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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Eine schöne Geschichte über Herrn Müller
Black RatDas hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried,
das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn
Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr
im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die
aus Milch gemacht werden. Na ja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her,
aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den
Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr
Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist,
hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und
zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu
viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber
der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz
arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer
Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu
Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt,
ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der
Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel
mehr, als in euer Sparschwein passt. Der Herr Müller hat also seine neue
Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte
hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn
es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte. Na ja, eigentlich hat
er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der
Europäischen Union haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis. Das
Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures.
Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist ziemlich
weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon
seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er
jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte
Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175
Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon
gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen habt, als
er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen. Wenn ihr jetzt die
70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner
nehmen, dann wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden vernichteten
Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.
Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass
es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller
verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein
halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in
lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie
wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400
ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und
sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr
Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muss ich euch
sagen, dass man so etwas einfach nicht tut. Wenn ihr aber das nächste mal im
Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im
Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso
gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer
hergestellt, für den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung
hat.

Und beim Einkauf nicht vergessen, dass die Marke "Weihenstephan" ebenfalls zum Müller Konzern gehört!
TimberwolfNette Geschichte. :( Und so herrlich sarkastisch geschrieben...

Zum Glück habe ich persönlich die Produkte vom Herrn Müller schon eh und je verschmäht...
Katound wenn das volk dann irgendwann mal so klug wird wie herr müller, dann muss es nichtmehr meckern und sich über die intelligenz anderer aufregen, sondern.....hat selber auch viel geld


mFg
Kato:rolleyes:
Panic Kingdas hat nichts mit inteligenz zu tun sonder mit hinterlistigkeit


ach übrigens nett verpackt Herr Peter UNlustig (black rat)

Ich kauf eh nie son müller zeugs (jetzt schon allein nicht mehr aus protest)
Darket@Black Rat
Nimm mir die Frage bitte nicht übel, aber wegen einiger Vorfälle in der Vergangenheit muss ich sie stellen: Stammt der obige Text aus Deiner Feder? Wenn nein bitte die Quelle angeben.

Grüßle

Darket
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Black Rat [/i]
[B]
Wenn ihr aber das nächste mal im
Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im
Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. [/B][/QUOTE]


...klingt ja schön und gut, aber Herr Müller war schlau genug etliche kleine Firmen zu kaufen...dann käuft man, wenn man Pech hat, trotzdem was vom Herrn Müller auch wenn einem die Verpackung was ganz anderes weis machen will...


[size=1]
...Darket, soweit ich weiß, ist der Autor nicht mehr ausfindig zu machen, der Text kursiert schon "im ganzen Internet" und in "Ketten-Emails" usw., in dem Sinne wohl "Autor unbekannt"...[/size]


[size=1]edit: Schlechtschreibfehler gekillt[/size]
DarketAh, ok, danke für die Info, dann ist die Quelle weniger relevant. Allerdings würde ich es auch in solchen Fällen sehr schätzen, wenn derjenige, der einen solchen Text hier einstellt darauf hinweisen würde, dass der Text nicht von ihm ist.
Dainty[QUOTE][i]Original geschrieben von AlienSexFiend [/i]
[B]...klingt ja schön und gut, aber Herr Müller war schlau genug etliche kleine Firmen zu kaufen...dann käuft man, wenn man Pech hat, trotzdem was vom Herrn Müller auch wenn einem die Verpackung was ganz anderes weis machen will...[/B][/QUOTE]

Hat Herr Müller sich dann ins eignene Fleisch geschnitten?
OdessaLiebe Maus,

eine schöne Geschichte ist das, aber ich muss da doch noch was fragen: wie ist das bei DIR? Hast Du selbst auch eine Firma wo Du auch immerhin schon 158 Menschen Arbeit gegeben hast? Oder noch mehr, wie der Herr Müller in seinen anderen Fabriken? Oder wenn nicht: Hast Du vor, es mal anders zu machen als der Herr Müller wenn Du groß bist? Machst Du dann auch eine Firma auf, was gaanz viel Geld und noch gaaanz viel mehr Arbeit kostet, wo Du investieren mußt und 20 Stunden am Tag erstmal beschäftigt bist und dir was aufbauen mußt von Deiner eigenen Hände Arbeit und mit Deinem ur-eigenem Geld (also wo Dir keine Mammi Taschengeld dazugibt), sondern wo Du allein verantwortlich bist für Deine Firma und die Leute, die Du dort beschäftigst, und die mußt Du alle bezahlen, und die Steuern und die Nebenkosten auch.

Wirst Du dann kein Geld nehmen, daß Dir doofe Gesetzeslücken erlauben zu nehmen? Wirst Du ganz sozial sein und nicht auch "schmarotzerisch" (Dein Wort) schauen, daß Du einen Teil Deiner Ausgaben, die Dir der "Sozialstaat" abknöpft, wieder reinbekommst?

Sei mal ganz ehrlich, liebe Maus, weil lügen ist böse und man kommt in die Hölle und da muß man dann den ganzen Tag lang Bücher lesen von selbstgefälligen Weltverbesserern (Politiker-Biographien, Esoterik-Gurus, Antifaführern) und den Börsenteil von der Süddeutschen, Du ich sag Dir was, das ist wirklich schlimmer als lauwarme Müller-Erdbeermilch....

