just_darkIch habe seit der ersten Klasse die neue R. gelernt. Ein Kumpel der genau 1 Jahr weiter ist wie ich hat sie in der zweiten begonnen. d.h. in diesem Jahr wrde unsere Grundschule auf die neue Rechtschreibung eingestellt. Entweder waren wir eine Art Test oder du hast nichts davon gehört weil sie erst 2005 zwingend gültig wird und du sie für deinen Abschluss nicht brauchtest.:p
BlackDragonAngeblich machen Schüler, die von anfang an die neue Rechtschreibung gelernt haben, weniger Fehler, als "wir" mit der alten Rechtschreibung im selben Alter.
"Angeblich, weil ich keine Studie kenne, die das belegt - wenn jemand von einer solchen weiss, möge er das kundtun.

Das Problem ist zum einen, dass die neue Rechtschreibung teilweise in den Regeln zu inkonsequent ist, aber zum anderen, dass es für eine Diskussion über eine Reform der Reform definitiv zu spät ist - diese hätte vor sechs Jahren erfolgen müssen!

Wie dem auch sei, ich habe die alte Rechtschreibung gelernt und bin zu stur um mich umzustellen, womit das Thema für mich persönlich vom Tisch ist.

bye,
BD

P.S.: Das ist nicht die erste Reform der deutschen Rechtschreibung und irgendwann wird sich auch um diese keiner mehr Gedanken machen.
asamandraAlso erst mal finde ich die neue Rechtschreibung in gewissen Teilen (ss-ß-Regelung) logischer als vorher und obwohl ich die alte konnte, könnte ich mich jetzt nur schwer wieder umstellen.
Davon mal abgesehen, würde eine erneute Umstellung einfach zu viel Geld kosten, dass unser Staat im Moment einfach nicht zur Verfügung hat. Aber vielleicht sind ja die Herrschaften von den Verlagen, die die alte Rechtschreibung wiederhaben wollen, bereit, das zu bezahlen...
Schattenwesen1[QUOTE]Als ich in die erste Klasse kam (jetzt bin ich in der 10) erklärte man uns voller Stolz, das wir eine der ersten Schulen seien in denen ausschließlich die neue Rechtschreibreform unterrichtet würde. Das fanden die Eltern natürlich klasse. Sollte jetzt allerdings die neue Rechtschreibreform zurückgezogen werden hätte ich ein ernstes Problem bei meinem Abi. [/QUOTE] ´

geht mir genau so aber die Idioten sollen endlich ihre Pfoten vn unserer Sprache lassen anstatt sie schwer zuvereinfachen
gekitsuich bin fuer eine kompromissloesung:

denn es gibt definitiv dinge die einfacher, weil systematischer geworden sind:
die sz - ss geschichte beispielsweise war vorher eine anhaeufung von unregelmaessigkeiten. jetzt ist sie strukturiert und logisch:
weich gesprochenes "s" -> s
scharf gesprochenes "s" mit langem vokal davor -> sz
selbiges nach kurzem vokal -> ss, mit der begruendung dass in der deutschen sprache nach einer konsonantenverdoppelung ein kurzer vokal kommt.
find ich super.

oder die geschichte mit den dreifachkonsonanten: die sieht zwar selten daemlich aus (kunststofffenster, schifffahrt, baretttraeger etc...) ist aber bei licht betrachtet logischer. zusammengesetzte wubstantive werden durch aneinanderreihen gebildet - das klingt wesentlich besser als die sonderregel mit "st" & dass nie mehr als zwei gleiche konsonanten aufeinanderfolgen.

allerdings gibts auch einen rechten schwachsinn dabei:
dass man "rau" (vormals "rauh") ohne "h" schreibt weil man andere adjektive auf die lautendung "au" auch ohne "h" schreibt - blau, grau - halte ich fuer eher hanebuechen. rauh ist was anderes als blau und grau - und spaetestens in der rauhheit wirds deutlich :q
ich halte das fuer einen erbaermlichen versuch, diesen drittklassigen ex-bundespraesidenten irgendwo zu verewigen ;)

auch diese eindeutschungen mehrerer fremdworte sind stellenweise sehr sehr abstrus. oder thunfisch ohne "h" - da beisst sich die schoene logik ja auf die zunge, denn was hat der thun mit dem verb tun zu tun?
dann schon lieber eine dose tHunfisch in oel.

mein vorschlag: das ganze relativieren. man muss eingestehen dass dinge dabei waren die super funktionieren, und eben dinge die schwachsinnig sind und der deutschen sprache irgendwie unangemessen erscheinen.
aber sowas einzugestehen duerfte mit etwas hirn nicht schwer fallen: solche hauruck-entscheidungen sind selten von hundertprozentigem erfolg gekroent. groesse waere, sich die misserfolge davon nach eingehendem test (waren ja doch einige jahre) einzugestehen und was gscheites zu machen.

ich habe schreiben btw auch nach altem regelwerk gelernt und war -aehnlich wie julya- erst in fortgeschrittenerem alter mit der reform konfrontiert worden - in einem alter in dem einem schon die logischen hintergruende erklaert werden muessen. und selbst da sind mir doch einige dinge sauer aufgestossen. aber auf mich hat ja niemand gehoert :D
Tajelaalso, ich habe noch die alte rechtscheibung gelernt, trotzdem habe ich kein problem mit der neuen rechtschreibreform!

man muss sich doch nur vor augen halten, dass alle ausnahmen von allen regeln nun angepasst worden sind, es ist doch keine schwierigkeit, das zu lernen..im gegenteil, für mich ist es viel einfacher so!!

allen, die angst haben vor der rechtschreibreform oder die sich dagegen wehren, möchte ich mal sagen, dass mit der neuen rechtschreibreform nur die alten ausnahmen den allgemeinen regeln der deutschen rechtschreibung angepasst wurden und es somit eigentlich so viel einfacher ist, wenn man diese regeln einigermaßen im kopf hat!

Also, würde die rechtschreibreform jetzt noch zurück gezogen, ich könnte es nicht verstehen, auch für mich, die ich noch die alte rechtscreibung gelernt hat, ist es nun viel einfacher!
Schattenwesen1nun wenn man sie jetzt zurück ziehen würde wäre, dass Chaos nur noch viel größer
NopeIst ein wirklich schwieriges Thema. Ich gehöre auch zu denen, die das Lesen und Schreiben mit der neuen Rechtschreibreform gelernt haben und könnte mir nicht vorstellen, diese Grundregeln (gerade die superlogischen ss-regeln) einfach "umzulernen"!
Aber von der anderen Seite sieht die Sache genauso problematisch aus...

