| ShadowMatter | Gestern Nacht saßen ich und ein paar Freunde vorm Fernseher und haben Viva+ geschaut. Da lief auf einmal ein Clip von einer Deutschpopband namens "Tokio Hotel". Nun gut, über Musik lässt sich streiten. Viel bedeutender erschien uns aber die Frage, ob es sich bei dem singenden Menschen auf dem Bildschirm um einen Jungen oder ein Mädchen handelte. Diese Person - wir glauben, sie war männlichen Geschlechts - war aufgrund ihres Aussehens und ihrer Stimme nicht genau einzuordnen. Wir stritten uns total darum, ob männlich oder weiblich, da fiel mir auf einmal auf, wie blödsinnig und primitiv das alles war. Das war gerade so, als stritten wir uns darum, ob ein helldunkel pigmentierter Mensch nun ein Schwarzer oder ein Weißer wäre. Warum zur Hölle war es uns wichtig, diesen Menschen einzuordnen in die Kategorie "Männlich" oder "Weiblich"? Warum ist es uns so wichtig, denn dass Geschlecht, das ja prinzipiell nur eine Rolle bei Sexualität und Fortpflanzung spielt, hätte uns ja wirklich soweit am A**** vorbeigehen können wie die Frage ob die Haare des Sängers gefärbt waren oder nicht. Sie war völlig unbedeutend. Trotzdem hat uns ihre Unbeantwortbarkeit völlig aus der Bahn geworfen, uns total schockiert und umfassend vereinnahmt. Warum sind wir so versessen darauf, Menschen in 2 Kategorien einzuteilen, bloß weil sie von Geburt an ein paar anatomisch-hormonelle Unterschiede aufweisen? Weshalb gibt es für diese beiden Kategorien jeweils unterschiedliche Frisuren, Stylings, Klamotten usw. Warum gibt es sogar verschiedene Personennamen, verschiedene Wortstämme für die beiden Geschlechtsnamen - "Mann" und "Frau" - was soll der ganze Mist? Warum wird dieser billige Unterschied so herausgehoben. Klar, man kann auf die Existenz von Frauen- und Männerärzten verweisen, also auf die Existenz von medizinischen Unteschieden. Aber: Na und? Diese Unterschiede rechtfertigen doch nicht diese totalitäre Kategorisierung. Warum müssen in Deutschland Zwitter per Operation einem Geschlecht zugewiesen werden? Warum sind diese Menschen per se behindert? - (Klar, die Gesellschaft ist intolerant, aber der Staat darf die Dummheit der Massen nicht adaptieren) Selbst der Feminismus - dh die einzig nennenswerte geschlechterpolitische Bewegung - hält konservativ an der Zweigeschlechtigkeit fest und hat sie nicht überwunden. |
| lumelinde | Tja, Geschlecht ist nun mal nach wie vor eine der wichtigsten sozialen Kategorien, heute mindestens ebenso wie zu Zeiten, an denen andere Kategorien der äußeren Wahrnehmung wie ( soziale) Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Berufsstand noch eindeutiger waren. Immerhin werden Kinder schon im Kleinstkindalter tendenziell geschlechtsspezifisch behandelt, wobei das ja bis zu einem gewissen Grad gar kein bewusstes Verhalten ist. Von daher denke ich, dass , wenn geschlechtsspezifisches Verhalten anderen gegenüber und die Beurteilung anderer anhand ihres Geschlechts derart festgelegt ist, es ziemlich beunruhigend ist, wenn eine Person nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann . Wahrscheinlich ist es ziemlich schwer, derart festgefahrenen Mustern zu entkommen, vor allem, weil man, wie du auch schreibst, quasi wider besseren Wissens drinsteckt. "Selbst der Feminismus - dh die einzig nennenswerte geschlechterpolitische Bewegung - hält konservativ an der Zweigeschlechtigkeit fest und hat sie nicht überwunden. " Das stimmt zum Glück nicht ganz - im Zuge der