Und wieso sagst Du, man soll den Herrn Müller boykottieren? Ich hab ja erst gedacht daß heißt, daß man ihm Lieder von boy-groups vorspielt bis er die 70 Millionen zur Hälfte freiwillig an ein AWO-Heim spendet, aber meine Mammi hat mir dann erklärt was boykottieren heißt. Also, wenn man das macht, dann verdient der Herr Müller doch kein Geld mehr und dann werden noch viel mehr Leute arbeitslos, das kostet dann doch viel mehr von den Dingens da... Steuergeldern. Oder der Herr Müller wandert - wie tausende deutscher Firmeinhaber - dann ganz sauer ab in andere EU-Länder, wo er für nur 1/3 der Kosten produzieren kann und dann paßt es ja auch wieder nicht, dann schimpfst Du doch bestimmt auch drüber weil der Herr Müller jetzt KEINEN Arbeitsplatz mehr hierzulande anbietet.

Und wenn man andere Produkte kauft von anderen Onkels - sind die dann wirklich (und nicht nur wie Du sagst "vielleicht") ganz "sozial" hergestellt? Firmen aus anderen Ländern, die ihre Fabriken in Tschechien oder Rumänien haben, wo - sagt meine Mamma - oft sogar Kinder zum Arbeiten hingeschickt werden, 15- oder 16jährige. Und die dann dort für ganz wenig Geld und ohne den Schutz deutscher Arbeitnehmer-Gesetze schuften müssen, für Hungerlohn und 10 Stunden am Tag und nix mit Kündigungschutz, 30 Tagen Urlaub im Jahr und Lohnfortzahlung auch wenn man krank ist. Ich weiss das ja nicht, ich war da noch nie, aber "vielleicht" ist das ja bei den Konkurrenzfirmen vom Herrn Müller der Fall und wenn Du sagst, daß man die dann NICHT boykottieren soll dann ist das aber doch auch nicht so dolle weil dann unterstützt man u. U. noch viel größere Schlitzohren als das Müllerschlitzohr.

Und noch was wollt ich Dich fragen, liebe Maus, weil ich glaube daß die 158 Menschen im Osten ganz froh sind, daß sie nicht mehr arbeitslos sind. Hast Du mal ausgerechnet, wie viel von den.. .Dingens.. Och menno ich habs schon wieder vergessen... Ach ja, Steuergeldern, das war´s.. es kostet, wenn diese 158 Leute auf Jahrzehnte arbeitslos geblieben wären? So mit Sozialhilfe/Hartz IV und vollem Bezahlen der Wohnungen usw. kommt das pro Nase gerne auf 1000 bis 1.500 Euro pro Monat, das mal 158 und dann mal noch gaanz viele Arbeitslosenjahre oder gar Jahrzehnte, uiuiui das sind so hohe Zahlen, da wird mir ganz blümerant im Kopf...

Nein, ich habe nicht vergessen dass ja dafür 175 Leute arbeitslos wurden in Niedersachsen. Aber meine Mammi sagt, daß bei betriebsbedingter Kündigung die Leute oftmals RIESENabfindungen bekommen, in dem Fall ja dann vom Herrn Müller, von seinem eigenen Geld (oder den 70 Millionen) und daß diese Leute dann vielleicht erst mal NICHT dem Steuerzahler zur Last fallen. Das weiss Mammi nicht 100%ig, aber es könnte ja sein sagt sie.

Also wenn schon Boykott - dann doch die EU bzw. die Politiker, die solche doofen Gesetze erlassen. Das wäre mal wirklich gut - haut die Politbonzen von den Sesseln und ihre dämliche Bürokratie gleich mit dazu, aber ein einzelner Herr Müller - da straft man unter Umständen wirklich den Falschen ab. Denn dessen 70 Millionen werden zum grössten Teil hier im Land bleiben und unserer Wirtschaft zugute kommen (ist das das, wo ich am Sonntag immer hingeh und wo ich "Kinder-Teller" krieg, mit Pommes weissrot?).

Meine Mammi sagt noch, ich soll Dir sagen daß wir weiterhin Weihenstephan-Produkte kaufen werden. Weil wir nämlich in einer Bürgerinitiative sind, die sagt, daß man HEIMISCHE Produkte kaufen soll, weil man damit am sozialsten die kleinen Betriebe und Bauern hier stützt, viel sozialer als wie wenn man die Sachen kauft von den großen Ketten, die europaweit in Billigländern die Menschen ausbluten und dann hier ihre Waren billig verkaufen weil die das ja können denn die müssen auch nicht - wie der Herr Müller - die heimischen hohen Steuern und Lohnnebenkosten zahlen. Also ich versteh ja nicht viel von dem ganzen Gschmarri weil ich ja noch klein bin, aber es klingt schon mal nicht ganz so doof.

Lieben Gruss, auch an den Elefanten
die Odessa vom Tegernsee, das ist auch in Bayern ;)


Mamma: Ich finde es natürlich absolut besch*** dass das so ablaufen kann, keine Frage. Aber - es gehören die Gesetze geändert, die so was zulassen. Im Falle einer Diskussion über Steuergesetze/Subventionen und deren Missbrauch hat man hier von der "linken Seite" in einem thread genau so argumentiert: "Nicht die Menschen verurteilen, die die bestehende Rechtslage völlig legitim nutzen - sondern die Gesetze ändern". Seh ich auch hier so.
Black RatEin Freund von mir hat das Ding im TV gesehen und als er es als Textform per e-mail bekommen hatte, da hat er es mir ebenfalls per e-mail zukommen lassen. Da dachte ich es hier im Forum zur Diskussion zu stellen. Ich kann ihn ja nochmal fragen bei welcher Sendung im TV er es gesehen hatte.
DarketNein, da die Quelle offensichtlich nicht mehr nachvollziehbar ist, brauchst Du das nicht.
Ich würde mich in solchen Fällen generell darüber freuen, wenn bei der Erstellung angegeben wird, dass der Text nicht vom Ersteller kommt.
TimberwolfOh, das ist aus dem TV? :D

Hat sich für mich auch irgendwie nach der "Sendung mit dem Klaus" von Extra-3 angehört/gelesen... ^^ ;)
Black Rat@ Darket: Ja entschuldige bitte, ich hätte es von vornherein mit angeben müssen. Wird nicht wieder vorkommen. Danke auf jedenfall für den Hinweis.

