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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Religiöse Eltern bekämpfen Schulpflicht
darkEMYRfolgendes war sinngemäß in unserer hiesigen tageszeitung zu lesen:

<<< zwei der jüngeren geschwister (3 und 5) wollen(!) ebenfalls unterricht zu hause erhalten,was der vater als positive folge wertet.>>>
(hab das mal gekürzt,aber der inhalt entspricht dem original)

besagter vater kämpft sich nun durch die gerichte.

was haltet ihr von diesem fall?
muss hier der staat einschreiten?
ist die schulpflicht ein eingriff in die freiheit und rechte von kindern und eltern oder soll sie gerade diese fördern?
BeowulfAlso ich finde es prinzipiell gesehen schon korrekt wenn einige Kinder zu Hause unterrichtet werden. Der Niedriglohnsektor boomt immerhin, und Schuhputzer, Toilettenreinungspersonal und ähnliche Berufszweige werden ja immer gebraucht.
Eltern können sich selbst ruhig auf Kosten der Kinder emanzipieren, wozu macht man sich sonst welche, wenn nicht um durch sie die eigenen Ideale zu leben?
IcyEntweder für niemanden oder für alle!
Aber ich sehe nicht ein, warum es für irgendwelche religiösen Eltern/Kindern eine Extrawurst gibt.

Die Kinder müssen auch lernen, selbst auf sich aufzupassen -> ab in die Schule!
darkmavkommt drauf an...

falls es sich um ein muslimisches Ehepaar handelt, würde ich sagen: Die dürfen das - man muß Rücksicht auf ihre Kultur nehmen blablabla...

falls es sich um ein christliches Ehepaar handelt, würde ich eher sagen: Sooo eine Unverschämtheit, das ist ja wie im Mittelalter, denen gehören die Kinder weggenommen... eigentlich sollten sie gleich vergast werden.

(man beachte die Ironie, und auch, daß partieller Ausschluß von muslimischen Kindern (beispielweise vom Schwimmunterricht) schon gang und gebe ist.)
CyberpaganOh Mann... naja, schlechte Bildung war schon immer der beste Nährboden großer Religionen...
WasserlilieSolche Menschen verstecken sich doch nur hinter ihrem Glauben. Oder glaubt ihr, alle Kinder von Geistlichen (Pastoren, etc.) würden zu Hause unterrichtet? Natürlich nicht. Das ist doch ein müder Vorwand für irregeleitete, radikale Einstellungen irgendwelcher "Gutbürger".
Und natürlich muss der Staat hier einschreiten, denn es herrscht nun mal Schulpflicht und zwar nicht als Bedrohung oder Strafe der Heranwachsenden sondern als Chance auf Bildung.
Wenn sie solche Angst um ihre Kinderchen haben, sollen sie sie doch auf eine Schule schicken, auf der ihrer Meinung nach noch nicht solche Mißstände herrschen. So entgeht den Kindern einiges an wichtigen (wenn auch vielleicht nicht immer schönen) sozialen Erfahrungen. Was sollen die denn als Erwachsene machen, wenn sie noch gar nichts von der (grausamen) Welt wissen?
Icy[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]kommt drauf an...

falls es sich um ein muslimisches Ehepaar handelt, würde ich sagen: Die dürfen das - man muß Rücksicht auf ihre Kultur nehmen blablabla...

falls es sich um ein christliches Ehepaar handelt, würde ich eher sagen: Sooo eine Unverschämtheit, das ist ja wie im Mittelalter, denen gehören die Kinder weggenommen... eigentlich sollten sie gleich vergast werden.

(man beachte die Ironie, und auch, daß partieller Ausschluß von muslimischen Kindern (beispielweise vom Schwimmunterricht) schon gang und gebe ist.) [/B][/QUOTE]
Wer sagt, das es nicht andersherum sein kann?

Extrawurst? [COLOR=red]Nein Danke![/COLOR] Die sollen sich gefälligst an unsere Kultur anpassen!
LaChatteWarum auch nicht? Schulpflicht muss ja nicht unbedingt heissen, dass die Schule in einer öffentlichen Schule stattfindet. Der Staat kann jährlich Prüfungen organisieren, und wenn die Kids die Prüfungen bestehen, sehe ich kein Problem.

Schliesslich war Privatunterricht in der Geschichte der Menschheit die häufigste Schulform - oder ist Rom vielleicht gerade darum untergegangen, weil es keine obligatorische öffentliche Schule gab? Diese These müsste mal genauer untersucht werden.;)
darkmavJo, [B]wenn[/B] die Kiddies die Prüfungen bestehen, sehe ich da kein Problem. Allerdings wird das dann für diese recht hart - sicherlich: Wenn man Lehrer als Eltern hat, dann mag das klappen, oder wenn man intelligent genug ist, und ein Autodidakt ist. Habe selbst in einigen Fächern (Mathe, Physik) auch aus Büchern "vorgelernt" - war effektiver, spannender und schneller. Die Schwänzerei vor allem in der Oberstufe kam bei den Lehrern nicht so gut an, aber: Who cares?!

Ganz aus der Schule fern zu bleiben halte ich aber auch für problematisch, weil die Kids dann u. U. "die Realität" aus den Augen verlieren könnten, was durch die entsprechenden Eltern noch verstärkt werden könnte. Schule ist ja nicht nur lernen, sondern heißt auch, sich in einem sozialen Gefüge einbetten zu können: d. h. nicht zu überheblich sein, aber auch sich nicht unterbuttern zu lassen. Das müßte die Kiddies entweder in ihrer Freizeit lernen, oder später in ihrem Berufsleben nachholen, was auch eine sehr harte Erfahrung sein kann.
LaChatte[QUOTE]Jo, wenn die Kiddies die Prüfungen bestehen, sehe ich da kein Problem. Allerdings wird das dann für diese recht hart [/QUOTE]

In den staatlichen Schulen ist es für viele genauso hart.