Frauenforschung hat sich eine eigene Richtung "Gender Studies" entwickelt, die sich unter anderem mit den von dir angesprochenen Fragen beschäftigt, allerdings bislang noch hautsächlich auf akademischer Ebene - das ist aber auch noch eine sehr junge Richtung. Wenns dich interessiert, kann ich dir " Das Unbehagen der Geschlechter" von Judith Butler empfehlen, ich würd sagen, das ist ein ganz guter Einstieg in die Thematik __________________ |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von lumelinde [/i] [B]Wahrscheinlich ist es ziemlich schwer, derart festgefahrenen Mustern zu entkommen, ...[/B][/QUOTE]Wozu auch sollte man dies überhaupt probieren? |
| MagnusCaudar(Bw | Nun ja ... Man könnte jetzt großartig ausholen und viele komplexe Gründe innerhalb der menschlichen Mentalität oder der kulturellen Entwicklung anführen . Aber eigentlich ist dieses Verhalten natürlich ... Solange es sowas wie Heterosexualität gibt ordnet der Mensch andere Menschen in die kasten des sexuel nützlichen und nicht nützlichen ein . Und ich finde das gut so . |
| ShadowMatter | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Wozu auch sollte man dies überhaupt probieren? [/B][/QUOTE] Weil es stereotypisierend ist, denn durch diese beiden Kategorien werden Menschen nivelliert wo keine zwingenden Gemeinsamkeiten sind. |
| Mrs. Doe | Naja, aber wenn man mal ausklammert, daß kein Mensch identisch mit irgendeinem anderen ist, sondern sich auf Gemeinsamkeiten bezieht, die aufgrund von Mehrheiten zu Gemeinsamkeiten geworden sind, gibt es eben doch geschlechtsspezifische Gemeinsamkeiten, zum Beispiel was Gehirnstrukturen angeht, die wiederum die Art des Denkens beeinflussen. Natürlich ist das nicht bei ALLEN Männern so und bei ALLEN Frauen anders, aber wenn das bei einer überwiegenden Mehrheit ähnlich ist, ist das für mich eine Gemeinsamkeit. Wo ich Dir allerdings recht gebe, ist die Sache mit den Zwittern, weil ich es für unverantwortlich halte, daß die Geschlechtsentscheidung hier von fremden Menschen zu einem sehr frühen Zeitpunkt vorgenommen wird. Da sind einfach schon zuviele falsche Entscheidungen getroffen worden, als daß man diese Vorgehensweise nicht mal überholen müsste. |
| Kampfsau | [QUOTE]Warum zur Hölle war es uns wichtig, diesen Menschen einzuordnen in die Kategorie "Männlich" oder "Weiblich"?[/QUOTE] Rein biologisch gesehen versuch man eben sich nicht täuschen zu lassen oder potentielle Partner zu erkennen. Aber vielleicht sehen das ein paar Leute nur als Herausforderung. Denn in 99,9% der Fälle ist man entweder ein Mann oder eine Frau.Und warum zum Teufel sollte es so schlimm sein zu versuchen etwas über einen Menschen heraus zu finden?Solange man nicht wertet. [QUOTE]Warum sind wir so versessen darauf, Menschen in 2 Kategorien einzuteilen, bloß weil sie von Geburt an ein paar anatomisch-hormonelle Unterschiede aufweisen?[/QUOTE] Wenn wir nich aus Erfahrung handeln könnten,dann würden täglich viel mehr Menschen ins Unglück stürzen.Und ob es dir jetzt passt oder nicht,es gibt wirklich Unterschiede zwischen Männern und Frauen.Im Verhalten und Auftreten.Wenn du das nicht wahrhaben willst musst du blind sein.Zumindest tendenziell.Bei ca 3 Milliarden Frauen will und kann ich nicht automatisch alle gleich setzen. Es gibt auch genug Frauen die Verhalten aufweisen,dass man tendenziell eher Männern zuweisen würden.Aber sowas ist relativ selten.Ich kenne so eine,mit der kann man auch mal Fussball oder Videospiele