Hab doch nur Bange um mein Abi ;)
Lunar Lightich wäre froh, wenn es diese reform niemals gegeben hätte. angeblich soll sie einfacher für die neuen schüler sein, aber haben wir nicht alle die alte auch begriffen?

als ich in der 9. klasse war, wurde umgestellt. ich sollte also nach 9 jahren 'normaler' rechtschreibung die neue lernen... ich hab mich nicht so sehr darum gekümmert, da ich zum letzten jahrgang gehörte, bei dem die alte rechtschreibung im abi noch nicht als fehler zählte... musste also nur noch abi schaffen.. :)

aber was momentan das getue um die schüler soll, die sich umgewöhnen müssten, verstehe ich nicht. wir haben es auch geschafft, und uns hat damals niemand gefragt. außerdem ist die alte regelung meiner meinung nach überhaupt nicht komplizierter.

ich finde, es ist eine unverschämtheit, dass es damals keinen volksentscheid gegeben hat. dann hätten wir jetzt diese probleme nicht. wer entscheidet überhaupt über eine solche reform? ist die ethymologie nicht etwas, das einfach passiert? seit wann wird sie beschlossen?

in diesem sinne~
lunar
StonehengeErstmal: Ich gehöre zu dem letzten Jahrgang der Abitur gemacht hat ohne im Unterricht je etwas von der neuen Rechtschreibung zu hören. Ich mu[ß/ss] zugeben, daß ich mich auch bis heute nur sehr sporadisch mit dieser befaßt habe. Einige Regeln wie die Abschaffung des lächerlichen "trenne nie st" halte ich persönlich für sinnvoll, speziell mit diesem hatte ich nämlich gewaltigen Ärger in der Diplomarbeit. Was habe ich gewürkelt um Latex irgendwie beizubringen, daß es Gastemperatur nicht nach Ga- abtrennen soll (das passierte zu allem Überfluß noch regelmäßig in der Überschrift).
Besonders die neuen Regeln zur "Getrennt und Zusammen Schreibung" finde ich aber einfach nur abartig und an manchen Stellen sinnentstellend (jetzt dann wohl Sinn entstellend...)
Warum hat man denn nicht einfach ein paar kritische Dinge liberalisiert (soll doch jeder Rad fahren, radfahren oder Radfahren schreiben dürfen) und beim übrigen die Kirche im Dorf gelassen?

Jetzt ist es jedenfalls zu spät noch irgendetwas sinnvolles daraus zu machen, das Chaos wird auf irgendeine Weise bestehen bleiben. Denn es gibt inzwischen eine große Zahl von Büchern und Zeitschriften die in der neuen Rechtschreibung geschrieben sind, eine noch größere Menge auch in der alten. Ich selbst habe für die Rechtschreibung nie irgendwelche Regeln gelernt sondern die richtige Schreibweise ist mir durch das Lesen hinreichend vieler Bücher sozusagen "in Fleisch und Blut übergegangen". Das hat damals wo bis auf einige über 100 Jahre alte Literatur wirklich alles einheitlich geschrieben war auch prima funktioniert, den heutigen Schülern ist dieser Weg leider nicht mehr so recht gangbar (wer will schon auf Bücher verzichten, die älter als 8 oder 10 Jahre sind).

Eben darum weil ich nie irgendwelche Schreibregeln oder deren Ausnahmen gelernt habe könnte ich selbst wenn ich alle Änderungen auswendig lernen würde nicht mit Sicherheit richtig schreiben. Leider bin ich mir auch bei der alten Rechtschreibung gegenüber früher an manchen Stellen unsicher geworden, da man doch hin und wieder Texte in neuer RS liest und so unterbewußt verwirrt wird...
Ich schreib dann halt einfach frei Schnauze und bisher hat es noch niemand wirklich gestört.

An die 10.-Klässler von oben: Für euch wird es sicherlich kein Problem geben, denn wie bei der Einführung der neuen Rechtschreibung würde es bei einer eventuellen Rücknahme auch mit Sicherheit Übergangsfristen von mindestens 4 Jahren geben in der beide Schreibweisen als richtig gelten. Bis dahin seid ihr lange aus der Schule heraus und braucht euch einen Schwamm um den ganzen Zirkus zu scheren.

In England und anderen Nationen mit "gesundem Sprachverständnis" lacht man sich übrigens halb krank über staatlich verhängte Rechtschreibreform und die ewige Diskussion darum in Deutschland.
Aber mit viel Glück könnte die Reform sogar noch einen ungewollt genialen Effekt haben:
Wie wir ja alle wissen ist Bildung in Deutschland Ländersache und nicht die des Bundes, ein so ziemlicher Schwachsinn wie ich finde (einheitliche Lehrpläne und Schulbücher wie in der DDR einführen - da hätten sich ja einige Provinzpobsfürstler einen Zacken aus der Krone gebrochen :D).
Wenn es nun hart auf hart kommt und wirklich einige Länder die alte Rechtschreibung wieder einführen und andere die neue beibehalten, könnte dort endlich mal der Staat den Daumen daraufdrücken und den ganzen Bildungskram vereinheitlichen. Bliebe dann immernoch das Problem daß da mit Sicherheit auch Karlsruhe bzw. das Grundgesetz ins Spiel käme.
Warten wirs einfach mal ab.

Eine kleine Anmerkung noch:
Den Versuch, in sprachliche oder geisterwissenschaftliche Komplexe eine vollständige Logik hineinzubringen halte ich für von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Noch nicht einmal bei der Mathematik ist es gelungen, ein wirklich vollständiges absolut logisches Gerüst zu installieren. [im Gegenteil haben schlaue Leute gezeigt, daß es in jedem auch nur halbwegs reichhaltigen Axiomensystem immer unentscheidbare Aussagen gibt]

Gruß
Stone
absolut_deathMan kann die neue Rechtschreibung nicht mehr zurückziehen, warum sollte man auch? Ich finde es ist eine Vereinfachung, und wer das einfach nicht lernen kann/will, der sollte doch weiter die alte Version nehmen können.
Dann stirbt die alte Rechtschreibung nach und nach aus. Jetzt das ganze noch kippen ist einfach völlig widersinnig. Kinder, die sich die neue Rechtschreibung eingeprägt haben, sollten sich jetzt nicht schon wieder umstellen müssen.

Und eines ist doch seltsam: Warum wird erst jetzt, wenige Monate vor dem entgültigen Wechsel, Protest gemacht? Warum ausgerechnet jetzt auf die alte Rechtschreibung von einigen Zeitungen zurückgestellt? Es ging doch bisher auch bei denen mit der neuen Rechtschreibung...
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von absolut_death [/i]
[B]Es ging doch bisher auch bei denen mit der neuen Rechtschreibung... [/B][/QUOTE]

...oder wie bei der Zeit mit einer eigenen... ;)
decay73Naja, ich finde es insgesamt schon eine Zumutun, mal wieder mit deutscher Regelungswut eine neue Rechtschreibung einzuführen.