@ Timberwolf: Kann sein. Ich muss meinen Freund nochmal fragen. Das krich ich raus!

Zum Thema:

In der Wirtschaft geht es leider nicht um Menschlichkeit. Unsere Gesellschaft ist so geprägt, das sie sich vom Geld und seiner Macht beherrschen lässt, anstatt sie zu nutzen um für die Menschen eine humane und gerechte Gesellschaft zu schaffen.

Ich fand diesen Text einfach so klasse geschrieben das ich ihn dem Forum nicht vorenthalten wollte.
Er zeigt ja auf kindliche Art und Weise den Missstand auf, das man die Gesetze in Deutschland gut umgehen kann und der Staat, der ja die Gesetze beschlossen hat, da auch noch mitmacht. Die Verteufelung durch die Medien erwischt natürlich wie in diesem Fall nur einzelne Unternehmer. Den eigentlichen Hauptverursacher greift man damit nicht an (leider). Die Unternehmen wie auch das des Herrn Müller haben ja nur ein Ziel: Gewinnmaximierung. An für sich auch ein nachvollziehbares Ziel, doch wenn es auf so hinterlistige Art und Weise angestrebt wird, habe durchaus auch ich etwas dagegen. Aber wie können wir nun als Verbraucher gegen soetwas vorgehen? Sicher ist es erstmal eine Möglichkeit, die Unternehmen zu boykotieren. Aber wo würde das hinführen? Ein Ansatz hierzu ist schonmal sehr schön von dir dargelegt worden Odessa.
Odessa:) BlackRat, es gibt da eine Seite, die ich sehr mag, da sind lauter solcher "Hier kommt die Maus"-Artikel: [url]http://www.jwdt.com/~paysan/bush.html[/url] - dürfte Dir vielleicht auch gefallen ;-)

Und ja, es ist richtig - es ist ein Skandal, daß diese Dinge passieren können. Natürlich ist es eine Milchmädchenrechnung, dort 158 Leute einzustellen und woanders dafür 175 zu entlassen (ob mit Abfindung oder nicht - übel ist es allemal). Es müssen die Gesetze geändert werden, die solche Dinge möglich machen wie diese 70-Millionen-Euro-Sache.

Grad heute habe ich an anderer Stelle hier einen Beitrag über einen von mir hoch geschätzten Menschen geschrieben, Abt Johannes vom Kloster Andechs/München (wenn es Dich interessiert, guckst Du in die Nebelpfade oder bei [url]www.andechs.de/presse/archiv/2003_09_22_Moench_unter_Moenchen.html[/url]). Dieser Abt, Mönch der Benediktiner, lebt wirklich "für den Nächsten" und ist mehr als sozial. Durch seine Arbeit während seiner Studentenzeit bei BMW wurde er inspiriert, das Management dort mit den "Benediktinerregeln" abzugleichen und schrieb dann seine Doktorarbeit darüber. Es ist ihm in seinem Klosterbetrieb (Andechs ist bewirtschaftet: Brauerei und Gastronomiebetrieb sowie Devotionalien-Läden) möglich, das Soziale, das Mitmenschliche, zu verwirklichen und trotzdem einen gesunden, Ertrag abwerfenden Betrieb zu leiten. Das bewundere ich sehr und wünschte mir, es mögen sich so einige Unternehmer daran ein Vorbild nehmen.

Nur muß ich auch ehrlich und klar sehen: es handelt sich um ein kleines Kloster, mit wenigen Dutzenden von "Beschäftigten". Eine Ausnahmesituation, eine Ausnahme"Firma". Das ja "sicher" lebt von den Touristen, den Biertrinkern und den Gläubigen, die dort Rat suchen, und - seit Abt Johannes - auch von den Managern, die sich von den von ihm geleiteten Seminaren im Kloster eine Hilfestellung erhoffen für ihre Betriebsführung.... ein Stück mehr Menschlichkeit, das machbar ist im Kleinen. Besser als nichts, allemal...
LaChatteOT zu den Regeln der Benediktiner. Auch für Herrn Müller wäre das eine sehr erbauende Lektüre. Und es gibt bestimmt schon sauteure Kurse für "management by benedictines", und wenn nicht, müssten sie schleunigst erfunden werden ;)

"Er (der Abt/CEO) mache alles Gute und Heilige mehr durch sein Leben als durch seine Reden sichtbar."

"Der Abt (CEO) bevorzuge im Kloster (in der Firma) keinen wegens seines Ansehens. Den einen liebe er nicht mehr als den andern, es sei denn, er finde einen, der eifriger ist in guten Werken und im Gehorsam. (...) Der Abt (CEO) soll also alle in gleicher Weise lieben, ein und dieselbe Ordnung lasse er für alle gelten - wie jeder es verdient"

"Er lasse sich vom Gespür für den rechten Augenblick leiten und verbinde Strenge mit gutem Zureden. Er zeige den entschlossenen Ernst eines Meisters und die liebevolle Güte eines Vaters. Härter tadeln muss er solche, die keine Zucht kennen und keine Ruhe geben; zum Fortschritt im Guten ermutige Alle, die gehorsam, willig und geduldig sind ([I]Loben von guten Leistungen fehlt heute oft, leider, Anmerkung von LC[/I]); streng zurechtweisen und bestrafen soll er jene, die nachlässig und widerspenstig sind."