am PC spielen.Nur ist mir auch klar,dass die meisten Mädchen eben gelangweilt von diesen Dingen sind. Mit ca 90% der Frauen die ich kenne würde ich auch nicht so gerne Shoppen gehen. Darum mache ich auch gerne mal Männerabende und die Mädchen machen sich eine schöne Damenrunde.Mit verschiedenen Leuten geht man auch verschieden um.Wenn ich alle Leute gleich behandeln würde,dann würden mich die meisten Mädchen als unsensibel oder unhöflich darstellen.Was dem einen unangenehm erscheint muss dem anderen noch lange nicht missfallen. Deswegen sehe ich eine Seite noch lange nicht als dumm,unsensibel oder sonstwie negativ an. [QUOTE]Weshalb gibt es für diese beiden Kategorien jeweils unterschiedliche Frisuren, Stylings, Klamotten usw.[/QUOTE] Frauen können auch Männerkleider tragen ohne ausgelacht zu werden.Aber wenn ein Mann mit seinen haarigen Beinen,Bartstoppeln,breiten Schultern und/oder dicken Armen ein rosa Kleidchen trägt,dann wirkt das einfach lächerlich.Rein ästhetisch wäre das eine Straftat. Und wenn sie einem Mann jetzt stehen würden und er sie auch trägt,dann wäre es mir auch egal.Wenn es jetzt aber auf Sex hinauslaufen würde.Dann könnten sich gewisse Leute verarscht vorkommen,die eben eine Frau erwartet haben. Ich denke hier liegt das Hauptmotiv der verschiedenen Geschlechtermoden.Das hat eben auch rein biologische Gründe. Man will eben gut aussehen (für das andere Geschlecht) Frauen betonen z.B. die Brust,Hüften,Hintern und tragen hochhackige Schuhe damit ihre Beine länger wirken oder das Auftreten eleganter . Männer sind da auch nicht unbedingt ausgeschlossen.Gepflegte Männer sind meistens beliebter.Viele schwitzen im Fitnessstudio um attraktiver zu werden.Zupfen sich die Augenbrauen damit sie keinen Balken über den Augen haben,rasieren sich Achseln und Schambereich und nehmen Deos,damit sie nicht so stark riechen. Männer produzieren auch mehr Gestank,zumindest abseits der Menstruation.Natürlich nicht ganz der Aufwand den Frauen betreiben aber immerhin. Und im Grunde wird das alles für ein bischen Zärtlichkeit gemacht. [QUOTE]Warum gibt es sogar verschiedene Personennamen, verschiedene Wortstämme für die beiden Geschlechtsnamen - "Mann" und "Frau" - was soll der ganze Mist?[/QUOTE] Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus. So hat Goth das nunmal gestaltet.Zwei Bezeichnungen um einen Unterschied zu beschreiben der Zweifelsohne existiert. Männer haben einen Penis und Frauen eine Vagina.Da gibt es noch einige andere Dinge die man da auch erwähnen kann,aber das ist der Grundlegende. Genauso könnte man sich auch darüber auch aufregen warum man verschiedenen Hunderassen eigene Namen gibt.Das sind doch alles Hunde,was soll der ganze Mist?Ich erkenne keinen Unterschied zwischen einem Schäferhund und einer Bulldogge. Oder warum man überhaupt noch adjektive und Nomen benutzt. was ist der unterschied zwischen einem Rennrad und einem BMX,sind doch beides Fahrräder.Die sehen nur etwas unterschiedlich aus. [QUOTE]Selbst der Feminismus - dh die einzig nennenswerte geschlechterpolitische Bewegung - hält konservativ an der Zweigeschlechtigkeit fest und hat sie nicht überwunden.[/QUOTE] Wenn die Natur des Menschens das auch tut,dann kann der Feminismus das von mir aus auch tun. Ich mag nur manche Feministinnen nicht,da sie das Männliche als Quell des Bösen ansehen und Frauen in der reinen Opferrolle zeigen,die sich befreien muss,indem sie ihre "Unterdrücker" unterdrücken.Das wertet ja auch über mich. Und wenn ich jetzt eine Frau vor mir habe sehe ich sie auch als gleichberechtigt an.Ich kenne viele Frauen,die sind viel intelligenter als ich.Und das kann ich problemlos akzeptieren.Man kann auch gut mit manchen reden. Ich sehe nicht worin das Problem ist,dass ich sie als Frau bezeichne? |