Die Sprache hat sich schon immer entwickelt und niemand scheibt mehr so, wie Anfang des letzten Jahrhunderts. Bruachen wir daür nun wirklich eine neue Rechtschreibung?

Ich habe keine Zeit und vor allem keine Lust, mir die neuen Regeln anzutun - sie bringen mich eher noch durcheinander.
Die alten tuns auch und die schwierigste Sprache der Welt haben wir nun auch nicht.

Nun habe ich also die Wahl, nach der alten Version zu schreiben und Fehler zu machen, oder einfach so zu schreiben, wie es mir paßt.
Natürlich ist nicht alle einfach, aber ich sehe viele Regeln auch als Stilmittel, die die Sprache erst interessant, vielseitig einsetzbar und lebendig machen.

Von Anfang an habe ich die Aufregung nicht verstanden, und so wie sie war fand ich sie gut. Zur Not muß man sich halt in der Schlule mal ein wenig anstrengen - aber wer will das schon.

Man kann ja auch die Mathematik nicht vereinfachen, weil einige Schüber damit Probleme haben...
Julya[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73
[/i]Man kann ja auch die Mathematik nicht vereinfachen, weil einige Schüber damit Probleme haben...[/QUOTE]


[b]Das[/b] finde ich ja mal wirklich gut gesagt!!!


Hach, was wäre das toll gewesen, hätte ich für meine vergeblichen Rechenversuche damals trotzdem noch Punkte bekommen... :rolleyes:
NnordyIch will meine alte REchtschreibung zurück!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gründe:
1. Mit der neuen Rechtschreibung ist NICHTS einfacher geworden. Die Regeln sind teilweise immer noch genauso willkürlich wie bei der alten...
2. Stilistisch gesehen rollt es mir die Zehennägel auf Sachen wie "Delfin", "Schifffahrt" oder Trennungen wie Sys-tem zu lesen.
3. Herrscht ein heilloses Durcheinander in bezug auf Anreden in Briefen, in Berichten etc. Müll!
4. Gerade das "daß", womit die meisten Schüler Probleme hatten, wurde ebenfalls nicht vereinfacht, bloß, daß man es jetzt mit 2 "s" schreiben muß.

Also, weg mit dem Scheiß! Ist zwar hart für die Schüler, die nur die neue kennen, aber andererseits hat sie wirklich null gebracht. Man kann ja wieder eine Übergangsregelung machen - wie jetzt mit der alten auch.

Ich arbeite in einem Verlag, wo ich mit der neuen Rechtschreibung arbeiten muß. Zu Hause benutze ich die alte - und werde es weiterhin. Es kann mich niemand zwingen, "Delfin" mit "f" zu schreiben! :D (wobei man, glaub ich, es auch weiterhin mit "ph" schreiben kann, ebenso wie bei "Potenzial" auch "Potential" ok ist - noch so ein Grund, warum diese Reform einfach Müll ist...)
Black ReaperIch finde das ganze Gerangel um diese Reform einfach lächerlich... Der Sinn der Reform blieb mir bis heute verborgen, die Menschen vor uns haben auch die deutsche Sprache gelernt. Ok, die neue Rechtschreibung ist in Teilen logischer, wie z.B. die Dreifachkonsonanten zeigen (Schifffahrt etc.). Trotzdem verstehe ich nun nicht, warum die neue Rechtschreibung nun doch wieder abgeschafft werden soll.

Ich glaube, kein anderes Land dieser Welt macht sich so viel Sorgen um seine Sprache, aber - typisch deutsch - artet es meines Erachtens mal wieder in Regelungswut aus.
Als Lösung ist nun im Gespräch, die Formen beider Rechtschreibarten gelten zu lassen. Finde ich eigentlich gar nicht so schlecht. Sprache verändert sich doch immer, so wird ihr auch der notwendige Spielraum gegeben...

Die alte Rechtschreibung wieder einzuführen (als alleinige Lösung) halte ich für schlecht, weil nun 10 Schuljahre nur die neue Rechtschreibung gelernt haben, und diese im Abi Probleme kriegen könnte. Eine Übergangsregelung würde dies zwar entschärfen, aber wie bereits gesagt, ich meine, man sollte einfach beide Formen gelten lassen, das bedeutet auch Spielraum für Sprachentwicklung und vor allem ein Ende dieses schlicht lachhaften Gerangels, ob man nun Delphin oder Delfin schreibt, ob es Schiffahrt oder Schifffahrt heißt etc. Wichtig ist, dass man mich verstehen kann und das ist mit beiden Formen gegeben. Fertig.

Gruß vom Sensenmann

P.S.: @Nnordy: Ob man nun "daß" oder "dass" schreiben muss, ist tatsächlich egal, aber es besteht ein Unterschied ziwschen "das" und "dass" bzw. "daß". Und das kann man nicht vereinfachen, nur weil's manche nicht verstehen. Wie bereits gesagt wurde (ich glaube, decay war's): Mathematik kann man auch nicht vereinfachen, nur weil einige Leute es nicht verstehen."
Sollte ich deine Aussage missverstanden haben, so bitte ich um Verzeihung.
Julya[QUOTE][i]Original geschrieben von Black Reaper [/i]
Ok, die neue Rechtschreibung ist in Teilen logischer, wie z.B. die Dreifachkonsonanten zeigen (Schifffahrt etc.). [/QUOTE]


Das war eigentlich völlig logisch und einfach!
Nach Vokalen nur zwei Buchstaben (Schiff[b]a[/b]hrt) und nach Konsonanten drei Buchstaben (Ballettt[b]r[/b]uppe).
Das war ja nun wirklich nicht schwer... :rolleyes:
Black Reaper[QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i]
[B]Das war eigentlich völlig logisch und einfach!
Nach Vokalen nur zwei Buchstaben (Schiff[b]a[/b]hrt) und nach Konsonanten drei Buchstaben (Ballettt[b]r[/b]uppe).
Das war ja nun wirklich nicht schwer... :rolleyes: [/B][/QUOTE]

Du meinst: Vor Vokalen nur 2 gleiche Konsonanten und vor anderen Konsonanten 3 gleiche...
Ich finde da die neue einfacher (ok, ich hab halt nur die gelernt), da einfach die zusammengebastelten wörter in ihrer Form verbleiben und nicht in einem Fall einen Konsonanten verlieren und in einem anderen nicht. Aber das ist Geschmacksache...
die AversionHallo alle miteinander,

ich muss mich an dieser Stelle als prinzipieller Befürworter der Rechtschreibreform outen, da sie eine nicht zu vernachlässigende Liberalisierung der Schriftsprache mit sich bringt. Natürlich gibt es solche Verbrächen an der Ästhetik wie etwa den „hohe Priester“ oder die "Schangs", doch habe ich solche Missgriffe noch nie in einem Text gesehen, es sei denn als Negativbeispiel dessen, was die Reform AUCH hervorgebracht hat. Vieles an der Reform ist ein KANN (insbesondere bei der Interpunktion), weniger ein MUSS - eine Offenheit, die die alte Rechtschreibung gänzlich missen ließ. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er schreibt, so dass etwa Zeitungen oder Verlage nicht davor zurückschreckten, nur einen Teil der Reform zu übernehmen, während sie andere ihrer Aspekte übergingen.