"Er muss wissen, welch schwierige und mühevolle Aufgabe er auf sich nimmt; Menschen zu führen und der Eigenart vieler zu [I]dienen[/I]. Muss er doch dem einen mit gewinnenden, dem anderen mit tadelnden und dem dritten mit überzeugenden Worten begegnen. (...) So wird er an der im anvertrauten Herde keinen Schaden erleiden, vielmehr kann er sich am Wachsen einer guten Herde freuen."

"Stets denke er daran: er hat die Aufgaben übernommen, Menschen zu führen, für die er einmal Rechenschaft ablegen muss."

"Sooft etwas Wichtiges im Kloster (in der Firma) zu behandeln ist, soll der Abt (CEO) die ganze Gemeinschaft zusammen rufen und selbst darlegen, worum es geht. Er soll den Rat der Brüder (MitarbeiterInnen) anhören und dann mit sich selbst zur Rate gehen. Was er für zuträglicher hält, das tue er. Dass aber alle zur Beratung zu rufen seien, haben wir deshalb gesagt, weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist." [I](oh, wenn doch dieser kluge Rat befolgt würde!)[/I]

Ein bisschen mehr mönchisches Denken würde uns allen gut tun...

Ach ich sehe, der Abt Johannes bietet solche Seminare ja schon an. Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei, und dass sein Wirken weite Kreise zieht.:)
rainravenMal davon abgesehen, daß ich das mit der Milchfabrik und den Arbeitsplätzen nicht wußte, hab ich von ganz alleine gemerkt, daß wir nun übelst gelinkt werden, weil es Müllermilch plötzlich nur noch zu 400 ml und in sechs langweiligen Geschmacksrichtungen gibt und meine Favoriten wie Kokos/Schoko, Nougat/Chili, Melone/Paranuß oder Bisamratte/Senf oder was auch immer das alles war, nicht mehr hergestellt werden.
Was soll das? An Erdbeere oder Banane oder Vanille hab ich mich sattgetrunken, das kann ich ja selber zuhause mixen. Aber ich versteh nicht, warum wir auf einmal so beschissen werden und um Geschmack und Menge betrogen werden, und deswegen kauf ich keine Müllermilch mehr. Auch wenn ich davon dann auch keinen Vorteil habe, denn andere Firmen haben auch nicht gerade den großen Ideenreichtum, was Geschmacksrichtungen von Milchgetränken angeht... :(
LaChatteGeh in die Schweiz und kauf Toni-Joghurt - das im Glas. Das beste Joghurt der Welt. ;)

Sie machen auch immer ganz interessante Saisonmischungen, die es dann halt nicht immer gibt... aber immer wieder.
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Dainty [/i]
[B]Hat Herr Müller sich dann ins eignene Fleisch geschnitten? [/B][/QUOTE]


...wieso sollte er...? ...ich versteh gerade nicht ganz auf was du hinaus willst...!?



[QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i]
[B] Aber ich versteh nicht, warum wir auf einmal so beschissen werden und um Geschmack und Menge betrogen werden, und deswegen kauf ich keine Müllermilch mehr. [/B][/QUOTE]

...das mit diesen verringerten Mengen zum gleichen Preis macht aber nicht nur Müller so, ist mir in letzter Zeit bei so vielen Lebensmitteln aufgefallen auch wenn mir gerade auf Anhieb mal wieder kein Beispiel einfällt...
Dainty[QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i]
[B][...] daß wir nun übelst gelinkt werden, weil es Müllermilch plötzlich nur noch zu 400 ml und in sechs langweiligen Geschmacksrichtungen gibt und meine Favoriten wie Kokos/Schoko, Nougat/Chili, Melone/Paranuß oder Bisamratte/Senf oder was auch immer das alles war, nicht mehr hergestellt werden.
[/B][/QUOTE]
Ist das Ironie? Ich mein ich kenn mich in der Sparte nicht so aus, weil ich Milch die nach irgendwas zusätzlich schmecken soll einfach nur widerlich finde, aber ich kenn zumindest keine Alternativ-"Marke", die Milch oder Buttermilch in sechs (!) verschiedenen Geschmacksrichtungen anbietet.
Als ich noch zur Schule ging und die Müller-Milch-Produkte in der Pause verkauft wurden, taten mir die Leute die mit sonem 500ml-Kübel durch die Gegend liefen schon ein wenig leid, weil sie das Gesöff besser innerhalb der Pause runterschütten sollten, dennl so ein geöffneter Bottich hatte nach einer bzw. zwei Stunden Unterricht nicht mehr wirklich leckeres zu bieten (ich habs auch mal probiert...). Irgendwie ist da doch sone Flasche praktischer, z.B. auch beim Autofahren. Nur kostet die Produktion einer Flasche nunmal mehr als die von sonem Kübel aus dünnem Plastikzeug mit Alu-Deckel. Find dem Herrn Müller seine Idee deswegen gar nich so moralisch verwerflich.