[QUOTE]Ganz aus der Schule fern zu bleiben halte ich aber auch für problematisch, weil die Kids dann u. U. "die Realität" aus den Augen verlieren könnten, was durch die entsprechenden Eltern noch verstärkt werden könnte. [/QUOTE]

Schulrealitäten sind nicht immer toll. Meine wars nicht. Was ich "gelernt" (und zum Glück wieder verlernt) habe: Menschen sind grausam, sie trampeln auf dir rum, niemand hilft dir. Na bravo - diese Sorte Stoff hätte ich tatsächlich lieber nicht gelernt.

[QUOTE]Schule ist ja nicht nur lernen, sondern heißt auch, sich in einem sozialen Gefüge einbetten zu können: d. h. nicht zu überheblich sein, aber auch sich nicht unterbuttern zu lassen. Das müßte die Kiddies entweder in ihrer Freizeit lernen, oder später in ihrem Berufsleben nachholen, was auch eine sehr harte Erfahrung sein kann.[/QUOTE]

Wenn sie denn sowas lernen. Ich habs beim Arbeiten gelernt... das war deutlich angenehmer als in der Schule.

So gut sind die staatlichen Schulen nun auch wieder nicht, Privatunterricht kann da in vielen Fällen tatsächlich eine sinnvolle Option sein.
KlarionSolange es um reine Theorie geht, mag es durchaus möglich sein, seine Kinder genauso gut, wenn nicht sogar besser als in der Schule zu unterrichten.
Doch sollte man eines nicht vergessen.
In der Schule wird, gerade in einem so jungen Alter, der Grundstein zum Umgang mit anderen Menschen gelegt, und es wäre nicht nur ungerecht, sondern sogar ein Verbrechen der Eltern, an den Kindern, ihnen diese Erfahrungen zu nehmen.
Alleine aus diesem Grund sollte der Staat an dieser Stelle einschreiten.
Abgesehen davon ist es heutzutage nun mal so, das es nicht von belang ist, was oder wieviel man gelernt hat, sondern was man [B]beweisen[/B] kann. Ich meine damit fehlende Abschlußzeugnisse etc.
Hinzu kommt noch, das sich diese Kinder über kurz oder lang, von anderen abgegrenzt fühlen werden, da sie von den anderen Kindern als [B]anders[/B] angesehen werden würden. Das Kann man schon beobachten, wenn Kinder, nach der Orientierungsstufe auf verschiedene Schulen gehen. Nicht wenige Freundschaften finden alleine dadurch schon ein Ende. Das ist nicht weiter schlimm, da in gleichem Maße neue geschlossen werden, aber was machen Kinder die alleine unterrichtet werden?
Fuck up EvilNa, wohin das führen kann haben wir doch alle bei diesen beiden Mädels gesehen :

[img]http://pub.tv2.no/multimedia/na/archive/00214/Prussian_Blue__tvil_214347m.jpg[/img]
darkEMYR[QUOTE][i]Original geschrieben von Icy [/i]
[B]Die sollen sich gefälligst an unsere Kultur anpassen! [/B][/QUOTE]

was heißt für dich anpassen???religion wechseln???eigene kultur verleugnen??ich weiß du meinst wahrscheinlich,sie sollen die hier gängigen sitten akzeptieren,was ich auch befürworte.aber bei dem wort ANPASSEN klingeln bei mir immer alarmglocken,das klingt so nach gleichschaltung.

und eine anmerkung noch:es handelt sich um ein christliches (bibeltreues) ehepaar!
LaChatte[QUOTE]In der Schule wird, gerade in einem so jungen Alter, der Grundstein zum Umgang mit anderen Menschen gelegt, und es wäre nicht nur ungerecht, sondern sogar ein Verbrechen der Eltern, an den Kindern, ihnen diese Erfahrungen zu nehmen.[/QUOTE]

Ach ja, es ist total ungerecht, den Kindern die Erfahrung zu nehmen, auf dem Schulhof bedroht zu werden, gemobbt zu werden, selbst zu mobben, zu schlagen, zu erpressen... man ist tatsächlich kein ganzer Mensch, wenn man dies nicht mindestens einmal, und am liebsten möglichst jung, erlebt hat. :rolleyes:

Man könnte ja meinen, die staatlichen Schulen seien der Himmel auf Erden...

[QUOTE]Abgesehen davon ist es heutzutage nun mal so, das es nicht von belang ist, was oder wieviel man gelernt hat, sondern was man beweisen kann. Ich meine damit fehlende Abschlußzeugnisse etc.[/QUOTE]

Dieser Mangel lässt sich durch eine staatliche Einrichtung, wie Prüfungen für Kinder, die zu Hause lernen, leicht beheben.

[QUOTE]Hinzu kommt noch, das sich diese Kinder über kurz oder lang, von anderen abgegrenzt fühlen werden, da sie von den anderen Kindern als anders angesehen werden würden. [/QUOTE]

Ich versichere dir, es ist sehr wohl möglich, auch innerhalb der staatlichen Schule als anders angesehen zu werden.

[QUOTE]Na, wohin das führen kann haben wir doch alle bei diesen beiden Mädels gesehen :[/QUOTE]

Richtig, und die staatlichen Schulen sind eine absolute Garantie gegen Nazismus und Antisemitismus... wenns doch nur so schön wär...
Beowulf[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
Man könnte ja meinen, die staatlichen Schulen seien der Himmel auf Erden...[/QUOTE]
Man könnte ja meinen die staatliche Schulen seien die Hölle auf Erden.
[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
Dieser Mangel lässt sich durch eine staatliche Einrichtung, wie Prüfungen für Kinder, die zu Hause lernen, leicht beheben.[/QUOTE]
Und wenn den Eltern diese Prüfungen egal sind, haben die Kinder eben Pech gehabt.

