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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Mal wieder-1. Mai in Berlin
DarketJa, es ist einmal mehr seit vielen, vielen Jahren soweit. Es ist Walpurgisnacht und das bedeutet widerum, dass wir morgen den 1. Mai haben-Tag der Arbeit. Schön, es ist Feiertag, ok dieses Jahr fällt er auf einen Sonntag, aber immerhin. Nochdazu ist es zur Abwechslung mal ein politischer Feiertag, den ich als Atheist und Laizist im Wust der kirchlichen Feiertage, bei denen ich von den wenigsten weiß, weshalb ich eigentlich frei habe, theoretisch auch begehen könnte. Nunja, theoretisch jedenfalls, schließlich komme ich aus Berlin, nochdazu aus BErlin-Kreuzberg und jeder, der in den letzten Jahren (genau genommen seit 1987 glaube ich) auch nur die Presseberichte verfolgt hat, die wiedergaben was dort denn so alles passiert, weiß was heute Nacht und morgen hier so abgehen wird. Gut, zugegeben, es ist in den letzten Jahren besser geworden, vielleicht werden auch die linken Möchtegernterroristen langsam alt, dies tun sie jedoch nicht ohne für den entsprechenden Nachwuchs gesorgt zu haben. Die deutsche Linke in ihrer Allgemeinheit stand eigentlich noch nie dafür ihre Ideale in aller Konsequenz zu verfolgen, aber eines hatten sie den meisten anderen politischen Fraktionen immer voraus: Sie war gebildet und bisweilen gar intellektuell. Diese Zeiten scheinen ein für allemal vorbei, nunja eigentlich auch dies schon seit Jahren, jedenfalls werden dies diejenigen bestätigen können, die sich das ideologische Gewäsch, dass bei kleineren Veranstaltungen und Versammlungen verbreitet wird, ohne Scheuklappen schoneinmal angehört haben. Es kommt nur noch heiße Luft und die alljährlichen Steine, die unterschiedlos in die Fenster kleiner Straßencafes, Einkaufszentren, Dönerbuden oder Supermärkten fliegen. Ob es dieses Jahr anders wird darf getrost angezweifelt werden.

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Radikaler 1. Mai

Kein Weg, kein Ziel

Von Frank Jansen

Die Hoffnung ist trügerisch. Mit dem Verzicht auf die „revolutionäre 1.-Mai-Demonstration“ haben radikallinke Gruppen in Berlin keineswegs der rituellen Randale abgeschworen. Vielmehr ist jetzt erst recht zu erwarten, dass die Militanten das Schauspiel des vergangenen Jahres wiederholen. Da bildete sich mitten in der großen Kreuzberger Maiparty ein Umzug vermummter Demonstranten, denen sich rasch deutsche und türkische Jungmachos anschlossen. Schon nach einer halbe Stunde entlud sich die Lust am Krawall in einem Steinhagel, der nicht nur auf die Polizei niederging. Die Beamten waren allerdings schneller als früher in der Lage, den Krawall einzudämmen. Trotz dieser Erfahrung legen sich Teile der radikallinken Szene bereits die Argumente zurecht, um angeblich legitim nach Steinen und Flaschen zu greifen.

„Inakzeptable Polizeiauflagen“ seien der Grund für die Absage der „revolutionären Demo“, sagen die Organisatoren. Wenn am 1. Mai der Krawall ausbricht, wird die übliche Leier vom „Bullenterror“ zu hören sein, der die Randale provoziert habe. Damit dürften radikale Linke einmal mehr demonstrieren, dass es ihnen um nichts anderes geht als um martialische Selbstdarstellung. Die Militanten wollen nicht wahrhaben, dass ihr Hass-Gebaren genauso tot ist wie die Loveparade. Was in den vergangenen Jahren und womöglich auch diesmal wieder in Kreuzberg präsentiert wird, ist eine zombiehafte Posse.



