| Wind | Es ist ja allgemein bekannt, dass es eine Bevölkerungspyramide in dem Sinne nicht mehr gibt, heute. Vielmehr ist es ja so, dass die Alten immer länger leben, es immer mehr Alte gibt und immer weniger Kinder. Nun hatte ich neulich eine Diskussion darüber. Ich persönlich bin eigentlich der Ansicht, dass die Entwicklung, dass immer weniger Kinder geboren werden, eindeutig negativ zu bewerten ist. Kinderlosigkeit wirkt sich auf das Rentenproblem negativ aus, und übertrieben ausgedrückt landen wir irgendwann in einer Evolutionssackgasse... Eine andere Position: Das Rentensystem ist der Fehler und nicht die Tatsache, dass zu wenig Kinder geboren werden. Ein Schritt, dies zu beheben, wurde ja schon mit der sog. "Riesterrente" getan..? Und wenn es ein paar weniger Menschen gibt, ist es doch auch nicht weiter schlimm, das würde z.B. der Natur nur zu Gute kommen. Was ist Eure Meinung dazu? |
| Darket | Es gibt durchaus Argumente dafür, dass die demographische Entwicklung nicht ausschließlich negativ ist. Es gibt immer weniger Arbeitsplätze. Weniger Kinder bedeuten auch weniger Leute, die später vorm Arbeitsamt Schlange stehen. Das Argument mit der Natur ist allerdings einigermaßen lachhaft. |
| darkmav | Ich bin auch der zweiten Ansicht - man soll das Rentensystem in dem Sinne reformieren, daß einerseits die Belastungen für die jungen gering gehalten werden, andererseits aber die alten nicht unter die Armutsgrenze fallen. Ideen dazu sind: * Späterer Eintritt in die Rente (mit 67 oder erst mit 70). Das setzt allerdings voraus, daß ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt geachtet werden müssen. Spätestens wenn die Babyboomer-Generation in dieses Alter kommt, wird das der Fall sein. * Früherer Eintritt in das Berufsleben, so daß man länger in die Rentenkasse einzahlen kann. Dazu werden allerhand Anstrengungen unternommen (werden): Abi in 12 Jahren, Bologna-Prozeß, Abschaffung der allgemeine Wehrpflicht. * Mehr Eigenverantwortung der Retner. Also: "Pflichtrente" liegt nur geringfügig über der Armutsgrenze (kann sich vielleicht an Hartz IV orientieren), jedoch wird private Vorsorge vom Gesetzgeber gefördert - siehe (fondsgebundene) Riesterrente Man kann den Leuten nicht vorschreiben, mehr Kinder zu produzieren. Da Frauen heutzutage immer mehr Karriere wollen, wird der Geburtenrückgang nicht aufzuhalten sein - trotz Ganztagesschulen und Kindertagesstätten. Mir persönlich gehen quäkende Kinder eh auf den Sack, so daß ich froh bin, wenn es nicht allzuviele davon gibt - für meine Rente sorge ich schon selbst. |
| mathisschwester | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i] [B] Da Frauen heutzutage immer mehr Karriere wollen, wird der Geburtenrückgang nicht aufzuhalten sein - trotz Ganztagesschulen und Kindertagesstätten. [/B][/QUOTE] ich denke nicht, dass das der tatsächliche grund dafür ist, dass immer weniger kinder geboren werden.... ansonsten ist wohl klar, dass das rentensystem vorne und hinten nicht funktionieren kann und dringend umgedacht werden muss. |
| Darket | Laut Fritze Merz sind ja ohnehin die 68er an allem Schuld... :rolleyes: |
| Wind | [QUOTE][i]Original geschrieben von mathisschwester [/i] [B]ich denke nicht, dass das der tatsächliche grund dafür ist, dass immer weniger kinder geboren werden.... [/B][/QUOTE] sondern? Ich denke, dass das unter anderen Gründen ein recht wesentlicher ist :rolleyes: Viele sehen sich in ihrer Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, in ihrer Freiheit etc eingeschränkt. Und eben auch in den Karrieremöglichkeiten. Man muss sich ja heute aktiv -für- Kinder entscheiden und nicht mehr aktiv -gegen- Kinder.. |
| darkmav | @ mathisschwester: Hast Du eine bessere Idee? Sicherlich: Früher (und heute noch in der dritten Welt) wurden auch deswegen so viele Kinder gezeugt, damit diese zum Wohl der Familie beitragen sollen, und die Eltern im Alter unterstützen (=durchfüttern) sollen. Wobei letzteres auch noch für heute gilt, da unser Rentensystem auf dem gleichen Prinzip (=Umlage) beruht. Allerdings gibt es keinen Grund nicht wenigstens durchschnittlich zwei Kinder in die Welt zu setzen (was den Geburtenrückgang stoppen würde), [B]außer[/B], daß eben viele Frauen auch Karriere wollen (und viele Männer nicht bereit sind, das Rollenverständnis umzukehren). Ausbildung dauert heute oft bis 25, oder gar bis 30. Danach kommen die Jahre zwischen 30 und 40, wo man am intensivsten an der Karriere feilen sollte. Eben aus dem Grunde, weil es nicht gerne gesehen wird, wenn man erst mit 50 anfängt, daran zu denken, höhere Positionen aufzustreben. Leider ist es auch so, daß die Bezeichnung 'Hausfrau' heutzutage eher verpönt ist - da macht frau sich in der Schicksen-Öffentlichkeit als Werbetussi schon besser. Aber ich finde, ehe frau Kinder fast von Geburt an in Kindertagesstätten abschiebt, oder vor dem Fernseher versauern läßt, soll sie sich besser für ein kinderloses Leben entscheiden. Umdenken ist also an zwei Stellen nötig: 1.) Ältere Arbeitnehmer sind in ihrer Leistungsfähigkeit jüngeren mindestens gleichzusetzen. 2.) Hausfrau ist ein vollwertiger Beruf, und soll auch als solcher geachtet werden. P.S.: Friedrich Merz hat recht |
| Trinity Goth | Ich erinnere mich noch gut daran, das ich in der Schule in 80ern gelernt habe, das die zukünftige Gesellschaft Arbeit für weniger Menschen bietet aufgrund ihrer Technisierung. Also poppen wie die Bekloppen ist nicht Lösung, dann haben wir nur noch mehr Leute die künftig auf der Strasse stehen. Es gibt so wie so zu viele Menschen auf diesem Planeten - rückläufige Bevölkerungszahlen sind nur gut für die Natur. Ich glaube nicht das ich viel Rente bekommen werde, aber wenn das nicht zum Leben reicht werde ich wohl zu anderen Mitteln greifen müßen, um zu leben. Ich hoffe den Politikern ist das auch bewußt. Helfen können nur private Rentenvorsorge und eine autonome Rentenkasse aus der der Staat sich nicht bedienen darf. Das Renteralter noch mehr zu erhöhen ist Schwachsinn, wenn unsere europäischen Nachbarn sich beschweren das ihr Renteneintrittsalter auf 60 angehoben wird :rolleyes: Und wir sollen dann wahrscheinlich noch bis 100 arbeiten? Gruß Trin |
| Darket | [QUOTE]außer, daß eben viele Frauen auch Karriere wollen[/QUOTE] Ich würde die Kariere garnicht so sehr in den Vordergrund stellen. Kinder bringen massive Verpflichtungen und Einschränkungen der persönlichen Freiehit mit sich. Noch dazu sind Beziehungen heute lange nicht mehr so fest wie vor 50 Jahren. Ich denke dese Punkte sollten Berücksichtigung in der Diksussion finden. [QUOTE]Aber ich finde, ehe frau Kinder fast von Geburt an in Kindertagesstätten abschiebt[/QUOTE] Einspruch! Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen. Das ist inzwischen in den meisten Bundesländern sogar gesetzlich festgeschrieben. Sollte ich jemals Kinder haben und es mir leisten können, werde ich sie mit Sicherheit so früh wie möglich in den Kindergarten schicken, einfach zu ihrem besten, da dort Dinge vermittelt werden (sollen), die dem Kind zu Hause teilweise so nicht mitgegeben werden können. |
| nathanel | Aber in Schweden z.B. ist ja auch für eine ordentliche Kinderversorgung gesorgt. Bloß das man die Schweden nicht mit der deutschen Mentalität vergleichen kann. [QUOTE]Einspruch! Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen. Das ist inzwischen in den meisten Bundesländern sogar gesetzlich festgeschrieben. Sollte ich jemals Kinder haben und es mir leisten können, werde ich sie mit Sicherheit so früh wie möglich in den Kindergarten schicken, einfach zu ihrem besten, da dort Dinge vermittelt werden (sollen), die dem Kind zu Hause teilweise so nicht mitgegeben werden können[/QUOTE] Dem kann ich nur Zustimmen, vielemals geht es garnicht anders, seine Kinder mit 3 Wochen in den Kindergarten zu schaffen, weil ja eben viel gearbeitet werden muss! Ein weiteres Problem könnte auch sein, dass die Leute hier in Deutschland keine Zukunft für ihre Nachkömmlinge sehen, wo man wieder bei dem thema Rente wären. Aber bis 70 Arbeiten? Nein, danke. Da kann man ja auch davon ausgehen, dass die alten Menschen nicht mehr viel von ihrer Rente haben, was die Politiker, Rentenkassen wieder freuen wird: Geld gespart. :rolleyes::rolleyes: |
| Wind | [QUOTE]Also poppen wie die Bekloppen ist nicht Lösung, dann haben wir nur noch mehr Leute die künftig auf der Strasse stehen.[/QUOTE] Wobei hier auch berücksichtigt werden sollte, dass sobald es mehr Menschen gibt, mehr Dienstleistungen, mehr Produkte etc benötigt werden und dementsprechend prozentual genauso viele Menschen Arbeit haben bzw keine Arbeit haben. Simples Beispiel: Wenn es weniger Menschen gibt, werden weniger Fahrräder gekauft. Dadurch werden weniger Fahrräder hergestellt. Prozentual gesehen bleibt also alles beim Alten, sowohl im Bereich der Renten als auch der Arbeitslosigkeit. [QUOTE]Ein weiteres Problem könnte auch sein, dass die Leute hier in Deutschland keine Zukunft für ihre Nachkömmlinge sehen[/QUOTE] Halte ich eher für eine Ausrede. Ich stelle mir gerade den Gedankengang vor: "Hmm, will ich Kinder? Nee, lieber nicht, die deutsche Wirtschaft ist so schlecht, mein Kind wird keine schöne Zukunft haben". Vielleicht bin ich aber auch die einzige, die einen eventuellen, späteren Kinderwunsch -nicht- daran festmachen wird.. Zukunft gibt es immer irgendwie, wenn man sie zu gestalten weiß. [QUOTE]Kinder bringen massive Verpflichtungen und Einschränkungen der persönlichen Freiehit mit sich. Noch dazu sind Beziehungen heute lange nicht mehr so fest wie vor 50 Jahren. Ich denke dese Punkte sollten Berücksichtigung in der Diksussion finden.[/QUOTE] Diese Aspekte finde ich auch sehr wichtig und meiner Meinung nach, ist gerade der Punkt der eingeschränkten persönlichen Freiheit ein recht wesentlicher. |