Traurig dass man trotz Schulbildung im 21 Jahrundert gegen eine Schulpflicht sein kann. Als nächstes wird wohl die Einführung der Kinderarbeit propagiert.
roddyIch weiss von keiner Möglichkeit einen Realschulabschluss oder das Abitur zu Hause zu machen, wenn man vorher nicht zur Schule gegangen ist. Alleine deshalb handeln die Eltern schlichtweg dumm. Für die Kinder hoffe ich, dass sie zumindest ausserschulische Aktivitäten (Sportverein, sonstwas) gestattet bekommen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es sonderlich schön ist, (komplett) isoliert aufzuwachsen. Natürlich ist an staatlichen Schulen nicht alles in allerbester Ordnung, aber deshalb aus der Schulpflicht ein freiwilliges Schulrecht zu machen, halte ich für ziemlich übertrieben.
Gr. Gaulichterich kann die eltern durchaus in dem punkt verstehen, dass sie versuchen, für ihre kinder eine bessere bildung zu bekommen, als die staatlichen einrichtungen es tun. merkwürdigerweise wollen ja immer mehr eltern ihre kinder auf privatschulen schicken - woran liegt das eurer meinung nach? haben die zu viel geld? oder hören sie vielleicht ab und an auch mal zu, wenn "das Handwerk" mal wieder bemängelt, dass viele schulabgänger noch nicht mal richtig lesen und schreiben können? wenn ich mir angucke, was dieserorts das abitur an staatlichen schulen ist, kann ich nur mit der stirn runzeln.

[QUOTE]was haltet ihr von diesem fall?
muss hier der staat einschreiten?
ist die schulpflicht ein eingriff in die freiheit und rechte von kindern und eltern oder soll sie gerade diese fördern?[/QUOTE]

dieser und einige andere fälle geistern seit monaten durch die presse (ich erinner an die stark gläubigen christen, die für ihre tat in den knast gehen sollten). der staat muss einschreiten - ganz einfach weil er es sich auf die fahnen geschrieben hat. zur dritten frage: kinder haben ein recht auf bildung, soweit ich es noch weiß. der staat möchte dafür sorgen, dass sie sie auch bekommen; und zwar jeder zu gleichen maßen. darum wurde die schulpflicht eingeführt. sie scheint allerdings zu besagen, dass "schule" eine institution ist und keine "tat". mit der schulpflicht, also dem besuch einer institution, möchte der staat vermeiden, dass das, was unterrichtet wird, womöglich schlechte qualität hat. und hier liegt das problem: nämlich dass nicht nur eltern, sondern auch studien jetzt dem staate selbst belegen, dass sein unterricht schlecht ist. -> interessenkonflikt.


merkwürdig ist folgende aussage: die schulpflicht ist ein recht der kinder.


@Beowulf
dein sarkasmus in allen ehren (na wenigstens kann noch einer DARÜBER lachen), aber kann es nicht vielleicht sein, dass hier eher eine wechselwirkung zwischen wirtschaft und staat dafür verantwortlich ist (mit verweis auf die qualität der staatlichen schulbildung)?

@Icy
"Die Kinder müssen auch lernen, selbst auf sich aufzupassen -> ab in die Schule!" - auf sich selbst aufpassen lernt man in der schule? ist es vielleicht sinnvoller, aufeinander aufzupassen, wie es z.b. in großen familienclans gut funktioniert?

@darkmav
jüngst gab es zum fall "schwimmunterrichtsausnahme" ein urteil (wohlgemerkt: natürlich "des staates"), dass eine ausnahme für unzulässig erklärte und auch eine trennung in jungen- und mädchenkurse nicht für machbar erachtete. der schwimmunterricht gehöre zum lehrplan, der durch die schulpflicht abgearbeitet wird.

@Cyberpagan
man stellt ja in letzter zeit immer häufiger fest, dass die menschen sich mehr und mehr zu religionen orientieren, ganz unabhängig von der wahl des Ratzinger.

@Wasserlilie
ich denke nicht, dass sie sich verstecken, gerade wo auch die qualität des unterrichts kritikpunkt ist. PISA und PITA waren meines wissens noch keine christlichen studien ;)

@Icy
"Extrawurst? Nein Danke! Die sollen sich gefälligst an unsere Kultur anpassen!" - na prima! diesen satz hören wir ja immer wieder, vor allem aus dem rechts-konservativen und rechten flügel. kultur meint: identität. wenn kultur beschnitten wird da, wo ihre ausübung andere menschen nicht beeinträchtigt, dann ist das ein eingriff in die grundrechte eines bürgers. und den beweis, dass die kinder durch den christlichen glauben ihrer eltern eingeschränkt werden, WEIL sie sie zu hause unterrichten, der muss noch erbracht werden.

@LaChatte
jo. ;) der staat fordern ein level an wissen. wie dieses erlangt wird, sollte möglichst keine große rolle spielen. wenn der schüler zu hause in zwei jahren vielleicht lernt, was andere staatlichen schulen in fünf jahren lernen, dann ist das ok. problematisch wird es, wenn der schüler zu hause länger braucht. denn darin wird eine benachteiligung gesehen ein ein fehlurteil der eltern. davor möchte der staat bewahren.

@darknav
betreffs deiner andeutungen der sozialen kompetenzen von privaten schulen und LaChattes gegendarstellung: erlebt man es nicht immer häufiger, dass die schüler sich selbst überlassen werden, weil die lehrer keine handhabe bekommen? das soziale gefüge, das du erwähnst, schafft sich selbst. fraglich bleibt, ob es eines ist, was dem staate gefällt. was dort im kleinen gegen die überzeugung des staates stattfindet, das kann "im wahren leben" dann doch nicht auf einmal gut sein.