| gekitsu | [QUOTE][i]Original geschrieben von ShadowMatter [/i] [B]Weil es stereotypisierend ist, denn durch diese beiden Kategorien werden Menschen nivelliert wo keine zwingenden Gemeinsamkeiten sind. [/B][/QUOTE] oh mein gott! das stuende ja der behauptung, dass alle menschen gleich sind im wege. das ist auch ganz gut so, wie ich meine, denn die behauptung ist unwahr. die menschheit teilt sich nunmal in diese zwei kategorien, und das ohne nennenswerte grauzone. wenn das interesse am feststellen der geschlechtszugehoerigkeit jetzt auch schon derart politisch unkorrekt ist, wie die ethnische herkunft des menschen... leut, das kann wohl nicht euer ernst sein. ich shcliesse mich soweit erstmal tiberon an. warum sollte ich auf diese einordnung verzichten? |
| DarkSeraphim | Ich denke die einzigen Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind rein anatomisch. "Typisch männlich/weiblich" ist anerzogen. Geschlechterrollen hatten früher Sinn, heute mMn nicht mehr. Sobald wir aufhören das Geschlecht auf eine andere Ebene als die rein Anatomische zu heben wird auch diese "totalitäre Zweigeschlechtigkeit" aufhören. Es wäre weitaus fairer. Ebenso wie einem Hermaphroditen die Wahl (s)eines Geschlechtes selbst zu überlassen. @ShadowMatter: Den Feminismus zur einzigen nennenswerten geschlechterpolitischen Bewegung zu deklarieren halte ich für absoluten Schwachsinn. Die Schwulenbewegung ist auch nennenswert (der CSD, sowie die Abschaffung der Erzwungenen Heterosexualität beweisen es mMn). |
| Tiberon | Mal ganz ehrlich, lagt ihr schonmal einem Partner in den Armen? Da sind solche Fragen doch vollkommen egal. Es ist schon richtig, daß die Gesellschaft einem gewisse Muster unterschiebt, die u.U. negative Auswirkungen haben. Da gilt es aber, sich dieser Muster zu entledigen und nicht blinde Gleichmacherei zu betreiben, denn die Unterschiede beschränken sich auf keinen Fall nur auf die, anatomischer Art. |
| Kampfsau | [QUOTE]Ich denke die einzigen Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind rein anatomisch. "Typisch männlich/weiblich" ist anerzogen.[/QUOTE] Nun,die Anatomie hat auch Auswirkungen auf das Verhalten.Gehirnstrukturen unterscheiden sich und auch Denkweisen sind verschieden. Das kann man auch gar nicht bestreiten,so sehr man es auch will. Unterschiede gibt es halt.In der Regel ist das eigene Geschlecht auch im Unterbewusstsein seit der Geburt an,verankert. Da gab es so einen Fall,da haben die Ärtze einem Jungen bei der Beschneidung den Penis ausversehen irgendwie abgetrennt. Jedenfalls haben sie sich dann entschlossen ihn zu einem Mädchen umzuoperieren und ihn auch wie eins zu erziehen.Der "Junge" wusste selber nichts von dem Vorfall. Doch trotz der Erziehung wies er immer noch Verhalten auf,dass man eigentlich als eher typisch männlich bezeichnen würde. Ich kenne nur leider nicht die genau Quelle.Ich glaube das war irgendwo im Spiegel. Zu der Entscheidung der Ärzte will ich mich gar nicht äussern Nur zeigt es eben,das unser Verhalten auch von unseren Genen abhängt.In dem Fall ist das Geschlecht eben kein einfacher anatomischer Unterschied. [QUOTE] Sobald wir aufhören das Geschlecht