| sportygirl | Salü zäme die schweiz wird in einigen wochen über die erweiterte Personenfreizügigkeit entscheiden... in unserem land werden stimmen laut, die sagen, dass dann noch mehr ausländer zu uns kommen werden und unsere arbeitsplätze wegschnappen... ich selber halte diese meinung für "bünzlig" (=konservativ) und glaube nicht, dass sich viel ändern wird: die frage deshalb an euch: -wie sah es bei euch nach der eu-osterweiterung aus? überschwemmung des arbeitsmarktes durch "billigere" arbeitskräfte aus dem ausland? -lohnsturz? -wie würdet ihr über die schweiz denken, wenn die abstimmung abgelehnt wird? elender sonderfall oder bewunderswerte einzelkämpfer??? (bitte seit ganz offen..;-) ;-) ich frage deshalb noch, weil man die argumente der gegner der personenfreizügigkeit wie immer nur mit erfahrungsberichten widerlegen kann... ...und weil ich die angst der schweizer/innen für absolut bescheuert halte (dies aber nur am rande bemerkt ;-)) grüessli sporty |
| Darket | [QUOTE]wie sah es bei euch nach der eu-osterweiterung aus? überschwemmung des arbeitsmarktes durch "billigere" arbeitskräfte aus dem ausland?[/QUOTE] Nach meinen Beobachtungen ist es eher umgekehrt, allerdings mit nicht weniger verheerenden Folgen: Die Unternehmen wandern in die EU-Neuländer und die Leute bleiben da, kein Wunder wenn die Arbeit zu ihnen kommt... :rolleyes: |
| LaChatte | Ich erachte das Ja zur erweiterten Personenfreizügigkeit als sehr wichtig, nicht zuletzt wegen den flankierenden Massnahmen, die die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Schweiz schützen. Der Lohndruck besteht jetzt schon sehr stark, an vielen Orten wird schwarz gearbeitet, das macht die Löhne und die Sozialwerke kaputt, wenn das überhand nimmt. |
| Move over Kate | Im Hinblick auf die Arbeitnehmer, die eventuell zuziehen und hier arbeiten könnten, halte ich die Angst für unbegründet. Die Tarifverträge gelten hier ungeachtet der Staatsangehörigkeit - der Metalltarifvertrag genauso für einen Deutschen wie für einen Polen. Und die Lohnnebenkosten, die durch die Sozialversicherung entstehen, sind gesetzlich festgelegt und von der Staatsangehörigkeit unabhängig. Aber das gilt für Arbeitnehmer... In Ostdeutschland gibt es wohl, gerade an der polnischen Grenze, osteuropäische Handwerker, die als Selbständige arbeiten und damit nicht unter die deutschen Tarifverträge fallen und auch nicht sozialversicherungspflichtig sind. Die können zu Preisen arbeiten, die die deutschen Selbständige nicht machen können... |
| Demon17 | Also ohne Nachfrage nach Arbeitnehmern passiert gar nichts. Normalerweise versuchen Abeitgeber über die Arbeitsämter anderer EU-Staaten bei Engpässen im eigenen Land neue Mitarbeiter zu gewinnen. Da sich die die Schweiz auch bei den Handels- und Industrienormen der EU annähert, ist das hoffentlich ein Schritt in Richtung Vollmitgliedschaft. Das böte einerseits dann auch den den Schweizern die Möglichkeit in der EU zu arbeiten und andererseits wäre ein Nettozahler mehr hochwillkommen. Es ist ja sowieso schade, das ausgerechnet die Schweiz als europäisches Kernland, mit ihren drei Sprachen deutsch, französisch und italienisch (gibt es eigentlich noch rätoromanisch?) nicht in der EU ist. |
| Isandor | Also für mich als Schweizer ist es sehr wichtig, dass wir uns mit einem klaren JA für die erweiterte Personenfreizügigkeit entscheiden, das hat für mich verschiedene Gründe: Zum Einen bin ich der Meinung, dass gerade ein NEIN das auslösen würde was viele befürchten, nämlich eine Gefährdung der Arbeitsplätze, denn es würden noch mehr Firmen ihren Produktionsstandort in ein Land mit niedrigeren Löhnen verlegen. Um dies zu verhindern und den Wirtschaftstandort Schweiz zu erhalten bleibt uns gar nichts anderes übrig als Ja zu stimmten. Und zum Anderen glaube ich nicht das der Lohnsturz so markant ausfallen wie es gewisse konservative Kreise profezeihen, denn dafür ist das Leben in der Schweiz einfach zu teuer als das man die Löhne so stark senken könnte. |