@Klarion
das trifft vielleicht auf ganztagesschulen zu, die sich im großen stil aber noch nicht etabliert haben. es ist aber wurst, ob ein kind nun am nachmittag von zu hause kommt und sich mit anderen trifft, oder ob es den weg von der schule aus antritt. soll heißen: schule ist nicht der gesamte tagesinhalt eines kindes. na zum glück :D


gg.grüße
Gr. Gaulichter@roddy
sie machen kein freiwilliges schulrecht daraus, weil sie ihre kinder unterrichten. die kinder haben keine wahl, ob sie unterrichtet werden wollen.

vielleicht ist "schulpflicht" nicht korrekt und es müsste "unterrichtspflicht" lauten.

@Celtvis
oh, danke für die information. das ist für die diskussion natürlich das killerargument ;) , wenn man es nur darauf reduziert. ich will damit natürlich nicht bestreiten, dass diese kinder womöglich in ihrer auswahl des zukünftigen weges arg beschränkt sind. gutheißen kann ich das auch nicht. bleibt jedoch der theoretische aspekt: woher wissen wir, dass es gut ist, dass man jeden beruf lernen kann? warum soll man das können, wenn man sich auch mit kleinen sachen zufrieden gibt? entsteht in der lebensqualität dadurch ein nachteil? ein (ja, ein bisschen an den haaren herbeigezogenes) beispiel: ist ein junger erwachsener, der in einem südamerikanischen stamm aufwächst, weniger glücklich damit, dass er sich durch fischfang versorgt, als ein junger erwachsener hierzulande, der im großraumbüro am rechner sitzt? mir ist klar, auf was du hinaus willst: die freie wahl der zukunft. das problem ist, dass kinder noch nicht soweit sind, frei zu wählen, und das nächste problem ist, dass die wahl des weges für die kinder niemals richtig frei sein kann, sondern durch die gesellschaftliche entwicklung des wählenden bestimmt ist. jedoch: ist ein weg denn schlechter als der andere, wenn sie beide nur zum ziel haben, des es dem kind gut geht? wer kann bei seiner wahl schon ermessen, was in der zukunft liegt...

gg.grüße
BeowulfUnd wer überprüft ob sie tatsächlich unterrichtet werden? Wenn sie tagelang nicht zur Schule gehen brauchen sie ein Atest. Wenn sie Monatelang daheim nur beigebracht bekommen, dass die Erde eine Scheibe und Schwulsein eine Sünde ist, merkt dass der Staat erst dann, wenn sie bei einem staatlichen Test offiziell zu blöd sind um eine Arbeitsstelle zu bekommen.
Gr. Gaulichter@Beowulf
ist dir arbeit das höchste zu erreichende gut? mir ist es wurscht, was ein mensch denkt und weiß, sofern er damit andere nicht einschränkt.

gg.grüße

p.s.: ah mist, schon so spät. muss arbeiten gehen...
BeowulfTolles Argument. Lassen wir uns doch eine Generation arbeitslose, religiös oder politisch indoktrinierter Kinder großziehen. Nazi Eltern bringen ihnen bei wo man Schwarzen besonders gut hinschlagen kann, christliche Fundamentalisten lehren dass die Erde eine Scheibe und das Scheidungskinder minderwertige Menschen sind, und eine gewisse Sorte (!) arbeitsloser Eltern zeigen den Kindern wie man am Besten verwahrlost. Ist ja alles irgendwie eine Form von Bildung.
Mit 18 ist dann ihr großer Tag: Ein staatlicher Test bescheinigt ihnen dass sie wohl meistens weder lesen noch schreiben können.
Und wer braucht schon Arbeit, oder die Chance auf Bildung und Selbstverwirklichung um glücklich zu sein?
darkEMYRjetzt beriefen sie sich nicht nur auf unchristliche werte,sondern auch auf qualität und gewalt an schulen,etc.
zum thema privatschulen:
das viele ihre kinder auf privatschulen schicken,liegt wohl daran,dass sie die bildung dort für erfolgreicher halten.die klassennsind kleiner als an staatl.schulen,und probleme mit vorsichtig ausgedrückt "schwierigen" kindern sind dort wohl auch eher ein minimum
darkmavIn meinem Post sagte ich nichts von "Privatschulen", sondern von Unterrichten durch Eltern bzw. sich etwas autodidaktisch beizubringen.

Ich halte es für sinnvoll, eine "Teilweise-Schulpflicht" beizubehalten, aber nicht einen mordsmäßigen Stundenplan (40 Stunden pro Woche) aufzustellen, in der Hoffnung die Kinderchen somit den ganzen Tag in der Obhut der Schule behalten zu können. Ich habe viel effektiver gelernt, in dem ich mir selbst die Bücher durchgelesen hatte, und selbst die Aufgaben gerechnet hatte. Natürlich ist das nicht in allen Fächern möglich, zBsp. ist es schwierig, mit sich selbst zu diskutieren (aber wozu gibt es Internet-Foren? ;)). Ich glaube bei meiner Schwänzerei haben die Lehrer auch stets ein Auge zugedrückt, weil sie ja wußten, daß ich den Stoff parat habe - vielleicht war es ihnen sogar recht, einen Besserwisser weniger in der Klasse zu haben ;)

Allerdings sehe ich gerade in dem Fall des Originalposts ein Problem. Mir scheinen die Eltern etwas christlich verblendet zu sein, um es mal milde auszudrücken. Das Herunternehmen von Kindern von einer christlichen Privatschule (!), nur weil diese dort Scheidungskindern begegnen könnten, halte ich für arg realitätsfern, und ist in meinen Augen nicht tolerierbar. Ich bin durchaus der Meinung, daß sich das Jugendamt dem Fall annehmen sollte. Kann da nur sagen: Die armen Kinder!