auf eine andere Ebene als die rein Anatomische zu heben wird auch diese "totalitäre Zweigeschlechtigkeit" aufhören. [/QUOTE] Du kannst aber nicht die Natur der Menschen verändern.Es gibt eben entweder Jungen oder Mädchen.So ist das vorgesehen und ich finde das ganz richtig so.Ich weiß auch nicht was daran totalitär sein soll. Jemand ist weiblich,na und,jemand ist männlich,das macht doch auch nichts.Ich fühle mich deswegen nicht eingeengt.Frauen können doch auch Karriere machen.Sie können alle Berufe wählen ,sogar zur Armee dürfen sie.Solange sie ihre Arbeit gut machen ist mir das auch egal.Wenn ein Mädchen/Junge mit Autos/Puppen spielt,dann ist mir das auch egal.Das ändert nichts an ihrem Geschlecht,sie werden trotzdem immer noch irgendwie Jungen bzw Mädchen bleiben. [QUOTE] Es wäre weitaus fairer. Ebenso wie einem Hermaphroditen die Wahl (s)eines Geschlechtes selbst zu überlassen.[/QUOTE] Naja,manche Dinge kann man eben nicht einfach selber entscheiden.Die meisten Leute sind auch zufrieden mit ihrem Geschlecht.Manche wären gerne groß und stark,mutig,aufgeschlossen,intelligent,braunhaarig oder was weiß ich.Doch die Natur hat ihnen leider etwas anderes mitgegeben. Ich persönlich kann auch verstehen wenn man mit seinem Körper unzufrieden ist.Nur lässt sich das eigene Geschlecht nicht einfach wechseln wie ein altes Paar Schuhe. Ich finde die Ergebnisse die per Operation erreicht werden können nicht zufriedenstellend. Und mir persönlich wäre es lieber etwas richtig zu sein.Lieber eine richtige Frau oder ein richtiger Mann anstatt so ein künstlicher Nachbau. Ich denke auch das ist es,woran viele Hermaphroditen zu leiden haben.Sie fühlen sich keiner der zwei Richtungen wirklich zugehörig. |
| Mrs. Doe | @Kampfsau: Ich glaube, das Problem bei den Hermaphroditen ist das, daß sich die Ärzte recht bald nach Geburt entscheiden, welches Geschlecht demjenigen zugewiesen wird, und diese Entscheidung wird danach gefällt, welche Geschlechtsmerkmale stärker ausgeprägt sind, die männlichen oder die weiblichen. Klingt ja von der Überlegung her auch recht logisch. Allerdings gibt es anscheinend eine Menge Fälle, bei denen man nicht danach gehen kann, und wo sich dann in der Pubertät herauskristallisiert, daß von den Merkmalen her ein Geschlecht zwar überwogen hat, aber vom Kopf und der inneren Veranlagung eben genau das andere überwiegt. Und das ist dann natürlich extrem tragisch, deswegen ist der frühe Zeitpunkt der Geschlechtsentscheidung medizinisch vielleicht vorteilhafter, aber eigentlich auch ein Schuß ins Blaue, solange man noch nicht beobachten konnte, wie sich dieser Mensch entwickelt. Bei einem Säugling oder Kleinkind ist das eben noch sehr vage. |
| Pechnase | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Da gab es so einen Fall,da haben die Ärtze einem Jungen bei der Beschneidung den Penis ausversehen irgendwie abgetrennt. Jedenfalls haben sie sich dann entschlossen ihn zu einem Mädchen umzuoperieren und ihn auch wie eins zu erziehen.Der "Junge" wusste selber nichts von dem Vorfall. Doch trotz der Erziehung wies er immer noch Verhalten auf,dass man eigentlich als eher typisch männlich bezeichnen würde. Ich kenne nur leider nicht die genau Quelle.Ich glaube das war irgendwo im Spiegel. Zu der Entscheidung der Ärzte will ich mich gar nicht äussern Nur zeigt es eben,das unser Verhalten auch von unseren Genen abhängt.In dem Fall ist das Geschlecht eben kein einfacher anatomischer Unterschied.[/B][/QUOTE] Genau diese Studie ist mir auch eingefallen, als ich diesen Thread gelesen habe. Es handelt sich dabei um die Zwillingsstudie von John Money. Wer etwas genaueres lesen will, hier ein recht ausführlicher Artikel: [url]http://www.broken-rainbow.de/de/transgender_20040524_davidreimer.html[/url] Es kam vor allem nicht nur zu "eher männlichem Verhalten" sondern zu einem regelrechten Aufstand gegen die aufgezwungene Weiblichkeit. |