@AlienSexFiend

Die Frage war etwas provokant gemeint.
Müller wird seine Sachen nicht los - wenn man dem Eingangsposting glauben darf - weil es ja schon zu viele Milchprodukt-Lieferanten gibt. Nach deiner Aussage hat Herr Müller viele Firmen (wohl finaziell marode) aufgekauft und firmiert mit denen unter anderem Namen. Schön blöd wenn er sich selbst Konkurrenz macht oder? Tut allerdings zum Thema nicht wirklich was zur Sache.
Müller gibt es solange ich denken kann und wahrscheinlich noch viel länger. Wieso sollte man so ein Unternehmen (ich würde fast sagen, so ein typisch deutsches Traditionsunternehmen, was allerdings in diesem Zusammenhang nicht ganz zutreffen mag, da ich mal behaupte, dass der Milchmarkt nicht von ausländischen Firmen überschwemmt wurde) boykottieren?
Ich bin ja wie gesagt nich so für Milchprodukte allgemein, aber dennoch werd ich hin und wieder weiter zum Joghurt mit der Ecke greifen. Vor allem weil ich dann auch zum "Aufschwung Ost" beitrage.....:p

Ansonsten stimm ich Odessa zu, insbesondere im Hinblick auf die Verantwortung der EU in dieser Sache.
OrlaLiebe Maus,

Ich will nochmal auf das ursprüngliche Thema zurückkommen. Keine Frage, die „feine englische Art“ ist das ja nicht gerade, was der Herr Müller da verzapft hat. Böser Mann, böser Kapitalist! Viel bedenklicher als diesen Fehltritt find’ ich jedoch, dass der Herr Müller in seinen Betrieben genmanipuliertes Futter an seine Kühe verfüttert. Schlimm, das! Vor allen Dingen darum, weil ja noch gar nicht so richtig bewiesen ist, was so genmanipuliertes Happa-Happa mit den Kühen anstellt und ob die GVO (gentechnisch veränderte Organismen) nicht vielleicht auch in der Milch landen, die wir dann trinken. Zumal sich die Natur ja auch bestimmt was dabei gedacht hat, dass z.B. ein Maus-Gen nichts in einer Tomate zu suchen hat... oder eben in Tierfutter.
Liebe Maus, da gibt es aber noch ein Problem, was die kleine Orla ganz traurig stimmt, und selbiges zielt auf eine ganz andere Frage ab: In Zeiten, in denen das vorherrschende Motto „Geiz ist geil“ lautet, haben die meisten Menschen den Wert der Dinge vergessen, die sie kaufen. Entscheidend ist nicht der Wert eines Joghurts, sondern der Preis, den die Leute dafür zu zahlen bereit sind („Marktpreis“ nennen das ganz schlaue Menschen).
Nun sind aber gerade diejenigen, die sich über solche bösen Kapitalisten wie den Herrn Müller beschweren, meistens auch die, die für einen politisch-korrekten Joghurt nie im Leben zehn Cents mehr ausgeben würden.
„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“, hat ein Mann vor Pi mal Däumchen 2000 Jahren gesagt. Ganz viele Leute haben vor ein paar Jahrzehnten auch mal behauptet: „Das Private ist immer politisch“.
Einfach mal drüber nachdenken, liebe Maus.

Bitte - danke – gern geschehen.

Deine Orla
MontroseDie Buttermilch von Müller ist recht gut. Die Waren von Weihenstephan wirklich klasse.

So, und jetzt?

Ich kann leider nicht jede Woche in die Schweiz fahren bloß wegen dort angeblich besserer Molkereiprodukte. Zumal es sich dabei um leicht verderbliche Ware handelt.

Desweiteren kann ich auch nicht ausschließen, daß alle anderen Milchfirmen von Campina bis Zott oder wie die alle heißen, nicht genau dasselbe machen.


Also, was jetzt?

Nie wieder Milch trinken. Jede Ware, jeden Kuchen, jede Nudel, in der irgendein Tropfen Milch von einer bösen Firma drin sein könnte, konsequent boykottieren?


Wißt Ihr, bevor ich mich zu solch drastischen Maßnahmen entschließe, möchte ich erst mal sehen, wie Ihr mir das vormacht.
Lästerndes Elendsgemächt@ Odessa
[QUOTE]Nein, ich habe nicht vergessen dass ja dafür 175 Leute arbeitslos wurden in Niedersachsen. Aber meine Mammi sagt, daß bei betriebsbedingter Kündigung die Leute oftmals RIESENabfindungen bekommen, in dem Fall ja dann vom Herrn Müller, von seinem eigenen Geld (oder den 70 Millionen) und daß diese Leute dann vielleicht erst mal NICHT dem Steuerzahler zur Last fallen. Das weiss Mammi nicht 100%ig, aber es könnte ja sein sagt sie.[/QUOTE]
Da hat deine Mammi scheinbar keine Ahnung und sollte nicht in einer solchen Diskussion angeführt werden.
Sonst macht sich deine Mammi nämlich zum Deppen.
Orla[quote] Desweiteren kann ich auch nicht ausschließen, daß alle anderen Milchfirmen von Campina bis Zott oder wie die alle heißen, nicht genau dasselbe machen.

Also, was jetzt?

Nie wieder Milch trinken. Jede Ware, jeden Kuchen, jede Nudel, in der irgendein Tropfen Milch von einer bösen Firma drin sein könnte, konsequent boykottieren?[/quote]

Genau das mache ich jetzt relativ konsequent seit einem Jahr und die Auswahl schränkt sich schon - besonders bei Milchprodukten - sehr stark ein. Aber hey, nie wieder rätselnd vor'm Kühlregal stehen und sich fragen, ob man nun zu Marke x oder y greift, das hat doch auch was für sich und verkürzt den allwöchentlichen Einkauf.