Wahrscheinlich wissen es die meisten militanten Linken selbst. Sie sehen doch, dass sie auf Sektenniveau geschrumpft sind, zahlenmäßig und politisch. Die Zeiten, in denen in Berlin tausende Studenten, Schüler und junge Arbeiter sich den Hausbesetzern anschlossen, sind mehr als 20 Jahre vorbei. Warum es der radikalen Linken schon lange nicht mehr gelingt, die „Massen“ zu mobilisieren, ist offensichtlich. Die Parolen, die Aktionsformen, die Revolutionsromantik zielen an der Realität vorbei. Obwohl diese heute deutlich härter und rauer ist als Anfang der 80er Jahre, gerade auch in Berlin.

Die Notwendigkeit einer radikalen Kritik der herrschenden Zustände könnte man, schon angesichts von fünf Millionen Arbeitslosen, durchaus begründen. Selbst einem Franz Müntefering fällt jetzt auf, dass der Kapitalismus so seine Schwächen hat. Doch die Mehrheit der radikalen Linken leistet es sich, der Formulierung einer intelligenten radikalen Politik zu entsagen. Es fliegen Steine und Flaschen auf Polizisten und Neonazis, ab und zu wird ein Arbeitsamt angekokelt, oder eine Luxuslimousine geht in Flammen auf. Viel mehr ist von der radikalen Linken nicht wahrzunehmen. Alles die Schuld der Polizei, der bösen bürgerlichen Presse und des an sich schon völlig falschen „Systems“?

Wenn die radikale Linke eine Chance haben will, ein politisch ernst zu nehmender Akteur zu werden, muss sie die alten Revoluzzerattitüden abstreifen – und die Grundregel begreifen, dass in einer globalisierten Welt nur der Kapitalismus den Kapitalismus reformieren kann. Darauf kann radikaler Protest durchaus Einfluss nehmen, wenn er sich der Realität nicht verweigert. Und durch martialische Macho-Spektakel wie am 1. Mai gleichermaßen weltfremd wie anmaßend auftritt.

Es wäre zu wünschen, dass die radikale Linke am 1. Mai Lernfähigkeit signalisiert. Denn wie notwendig der Aufbau einer zivilen Protestkultur ist, wird sich schon eine Woche später zeigen, auch in Berlin. Wenn hier am 8. Mai tausende Neonazis ihre zynische Umwertung des 60. Jahrestages der Befreiung demonstrieren wollen, ist entschiedene Gegenwehr unverzichtbar. Warum sollte es linken und bürgerlichen Nazigegnern nicht gelingen, durch massive, friedliche Präsenz dem braunen Mob jeden Schritt weg von seinem Sammelpunkt auf dem Alexanderplatz zu verwehren? Ein solches Debakel in der „Reichshauptstadt“ würden die Neonazis lange nicht verwinden.

Die Berliner Polizei hat beim letzten 1. Mai mit gewalterstickender Omnipräsenz erstmals eine einigermaßen effektive Strategie gegen die rituelle Randale verfolgt. Ist das in diesem Jahr die einzige Hoffnung für Kreuzberg, dem Irrtum „linker“ Militanz zu entgehen?
[/QUOTE]

[I]Quelle: [url]www.tagesspiegel.de[/url] [/I]

Wie aus obigem Artikel zu entnehmen ist, organisiert der vernünftig denkende Kreuzberger Kiez dieses Jahr zum wiederholten Male, das sogenannte [URL=http://www.myfest.de]myfest[/URL] , eine Aktion, die eine Art Protest gegen die jährliche GEwalt darstellen soll. Es ist zugleich eine politische Demonstration in ähnlicher Richtung wie derjenigen, die die extreme Linke folgt, aber eben friedlich. Wie dem Artikel ebenfalls zu entnehmen ist, fordern die Veranstalter der abgesagten Demonstration ihre Anhänger dazu auf dieses friedliche Fest gewaltsam zu stören, was auch in den letzten Jahren schon passiert ist. Die angeblich "inakzeptablen Polizeiauflagen" bestanden v.a. in der Auflage, dass diese Demonstration sich dem myfest höchstens bis auf 50 Meter Entfernung nähern dürfe, eine Forderung, die nach den letzten Jahren mehr als nur gerechtfertigt scheint.