| foxdie | "aber der Staat darf die Dummheit der Massen nicht adaptieren"--> "Der Staat" besteht auch nur aus Menschen. Und diw wenigen die es drauf haben sind meistens klug genug sich nicht an die Politik zu verschwenden, die eh im grossen und ganzen fuer die "dummen" Massen sind. Zum Thema Zwitter: Rein biologisch gibt es meines Wissens nach keine Zwitter im eigentlichen Sinn beim Menschen, Regenwuermer sind Zwitter, manche Amphibien koennen wohl auch ihr Geschlecht wechseln (natuerlich nicht per Knopfdruck), aber unter hoeher entwickelten Lebewesen wie Saeugetieren geht das nicht. Beide Geschlechtsmerkmale aufweisen -ok, aber ein "Teil" ist dann immer nur "Deko" und solche Menschen koennen ueberhaupt froh sein, wenn sie zeugungsfaehig sind. Abgesehen davon verbietet unser biologischer Entwicklungstand einfach mal wahre Zwitter um die Vielfallt innerhalb des Genpools gewaerhleisten zu koennen, oder andersrum: es erzwingt zwei Geschlechter und ob nun Mann oder Frau, mehr oder weniger ist der Trieb zur Fortpflanzung in jedem genetisch verankert. Wie so auch die gaengige Meinung hier ist will man deshalb (unbewusst) bezueglich der Arterhaltung in interessant/ uninteressant enteilen. Anderer Denkanstoss: koennte es vielleicht auch nur allgemeine Kuriositaeten- und Sensationsgeiljeit sein??? |
| ShadowMatter | @kampfsau 1 Nein, ich gehe natürlich nicht davon dass die körperliche Beschaffenheit eines Menschen keinerlei Auswirkungen auf dessen Persönlichkeit hat. Das bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in statistischer Korrelation stehen zu den Hormomen kenn ich auch selbst aus meinem Bekanntenkreis. Die Frage, wieviel anerzogen ist und wieviel angeboren ist für mich aber auch nahezu völlig unbedeutend. Ich stelle ja nicht die Existenz von Unterschieden in Frage. Problematisch ist für mich eben: 1. Die Kategorisierung der Menschen in strikter Dualität M/W 2. Die Ablehhung von allem was sich da nicht Kategorisieren lässt, also Bis, Homos, Transvestiten, Transsexuelle was es sonst noch gibt. @kampfsau 2 Rosa Kleidchen ist bei vielen anderen Mädchen auch eine Straftat. Also ich finde manche Stylings die so verpönt sehen auf männlichen Gesichtern gar nicht so scheisze aus. @kampfsau 3 Ich bin auch kein Feminist, eben wegen dieser Vorherschenden Täter-Opfer stereotypisierung. @gekitsu Erwecke ich den Eindruck zu glauben, dass sich alle Menschen nur durch Sozialisation unterscheiden? Das von dir gebrachte Zitat verweist doch eher auf das Gegenteil |
| Allanon | [QUOTE][i]Original geschrieben von ShadowMatter [/i] [B]@kampfsau 1 Nein, ich gehe natürlich nicht davon dass die körperliche Beschaffenheit eines Menschen keinerlei Auswirkungen auf dessen Persönlichkeit hat. Das bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in statistischer Korrelation stehen zu den Hormomen kenn ich auch selbst aus meinem Bekanntenkreis. Die Frage, wieviel anerzogen ist und wieviel angeboren ist für mich aber auch nahezu völlig unbedeutend. Ich stelle ja nicht die Existenz