| LaChatte | [QUOTE]Das böte einerseits dann auch den den Schweizern die Möglichkeit in der EU zu arbeiten und andererseits wäre ein Nettozahler mehr hochwillkommen.[/QUOTE] Dank den bilateralen Abkommen existiert die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und den "alten" EU-Staaten schon seit zwei Jahren. Schweizer können also schon heute problemlos in der EU leben und arbeiten (umgekehrt natürlich auch). Dass die Schweiz als Nettozahlerin willkommen wäre, glaube ich gern - nur gefällt dieser Gedanke den Schweizern bisher nicht besonders. :p [QUOTE] Es ist ja sowieso schade, das ausgerechnet die Schweiz als europäisches Kernland, mit ihren drei Sprachen deutsch, französisch und italienisch (gibt es eigentlich noch rätoromanisch?) nicht in der EU ist.[/QUOTE] Die EU müsste vorher wohl ein bisschen demokratischer werden. Dass die Schweizer nicht allein sind mit dieser Ansicht, zeigen ja wohl auch die beiden Abstimmungen zur Verfassung in Frankreich und den Niederlanden. Das Nein zur Verfassung darf wohl vor allem als klares Nein zur brüsselschen Bürokratie interpretiert werden. Bevor die EU nicht eine deutlich demokratischere Struktur hat, wird die Schweiz kaum beitreten. Rätoromanisch gibt es immer noch, auch wenn es nur eine kleine Minderheit ist, die es spricht. ;) |
| Isandor | Ich muss LaChatte zustimmen. Allerdings halte ich es für falsch, das wir als Schweiz, die ein Drittel unseres Bruttosozialprodukt mit Exporten (vorallem nach Deutschland) verdienen uns ständig abzuschotten und uns als Insel in Europa behaupten wollen. Darum halte ich den Beitritt in die EU für als den einzig konsequenten Schritt zumal wir eh viele Dinge durch die bilateralen Verträge eh schon haben. |
| Lästerndes Elendsgemächt | [QUOTE]-wie würdet ihr über die schweiz denken, wenn die abstimmung abgelehnt wird? elender sonderfall oder bewunderswerte einzelkämpfer??? (bitte seit ganz offen..;-) ;-)[/QUOTE] Was ich denken würde? "Ein Land mehr was keine Berechtigung hat, uns Deutsche Ausländerhasser zu nennen." |
| Demon17 | Ich denke auch, dass die EU sich demokratisieren muß. Es ist ja auch egal ob das Ganze nun bilateral oder über Beitritt läuft. Dann zahlt die Schweiz halt Zölle, das kommt finanziell aufs gleiche raus. sie verzichtet halt auf Mitsprachemöglichkeiten. Was wiederum Schade ist, da die Zentraleuropäer ja sehr ähnliche Interessen haben. Ich glaube wenn es von einer Volksabstimmung abhinge, wäre Deutschland auch noch nicht in der EU.;) |
| LaChatte | [QUOTE]Ich denke auch, dass die EU sich demokratisieren muß.[/QUOTE] Unbedingt! Es müssen Instrumente eingeführt werden, damit auch das Volk bei Sachgeschäften sein Wort mitzureden hat, in der Art, wie es heute in der Schweiz das obligatorische und fakultative Referendum sowie die Volksinitiative gibt. |
| Silverwolf | [QUOTE]in der Art, wie es heute in der Schweiz das obligatorische und fakultative Referendum sowie die Volksinitiative gibt.[/QUOTE] Stimmt, Referenden (mehrzahl?) und Initiativen sind eine super Sache. Nur eine indirekte Demokratie würde dann auch nicht viel nützen. Mit meinem bisherigen Wissensstand der PF würde ich ja stimmen-könnte ich. Ach, an mir wird die Schweiz in ein paar Monaten eine gute Wählerin gewinnen :p |
| LaChatte | Halleluja, die Schweiz sagt ja! Die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Länder wurde ausgedehnt!:) Und jetzt gibts hoffentlich ab sofort scharfe Kontrollen, um Lohndumping zu verhindern. :mad: |