| Nnordy | Ich bin 30 und habe einen massiven Kinderwunsch. Warum wir noch keine Kinder haben? Ganz einfach: Weil es unsere finanziellen Verhältnisse nicht zulassen. Punkt. So einfach ist das. Vom Gehalt eines Krankenpflegers kann eine Kleinfamilie heute nicht mehr leben. Und da ich als Berufseinsteiger heute auch nur noch befristete Verträge bekomme, sind Kinder nicht drin, bevor ich nicht einen Festvertrag habe, womit gesichert ist, daß ich nach einer halbjährigen Babypause auch wieder zurück kann in den Job. Egoistisch? Ich nehme anderen (Männern) dadurch den Arbeitsplatz weg? Nein, liebe Herren der Schöpfung: Vielmehr ist es so, daß Frauendiskriminierung heute nach wie vor in Deutschland an der Tagesordnung ist - wenn ein Personalchef vor der WAhl steht, eine Frau oder einen Mann einzustellen - beide gleich alt, gleiche Kompetenzen und Referenzen, sagen wir mal, beide sind zwischen MItte 20 und Anfang 30 - wird er sich in 80% der Fälle für den Mann entscheiden, mit der gedanklichen Begründung 'Na, DIE will ja vielleicht noch schwanger werden'. Tatsache ist, daß Mütter es heute unheimlich schwer haben, überhaupt wieder eine Anstellung zu finden, wenn sie zum Zeitpunkt der Geburt keine hatten. Ganz davon abgesehen, daß die finanzielle Absicherung natürlich wesentlich besser ist, wenn man fest angestellt ist, ganz klar. Das ist m.E. auch ein Grund: Die klassische Hauptverdienerfamilie funktioniert heute aufgrund steigender Lebenshaltungskosten und sinkender Reallöhne in vielen FAmilien nicht mehr. Da muß man schon zu den Besserverdienenden gehören. Ergo: Kinder wohl nur noch für Besserverdienende - das ist es jedenfalls, was Credo der derzeitigen Situation zu sein scheint. Wenn ich dann als Frau nach einem halben Jahr wieder arbeiten gehen muß, dann heißt es gleich, man sei eine Rabenmutter. Ach ja, wie man es als Frau macht, ist es dann verkehrt. Und, wie schon angesprochen, die wenigsten Männer sind bereit, Elternzeit zu machen - natürlich auch aus Angst um den Job, denn nach wie vor hat sich das in den Personalabteilungen nicht geändert - deutet Mann an, daß er Elternzeit machen will, findet man häufig ganz einfache Kündigungsgründe. Habe ich selber hautnah miterlebt. Natürlich ist das heutige Rentensystem so nicht mehr haltbar, weil es auf einem Generationenvertrag beruht! Und wenn keine Generation mehr nachkommt, ist auch klar, daß das Ganze zusammenbricht. Natürlich kann man - und wird man wohl auch müssen - festlegen, daß sich die Bürger privat absichern müssen fürs Alter. Allerdings muß man dann auch ganz klar sagen, ab welchem (aktuellen) Alter diese Regelung greifen soll. Ich danke allem, was heilig ist, daß ich bereits mit 20 eine Zusatzrentenversicherung abgeschlossen habe - einige meiner Altersgenossen fangen jetzt erst damit an, denn Blümchen hat uns immer glaubhaft versichert: "Die Rente ist sicher" - heute für keinen mehr nachvollziehbar, der das damals nicht mitgekriegt hat. Bessere Möglichkeiten des Zuverdienstes für Rentner, auch heute, täten ebenfalls not - mein Opa bekommt ganze 1200 Euro Rente, von denen 700 schon für Miete draufgehen, dann kommen noch Nebenkosten, Versicherungen usw. dazu - ich muß seit Jahren heulen, wenn ich den 10 Euro Schein sehe, den er mir ins Weihnachtskuvert tut, weil er sich mehr nicht leisten kann. Die Schere klafft zwischen den Rentnern genauso weit, wenn nicht weiter, wie zwischen den Berufstätigen. Und Leuten wie meinem Vater, der jetzt schon seit 38 Jahren arbeitet und gern mit 63 in Rente will, weil er nun seit 38 Jahren Schichtdienst in Verbund mit schwerer körperlicher Tätigkeit schiebt, denen zu sagen: Tja, ihr müßt aber EIGENTLICH bis 65/67/70 arbeiten - das geht nicht an. Man muß da unterscheiden - bestimmte Berufsgruppen KÖNNEN nicht bis 70 arbeiten, gerade jene, die schwer körperlich arbeiten müssen, weil der Körper einfach früher fertig ist, bspw. im Gesundheitswesen. Wie soll eine 70-jährige Krankenschwester einen 110 kg schweren (die Leute heutzutage werden ja auch immer fetter) Mann tagtäglich rumdrehen oder aus dem Bett hieven? Je nach Berufsgruppe sollten Rentenalter festgesetzt werden können - und daß auf Dauer keiner an einer privaten Absicherung vorbeikommt, hat heute garantiert auch der Letzte verstanden. Ansonsten bin ich der Meinung, daß es zu einem Großteil auch den deutschen Verhältnissen geschuldet ist, daß Frauen vermehrt kinderlos bleiben - ach ja, und nicht zuletzt dem hochbejubelten 'Singledasein', weil Beziehungen und Kinder ja auch immer einen Haufen Verantwortung bedeuten, die heutzutage zunehmend offenbar nicht mehr tragbar scheint. |
| Manley | @nnordy: darf ich dir mal was sagen? ich liebe dich und deine beiträge. hoffentlich nimmt mir der imperator das nicht allzu übel. ;) du sprichst mir wirklich aus der seele - und deine berufliche situation kenn ich nur zu gut. wir haben ja eh viel gemeinsam, wir geisteswissenschaftler. auch ich habe als berufseinsteiger einen zeitvertrag (momentan bis ende juni), für den ich aber immerhin angemessen bezahlt werde. mein schatz studiert noch (mal), wird in anderthalb jahren fertig sein. erst dann würden wir ein kind bekommen wollen, weil er gerne die schwangerschaft vom ersten bis zum letzten tag erleben möchte. jetzt kommt der schwierige teil. er ist landesbeamter in sachsen-anhalt, und da kann man nicht so einfach in ein anderes bundesland (in meinem fall wäre das jetzt gerade niedersachsen) wechseln. das heißt, er braucht einen tauschpartner. und wer will schon freiwillig nach sachsen-anhalt, das land der wechselwähler? ;) allerdings befinde ich mich in der glücklichen lage, dass er die elternzeit nehmen könnte, ohne gekündigt zu werden - das beamtentum hat in der hinsicht wieder vorteile. da liegenb also noch einige schwierigkeiten vor uns, selbst wenn man nach mehr als 5 jahren beziehung durchaus ein kind in betracht ziehen könnte... vielleicht denken wir auch einfach nur zu viel darüber nach - aber ich will meinem kind auch etwas bieten können, und ich will auf keinen fall am finanziellen rockzipfel von vater staat hängen, sondern unabhängig sein. hm, ja, wir denken einfach zu viel darüber nach... |
| Fayve | Ich glaube das wir keinen künstlichen Bevölkerungszuwachs brauchen, das heißt nicht das wir mehr oder weniger Kinder brauchen. Ich bin gegen eine Politik die Menschen einwandern lässt um eine niedrige Geburtenrate auszugleichen. Denn die Schwankung der Geburtenrate ist etwas natürliches. Es gibt Ereignisse die Geburtenrate steigen oder sinken lassen. Krieg (und die Zeit danach ) ist etwas das die Geburtenrate kurzweilig steigen lässt, der Friede hat genau den gegenteiligen Effekt. Es kommt immer auf die Umstände an unter denen die Menschen leben, Zeiten der Sicherheit, wie heute, haben niedrige Geburtenraten. Dazu kommt noch die Verhütung, so schnell wie früher kommt es nicht mehr zu ungewollten Schwangerschaften. Die Zeit wo es die größten Geburtenraten und den größten Bevölkerungszuwachs auf eine längere Zeit gab war die Industrialisierung. Von den Industrienationen ist kein größerer Bevölkerungswachstum mehr zu erwarten. Länder wie Deutschland die die Industrialisierung schon hinter sich haben verzeichnen allgemein einen Bevölkerungsrückgang. Es kann sein das es in Zukunft wieder Ereignisse gibt die neue Impulse für ein erneutes Wachstum sind. Es ist wie gesagt natürlich das das Wachstum der Bevölkerung Schwankungen unterliegt. Jedes Wachstum kennt auch Grenzen, Grenzen des Bevölkerungswachstum sind räumlich, in der Industrialisierung fand die Urbanisierung statt. Wenn die Bevölkerung ungehindert weiter wachsen würde würde sie früher oder später an diese Grenzen stoßen. Durch technischen Fortschritt wäre es wahrscheinlich möglich dem beizukommen, die Architektur müsste sich stärker mit der Vertikalen beschäftigen und der Städtebau müsste auch eine Infrastruktur entwickeln die dem erhöhten Bedarf der Bevölkerung beikommt. Aber man kann fragen ob das überhaupt notwendig oder wünschenswert ist. Vielleicht ist es auch unnatürlich, dieses Leben gleicht dann mehr und mehr dem Leben in einem Ameisen oder Termitenstaat, eine zum Teil befremdende Vorstellung. Man kann dann fragen wie viel Fläche oder Raum braucht ein Mensch, was ist natürlich. Die Großstädte heutzutage besitzen teilweise Gebiete wo Menschen den Raum der zu Verfügung steht bis ins Extrem ausnutzen, wenn Menschen so eng aufeinander wohnen kann das oft Ursache für Stress sein. Vielleicht sollte man an irgendeinem Punkt das Wachstum eingrenzen. Momentan finde ich einen Rückgang der Bevölkerung nicht schlecht, ich halte es nicht für gut zwanghaft den Bevölkerungsstand zu erhalten, Schwankungen sind natürlich. Fragt sich nur wann man einschreiten soll. In Deutschland scheint es schwierig zu sein dem Kinderwunsch nach zukommen, interessant wären die genaue Gründe dafür warum es in anderen Ländern einfachern ist, in Frankreich und in Amerika gibt es, so weit ich weiß, keine Probleme in der Hinsicht. Ich denke das es auch mit der Einstellung der Bevölkerung zusammenhängt. In Deutschland muss dafür Werbung gemacht werden Kinder zu bekommen. Bei so was kommt man sich doch direkt komisch vor, vor allem wenn einem von allen Seiten gezeigt wird wie schwer es wäre ein Kind groß zu ziehen. Im Fernsehen wird einem alle paar Wochen eine Rechnung vorgeführt die die ganzen Schwierigkeiten beinhaltet wenn man ein Kind groß ziehen will. Alle Seiten sprechen von den Problemen und dann kommt unsere Regierung und versucht eine auf fröhlich zu machen und es hört sich dann so an als ob die Probleme nicht existieren würden. Da kommt man sich nachher noch so vor als ob man belogen wird. Genauso lächerlich sind nebenbei die Kampagne mit „Du bist Deutschland“, als ob so was irgendjemand ernst nehmen würde. Vielleicht sollte man auch einfach Kinder zeugen, wenn man den Wunsch danach hat, man wird sicherlich auf Schwierigkeiten stoßen, aber es gibt sicher einen Weg. Klar hört sich vieles nicht Gut an was erzählt wird, aber es ist bestimmt möglich. [url]http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p2300022.htm[/url] sehr interessante Seite der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2050. |