@ darkEMYR

Das Problem bei Privatschulen ist in meinen Augen die - wie auch immer geartete - soziale Selektion. Wenn man es nur mit reichen Schnöseln zu tun hat, dann hat man später im Leben ein Problem, genauso wie, wenn man es nur mit Superchristen zu tun hat, oder mit Islamisten. Einige meiner Freunde waren auf so einem katholischen "Eliteinternat" (als Externe). Sie litten während der Schulzeit (und vielleicht auch noch später) an Minderwertigkeitskomplexen, weil die meisten ihrer Mitschüler das Geld nur so nachgeworfen bekamen.
BeowulfWorauf SIE sich beriefen ist bei der prinzipielle Frage vollkommen egal.
Warum es so großen zulauf bei Privatschulen gibt, hat eine ganz einfache Ursache, und die nennt sich Zweiklassen Gesellschaft.
Kinder werden nicht durch das Schulsystem gewaltätig, sondern in erster Linie durch das Versagen im Elternhaus. Das Elternhaus ist die Hauptursache für asoziale Schüler, da dort die primär Sozialisation stattfindet. Dabei ist es leider so, dass Eltern aus ärmeren Milleus häufiger damit Probleme haben ihre Kinder zu erziehen.
Diese Kinder die dann nie oder unzureichend adäquat sozialisiert wurden, werden dann zur Schule geschickt, wo sie sich erstmal ebenso verhalten wie auch daheim.
Und der Problematik will man damit begegnen, in dem man den Unterricht ganz diesen Eltern überlässt? Wenn Eltern mit schulischer Unterstützung schon mit ihren Kindern überfordert sind, warum sollte sich das ändern wenn sie plötzlich ganz auf sich allein gestellt sind?
Eine Freistellung vom Pflichtunterricht würde hauptsächlich die Ärmsten treffen. Kinder wohlhabender Eltern werden auf teure Privatschulen geschickt, wo sie eine bessere Bildung und bessere Berufschancen erwarten. Kinder ärmerer Eltern, die selbst nie eine besondere Bildung genossen haben, werden ihre Kinder daheim verwahrlosen lassen. Und in diese Gruppe fallen dann noch Kinder von fundamentalistischen Eltern, die ihre Kinder aus ideologischen Gründen nicht zur Schule schicken.
Und fertig ist das perfekte zwei Klassensystem, in dem Kinder die nie zur Schule gingen überhaupt keine Chance auf ein Studium oder einen guten Job haben. Eine Gesellschaft mit hoher Arbeitslosenquote und geringer Bildung ist nebenbei erwähnt auch unter Garantie gewaltätiger.
darkEMYR@darkmav
die privatschulen erwähnte gr.gaulichter,darauf nahm ich bezug.ansonsten geb ich dir recht.das ist wirklich krass verblendet.
@beowulf
auch dir gebe ich vollkommen recht.es passiert schon heute viel zu oft,dass eltern die erziehung ihrer kinder scheinbar in die hände des staates legen wollen.(in der ddr hat das ja geklappt:D )
wenn dann irgendwas schief läuft,liegt die schuld/verantwortung natürlich beim lehrer.wobei gerade beim thema gewalt an schulen eine lösung schon sehr nötig wäre.wenn du bedenkst dass in solchen klassen ja auch mal stille,"schwächere" schüler sitzen,die sich 0,00% wehren können...das ist die hölle für solche kids.mit dem befreiung von der schulpflicht löst man das natürlich nicht ansatzweise,die kinder würden ja draußen (wenn sie mal "auf die straße" müssen) dennoch mit gewalt konfrontiert.
Fuck up Evil[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]...Richtig, und die staatlichen Schulen sind eine absolute Garantie gegen Nazismus und Antisemitismus... wenns doch nur so schön wär... [/B][/QUOTE]

Habe ich das geschrieben ?!!?!? :eek:

@ LaChatte
bitte folgende Reihenfolge in Zukunft unbedingt beachten :

erst lesen, dann denken, dann schreiben !!!
darkEMYRwer sind die zwei auf dem bild eigentlich???ich hoffe ich oute jetzt nicht eine zu krasse bildungslücke:p
JulyaPrussian Blue (Wikipedia)----> [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Prussian_Blue_(Duo)[/url]


Prussian Blue (Official Web Site) -----> [url]http://www.prussianblue.net/[/url]
Fuck up Evil[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
[B]wer sind die zwei auf dem bild eigentlich???ich hoffe ich oute jetzt nicht eine zu krasse bildungslücke:p [/B][/QUOTE]

Die 2 habe ich mal als Extrembeispiel aufgeführt, um zu zeigen, was passieren kann, wenn Eltern die Bildung alleine in die Hand nehmen.
Die 2 Mädchen können einem nur leid tun und wenn hier jemand für eine solche Bildung ( ohne Schule) einsteht, der sollte sich über die 2 informieren.
Dark ReligionSeid gegrüsst,

Zirkuskinder,Schaustellerkinder haben alle privat Unterricht bei Lehrern die sich dadurch etwas Geld nebenbei verdienen. Wenn der Vater Lehrer ist sehe ich da gar kein Problem was den Schulstoff angeht. Und ob die Kinder in der Freizeit mit Freunden zusammen sind(wegen dem Sozialverhalten) , wird oben nicht erwähnt.
CyberpaganJoa.. wenn der Vater ein Fachleher für ALLE im Lehrplan vorhandenen Fächer ist, mag das angehen. ;)

ABER: wie "sozialkompetent" werden diese Kinder, die praktisch unter einer Glasglocke aufwachsen? Was außer Xenophobie und religiöser Verblendung (Verblödung?) kann dabei entstehen?
Dark ReligionSei gegrüsst,

Fachlehrer wozu ? Er muss wissen wie man Kinder Fachgerecht Unterrichtet. Ansonsten gibt es für jedes Pflichtfach für jedes Schuljahr einen Lehrplan.
Daran muss er sich halten und sich auf jedes Unterichtsfach dementsprechend vorbereiten. Ich habe an meiner ersten weiterführenden Schule nur drei Lehrer für alle Fächer gehabt.