Was den Vorschlag angeht, generelle Kleinschreibung einzuführen, möchte ich nur auf die Klarheit hinweisen, die Großschreibung einem Satz zu verleihen vermag. Nehmen wie einfach mal die Sätze "Ich habe Liebe genossen" und "Ich habe liebe Genossen" - im Falle einer allgemeinen Kleinschreibung wäre kein definitive Aussage bezüglich des intendierten Inhaltes auszumachen, der sich, wenn überhaupt, durch den Kontext erschließen müsste.

Auf die Anschuldigung, diese Reform sei "von oben" aufoktruiert und etwas Künstliches, das der "Entwicklung" der deutschen Sprache zuwiderlaufe, sei anzumerken, dass auch die alte Rechtschreibung das Resultat einer Reform (aus dem Jahre 1901, wenn mich nicht alles täuscht) war, die ebenso von einer "Expertenkommission" empfohlen und daraufhin staatlich anerkannt wurde. Insofern ist die alte Rechtschreibung nicht natürlicher als die neue.

Übrigens möchte ich das Argument "Wir haben die alte Rechtschreibung doch auch gelernt" dahingehend entkräften, dass sich die neuere bei objektiver Betrachtung schlichtweg leichter lernen lässt, da beispielsweise die Zahl der Regeln massiv reduziert wurde. Oder wer wusste schon, dass etwa, wie Julya erwähnte, auch nach der alten Rechtschreibung in gewissen Fällen drei identische Konsonanten einander folgen durften (was mit Logik jedoch nicht zulegitimieren ist, wenn die Zahl der erlaubten Konsonanten davon abhänft, ob der folgende Buchstabe ein Vokal oder Konsonant ist)? Oder wer wusste den semantischen Unterschied in den Phrasen „ein Problem in ganzen“ und „ein Problem im Ganzen“ zu benennen? Es gab eine ganze Anzahl verschiedener Nuancen in der alten Rechtschreibung, die man nur zu erfassen vermochte, wenn man sie geradezu studierte und die nun - wie ich meine: erfolgreich - geglättet wurden.

Bei all dem Lärm um diese Reform sollte man jedoch nicht ihre relative Irrelevanz vergessen. Ein einheitliche Rechtschreibung gibt es erst seit zwei- bis dreihundert Jahren, und vorher sind die Menschen auch gut ohne ausgekommen, ohne dass es gravierende Verständigungsprobleme im Schriftverkehr gab. :-)

Viele Grüße,
Eure Aversion
JulyaAlso, ich habe nie irgendwelche Sprachen studiert oder sowas, aber ich bin der Meinung, daß jeder, der sich ein wenig anstrengt und einfach mal ein wenig liest, seine MUTTERSPRACHE auch verstehen und schreiben können sollte.

Du sagst 'wer wusste schon, daß'... Ich aber meine, daß das zum Grundwissen gehört, daß man weiß, wie seine eigene Sprache geschrieben wird.
AlienSexFiend...im Prinzip finde ich die neue Rechtschreibung in vielen Dingen deutlich besser und logischer [B]wenn[/B] da nur nicht die ganzen Ausnahmen und Ausnahmen der Ausnahmen wären...:rolleyes:

...ich würde es sehr begrüßen, wenn man bei der neuen Rechtschreibung bleiben würde, dort allerdings noch die ganzen Ungereimtheiten überarbeiten würde...

...allerdings kostet der "Spaß" dann ja auch wieder ne Menge Kohle nur weil da welche von Anfang an versagt haben und es nicht gleich "richtig" gemacht haben...:rolleyes:





[SIZE=1]...zum Glück hab ich leicht Reden, in meinem Abschlussjahr war es noch egal, ob ich "alt" oder "neu" schreibe...in der Haut der Leute, die die meiste Zeit ihres Lebens "alt" geschrieben haben, dann beim Abschluss plötzlich aber das neue können mussten, wollte ich echt nicht stecken...[/SIZE]
die Aversion@Julya

Aber es reicht doch schon, wenn Du Dich allein in diesem Forum umschaust, um zu erkennen, dass verschiedene Schreiber nicht einmal mit den GRUNDLAGEN ihrer eigenen Schriftsprache vertraut sind.
JulyaJa. Schon in diesem Forum ist es grauenhaft, was einem so unter die Augen kommt.
Ich persönlich finde, daß es wirklich ein Armutszeugnis ist, wenn man seine Sprache nicht schreiben kann.
(Legastheniker natürlich ausgenommen. Aber nicht die Mode-Legastheniker! ;))
die AversionDoch wie kannst Du dann die Kenntnis der eigenen Sprache mit all ihren Details als Grundwissen voraussetzen, wenn Du mir zustimmst, dass es in der praktischen Umsetzung dermaßen mangelt? Übrigens ist es teils wirklich geradezu schmerzerregend, was man hier so zu lesen bekommt. :)

Viele Grüße,
Deine Aversion
JulyaNaja, ich setze es eigentlich voraus.
Jeder Mensch, dem es halbwegs wichtig ist, sich vernünftig ausdrücken zu können, [b]kann[/b] die Schreibung auch.
Und, wie gesagt, bei allen Falschschreibern sehe ich das als persönliches Armutszeugnis, auch wenn's heftig klingt...
gekitsu[QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i]
[B]Mode-Legastheniker![/B][/QUOTE]

das is mein neues lieblingswort :D

stimme dir aber voll zu: wenigstens grundlagen sollten in bezug auf rechtchreibung da sein, ohne wenn und aber. ich denke es verlangt niemand wandelnde regelnachschlagewerke, aber zumindest grobes sprachverstaendnis und erfassen der regeln ist bei niemandem zuviel verlangt. man wird dadurch auch nicht uncooler ;) (eigentlich ganz im gegenteil: man dient nicht mehr als offizielle lachnummer von julya oder mir z.b.)