Ich für meinen Teil, der seit 20 Jahren in Kreuzberg lebt und unzählige "Demonstrationen" dieser Art gesehen habe, bin einfach nur noch genervt. Ich kann mich in meiner eigenen Heimat nicht mehr frei bewegen, weil an jeder Ecke Polizeiabsperrungen stehen, die ja gut und nützlich sind, schließlich schützen sie mich, mein Eigentum und meine Mitmenschen vor etwas, das mit Terrorismus durchaus vergleichbar ist. Ich kann jedes Jahr sehen, wie die Scheiben der Geschäfte, in denen ich einkaufen zu gehen pflege eingeschlagen und die Läden hiernach geplündert werden. Und ich kann jedes Jahr sehen wie vermummte Dummköpfe aus ganz Deutschland hierher kommen um auch mal einen Stein auf einen Polizeiwagen zu werfen. Kurzum es kotzt mich mächtig an, es mag zwar ein, zwei mal ganz lustig sein von etwas naiven Personen bei der Aussage man komme aus Kreuzberg gefragt zu werden ob hier wirklich hinter jeder brennenden Mülltonne (und die brennen hier schließlich alle *gg*) ein Autonomer wahlweise mit Molotowcocktail oder einer ganzen Mineraliensammlung sitzt, aber ich versichere Euch es macht irgendwann keinen Spaß mehr.
Meine Wenigkeit wird also morgen das myfest als eine politische Demonstration gegen die Krawallmacher und Terroristen von links-außen nutzen und hoffen keine Steine/Flaschen/was auch immer gegen den Schädel zu bekommen....und wenn doch hat der Absender ein Problem :rolleyes:
overdoseDann hauen sich Glatzen, gewaltbereite Autonome und Bullen wieder gegenseitig was aufs Dach. Es trifft also nie den Falschen.

Und der Durchschnitts-Unterschichtenfernsehkonsument? Kann bloß hoffen, mit nem blauen Auge davonzukommen und intelligent genug sein, sich nicht einzumischen.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von overdose [/i]
Dann hauen sich Glatzen, gewaltbereite Autonome und Bullen wieder gegenseitig was aufs Dach. Es trifft also nie den Falschen.
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Blos das sich die meisten "Bullen" wohl was schöneres für die erste Mainacht vorstellen können...
overdoseKönnen wir doch alle. Aber erzähl das nicht mir, sondern denen, die da für den ganzen Ärger sorgen.
Amokpüppchen[QUOTE]Wenn am 1. Mai der Krawall ausbricht, wird die übliche Leier vom „Bullenterror“ zu hören sein, der die Randale provoziert habe.[/QUOTE]

ich war zwar noch nie am 1.mai in berlin dabei, dafür war ich aber auf vieen anderen demos auf denen genau diese eier von "bullenterror" einfach nur zutrifft!!!
ich habe da wirklich schon sachen erlebt, die ich vieleicht noch nicht mal selber glauben dürfte, wenn ichs nicht selber miterlebt hätte, wozu z.b. gehört dass ein polizist mich auf einer demo gegen rechte gewalt auf der ich mit meinen eltern war (ich war damals zehn oder elf) zuerst mehrmals versuchte aus der demo zu ziehen und mich dann, als ich mich weigerte von meinen eltern getrennt zu werden, an den haaren rauszog um mir dann den arm auf den rücken zu drehen und dann PG usw....
und sowas habe ich schon mehr als einmal erlebt.




[QUOTE]Blos das sich die meisten "Bullen" wohl was schöneres für die erste Mainacht vorstellen können...[/QUOTE]

sorry..aber bei den meisten demobullen hab ich einfach nur das gefühl, dass die unglaublich viel spass daran haben ihren ganzen angesammelten frust auf irgendwelche demonstranten abzulassen...ich war neulich richtig erschrocken als ich bei einer demo einem polizisten in die augen blickte und darin echt nur puren hass gesehen habe....