| rainraven | Und was ist, wenn man schlicht und einfach nicht den geringsten Wunsch nach Nachwuchs hat? Genausowenig, wie ich den Wunsch hätte, urplötzlich in eine andere Stadt umzuziehen, mit einem Partner zusammenzuleben, den ich weder kenne noch liebe oder einen Beruf auszuüben, den ich nicht kann und der mir nicht gefällt? Dazu würde sich kaum jemand aus heiterem Himmel zwingen lassen. Und es ist eigentlich selbstverständlich, daß jeder dagegen protestieren würde, würde man von ihm dies verlangen. Und ebenso empfinde ich, das Kinderkriegen betreffend. Nur da habe ich den Eindruck, daß man automatisch verurteilt wird und quasi von einem erwartet wird, daß man als Frau in einem bestimmten Alter gefälligst gebärt, um die eh schon so marode Wirtschaft zu retten. Aber daß es Frauen gibt, die nicht in erster Linie an Karierre denken (wie denn, wenn man schon Probleme hat, seinen Job zu behalten, weil man befristet ist und es der Firma nicht gut geht-und allen anderern Firmen auch), sondern einfach so mit ihrem Leben zufrieden sind, ohne daß Kinder da einen Platz hätten, das scheint ja wohl nicht der Realität zu entsprechen... Ich höre/lese nur von welchen, die sagen, es wäre kein Geld, keine Zeit, kein Platz, keine Zukunft (und sie haben durchaus alle recht) für Kinder, aber muß man sich denn dafür mit irgendwelchen materiellen Gründen rechtfertigen? Gut, ich hätte auch weder Platz noch Geld noch würde ich mir zutrauen, eine gute Mutter zu sein, aber ich will schlicht und einfach kein Kind. Genausowenig wie ich eine Kurzhaarfrisur haben wollen würde oder oma-liche Blümchenkleider tragen wollen würde, um nur ein paar für mich völlig undenkbare und ganz unlogische Dinge zu nennen. Deswegen spreche ich aber noch lange nicht all den anderen Leuten Kinder ab, die wirklich welche haben wollen und sich auch derenwegen aufgeben würden. Besser, die kriegen Kinder als Eltern, die nie welche sein wollten. Entschuldigung, wenn ich vom Thema abgewichen bin, bin ich? Für mich scheinen Themen zum Kinderkriegen und zur Gesellschaft wohl automatisch die Anklage "Werf gefälligst Panzen (=gebäre Kinder), die unsere Rente zahlen und gib dein Leben auf, du bist eine gebärfähige Frau, die zu alt ist, um sich amüsieren zu dürfen" zu beinhalten, deshalb fühle ich mich immer so persönlich angegriffen...:( |
| Move over Kate | Hm, ob der folgende Aspekt schon berücksichtigt worden ist? Ich find die Überlegung grauenhaft, dass mit der alternden Bevölkerung die gesellschaftlichen Institutionen und öffentlichen Einrichtungen altern - Beispiele: [list] [*]Radiosender und TV-Programme: Kaprizieren sich künftig auf die massivste und kaufkräftigste Zielgruppe - die heute 50 - 70 jährigen. Will meinen: 60er und 70er Oldies im Radio, mehr Zielgruppenfernsehen im Stile des ZDF (Formate wie Fernsehgarten und Rosamunde Pilcher... ) Viva und MTV braucht kein Mensch mehr... Oder aber die wandeln sich zu ner Art Video-SWR 1. Im Werbefernsehen gibt es vermehrt Werbung für Treppenlifte und Inkontinenzprodukte... [*]Gemeindezentren oder ausgediente Kindergärten werden zu Seniorentreffs [*]Schulen und Kindergärten werden in den Mittelzentren konzentriert - die Kinder, die es noch gibt, pendeln jeden morgen bis zu 25 KM, weil alles wegen Kindermangel platt gemacht wird. [*]Universitäten bieten noch mehr seniorengerechte Studiengänge an - im Geschichtsseminar sitzen noch mehr Alte, die sich die Studiengebühren leisten können, in der ersten Reihe und erzählen dem Prof: "Was wissen Sie schon über den deutschen Herbst? [I] Ich hab ihn erlebt![/I] (an der Uni Koblenz bezüglich NS tatsächlich vorgekommen! [*]Die Ortskerne auf dem Land werden immer leerer - die, die in den Siebzigern gebaut haben, wohnen am Ortsrand - wer füllt die Lücke? Marodierende Jugendbanden? Ich wohn in einer kleinen Stadt auf dem Hunsrück. Die ehemalige Hauptgeschäftsstraße klagt über 70% Leerstand [*]Die 60+ AGs füllen die kommunalen Parlamente (Horror: "Kindergeschrei im Wohngebiet? Kickende Jugendliche - da muss eine Gefahrenabwehrverordnung her, damit ab 21:30 Ruhe ist.") [/list] Und @ Nnordy - kurz bevor unser Sohn auf die Welt kam, hab ich rumgejammert, wie sehr wir uns künftig einschränken müssten. Da meinte unser Bassist, der vorher bei Siemens und Nokia im Ruhrpott Handys gebaut hat - beide Werke sind zwischenzeitlich platt: "Du hast wenigstens einen Job - im Ruhrpott gibts genug 5-köpfige Familien, die von der Stütze leben". Da ist was dran. Meine Mutter meinte damals mit einem Augenzwinkern "bei uns ist noch keiner verhungert". Es ist alles eine Frage der Ansprüche. Klar schränken wir uns ein, wir fahren nicht mehr jeden Montag in die Krone (rentiert sich ohnehin nicht mehr) und fallen nicht mehr auf allen Festivals rum... Auch weil ich mir zweimal überlege, wofür ich meinen Sold raus haue. Aber es ist es wert! Betriebswirtschaftlich sind Kinder tatsächlich ein Defizitgeschäft. Volkswirtschaftlich und ideell sind sie unbezahlbar... Und zum Glück werden mittlerweile immer mehr Betriebe ausgezeichnet, gerade weil sie Familie und Beruf zusammen bringen (Audit Beruf & Familie). Unsere zertifizierte Verwaltung stellt eine unserer hauptamtlichen Sozialpädagoginnen während der Kindergartenferien ab, um die Kinderbetreuung zu sichern, damit die Mamis und Papis keinen Urlaub nehmen müssen. Ich will deine Haltung gar nicht kritisieren, weil Du in vielen Punkten leider nach wie vor allzu sehr recht hast - ich kann dir nur raten, einen Arbeitgeber zu suchen, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und Familie und Beruf fördert... siehe: [URL=http://www.beruf-und-familie.de]http://www.beruf-und-familie.de[/URL] |
| Montrose | [QUOTE]Genausowenig, wie ich den Wunsch hätte, urplötzlich in eine andere Stadt umzuziehen, mit einem Partner zusammenzuleben, den ich weder kenne noch liebe oder einen Beruf auszuüben, den ich nicht kann und der mir nicht gefällt? [/QUOTE]Ich weiche jetzt mal total vom Thema ab. 10 % der jungen Deutschen haben nicht mal einen Schulabschluß. Und die kommen genau mit dem Argument daher "was mir nicht paßt, mach ich nicht". Nun, wir leben in einer Gesellschaft, in der das geht. In der jemand ganz radikal sich verweigern kann. Und ich kenne solche Leute, bin mit ihnen konfrontiert ....und bin gegen solch eine Kaltschnäuzigkeit völlig machtlos. Das Problem an der Sache: die radikale Verweigerung geht auf Kosten anderer. Was der eine nicht tut, muß eben ein anderer machen. Dann geht es eben einem anderen scheiße. Versteh mich nicht falsch, rainraven, mir geht' s im Moment nicht um Kinder und es geht mir auch nicht um Dich oder Deine Ansichten. Sondern es geht mir darum, wie eine Gesellschaft funktioniert bzw. nicht funktioniert, wenn jemand das Spielchen bis auf die Spitze treibt. Ich gestehe Dir zu, daß Du arbeitest, daß Du Dinge gerne machst, daß Du neben Deiner Selbstverwirklichung auch für andere Gutes tust. Was aber, wenn eine andere Person zu absolut gar nichts einen Antrieb verspürt und den Rolladen ganz runterläßt. In so einem Falle glaube ich, daß das Gewährenlassen mehr Schaden anrichtet als mal zu sagen "Vorsicht, andere haben sehr wohl ein Recht auch von Dir was zu fordern. Denn immerhin lebst Du nicht autark, sondern forderst von anderen ja auch, z.B. Sozialhilfe, Wohnraum usw. ..." |
| belladonna | Tja, schwieriges Thema. Irgendwie gibts doch da auch den Begriff Pillenknick. Klar ist es schwer - gerade für eine Frau - Beruf und Karriere unter einen Hut zu bringen. Aber es gibt durchaus Frauen die das packen. Hier in dem Nest wo ich wohne, gibt es eine Familie die ein Hotel führt. Ein Hotel von der besseren Sorte mit Restaurant. Der Laden boomt. Da gibt es alle Hände voll zu tun denke ich. Und die Frau die das führt ist eigentlich immer regelmäßig vor Ort und schmeißt den Laden. Und die hat glaub ich - laßt mich überlegen - vier oder fünf Kinder? Aber nicht jede Frau hat solch Organisationstalent oder erfährt genug Unterstützung durch Eltern oder Freunde. Pauschalisieren läßt sich das Thema: "Karriere und Kind passen nicht zusammen" nicht so einfach. In anderen Ländern klappt das doch auch. Die haben kapiert, daß eine gute Familienpolitik eine Menge ausmacht. Vielleicht auch noch ein kleines Zitat aus Public-Forum: Zu kurz kommt, welche "Vereinbarkeitsprobleme" junge Paare quer druch alle Schichten davon abhalten, sich für Kinder zu entscheiden. An skandinavischen Vorbildern orientierte Initiativen wie das Elterngeld - propagiert von Familienministerin Ursula von der Leyen - sind lobenswert. Aber höhere finanzielle Transfers steigern keineswegs automatisch die Geburtenrate. In er unzureichenden öffentlichen Infrastruktur rächt sich die alte deutsche Tradition der Innerlichkeit, die Familie als Privatangelegenheit betrachtet - und nicht als Aufgabe eines aufgeklärten Staates wie in Frankreich, wo deutlich mehr Nachwuchs geboren wird. Die Rahmenbedingungen hier zu lande sehen die Kombination von Kinderkriegen und Berufstätigkeit für beide Geschlechter einfach nicht vor. Die Stichworte sind bekannt: Halbtagsschule, miserable Versorgung mit Hort- und Krippenplätzen, steuerliche, versicherungstechnische und arbeitsmarktpolitsche Förderung des Hausfrauenmodells. Das mit dem Hausfrauenmodell ist auch mein Verdacht. Klar, wenn es eh schon kaum Arbeitsplätze gibt, ist es natürlich günstiger den Frauen mal wieder deutlich zu zeigen wo sie hingehören. Frauen, die in einer Rolle als Mutter und Hausfrau ihre Erfüllung finden gibt es natürlich tatsächlich und warum sollen die sich dann nicht für diesen Lebensweg entscheiden. Aber schlecht bestellt steht es um die Frauen, die einen Ausgleich in einem erfüllenden Beruf brauchen und dann Steine in den Weg gelegt bekommen. Davon mal abgesehen, daß selbst wenn beide Partner arbeiten, es sich steuerlich überhaupt nicht lohnt und einer von beiden getrost hätte zu Haus bleiben können. Das käme ungefähr aufs Gleiche raus. Aber was Ursula von der Leyen angeht: Die macht mir Angst. Echt. Da kommt doch wieder das Idealbild hoch von der attraktiven Ehefrau und Mutter die nebenbei noch eine glänzende Karriere hinlegt. Solche Frauen sind mein Albtraum. Ich weiß nicht wie sie das schafft, aber es ist eine sehr unrealistische und nur schwer zu bewältigende Aufgabe, die man uns Weibsbildern da aufbürdet. Da müßte der Tag schon 48 Stunden haben (mindestens) um das zu schaffen. So und jetzt muß ich mit meiner Tochter zur U8 @Nnordy Nur Mut! Ich habe meinen Erstgeborenen auch in weniger rosigen Zeiten zur Welt gebracht (mitten im Studium) und das ging dann doch alles gut. Wenn du Eltern und Freunde hast die hinter euch stehen, dann klappt das. Man steht doch nicht ganz allein da. Den "richtigen Zeitpunkt" gibt es sowieso nicht wirklich;) |
