| Heathcliff-WH | Ich habe nie viel von ihm mitbekommen, doch heute habe ich erfahren, dass er gestorben ist und was er in seinem Leben geleistet hat. Schade, dass ein so wichtiger Zeitzeuge und Held als einer der letzten seiner Generation stirbt. Gerade jetzt, wo die NPD zum Beispiel in einigen Dörfern in meiner Nähe bis zu 12% erreicht hat. [url]http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4774094_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html[/url] |
| Darket | Simon Wiesenthal, der erfolgreichste Rechercheur gegen Naziverbrecher ist heute im Alter von 96 Jahren in Wien gestorben. Simon Wiesenthal (* 31. Dezember 1908 in Buczacz, heute Ukraine, damals Österreich-Ungarn; † 20. September 2005 in Wien) war ein österreichischer Publizist, Schriftsteller und Leiter des jüdischen Dokumentationszentrums Wien. Er war einer der bekanntesten „Nazi-Jäger“, der mehr als 1100 Kriegsverbrecher, die an Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus beteiligt waren, aufspürte und der Gerichtsbarkeit zuführte. Wiesenthal selbst bezeichnete sich immer als Rechercheur, dessen Aufgabe darin bestehe, zu lesen und Notizen zu machen. Die Zahl von 1100 verurteilten Kriegsverbrechern relativierte er in Anbetracht von 50 Jahren Arbeit. Wiesenthal betrachtete seine Arbeit nicht zuletzt als "Testamentsvollstreckung" für eine junge Jüdin, die vor ihrer Ermordung im KZ in ihr Tagebuch geschrieben hatte: "Vergesst uns nicht, und vergesst nicht unsere Mörder." [I] Quelle: wikipedia [/I] Wie steht ihr zu diesem Mann? Ein HEld? Ein übermotivierter Rächer? Ein Wohltäter? |
| Heathcliff-WH | Lustig! Zwei dumme ein Gedanken, gleiche Zeit... Wer führt die beiden Threads jetzt zusammen? |
| Darket | Ich ;) |
| Loki | meiner meinung nach war er definitiv ein held. er ist nicht als rächer einzustufen, da er das urteil nicht selbst vollstreckte, sondern die bastarde dem gericht auslieferte. es sollte mehr von solchen leuten geben, die das gottverdammte rechte pack endlich von diesem planeten tilgen! herrgott, da kann cih mich wieder stundenlang aufregen... gruß, Loki |
| decay73 | Nunja, er übermotivierter Rächer war er sicherlich nicht. Selbst der Begriff "Nazijäger" paßt nicht so ganz. Er selbst hielt z.B. Waldheim für einen Opportunisten und nicht für einen großen Fisch und stritt sich darüber mit Bruno Kreisky bei dem World Jewish Congress. So sieht nicht jemand aus, dessen Triebfeder blinder Haß ist. [QUOTE][I]Simon Wiesenthal[/I] [b]Feme darf kein Weg sein, Justiz zu üben.[/b][/QUOTE] Und so wie er Selbstjustiz ablehnte, lehnte er auch die Idee der Kollektivschuld ab. Helmut Kohl nannte ihn eine "moralische Autorität", Rabbiner Albert Friedlander als "Moralist und Gerechtigkeitsfanatiker". Das trifft es wohl eher... [url]http://www.zeit.de/online/2005/38/wiesenthal_brinck[/url] |
| Demon17 | Also ersteinmal vielen Dank an ihn, das diese Verbrecher, die es sich teilweise recht gut gehen ließen Zeit ihres Lebens keine Ruhe vor ihren Opfern hatten. Gerade die Dokumentation des Verbrechens dieser ordentlichen Schreibtischtäter und Massenmörder in der Maske des anständigen Menschen und ordentlichen, patriotischen Bürgers war wichtig. Die bürokratische Normalität des Todes in dieser Zeit... Irgendwie eine Zäsur, sowohl die Täter als auch ihre Opfer sterben langsam aus, so nach 60 Jahren, ob es mich freut? Das Thema Holocaust ist in den Medien bis zum Überdruss behandelt. Aber andererseits muss das jeder wissen, gerade im Hinblick auf die Neonazis. Damit man sich schon aus Egoismus gegen diese Ideologie schützt. Am besten man erstickt sie im Keim. Dort wo sie erst Wurzeln schlägt, ist es schwer sie wieder loszuwerden. never surrender demon17 |
| Darket | Schön, dass die ersten Reaktionen in die Richtung gehen, in die ich auch denke. Für mich war Simon Wiesenthal ein Mann, der versucht hat an der Geschichte zu berichtigen, was zu berichtigen war. Dafür gebührt ihm Dank. |