von Unterschieden in Frage. Problematisch ist für mich eben: 1. Die Kategorisierung der Menschen in strikter Dualität M/W 2. Die Ablehhung von allem was sich da nicht Kategorisieren lässt, also Bis, Homos, Transvestiten, Transsexuelle was es sonst noch gibt. [/B][/QUOTE] zu 1. Die Natur hat für uns Menschen diese Dualität vorgesehen, bis die Evolution sich dazu entschieden hat unsere Fortpflanzung anderweitig zu gestalten, werden wir damit leben müssen, ohne wenn und aber. zu 2. wie du selbst erwähnst, sind diese Verhaltensweisen oder genetischen Fehlbildungen zumindest namentlich kategorisiert. Sie erhalten lediglich keine Eingliederung in die biologische Kategorisierung, weil siehe (1.), der Mensch sexuellen von der Natur aufgelegten Zwängen unterliegt. Und da ist es ganz natürlich, dass ein Mensch, wenn er einen anderen betrachtet, diesen in Mann oder Frau zu unterscheiden versucht, um für sich abzuklären, ob dieser Mensch als Fortpflanzungspartner in Betracht kommt. Frau oder Mann, jung oder alt, alt und schön usw. usw. Einen Menschen zu kategorisieren oder in den bestimmten Dingen, die natürlichen Gesetzen unterliegen, auszuschließen, muß aber nicht gleichbedeutend mit Intoleranz sein. Und wenn ich einen Menschen frage, welchem Geschlecht er angehört, weil ich es ihm nicht ansehe und er mir antwortet, ich bin ein Zwitter, na dann soll es gut sein. Im Zweifelsfall gibts dann halt keinen Sex. ;) |
| Heathcliff-WH | Dieses Thema erinnert mich an Anna-Varney, die auch über die Problematik der Geschlechtslosigkeit singt. |
| Shirley McVeigh | Obwohl ich glaube das Anna-Varney nur ein schlechtes Theater spielt. |
| Kampfsau | [QUOTE]1. Die Kategorisierung der Menschen in strikter Dualität M/W 2. Die Ablehhung von allem was sich da nicht Kategorisieren lässt, also Bis, Homos, Transvestiten, Transsexuelle was es sonst noch gibt.[/QUOTE] Das ist doch von Natur aus so vorgesehen,von mir auch kategorisiert.Genau wie es zweibeinige Tiere und auch Vierbeinige gibt.Manchmal gibt es z.B. auch 3 beinige Hunde aber das ist zumindest rein biologisch nicht vorgesehen.So können sich viele Zwitter nicht fortpflanzen,was rein biologisch betrachtet ein Nachteil ist. Aber deswegen sind Zwitter doch nicht weniger wert.Genauso hat ein 3 beiniger Hund eine Existenzberechtigung,falls denn irgendein Lebewesen sowas überhaupt hat. Aber es ist eben auch so,dass Dinge die nicht dem Normalfall entsprechen eben aufsehen erregen.Und man versucht eben dieses Unbekannte mit irgendetwas zu vergleichen was man kennt.Ist das denn ein Verbrechen? Man versucht doch quasi ständig irgendetwas über jemand anderen herauszufinden. Ausserdem sind Lesben für mich immer noch Frauen und Schwule immer noch Männer.Und Transvestiten oder Transsexuelle lassen sich immer noch zurückverfolgen. Aber auch wenn man eben nicht in das vorgesehene Schema reingeboren wurde.Egal ob Physisch oder Psychisch.Das ist mir herzlich egal.Solange ich nicht mit irgendjemanden schlafen will,dann könnem einem Mensch auch 5 verschiedene Genitalien und 3 Brüste wachsen.Mir ist das egal,obwohl das halt etwas seltsam aussehen würde. Im Bett möchte ich nur eine echte von natur aus weibliche Person haben.Das ist einfach dieser mir von Natur aus gegebene Sinn für Ästhethik. Ich sehe jedenfalls nichts Schlechtes in dem Verhalten der Personen im Eingangspost.Auch weil ich mir sicher war,dass der/die/das Sänger/in entweder eins von Beidem war. Allein weil man vielleicht fand,dass der/die/das Sänger/in eben irgendwie gut aussah. |