| Emporial | Hi, ich habe eure Beiträge aus Zeitmangel nicht gelesen, aber das kaum KInder geboren ist aber die gerechte Quittung für das was die Wirtschaft und die Politik den Arbeitnehmern hier antut und ständig verkaufen wollte. Wir haben doch eh bald keine Arbeitsplätze mehr hier, selbst unsere Profs erzählen uns das wir zu teuer und nicht zu gebrauchen sind. Das macht ja auch Hoffnung. Diese billigen Argumente wegen den paar Mark Rente, man ist das lächerlich. Wer soll diese denn für unserer Generation den erwirtschaften, wenn hier nix mehr ist? |
| Trauerwesen | Ich selber denke auch, dass ein Bevölkerungsrückgang nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Sicherlich wirkt sich dies negativ auf das rentensystem aus, aber an anderen Stellen bringt es eben die schon genannten Vorteile mit Arbeit usw. Dass Frauen zunehmend lieber arbeiten gehen muss nicht unbedingt heissen, dass sie keine Kinder mehr haben, allerdings ist das Leben teuer geworden, so dass gerade mit Kind ein Doppelverdienerhaushalt leichter zu leben ist. Kindergarten ansich ist gut für das kindliche Sozialverhalten und sollte weniger in die Kategorie "abschieben" fallen. Und es reicht ja auch theoretisch aus, wenn ein Elternteil halbtags arbeitet und wenn Kind dann nach Hause kommt, ist wenigstens ein Elternteil zu Hause (SChlüsselkind ist auch ok, finde ich selber aber nicht so prickelnd, im nOTfall aber machbar). So, nun zur Rente: Ja, dort sollte etwas passieren, denn ich denke, es kann nicht Pflicht sein, als guter Bürger Kinder bekommen zu müssen, eben weil man sich derzeit sowieso wenige Dinge leisten kann. Kinder sind mittlerweile Luxus. Wer dennoch will, soll es tun. |
| MissPan | vorweg gleich eins: ich schere NICHT alle arbeitenden mütter über einen kamm, sondern äußere mich explizit über die exemplare, mit denen ich bislang arbeiten durfte /mußte. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i] [B] wenn ein Personalchef vor der WAhl steht, eine Frau oder einen Mann einzustellen - beide gleich alt, gleiche Kompetenzen und Referenzen, sagen wir mal, beide sind zwischen MItte 20 und Anfang 30 - wird er sich in 80% der Fälle für den Mann entscheiden, mit der gedanklichen Begründung 'Na, DIE will ja vielleicht noch schwanger werden'. [/B][/QUOTE] ehrlich gesagt kann ich den gedankengang sehr gut nachvollziehen. wäre ich chef, würde ich nicht anders entscheiden. warum? ich arbeite in einem kleinen unternehmen (7 angestellte), wo der geregelte arbeitsablauf nur gewährleistet ist, wenn wirklich alle zupacken. sobald einer ausfällt, macht sich das umgehend bemerkbar. meine erfahrung mit müttern in 7 jahren firmenzugehörigkeit ist alles andere als positiv. es mag durchaus so sein, daß wir einfach pech hatten und die falschen eingestellt wurden. die damen jedenfalls fallen regelmäßig aus, weil das kind krank ist, haben ständig termine (babyschwimmen, arzt... ), weshalb der dienstplan sich nach ihnen zu richten hat (menschen ohne kind haben offenbar kein privatleben und auch keine verpflichtungen) und urlaub wird schon 18 monate im voraus angemeldet. während der arbeit wird ständig mit der tagesmutter / der schwiegermutter / dem vater telefoniert, ob bzw. das auch alles okay ist. auf die art kann man seine zeit natürlich auch "absitzen". rücksichtnahme - okay. aber wenn ich das gefühl habe, daß das kind zum "totschlag-argument" wird, werde ich wirklich sauer. |
| belladonna | Klar so Übermuttis gibt es auch, aber ich kenne eine, die ist allein erziehend und springt trotzdem immer ein wenn Not am Mann ist. In letzter Zeit ist sie sogar gezwungen ihr Kind mit auf die Arbeit zu nehmen (sie ist in der ambulanten Altenpflege tätig, also nimmt sie die Kleine mit zu den Patienten), weil sie trotz vorheriger Abmachung erst um 8.15 Uhr mit der Arbeit zu beginnen, schon um 7.15 Uhr anfangen muß. Nach dem ersten Patienten bringt sie die Kleine schnell in die Schule. Die dann natürlich todmüde ist. Das ist Streß pur. Aber wenn eine Frau sich schon für die Arbeit entscheidet (bei meiner Bekannten ja leider notwendig, da alleinerziehend) sollte sie auch von vornherein wissen, daß das nicht als Beschäftigungstherapie gedacht ist, damit sie mal rauskommt. Klar sollte man in erster Linie für sein Kind dasein, aber dann muß man die Termine auch so legen, daß der Rest der Firma nicht drunter leidet. Das sehe ich auch so. Besonders wenn man anscheinend noch in der glücklichen Lage ist, auch den Partner, Babysitter oder die Oma einzuspannen. Dann noch dauernd nachzutelefonieren ob alles in Ordnung ist:rolleyes: Man kann es auch übertreiben. Wenn was nicht stimmt, dann wird der Babysitter sich schon melden, denk ich mal. |
| rainraven | @ Montrose: [quote] 10 % der jungen Deutschen haben nicht mal einen Schulabschluß. Und die kommen genau mit dem Argument daher "was mir nicht paßt, mach ich nicht". [/quote] was soll denn das bitte heißen? :D Nur zur Info, ich gehöre zu den was weiß ich wieviel Prozent, denen nach dem (guten) Schulabschluß sogar noch ein Studium gelungen ist... Ich würde mein Leben nicht als "radikales Verweigern" ansehen. Ich versuche einfach zu leben und daraus das Beste zu machen. Nur eine Frage zurück: Bist Du männlich oder weiblich? Wenn Du eine Frau bist, dann bekomm doch selber Kinder, wenn Du das so erstrebenswert findest. Und als Mann? Nunja, dann schau zu, daß Du schnell eine Familie gründest, um Dich der Gesellschaft, der Du ja angeblich was schuldig bist, nicht kaltschnäuzig zu verweigern. ;) Aber das soll jetzt kein Schlagabtausch werden, ich fühle mich auch nicht angegriffen. Das war lediglich mein Gedanke dazu, denn letztendlich muß es wirklich jeder für sich selber wissen, wie er lebt, und es gibt ja zum Glück genug Leute, die anders denken und sich vermehren wollen. :) |
| Nnordy | rainraven, ich lese aus Deinen Beiträgen immer nur raus, daß Du der Auffassung bist, sobald man Kinder hat, sei das Leben zu Ende... Zumindest lese ich das aus Äußerungen wie dieser: "Für mich scheinen Themen zum Kinderkriegen und zur Gesellschaft wohl automatisch die Anklage "Werf gefälligst Panzen (=gebäre Kinder), die unsere Rente zahlen und gib dein Leben auf, du bist eine gebärfähige Frau, die zu alt ist, um sich amüsieren zu dürfen"" raus. Du hast selbstredend alles Recht der Welt, Dein Leben so zu gestalten, wie Du es willst, und wenn Du der Meinung bist, mit Kindern hören sowohl Deine Freiheit als auch Dein Leben auf, dann ist Dir das unbenommen - trotzdem stimmt es nicht. Ein Job schränkt Dich auch ein. Eine Wohnung schränkt Dich ein. Wenn Du so willst, schränkt Dich alles ein. Ich finds halt nur schlimm, daß Du in Kindern immer nur das Negative siehst (schreien, nerven, sabbern, hängen immer am Rockzipfel usw.), aber in der Tat ist es auch so (und das weiß ich von Müttern, die ungewollt Mutter geworden sind), daß ein Kind auch als unheimliche Bereicherung empfunden wird. Aber, wie gesagt, Deine Meinung ist Dir unbenommen. Wegen der Hausfrauensache: Ich hab das schon in einem anderen Thread geschrieben - Anerkennung der Hausfrau und Mutter als 'berufstätig' (den ganzen Tag Haushalt schmeißen und Kinder erziehen ist mehr als ein lower 8h-Job) und somit Rentenanspruch in festzulegender Höhe. Ist meiner Meinung nach längst überfällig. Mein Opa könnte, wenn meine Oma noch leben würde, heute von seiner Rente nicht mehr sie beide ernähren, und meine Oma bekam keine Rente, weil sie ja nur Hausfrau war, nebenbei nach dem Krieg Deutschland wieder mit aufgebaut hat und trotz ihrer Kleinwüchsigkeit zwei gesunde Kinder geboren hat, die beide gearbeitet und somit ebenfalls in die Renten- und Sozialkassen einbezahlt haben.-- Die Finanzierung müßte man wahrscheinlich über eine Steuererhöhung fahren - steinigt mich, aber ich denke, hier müßte man was über die Unternehmenssteuern fahren (die Unternehmen, die abwandern wollen, werden auch wegen 2% weniger Lohnkosten weiterhin abwandern - also kann man sich das auch schenken...) oder eben über eine Vermögenssteuer - ab einem Vermögen von über 250.000 €, beispielsweise, wobei Omas Häuschen bei sowas außen vor bleiben sollte. Wie auch immer - letztlich sieht man doch auch hier im Thread, wie das gesellschaftliche Bild von Hausfrauen und Müttern teilweise ist. Ungefähr genauso gut wie das von Alten- und Krankenpflegern, und selbst die kommen teilweise noch besser weg... Wenn man die Rentenversicherung umbaut, müßte man eigentlich auch das Steuersystem komplett umbauen - wenn jeder selbst mit vorsorgen muß, muß er auch irgendwoher Geld haben, um das zu können... |
| rainraven | Naja, (eigene) Kinder machen mir wirklich eine Höllenangst. Die Vorstellung, mein (Privat)Leben (und erst recht meinen Körper) mit einem Menschen teilen zu müssen, den ich mir nicht ausgesucht und da reingebeten habe, würde mich verzweifeln lassen...Sind mir doch manchmal schon die Verpflichtungen gegenüber Menschen, mit denen ich freiwillig oder aufgrund vertraglicher Basis (Beruf etc.) zu tun habe, zuviel und ich würde am liebsten nur meine Ruhe haben und selbst entscheiden können, was ich zu tun und lassen habe, ohne mich rechtfertigen oder Rücksicht nehmen zu müssen. Ich hab es erst jetzt wieder gemerkt, als ich einer lange nicht gesehenen Bekannten wieder begegnet bin, die inzwischen hchschwanger ist und einen riesen Bauch vor sich herschiebt, wobei sie früher total dürr war, und ich bin echt froh, daß ich das nicht haben muß, wo ich mühevoll zwanzig Kilo seit meiner Jugend verloren habe und endlich sowas Ähnliches wie einen attraktiven, einigermaßen gesunden Körper habe, den ich auch noch eine Weile behalten möchte, wenn ich das schon in meinem "guten" Jahren nicht hatte... Ich bin jetzt über dreißig, aber ich habe noch nie den Wunsch nach Nachwuchs oder die sprichwörtliche biologische Uhr gespürt. Höchstens in einer Verliebtheitsphase mal den Wunsch nach Heiraten, aber das ist auch wieder vorbei. Ich habe dieses Mutter-oder Familiengen echt nicht, da fehlt mir irgendein Hormon oder ich bin falsch geprägt, was weiß ich... |