aber wenn ich dinge lese wie (und diese beispiele sind alle authetisch! keins erfunden!)
relegion (statt religion)
harkenkreutzte (hakenkreuze)
und dann, sagst du das zenzur schlecht. (da bin ich dann echt am ueberlegen ob ich lachen oder weinen soll)
kajere (karriere)
etcetera...
da rollts mir die fussnaegel auf - und zwar weil mir solche schreibfehler schlichtweg nicht eingefallen waeren wenn ich ein wort so falsch wie nur moeglich schreiben sollte.
Julya[QUOTE][i]Original geschrieben von gekitsu [/i]
(eigentlich ganz im gegenteil: man dient nicht mehr als offizielle lachnummer von julya oder mir z.b.)
[...] und zwar weil mir solche schreibfehler schlichtweg nicht eingefallen waeren wenn ich ein wort so falsch wie nur moeglich schreiben sollte. [/QUOTE]


*gröhl*
Nein, ich lach mich kaputt! :D


Aber es stimmt absolut! Manchmal muß ich mir die Worte laut vorlesen, weil ich sie sonst nicht verstehen würde.
Mir geht es auch so, daß ich nichtmal so grausam schreiben könnte, wenn ich wollte.... :rolleyes:
AmariaIch bin zwar auch mit der alten Rechtschreibung aufgewachsen, allerdings finde ich die neue Rechtschreibung teilweise einfacher.

- die "ss oder ß" - Regelung

- drei Buchstaben nach Vokalen wie Schifffahrt... (steinigt mich bloss nicht, aber mir sträuben immer die Nackenhaare, wenn ich sowas lese :D )


und das war's auch schon...


Komisch finde ich nur, dass immer um alles ein Wirbel gemacht, wenn ein Politiker etwas sagt, wird. Es gibt wirklich wichtigere Dinge. Den Schritt, den die Verlage, die zur alten RS wollen, stemple ich mal so einfach als Medienmissbrauch ab. Dass die FAZ 2000 zur alten RS zurückkehrte, fanden alle ok, es wurde kaum Radau darüber gemacht. Naja... und jetzt das. Sollte die neue RS wirklich 2005 eingeführt werden, hätten die Verlage sich sicher blamiert.... Ich meine, es kann doch nicht sein, wenn die B-Zeitung weiter in alter RS schreibt... immerhin profitiert diese ja von den Millionen Lesern.... und wie ich gehört habe, haben manche Lesern gedroht, diese Zeitung und andere Magazinen zu boykottieren oder halt die Abos zu kündigen.


Vor kurzem kam mir eine Frage auf...... wie würde eigentlich die RS in 100 Jahren aussehen? Ich glaube, die Sprache würde sich weiterentwickeln.... dank diesem Chaos... :D
DesiraIch bin mit der alten rechtschreibung aufgewachsen und habe sie bis heute trotz aller roter Anmerkungen am Heftrand beibehalten. Ich halte die Reform für absolut unsinnig, die Auswirkungen konnte man ja überall sehen. Leute haben geschrieben, wie sie wollten, weil es auf einmal alles gab.
Beispiel aus einem Beitrag in einer Zeitung:
Da sassen Leute in der Fussgängerzone und assen heisse Würstchen...

Soviel zu dem ss-statt-ß-Zeugs.
Die drei-Konsonantenregel fand ich, neben der neuen Regelung zur Wörtertrennung, das allerschlimmste. Es stört doch den Lesefluss ungemein, wenn man auf einmal mit etwas wie (altes Beispiel) Schifffahrt oder Nussschale konfrontiert wird.
man kann Sprache nicht einfach reformieren, sie entwickelt sich, ist ein Kulturgut. Und warum musste es denn überhaupt einfacher gemacht werden? Die Menschen haben vor der Reform auch gut schreiben und lesen gekonnt. Man muss doch das allegemein Niveau nicht auf die Ebene der Dümmsten senken, die sich einen Dreck um Sprachrichtigkeit kümmern!
Sorry, für die harten Worte, aber so denke ich.

Desira
Julya@Desira

APPLAUS! :)
neptunia... ich glaube, die worte rächen sich ...

vor ein paar tagen war ich im deutschen museum, und da war diese messsssstation ... die sollte eigentlich den puls messen ... verstörte gesichter ... alles nur tote ... wär es eine messtation gewesen, wer weiß, vielleicht hätte einer der besucher überlebt ...
Nope[QUOTE]weil es auf einmal alles gab.[/QUOTE]
es gab nie alles, es war nie alles erlaubt, die leute haben die neuen regelungen nicht verstanden, weil sie sich zu wenig damit beschäftigt haben und quasi inoffiziell die sprache erweitert.

es gibt wirklich nichts einfacheres als die "neue" ss/ß regel, so viel ist doch wohl klar!
Black ReaperStimmt. Zu dem Beispiel von Desira: Ich halte es für ein Armutszeugnis, wenn eine Zeitung sich solche Patzer erlaubt. Kein Mensch ist völlig fehlerlos und bestimmt missachte ich genug Regeln meiner Sprache ohne es zu wissen, aber diese Leute sollten sich in ihrem Beruf doch eigentlich mit ihrer Sprache auskennen... *kopfschüttel*
rainravenIch bin jetzt 30, war schon immer sehr gewandt, gut und akkurat in der deutschen Sprache und Rechtschreibung (nun ja, vielleicht nicht in manchen Foren oder im Netz, aber zumindest auf dem Papier *g*) und finde die Rechtschreibreform eine schlichte Vergewaltigung der Sprache und mancher schön aussehenden Worte und denke, wer hat sich diesen wilkürlichen Hirnfurz bitte einfallen lassen?
Konsequent boykottiere ich die "Neue Rechtschreibung", weil z.B. Gämse, Delfin, Känguru und Kätschap einfach NICHT richtig sind und mir im Auge und Empfinden weh tun. Ein Wort ist nicht einfach nur ein Wort, ein Wort beinhaltet doch auch das Gefühl, das man mit der so bezeichneten Sache oder Ding verbindet.
Wie hat ein so schönes Tier wie ein Delphin es beispielsweise verdient, daß man es jetzt so scheiße schreibt?
Eine "Angie" würde es auch nicht wollen, daß sie plötzlich "Ändschie" heißt oder eine Jacqueline "Schaklin".

Ich sage NEIN zur neuen Rechtschreibung und werde auch weiterhin die alte beibehalten. Weil sie einfach richtig ist.