Und das hatte wohl eher Arbeitszeitgründe. Sonst währen es nur einer oder zwei gewesen.
ApexIch für meinen Teil halte die Schulpflicht für eine sehr wichtige Einrichtung des Staates zum wohle der Kinder als auch zum Schutz der Staatsordnung. Das Bildungsmonopol der Länder, welche die Lehrpläne festsetzen und deren Umsetzung überwachen, in Kombination mit verbeamteten Lehrkräften, ist ein relativ sicherer Garant dafür, dass Kinder im Sinne der freiheitlich, demokratischen Grundordnung erzogen werden. Dies ist bei Privatunterricht definitiv nicht gegeben. Und um zu verhindern, dass zukünftig Menschen rumrennen welche behaupten, der Holocaust sei nur ein Märchen, weil ihnen ihre Eltern eine ersponnene Weltsicht aufgedrückt haben denke ich die Schulpflicht sollte in diese Form definitiv bestehen bleiben.
Ein anderer Punkt ist der Schutz der Kinder vor Misshandlungen etc. Es fällt bei schulpflichtigen Kindern eben auf wenn sie länger fehlen oder, im Sportunterricht zum Beispiel, sie Spuren von Misshandlungen aufweisen. Diese Kontrollfunktion ist, denke ich, nicht zu unterschätzen.
Außerdem halte ich den Heimunterricht für einen Schlag ins Gesicht eines jeden Lehrers, welcher jahrelang studieren musste um das Lehramt zu erreichen. Ich für meinen Teil würde mich auf jeden Fall gedemütigt fühlen, wenn ein Laie auf einmal denselben Job, genauso gut oder sogar noch besser können soll als ich.
Gr. Gaulichternur mal, um her fehlannahmen entgegenzuwirken: ich bin nicht verfechter gegen eine schulpflicht. ich stelle lediglich die momentane wirksamkeit dieser institution in frage mit den beobachtungen, die man machen kann. ich sage nicht, privatschulen seien besser, sondern sie werden als erfolgversprechender arbeitend gewertet. aus eigener erfahrung mit großen und kleinen klassen kann ich mindestens aber bestätigen, dass das modell der kleinen klasse, dass eben auch an privatschulen angewandt wird, erfolgreicher ist. ich habe dort wesentlich besser gelernt und war unter den mitschülern UND lehrern nicht einer derartigen beliebigkeit ausgesetzt, wie es in der großen klasse der fall war (es waren beides staatliche schulen, das nur mal zur sicherheit). dieses und noch ander probleme staatlicher schulen erwähnte ich weiter oben. es ist doch wohl das gute recht der eltern, sich gegen eine verblödungs-schulpolitik zur wehr zu setzen und zu fordern, dass wenn der staat eine schulpflicht hat, er auch dafür sorge tragen muss, dass schulen nicht sinnlose verwahranstalten sind, sondern institutionen, in den die kinder lernen und fähigkeiten ausprägen können. und nicht, dass eben nach der 10. klasse die schüler erst einmal aufbaukurse benötigen, um überhaupt die grundanforderungen an einen stinknormalen ausbildungsplatz zu erfüllen. wer ernsthaft dafür steht, dass arbeit ein wichtiges zu erreichendes gut ist, der muss auch ernsthaft dafür stehen, dass er bzw. seine kinder dafür so gut es möglich ist gerüstet sind.

@Beowulf
bleib mal locker :) . wenn es so weitergeht, dann wird eh nicht mehr genug arbeit für alle verfügbar sein. auch nicht für deine kloputzer. es bleibt auch jetzt noch die frage, wofür mit einem durchaus schon antiquierten lehrprogramm lehren, wenn das, was dabei dann rauskommt, in absehbarer zeit unbrauchbar sein wird, weil es automatisiert angewendet wird und man eben nicht 80 mio. wissenschaftler braucht. auf die übertreibungen geh' ich jetzt mal lieber nicht ein...

gg.grüße
BeowulfDas waren keine Übertreibungen. Ich bin der Ansicht, dass es genauso von statten gehen wird.
Dass das Schulsystem ausschließlich Wissenschaftler produziert, ist indess eine Übertreibung. Außerdem ist die Realität heute so, dass Menschen mit schlechter Schulbildung auch geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Was eigentlich nichts Neues sein sollte. Vielleicht wird man in 50 Jahren ein Diplom fürs Kloputzen brauchen. Nur werden jene Kinder dann auch keine Chance haben auf ein Kloputz-Diplom haben.
LaChatte@Zweiklassensystem

das wird durch das gegebene Schulsystem zementiert. Heute ist es so, dass man bei einem Dreijährigen ziemlich genau vorhersagen kann, ob er jemals eine Uni besuchen wird - wenn man die Bücher im elterlichen Haushalt zählt. Je mehr Bücher die Eltern haben (und auch lesen), desto höher die Chance auf eine akademische Ausbildung und einen entsprechenden, gut bezahlten Beruf.

Wenn man etwas gegen das Zweiklassensystem tun will, so müsste man staatlicherseits die Kinder früher abholen - nämlich während jener Zeit, wenn sie etwa drei oder vier sind, und in der die Freude am Lernen für den Rest des Lebens geprägt wird. Kinder, die sich während der kritischen Phase in einer anregenden Umgebung befinden, werden ihr Leben lang gerne lernen; Kinder, die in dieser Zeit keine intellektuelle, künstlerische oder musikalische Stimulation erhalten, werden nie Freude daran kriegen.