| Muchte | Wuw, ziemlich interessant hier:) Nachdem ich all das gelesen hab und bischen rumüberlegt hab, fiel mir gerade ein Paar in meinem Freundeskreis auf, die sich die Babypause teilen. Wenn ich mir das genauer überlege, ist es das einzigste Paar überhaupt, das ich kenne, daß sowas schafft und gut meistert. Allerdings haben auch beide Arbeitgeber mitgespielt, was ebenfalls dazu kommt. Mit den befristeten Verträgen ist es einfach saudumm, und im sozialen Bereich sind diese ja mittlerweile superüblich. Ansonsten, hmm, wenn ich die Kleene von den Zwei so seh und bei wir uns treffen, denk ich schon meistens "auch will";) |
| belladonna | @rainraven Wenn du keinen Kinderwunsch verspürst ist das doch ok. Ich kenne auch zumindest eine Frau, die sich auch bewußt für ein Leben ohne Kinder entschieden hat. Sie ist mit 10 Geschwistern aufgewachsen und das hat ihr dann gereicht. Ich selbst bin froh zwei Kinder zu haben und ein drittes wäre auch nicht schlecht, aber es gibt eben auch Frauen, die da keinen Bock drauf haben. Kein Grund diese Damen dafür zu verurteilen. Was die Figur angeht: Man versaut sie sich nicht zwangsläufig. Muß man halt während der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung achten und danach diszipliniert sein. Ich hab das eigentlich immer ganz gut hingekriegt. Könnte aber auch Veranlagung sein. Jeweils kurz nach der Entbindung habe ich gedacht: das krieg ich nie wieder hin. Habe ich aber. Bin eigentlich sogar noch zufriedener als vorher. Ist also halb so wild. Die größte "Belastung" ist eigentlich die Verantwortung, die man dann den Würmchen gegenüber hat. Und die Ängste die man aussteht, daß dem Kind mal was Schlimmes passieren könnte. Das man es immer behüten und beschützen möchte und gleichzeitig weiß, daß man das nicht immer kann, wenn das Kind halbwegs selbständig werden soll. |
| Nachtelfchen | nnordy: ich kann dich sooooo gut verstehen! genauso geht es mir auch, ausser dass ich noch mein studium am abschliessen bin und noch nicht ganz 30. mein studium war ein absolutes wunschstudium, ein job in dem bereich würde es auch sein, nur: krieg erst mal einen, und dann auf sicher? nööö, vielleicht ein bis zwei jahre, danach? weiterschauen. geld? absolut unterste schublade. partner hätte ich, der will sogar nachwuchs. sicheren job? pustekuchen. aussicht auf sicheren job? in 10 jahren vielleicht. wenn wir solange warten, kriegen wir keine kinder mehr. zusätzlich: ich möchte arbeiten, auch mit kind, warum sollte das eine mutter mit kind nicht können? manchmal muss sie. da hat die wirtschaft noch enorm viel zu lernen. ich bin der meinung, dass sich letztlich ein familienfreundlicher betrieb auszahlt, denn: zufriedene arbeiter arbeiten einfach besser! aber bis sich da mal was tut...da ist eben geld wichtiger...kurzfristig gedacht. verfolg die debatte schon eine ganze weile, also noch was zum lesen: [url]http://www.zeit.de/2006/12/Titel_2fMtter_12[/url] [url]http://www.zeit.de/2004/20/Die_Mamas[/url] [url]http://www.zeit.de/2004/21/Die_Papas[/url] [url]http://www.sueddeutsche.de/,tt4m2/kultur/artikel/640/72568/[/url] macht nachdenklich, oder? |
| demelza | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i] Früher (und heute noch in der dritten Welt) wurden auch deswegen so viele Kinder gezeugt, damit diese zum Wohl der Familie beitragen sollen, und die Eltern im Alter unterstützen (=durchfüttern) sollen. Wobei letzteres auch noch für heute gilt, da unser Rentensystem auf dem gleichen Prinzip (=Umlage) beruht.[/QUOTE] Den Gedanken hatte ich auch schon des öfteren, wenn ich Politiker darüber salbadern höre, daß wir doch bitte schön MEHR Kinder in die Welt setzen sollen, um später die Renten zu sichern ... Als ob DAS die Patentlösung wäre - Außerdem würden wir in Deutschland ohne mehr Kinder aussterben. komisch: auf der anderen Seite beklagen Experten die Überbevölkerung der Erde - irgendwo paßt das nicht so ganz zusammen. Noch eine Frage: Klammern die Herren/Damen Politiker eigentlich bewußt die Kinder von Migranten aus - oder sogar die zunehmenden Schwangerschaften von Minderjährigen? Auf mich wirkt dieses "Horror"szenario eines "aussterbenden" Volkes reichlich verzerrt. Zum Schluß ein letzter Einwand- oder Gedanke: Warum müssen sich Frauen eigentlich immer hier in Deutschland zwischen Kind und Beruf entscheiden? Was in anderen Ländern geht - Beruf UND Kind - warum soll das hierzulande nicht möglich sein? Was,wenn mir mein Beruf tatsächlich Freude macht und mein Mann sich um die Kindererziehung kümmern möchte - ja, wo bleiben eigentlich die Männer in dieser leidigen Diskussion? |
| Nachtelfchen | demelza: warum frauen sich in d zwischen kinder und beruf entscheiden müssen? vor allem, weil es keine geeigneten betreuungseinrichtungen für kleine kinder gibt. und wenn, dann privat und es kostet ein schweinegeld. zum anderen ist es die ganze struktur des systems... welcher mann wird bei der einstellung schon gefragt, ob er kinder möchte, und wenn er welche hat, wie er sie betreut kriegt? keiner. eine frau muss damit rechnen, auch wenn solche fragen eigentlich nicht erlaubt sind. schon alleine diese tatsache zeigt, dass im system es immer noch die frauen sind, die für die kindererziehung zuständig sind. eine kleine anekdote: eine frau in d mit gutem 100% job kriegt ein kind, geht in elternzeit für 6 monate. will danach 50% an ihre alte stelle zurück, geht aber nicht, sie wird auf einen völlig misslichen job ins abseits geschoben. das paar bekommt ein zweites kind, der mann entscheidet sich, hausmann zu werden, die frau arbeitet wieder 100% und bewirbt sich auf einen job in ihrem alten team. beim gespräch mit dem chef: sie haben ja zwei kinder. frau: ja, mein mann ist zuhause. chef: aber sie sind ja trotzdem nicht so flexibel, ihr mann kriegt das mit den kindern doch nicht alleine hin, besonders wenn die kinder dann auch noch krank werden... :eek: :mad: :rolleyes: was sagt frau da noch dazu? solange sowas realität ist, haben frauen in der arbeitswelt doch schon per se weniger chancen. |
| Darket | [QUOTE]vor allem, weil es keine geeigneten betreuungseinrichtungen für kleine kinder gibt. und wenn, dann privat und es kostet ein schweinegeld.[/QUOTE] Würde ich so nicht sagen. Ab drei Jahren gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf den KiTa-Platz und allen Unkenrufen zum Trotz läuft dieses Gesetz gerade langsam wirklich an. Die Bundesfamilienministerin hat bereits angekündigt, dass der kostenfreie Kindergarten kommen wird (ich persönlich wäre ja sogar für die KiTa-Pflicht ab drei Jahren). Von daher bewegt sich derzeit einiges, allerdings muss man da natürlich darauf achten, dass die Qualität nicht leidet und wir bald Gruppenbetreuungsschlüssel von 1:28 haben. |
| Nachtelfchen | darket: ja, es geht was, ganz klar... nur, es sind noch ein paar weitere punkte zu berücksichtigen: - kita-platz ab 3 jahren... wenn die mama drei jahre aus dem beruf ist, kann sie, wenn sie einen etwas anspruchsvolleren job ausübte, kaum wieder in ihre alte position zurück, da ist in der zwischenzeit zuviel passiert. -was ist mit betreuung für die unter 3 jährigen? oma? tja, weil die wirtschaft flexibilität und mobilität verlangt, ist die oma meist 500 km weit weg (bei mir wärens in meinem fall gar 8000..., bei meinem partner 300) -kita öffnet um 9, macht um 16h zu. welcher job tut das schon ebenfalls? -andererseits, du hast es angesprochen, ein solcher betreuungsschlüssel wäre dann ne katastrophe, und sind wir ehrlich... irgendwie krieg ich auch keine kiddies, um die dann von 7 uhr morgens bis 18h abends unter der woche in der kita zu haben... es ist echt einfach ein riesendilemma... eigentlich müsste es in der witschaft möglich sein, dass ein elternteil mal kürzer tritt oder auch beide, wenn die kleinen klein sind, OHNE dass man gleich seine wirtschaftliche existenz oder karriere gefärdet... |
| Darket | [QUOTE]kita-platz ab 3 jahren... wenn die mama drei jahre aus dem beruf ist, kann sie, wenn sie einen etwas anspruchsvolleren job ausübte, kaum wieder in ihre alte position zurück, da ist in der zwischenzeit zuviel passiert.[/QUOTE] Stimmt, deshalb müssen mehr Betreuungsplätze her. Ich spreche mal aus der quasi direkt betroffenen Perspektive, ich arbeite derzeit in einem Kindergarten. In Berlin ist es inzwischen, Ganztagsschule sei dank, so, dass die KiTas verstärkt jüngere Kinder aufnehmen müssen, da ihnen die Schulkinder weggebrochen sind. Die fluchen natürlich völlig zu Recht darüber, aber insgesamt bleibt das Ergebnis, dass es jede Menge Betreuungsplätze für kleinere gibt. Die ganztagsschule hat also bei aller Strittigkeit des Prinzips (sie ist zumindest hier lausig umgesetzt worden) den Vorteil, dass sie massiv Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen schafft. Meine KiTa reißt sich geradezu um Kinder ab einem Jahr, weil die langfristige Existenzsicherung bringen. [QUOTE]was ist mit betreuung für die unter 3 jährigen? oma? tja, weil die wirtschaft flexibilität und mobilität verlangt, ist die oma meist 500 km weit weg (bei mir wärens in meinem fall gar 8000..., bei meinem partner 300)[/QUOTE] S. o. Die (vernünftig umgesetzte) ganztagsschule schafft als Sekundärfunktion Kapazitäten. [QUOTE]kita öffnet um 9, macht um 16h zu. welcher job tut das schon ebenfalls?[/QUOTE] Das ist natürlich eine Frage dessen wo man wohnt. Ich kann nur die roßstadt einschätzen und dabei guten Gewissens behaupten, dass dem nicht so ist. Überwiegend ja, aber durch die starke Konkurrenzsituation bemühen sich die indergärten stark darum ihre Öffnungszeiten den Bedürfnissen der meisten eltern anzugleichen. [QUOTE]andererseits, du hast es angesprochen, ein solcher betreuungsschlüssel wäre dann ne katastrophe, und sind wir ehrlich... irgendwie krieg ich auch keine kiddies, um die dann von 7 uhr morgens bis 18h abends unter der woche in der kita zu haben... es ist echt einfach ein riesendilemma...[/QUOTE] Das halte ich grundsätzlich für eine schwierige Einstellung. ich habe es oben bereits angesprochen: Kindergärten sind Bildungseinrichtungen. Nirgendwo lernen Kinder in so kurzer Zeit mehr über sich und ihre Umwelt. Wer sein Kind möglichst früh in einen Kindergarten gibt, der schafft ihm damit eine proportional größere Perspektive. Und was die Zeiten angeht: Sind wir mal ehrlich: Bei welchem Job (der nicht hochbezahlt ist), arbeitet man von 7 bis 18 Uhr? Bei einer ausreichenden flächendeckung müsste es möglich sein eine KiTa zu wählen, die möglichst günstig gelegen ist, um Zeit zu sparen. Ich sehe übrigens eine weit größere Problematik auftauchen: In vielen Bundesländern ist es bereitsso, dass die Kinder von Arbeitslosen erst recht spät in den Kindergarten dürfen (Also Anspruch auf den Platz sowie Kostenzuschüsse haben). Das verträgt sich in keiner Weise mit der gesetzlich festgeschriebenen Bildungsfunktion der Einrichtungen, bzw. verstößt an sich gegen die Verfassung, in der festgeschrieben ist, dass jeder Mensch in deutschland Anspruch auf Bildung hat und dies unabhängig von der sozialen Situation der eltern. |