Die Engländer würden auch nicht einfach auf die Idee kommen, das gelispelte "th" sprachlich sowie schriftlich der Einfachheit halber durch ein simples "S" zu ersetzen. Warum sollen wir also unsere Schrift und Sprache verhunzen? Da kann doch jeder am besten gleich die Worte schreiben, wie er sie für richtig hält, willkürliche Groß-und Kleinschreibung miteingeschlossen...
Nope[QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i]
[B]Ich bin jetzt 30, war schon immer sehr gewandt, gut und akkurat in der deutschen Sprache und Rechtschreibung (nun ja, vielleicht nicht in manchen Foren oder im Netz, aber zumindest auf dem Papier *g*) und finde die Rechtschreibreform eine schlichte Vergewaltigung der Sprache und mancher schön aussehenden Worte und denke, wer hat sich diesen wilkürlichen Hirnfurz bitte einfallen lassen?
Konsequent boykottiere ich die "Neue Rechtschreibung", weil z.B. Gämse, Delfin, Känguru und Kätschap einfach NICHT richtig sind und mir im Auge und Empfinden weh tun. Ein Wort ist nicht einfach nur ein Wort, ein Wort beinhaltet doch auch das Gefühl, das man mit der so bezeichneten Sache oder Ding verbindet.
Wie hat ein so schönes Tier wie ein Delphin es beispielsweise verdient, daß man es jetzt so scheiße schreibt?
Eine "Angie" würde es auch nicht wollen, daß sie plötzlich "Ändschie" heißt oder eine Jacqueline "Schaklin".

Ich sage NEIN zur neuen Rechtschreibung und werde auch weiterhin die alte beibehalten. Weil sie einfach richtig ist.

Die Engländer würden auch nicht einfach auf die Idee kommen, das gelispelte "th" sprachlich sowie schriftlich der Einfachheit halber durch ein simples "S" zu ersetzen. Warum sollen wir also unsere Schrift und Sprache verhunzen? Da kann doch jeder am besten gleich die Worte schreiben, wie er sie für richtig hält, willkürliche Groß-und Kleinschreibung miteingeschlossen... [/B][/QUOTE]

ich erinnere nurmal an die, ich glaube es sind fünf verschiedenen schreibweisen, für das französische "o" ;)
Fichu... kann nicht widerstehen ...:

Mal ein Kommentar "vom Fach" (-> Studium):

Es gibt ein paar Sachen an der NR, die tatsächlich Vereinfachungen sind, d. h. Vereinfachungen von Regeln (z. B. Drei-gleiche-Buchstaben-Regel oder -tiell/-ziell; bei der ß-ss-Regelung könnte man drüber streiten, ich hab kein Problem damit, manche Sprecher/-innen anscheinend schon). Was nicht heißt, dass es jeder gut finden muss, aber egal.

Wirklich Pfusch (und wie so etwas zustande kommen konnte, muss ich mich wirklich fragen) sind solche Sachen, wo Änderungen von Schreibungen zu Sätzen führen, die man eigentlich nur als ungrammatisch interpretieren kann (z. B. "so Leid es mir tut": großes L suggeriert Substantiv, da kann aber irgendwie gar kein Substantiv stehen -- ???).

Kritisch sind auch solche Schoten, wo nicht bloß die Rechtschreibung geändert wird, sondern neue Wörter eingeführt (anders geschrieben und anders ausgesprochen), z. B. "Zierrat" für "Zierat" (ich glaube, das habe ich noch nie vorher geschrieben, aber es geht ja ums Prinzip ;)) oder -- in meiner Aussprache zumindest -- "num(m)erieren".

Der große Rest ist AMHA weder gut noch schlecht, sondern bloß anders, so dass man sich fragen kann, warum das ganze veranstaltet wurde.

Ich schreib meistens so'n Mischmasch.

Solange niemand dadurch benachteiligt wird (z. B. bei ner Bewerbung oder so), könnte ich auch auf die Super-100%-Einheitsorthographie verzichten.

PS: Die Diskussionen zu dem Thema wirken auf mich meistens so, wie ich glaube, dass die meisten hier es finden, wenn Außenstehende sich das Maul über Gothics zerreißen, weil sie sie für Vampire halten (schreibe das zwar selbst aus ner Außenseiterperspektive, halte aber auch nichts von solchem Gegeifer). :rolleyes:

PPS: Die Leute, die süss grüssen könnten auch Schweizer sein.
HarbistaAlso, ich gehöre altersgemäß zu jenen, die sich noch der alten Rechtschreibung bedienen (ich schreibe sogar noch Apostroph-s, obwohl das schon vor vielen Jahren aufgegeben wurde). Die alte Rechtschreibung ist sicher vor allem ihrer zahlreichen Kommata wegen recht schwer zu begreifen, und grundsätzlich (hoppala, da war wieder ein altes Komma!) habe ich nichts gegen eine Reform. Schließlich ist unsere Sprachregelung vor 101 Jahren schon einmal gründlich reformiert worden. Allerdings sollte man m.E. Kompromisse schließen. Ich bin z.B. der Meinung, daß Singles nach wie vor "alleinstehend" sein sollten, nicht "allein stehend." Eine derartige Ausdrucksweise ist mißverständlich und lächerlich.
Es fragt sich nur, ob man eine neue Schreibweise in alte Knacker und Schachteln wie mich noch hineinbekommt (bzw. hinein bekommt) und was man mit klassischer Literatur machen soll. Kann man Goethe in neuer Grammatik schreiben?
NnordyUm Goth Willen, da stellen sich mir als Germanistin ja die Haare auf! Goethe mit der neuen Rechtschreibung "vergewaltigt" - das wird ja nur noch lächerlich... "Götter gleich..." - würg... Ich hoffe, dass sich hier die Editionsphilologen durchsetzen werden, die auf Original-Drucklegung bestehen...
psychochickengestern stand ich im drogeriemakrt vor dem regal mit der fußpflege. und auf jedem einzelnen produkt stand "fuss oder füsse". mag sein dass diese "ss/ß" sachen noch zu den geringeren problemen gehört, aber offenbar scheint es egal zu sein, wenn falsch beschriftete produkte verkauft werden. genauso steht in unserer zeitung auch nicht fußball, sondern fussball. (heißt das, dass man unterm tisch füsselt?)
wie willst du denn einem kind erklären, dass das zwar so (fälschlicherweise) geschrieben wird, entgegen [I]aller[/I] logik aber anders ausgesprochen wird? wie kann man ihm überhaupt erwarten, dass es richtig schreiben kann, wenn es nicht mal ein konzern hinkriegt??

ganz zu schweigen von so sachen wie "majonäse" oder "portmonee".