By the way: Hier im Dörfchen gibt es zwei Bauernhöfe, einen konventionellen und einen Bio-Hof. Da kann man auch leckere Sachen aus Milch kaufen. Also es gibt schon Alternativen, für welche man nicht in die Schweiz fahren muss, Montrose. Und Bequemlichkeit ist sowieso nicht wirklich ein zündendes Argument.
OrlaNachtrag: Außerdem gibt's in jedem größeren Supermarkt auch Bio-Produkte ( zum Beispiel von dieser Firma hier: [url]www.andechser-molkerei.de[/url]). Wenn das Bio-Siegel der EU drauf ist, müssen gewisse Mindeststandards eingehalten werden, die auch regelmäßig kontrolliert werden.
Odessa----
hat deine Mammi scheinbar keine Ahnung und sollte nicht in einer solchen Diskussion angeführt werden.
Sonst macht sich deine Mammi nämlich zum Deppen.
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Sicher nicht so zum Deppen wie Leute, die unfähig sind zum richtig Lesen. Denn erstens schrieb "ich", daß es "sein kann" daß diese Leute eine Abfindung bekommen (weißt Du es besser? Dann her mit Beweisen) und zweitens würd ich gerne wissen, wie Du - falls Du es NICHT besser weißt - dazu kommst, meine Vermutung in dem Tonfall abzuurteilen. Ich kenne massig Leute, die in der Privatwirtschaft arbeitslos wurden; diese Leute erhielten meistens eine Abfindung, teilweise (je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit) bis zu 50.000 Euro. Das verdiene ich netto in 4 Jahren. Damit kann man eine gute Zeit lang Arbeitslosigkeit überbrücken.
Und wenn die Entlassenen eine Abfindung erhalten, dann aus dem Kapital des Müller-Konzerns, so wie damals einige Leute, die Siemens ausstellte, ja auch von Siemens die 5stelligen Abfindungssummen bekamen. Das waren keine Steuergelder.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von Black Rat [/i]
Aber wie können wir nun als Verbraucher gegen soetwas vorgehen? Sicher ist es erstmal eine Möglichkeit, die Unternehmen zu boykotieren. Aber wo würde das hinführen? [/QUOTE]

Zu einem Umdenken in der Wirtschaft, da bin ich mir ziemlich sicher. Alerdings fürchte ich das es für diesen Prozess fast schon zu spät ist, da Deutschland bereits von Teilen der Wirtschaft mittlerweile nicht nur als Produktionsstandort, sondern auch als Absatzmarkt abgehakt wurde.
Ein Boykott bedeutet ja nicht das nichts mehr gekauft wird, sondern bewirkt eine Verschiebung der Nachfrage hin zu anderen Anbietern.
In wenigen Fällen hat es auch schon funktioniert, z. B. als Shell die "Brent Spa" einfach im Meer versenken wollte und von den Autofahrern die Shell-Tankstellen boykottiert wurden.

Aber das sind leider nur kleine Ansätze, da wir ( der Verbraucher ) zu doof sind zu kapieren das nicht die Konzerne sondern "wir" die Macht haben bzw. hätten.

Aber da in der Richtung nichts passiert haben "wir" eigentlich auch nicht das Recht über unsere Wirtschaft zu meckern. Diese bösen Konzerne sind ja erst durch das Verhalten der Verbraucher zu dem geworden was sie heute sind.

Jede Gesellschaft hat nicht nur die Regierung, sondern auch die Wirtschaft die sie verdient
Lästerndes Elendsgemächt@ Odessa
[QUOTE]Denn erstens schrieb "ich", daß es "sein kann" daß diese Leute eine Abfindung bekommen (weißt Du es besser? Dann her mit Beweisen) und zweitens würd ich gerne wissen, wie Du - falls Du es NICHT besser weißt - dazu kommst, einfach mal eine "Vermutung" in reichlich disqualifizierendem Tonfall abzuurteilen.[/QUOTE]
"Es könnte ja sein..." und "Vermutungen" sind ebenfalls nicht sonderlich dazu geeignet, in einer Diskussion ihren Platz einzunehmen.

Und ja, ich habe da Erfahrungen gemacht, die ganz anders aussehen.
Meine alte Firma hat letztes Jahr angefangen, massiv Stellen abzubauen, da große Teile der Produktion ins Ausland geschafft wurden.

Eine Abfindung wurde nur den Leuten angeboten, die einem Aufhebungsvertrag zugestimmt hätten. Bei jemandem mit 15 Jahren Betriebszugehörigkeit wären das rund 25.000 € gewesen, von denen er aber die nächsten Monate hätte leben müssen. Meines wissens nach, waren auch nur ein paar Prozent davon Steuerfrei.
Und da Entlassungen auch Leute treffen, die noch etwas abzahlen müssen, können sich die "Nutznießer" nicht von diesem gewaltigen Vermögen eine Weile auf den faulen Sack legen.

Alle anderen, die es aussitzen wollten und auf die Kündigung eines anderen hofften, wurden Stückchen für Stückchen mit dem Abbau der Maschinen die Kündigungen ins Haus geschickt, ohne ihnen einen Cent zukommen zu lassen. Betriebsbedingte Kündigungen.