| belladonna | Meine Kita bietet sogar Betreuung von 7.00 - 19.00 Uhr an. Aber wie hier schon angesprochen: wozu Kinder kriegen, wenn die dann 12 Stunden in der Kita hocken müssen? Meinen Sohn habe ich ja während des Studiums bekommen. Da habe ich ein Semester frei genommen und dann nach einem Krippenplatz gesucht. Der der mir am meisten zusagte, hatte aber erst ein Semester später einen Platz. Die Zeit bis dahin habe ich mit Großeltern und einer Dame aus der SHIA ev. überbrückt. Dann hatte ich den Krippenplatz, aber dann ging es erstmal los. Mein Sohn war ständig krank, jetzt wo er täglich mit anderen Kindern Kontakt hatte. Nach einem halben Jahr war sein Immunsystem aber dran gewöhnt. Das eine Jahr das ich in Rostock am Theater gearbeitet habe, war auch stressig. Mein Mann fing nämlich im Saarland an zu arbeiten und da stand ich dann in Rostock mit Kind allein da. Großeltern nicht mehr um die Ecke. Und abends Proben. Die SHIA hat in Berlin zwar Betreuungen außerhalb der regulären Kita-Zeiten angeboten, aber nicht in Rostock. Hatte ich Schwein, daß just zu jener Zeit in der ich dort arbeitete ein Projekt lief, in dem ABM-Kräfte (alles ausgebildete Erzieherinnen) eine solche Betreuung zu fairen Preisen gewährleisteten. Für die Betreuung meines Sohnes sind aber mit Kita eingerechnet dann monatlich trotzdem so ca. 700 DM draufgegangen. Eigentlich hätte ich es mir finanziell gesehen sparen können, arbeiten zu gehen und hätte gleich zu meinem Mann ziehen sollen:rolleyes: Klar ist eine gut organisierte Betreuung ein Schritt in die richtige Richtung, aber das allein reicht nicht. Der Staat sollte Familien nicht so allein lassen mit ihren Bemühungen Kinder und Beruf unter einen Hut zu kriegen. Irgendwie geht es ja dann doch immer, aber zur Zeit muß man einfach noch immer zu viele und zu große Kompromisse schließen. |
| mathisschwester | @wind und darkmav: ich denke, meine stellung haben darket und nnordy schon wiedergegeben. daher erspare ich dem thread doppelpostings. nachwievor ein interessantes thema. |
| DunklerStern | Ach Leute,es wird ja so viel Unsinn gefaselt zu diesem Thema,dass mir einem die Ohren schlackern.Wir sterben angeblich aus,die Rente kann nicht mehr finanziert werden,weil keine Kinder mehr geboren werden.Was ja Blödsinn ist,denn Kinder werden ja immer wieder geboren,nur halt zur Zeit etwas weniger.Na und,ist das etwa so schlimm?Erstens ist diese statistische Bevölkerungskurve keine stetig nach oben ansteigende Gerade,sondern macht eine ständig auf-und absteigende Zickzackkurve.Zweitens ist Deutschland trotzdem immer noch eines der am dichtesten bewohnten Länder Europas.Und drittens können wir noch zwanzig Millionen zusätzliche Kinder haben,wenn diese keinen versicherungspflichtigen,ausreichend bezahlten Arbeitsplatz bekommen,können sie auch nichts in die Rentenkasse einzahlen,selbst wenn sie es wollten.Wir haben also gar kein demographisches Problem,sondern ein politisches.Denn man hört ja nichts anderes mehr,außer Kürzen ,Steichen ,Entlassen.Und das seit Jahren.Nur sollen die Bürger wieder mal als Schuldige hingestellt werden,wie es immer der Fall ist.An der Arbeitslosigkeit sind die Opfer selbst schuld,weil sie angeblich -zu unflexibel -zu gierig -zu faul sind An den leeren Sozialkassen sind sie schuld,weil sie „keine“ Kinder mehr bekommen „wollen“ und an der Konsumflaute sind nicht etwa Arbeitslosigkeit,sinkende Löhne oder steigende Lebenshaltungskosten,Abgaben oder explodierende Energiepreise schuld,sondern die Bürger selber,die in einen ominösen „Konsumstreik“getreten sind und ihr vieles Geld „horten“.Ich suche mein „gehortetes“ Geld immer noch.Nein,wir können noch so viel Kinder in die Welt setzen,an der Perspektivlosigkeit,Arbeitslosigkeit und leeren Kassen wird das nichts ändern,solange wir von einigen wenigen Profiteuren dieses Systems regiert werden einschließlich einer verlogenen,durch und durch korrupten Lobbyistenvereinigung im Bundestag.Man braucht sich doch nur mal zu fragen:wem nützt diese ganze Panikmache?Doch wohl nur den Versicherungsunternehmen,die sich von massenhaften Zusatzrentenabschlüssen ein Riesengeschäft versprechen.Das ist jedenfalls meine Meinung zu diesem Thema. |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]Meine KiTa reißt sich geradezu um Kinder ab einem Jahr, weil die langfristige Existenzsicherung bringen. [/QUOTE] Bei meiner Kita musste ich ganz schön auf die Tränendrüse drücken, damit ich für ein Einjähriges überhaupt einen Platz bekam. Man muss nämlich mindestens eine zerstörte Familie aufweisen können mit am besten 5 Kindern am Bein und seinen Lebensunterhalt mit Sozialhilfe bestreiten. Dann hat man gute Chancen auf einen Platz. Und wenn man richtiger Asi ist, bekommt man sogar Hilfe vom Amt. Man muss denen nur verklickern, dass man aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage von den Kindergärtnerinnen diskriminiert wird und schon bekommt man den Platz. Und wenn man das Glück hat zu den ausländischen Mitbürgern zu gehören, kann man sagen, die Kindergärtnerinnen wären ausländerfeindlich. Das zieht doppelt so gut. Ich verlange eine Berufstätigenquote im Kindergartenbusiness! Werde mich gleich schon mal ans Transparentebasteln machen. Heute habe ich ja mal nen freien Tag und Langeweile. [QUOTE]An der Arbeitslosigkeit sind die Opfer selbst schuld,weil sie angeblich -zu unflexibel -zu gierig -zu faul sind[/QUOTE] ...und weil sie die Frechheit haben, Kinder zu bekommen und idiotischerweise denken, sie hätten auch nur eine Chance auf einen Kindergartenplatz wenn sie weiter arbeiten gehen wollen. Arbeitnehmer sind dort nämlich unerwünscht! Hiermit rufe ich zum Streik auf! |
| Montrose | [QUOTE]Hiermit rufe ich zum Streik auf![/QUOTE]Oder besser noch: zu Leserbriefen kurz vor den Wahlen. Die Schwindler, die gerade an der Macht sind, wollen es ja sicherlich bleiben, zumal der Chefposten von Gasprom ja bereits von Schröder besetzt ist. Also, da kann man ja mal dezent bei von Leiden, Ulla Schmidt ("ein gemeinsamer Kühlschrank ist Familie"....jaja, und damit wird man Ministerin) oder unserer Möchtegern-Emma-Oma aus gediegenem Pfarrhaus mal nachfragen, wie's denn jetzt so ausschaut mit der Umsetzung von Sozialpolitik. |
| Black Crow- 87 | Naja, eigentlich lohnt es sich wohl fast garnicht über dieses Thema zu diskutieren... es gibt eben wirklich ziemlich viel Leute, die schlicht und einfach keine Kinder wollen, was auch ihr gutes Recht ist. Ich selbst bin auch nicht wirklich ein Freund von Kindern... ich als Pessimist äußere mich mit "warum noch mehr leid verbreiten" dazu.. Menschen müssen leiden, und grad so kleine zerbrechliche Wesen in diese gefühlskalte Welt zu werfen.... autsch! mir tut jedes Neugeborene leid... mit dem großen und ganzen der Wirtschaft möchte ich mich garnicht befassen, ist ohnehin hier bereits jede Meinung schon mehrfach geäußert worden... |
| DunklerStern | "Naja, eigentlich lohnt es sich wohl fast garnicht über dieses Thema zu diskutieren... " Stimmt.Die ganzen ewigleichen Diskussionen führen eigentlich zu nichts.Aber ich habe gestern was gelesen,was mich dazu bewogen hat,ein neues Thema zu erstellen "Bürgergeld für alle". Meiner Meinung nach wäre es möglicherweise eine Chance,aus dieser festgefahrenen gesellschaftlichen Diskussion auszubrechen.Lest das doch mal,wenn Ihr Lust habt. |
| darkEMYR | hab jetzt mal etwas überlesen. kindermangel kann ich gar nicht feststellen.ich sehe an jeder ecke welche...:-) mal im ernst...ich sehe täglich menschen aller altersklassen...das is doch pure hysterie... vor allem gibt es heute so viele freche und unerzogene kinder die mich echt aufregen...dann sag ich immer: zu wenig kinder??es sollte wert darauf gelegt werden zeit für kinder zu haben ,damit sie sich normal und kindgerecht entwickeln können, anstatt 3 oder 4 kinder in die welt zu setzen und sie dann jeden tag vor fernseher oder playstation zu setzen damit man mal ruhe findet.ich kenne solche beispiele(in einem fall sind es sogar bald 6 kinder!)...damit tut man niemandem einen gefallen,insofern ist weniger oft mehr! |
| oskadis | [QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i] [B]Für mich scheinen Themen zum Kinderkriegen und zur Gesellschaft wohl automatisch die Anklage "Werf gefälligst Panzen (=gebäre Kinder), die unsere Rente zahlen und gib dein Leben auf, du bist eine gebärfähige Frau, die zu alt ist, um sich amüsieren zu dürfen" zu beinhalten, deshalb fühle ich mich immer so persönlich angegriffen...:( [/B][/QUOTE] Wenn du Kinderkriegen mit "sich selbst aufgeben" gleichsetzt, dann verstehe ich deine Haltung. Nun ist es aber so, daß das eine nicht wirklich mit dem anderen gleichzusetzen ist. Es kommt immer darauf an was man aus dem eigenen Leben macht unter den gegebenen Möglichkeiten. Ob ich je Kinder bekommen werde sei dahingestellt. Ich bin in einer Art gestört, die es mir nicht möglich macht unbedarft mit Sexualität umzugehen; sollte ich aber mal Kinder bekommen werde ich es keinesfalls so weit kommen lassen, daß ich zur Hausglucke mutiere und meine restlichen Interessen deswegen fallen lasse. Kinder sind keine zarten Pflänzchen die der Intensivpflege benötigen. Meine Mutter hats bei meiner Erziehung bewiesen und ich denke geschadet hat es mir nicht. Gruß ~Oskadis~ |
