| shattsu | hi, falls das thema schonmal hier aufgetaucht ist sagt mal bitte bescheid. ich wüsste gern ob es wirklich der realität entschricht oder ob es mir nur so vorkommt das sich alle menschen nur noch fertig machen müssen um sich selbst besser zu fühlen, triviale dinge sind dazu der auslöser und ausnahmen kenne ich unter den vielen menschen die meinen lebensweg streiften nur verdammt wenige. den denkanstoss gaben mir die ereignisse der letzten wochen, in denen ich (wie ich schon woanders schrieb) von vermeindlichen freunden permanent gemobbt wurde, dies hat sich inzwischen zum teil geklärt, aber darum geht es nicht, es geht mir wohl eher um die allgemeinheit, lehrer nutzen ihre position um schüler fertig zu machen, väter schreien ihre kinder an um sich durch ihre angst in eine machtposition versetzen zu können, auf offener strasse schlägt eine mutter ihr kind, und alle sehen weg, mitschüler hassen sich gegenseitig und der haubtteil der jugend benimmt sich als seien sie aus der steinzeit, in der es nur um fortpflanzung und macht innerhalb der gruppe ging und zeigen auch noch (entweder aus stolz oder dummheit) das es in ihren leben kaum andere wertvolle inhalte oder ziele gibt. und wenn andere merken das man selbst anders ist, so gerät einfach zu schnell selbst in die opferrolle hinein. und deswegen passt sich der grossteil der anfangs anderen persönlichkeiten auch an, sei es aus angst oder da es einfacher ist. diese menschen erheben sich über andere,fühlen sich besser weil sie andere fertig machen können und haben im endeffekt nichts im kopf. ist das leben so einfach geworden das sich niemand mehr daran errinnert das man sich seinen mitmenschen gegenüber auch anders veralten kann? ich weis nicht ob es nur an dieser stadt liegt (in anderen städten kommt es mir so vor als würde dort mehr gelächelt), abr überall wo ich hinkomme wird irgentwer von irgentwem fertiggermacht oder gehasst. Mfg.: t.i |
| oskadis | Willkommen in der Realität von Aggression und Instinkt. Glaub mir - das hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Die Frage ist nur wie weit verbreitet. Was du da siehst ist untrennbarer Bestandteil der Menschheit. Das ist es was übrigbleibt, wenn Bildung, Kultur und "Zivilisiertheit" zerbröckeln. Heutzutage ist der Verfall in dieser Hinsicht sehr sichtbar. Er ist ein schleichender Prozeß, der schon vor vielen Jahren begann. Bis es wieder "rumms" macht und alle wieder zusammenhalten müssen um die grundlegendsten Bedürfnisse decken zu können. Es geht uns allen einfach noch zu gut. Gruß ~Oskadis~ |
| Manley | der letzte thread, der sich explizit mit diesem thema befasst, ist von 2003 - daher lass ich ihn offen. ich könnte jetzt seitenweise über den verfall von althergebrachten, traditionellen werten schreiben... sicher hat es damit zu tun, dass die familienstruktur nicht mehr die gleich ist wie vor, sag ich mal, 50 jahren. auch in der gesellschaft im allgemeinen gilt eher ein "jeder ist sich selbst der nächste". natürlich kann man das nicht auf alle menschen verallgemeinern, es gibt genug in meinem persönlichen umfeld, auf die das nicht zutrifft. doch wenn ich meine umwelt so täglich betrachte... ich wünschte, ich hätte meine zitate aus meiner magisterarbeit zu einem ähnlichen thema grad hier in hannover... da ging es um die frage, warum "lord of the rings" immer noch so erfolgreich ist, ein buch, in dem ganz traditionelle werte hochgehalten und vermittelt werden... das hat eben viel mit dem verfall dieser traditionellen werte (familie, aufopferung, helfen, etc.) zu tun. und das ist auch kein lokales, sondern ein golbales problem und trifft ebenso auf beliebig viele länder außerhalb von diesem zu... außerdem denke ich, viel liegt auch an einem selbst. wenn ich meinen mitmenschen etwas entgegen komme, mache ich meist die erfahrung, dass die gar nicht so egoistisch / schlecht gelaunt sind wie ich dachte. versuch doch einfach mal, lächelnd bus zu fahren. du wirst sehen, dass dir die leute dann auch anders begegnen... |
| Deinos | [QUOTE][i]Original geschrieben von shattsu [/i] ist das leben so einfach geworden das sich niemand mehr daran errinnert das man sich seinen mitmenschen gegenüber auch anders veralten kann?[/QUOTE]Es war niemals wirklich besser als jetzt. Eigentlich war's meistens sogar schlimmer. Du solltest anders an die Sache rangehn. |