Was deine Mammi vielleicht meinte, waren Massenentlassungen. Aber die hat man bei uns gescheut, da der Name der Firma ziemlich bekannt ist und *eigentlich* einen guten Ruf in Deutschland genießt.
OdessaIch finde das mit den 400 ml statt 500 ml dreist und ärgerlich, weil es bedeutet, daß ich den gleichen Preis bezahle für 1/5 weniger Ware. Daß das viele Konzerne so machen, habe ich in einem Artikel der Verbraucherschutzzentrale gelesen: "Viennetta Eis" (Langnese? Bin nicht sicher) - 100 ml weniger. Einige Geschirrspülmittel - 50 bis 100 ml weniger. Diverse Artikel der Fa. Oetker - teilweise 25% weniger Inhalt, selber Preis aber jeweils wie zuvor. Womit man immense Preissteigerungen, ohne daß es die meisten Leute überhaupt mitbekommen, denn wer guckt schon jedes mal - bei identisch gebliebener Verpackung - jedesmal auf die Inhaltsangabe, ob die auch noch stimmt? :mad:

edit LE: Der Erstbeitrag von threadersteller war "von der Maus" ironisch geschrieben. Genauso habe ich versucht, darauf zu antworten. Denn ein "vager" Bericht über Herrn Müller, der reichlich wenig Fakten liefert und die Möglichkeit einer Abfindung "nicht in Betracht zieht" (da nicht erwähnt) kann es, denke ich, vertragen, daß man auf genau dies in einer Antwort eingeht - auf das FEHLEN evtl. möglicher Dinge wie eben der Abfindungslösung :-). Für mich zeichnet eine gute Diskussion aus, daß man immer versucht, alle Aspekte einzubringen, sprich in dem Fall die Möglichkeit, daß die Entlassenen ja "gut versorgt" wurden. Solange wir alle nicht wissen, wie es ablief, halte ich es für legitim, nicht nur "draufzuprügeln" auf Müller, sondern man sollte immer versuchen, alle "Eventualitäten" durchzuspielen ;-)

Das mit Deinem Job tut mir leid für die Leute. Wenn es so läuft, ist das natürlich übelst. So wie das - wie ich ja schrieb - übel ist mit diesen 70 Millionen "für nix", die der Herr Müller da kassierte. Ich seh nur keinen Weg da raus außer die Gesetze zu ändern. Ich habe 4 Jahre lang eine Wirtschafts- und Handelsschule besucht, da waren echt fähige Lehrer/Dozenten, darunter erfolgreiche und weniger erfolgreiche Unternehmer. Ich habe dabei gelernt, daß dieses "Feld" ein so umfangreiches und sehr schwieriges ist - es gibt keine Patentlösung, keine "eine paßt für alle-Lösung" :(
rainraven@ Dainty: nein, das war nicht ironisch gemeint. Ich bin Milchprodukte-süchtig, das heißt, ich hab oft denselben "Jieper" (ich hasse dieses Wort) nach Milchprodukten wie wohl Raucher nach Zigaretten. Und so ein Kübel Müllermilch ersetzte bei mir oft das Mittagessen, da hab ich mich richtig drauf gefreut.

Und ich fand die "saisonalen" Geschmacksrichtungen (allen voran Kokos/Schoko, diese hellgrüne Melone/Pistazie/Kokos und diesen "Inkatrank" mit Chili und Nougat) eigentlich am besten, denn wenn ich einen Kakao oder eine Bananenmilch trinken will, dann mache ich mir die selber. Ich fand, die hätte es dauerhaft geben sollen. Aber diese lächerlichen Flaschen mit weniger drin und Stino-Geschmack kaufe ich nun nicht mehr.
Die Homepage von Müllermilch hat ja nicht mal eine Beschwerde-/Meinungsmailfunktion, anders als Coca Cola (die jetzt endlich wieder Cherry Coke, wenn auch nur in Flaschen herstellen :) ) oder die Münchner Verkehrsbetriebe. Wenn jemand nicht Wert auf die Meinung der Verbraucher legt, dann lege ich auch keinen Wert mehr auf dieses Produkt (und ich war ein guter Abnehmer der Müllermilch-Eimer...)... :(
MontroseGenau daran hab ich auch schon gedacht. Einfach von Milch auf Cola umzusteigen.
rainraven...das ist nicht ganz dasselbe...stell Dir mal Cornflakes mit Cola vor-das ist selbst mir zu übel...:D
ange gardienOch, mit Vanilla-Coke geht das schon.
Montrose[QUOTE]Stell Dir mal Cornflakes mit Cola vor[/QUOTE]

Pommes mit Cola geht doch auch.
Dirtydevil1981Also ich brauch auch meine Milchprodukte und deswegen boykotier ich die Firma auch nicht. Wie schon gesagt, wer weiß was die anderen Molkereien machen. Und ich brauch nunmal meine Milch, Käse, Quark, Jogurth etc. Und darauf will ich nicht verzichten. Und zwischen Bio Milch (die wesentlich teurer ist) und Milch die aus dem Supermarkt kommt, schmecke ich keinen Unterschied. Beides weiß, beides lecker.

aber wenn hier jemand die Molkereien boykotieren will, dann kauft euch doch ne Kuh die ihr Morgens und Abends melken könnt. Aber wenn Müller pleite geht sind nicht nur 17 Menschen Arbeitslos sondern die anderen 158 oder wie viele das waren auch.

Ich sag ja nicht, dass ich gut finde was Müller macht, aber das ist nunmal seine entscheidung, und wenn er bzw die Firma damit leben kann, dann ist das deren Problem, denn letzlich sind wir immer die Armleuter die zahlen müssen, ob jetzt für die ware die bei gleichen preis weniger wird oder wenn er seine Mitarbeiter entlässt.
Panic KingTja man kann aber direkt zu den klein bauern gehen und da seinen sachen kaufen milch yogouhrt käse und eier
Panic King@montrose
Ich bin schon seit mindestens 2 jahren Cola süchtig :D
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Black Rat [/i]
[B]
Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr
Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist,
hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und
zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu
viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber
der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz
arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer
Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu
Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt,
ihn zur Post gebracht und abgeschickt.
[/B][/QUOTE]

Der Herr Müller hat sich den Standort Dresden nicht ganz zufällig ausgewählt. Von dort ist es nämlich nicht weit in die Tschechei, und wie ich aus gut informierter Quelle erfahren habe rollen da täglich eine ganze Reihe von Milchlastern über die Grenze. Ein Schelm wer böses dabei denkt!