Ob sie dann später Privatunterricht erhalten oder staatlichen Unterricht, spielt da viel weniger eine Rolle.
Kampfsau[QUOTE]Fachlehrer wozu ? Er muss wissen wie man Kinder Fachgerecht Unterrichtet. Ansonsten gibt es für jedes Pflichtfach für jedes Schuljahr einen Lehrplan. Daran muss er sich halten und sich auf jedes Unterichtsfach dementsprechend vorbereiten. Ich habe an meiner ersten weiterführenden Schule nur drei Lehrer für alle Fächer gehabt.

Und das hatte wohl eher Arbeitszeitgründe. Sonst währen es nur einer oder zwei gewesen.[/QUOTE]

Das mag bis zu einem gewissem Grade gehen aber Fachlehrer haben halt die Lehrplanübergreifende Fachkompetenz.

Mein Leistungskurslehrer hat Physik und Mathematik studiert.
Eine Englisch/Kunst Lehrerin z.B. könnte das nicht,allein schon weil ihr wahrscheinlich viele Schüler überlegen wären,weiterführende Fragen könnte sie nicht beantworten.

manchmal,in guten Semestern ,arbeitet man auch ein wenig vor.
Aber die Schüler sind dann auch schon irgendwie autodidaktisch veranlagt.

Mein Deutschlehrer ist z.B. genial,ich hatte ihn auch in Geschichte,ich hatte noch nie einen besseren Lehrer in dem Fach,der weiß einfach bescheid.Der macht mir Fächer schmackhaft,die mir bei anderen Lehrern nicht gefallen hätten oder auf die ich nicht gekommen wäre.

Aber ich glaube schon,dass man autodidaktisch und mit Privatlehrern sehr gut lernen kann.Dafür braucht man dann aber auch die richtigen Lehrer.Ich kann mir auch vorstellen,dass die Spezialisierung sehr gut ist,dafür halt das Fächerumfassende Wissen unter Umständen leidet.

Aber die Kinder sollten zuhause wirklich etwas lernen und nicht abgeschottet werden.Die Eltern könnten ihren Kindern etwas antun,aus dem sie aus eigener Kraft nicht raus können.
MontroseDas ist gut, was LaChatte schreibt.

Ob die Frühförderung was bringt, ist eine andere Frage. Denn Kindergärtner, Pädagogen und Grundschullehrer kommen ja meist selbst aus einem Unterschichtmilieu. Das sind Unterfurzis, randständige outcasts, soziale Fließbandarbeiter. Wer von oben kommt, ergreift andere Berufe. Abgesehen davon, im Erwachsenenleben spielt Bildung dann sowieso keine Rolle mehr, sondern nur noch die richtigen Verkaufsstrategien, die entsprechenden Beziehungen, die Bluffer-Tricks (die man niemals in einer Schule lernt .... es gibt ein paar wirklich sehr zentrale Dinge, die Firmenchef seinem Sohn beibringen kann ... die ein Lehrer aber schlichtweg nicht kennt, weil in seinem verbeamteten Leben die entscheidenden Faktoren der Karriere gar nicht vorkommen).

Und last but not least: intelligente Menschen sind so unnötig wie ein Pickel am Arsch. Soweit ich die Lage beobachte, sucht die Industrie Menschen, die sie ein paar Jahre ausbeuten und dann im Mülleimer der Frühverrentung oder Arbeitslosigkeit entsorgen kann. Daß in Deutschland so falsch (an der falschen Stelle zu viel, an anderer Stelle zu wenig) investiert wird, ist kein Versehen, sondern es hat Methode. Im gesellschaftspolitischen Rahmen ist Bildung oft nur Propaganda- und Steuerungsmittel.

Erinnert Ihr Euch an die "Kinder statt Inder"-Aktion der CDU. Die CDU ärgerte sich drüber, daß wir ausländische Programmierer einstellten anstatt die Ausbildung deutscher Programmierer zu forcieren. Ich fand das damals sehr bemerkenswert und verdächtig, daß Schröder keine deutsche Bildungskampagne startete. Schröder wußte, daß man all die herbeibeschworenen Programmierer auf Dauer gar nicht brauchte. Genauso wie man in allen anderen Bereichen so viele Gebildete eigentlich gar nicht braucht.

Wenn man meine Hypothese des Wegwerfmenschen ernst nimmt, dann würde dies bedeuten, daß es wieder einmal nicht um irgendwelche handwerklichen Fragen, sondern um Werte geht. Nicht Bildung ist das Problem, sondern welches Ziel Bildung verfolgen soll.
MontroseIch stell mir vor, so ein Manager oder Deutsche Bank-Fuzzi etc., DIE müßten mal vor einer Klasse Siebenjähriger Rede und Antwort stehen.

Kinder sind nicht so leicht zu beeindrucken, und stellen deshalb die richtigen Fragen. So ein Bonze würde wahrscheinlich ganz schön dumm ausschauen, wenn er erklären müßte, wofür seine Sache gut ist.

Und der Manager würde, wenn er all die Kinder sieht, mal ins Grübeln kommen.


Das fände ich eine bessere Form von Schule: wenn statt Lehrer ganz normale Leute hin und wieder den Unterricht übernehmen müßten. Da hätten beide Seiten was davon. Die "Lehrer", weil ihnen das Ziel ihrer Arbeit gezeigt wird. Und die Schüler, weil sie neben der Privatlogik irgendwelcher Lehrer mal größere, lebensnähere und damit wichtigere Zusammenhänge erfahren würden.