| Heathcliff-WH | Ich glaube nicht, dass das ihre Absicht ist. Ich denke mal ihr Hauptanliegen ist es Musik zu machen und dazu gehört auch, dass sie diese Problematik behandelt. Wissen kann man's aber nie, was dahinter steckt... (soll sich auf den Beitrag mit dem Theater beziehen, hab nur falsch zitiert) |
| Daphe | über dieses thema habe ich auch schon oft nachgedacht. wie wäre es, wenn im briefkopf "blond meyer", oder "schwaarzhaarig Schmidt" stehen würde? oder auch "175cm kunze" ... "übergewichtig kruse", "vollschlank hartmann"... wieso nicht einfach nur der name??? wieso muss immer jeder gleich wissen ob jemand weiblich oder männlich ist? das irgendwas auf sex oder eine partnerschaft hinausläuft, ist doch in den meisten alltagssituatioen (z.b. behördenbriefe) gar nicht gegeben. zumal der vorname meistens schon ein eindeutiges zeichen des geschlechts darstellt (mit ausnahme von ausländischen namen). und da ist das nächste thema: warum muss die bezeichnung für einen menschen gleich den geschlechtsstempel aufdrücken? was bringen die unterscheidungen zwischen lehrer/in Verkäufer/in... jemand sollte doch in der tätigkeit die er ausübt betrachtet werden, und nicht in seinem dasein als frau oder mann. und wenn mich jemand wirklich aufregen will, möge er mir die frage stellen: "und wie siehst du das als frau?" das ist das allerletzte. zufällig bin ich eine, kann aber behaupten mit den meisten anderen frauen wenig gemein zu haben. und selbst wenn, so hätte ich doch nur meine ganz persönliche sichtweise. es gibt noch soviel zu diesem thema zu schreiben! aber fürs erste soll es genug sein... |
| Tiberon | Die(se Art der) Individualisierung ist sowas von krank. Du wirst immer Frau sein Daphe, wo ist das Problem. Und ich wette man kann dich noch in tausend andere Schubladen stecken. Findet euch damit ab! |
| Beowulf | Im Sprachökonomischem Sinne finde ich die Unterscheidung zwischen Männlich und Weiblich wirklich unsinnig. Ich persönlich lehne es konsequent ab bei Berufen oder ählichem beide Geschlechtsvarianten zu erwähnen. Ansonsten verstehe ich auch nicht so ganz worum es hier eigentlich genau gehen soll. Warum weiß man denn selbst von den Verfechtern der Geschlechtsnegation (nenne ich einfach mal so) fast sofort welches Geschlecht sie haben? Selbst in einem Forum in der man theoretisch überhaupt nicht zwischen männlichen und weiblich Unterscheiden könnte, wenn es der Betreffende darauf anlegt, ist doch meistens recht schnell klar zu welchem Geschlecht der Gegenüber gehört. Ich finde den Umstand aussagekräftig genug, um zu behaupten dass es im menschlichen Denken sehr wohl eine Rolle spielt. Wer darin eine Diskriminierung sieht, ist wohl ein Opfer der Überindividualisierung geworden. |
| foxdie | [QUOTE]Überindividualisierung[/QUOTE] Respekt vor dieser Wortschoepfung - du studierst nicht zufaellig allgemeine Linguistik, oder? :) Ansonsten gebe ich dir ganz recht. Schade, dass sich hier noch keine Feministin gemeldet hat und "Gleichberechtigung" schreit :D Um zum Thema "Zwitter" nochmal was zu sagen - abgesehen davon, dass der Begriff voellig falsch aus der Biologie auf(von?...) den Menschen adaptiert wurde sind die eh zeugungsunfaehig und beduerfen meiner Meinung nach keiner besonderen Ruecksicht in unserer Gesellschaft. Von daher: Totalitäre Zweigeschlechtigkeit? - ja, warum nicht? Alles andere waere ein Schritt rueckwaerts in der Evolution. |