Nicht daß die dt. Bauern zuwenig Milch produzieren würden (im Gegenteil, die Milchquote wird ständig überschritten), aber der Billigimport schafft einen noch höheren Angebotsüberschuß der es den Milchkonzernen respektive Großmolkereien (welche wiederum teils auf Druck der Superbilligmärkte agieren - ist ja schick einen Liter Milch für unter 50 Cent zu kaufen) erlaubt, den Milchpreis für den Produzenten noch weiter in den Keller zu drücken. Deutsche Milchbauern (beide, konventionell und Bio) arbeiten schon jetzt hart an der Kostendeckungsgrenze, und wenn es so weitergeht werden wohl über kurz oder lang viele das Handtuch werfen müssen. Nicht nur die Arbeitsplätze gehen dabei flöten, sondern auch ein Stück Landwirtschaftstradition, Eigenversorgung und Unabhängigkeit vom Ausland. Die Globalisierer scheren sich ja einen Kehricht darum...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Black Rat [/i]
[B]
Und beim Einkauf nicht vergessen, dass die Marke "Weihenstephan" ebenfalls zum Müller Konzern gehört! [/B][/QUOTE]
Auch der Konzern Sachsenmilch gehört inzwischen zu Müller (zumindest war mir so, siehe Dresden). Wer weiß wieviel kleinere noch aufgekauft sind.

Ein weiterer Grund, Müllerprodukte grundsätzlich zu meiden, bzw. boykottieren: Die "Müllermilchkühe" fressen genmanipuliertes Futter. Müller hat deswegen schon gegen Greenpeace prozessiert, um ihnen zu verbieten seine Milch als "Genmilch" zu bezeichnen.
Zum Glück konnte er nicht völlig verhindern, daß die Wahrheit ans Licht kommt.

Gruß
Stone
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]
Und noch was wollt ich Dich fragen, liebe Maus, weil ich glaube daß die 158 Menschen im Osten ganz froh sind, daß sie nicht mehr arbeitslos sind. Hast Du mal ausgerechnet, wie viel von den.. .Dingens.. Och menno ich habs schon wieder vergessen... Ach ja, Steuergeldern, das war´s.. es kostet, wenn diese 158 Leute auf Jahrzehnte arbeitslos geblieben wären? So mit Sozialhilfe/Hartz IV und vollem Bezahlen der Wohnungen usw. kommt das pro Nase gerne auf 1000 bis 1.500 Euro pro Monat, das mal 158 und dann mal noch gaanz viele Arbeitslosenjahre oder gar Jahrzehnte, uiuiui das sind so hohe Zahlen, da wird mir ganz blümerant im Kopf...
[/B][/QUOTE]

HIV+Miete = 1000..1500 €?

[ ] Du kennst das Mietniveau im Osten (ok, Dresden Innenstadt ist auch schon etwas gehoben, aber dort wohnen die wenigsten)
[x] Ich liebe Kästchen zum Ankreuzen :)

Mal grob gerechnet, 150*10 TEUR/Jahr sind 1.5 Millionen pro Jahr, da reichen die oben erwähnten 70 Mio Fördermittel ziemlich lange. Außerdem wird Konkurrenz verdrängt die dann entlassen muß.

Gruß
Stone
alfirinHier gibt es den Link zum Gerichtsurteil über die Genmilch: [URL=http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/mueller_milch_bleibt_gen_milch/]http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/mueller_milch_bleibt_gen_milch/[/URL]
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Dainty [/i]
[B]Nur kostet die Produktion einer Flasche nunmal mehr als die von sonem Kübel aus dünnem Plastikzeug mit Alu-Deckel. Find dem Herrn Müller seine Idee deswegen gar nich so moralisch verwerflich.
[/B][/QUOTE]

Die Becher gibt es bei uns hier nach wie vor, heissen dann "Müllermilch Original", kosten aber auch mehr. mag eventuell dann an der Menge liegen...

Generell finde ich die ganze Geschichte als eine ziemliche Sauerei. Schlimm wird es da, dass noch Geld für eine neiue Fabrik "gespendet" wird. So kommt man auch daran.

Generell mag ich Müllers Produkte nicht so, ist mir alles zu teuer. ABER: Bei den Discountern gibt es auch Fruchtmilch, fragt sich, wo die im Endeffekt herkommt.
Das mit der Genmilch finde ich schockierend, aber mittlerweile kann man sich generell kaum noch sicher sein, was wo drin ist, egal, welcher Hersteller, es sei denn, man kauft es frisch irgendwo oder eben Bio.
Asherah[QUOTE][i]Original geschrieben von Dirtydevil1981 [/i]
[B]Und zwischen Bio Milch (die wesentlich teurer ist) und Milch die aus dem Supermarkt kommt, schmecke ich keinen Unterschied. Beides weiß, beides lecker.[/B][/QUOTE]
Konventionelle Milchhöfe werden, im Gegensatz zu Biobetrieben, massiv subventioniert.
Das Geld davon kommt aus Steuergeldern und diese Höfe (besser: Betriebe) werden also auch von dir (so du Steuern zahlst) finanziert.
Rechne das mal auf deine billige Milch drauf, dann scheint die Biomilch plötzlich gar nicht mehr teuer.
Dirtydevil1981Hey ich leb auf dem Land, hier gibbet Milch frisch von der Kuh! Und diese Bauern sind keine Ökobauern.

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