mir rollen sich die fuuuuuußnägel auf und nicht die fusssssssnägel! :mad:
AlienSexFiend...juchuuuuu, also [I]diese[/I] Regel da war schon lange überfällig bzw. hätte gerade gar nicht erst gemacht werden dürfen "damals"...genau diese Regel hat nämlich in meinen Augen so manches sinnentfremdet (schön an dieser Stelle nicht "manches Sinn entfremdet" schreiben zu müssen, für einen, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist, liest es sich doch so, als würde sich "manches" auf den "Sinn" beziehen statt auf das "Entfremden")...also wenn das wirklich wieder geändert wird, dann wäre ich ähm...sehr [B]glücklich[/B]...:D:)
ange gardienImmerhin scheint man in diesem Land doch noch in der Lage zu sein, unausgegorene Schnellschüsse zurück zu nehmen.
Manchmal...
widdershinsAuf jeden Fall wäre das erste Wort das geändert werden müßte..... Thron..... denn man spricht es ja Trohn und nicht Thron (Tronn).... oder ist da jemand anderer Meinung :q
Lonely TreeDa fragt man sich warum die Pisa so mies ist?
Wenn man dauernd was ändert:D

Manchmal meint man die Leute die das wiedermal umstellen haben Langeweile..

:rolleyes:
AlienSexFiend...Pisa dürfte ein wenig mehr sein als das bißchen Rechtschreibung...
Gr. Gaulichter@widdershins
und theater, denn man spricht es nicht "T Hee ater" so wie "T Hrr ohn" - oder wie? dann ändern wir gleich noch "schon" nach "schohn", weil ja "Hohn" vielleicht nach thron'scher art "Hhon" hieße?

gg.grüße
Lonely TreeHi,

@AlienSexFiend, Ja, ich weiß ;) Aber soetwas trägt sicher auch dazu bei *gg*.


Lg.
DunkelKoma[SIZE=1][QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i]
[B](...)Konsequent boykottiere ich die "Neue Rechtschreibung", weil z.B. Gämse, Delfin, Känguru und Kätschap einfach NICHT richtig sind und mir im Auge und Empfinden weh tun. Ein Wort ist nicht einfach nur ein Wort, ein Wort beinhaltet doch auch das Gefühl, das man mit der so bezeichneten Sache oder Ding verbindet.
Wie hat ein so schönes Tier wie ein Delphin es beispielsweise verdient, daß man es jetzt so scheiße schreibt?
Eine "Angie" würde es auch nicht wollen, daß sie plötzlich "Ändschie" heißt oder eine Jacqueline "Schaklin".

Ich sage NEIN zur neuen Rechtschreibung und werde auch weiterhin die alte beibehalten. Weil sie einfach richtig ist.
(...) [/B][/QUOTE] [/SIZE]

[COLOR=seagreen]*vor Freude verneig*

Dein Beitrag ist zwar schon etwas älter, doch ich grabe ihn wieder aus, denn er spricht mir aus dem Herzen! Rechtschreibung! Sprache! Mein einziges Talent - dahin! [Theatralikmodus off, Spaßmodus nicht] *wieher*

Sobald mir im Buchladen ein rechtschreibreformiertes Machwerk unterkommt, lehne ich dessen Kauf lauthals ab.

Leider sind mir trotzdem einige davon ins Regal geraten. Schmerz!

Scharen von doppelten 's' starren mir fast hörbar zischend aus den Seiten entgegen, ohne indes die Verwechslung von 'das' und 'daß' zu verhindern. Bei gewissen Sehfehlern ist ein solches Schriftbild einfach nur lästig, mit der bedauernswerten [I]Balletttänzerin[/I] stolpern meine Augen, verhaken sich im [I]Betttuch[/I] und hören den [I]Stofffetzen[/I] reißen, mühsam wandern sie an den Arkaden eines [I]Lammmedaillons[/I] entlang und verweilen irritiert auf dem [I]Mittag[/I] - sag an, wo ist Dein drittes 't'?!.

Erstaunt lese ich von einem [I]Telegraf[/I], vielleicht ist das ein telegener Landgraf, jüngst geadelt bzw. [I]zu Stande gebracht[/I], wie man jetzt wohl schreibt. Ständig [I]tun[/I] sich welche gegenseitig [I]Leid[/I] an (und [U]immer[/U] fehlt das 'an'!), ohne daß das weitere Konsequenzen hat, aber irgendwann später sind dann alle ganz betroffen, weil etwas [I]zu Grunde gerichtet[/I] worden ist, statt das Ding einfach wieder gerade hinzustellen, und dann, an garnicht erotischen Stellen, wird es plötzlich auch noch [I]potenziell[/I]!

Wenig komfortabel lebt in solchem Buch so manche Romanfigur, unversehens muß sie sich selbst [I]in Acht nehmen[/I], statt wie einst von der Obrigkeit in Acht und Bann gesetzt zu werden, derweil ihre Mitmenschen gar [I]Besitz ergreifend[/I] werden können, woraufhin das Diebsgesindel selbstredend ungestraft von dannen zieht. Ganze Dachlandschaften weichen dem Einheitsflach, weil alle Häuser [I]aufwändig[/I] zu renovieren sind. Gnade den Kniestockwohnungen!

Unfair ist die häufig auftretende unspezifizierte Juristik, immer wieder [I]hat[/I] ein Mensch [I]Recht[/I], ja welches denn, woher soll ich als Laie das wissen? Ähnlich unklar bleibt die Sache mit den Erwählten: es ist an durchaus belanglosen Stellen ganz feierlich die Rede z.B. von der [I]Ersten Kundin im Laden[/I], dem [I]Einzigen Mann im Wartezimmer[/I], dem [I]Letzten in der Kassenschlange[/I] etc, auch Tageszeiten haben eine verdächtige Wichtigkeit erworben, sei es [I]gestern Abend[/I] oder [I]morgen Früh[/I].

Recht hübsch war in einem Buch die Stelle [I]nur eine Hand voll Studenten schlenderte den King's College Circle entlang[/I], und niemand hat sich darüber gewundert, tjaja, die phlegmatischen Engländer! Ein andermal ist einer [I]behändig[/I], der kann wohl auf den Händen laufen und hats jedenfalls besser als der [I]Beamte, der jung und nichts sagend[/I] war, bestimmt war seine Stimme [I]rau[/I] mau lau!

Nicht auszudenken, was aus einer Rechtschreibreformierung unserer Klassiker entstehen würde, [I]Götes täuflischer Mefisto[/I] fällt mir spontan ein und weiter will ich garnicht denken!!

Seltsam nur, daß mich alte Schmöker, in denen es Dinge [I]giebt[/I], die zu [I]thun[/I] sind, weiter garnicht erbosen ...[/COLOR]
ValravenRechtschreibung impliziert ja irgendwie, dass es eine "richtige" Schreibung sei - aber was sagt das schon aus - wieso ist es richtig, "Fuchs" und nicht "Fux/Fuks/Fuhks/Fucks/Fuckx" zu schreiben? Und vor allem, dies "logisch" einem das Schreiben lernenden Kind zu verdeutlichen?