(ach ja: ich geh zwar immer davon aus aber: natürich gibts da auch genug ausnahmen....)

wie auch immer, 1.mai in berlin ist einfach nur dumme randale, zerstörungswut etc. , das ist klar und kotzt mich ganz besonders an, weils dadurch so aussieht als würden diese leute die linke representieren, was eindeutig nicht der fall ist!!!
overdoseDanke, Amokpüppchen, Du bringst es auf den Punkt. :)
DarketWas den "Bullenterror" angeht habe ich auch schon einiges erlebt, ok, die Zeiten in denen ich auf autonomen Anti-Nazi Demos war sind vorbei, es ist schockierend zu sehen wieviele Deppen sich da tummeln, die ich mit dem Faschopack auf die selbe Stufe stellen kann. Dennoch habe ich einiges gesehen, was meine Meinung von der Polizei nicht unbedingt positiv beeinflusst hat. Allerdings muss dazu auch erwähnt werden, dass trotzdem die meisten, mit denen ich zu tun hatte nette und hilfsbereite Menschen waren. Mich hat mal ne Gruppe Polizisten aus Sachsen am 30. April (war vor zwei Jahren glaub ich) angesprochen, weil sie sich verfahren hatten, die waren allesamt voll in Ordnung, haben sich bedankt und noch nen bisserl geplaudert, darüber, dass sie auch keinen Bock hätten und sich angenehmeres vorstellen könnten als von Leuten, mit denen sie rein garnichts zu tun haben, mit Steinen und Flaschen beworfen zu werden.

[QUOTE]Dann hauen sich Glatzen, gewaltbereite Autonome und Bullen wieder gegenseitig was aufs Dach. Es trifft also nie den Falschen.[/QUOTE]
Bei den Bullen würde ich differenzieren, bei den anderen beiden Gruppen hast Du durchaus recht, allerdings gibt es diesmal keinen Glatzenaufmarsch in Berlin, die sind alle nach Leipzig ausgeflogen (die Linken hoffentlich auch). Will heißen: Die Linken hauen die Bullen und die Bullen hauen zurück (ich hoffe schön fest). Nunja, die Deeskalationspolitik unseres Innensenators funktioniert seit zwei Jahren relativ gut, auch wenn diese Anti-Konflikt-Einheit irgendwie ziemlich witzlos ist... :rolleyes:
Ich saß eben noch in der Bahn und wurde angesprochen ob ich denn auch zum Mauerpark (Anmerkung für alle die am 1. Mai noch nie ferngesehen haben: Das ist der Ort an dem es ziemlich genau jetzt wahrscheinlich hoch hergeht). Musste schon etwas grinsen...

[QUOTE]weils dadurch so aussieht als würden diese leute die linke representieren, was eindeutig nicht der fall ist!!![/QUOTE]
Das Dumme ist, sie repräsentieren wirklich die Deutsche Linke in ihrem jetzigen Zustand, traurig aber wahr. Das täuscht nicht darüber hinweg, dass es immernoch eine größere Randgruppe gibt, die das ablehnt, aber sie ist tatsächlich nur eine Randgruppe. Naja, jedenfalls wars vor drei, vier Jahren so, wies jetzt aussieht kann ich nicht von der Innenansicht her beurteilen, aber für mich siehts nach wie vor so aus.
ZerbrochenerWas macht denn das restliche Kreuzberger Schwarzvolk?
Ich bin ja noch nie in Kreuzberg gewesen, aber sind die Autonomen dort wirklich alle gewaltbereit ? Ich kenne das nur so, dass es zwar einen gewaltbereiten Block gibt, ein anderer Teil hingegen völlig friedlich demonstriert, und da mir als "Gruftie" meine Wurzeln stets bewusst sind, würde ich mich letztgenannten auch anschließen und Farbe bekennen ... Des weiteren muss man immer hinterfragen, wer denn tatsächlich die Schaufensterscheiben einwerfen, sind das wirklich die Aktivisten oder nicht doch eher irgendwelche jugendliche Mitläufer, die diesen Tag bzw. Nacht ausnutzen um ihre Zerstörungswut auszuleben, in Kreuzberg leben ja bestimmt nicht nur Autonome, und zumindest von Fersehnbildern, sieht das oft so aus, als ob da auch der eigentlich unpolitische Mob aus der Nachbarschaft mitmischt.