| oskadis | Ey es wird nicht nur so ein Schuh draus. Kinderlose sollen ja mehr Pflegeversicherung blechen und bestimmt kommen noch mehr solche Nettigkeiten dazu. Was ist aber, wenn doch ein Kinderwunsch da ist? Es ist ja nicht so, daß die bösen Frauen alle keine Kinder wollen. Viele wollen, aber dann kommt der nächste Partner, der sicher geht, daß BLOSS keine Kinder gezeugt werden. Hauptsache keine Verantwortung - aber voll Spaß haben. Das ist die andere Seite an dieser "Fickgesellschaft" (sorry, aber manchmal drängt sich bei mir dieser Begriff auf). Ich bin anders großgeworden - aber ich habe nun andere Probleme in dem Bereich und Kinderwunsch ist nur bedingt vorhanden. Armer Kerl, der mein nächster Partner wird :( Gruß ~Oskadis~ |
| Zafira | Und wer finanziert mir meine Kinder? Ich bin Krankenschwester, erstmal vorab ein sehr Familienunfreundlicher Job. 3- Schichtsystem, Feiertagsarbeit etc. Kein Platz in der Kita, kein Platz im Kindergarten. Was soll ich dann mit meinem Kind machen? Auf meine Station komme ich nach der Pause auch nicht mehr, dazu gibt`s dann nen Pool in dem nur Mütter mit Kindern arbeiten. Toll, dann verliere ich auch noch meine Stammstation. Kriege zusätzlich noch nen neuen Vertrag mit 40 Std. Woche, es werden keine Feiertage mehr bezahlt, keine Überstunden ( die ich ja im Pool ja erst garnicht machen darf = Uthopie ), Urlaubsgeld fällt flach und ebenso Weihnachtsgeld. Tolle Aussichten was? Und dann soll ich noch Kinder in die Welt setzen? Solange sich in Deutschland und die Deutschen nicht ändern, was Familienunterstützung / Freundlichkeit gegenüber Kindern etwas ändert, werde ich sicherlich kinderlos bleiben! Leider... P. S : Und jetzt kommt mir nich irgendeiner, das ist doch Quatsch, wenn man ein Kind will, dann kriegt man auch eins! Das ist absoluter Blödsinn! |
| oskadis | @Zafira: oder es ist eben ein Unfall :) Ungewollt sozusagen :D Grüßle |
| Zafira | Nee, bei mir nich! Da passe ich jedenfalls mind. 10x mehr auf. Wenn das pssieren sollte, kann ich mir nen Strick nehmen. Denn mein Freund muß immer noch für sein Kind aus erster Ehe blechen und da bleibt eben kein Geld mehr übrig um noch eins zu bekommen. Leider, denn ich hätte gern eins. Doch ich geh stark auf die 40 und da kennt man ja bekanntlich die "biologische Uhr " tick..tick..tick.....:( |
| oskadis | Nun ja - ist ihm hoch anzurechnen daß er das tut. Ist aber natürlich schade, daß das diese Auswirkungen für euch hat. Jaja ... ich sags ja immer. Irgendwas an dieser Gesellschaft ist krank und ich gehöre eigentlich da nicht wirklich rein. Gruß ~Oskadis~ |
| AngelSanctuary | Um mich mal in die laufende Kita-Diskussion einzubringen..... ....Wenn nötig kann man ein Kind auch schon vor dem dritten Lebensjahr abgebn, in Krippen. Dort werden Kinder ab einigen Monaten schon aufgenommen. Wobei ich mir denke, das dort genau so ein Platzmangel ist wie in den Kitas....So wäre es rein theoretisch möglich auch wieder in den Beruf einzusteigen, so schnell wie es einem wichtig ist, den auch die meisten Krippen(hier aus der Umgebung) haben bis min. 16Uhr geöffnet.....onwohl...wenn ich von Fällen höre, wo beide Elternteile sehr gut verdienen, also auch gut von einem Gehalt leben könnten, die das Kind mit 18Wochen in die Krippe geben.....da frag ich mich wozu man ein Kind hat....Einscheinend wirklich nur zur "Absicherung" der Rente.....dann tut mir das Kind sehr leid.... ....anderseits......wenn beide Elternteile arbeiten müssen, damit es mit Kind einigermaßen gut läuft, und man ein Kind schon VOR der Geburt in einer Kita anmelden muss, damit man in 3 Jahren eine Chance auf einen Platz hat.......dann würde ich es mir auch 5mal überlegen ob ich ein Kind bekomme....Wenn ich ein Kind bekomme und es nicht in die Betreuung geben kann, damit ich arbeiten kann, geht es uns schlecht.....also lass e ich es lieber das Kind zu bekommen....Denn ich persöhnlich möchte meinem Kind gerne ein schönes Leben bieten(keine Luxus, aber schön halt), wo es sich im Grundschulalter noch keine Sorgen um Mama und Papas Geld machen muss........und unter einem schönen Leben versteh ich auch mal einfach ins Kino zu gehen....aber das ist ja jetzt schon eine Großausflug wenn man für eine Stanartfamilie (2 Erwachsene + 2 Kinder) um die 50€ ausgiebt...oder Eis essen......und sowas wäre alles nciht drin wenn man zu zweit arbeiten müsste, aber das Kind nicht in die Kita kann.... mehr Betreuungsmöglichkeiten wären da das Schlüsselwort, es würde neue Arbeitsplätze schaffen und mehr Müttern die Möglichkeiten geben zu arbeiten.... P.S.: Die Kitas, in denen ich bis jetzt war (lerne Sozialpädagogische Assistentin (für alle die es nciht kennne, ist sowas wie Kindergärtnerin, nur besser ausgedrückt und evtl. etwas besser ausgebildet als vor 10Jahren oder so), haben ide Öffnungszeiten sich oft nach den Arbeitszeiten gerichtet. Also oft schon ab 7.30Uhr war jemand da und dann oft auch bis 17Uhr. |
| Zafira | [QUOTE][i]Original geschrieben von oskadis [/i] [B]Nun ja - ist ihm hoch anzurechnen daß er das tut. Ist aber natürlich schade, daß das diese Auswirkungen für euch hat. Jaja ... ich sags ja immer. Irgendwas an dieser Gesellschaft ist krank und ich gehöre eigentlich da nicht wirklich rein. Gruß ~Oskadis~ [/B][/QUOTE] Ja oskadis, das ist wahr. Und ich wette, ich wäre eine Supermuddi. Aber es soll halt nicht sein...:( LG des Zafi:) |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]Einscheinend wirklich nur zur "Absicherung" der Rente[/QUOTE] Kinder werden nicht zur Rentenabsicherung geboren - soweit braucht man gar nicht denken. Sie werden in die Welt gesetzt, um den Lebensunterhalt der Eltern zu finanzieren. Deswegen gibts ja nun auch das Elterngeld: damit auch mal die Leute Kinder bekommen, die nicht auf Kindergeld, Erziehungsgeld und Wohngeld angewiesen sind. Das Motto heißt: Kinder haben, weil sie toll sind. (Und nicht etwa, wie vielfach falsch angenommen - es toll ist, Geld dafür zu bekommen.) |
| AngelSanctuary | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i] [B]Kinder werden nicht zur Rentenabsicherung geboren - soweit braucht man gar nicht denken. Sie werden in die Welt gesetzt, um den Lebensunterhalt der Eltern zu finanzieren. [/B][/QUOTE] Bei der Aussage bezog ich mich auf den von mir geschilderten Fall....und als Ärztin und Anwalt(oder ähnliche Berufe, in der Gehaltsklasse), da bin ich mir sicher, kann man wohl meistens auf das Kindergeld verzichten....also bräuchten sie das Kind nicht für den aktuellen Lebensunterhalt ,sonder , wenn überhaupt, für die Rente..... Aber in vielen anderen Fällen trifft es wohl schon zu, dass ein Kind wegen dem Geld geboren wird...In solchen Fällen bleibt es aber, zum Leid der Kinder, aber nicht bei Einem oder Zwei.(Ich möchte damit nicht jede Großfamilie verteufeln ganz und gar nicht - falls sich jemand damit angegriffen fühlt, dies war nicht meine Absicht, Großfamilien haben durchaus ihren Vorteil!).....Ich kenn so eine Familie.....8 Kinder hatten sie...und als noch alle zu Hause wohnten, konnte alle Kinder schauen wo sie bleiben.....Vater ist arbeitsunfähig wegen Rückenschäden und war den ganzen Tag da....Mutter ging hin und wieder mal putzen....trotzdem hat sich nie einer um die Kinder gekümmert....das scheint sich jetzt geändert zu haben wo nur noch 2 von ihnen zu Hause wohnen......aber das ändert nichts, dass ich solche Eltern gerne zu Hölle und zurück schicken würde....Kinder bekommen, Geld abkassieren und die Kinder können schauen wo sie bleiben.....wenn solche Menschen Kinder bekommen, damit es der Gesellschaft 'besser' geht dann sollen sie es lieber lassen, denn im Endeffekt leiden oft nicht nur die Kinder selbst. sondern auch Umgebung. unter solchen Familienverhältnissen. |
| Nachtelfchen | ironie on zafira: krankenschwester und mutti ist ja auch nie gedacht worden, sondern die krankenschwester heiratet den arzt und braucht niiiieee mehr zu arbeiten... (bei meiner oma, jg. 1909 war in den statuten festgeschrieben, dass krankenschwestern ledig zu sein haben, sie hat folgerichtig bei der heirat ihren job aufgegeben...dass die kinder erst jahre später kamen, ist ja unwichtig...) darkemyr: klar gibts an jeder ecke blagen, aber es sind die falschen, die dummen und die dunklen babys waren nicht gemeint... ironie off :q :rolleyes: |
| Nachtelfchen | und jetzt noch im ernst: blackcrow87...als ich noch in dem alter war, dessen jahrgang mir dein username suggeriert, dachte ich über kinder auch nicht nach und fand es belanglos über solche themen zu diskutieren. fakt ist aber, dass ich mittlerweile fast 10 jahre älter bin und da sich ein, wohl biologisch erklärbarer, kinderwunsch eingeschlichen hat. fakt ist auch, dass kinder die moderne ins stolpern bringen, denn letztendlich sind sie so archaisch wie der mensch selbst und passen irgendwie nicht mehr so ganz in die heutige gesellschaft, oder jedenfalls in einen teil davon. da find ich, müssen diskussionen sein, wenn auch nicht auf einer solch untersten schubladenstufe, wie sie von gewissen alten herren in gewissen büchern vortragen werden. ich als junge, hoffentlich gebärfähige, und unter umständen auch gebärfreudige frau, die aber noch mit ihrem hirn etwas anfangen möchte in der zukunft, ausser baby-ratgeber lesen, würde es sehr begrüssen, wenn in dieser gesellschaft ein modell möglich gemacht würde, das mir das zusammengehen ebendieser dinge ohne zerreissprobe und finanziellem desaster erlaubt. das ist der stoff, der auch in zukunft kinder hervorbringen wird. |