Verständlicherweise ist einem die gewohnte Schreibart lieb und teuer und man sieht sie als die korrekte Art an. Aber warum ist sie richtig? Weil sie als Norm gesetzt wurde - und zwar nicht von übernatürlichen Kräften, sondern von Menschen. Und recht willkürlich dazu. Hat sie deshalb eine universelle Gültigkeit und ist unveränderbar? Nein, sie kann geändert werden, wiederum willkürlich.
Und wenn diese Normen geändert werden sollen, dann wäre es hier wohl sinnvoll, möglichst hochkarätige Experten überlegen zu lassen und vielleicht noch die Mehrheit der Schreibenden einzubeziehen, denn einige Besonderheiten der deutschen "geschriebenen Sprache" sind sicher im Interesse aller zu vereinfachen oder der "gesprochenen Sprache" anzupassen.

Was die neue Rechtschreibung geleistet hat, ist meines Erachtens auch unsinnig - denn es vereinfacht nichts, und Regelungen, die "man kann es so oder so schreiben" beinhalten, sind sowieso die Krönung hier.
psychochicken[QUOTE][i]Original geschrieben von Valraven [/i]
[B]Und wenn diese Normen geändert werden sollen, dann wäre es hier wohl sinnvoll, möglichst hochkarätige Experten überlegen zu lassen und vielleicht noch die Mehrheit der Schreibenden einzubeziehen, denn einige Besonderheiten der deutschen "geschriebenen Sprache" sind sicher im Interesse aller zu vereinfachen oder der "gesprochenen Sprache" anzupassen.
[/B][/QUOTE]

Was meinst du denn z.B.? fux?
ValravenNunja, ich bin ja erstens kein hochkarätiger Experte und zweitens find ich es immer interessant, die Wörter auf ihren etymologischen oder worthistorischen Hintergrund hin zu entschlüsseln - durch historische Grammatik kann man z.B. einige Worte in ihrer "heutigen" Schreibweise erklären, aber das hilft ja in der Praxis wenig weiter.

Der Fuchs war eher als Beispiel für die Willkürlichkeit gedacht und sollte nicht meinen Änderungswunsch der Schreibweise dieses Wortes andeuten :)
psychochickenetymologie finde ich auch interessant.

so hätte ich z.b. nie gedacht, das das wort "keks" vom englischen "cakes" kommt. :rolleyes:
Bannockburn[B]Mathematikstunde von 1960 bis 2010[/B]

Hauptschule 1960
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln fuer DM 50. Die Erzeugerkosten betragen DM 40.
Berechne den Gewinn.

Realschule 1970
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln fuer DM 50. Die Erzeugerkosten betragen vier fuenftel des Erloeses.
Wie hoch ist der Gewinn des Bauern?

1980 Korrektur der Aufgabe durch Fraurechtsbewegung fuer Gleichheit
Ein/e Bauer/in verkauft einen Sack Kartoffeln fuer DM 50. Die Erzeuger-/Innenkosten betragen
vier fuenftel des Erloeses.
Wie hoch ist der Gewinn des Bauern, wenn er der Bauerin 15.- abgeben muss?

Gymnasium 1990
Ein Agraroekonom verkauft eine Menge subterraner Feldfruechte fuer eine Menge Geld (G).
G hat die Maechtigkeit von 50. Fuer die Elemente aus G=g gilt g=DM.
1. Die Menge der Herstellerkosten (H) ist um zehn Elemente weniger maechtig als die Menge G.
Zeichnen Sie das Bild der Menge H als Teilmenge G und geben Sie die Loesungsmenge L fuer die Frage an:
Wie maechtig ist die Gewinnmenge?

Integrierte Gesamtschule 1995 oder Walldorf-Schule
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln fuer DM 50. Die Erzeugerkosten betragen DM 40.
Der Gewinn betraegt DM 10.
Aufgabe: Unterstreiche das Wort "Kartoffeln" und diskutiere mit deinem Nachbarn darueber!

Schule 2000 nach der Bildungsreform oder Rechtschreibreform
Ein kapitalistisch-prifilegiertes bauer bereichert sich one rechtfertigunk
an einem sak gartoffeln um 10 euro. untersuch das tekst auv inhaltliche feler,
korigire das aufgabenstellunk unt demonstrire gegen das loesunk.

Im Jahre 2010
es gipt kaine gartoffeln mer! nur noch pom frit bei mec donald.
Kampfsau[QUOTE] Bei gewissen Sehfehlern ist ein solches Schriftbild einfach nur lästig, mit der bedauernswerten Balletttänzerin stolpern meine Augen, verhaken sich im Betttuch und hören den Stofffetzen reißen, mühsam wandern sie an den Arkaden eines Lammmedaillons entlang und verweilen irritiert auf dem Mittag - sag an, wo ist Dein drittes 't'?!.[/QUOTE]

Gerade das finde ich besonders logisch.

Ein Stillleben hieß früher Stil-leben und nicht Still-leben.Jetzt braucht man die Wörter beim schreiben einfach aneinander kleben.Mir wäre es aber auch egal wenn man die alte Rechtsschreibung oder ein Mischmasch nutzen würde.Solange die Texte nicht so geschrieben werden,wie im Jahr 2000 und 2010.

Was willst du mal später werden "Bekackxel" (Beckergeselle)
Man soll sich ja noch universell verstehen können.

Und im Grunde wurde uns doch fast alles von Martin Luther diktiert.
DunkelKoma[QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i]
[B]Gerade das finde ich besonders logisch.

Ein Stillleben hieß früher Stil-leben und nicht Still-leben.Jetzt braucht man die Wörter beim schreiben einfach aneinander kleben.[/B][/QUOTE]

Logisch ist das schon - bis auf den Mitt-Tag, der noch immer 'Mittag' geschrieben wird, nicht wahr. Und wie ist das mit 'dennoch'? Auch hat man [i]mir[/i] in der Schule noch erzählt, es sei keine Stille im Stilleben, sondern ein Stil. Bei Wikipedia steht nun das Gegenteil. Wieher!

Der alte Kompromiß erzeugte weniger Wörter mit bescheuertem Schriftbild. War jedes mal erheiternd, der 'Pappplatte' oder ihren Genossen zu begegnen.

Ich weigere mich nach wie vor, den Quatsch mitzumachen ... ist auch garnicht so wichtig - solange mir keins dieser Bücher voller sinnentstellender Schreibfehler in die Hände gerät :D ...

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