[img]http://www.geister-bremen.de/muell2.gif[/img]
DarketNein, der unpolitische Mob, der da mitmischt sind meistens Vertreter der arabischen Gemeinde, die ja hier doch recht stark ist und selbst die sind nicht völlig unpolitisch.
Es ist auch nicht so, dass die alle aus Kreuzberg kommen würden, die sind eher die Ausnahme. Ein großer Teil sind nichtmal Berliner, die kommen von überall her...

[QUOTE]Was macht denn das restliche Kreuzberger Schwarzvolk?[/QUOTE]
Du wirst lachen, hier in der Gegend bin ich ziemlich allein...gibt kaum schwarzes Volk in diesem Teil der Stadt, genauso, wie es hier kaum noch Punks gibt, die sind alle nach Ost-Berlin (Friedrichshain, Prenzlauer Berg) abgewandert...

Ich habe wahrlich nichst gegen Antikapitalismus oder gar Antifaschismus, ganz im Gegenteil. Das Faschopack sollte bekämpf werden, wo es auftaucht, aber bitte nicht so und auch nicht hier, hier gibts nämlcih keine (die Überlebenschancen wären auch alles andere als rosig). Und was Cafes und Dönerbuden mit Kapitalismus zu tun haben versteh ich auch nicht wirklich :rolleyes:
ZerbrochenerAha, wieder was dazu gelernt :)

Also Kreuzberg scheint ja eine wahre Legende zu sein ... ich höre immer, dass sei voll das alternative Zentrum, voll von Punks, Grufties .... Drogendealern :eek: .... und sonstigen von der Gesellschaft verstoßene Gestalten, aber so irrt man sich :D

Gibt es in Kreuzberg auch keine Hausbesetzer-Wohnblöcke ? Ich glaube ich muss mir irgendwann selber mal ein Bild von jeden berüchtigten Brennpunkt machen, über den man sich so viel erzählt ;)
DarketDoch, Moment, Drogendealer haben wir hier viele :D
Hausbesetzer? Hier? Dafür sind wir hier viel zu viel Trendviertel. In meinem haus leben glaub ich nur Künstler und alt-68er mit fragwürdigen Einkommensquellen. Jedenfalls glaube ich, ich bin mit der einzige, der morgens zur Arbeit geht *gg*
Kreuzberg ist und bleibt ein Szene-viertel, allerdings ist mit uns hier das passiert was gerade mit anderen wirklich alternativen Vierteln dieser Stadt passiert, die Gegend hat einen Haufen kultureller Möchtegern-Elite angezogen, die Mieten sind ohne Ende hochgegangen (wobei sie immernoch relativ günstig sind) und die Alternativen haben uns den Rücken gekehrt. Es ist nicht so, dass es hier nicht schön wäre, ich lebe beinahe mein ganzes Leben hier und fühle mich sauwohl, nur ist vom früheren Charme nicht mehr viel übrig, dafür gibts nen neuen, der ist auch nicht schlecht und ich hab auch nix gegen fünf coole Kneipen in maximal 40 Metern Entfernung ;)
Zerbrochener[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]Doch, Moment, Drogendealer haben wir hier viele :D[/QUOTE]

Dann sitzt Du ja quasi direkt an der Quelle :D

Ich hatte das halt noch so in Erinnerung von meinem damaligen Zivi-Lehrgang, der Leiter war früher in einer Drogen-Einrichtung in Kreuzberg beschäftigt und hat uns die übelsten Geschichten erzählt :eek:

Naja, den legendären Ruf wird Dein Viertel mit Sicherheit noch ein Weilchen halten ... :)
DarketIch hab nix gegen den Ruf im Allgemeinen, aber die Autonomen hinter brennenden Mülltonnen gibts hier doch, abgesehen vom heutigen Datum, recht selten. Aber selbst die Drogenszene wandert langsam aber sicher aus.
overdoseTja, Darket, dann tu was dagegen, sonst ist bei Dir bald gar nichts mehr los XD
ZerbrochenerSo habe mal nach dem Mythos Kreuzberg gegoogelt.