| Heathcliff-WH | Was ist an einem Gerechtigkeitsfanatiker auszusetzen. Wenn man das Leid betrachtet, dass die Opfer der Nazis durch machen mussten ist der Begriff wohl nicht so richtig angebracht. |
| Babylon | @decay [QUOTE]ob es mich freut ?[/QUOTE] Wie meinst Du das ? |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Babylon [/i] [B]@decay Wie meinst Du das ? [/B][/QUOTE] Ich wars doch gar nicht, der das geschrieben hat :rolleyes: |
| Demon17 | Na die Thematisierung des Holocausts und zweiten WKs ist hervorragend geeignet Deutsche im Ausland zu diskriminieren...nie erlebt? Ich auch kaum, es trifft immer die Schwächeren, häufig Frauen. Allerdings möchte ich hier nicht vom Thema ablenken. |
| Heathcliff-WH | Genau, und darum solls auch gehen in diesem Thread! |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] Na die Thematisierung des Holocausts und zweiten WKs ist hervorragend geeignet Deutsche im Ausland zu diskriminieren...nie erlebt? [/QUOTE]Nicht die Thematisierung an sich führt immer wieder zu Konflikten im In- und Ausland, sondern die übertriebene Propaganda. Die Kenntnis von Fakten hilft sowohl beim Umgang mit Opfern und deren Nachkommen als auch beim Umgang mit Tätern und deren Nachkommen (und Nachahmern). Simon Wiesenthal hat im Laufe seines Lebens zur Feststellung solcher Fakten sehr viel beigetragen, dafür hat er unseren Dank verdient. |
| mefisto | Über Tote soll man ja nur Gutes sagen ... |
| Darket | [QUOTE]Über Tote soll man ja nur Gutes sagen ...[/QUOTE] Na Gott sei Dank bist Du am Leben mefisto... :rolleyes: |
| Skeptiker | Also zu der Person Wiesenthal und seine Motive sage ich besser nichts, mag jeder (ge-)denken wie/was er möchte aber teilweise haben ich meine Zweifel an seinen Methoden. Gerüchte über eine mehr als enge Zusammenarbeit mit dem Mossad (israelischer Geheimdienst) ließen sich zwar meines Wissens nie ganz beweisen hielten sich aber sehr hartnäckig und der mossad ist ja nun wirklich für zweifelhafte Methoden bekannt. |
| Darket | Mit dem Mossad auf die ein oder andere Weise zusammengearbeitet hat er sicherlich. Allein sein spektakulärster Fall, Adolf Eichmann, ist ein Zeugnis für eine Kooperation, die zumindest aus der Weitergabe von Informationen besteht. Denn Wiesanthal machte seine Arbeit nicht zum Spaß, er hatte ein persönliches und ein allgemeines Interesse daran, dass die von ihm enttarnten zur Rechenschaft gezogen wurden. Wenn sich ein Naziverbrecher nun nach dem Krieg beispielsweise in einem mehr oder weniger faschistischen Land in Südamerika niederließ, konnten weder Israel, die BRD oder sonstwer auf eine Auslieferung hoffen. Dass dann der Geheimdienst des jeweiligen LAndes großes Interesse an genaueren Informationen hatte, kann ich durchaus verstehen. Geheimdienste arbeiten immer mit zweifelhaften Methoden, sind von Grund auf undemokratisch, die Frage hier lautet, inwieweit der Zweck die Mittel heiligt. |
| Demon17 | Was mir an Wiesenthals arbeit besonders gefällt ist, das er einige dieser Extremkarrieristen, die immer auf die Füße fallen, egal in welchem System enttarnt hat. Wenn ich daran denke das Altbazirichter Filbinger in der BRD Landesfürst war *würg* Sie machen immer alles richtig und haben kein Problem damit sich um 180 Grad zu drehen und über Leichen zu gehen. Um solche Leute ist es wirklich nicht schade, im Gegenteil, es ist schade das solche Leute es immer wieder in Führungspositionen schaffen. Außerdem warum sollte er nichtmit dem Mossaad zusammenarbeiten. Eichmann würde Wahrscheinlich heute noch unbehelligt in Südamerika leben wenn ihn der Mossad nicht einkassiert hätte. Diese Typen haben den Tod von 20 Millionen Bürgern der UDSSR, 12 Millionen Dutschen, 6 Millionen Deutschen und etliche Millionen Staatsbürger anderer Länder auf dem Gewissen. Wer da irgendjemand in Schutz nimmt, der von diesem System profitiert hat, ist nicht ernst zu nehmen. Auge um Auge demon17 |
| Heathcliff-WH | Heute wird er übrigens in Israel beerdigt. |