| oskadis | Ich habe meine Lebensplanung dahingehend ausgerichtet mir die realistische Möglichkeit offenzuhalten Kinder zu bekommen. Egal ob es dann was wird oder nicht. Vielleicht mag ich nicht sehr weiblich sein, aber das Potential Leben zu schaffen schätze ich sehr an mir und meinem Körper. Deshalb hab ich es nie außer acht gelassen. Gruß ~Oskadis~ |
| Nachtelfchen | bei mir kommt der schritt noch, wohingehend ich mein leben ausrichte, aber auch ich mache mir schon gedanken darüber, welche tätigkeit wie mit familie vereinbar wäre. andererseits: müssen frauen sich auf jobs beschränken, die mit familie vereinbar sind? ich denke kaum, und zudem wieviele jobs gibt es, die mit kinderkriegen wirklich vereinbar sind? die wenigsten, da kann frau sich glücklich schätzen, einen solchen job zu haben und ihn auch noch gerne auszuüben. |
| oskadis | Genau Nachtelfchen. Und ein kindervereinbarer job bedeutet lange nicht, daß man weniger wert ist. Wer sich aber für einen job entscheidet, der absolut nicht zu vereinbaren ist (wobei das meiner Meinung nach die wenigsten jobs sind - es gibt immer einen Weg) soll auch nicht meckern. Gäbe es noch intakte Familienverbände wäre auch vieles leichter. Aber in diesem Land (und anderen auch) scheint jeder sich selbst der nächste zu sein und außer den Eltern (wenn man Glück hat!) wird Familie kaum gepflegt. Gruß ~Oskadis~ |
| devotion | ich freu mich auf mein Kind - und meinetwegen kann das die ganze Welt wissen :D das unvermeidliche ABER kommt natürlich auch Wir stammen beide aus kleineren Großfamilien (beide aus Ostdeutschland, wo das sehr viel einfacher möglich war), für uns hat sich nie die Frage gestellt ob oder ob nicht Kinder. Wir können uns unser Alter nicht vorstellen ohne Herumgehopse von möglichst vielen Enkelkindern. Naja, und da Enkel nicht vom Himmel fallen, muss man wohl oder übel selbst was für die Bevölkerungsentwicklung tun. EIGENTLICH können wir uns jedoch nicht mal ein Kind leisten. Wir sind beide Studenten im Hauptstudium. Verdienst 0, im Gegenteil, wir sind beide auf Bafög angewiesen, was bekanntermaßen nach dem Studium zum Teil zurückzuzahlen ist. Das ist ohne zwei laufende Verdienste nicht möglich. Verdienen kann man jedoch nur zu zweit, wenn Kind in Kita untergebracht wird. So lange ich noch studiere (was ich nach einjähriger Babypause fortsetzen werde), ist das Kind selbst halbwegs finanziell und betreuungstechnisch abgesichert. Danach, wenn ich arbeiten gehe, muss ich die Betreuung und auch alle anderen Zuschüsse selbst ausgleichen. Nun, bei einem Kind würde sich das immer noch gerade so rechnen. Wir wollen aber zwei, vielleicht auch drei. Das hieße im Klartext, einer von uns Erwachsenen würde NUR für die Kinder arbeiten gehen, der andere müsste mit seinem Gehalt (und das bisschen Kindergeld) alle weiteren entstehenden Lebenshaltungskosten einschließlich womöglicher Bafög-Rückforderungen decken. Oder: Mami nagelt ihren Magister über die Kloschüssel und mutiert dauerhaft zur Hausfrau. Dann würde sie zwar nix verdienen (und auf Dauer Amok laufen), aber dafür gäbs auch keine Kosten für Hort und Kita. Nette Alternativen, hmm? Und dass ich diese Alternativen ÜBERHAUPT habe, liegt daran, dass ich in Berlin wohne, wo es derzeit mehr Kita-Plätze als Kinder gibt. (der Garten Eden quasi) Was bedeutet, wir brauchen uns wenigstens keine Sorgen zu machen WO wir die Kinder während des Studiums/ der Arbeit lassen. Für die weitere Zukunft jedoch wird sich die Frage ernsthaft stellen, ob die Geschwister unseres Erstgeborenen aus Kostengründen ganz gestrichen werden sollen oder wir auswandern zu neuen, kinderfreundlicheren Gestaden. Wahrscheinlich werden wir uns tatsächlich im Ausland umsehen. Um auf das Threadthema noch einmal zurückzukommen: Kinder JA! .. aber ... nicht für das Rentensystem DIESEN Staates ... sorry, aber die Bedingungen sind einfach zu schlecht. Und in etlichen Nachbarstaaten ist eine ausreichende und kostenlose Kinderbetreuung üblich. Mal von generell höheren Löhnen und teilweise besseren Arbeitsbedingungen abgesehen. dev *desillusionierte zukünftige Mama* |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]einer von uns Erwachsenen würde NUR für die Kinder arbeiten gehen[/QUOTE] Gibt es etwas sinnvolleres als für den Nachwuchs zu schaffen? Mal im Ernst: Wofür wolltest du denn arbeiten gehen? Für den jährlichen Türkei-Urlaub? Es soll ja Leute geben, die gehen nur für die Miete arbeiten. Sei doch froh, dass wenigstens dein Kind was vom Gehalt hat.[QUOTE]der andere müsste mit seinem Gehalt (und das bisschen Kindergeld) alle weiteren entstehenden Lebenshaltungskosten einschließlich womöglicher Bafög-Rückforderungen decken.[/QUOTE] ...was dann eine Menge wäre. Ich empfehle dir Hausfrau zu werden. Du sparst nicht nur die Betreuungskosten, sondern musst auch kein Bafög zurückzahlen. |
| demelza | [QUOTE]Ich empfehle dir Hausfrau zu werden. Du sparst nicht nur die Betreuungskosten, sondern musst auch kein Bafög zurückzahlen. [/B][/QUOTE] ... und den Magister kann sie sich dann einrahmen und zu Hause hinhängen. Warum wird ein solcher Vorschlag automatisch eigentlich immer der Frau gemacht, und nie dem Mann? In den Köpfen der Leute scheinen immer noch die 50er Jahre zu herrschen: Mann geht arbeiten, Frau bleibt daheim |
| aurora borealis | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i] [B] Ich empfehle dir Hausfrau zu werden. Du sparst nicht nur die Betreuungskosten, sondern musst auch kein Bafög zurückzahlen. [/B][/QUOTE] soviel zum Thema Sozialstaat... |
| Nachtelfchen | mondsilbertaufe: das, was demelza schrieb, wollt ich eben auch gerade schreiben. ich meine, abgesehen von der geburt und dem stillen kann ein papa all das machen, was eine mama auch macht. und die geburt ist pro kind eine einmalige angelegenheit und das stillen dauert meist auch kein jahr (mit ausnahmen). oskadis: naja, die intakte familie hätt ich, nur sind manneseltern 250km weit weg und meine 8000. hm... da iss nimmer viel mit lustigen tag bei opa während mama und papa arbeiten. und das ist die realität, oft ist man/frau gezwungen, wegzugehen, um zu arbeiten, flexibiltät ist gefragt. und ich bin der meinung, dass es nicht immer an den einzelnen personen liegt, sondern auch an den strukturen. und in manchen ländern wird es einem als junge familie, oder potentielle junge familie nicht gerade einfach gemacht. |
| oskadis | Nun ja, hier gibt es die Probleme beim Kinderkriegen - in Spanien andere und in Frankreich wiederum andere. Kein System ist perfekt. Ich habe in Spanien gelebt und habe vieles auch mitgekriegt was in Frankreich abgeht ... Die Probleme liegen dort einfach anders gelagert. Was mich aber am meisten hier in Deutschland ankotzt ist die Einstellung vieler Kindern gegenüber. Oft kommt der Eindruck rüber Kinder wären eine Krankheit, die es auszumerzen gilt. Oder sind irgendeine Pflicht die es zu erfüllen gilt. Meine Erfahrung ist auch, daß es meistens eher die Männer sind, die keine Kinder wollen. Den Höhepunkt stellt dabei der Freund einer Freundin von mir dar: sie wurde durch einen kleinen technischen Unfall mit der Verhütung schwanger und alles was er dazu beisteuern kann ist "Mach es weg, ich will es nicht. Wenn wir ein Kind haben kann ich abends dann nicht mehr weg." Das ist bitter ... Prost Mahlzeit. Gruß ~Oskadis~ |
| Zafira | Ich hoffe, deine Freundin hat dem Kerl nen Tritt gegeben und das Kind behalten! Es gibt leider immer noch genügend Frauen, die den Wünschen der Männer entsprechen. Und das bei einem verkümmerten x-Chromosom....... |
| Zafira | Art oder Gattung Zahl Art oder Gattung Zahl Taufliege 8 Mensch 46 Roggen 14 Menschenaffen 48 Meerschweinchen 16 Schaf 54 Taube 16 Pferd 66 Weinbergschnecke 54 Haushuhn 78 Regenwurm 32 Karpfen 104 Schwein 38 Seidenspinner 20 Saatweizen 42 Adlerfarn 104 Ruhramöbe 12 Pferdespulwurm 4 Hund 78 Natternzunge 1260 Streifenfarn 144 Birke 28 Runkelrübe 18 Apfelbaum 34 Himbeere 14 Kartoffel 48 Maus 40 Ratte 42 Löwenzahn 24 Guppy 46 Tabelle 1: Beispiele für Chromosomenzahlen (im diploiden Satz) Is zwar OT, aber schon interessant. Da hat ein Guppy doch genauso viele Chromosomen wie ein Mensch... *grübel* |
| oskadis | Sie hat das Kind behalten und sich von ihm abgekapselt. Jetzt läuft er ihr wieder nach (verstehe eine Männer ...). Ich habe ihr auch meine vollste Unterstützung zugesagt. Wenn ich schon keine Kinder bekomme so will ich wenigstens den Leuten die mir was bedeuten dabei helfen. Kinder sind, wie das Leben auch, kostbar, denn sie sind Leben. Eine andere Freundin von mir beging den Fehler doch das Kind auf Drängen ihres Freundes (und ihrer Familie! :eek: ) abzutreiben ... der Kerl betrog sie darauf hin zwei Monate lang und ließ sie dann sitzen. Diese Welt ist krank... Gruß ~Oskadis~ |
| Zafira | Allerdings nur so krank, wie man es für sich zuläßt. Ich weiß was Du meinst. Manche Menschen ( Frauen ) sind der Gehirnwäsche leider nicht resistent genug. Wie Du schon sagtest, Kinder sind Leben. Dies sollte manchen Männern einmal intensiv bewusst gemacht werden, was es heißt ein Menschenleben, auch wenn es noch so klein ist, zu töten. Aber ich stimme Dir zu, einige Menschen denken und sind krank. Was bleibt? Am besten einweisen! |
| ergosummE | [COLOR=crimson]"Abschaffung der allgemeine Wehrpflicht".........[/COLOR] jo !!! nicht dass es meine persönliche eintsellung wäre oder so, aber ein "die leute dürfen nich so alt werden" is mir auch schon so einige male zu ohren gekommen, was sagt ihr denn dazu ??! |
| oskadis | Ich sage dazu: Off Topic! Gruß ~Oskadis~ |
| Manley | und ich ebenfalls. für die diskussion um die wehrpflicht habe wir schließlich einen eigenen thread, ist ja nicht wie bei armen leuten. |
| ergosummE | worum geht es in diesem thread eigtl (noch) ?? alle labern nur noch annander vorbei..... gings nich mal um die kids ?? :mad: |
| Nachtelfchen | ja klar, aber was haben kiddies mit wehrpflicht zu tun? |
| Zafira | GARNICHTS!!! Im Moment jedenfalls nicht! Das ist OT! Wie schon erwähnt! LESEN!!!! |
| oskadis | Wir haben hier über das Kinderkriegen und die bestehenden Rahmenbedingungen gesprochen. Lesen ist immer von Vorteil. Gruß ~Oskadis~ |