In der PISA-Studie schnitten die Schüler ja vor allem in Text-Aufgaben schlecht ab. Das zeigt doch, daß unsere Pädagogen keinen Zusammenhang zwischen Lehrstoff und Alltag herstellen können. Denn die Anforderungen des Alltags sind üblicherweise "Textaufgaben". Niemand käme im Alltag z.B. auf die Idee, etwas zusammenzurechnen, was nicht in irgendeinem sinnhaften Kontext steht.
Gr. Gaulichter...ja, wenn die siebenjährigen überhaupt fragen formulieren können :D

und dann noch frische [URL=http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,400655,00.html]Spiegel-polemik[/URL] oder so... weil die ja alle keine ahnung haben... oder so.

gg.grüße
Fuck up EvilEs ist wirklich traurig, wenn Leute die Klappe aufreissen, die von Erziehung und Lehramt nicht den Hauch von Ahnung haben . . .

@Montrose
Ja, Du darfst Dich angesprochen fühlen.
behalte Deinen Schwachfug demnächst bitte für Dich, der ein oder andere könnte es noch ernst nehmen.
DarketIch würde doch an dieser Stelle um einen etwas gemäßigteren Ton bitten.
Pseudo-Gruftiiihey, fair bleiben, ja?:rolleyes:
Fuck up Evil@Darket
tut mir leid, konnte aber nicht anders.
werde zumindest in diesem Thread nichts mehr schreiben, da ich befürchte, dass es noch wütender werden könnte und das muss ja nicht sein.
Darket[QUOTE]hey, fair bleiben, ja?[/QUOTE]
Ging das in meine Richtung? Wenn ja würde ich mich über nähere Erläuterung (PN wär besser) freuen.
Montrose[QUOTE]Es ist wirklich traurig, wenn Leute die Klappe aufreissen, die von Erziehung und Lehramt nicht den Hauch von Ahnung haben . . .[/QUOTE]

Von Erziehung muß kein Mensch eine Ahnung haben. Die Sache ist ganz einfach: da kommt ein Kind, und die Eltern müssen sich was einfallen lassen.

Und das war und ist dann eine der letzten großen Freiheiten in der Gesellschaft: eine eigene Familie mit eigenen Spielregeln und Werten. Und jeder dort ist Kaiser, ist ganz besonders wichtig.


Daß mich das Lehramt nicht besonders interessiert, hab ich glaub schon deutlich genug gesagt. An meine Lehrer habe ich sogar gute Erinnerungen. Es ist mir nur nach dem Abitur aufgefallen, daß ich die Angelegenheit Schule wohl zu ernst genommen habe, weil das Leben nach anderen Spielregeln funktioniert.

Ich möchte auch gar nicht in das Horn "dumme Lehrer" stoßen, weil ich zugeben muß, daß ein Lehrer wie auch andere Pädagogen hilflos zusehen müssen, wie gesellschaftliche Entwicklungen wie hoher Ausländerteil oder zerbrochene Familie ihre Bemühungen einfach wegspülen. Oder wenn ein Lehrer jemanden hervorragend ausbildete, aber demjenigen kein Arbeitsplatz angeboten wird.

Deshalb glaube ich auch, daß man gar nicht an der Bildung ansetzen muß, sondern an ganz anderen Institutionen. Den Gesetzen zum Beispiel.
Nix[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
[B]
Ein streng gläubiges ehepaar will seine kinder nicht zur schule schicken ... die eltern befürchten für die kinder einen schlechten einfluss und kritisieren die unterrichts-qualität(sie begründen dies u.a. mit der PISA-studie und zunehmender Gewalt in schulen).
zwei der jüngeren geschwister (3 und 5) wollen(!) ebenfalls unterricht zu hause erhalten,was der vater als positive folge wertet.
[/B][/QUOTE]

Durchaus verständlich. Es ist fraglich, ob die Kinder in der Schule heutzutage mehr lernen, als z.B. zu Hause. Warum nicht?
Nicht nur strenggläubige Menschen könnten auf eine derartige Lösung verfallen. Ich würde meine Kinder auch nicht in eine Schule schicken, in der in den Pausen Deutsch Fremdsprache ist.
Nix[QUOTE][i]Original geschrieben von Celtvis [/i]
[B]Hellseher sind wir alle nicht ... [/B][/QUOTE]

Lustig, dass das erwähnt wird. Einer meiner Bekannten ist Fallmanager bei der Arbeitsagentur. "Hellseher" ist dort eine vermittlungsfähige Tätigkeit. Kein Scherz. Ob dafür ein Schulabschluss Voraussetzung ist - und welcher - weiß ich jedoch nicht.
darkEMYR[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B] Kein Scherz. [/B][/QUOTE]
hä??:D :D :D :D

[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B]Ich würde meine Kinder auch nicht in eine Schule schicken, in der in den Pausen Deutsch Fremdsprache ist.[/B][/QUOTE]
das ist aber auch eine frage wie die kinder damit umgehen können.lernen sie ein multikulturelles umfeld von vornherein kennen,stellt das weniger ein problem dar als wenn die bis dahin weltfremd erzogen wurden und dann mit der harten realität deutscher straßen(schulhöfe?)konfrontiert werden!
Gr. Gaulichterdas thema "klamotten an schulen" wurde hier im forum auch schon öfter diskutiert und als einen der gründe für die desolate soziale lage der schulen herangezogen. der Spiegel gibt dem ganzen heute mal wieder [URL=http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,400293,00.html]futter[/URL].

gg.grüße
Nix[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
[B]hä??:D :D :D :D
[/B][/QUOTE]

Ich wusste nicht, dass Du offenbar Hellseher bist, wie ich aus Deiner Äußerung zu entnehmen wage. Falls nicht, versuche einfach, in ganzen Sätzen zu diskutieren, hm?
:rolleyes:

Auf Deine Entgegnung hin: es sollte schon noch die Möglichkeit bestehen, dass die Kinder in deutschen Schulen auch die deutsche Sprache erlernen. Die Beherrschung verschiedener kurdischer oder albanischer Dialekte wird auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eher selten gewünscht. Sonst kommt dann soetwas heraus:

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
[B]hä??:D :D :D :D
[/B][/QUOTE]

Weil es so bezeichnend war. :rolleyes:

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