| Shapeshifter | Nun, der Verfall scheint auch mir sehr echt zu sein. Die Menschen kümmern sich alle nur um sich selbst, aber ohne wirklich liebevoll dabei zu sein. Letztlich verrennen sie sich zum großen Teil in kompensatorischem Gehabe, auf einer ewigen Suche nach dem Glück, ohne überhaupt zu ahnen, was das denn sein mag. Und so hauen sie sich alle gegenseitig in die Pfanne, auf dass es ja niemandem besser ginge, als einem selbst. Und nach außen immer strahlen... Narzissmus in Reinkultur, wenn ich es richtig deute. Resignierenderweise Shape |
| bvQL | Es gab durchaus schlechtere und bessere Zeiten. Menschen der Generation meiner Eltern gingen etwa aus, aber nicht mit dem Ziel, so viel wie möglich zu trinken. Machtspielchen, die im Eröffnungsbeitrag genannt werden, hat es immer gegeben, aber ein soziales Denken ist mit egoistischem Denken nicht prinzipiell im Widerspruch. Wer für den Nächsten Zeit - und Zeit hat einen viel bedeutenderen Stellenwert als Geld - hat, der bekommt diese zurück, und dieser soziale Gedanke ist im Aussterben. »Das hat es immer gegeben und wird es immer geben.« Selbstverständlich, und die Geschichte zeigt, daß sich die Lebensphilosophie mit jeder Generation wandelt, was nicht zwangsläufig durch Elend oder Wohlstand bedingt ist. Denn diese meine Generation wird zu Lebzeiten nicht umdenken. |
| Aza | Kampfsaufen gibt es seit 1000 Jahren. In der Generationen meiner und aller Eltern gab es auch genug Leute die ausgingen um sich zu betrinken und danach eine Schlägerei anzufangen.. Es ist schon immer so gewesen =) |
| Goat93 | Würde sogar sagen, uns geht es im Sozialen immer noch besser wie z.B vor 100 Jahren oder vor 150 Jahren... Inzest, Familientyranneien, Menschenhandel und Tod ist nich mehr so die Alltäglichkeit wie früher... Soziale Klassentrennung ist z.B auch nicht mehr so schlimm wie letztes Jahrhundert, allerdings baut dieses auch ab, weswegen man so gern von Werteverfall in der Heutigen Zeit redet... Frage wäre natürlich, was man an der Stelle machen kann. Ich hab das Gefühl umso mehr zu Toleranz und Gewaltlosigkeit angehalten wird, umso mehr Gewalt wird llangsam wieder ausgeübt. Gewalt wird wieder >in<... |
| Nachtelfchen | hm, da müsste nur geklärt werden, was denn diese so gepriesenen "traditionellen werte" sind... dieses herzitieren ebensolcher werte wird langsam zu einer leeren floskel, denn sind wir mal ehrlich, diese werte gibt und gab es nie in reinkultur. wir sollten aufhören, ständig etwas zu verlangen, was es angeblich früher gegeben hat und heute nicht mehr gibt. denn wenn man hinter die fassaden früherer gesellschaften schaut, dann sieht man ziemlich schnell, dass da werte ebenso wenig oder ebenso viel vorhanden waren wie heute. es gibt keinen zerfall, genauso wenig wie es fortschritt gibt, wenn, dann höchstens in einer pendelbewegung. und ehrlich gesagt, heute geht es uns gut und wir leben in einer gesellschaft, in der es jedem büger und auch jeder bürgerin! möglich ist, recht zu bekommen, recht zu verteidigen. wir haben eine relativ gute bildung und ausbildung für alle, was früher schlichtweg nie und nimmer der fall war, nicht mal im antiken rom. und nicht zuletzt: wir haben essen, trinken, frieden! die gewalttätigkeit befindet sich auf einem historisch tiefen niveau... das heisst nicht, dass wir keine missstände haben, aber diese missstände sind doch auf einem äusserst hohen niveau. |
| Shapeshifter | Zu den Gewalttätigkeiten... Mir scheint, dass diese lediglich den Schauplatz gewechselt haben. Heutzutage wird Gewalt eher auf geistiger, seelischer Ebene ausgetragen. Was nicht minder problematsich ist, meines Erachtens. Miss-Stände auf hohem Nievau... Wer bewertet da nun das Niveau? Was bitte ist besser, elitärer, wenn die Gewalt die Ebene gewechselt hat, aber noch immer den selben Motiven entspringt? Mmmh... |
| Nachtelfchen | da müsste man letztlich danach fragen, ob die gewaltätigkeit des menschen biologisch, also genetisch bedingt ist, oder kulturell... möglicherweise, norbert elias widersprechend, ist es so, dass gewalttätigkeit biologisch bedingt ist, die rahmenbedingungen kulturell... ja, wer bestimmt das niveau... ich hab eigenmächtig, mit meinen forschungen zu frühneuzeitlichen und mittelalterlichen gesellschaften im hinterkopf, das heutige niveau als ziemlich hoch angesehen... ist es verglichen mit eben genannten gesellschaften. und auch, vergleicht man die gesellschaften anderswo auf diesem planeten. |