In der Tat scheinen die Kreuzberger Hausbesetzer abgewandert zu sein, wohin auch immer ... während sie Ende der 70er/Anfang der 80er nocht das Stadtbild prägten.

Hier noch das offizielle Hausbesetzer-Symbol

[img]http://dana.ucc.nau.edu/~erm27/besetzer.jpg[/img]

made in Kreuzberg
KatoKreuzberg is gut.
Ich war da im Sommer und hab nen hammerharten Döner gegessen, mit feinstem Nachtisch und so Tee(kenne mich mit der Materie nicht so aus).


btt:
Ich kann mich Darket anschließen, die DEmonstranten gehen einem auf die Nerven. Ich hab mir letztens die "Nacht des Protestes" auf NDR angesehen und da stand, dass alleine der Polizeieinsatz bei einem Castortransport bei 6 Millionen Euro liegt. Und die Leute da demonstrieren zum größten Teil zwar äußerst behinderlich, aber friedlich.

Ich will garnicht wissen was das jedes Jahr in Kreuzberg kostet.

Trotzdem schaue ich heute Abend wissbegierig auf einen der Nachrichtensender und hoffe auf ne Live-Übertragung
ApexNaja, ich hoffe wirklich nicht, dass die 1. Maikrawallen in Kreuzberg die momentane linke Szene in Deutschland widerspiegelt. Immerhin rechne ich mich ja auch zu ihr, wenn auch zu den gemäßigten (jaja der Weg durch die Instanzen, viele Sackgassen und das Ziel hat bisher niemand gefunden). Eigendlich sehe ich die Maikrawallen in Kreuzberg mitlerweile nichtmal mehr als politische "Veranstaltung" sondern einfach nur noch als "Event". Anders kann ich mir die Krawalltouristen und die "1. Mai Kreuzberg. Ich war dabei"-Shirts nicht erklären. Trotz allem gibt es eben in der Linken im Moment dieses Zersplitterungsphänomen, die eine Hand weiß nciht nur nicht was die andere macht, nein sie schlägt die andere Hand sogar. Macht einen irgendwie depressiv wenn man sich überlegt in welche Richtung sich die ehemals intellektuelle, vorwärtsgewante Linke Szene entwickelt.
DarketSo, ich komme grade vom myfest. Bisher war alles friedlich, allerdings hab ich mich eher unwohl gefühlt, hab mehrmals leise geäußerte Sprüche in meine Richtung bekommen: "Scheiß Fascho!" "Lass ma verprügeln" etc. Irgendwie weiß ich nicht wo die diese Idee herhaben, sehe eher selten Nazis mit langen Haaren und in Röcken, aber nun gut. Jedenfalls führte das, in Verbindung mit den ziemlich angespannt wirkenden Männlein in grün dazu, dass ich lieber gegangen bin, hab keinen Bock von beiden Seiten aufs Maul zu kriegen.
Am Mauerpark war es gestern laut Tagesspiegel-online verhältnismäßig ruhig, vielleicht hamse ja wirklich langsam die Schnauze voll, zu hoffen wäre es ja...
Katohattest du mehrloch ranger /springerstiefel an?
DarketIch habe kaum noch andere Schuhe *gg* Hohe Ranger-Schnallenboots warns, aber die waren unter meinem Rock nur z.T sichtbar.
NopeNaja, dass es Probleme bezüglich der Einteilung von Links/Rechts
gibt, ist ja auch nichts neues und immer wieder faszinierend :D
DarketNunja, scheinbar liefs bislang friedlicher als erwartet ab:

[QUOTE]
Nur vereinzelte Ausschreitungen in Kreuzberg


Im Berliner Stadtteil Kreuzberg ist es am Abend zu einzelnen Gewaltaktionen gekommen. Es flogen Flaschen, ein Auto wurde umgeworfen. Die Polizei trieb die Randalierer auseinander. Mindestens eine Person wurde durch einen Flaschenwurf verletzt. Gegen 21 Uhr entspannte sich die Situation. (01.05.2005, 23:08 Uhr)

Rund eine halbe Stunde zuvor hatte es danach ausgesehen, als wiederholten sich die bekannten Szenen der vergangenen Jahre. In der Mariannenstraße und den angrenzenden Straßen flogen Flaschen und Steine Richtung Polizei. Auch Böller wurden gezündet. Die Polizei zog mehrere hundert Einsatzkräfte zusammen. Immer wieder holten schwaruniformierte Beamte einzelne Randalierer aus der Menge.
Augenzeugen berichteten, dass ein Fotograf von einer Flasche am Kopf verletzt und von Rettungskärften aus der Gefahrenzone gebracht worden sei. Die zumeist jugendlichen und oft alkoholisierten Randalierer traten in kleinen Gruppen auf und zogen sich immer wieder in die Seitenstraßen zurück. Gegen 21 Uhr hatte die Polizei die Störer auseinandergetrieben, die Situation entspannte sich wieder. Erstmals musste das vom Bezirksamt organisierte «Myfest» nicht abgebrochen werden.

Zahlreiche Anwohner, Zuschauer und Fotografen hatten die Scharmützel verfolgt. Bei jedem Steinwurf habe sich ein wahres Blitzlichtgewitter entladen, berichteten Augenzeugen. Die Stimmung sei weit weniger aggressiv gewesen als in den vergangenen Jahren, hieß es. Diese Einschätzung wurde auch von der Polizei geteilt. Die Lage sei durchweg ruhig, bestätigte ein Sprecher um 23 Uhr - angesichts der Krawalle der vergangenen Jahre eine kleine Sensation. Kritisch werden, so der Sprecher weiter, könnte es allerdings noch am Bahnhof Lichtenberg. Dort werden rechtsextreme Teilnehmer des Nazi-Aufmasches in Leipzig erwartet.

Um 18:30 Uhr hatte sich zunächst inmitten des Straßenfestes ein spontaner Protestzug linksradikaler Gruppen formiert. Die Polizei griff zunächst nicht ein. Die rund 1500 linksradikalen Demonstranten liefen vom Heinrichplatz zum Mariannenplatz und von dort weiter Richtung Axel-Springer-Straße.

In der Nähe des Axel-Springer-Hochhauses wurde schließlich ein Auto umgeworfen, vereinzelt flogen Feuerwerkskörper und Flaschen. Die Polizei zog Kräfte zusammen und nahm mehrere Störer fest. Zwei Wasserwerfer fuhren auf. Gegen 20 Uhr war es Augenzeugen zufolge am Axel-Springer-Hochhaus wieder völlig ruhig, nur noch starke Polizeikräfte waren am Ort. Es sei gelungen, den Aufzug zu zerstreuen, hieß es. Den Störern sei es nicht gelungen, Barrikaden zu bauen.


Ein unangemeldeter Protestzug durch das Kiezfest war bereits im Vorfeld erwartet worden: Nachdem die ursprünglich für den Abend geplante «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» linker Gruppierungen von den Initiatoren abgesagt worden war, hatten diese ihre Anhänger aufgerufen, sich statt dessen unter das Festpublikum zu mischen. Von dieser unverblümten Krawall-Ansage hatten sich die Festbesucher jedoch nicht abschrecken lassen. Rund 15.000 Menschen feierten den ganzen Tag über friedlich und ausgelassen
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[I]www.tagesspiegel.de[/I]

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